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General-Anzeiger

AmMches Organ für Starr- uO Lsnökreis Sanau

ErkcbelnI täglich mil Ausnahme d« omm. und Feiertags

M. 283

Donnerstag den 2. Dezember

1920

Das Neueste.

Die Aufnahmekommission der Vöflerbunds- nerfammlung hat die Befürwortung der Aufnahme Oesterreichs und Costaricas in den Völkerbund beschlossen.

Im Jahre 1919 gingen 43,6 Millionen Arbeitstage durch Streik verloren.

In Lonoon werden Sinnfeiner-Gewaltakte befürchtet.

Der Völkerbundsrat hat der deutschen Reichsregierung in der Frage Eupen-Malmedy geantwortet.

I Polnische Agitalionskniffe.

Die Polen haben bei der Agitation in Ober- I schießen vor den Deutschen dreierlei voraus: I erstens eine durch ihre zahlreichen Aufftände und I Verschwörungen in den letzten anderthalb Jahr- I Hunderten erworbene Uebung in politischen Rän- I !en, zweitens eine geradezu schon bewunderungs- I würdige Skrupellosikeit und drittens und dies I ist wohl die Hauptsache die Duldung oder rüch- I tiger die Förderung durch ihre französischen I Freunde.

Diese Förderung tritt am meisten bei der Um- I Wandlung der Polizei hervor; die Polizei ist zwar rein ziffernmäßig paritätisch mit Deutschen I und Polen besetzt, tatsächlich haben aber die Polen I teils durch reichliche Bestechung von Mitgliedern I der Polizei, teils durch Bedrohung und Einschüch- I strunz ihrer deutschen Kollegen ein Uebergewicht I erlangt, das sich täglich mehr fühlbar macht. Das I ist für die Abstimmung gewiß nicht bedeutungs- I los, denn die mehr und mehr polnisch durchsetzte wixd als Druckmittel gegenüber ängst- WWMr Gernütern unter - der MWM^MftL jttttM I werden können und die Kronzvsen^ ''werben wtfilr I nur ein mildes Lächeln haben. Es ist zwar an- I zusÄnnen, daß einige unter den französischen i Offizieren bemüht sind, objektiv zu denken und zu I Handeln, aber das ist doch nur die Minderzahl. I Die große Mehrheit von ihnen fühlt sich durch I ihre Sympathien zu den Polen hingezogen und I macht auch gar kein Hehl daraus.

i Ein zweites Hilfsmittel für die Polen ist die Religion, die rücksichtslos im Sinne der Agitation I ausgenutzt wird. Abgesehen von der Ausnutzung I der Kanzel zu agitatorischen Reden, von der nicht I minder skrupellosen Verwertung der Beichte zu I demselben Zwecke, veranstalten die polnischen I Geistlichen häufig Wallfahrten nach Czenstochau, I die polnischen Gläubigen in Fühlung mit | ihren großpolnischen Landsleuten kommen und I son diesen natürlich im Sinne des Anschlusses an | Polen bearbeitet werden. Allerdings haben ja I diese Wallfahrten nach Czenstochau doch eine | Schattenseite. Wer nämlich von den Wallfahrern I aus Oberschlesien offene Augen hat, der muß bei leinem Aufenthalt in Kongreßpolen sehen, wie I diel schlechter dort die Verhältnisse liegen als in I Oberschlesien, wie die Bevölkerung wenig gut er- I nährt und gekleidet ist und wie die Ordnung und ! die Verkehrsverhältnisse in Polen zu wünschen j nötig lassen. Auch in diesem Falle zeigte der pol- I Nische Geist seine Beweglichkeit. Als man die Nügünstigr Nebenwirkung der Wallfahrten nach I heisstochau wahrnahm, schränkte man sie ein und feranstaltete lieber Wallfahrten nach obers-chlest- ichen Wallfahrtsorten, zu denen dann zahlreiche «mbsleufe aus Kongreßpolen herüber tarnen, fo= M sie auf oberschlesischem Boden selbst die groß- volnischc Agitation betreiben konnten.

i . Ein fast humorfftisches Agitotionsmittel ist i1* Veranstaltung kleiner politischer Stegreif- Modien im Eisenbahnwagen oder in Wirts- Xern. Scheinbar zufällig kommen ein Natio- Mole und ein anscheinend deutschgesinnter in eine politische Debatte über die Zweck- Migkeit des Anschlusses in Polen oder des Ver- Ewens ( im Verbände des Deutschen Reiches. Dieses Gespräch wird dann so gewendet, daß der «Mieter der polnischen Auffassung dem angeb- Freunde Deutschlands sich überlegen zeigt ihn nach und nach von einer Position in die drängt, bis er sich schließlich gefangen gibt W gesteht, jetzt sei er überzeugt, daß der An- an Polen das bessere Ding für den Ober- sicher sei. Natürlich war es nicht nötig, diesen der selbstverständlich von vrnherejn pol- M gesinnt ist, zu überzeugen, aber es haben sich dem Gespräch Zuhörer gefunden, auf Ivelch«, »Bekehrung" nicht ohne Wirkung bleibt.

Jön muß immer daran denken, daß der Durch- X-t der oberschlesischen Bevölkerung nicht ge- aus geschulten Politikern besteht und des- X leickit durch solche ziemlich plumpen Mittel beeinflussen ist.

v aus alledem geht hervor, daß auch die beuffebe Kation sehr ins einzelne wird gegen müssen, mt am Entscheidungstage der deutschen Sache

der Sieg bleibt. Gewiß weisen die elenden Zu­stände in Kongreßpolen und die gewaltige Ver­schlechterung der Lebensbedingungcn in den pol­nisch gewordenen Teilen Posens und Westpreu­ßens in den lehren anderthalb Jahren den Ober- schlesier deutlich genug darauf hin, wo er sein Heil zu suchen hat, aber die Einschüchterung durch die Polonisierung der Polizei, die Aus- nützung des religiösen Moments durch die pol­nische Geistlichkeit und die geschickte Taktik der zahllosen polnischen Kleinagitatoren sind Mo­mente, die den wirklichen Sachverhalt wohl zu verschleiern geeignet erscheinen.

Deshalb ist es unsere heiligste Ausgabe, unsere deutschen Brüder in Oberschlesien bei ihrer deut­schen Agitation zu unterstützen, damit der Sieg un­ser wird.. Wir müssen auch gegen die von England und Frankreich vorgeschlagene Teilabstimmung protestieren. Nach den Bestimmungen des Ver- sailler Vertrages müssen alle Stimmberechtigten in Oberschlesien an einem Tage gemeindcweife ab­stimmen. Sowohl wenn eine Teilabstimmung in Köln stattfinden würde, als auch wenn die Stimmberechtigten aus dem Reiche zu einem an­dern Zeitpunkt als die Stimmberechtigten aus Oberschlesien selbst abstimmen würden, würde eine Verletzung des Vertrages zu dokumentieren sein. Auf Ententeseite weiß man dies auch sehr wohl, und man verlangt nun von den interessierten Mächten, also von Deutschland und von Polen, die Zustimmung zu diesen Abänderungen. Wir sind nicht in der Lage, eine solche Zustimmung zu erteilen und zwar aus dem Grunde nicht, weil dadurch offensichtlich eine verschiedene Bewer­tung der Abstimmungsberechtigten eintreten würde. Anläßlich der Volksabstimmung in Allen- stein hat sich aber die Votschafterkonferenz selbst auf den Standpunkt gestellt, daß eine so verschie-

damals dem deutschen Einspruch'' müssen und hat angeordnet, daß alle Stimmberechtigten in Ostpreußen in den einzelnes! Gemeinden in einer Urne abstimmen müssen Die Rechtslage spricht also auch jetzt klar für uns, denn es geht nicht an, sich jetzt auf einen anderen Standpunkt zu stellen, als wie wir ihn und wie ihn die En­tente bei der Abstimmung in Ostpreußen einge­nommen haben. Die neuen Vorschläge sind des­halb unannehmbar.

Entschließungen des Deutschen Ostmarkenvereins

Der Gesamtausschuß des Deutschen Ostmarken- Vereins hat auf seiner diesjährigen Tagung nach eingehenden Berichten über die allgemeine Lage im abgetretenen Osten nachstehende Entschließung gefaßt:

Die polnische Regierung geht darauf aus, die deutsche Bevölkerung in den abgetrennten Ge­bieten aus ihrer Heimat zu vertreiben. Sie scheut dabei vor keinerlei Gewalttat und keinem Rechts- öruch zurück. Die Bestimmungen des Versailler Vertrages und des' Minderheitenabkommens zwi­schen Polen und der Entente vom 28. Juni 1919 werden rücksichtslos mit Füßen getreten. Ein großer Teil der Deutschen ist bereits aus dem Lande verdrängt worden, trotzdem sie sich von Anfang an auf den Boden der Tatsachen gestellt haben. Obwohl die Deutschen im Lande ihre Verpflichtungen gegen den polnischen Staat er­füllt haben, werden ihnen die durch die Verträge verbürgten Rechte der Optjon, der persönlichen Freiheit, der unbehinderten Religionsausübung, der Kirche, Schule und Sprache geraubt. Der Erwerb von Grund und Boden ist den Deutschen verwehrt, und den Ansiedlern wird sogar das Erbrecht am eigenen Grundstück widerrechtlich entzogen. Auf wirtschaftlichem Gebiete betreibt die polnische Regierung gegen das Deutschtum eine ausgesprochene Ausplünderungspolitik, der sie durch das Valutagesetz, die Bestimmungen der Devisenordnung und das Gesetz vom 27. Juli 1920 eine äußere Form gegeben hat. Ange­sichts dieser Tatsachen klagen wir den polnischen Staat vor aller Welt des Raubes am deutschen Eigentum, des Wort-, und Vertragsbruches, der Gewalttaten gegen Recht und Menschlichkeit an. Wir fordern den Schutz der deutschen Minder­heitsrechte, wie sie vertragsmäßig den Teutschen zugesichert sind, und dementsprechend die volle staatsbürgerliche Gleichberechtigung der deutschen mit der polnisch sprechenden Bevölkerung. Von der Reichsregierung erwarten wir, daß sie bei den jetzt mit den Polen schwebenden Verhand­lungen Zugeständnisse auf wirtschaftlichem Ge­biete nur dann macht, wenn die Achtung und der Schutz der Rechte, bieten Deutschen in den ab- getrennten Gebieten völkerrechtlich und vertrans- mäßig zustehen. voll gewährleistet sind. Wir vergessen unsere Brüder im Osten nicht!"

Zur Abstimmung in Oberschlesien wurde nachstehender Weckruf beschlossene

O b e r sch le s i e r! In wenigen Wochen werdet Ihr Zeugnis ablegen dürfen dgsür, ob Treue und Dankbarkeit zur deutschen Hei: tat und klare Vernunft oder großpolnische Verhetzung, polnische Versprechungen, die noch nie gehalten wurden, und Unvernunft obsiegen sollen. Ober- schlesier! Denkt an die Segnungen deutscher Kultur, die Ihr durch Jahrhunderte genossen, denkt daran, daß Euer Sein und Euer Glück in Deutschland wurzelt. Jetzt heißt es trotz aller Erschwernisse der Abstimmung, trotz aller Dro­hungen und Gewalttätigkeiten der Polen mit dem Stimmzettel den schweren Kampf zu führen gegen den Feind, der in frevelhafter Ländergier nach deutschem Besitz strebt, jetzt heißt es gegen­über dem polnischen Angriff fest zusammenzu- stehen, einmütig, unbeirrbar und treu, als Deutscher.

Aufruf der deutschen Parteien.

Kattowitz, 2 Dezbr. Die deutschen Parteien Overschlesiens veröffentlichen folgenden Aufruf:

An alle Oberschlesier! Landsleute! Durch Der- Übung von Gewalttaten und Verbrechen und die Verbreitung von Schreckensnachrichten versucht die polnische Propaganda die Landsleute aus dem Reiche an der Ausübung des Stimmt echtes zu hindern. Den Deutschen werden Greueltaten unterstellt, um die Empörung in der gesitteten Welt über die eigenen Schandtaten nicht auf­kommen zu lassen. Korsantv und sein allpolnischer Anhang versuchen aber auch, den Friedensvertrag zu durchbrechen und den außerhalb Oberschlesiens Wohnenden das Stimmrecht zu nehmen. In die­sem Bestreben wird er von der ftanzösischen Presse, die mit allen Mitteln auf die Schädigung des deutschen Volkes hin arbeitet, tatkräftig unterstützt.

A.wM unwrer Mn, sie von

Westen verursachen würd«)

Oberschienen fernzuhalten und will sie an einem anderen Orte abstimmen lassen. Es gibt auch in Polen viele gebotene Oberschiester. Will Kor- fanty auch ihre Einreise verhindern? Fürchtet er, daß sie, durch die Zustände in ihrer Heimat be­lehrt, Oberschlesien vor einem gleichen Scbicksal zu bewahren suchen werden? Die Ruhe Ober- schlesiens ist nur durch Korfanty und seine Agi­tatoren gefährdet. Die Ruhe und Ordnung sind in der Abstimmungszeit gesichert, wenn die Be- satzungsmächte ihre Pflicht erfüllen und scho­nungslos gegen alle Ruhestörer vorgehen. Um das Ergebnis der Abstimmung zu fälschen und günstig für Polen zu gestalten, arbeitet Korsanty seit Monaten darauf hin, die Entente zu bewegen, daß die Abstimmung nicht an einem Tag« in ganz Oberschlesien, sondern zonenweise stattfindet. Gegen diese Machenschaften, die auf eine Ver­letzung des Friedens vertrage? hinzielen, erheben wir feierlich Protest. Zu "einem Protest müssen sieb alle Oberschlesier, gleich wo sie wohnen, einig zusammenschließen. Wir protestieren gegen die zonenweise oder getrennte Abstimmung. Wir wollen nur die restlose Erfüllung des FriedenS- vertrages. Die Besatzungsmächte tragen die Ver­antwortung dafür, daß er erfüllt wird. Die deut­schen Parteien Oberschlesiens: Katholische Volks­partei, Sozialdemokratische Partei, Demokratische Partei, Deutschnationale Partei.

Dom VöLkeröund.

Der bisherige Verlauf der Kommissionsbe- ratungen läßt erwarten, daß der Bericht der ersten Kommission über die Beziehungen zwi­schen Rat und Versammlung bis zum nächsten Samstag bereit sein wird. Der Bericht der zweiten Kommission über die Schaffung einer sündigen Kommission für Verkebrsfragen wird mindestens Freitag fertig sein. Der Bericht der­selben Kommission über die Beziehungen der technischen Organisationen des Völ­kerbundes mit dem Rate und der Versammlung kann vielleicht im Laufe dieser Woche der Ver­sammlung unterbreitet werden. Die dritte Kom­mission wird nicht in der Laae sein, einen Bericht über den Gerichtshof vor Ende nächster Woche sertigzustcllen. Dagegen ist der Bericht der vierten Kommission über das Budget des Völkerbun­des ziemlich fertig. Ueber die Verteilung der Aufgaben unter die Mitglieder des Völkerbundes wird die Kommission voraussichtlich kaum vor Ende der Sesston Bericht erstatten können. Was die fünfte Kommission betrifft, so sind die beiden ersten Unterkommissionen zur Berichterllattung bereit und die dritte Unterkommission hofft, ohne Verzug einen Bericht vorlegen zu können. Der Bericht der Unterkommission für die A b - r ü st u n g wird Ende her Woche fertig sein. Da­gegen wird der Bericht über die Blockadefrage kaum diese Woche fertig werden Die Mandats­frage ist noch nicht geprüft worden.

Genf, 2. Dezbr Die fünfte Kommission (Auf­nahme neuer Staaten) prüfte gestern nachmittag die Aufnahmegesuche von Lichtenstein, Costerica, Asserbeidschan und der Ukraine. Auf den Vor­schlag des Berichterstatters Nansen beschloß die Kommission einstimmig das Gesuch Costericas der Völkerbundsversammlung zur Berücksichtigung zu empfehlen. Ebenso einstimmig wurde be­schlossen, der Versammlung zu empfehlen, die An­träge Asserbeidschans und der Ukraine und Lich- tensteins abzulehnen.

Eupen-Malmedy.

Genf, 1. Dezbr. Der Völkerbundsrat der« öffentlich! soeben den Brief an das deutsche Reichsministerium des Aeußeren, den er in Be­antwortung der letzten deutschen Note in seiner Sitzung vom 29. November festsetzte. Es heißt darin u. a.:

In Beantwortung Ihrer Note vom 14. No­vember ds. Js. über die Zuständigkeit des Völker- bundsrater hinsichtlich des Beschlusses von Eupen und Malmedh bin ich vom Rate beauftragt, Ihnen mit-nteilen, daß die Bemerkimgen in dieser Note nach seiner Ansicht keinen Anlaß bieten, die in seiner Mitteilung vom 22. Oktober ds. I?. a"s- gesprochene Auffassung abzuändern. Der Vöffer- bundsrat wünscht außerdem, daß ich Ihnen da­von Kenntnis gebe, daß alle Mitglieder des Völ­kerbundes in der Frage von Eupen und Malmedy auf dem Laufenden gehalten wurden und daß der Bericht an die Völkerbundsversammlung über die Tätigkeit des Rates ausdrücklich die besudle Note, in der gegen d'e Zuständigkeit des Rates protestiert wurde. erwähnte.

Genf, 1. Dezbr Die fünAe Kommission für die Zulassung neuer Staaten ist heute morgen zu einer Sitzung zukammengetreten. Nach E^tgegen- 41ühine des.Berichtes von, Lord Robert Cecil und der Motion Fifher-Engi-nd beschloß sie <i»kim- migs der Ve-Zrmmlunn ' Ausrahmegr'-'ch Oe st erreich? in den Völkerbimd zur An­nahme zu empfehlen.

PoMfche TafirsSerrchle.

Das Befinden der Kaiserin Nach einer Meldung desBerliner Taaeilatt»" au? bem Haag ist da? Befinden der früheren deutschen Kaiserin >'o schlecht, daß nur noch mit einer kurzen Lebensdauer zu rechnen ist. Sie ist feit Wochen bewußtlos mit immer kürzer werdenden lichten Augenblicken.

Die Schwar-e» kommen wieder! Wie demBerliner Tageblatt" aus Karlsruhe gemeldet ; wird, stellt der sich zur Zeit vollziehend: Abtransport der schwarzen Trnvvcn aus den besetzten Gebieten nur eine zeitweilige Rücknahme in die südfranzösischen Wint-rquartiere dar. Die Sch narren würden im Frühjahr wieder nach dem Rheinland- kommen.

Derkrhrslaae im Ruhrrevirr. Die stark , geminderte Aufnahmefähigkeit der Wasseruraßen be­einträchtigte weiterb n die Verkehrs- uiG Betriebslaze der Eisenbahn. Auch die Anordnung der völlmen Sperre für andere als Kohlen- und Lebens itteltrans- vorte hatte nur eine geringe Besserung -ur (folgt. Immerhin konnte in den letzten Tagen die Sverre et­was Remitiert worden. Eine wesentliche Besserung der Verhältnisse kann naturgemäß erst eintreten, wenn der Rheinwasserstand sich beträchtlich hebt. Unter den geschilderten Umständen erfuhr leider auch die ssörde- rung eine, wenn auch nur geringe Einbuße. Die Öaldenbestände nahmen von 33 > 639 auf 415 429 Tonnen am 27. November zu. Die Wagengestellung betrug arbeitstäglich 20417 (20152) Wagen, die Febl- ziffern 0468 (1922). Die Unüchlagsleistung in den Duisburz-Rubrortcr Häfen überstieg mit 18 005 Ton­nen die vo wöchentliche Leistung arbeitstäglich um 700 Tonnen. Der Brennstoffumschlas in den Kanalzechen- Häfen erreichte im Durchschnitt 18 923 (14 733) Tonnen.

Eine Streik atistik. Wie der ^Lokalan« Seiger meldet, gingen nach einer Streikstätistck im Iabre 1917 in Deutschland rund 900 000 Arbeitstage durch Streik verloren. Im Jahre 1918 waren es be­reits 4,9 Millionen Tage und im Jadre 1919 ergab sich die ungeheure Zahl von 4:46 Ä i l! i o - neu ArbeitSta geu, die d. u r ch S t r e i k ver­loren gingen.

Japan rüstet. DerTelegraaf" meldet,daß Japan 4 neue Linienschiffe und 4 neue Schlachtkreuzer baut, die gegen 1926 fertiggestellt werden sollen. Fer­ner baut Japan 12 Kreuzer und 60 Torpedoboote.

Jrla»H Aus London wird amtlich gemeldet: Die Leichen der 17 in Kilmichoel getöteten Hilfspoli­zisten waren furchtbar verstümmelt, anscheinend durch Beilhiebe. Die außerordentliche Polizei in London hat Befehl erhalten, sich bereit zu halten für den Fall, daß die Siniifeinerverbrecheu werter Umsichgreifen. Das 'Postamt in Livervool wurde vorsichtshalber geschloffen. Andere midjtige Gebäude, wie die Banken, Docks, die Elektrizitätszentrale usw., wurden bewachr. Die Polizei verhaftete eine Anzahl von Personen. Die Behörden befürchten in den nächsten Tagen Gewalttaten der Sinnfeiner in London, da dort vor kurzem Sinnfeiner» artillenfteu in eigenen kleinen Booten augelommen teilt rollen. DieWenmmster Gazetta" meloet aus Dublin, daß dort seit dem 21. Iiovcmber, dem Tage der Ermordung der englischen Offiziere, 1200 bis 1400 Personen verhaftet wurden.

(Weitere politische Nachrichten Seite 6.)