Einrückungsgebukr.Die8gesp.Kolonelreileod. deren Raum L- $«.. die 4gesp. Zeile i. Reklameteil 3.— Mk.. 25°inTeuerungszuschl. Offerlgebühr ZOPsg.DezugsvreislBierteljährlich 12.90 Mk., monatl. 4.30 Mk.. für Postbezug vierteliäbrl. 12.90 Mark, monatl. 4.30 Mk. Die Nummer 20 Psg. Postscheck-Konto Nr. 26659. Frankfurt a. M.
General-Anzeiger
AmMchrs Organ für ClaLl- und Landkreis Kanan
. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn» und Feiertag»
VeKaasleitung: Ad. Snbermüble.
Verantwortlich: für oolitifchen und allgemeinen TeilRick.vultick: für lokalen und orovinziellen Teil wwie Sport W. Moritz: kür Anzeigen und
Reklamen A. Brodt, alle in Hanau a.
Rotationsdruckd.Waiienbausbuchdruckerei Han«
Fernivreckanschlüsse Nr. 1237 und 1238
Nr. 287
Dienskag den 7. Dezember
1920
Das Neueste.
— In Hamburg tagt gegenwärtig der erste Kongreß M Ausländsdeutschen.
— Die internationale sozialistische Vorkonferenz ist in Bern zusammcngctretcn.
— Das Abkommen zwischen den beiden sozialistischen Parteien über die Regierungsbildung in Sachsen curbe abgeschlossen.
- Es gilt als sicher, das; die Wahlen in Griechen- ianb zu Gunsten der Rückkehr König Konstantins aus- zesallen sind.
Vom Völkerbund.
Genf, 6 Dezbr. Nach Erledigung des argentinischen Zwischenfalles und Verschiebung der argentinischen und kanadischen Anträge trat die Versammlung in die Besprechung des Kommis- slonsberichtes über die Beziehungen zwischen Rat und Versammlung ein. Nach einleitenden Worten Nalfours referierte Viviani-Frankreich und Ro- well-Kanada, die feststellten, daß die Kommission sich von dem Grundsatz leiten ließ, bei der Definition der Kompetenzen des Rates und der Versammlung streng an dem Text des Paktes festzuhalten. Da, wo diese Kompetenzen durch den Wortlaut des Vertrages nicht genau ausgegliedert sind, soll eine gewisse Elastizität walten. Cecil wies darauf hin, daß dem Rat wie der Versammlung die Kompetenz zustehe, sich mit den Fragen, die den Frieden der Welt berühren, zu befassen, und daß es wünschenswert wäre, festzustellen, welchem Organ die Entscheidung in diesen Fragen zustehe. Es dürfe keine Kompetenz der Versammlung durch Beschlüsse des Rates an- zetastet werden. Viviani stellte fest, daß die Ver- des Berichtes des VArerbundes Gelegenheit habe, zu den Arbeiten des Rates Stellung zu nehmen. Sollten sich über die Zuständigkeit der beiden Organe Unstimmigkeiten ergeben, so könnten diese durch eine gemischte Kommission zweifellos gelöst werden. Selumher wünschte für den Fall der Verlegung ber bisher in die Zuständigkeit des Rates fallenden Fragen an die Versammlung, daß dieser das Recht zustehe, Abänderungen an den Plänen des Rates zu veranlassen. Rowell lehnte diesen Vorschlag als im Widerspruch zu dem Wortlaute des Textes stehend ab. In der Versammlung herrschten zwei Strömungen vor. Die eine wollte die Kompetenz der Versammlung erhöhen, während die andere die Verstärkung des Rates für notwendig hielt. Rowell beantragte, den Bericht der Kommission ohne Aenderungen zu genehmigen. Ein Zusatzantrag Politis-Griechenland, daß der Rat wenigstens die allgemein den Weltfrieden be- tiejfendLA Fragen, die er während der Tagung behandelte, der Versammlung unterbreiten möge, wurde angenommen.
Ein weiterer Antrag Politis wollte aus den Worten des Kommissionsberichtes. in denen es heißt, daß die Versammlung kein Recht habe, eine ausschließlich in die Kompetenz des Rates fallende Entscheidung zu ändern, das Wort „ausschließlich" zu streichen. Nach ausführlicher Debatte, in der Viviani für Rowell gegen Politis und auch Bundespräsident Motta gegen die Streichung sprachen, die die Rechte des Rates vermehren würde, überwies man die Frage der Kommission, um eine Lösung zu finden. Der Kommissionsbericht wurde darauf von der Versamm- genehmigt.
Zur Haltung Argentiniens iäßt sich die „Deutsche Tageszeitung" vernehmen:^ Argentinien ist eines der wenigen Länder gewesen, das, auch dank der klugen Politik feines Präsidenten, neutral bleiben konnte, ohne dabei lm geringsten in seiner Selbständigkeit gefährdet M werden, oder gar, wie das leider bei manchen Europäischen Staaten geschehen ist, an seinem Prestige Einbuße zu erleiden. Es hat sich trotz verzweifelten Pressearbeit der Entente, von Umnebelung durch die Greuelberichte von eng- ow und französischer Seite ferngehalten. Es onnte sich stach der Zurückhaltung der Vereinig- Staaten infolge seiner neutralen Stellung drüber hinaus als kommende Großmacht be- acerZ als dazu bestimmt betrachten, in der Rich- ug eines wirklichen Weltfriedens entscheidende ^'uä t ^ ^^' ®5 hat diese Mission zu erfüllen t. der „Deutschen Allgem. Ztg" wird gc= Ä ' ^ h^ Argentinien nicht, wie die ersten ^.lüung-n besagten, seinen Austritt aus dem verbünde erklärt, wozu nach dem Versailler noli Cn"b<I‘ro^ ^: e zweijährige Kündigung r federn oie argentinische Delegation sei K .blusig nur von den Arbeiten der Gen- ist ^^^urmlung zurückgezogen. Jedenfalls aber k Haltung der argentinischen Delegierten da- b^^tan, den leitenden Faktoren der Entente " ^g«n zu führen, daß ihre Machtwünsche
auch einmal ein Ende haben müssen. Aus Amerika ertönen bereits die Stimmen der Senatoren Lodges und Knox, die die argentinische Auffassung billigen. Auch die Schweiz hat sich in den Tagen vor der Krise mit Argentinien ziemlich deutlich gegen den Standpunkt von London und Paris ausgesprochen. Es ist bezeichnend, daß sogar eine assoziierte Macht wie Portugal sich auf- zulehnen begonnen hat. Es ist selbstverständlich, daß von französischer und englischer Seite jetzt alles geschieht, um den Riß zu verkleistern und die aufstrebende La Plata-Republik dem Völkerbünde zu erhalten.
Von der JnlerurMonale.
In Bern ist die von der Unabhängigen Partei Deutschlands und der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz einberufene Internationale Sozialistische Vorkonferenz zusammengetreten. Sie ist ausschließlich von solchen sozialistischen Parteien beschickt, die aus der Zweiten Internationale ausgetreten sind, und zwar von der U. S. P. D. (Crispien, Lede- bour, Hilferding, Rosenfeld), der Sozialdemo- kratischen Arbeiterpartei Deutsch-Oesterreichs (Fritz Adler, Otto Bauer), der Teutschen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei der Tschechoslowakei, der Sozialdemokratischen Partei Frankreichs (Longuet, Faure), der englischen Unabhängigen Arbeiterpartei, den russischen Menschewiki und der schweizerischen Sozialdemokratie.
Bern, 6. Dezbr. Die Internationale sozialistische Vorkonferenz hörte heute zunächst die Berichte über die Lage des Sozialismus in den einzelnen Ländern an. Es berichteten Crispien über Deutschland, Adler über Deuisch- Oesierreich, Cornak über die Tschechoslowakei, Grimm über die Schweiz, Wa.4'tchead Wor England, C ollomb über die Vereinigten Staaten, M ä r t o f f über Rußland und Longuet über Frankreich. Sodann trat die Konfe- renz in die Debatte über die Schaffung einer Internationale der revolutionären sozialistischen Parteien ein. An der Debatte beteiligten sich besonders Grimm und Crispien. Hierauf wurde eine Kommission eingesetzt, die den Entwurf einer Kundgebung an das sozialistische Proletariat aller Länder aus- zuarbeiten und morgen der Konferenz vorzulegen hat Schließlich wurde aus Antrag des Genossen Rosenfeld-Derlin folgender Beschluß gefaßt:
Die Internationale Konferenz der revolutionären sozialistischen Parteien erhept namens der Millionen Proletarier aller Länder, die hinter ihr stehen, gegen das Blutregime der Gewaltherrscher Ungarns schärfsten Protest, insbesondere dagegen, daß Männer, die nur ihre politische Pflicht gegenüber der Arbeiterschaft erfüllt haben, als gemeine Verbrecher behandelt und dem Henker ausgeliefert werden. Die Konferenz appelliert an die revolutionären Sozialisten der ganzen Welt, ihre Solidarität mit dem ungarischen Proletariat zu beweisen.
AKflimmigkeilen zwischen Rutzlan- rmd Polen.
Moskau, 6. Dez. Der polnische Minister des Auswärtigen Fürst Sopieba backe unter dem 26. November die N: gerungen von Rußland und der Ukraine durch Funlspruch aufgeforbert, unverzüglich sieben JaKresklasscn zu demodilisi ren. Tschitschcrin und der ukrainische Minister Rakowski drückten darauf in einem gemeinsamen Funkspruch vom 2. Dezember zunächst tbr Erstaunen aus über den ungewöhnlichen Versuch, diplomatische Verhandlungen durch den Telegraphen zu pflegen. Dann heißt c8 weiter: „Die russisch-ukrainische Abordnung verhandelt aussch! eßlich aus der von ihren Regierungen vorgesehenen Grundlage. Es ist Rußland und der Ukraine unmöglich, anders zu wandeln. als eS ihr gutes Recht ist. Der Vertrag von Riga erlaubt ben Banden Petljurks und Balacho- witsch, ihre militärischen Vorbereitungen unter dem Schutze der polnischen Bcsatzunasiluppen auSzutühren. Die Aufforderung, unverzüglich sieben Jahresklassen zu demobilisieren, erweckt den Eindruck, als ob der Fortsetzung ihrer militärischen Operationen gegen Rußland Vorschub geleistet werden solle. Durch die Vereinigung Petljuras und Balachowitschs ist klar er« wieien, daß sich eine feindliche Vereinigung gegen Rußland und die Ukraine Bahn bricht. Diese Verletzungen des Vertrages haben für UNS so entscheidend gewirkt, raß wir sie bei der Unterzeichnung des endgültigen Friedens zwischen Polen einerseits und Rußland und der Ukaine anderericits schwerlich vergessen werden. ES ist sehr wünschenswert, daß das Vcr^ andiungS- Programm und die Bedingnugen bald feftgelegt werben, Damit die endgülijaen Vcrbauolungen beginnen können. Polen hat dir Eröffnung Der FriedenSbediugnngen hmausgcschobcn und weigert sich jetzt sogar, den Äc- ginn der Verhandlungen bekanntzugebrn. Host nthd) werden die e Schwierigkeiten bald beseitigt. Bis dies geschehen ist, können'die russische und die ukra.Nische Regierung keinerlei militärische Garantieu. geben. Rußland und die Ukraine sind voll'omrinr von dem Bewui.tau durchdrungen, daß eS das Beste ist, sobald wie möglich einen foODcn Frieden in Riga zu schließen, wohin auch unsere Antwort übersandt wird."
Deukschland und Rußland.
In Frankfurt a. M. sprach 'gestern abend im großen Saale der VolksbildungSheims auf Einladung des dortigen BürgeransschusseS Professor Dr. Otto Hoetzsch über das Thema „Die russische Frage und unser Verhältnis zu Rußland". Die Stromsperre verbietet uns, beut- auf die interessanten Ausführungen deS Redners näb-r emzugeben, wir werden aber morgen auf sie zurück'ommcn. Redner behandelte in eingehende' Weile die heutigen russischen Verhältnisse, das in Rußland eingeführte kommu- nistilche Prinzip und ferner die Frage der W i e ber» b e r st e 11 u n g der deutsch-russischen Beziehungen. Obwohl die Nachrichten, die aus Rußland kommen, widersvrechend seien, in der einen Tatsache stimmten sie doch alle überein, nämlich darin, daß die Sowjetrevnblik, dieser dort eingefilirten Bolschewismus das Glück auf @r»en nicht gebracht bat, baß er die Produktion nicht gefördert, sondern zerstört nno aufgelöst hat. Diele Tatsachen stehen seit und sie lassen sich auch nicht mehr ableugnen. Die Frage, wie sich dieke bolsch°«istische „Ordnung" stit November bis heute halten könne, sei ein Rätsel größten Stiles; die Frage lasse sich nur beantworten unter Berücksichtigung der besonderen Verhältnisse Rußlands selbst. Die Bolschr- Wisten herrschten nicht, wie letztere behaupt-ken, im Kern Rußlands, sondern nur in wenigen g i,ßcn Städten, die wie Instln auf dem großen landwirtschaitlich- bänerlichkn Meere Rußlands schwimmen. Die große Masse des russischen Volkes aber lebe auf dem Lande nnbeküminert um jede staatliche Autorität. Von einer Nat'snilisiernng des Landes, waS'Lenin und Trotzki wollten, fei keine Rede; der Bauer baue nur so viel, wie er für seinen eigenen febarf benötige, im übrigen liefere er nichts ab. Der Baiier, der die Mehrheit dc? russischen Volkes au3« mache, haben also aar kein Interesse daran, daß es anders wird, diese Bauern würden auch eine? Tage?, Nachdem sie allmählich ftäffr und größer geworden seien, die UwMbitrg des jetzigen Systems vornehmen, ■a&atmj^ÄrD^ in. Form einer Zer-
setnni vor sich geben. Die Bauern Surs-nAen Rätegedankcn für sich verwenden gegen feie Dikkakür des Proletariats. Ein kluger Bollchewist habe ihm, dem Redner, einmal gesagt: Es ist möglich, daß der Bolschewismus in Rußland sich nicht dauernd hält, es ist möglich, daß, wenn die Weltrevalntion nicht weiter vwwärtsschreite, diese Inseln sozialistsscher Regierungen versinken in der ländlichen Masse. Aber eins Katzen wir dann erreicht, nämlich: Dieses neue Rußland wird ein anderes geworden sein, a 8 vor dem Stiege, es wird nicht mehr das Rußland der großen Herren sein, forbern eine Bauerndemokratie, feie dann das neue Rußland aufbaUt. Redner behandelt dann bie außenpolitische Seite des bolschewistischen Experiments. — Da die Aussichten aur eine Weiterentw'ckknng der Weltrevolution erring sind, blieb Rußland nur die Hoffnung auf Deutschland, weshalb Deutschland die Welt gegen den Bolichwismus zu verteidigen habe. Was die Frage der Wiederaufnahme unserer Beziehungen zu Rußland anbelangt, so hält der Redner, nach Feststellung der Tatsache, daß die ZuknnfksaiiSsichren des Wiederauf baue? DcutsückandS in Verbindung mit dem europäischen Osten liegen, heute ein politisches Ab'ominen zwischen Deutschland und Rußland nicht für möglich, im Gegenteil für höchst gefährlich und die wirtichastlichen Be- liebungen, die man auknüpfen würde, könnten bei dein voi kommenen wirtschacklichen ZusammenbruchRußland? vorläufig kaum ertragsfähig sein. So bleibe nicht« anderes übrig, a's zu warten, wie die Entwicklung in Rußland sich vollzieht, zu warten, bis die Entspannung im russischen Volk sich bemerkbar mache zu einer neuen Ordnung von Gesell'chast und Sr at. Inzwischen sei jedoch für die deutschen Außenpolitiker genügend Arbeit vorhanden, iodaß mir nicht untätig zu sein brauchten. Redner wie? dabei auf die Bereitung der Verbini iingsnäde i nach dem Osten, di: Herstellung guter Beziemin rt zu Litauen uns der Tichecho-Slomakci, die die Landbrücke nach Rußland bildeten, hin.
Die schwarze Schande.
Berlin, 6. Dez. Einen neuen Beitrag zur schwarzen Schande liefert, wie die Abendblätter ineldcn, ein Vorkommnis in Trier, dar in einen Einzelheiten so absche'ilich ist, wie selten eins. Als die 20jährige Sajanne Brizius mit ihrem Vräurigam von einem Arendvergnügen nach Hause ging, wurde das Paar hinterrücks von zwei schwarzen Soldaten Überfällen, das Mädchen dem Bräutigam entrissen, in das Gebüsch verschleppt und dort von den Soldaten mehrmals mißbraucht. Wenn es schreien wollte, hielt man ihm den Mund zu und drohte ihm mit Erstechen. Eine Stunde lang befand es sich in den Händen der Wüstlinge. Dem Bräutigam war es gelungen, sich von den Soldaten loszu- reiffen. Als er mit der Polizei an die Unglücks» stelle ankam und den Namen der Unglücklichen rief, wurde sie am Antworten durch Bedrohen mit dem Seitengewehr verhindert. Noch einmal fiel einer der Soldaten über sie her, bann ver- jchmanden beide im Gebüsch. Das Mädchen ebenso wie der Bräutigam sind außerstande, die Verbrecher wiederzuerkennen. Die Verfolgung wie die Bestrafung der Täter erscheint so gut wie ausae blossen. Die schwarze Gefahr aber, deren tatsächliche Existenz die französischen Behörden nicht wegradierrn können, wird, wie di»
„Deutsche Allgemeine Zeitung" sagt, bestehen bleiben.
Po!Msche Tagesberichte.
— Die TeueruvI'rzulage der Beamten.
Laut „Freibert" wirv oer Vorstand des Deutschen Elsenbahnerverbandes einen Ausruf veröffent. lichen, in dem für die Beamten aller Vesoldungs- gruppen ein Teuerungszuschlag von 8000 Mark in den Ortsklassen A und B, von 7500 Mark in den Ortsklassen C und D und von 7000 Mark in der Ortsklasse E gefordert wird. Es soll der Versuch gemacht werden, direkte Verhandlungen mit der Regierung herbeizuführen. Gelinge dies nicht oder werde die Regierung ein Entgegenkommen ablehnen, dann werde der er- weiterte Vorstand des Verbandes über die Mittel und Wege befinden, die dann in Anwendung zu bringen seien. Der Auftuf schließt mit den Worten: Die Stunde ist ernst.. Seid bereit, wenn der Ruf an Euch ergeht, einig und geschlossen den uns drohenden Kampf aufzu. nehmen.
— Die ^ördcrnn« -es RuhrgebietO ein* schließlich ber linksrheinischen Zechen wird im November nach den vorläufigen täglichen Schätzungen in 24'/« Arbeitstagen 7,83 Millionen Tonnen betragen. Er» fabrungsxemäß erhöht sich die vorläusige Schätzung allmonatlich bei den endgültig:» Feststellungen um etwa 200 0ü0 Tonnen, sodaß mit einer Förderung von etwa? über 8 000 000 ober arbeitstäglich etwa 329 800 Tonnen im November zu rechnen ist. Vor dem Krieg (November 1913) stellte sich bte endgültige Fördcrun in 231« Arbeitstagen auf 8,93 Millionen oder at beitstäglich 336 261 Tonnen. Die arbeit »tägliche För derung wird mithin voraussichtlich noch etwa 56 OiX Tonnen niedriger als im November 1913 sein.
— Kongre) der Ausländsdeutschen. In Hamburg tagte gestern. und heute ber erste Kongreß NeichHotnmissar für Nuslandsschäden und ber Hamburgische Senat haben Vertreter entsandt Der Vor- sitzende des Landesverbandes von Nordwestdeutschland, Direkcor Kühl-Hanburg, begrüßte die Versammlung. Er führte aus, daß dieser Kongreß dazu beitragen solle, daß sich die deutsche Reichsregierung und das deutsche Volk in höherem Maße mit dem Problem des AuslandsdeutschtumS befassen. Das Auslantzsdeutsch» turn habe bte deutsche Kultur in der Welt dochgchalten und ber deutsche Kaufmann habe sich durch die Ein« Dringlichkeit seiner Arbeit nnd die Güte der Ware seinen Platz in der Welt geschaffen. Heute gelte eS, im AuSland ein neue» Deutschtum zu Eüren zu bringen. Unsere Expo/twirtschaft könne in erster Linie nur durch unsere alten deutschen Pioniere wieder zum Blühen gebracht werden. DaS deutsche Volk müsse aber auch die Sünden erkennen, bte es tn der Be- hanblung des AuslandSdeutschtums während der letzten Jabrzebnte befugen hat.
— Das Handelsabkommen England-Rußland. Die Sowjetrezierung ersuchte die britische Regierung um eine direkte klare Antwort aus dir Frage, ob sie bereit sei, ein Handelsabkommen mit Rußland abzuschließen und in der nächsten Zukunft Friedensverhandlungen in London oder an einem andern (neutralen) Orte zu eröffnen.
— Wir bekannt wird, teilte Lcygues auf bet letzten Konferenz der Alliierten in London mit, daß Frankreich sich weigere, irgendwelche amtlich« Schritte bezüglich der Wiederaufnahme von Handelsbeziehungen mit Rußland zu tun, daß es jedoch bereit ist, den französischen Privat- Unternehmern zu gestatten, mit Rußland Handel zu treiben.
— Die Beschlüsse -er Lou-»ner Konferenz. Las Ergebnis Der Londoucr Konferenz ist folgenhe»: 1. Der Beschluß des finanziellen Boytoits Griechen» ands für den Fag, daß Konstantin Den Tbron be« neigt. 2. . te Vorbcip'.'echung beS klewasialische» Problem«, ber zu olge «myrna den ©riechen abse» nommcn werocn dürfte, um unter türkische Ooerhooert zurückzukedren, allerdings unter alliierter Kontrolle.
3. Keznglich Der Wieseraufnahm« Der wirtichastlichen Beziehungen mit Rußland hält das offizielle Frankreich neben dem ^ertrag«pr»jctt Englands an teiner adleb- ncnücn Haltung fest, wird aber dem Prioaidandcl»» verkehr «.c Rußland keine Hindernisse in Den Wez legen. 4. Bezüglich ber Wiedergutmachunis r. ge । erricht volle Uebereinstimmung zwischen den Alliierte» Ant 13. Dezember werden b;e lechnischen Delegiert n oer einzelnen Mächte bestimmt werden, die am 15. Dezember in Brüssel zu einer Konfrreuz zusammen» treten sollen.
— Die Unruhen in Spanien. In der vergangenen Woche sind wieder in Barcelona 17 neue Bombcnattentate verübt worden. Dabei wurden 34 Personen getönt. Der Sachschaden ist scor groß. In Zaragoza harte man die uncerirdische Leitung ber Stadtzentrate durch eine Bomoe zerstören wollen, doch wurden nur einige Gebäude in Die Luft gesprengt. Die Bankdirektoreu, rowie geiuisfe leitende Persönlichkeiten großer Werte können sich nur bewaffnet ober in Be» gleituiig von Polizei uam ihren Bureaus begehen. Die Zustände sind fast unhaltbar geworden. Sobald bie Regierung kinschrcm-t und Vechastungeu uormmmt, negen ,o,orr alle Betrübe still, wie bie» vor einigen Tagen wieder her Fall war, wo rote Gciirralsttrü cinsktzte.