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Tinrückunssgebübr:Die8gejp.Kolonelzeileod. ®Raum 1.Mk.. die 4gesp. Zeile i. Reklame- .Mk.. 25°tc>Teuerungszuichl. Osiertgebühr 30 Pfg. Bezug-piers: Vierteljährlich 12.90 Mk monatl. t.30 Mk.. für Postbezug Vierteljahr!, t 2.W Mark, monatl. 4.30 Mt. Die Nummer 20 Pfg.

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Teil Nick. H u l t s ch ^tür lokalen und provinziellen 1 Teil sowie Sport W. Moritz: für Anzeigen und I Reklamen A. Brodt. alle in Sanau a. M.

Rotationsdruckd. Waisenhausbuchdruckerei Hau« I

Fernsprechanschlusic Nr. 1237 und 1238 1

Das Neueste.

Bei« Auswärtigen Amt ist die Antwort der dinierten auf unsere Stete über die Einwohnerwehren ««getroffen.

Das Vorgehen der Staatsanwaltschaft gegen Nerlmer Gaststätten hat den Verein Berliner Hotel- bksttzer veranlaßt, Massenschließungen von Hotels vor» ,nehmen.

Der sächsische Bergarbeiterausstand dauert fort. 6i sind über 35 000 Bergarbeiter ausständig. Der bergbauliche Verein erklärt, weitere Zugeständnisse nicht machen zu können.

Die Washingtoner Konferenz über die Vertei­lung der ehemaligen deutschen Kabel hat zu Meinungs­verschiedenheiten geführt. Die Lage hat sich bedenk­lich zugespitzt.

Ministerpräsident LeygueS richtete eine Mah­nung an Polen.

Durch ein Erdbeben wurde die Stadt Pepelini cAlbanien) vollständig zerstört; über 200 Personen sind nmgekommen.

Wirtschaftsformen.

Wir haben noch immer ein statistisches Reichsamt. Es hat vor dem Kriege nützliche Arbeit geleistet, die allerdings auch verbefferungs- und ergänzungsbedürftig war, aber immerhin brauchbare Arbeit darstellte. Heute werden weder die Uebersichten des Außenhandels, noch die der gesamten wirtschaftlichen Erzeugung ver­öffentlicht. Geschähe das, so würden wir zunächst einmal entdecken, wie gewaltig an der Vorkriegs­

zeit gemessen, der Rückgang unserer Arbeits­leistung ist. Das gilt nicht nur für den Kohlen­bergbau, sondern auch für alle Industrie- und Wirtschaftszweige. Nur die Reichsdruckerei läßt "druck arbeiten, mit dem

. daß unsere Währung heute voWänotg ct ist. Die Ursache der Wirtschaftskrise ist

nicht, wie die Sozialisten und Kommunisten aus Dummheit oder wider besseres Wissen behaupten, der Zusammenbruch des kapitalistischen Systems, sondern das Mißverhältnis zwischen Warener­zeugung und Warennachfrage. Auf der andern Seite ist nur klar, daß wir unter der Last der

Niederlage und des Versailler Vertrages zu neuen Wirtschaftsformen gelangen müssen. Das ist ein technisches Problem, daß die Summe unserer wirtschaftlichen Energien berücksichtigen muß. Mit der Steigerung der Erzeugung ist uns allein nicht geholfen, wenn diefe Erzeugung im Kosten­punkt nicht wirtschaftlich und ergiebig ist. We­nigstens so weit, daß außer den Kosten für den Unterhalt des Volkes auch die Mittel für die Versorgung mit Rohstoffen sowie für die gesam­ten finanziellen Kriegsschäden herauskommen. Mit einigen Hebelgriffen läßt sich dieses wirt- ichaftlich-technische Problem nicht lösen. Dazu ist eine Umschichtung erforderlich, deren Ziel^ ein­mal die Steigerung der Erzeugung, sodann die Vereinfachung des Erzeugungsprozesses ist. Mit der Arbeit, die vor dem Kriege in die Erzeugung einer bestimmten Ware gesteckt wurde, kommen ^tr heute nach der Kostenseite nicht mehr durch, varin liegt schon an sich ein vernichtendes Urteil Mcr sogenannten Sozialisierungspläne. Sie Pud schon nach der Kostenseite finanziell un­durchführbar, weil jeder sozialisierte Wirtschafts­zweig ein Mehr von Arbeitsaufwand schon bei der Verwaltung verlangt, die die Erzeugnisse unverhältnismäßig verteuert. Siehe Braun- ichweig! Gerade weil die Verantwortung und die Führung nicht mehr einzelnen Persönlich- Witen anvertraut sind, sondern in sozialisierten Eutschaftszweig von einem unübersehbaren ^cer von Angestellten und Arbeitern besorgt werden, steigen die Verwaltungskosten, die nach ^oge der Sache in den Preisen der Erzeugnisse Ausdruck kommen müssen.

Wenn von einer Umschichtung der W't'cha' Jc ^de ist, so darf sie nicht als Ersatz für die ^ozmlisierung bezeichnet werden. Die Soziali- 'Sl9 ist wirtschaftlich betrachtet eine technisch- uckstandige Betriebsform. Sie wird auf die weder die Arbeiter befriedigen, noch für - 'e. ^samtwirtschaft ein Röchr an Einkommen Gütern bedeuten. Die Notwendigkeit der Wjdji^tung ergibt sich vielmehr aus dem owang, jede unwirtschaftliche Arbeit, sowie jede ^Istleistung, die nicht unbedingt erforderlich >, auszuschalten. Der Prozeß der Zusammen- llung von Wirtschaftszweigen in Arbeitsge- 'mschaftcn ist der Anfang, der seine Ausbil- k.»19 .und Vollendung durch die tatsächlichen Be- : sinssse der Wirtschaft empfängt. Das hat mit /"logenannten amerikanischen Trusts im Wesen n'$*s zu tun. Die amerikanischen Trusts .... aus besonderen Verhältnissen geboren, sich auf Tatsachen des Rechts und Wirt- Ä . ^"s, wie sie beispielsweise in Deutsch- nicht gegeben sind. Neue Wirtschaftsformen sich, wie die durchaus nückständige und

M, wie die durchaus nückständige und l ^ EntwiKuna länatz überholte SoLia-

Amtliches Organ für ElaSi- und Landkreis Saturn

Erscheint täglich mit Ausnahme bei -Sonn« und Feiertags

Montag den 13, Dezember

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lisierung, nicht aus dem Boden stampfen. Sie müssen vielmehr aus der Erfahrung reifen, können also auch niemals das Erzeugnis des grünen Tisches sein. Der Sozialisierung würde auch jede Anpassungsmöglichkeit an veränderten und wirt­schaftlichen Verhältnissen fehlen. Auf Konjunk­turschwankungen könnte keine Rücksicht genommen werden, so daß sie deshalb schon für eine Weiter­bildung der Wirtschaft nicht mehr in Betracht käme. Nichts kennzeichnet schärfer den.wirtschaft­lichen Unfug, der mit der Frage der Soziali- sierung getrieben wird, als daß der durchaus parteipolitisch eingestellte Reichstag die letzte Entscheidung treffen soll.

Am die MnrvohrierW ehren.

Ablehnende Antwort der Alliierten.

Berlin, 12. Dez. Beim Auswärtigen Amt traf gestern abend die Antwort der interalliierten Kontroll­kommission auf die am 9. Dezember abends übergebene deutsche Note über die Einwohnerwehren ein. Die Kontrollkommission erkennt die Gründe für eine be­sondere Behandlung der Einwohnerwehren in Bayern und Ostpreußen nicht an, wiederholt die grundsätzliche Forderung sofortiger Auflösung und Entwaffnung aller Selbstschutzorganisationen und verlangt un­verzügliche Mitteilung darüber, welche Maßnahmen die deutsche Regierung hierfür zu treffen gedenke. Der Wortlaut wird alsbald veröffentlicht werden.

Die Schnelligkeit, mit der die Antwort erfolgt ist, läßt darauf schließen, daß die Kontrollkommission auf Grund älterer Instruktionen gehandelt hat. Die beut» sche Note kann in den fremden Hauptstädten noch nicht vorgelegen haben. Bei der vitalen Bedeutung der LM^Mr^Aeutschlaiw wird es aber unvermeidlich sein, daß sich die alliierten Regierungen selbst auf Grund der in der beuffeben- Note vorgebrachten Argu­mente damit besassen, wobei zu hoffen ist, daß sie den augenblicklich bestehenden Verhältnissen Rechnung tra­gen werden. Die deutsche Regierung wird durch ihre Botschafter entsprechende Schritte unternehmen lassen.

Vom Völkerbund.

In der am Sanistag nachmittag 4 Uhr be­ginnenden Völkerbundversammlung wurde zuerst als Ersatz für Pueyrreüen der Delegierte Uru­guays Bianca mit 24 von 37 Stimmen zum Vize­präsidenten der Versammlung gewählt. Nach einer Ehrung des neuen Nobelpreisträgers Leon Bourgois gelangte* her Bericht der ersten Kom­mission über die Wahl der vier nichtständigen Mitglieder des Rates zur Behandlung. Die Kom­mission unterbreitete der Versammlung Anträge, wonach die Mandate Belgiens, Spaniens und Griechenlands als Mitglieder Enve 1920 ab­laufen und eine Neuwahl stattfinden müsse. Die Versammlung hat in ihrer jährlichen Tagung zwei der vier nichtständigen Mitglieder des Rates zu bezeichnen für die Dauer von zwei Jahren, wobei kein Mitglied länger als zwei aufeinander­folgende Perioden, also nicht länger als insge­samt vier Jahre dem Rat angehören und nicht vor vier Jahren wiedergewählt werden kann. In der gegenwärtigen Tagung sollen zwei von vier Mitgliedern des Rates für die Dauer eines Jahres, zwei für die Dauer von zwei Jahren gewählt werden. Balfour als Präsident der Kommission betonte, daß dieser Antrag nicht ein­stimmig von der Kommission gestellt wird und daß darüber eine sehr erregte Diskufsiwi statt- fand. Der Pakt stellte nämlich die Wahl der vier Mitglieder der Kommission 'frei. Trotzdem hielt es die Mehrheit der Kommission für notwendig, den Grundsatz aufzustellen, daß von den vier Mit­gliedern drei auf Europa und Afrika sind eins aus Asien und die übrigen Erdteile entfallen müssen und Einschränkungen auf die Wieder- wählbarkeit notwendig seien, damit die nichtstän­digen Mitglieder nichtständigen Charakter erhiel­ten. Enzelne Mitglieder in der Kommission wollten sogar die Amtsdauer auf ein Jahr be­schränken mit der Ergänzung, daß kein Mitglied wieder wählbar ist, bis sämtliche dem Völker­bund angehörenden Staaten im Rat vertreten seien. Die Minderheit der Kommission habe sich gegen alle diese Anträge ausgesprochen in der Meinung, daß der Versammlung volle Freiheit gewährt werden solle. Balfour gab der persön­lichen Meinung Ausdruck, daß es materiell un­möglich sein werde, die von der Mehrheit vorge- schlagenen Einschränkungen anzuwenden und daß diese Bestimmungen die Versammlung künf­tig nicht verpflichten könnten, eine auf Grund des Paktes frei vorgenommene Wahl für ungül­tig zu erklären. Palazzio-Spanien macht Vorbehalte gegenüber den Beschränkungen der Freiheit der Versammlung in der Wahl der nichtständigen Mitglieder geltend, erklärt aber, daß sich die spanischen Delegierten der Mehrheit nicht widersetzen wollen. Nach längerer De-

^Laiätteri ganisationen

1920

hatte einigte sich die Versammlung auf folgenden Vorschlag: 1. Der Komissionsantrag, die Man­date Belgiens, Brasiliens, Spaniens und Grie­chenlands Ende dieses Jahres für erloschen zu erklären, wird angenommen. 2. Die vier nicht­ständigen Mitglieder werden im Laufe dieser Session, aber nur für ein Jahr gewählt. 3. Die übrigen Kommtssionsanträge werden an eine be­sondere Kommission zur Prüfung überwiesen. 4. Die Versammlung hält es für wünschenswert, daß drei Mitglieder des Rates auf Europa und Amerika, das vierte auf Asien oder einen anderen Erdteil entfällt. Die drei ersten Anträge werden einstimmig, der vierte mit' 27 gegen 4 Stimmen angenommen Am Schluß der Sitzung teilte Prä­sident Hymans mit, daß der Nobelpreis für 1919 dem Präsidenten Wilson zuerkannt wurde.

Genf, 12. Dezbr. Der Völkerbundsrat beschäf­tigte sich am Sonntag mit einer Reihe von Be­richten, die ihm von der ständigen Militärkom­mission vorgelegt wurden. Der erste Bericht über die Verteidigung von Danzig enthält eine Reihe von Maßnahmen, mit deren Prüfung sich die Militärkommission gemäß /des Völkerbundrats- beschlusses vom 17. November zu, befassen hat. Der Bericht lautet: Die polnische Regierung er­scheint insbesondere geeignet, unter Umständen vom Völkerbund mit der Verteidigung der freien Stadt Danzig beauftragt zu werden. Die stän­dige Militärkommission hat die Maßnahmen zu prüfen, die geeignet sind, die Verteidigung von Danzig in den Fällen, die in dem Bericht des japanischen Delegierten erwähnt sind, am wirk­samsten durchzuführen. Der Rat wird sich nach Anhörung des Oberkommissars noch mit den im Bericht vorgeschlagenen Maßnahmen befassen. Der Rat genehmigte hierauf den zweiten Bericht

auftragt ist, die ehemaligen deutschen Kabel zu verteilen. Auf dieser Konferenz sind England, die Vereinigten Staaten, Frankreich, Italien und Japan vertreten. Die Meinungsverschiedenheiten haben sich so verdichtet, daß die Konferenz in eine Sackgasse geraten ist. Die wichtigsten der japanischen Blätter kommentieren die Lage mit Aufmerksamkeit. Sie sprechen einstimmig die Meinung aus, daß Japan das Besitzrecht auf die Linie, die die Insel Aap berührt, behaupten müsse. Das Mandat für die Insel Bap ist den Japanern durch den Beschluß des Obersten Rates vom 4. Mai 1919 übertragen worden. Diese Insel bildet den Ausgangspunkt verschie­dener Kabel, die sie mit den Vereinigten Staa- ten, die Philippinnen, China und Holländisch- Jndien verbinden.

Amerika und Japan. Wie derNewvork Herald" aus Washington meldet, brächte das Mitglied des Repräsentantenhauses Julius Kahn, Vorsitzender des Ausschusses für auswär­tige Angelegenheiten, im Kongreß die Frage zur Sprache, daß Japan auf einen offenen Konflikt zwischen der weißen, gelben und schwarzen Rasse hinarbeite. Er beschuldigte die japanische Regie­rung, sie begünstige die Ägitaüon gegen Amerika unter den niederen Klassen der japanischen Be­völkerung. Die. Welt wisse jetzt, daß Amerika sich dem Kampfe nicht entziehe, wenn es dazu ge­zwungen werde.

Politische Tagesberichte^

A»s der Beamtenbewe-ung. Trotz Schnectreibens unb Kälte vcranstalteten die Reichr- die Staats- und die Kommunalbeamten von STetlu auf Veranlassung des Deutschen BeamtenbundeS au zahlreichen Plätzen her Stadt große Veriammlmiqee

und der Zusammensetzung

, und marschierten dann zu Zehntauscndeu nach bt» Lustgarten; in ihren Reihen rSWe« ne Schliber une Plakate mit JnschrmW die sich insbesondere gegen tue Schieber und Wucherer wandten und die Zurück­ziehung der Streikverbotes, sowie die Gewährung eine« ExisienzminimumS verlangten. Im Lustgarten sprachen it. a. Geheimrat Falkenberg vom Reichsministcrinm der Innern, der stellvertretende Vorsitzende bei Deutschen BeamtenbundeS, ferner Postbeamter Kuller, Eisenbabnbcamtcr Lange, Noack Dorn. Reichrverdam deutscher Pokt- und Telegravhenbeamten und der Sek­retär des Dcamtcnbundes, Kamossa. In einer von den Versammelten angenommenen Resolution wird schärfster Protest gegen die Ablehnung der geforderten Teuerungszulagen erhoben und daraus hmgewieicn, daß die Kinderzulagen nur einem kleinen Teil der Beamtenschaft zugute kamen: weiter wird Beseitigung des LtbensmittelwucherS. sowie zeitgemäße Anpassung der Gehälter an die wirtschaftliche Notlage verlangt. Nach den offiziellen Rednern kamen Ve>trc:er der Radikalen zu Worte. Ihnen war die Resolution zu zahm. Sie sprachen gegen die Regierung und gegen dieMillicncnznwendung an die Hohen,zoltccn' und forderten weiter dazu auf, dem Deutschen Beamten- bunb die Gefolgschaft zu Verlagen. Die Erregung unter den Beamten war außerordentlich groß; schließlich aber gelang es der Versammlungsleitung doch, die Waffen zu bewegen, in Ruhe auseinander, zugeben und sich jeder weiteren Demonstration zu enthalten.

Bom rheinischen Brovinziallandtag. Der Provinziallandtag nahm Stellut^ zum Ausbau der rheinischen Selbstverwaltung und faßte folgenden Beschluß: Durchdrungen von der begründeten Ueberzeugung, daß kein I fußbreit rheinischen Bodens bem Vaterlande ent­fremdet werden darf, und in der auf langjähriger Erfahrung begründeten Erkenntnis vom Wert« weitgehender, auf der Stein-Hardenberoiswen Gesetzgebung beruhenden Selbstverwaltung, be­schließt der 59. rheinische Provinziallandtag: Nachdem das in Artikel 72 Absatz 2 der preußi­schen Verfassung vorgesehene Gesetz betreffend die Erweiterung der SelbstverwaltungSange- Igenheiten und die Uebertragung der Auftrags- angelegenheiten nicht gleichzeitig mit der Ver­fassung verabschiedet worden ist, wird der schleu­nige Erlaß eines solchen Gesetzes für Preußen erwartet. Zum Vorsitzenden des Provinzialland- tages wurde Oberbürgermeister Adnauer-KSlü (ZleJ, zum stellvertretenden Vorsitzenden Rom= merzienrat Huck (Dt Vpt.) gewählt. Darauf schloß der Oberprüsident die Tagung mit einer Ansprache.

Eine Feuersbrunst in Irland. In bei Nacht von Samstag auf Sonntag ist ein großer Teil des Zentrums der Stadt Cork nieder-: brannt. Die kommunalen Verwaltunzs^ebäu v die Carnegie-Bibliothek, zahlreiche _ Magazine sowie viele Privathäuser sind zerstört. Die Feuersbrunst, die noch andauert, ist von heftigen Explosionen begleitet. Die Bevölkerung ist durch dieses Vorkommnis sehr beunruhigt. - Nach einer Havasmeldung aus Cork sind Kadetten gestern abend nahe der Kaserne in einen Hinter« halt gelockt worden. Es wurden Bomben auf ihr Lastauto geworfen. Einige von ihnen seien schwer verletzt worden. Die Angreifer jM

die dem Rat zwecks Ausübung des Kontrollrechtes gemäß dem Friedensvertrag zur Verfügung zu -stellen sind. Der Rat nahm hierauf von dem Be­richt der Kommission über das Abrüstungspro­blem Kenntnis. Der Rat beauftragte die Kom­mission, die Beratungen über diese Frage fort- zusetzen. Endlich unterbreitete die Kommission dem Rat ihren Bericht über den Stand der Rüstungen der Staaten, die ein Gesuch um Auf­nahme in den Völkerbund gestellt haben.

Aus der Abrüstungskommission.

Genf, 11. Dezbr. Die öffentliche Sitzung der Abrüstungskommission vom Samstag nahm den Bericht der Unterkommission über die Abrüstungsfrage entgegen. Die Uüterkommission meint, daß zur Beruhigung der öffentlichen Mei­nung so rasch wie möglich Maßnahmen zur Vor­bereitung der Abrüstung getroffen werden müß­ten. Der Berichterstatter F i s h e r-England ver­trat die Auffassung, daß die Revision der Kriegs- gesetze im Sinne einer menschlicheren Kriegfüh­rung mehr die Aufgabe einer juristischen Kom­mission, als militärischer Fachleute sei. Auch die Vertreter der anderen Länder waren allgemein der Auffassung, daß unbedingt ein positives Er­gebnis in der Abrüstungsfrage erzielt werden müsse, da die Völker einen praktischen Schritt vorwärts in dieser Frage erwarteten. Von nor­wegische: Seite wurde ein Antrag einge­bracht, der den Rat auffordert, an sämtliche Re­gierungen die Mahnung zu richten, ihr Militär­budget schon für das nächste Jahr herabzusetzen und auch für die darauf folgenden Jahre ihre militärischen Ausgaben nicht zu erhöhen. Nicht nur die Mitglieder des Völkerbundes, sondern auch die noch außerhalb stehenden Länder, wie 1 Amerika, Rußland und auch Deutschland, wünsch­ten die Herabsetzung der Rüstungen. Wenn die Delegationen aus Genf mit leeren Händen zu­rückkehren ^würden, würden die Gegner der Ab­rüstung neue Argumente haben für die Beibe­haltung der militärischen Machtmittel- Der Ver­treter Frankreichs, B o u r g o i s , sprach die Meinung aus, daß für die Zustimmung zum norwegischen Antrag betr. Herabsetzung der Rüstungen besondere Instruktionen der einzelnen Regierungen notwendig seien. Dieser Meinung trat auch I s h i, der Vertreter Japans, bei. F i s h e r-England dagegen schloß sich mit dem Antrag Lange-Norwegen an und betonte, der Antrag könne ruhig angenommen werden, weil er den Regierungen in keiner Weise Verpflich­tungen auserlege. In der Abstimmung wurde der norn'egischc Antrag mit allen Stimmen zum Be­schluß erhoben, mit Ausnahme der Stimme des französischen Delegierten, der ohne Instruktionen seiner Regierung nicht ^er­mächtigt sei, den Antrag anzunehmen.

Der Streit um die deutschen Kabel.

Genf, 12. Dezbr. Die japanische Delegation teilt mit: Bekanntlich tags seit einigen Wochen in Washington eine internationale Konferenz für den Telearaphenverkehr, die vor allem damit be»