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Nr. 281

Dienstag hen M. Novemsier

reffe 1

Sissenschaften im Geistesleben der Menschheit" unb behandelte hauptsächlich das Eindringen des menschlichen Geistes in die Materie. Das

77m. herabdividieren u::b erforderlichenfalls th'mH einem Barzuschuß entspringen. Jeden- würde die verbleibende Schuld so gering daß der Siedler sie tragen könnte. Der ton« teilte weiter mit, daß der Kreisbauern- o-rein sich bereit erklärt habe, den Siedlungs- -edanken durch Bereitstellung der Fuhrwerke siir Heranführung der Baumaterialien zu unter* Len. Nachdem noch mehrere Redner ihren Meinungen über die Durchführung des Sied- ^gsgedaukens in teils längeren Ausführungen Ausdruck gegeben, schloß Herr Landrat Dr. Voigt die äußerst anregend verlaufene Versammlung mit dem Wunsche, daß die in derselben gege- denen Anregungen auf fruchtbaren Boden fallen föchten.

Durchsuchung nach verbotenen Waffen. Auch einer amtlichen Bekanntgabe des Landrats

und Polizeidirektors findet in der nächsten Zeit eine Durchsuchung des ganzen Stadt- und Land- belfel Hanau und der angrenzenden auch Mtpreußischen Bezirke nach verbotenen Massen statt. Vor Beginn der Durchsuchung ist jchtmalig eine Frist zur Waffenablieferung gesetzt. Mer bis Mittwoch den 1. Dezember ds. JS. 9 Uhr tsmittags, Waffen auf der Polizeidirektion oder auf der Bürgermeisterei abliefert, bleibt von jeder Strafe und von jeder Nachforschung nach der Herkunft der Waffen frei. Nach Ablauf der Frist werden die gesetzlichen Strafen gegen jeden ver­hängt, ber, noch ablieferungspflichttge Militär­waffen in seinem Besitz oder Gewahrsam hat. Auch hat der Reichskommissar demjenigen, der nach Ablauf der Frist Waffenlager anzeigt, eine angemessene Belohnung in Aussicht gestellt. Die Durchsuchung der Häuser und Wohnungen wird von den Beamten der Schutzpolizei burchgeführt.

* Wetteranische Gesellschaft. Vor einer zahlreichen Versammlung sprach gestern abend Herr Dr. E e i s o w überDie Epoche der Natur-

Altertum kannte eine Fragestellung, wie sie die heutige Wissenschaft erfordert, nicht. Der ewig heitere Himmel, der verhältnismäßig kleine Teil der Erde der damals bekannt war, ließ ein engbegrenztes Weltbild entstehen, das zu keinem weiteren Zerlegen der Natur in ihre Einzelheiten Gelegenheit bot. Eine gewisse Echeu, die in der Vorstellung begründet war, daß jedes Stück Natur belebt fei, hielt die Forscher des Altertums von einem weiteren Nachspüren nach den Bausteinen der Natur ab. Erst dem Forscher des trüben nördlichen Europas, wo das Äuge oft vom Nebel verschleiert ist, blieb es vorbehalten, in immer weitere Fernen des Weltalls und immer tiefer in den Bau der f M^r vörzudringen. Er schuf sich die Jnstru- WWWZMe.unvoll-

b:e Naturwissenschaften wohl ein Werkzeug sind nie aber ein Kunstwerk, sie sind nur das I»' rtrument in der Hand des Suchenden, nie können sie uns auf das große Wozu und Warum Ant­wort geben. Reicher Beifall dankte dem Red­ner für seine tiefgründigen und geistvollen Aus­führungen.

* Preußische Klassenlotterie. Am 16. Zie- hungstag 5. Klasse wurden u. a. folgende Nummern gezogen ohne Gewähr: mit Mk. 1000 Nr. 63556 164543; mit Mk. 500 Nr. 80369 mit Mk. 344 Nr. 38367 38387 74856 79610 79 650 79 662 79 675 79706 80140 80158 80196 80343 80379 80442 8044897758105815 105836 105 879 110 878 122 057 123 911 124 339 124 368 140495 162954 204962.

* Belieferung der grauen Kohlenkarten. Wir verweisen auf die Bekanntmachung der Kohlenverteilungsstelle über Belieferung der grauen Kohlenkarten. ,

* Winterfest. Der Weins'sche Gesangverein hält am Samstag den 4. Dezember ds. Js., abends 6 Uhr, in den Sälen derCentralhalle" fein diesjähriges Winterfest (Ball mit Unter­haltung) ab. Der Vergnügungsausschuß hat weder Kosten noch Mühe gescheut, um auch diese Veranstaltung würdig an die Seite der früheren treten zu lassen. 'Neben einigen sttm- mungsvollen Ehören gelangen instrumentale und gesangliche Darbietungen erster hiesiger Künstlerinnen und Künstler zum Vortrag. Zur besonderen Freude hat ein feinsinniger Humorist, ein auswärttger Sangesbruder und ehemaliges Mitglied, seine Mitwirkung zugesagt. So ist in Lied, Ton und Wort das Programm ab­wechslungsreich gestaltet und nicht zuletzt auch der Jugend in Form eines Tänzchens hinreichend Rechnung getragen. Die Liste ist im Umlauf, Kattenbestellungen nimmt auch das Mitglied Herr Carl Wiltheiß, Marktplatz 4, entgegen.

* Der Preis für Haferslocken beträgt nach einer uns gewordenen Mitteilung des Lebens­mittelamtes nicht 1.30 Mk., sondern 2.20 Mk. (für Jugendliche) per Pfund.

* Das Metallgeld von heute. Die sechs deut­schen Münzstätten sind angestrengt mit Neuprä­gungen von Reichsmünzen beschäftigt, sie sind an bie Grenze ihr«r Leistungsfähigkeit gelangt. Neben Fünf- und Zehnpfennigstücken, die auch vom Verkehr stark gefordert werden, prägen die Münzstätten ausschließlich Fünfzigpfennizstucke aus Aluminium. Sie haben das monatliche Prägeergebnis in Fünfzigpfemrigstücken bis auf beinahe 13 Millionen Mark gesteigert. Wenn ttotz der hohen Ausmünzungen n»ch immer Mangel an Fünftigpfennsgflücken im Geldverkehr herrscht, so beruht dies darauf, daß das Publikum die Münze zurückhält. Eine Umgestaltung der Fünf- zigpsennigstücke wird nicht beabstchttgt und ist in absehbarer Zeit nicht zu erwarten. Ueber die

* Unterkunft der Abwirkelungsämter. Das fteere^abwickelungs-Hauptamt gibt einen Erlaß wkannt, wonach vom 1. November 1920 ab sich ias Abwickelungsamt des 14. Armeekorps in Heilbronn und das des 18. Armeekorps in Neuburg an der Donau befindet.

AArs nicht im städtischen Schlachthof ans. geschlachtete frische Fleisch, auch Eingeweide geschlachteter Tiere, darf im Stadtbezirk nicht eher feilgeboten werden, bis es einer Unter­suchung durch den beim Schlachthof angestellten Tierarzt unterzogen ist. Näheres ist aus einer Bekanntgabe des Magistrats im amtlichen Teil der vorliegenden Nummer enthalten.

* Die Meihnacktsferien an allen höheren, mittleren und Volksschulen der Regierungsbezirks Cassel sind wie folgt festgesetzt worden: Schluß s<*5 Schulunterrichts Mittwoch den 22. Dezember, Wiederbsainn des Schulunterrichts Dienstag den 4. Januar 1921. Die Winterferien an allen israelitischen Volksschulen beginnen Don­nerstag den 23. Dezember und endigen Sonn­tag den 2. Januar 1921.

* Modernes Theater. Der Direktion ist es, wie bereits berichtet, gelungen, die neueste Operetten- NovitätDas Kußverbot" für hier zu gewinnen. Die Wandlung ist von feinen Junior durchzogen. Die Hanpi- rollm werden von nutetfm ten Operetten frästen bestatten. Julius Reitho-er, Lotte Werkmeister, Ada Soldin stehen im Mittelpunkte der Aufführungen. Die Musik ist ZrazmS und gefällig und reich an Schlagern. Dazu bieten die Sängerinnen und Sänger sehr gutes, isdaß auch in bitter Beziehung die höchsten Ansprüche er* Fäßt werden. Das ganz« ist Filmkunst im besten Sinne. Vor dieser Operette wird das Franz Hoferschc SchauspielEin Walzer von ©trau 6" in 4 Akten »»rgefnbtt.

* Central-Theater. Mit derJagd nach dem Tode" beginnt ab heute die Vorführung eines Aben- teurcr-ZynuS der Dell« der sicher eine Sondern^' unter dem schnell zur Mode gewordenen Genre eraf= zuweilen hat. Er ist mit einem ungeheuren Ankwond an äuberen Mitteln herzestellt. Die bunte Welt In­diens und Tibets mit einer ebenso bunt-romantischen und aull-rordentlich spannenden Handlung liegen diesem Wrrk zu Grunde. Hinzu kommt die entsprechend prunkvolle Aufmachung. Den regietechuiscken Höhe­punkt bildet ein losbreckender Sturmwind. Das Beste aber ist die Darstellung. RikS Chrisander und Lil Darovrr spielen die Hauptrollen ferner sind noch be­schäftigt Bernhard Götzke in der Rolle eine? Tibetaners und Kurt Brenkcndorf. Durch ein gutgewähltes Beiprogramm wird der Spielplan vervollständigt, so* daß den Besuchern einige recht genußreiche Stunden in Aussicht stehen.

* Theater am Markt. Der schon zweimal an­gesagte große MonumentalsilmEntblätterte Blüten" gelangt ab heute zur Vorführung. Dieses erstklassige Filmwerk ist derartig begehrt, daß eS uns große Mühe und Kosten verursachte, dasselbe schon für heute und folgende Tage zu gewinnen. Bei vollständig auSver- fausten Häusern erzielte dieses 6ästige Gesellschafts­drama in allen Hauptstädten durchschlagenden Erfolg Mia Pankau (aus Still und Ltllis Ehe) Louis Ralph

mt) sich dadurch b e Berechtigung «ur endgültigen An« 'tellung erworden. Dse Prüsimg-kommission setzte sich zusammen au? den Herren Regierung?- und Schulrat siellner-Casies, Kreisschulrat Junker-Hanau und Lehr« Berg-Langenielbold.

tb. Kangenselbol-, 80. Novbr. (Geflügel« a n 8 ft e I lu n a). Am Samstag den 1t. und Sonn­tag den 12. Dezember hält der Geflügelzuchtverei» Germania" seine diessährige Lokal-Bcflstgelschau ba« hier ab Znr Ausstellung gegangen ca. 200 Nummern erstklassige? Mattrial. mofür die zahlreichen wertvoll« Preise, die den Vereinsmitgliedern auf der bie?iLhngen Verband?-Geflügelschau zufielen, ein beredte? Zeugnis oblegen. D e Prämiierung erfolgt am Samstag den 11. Dezember vormittag« durch die in Zückterkreisen besten* bekannte« P'-cisrichter Hildebrand Schlüchrern und Andrea? - Frankfutt a. M. Eröffnung der Aut- sielluna am SaniSta, nachmittag. Nichtmitgliedern ist ebrnsall? Gelegenheit geboten, ihre Stete werten zu lassen. Die Anmeldung ist bei den Mitgliedern C. 8-bweinSberger und Hch. Kau? zu brwerkstelligen. Meldeschluß am Sonntag den 5. Dezember abends. Ein Besuch der Ausstellung ist sehr lohnend und soll derhalb schon heute,auf dieselbe empfehlend hürgewics» werden.

Die WüschediebMhle im Sanauer Zeughaus.

,^ ,,_, ______ Duldung und über die Gestaltung von Notgeld,

ommenen Sinne dazu befähigte, er trug so den w

In der gestern vor der Strafkammer fortge» führten Verhandlung gegen Reinhardt und Gen. wegen der Bettuchdiebstähle im Zeughaus ging aus der Vernehmung der verschiedenen damali­gen Kaserneninspektorew Kasernenwärter und 5Sammerarbeiter hervor, daß Schlüssel zu dem Zeughaustor bei drei verschiedenen Stellen waren, nämlich beim Bezirkskommando, Garni­sonverwaltung und Regiment 88. Aus diesem Grund« fiel auch nicht auf, wenn irgendein Wa­gen in oder vor dem Zeughaus stand, da man ja nie wußte, welche Stelle geschäftliche Verbin­dungen hatte. So wurde auch an dem Tage, als der Wäschediebstahl entdeckt wurde, der Wagen im Zeughaus bemerkt, es fand dabei aber nie* rnand etwas und so konnte dieser am andern Morgen ungehindert verschwinden, Eine Nacht­wache stand zu der fraglichen Zeit vor dem Zeug­haus nicht. Weiter wurde festgestellt, daß um jene Zeit unten im Zeughaus Versteigerungen aller Art stattfanden. Der damalige Kaser- neninspektor gab an, mit der Sache nichts zu tun zu haben; die 100 Bettücher, die seine Frau seinerzeit verkauft habe, stammten von Gießen. Dieser Zeuge sowie ein damaliger Kasernenwär­ter wurden wegen Verdacht der Teilnahme un= vereidigt gelassen. Eine Reihe weiterer Zeugen bekundet«, daß tatsächlich in dem Lokal, in dem ReinhardtOber* war, ein Wäschefabrikant von Friedberg Bettücher in großen Mengen ange­boten hat. Ein Zeug« gibt sogar den Namen Kranzinger" an, während ein anderer von die­sem eine Beschreibung gibt, die ziemlich genau mit der übereinstimmt, die Reinhardt gegeben hat. Auch die Muster der Bettücher wurden in dem

" t ^""'^ ^^^ ^t^*HS^> vt uuy UCK

Begriff der Unendlichkeit in die Natur. Die Zerlegung der leblosen Welt führte schließlich zur Entdeckung der Elemente, die der Forschung einen Augenblick Halt geboten. Aber bald er­kannte man, daß auch diese noch eine gemein­same Wurzel haben müßten, zu der die Entdeckung des Radiums den Weg zeigte. Die Physik suchte mrt Berechnung die Grenzen des Weltalls zu erreichen und in jüngster Zeit hat Einstein dar­gelegt, daß unser Raum wohl unbegrenzt, aber endlich ist. Diese glänzende Entwickelung ver­leitete uns aber, von den Naturwissenschaften Antwort auf Fragen zu verlangen, die sie nicht geben konnten, man wollte mit dem Denken das Denken selbst erklären. Schon zeigt sich, daß man sich in der breiten Masse von den Natur- w'.sienschaften abwendet und die Bildungshung- r^en wenden sich der Philosophie und dem ^lystischen zu. Wir dürfen nie vergessen, daß

Künft!er-Ziben-.

J»ha Gläser Spannuth-Bodeustedt.

Nach Frau Elfe Gentner-Fischer und den Herren Robert vom Scheidt und Karl Kremer aus IMnrfurt fuhr am heutigen Abend ein weiterer gewichtiger Akzent als Solistenabend in unser ^tMleben, wenngleich auch der Abend keinen ^ln musikalischen und konzertierenden Charakter Mg sondern in proportionaler Teilung mit der «unft in Tönen, der Musik, die Kunst des ge* mroehenen Wortes, der Rezitatton und Dekla- , Etion eircherging. Der erste Tenorist der Frank- wrter Oper John Gläser in Begleitung ^mes Jnstitutskoliegen Karl Kremer am Flügel, und der hiesige tetztjährig« Theaterdirektor ; Spannuth-Bodenstedt teilten sich in ; ° gleichen Teilen in quantitativ umfang» 7enb qualitativ hochwertigst« Kunstleistungen «o lösten damit beide die gleiche Potenz jee« ipet Ergriffenheit und freudigster Zustimmung M-^"^ Sah^elch erschienenen Publikum. John . .^. imgt mit brillantem Tenor, der frei und Iqeinenb mühelos zu den Spitzen einer weit- ^^^Knben Melodie kraftvoll hinauf reicht, ^sn ^on ist außerordentlich locker, metallisch. Vortrag ziert höchste Eleganz in Wort ^?n Sein letztverklingendes, singender pp bJ ^unbenb und verblüffend. Er ist einer un* iDIiJ ^°^f^firgften Gesangssolisten, er kann singen.

t ihm sendet Deutschland einen imponierenden L0?1^ deutscher Kunst und Kultur in das Aus- wird man aufhorchen und staunen:

->)«, daZ sind die Barbaren?"Ja, so singen diese »" " Deutsches Volk, ehr« dein« Meister!

^ u ^ttevatur brächte der Künstler zunächst nich! VL gehörte SchubertgesängeNebensonnen", » lePost",Der Musensohn" undUngeduld" bari« « i[?m natürlich wie auch VerdisMasken- -"«Zitativ- und -Arie Vorttefflich gelangen.

>Fnk<rz interessierten bie 4 Capriccen in Sieb* ^ don Bernhard Sekles, hie allerdings keinen I

störenden Mangel von Reichsmünzen auSgeben, entf-T-iben die zuständigen Landesregierungen. Der Reichsminister der Finanzen hofft, daß dies unerwünschte Notgeld in naher Zeit aus dem Verkehr verschwinden wird, sobald hinreichend Reichsmünzen vorhanden sein werden.

* Die Veamtenvereinigung in Hans« hat den ersten Tenor der Franksurter Oper, John Gläser, der gestern abend stürmisch gefeiert wurde, für den heutigen Abend ebenfalls für ein Gastspiel gewonnen. Auch Herr Spannuth- Bodenstedt, der sich wieder als ein hervor­ragender Vortragsttinstler bewährte, wirkt mit. Die Veranstaltung beginnt heute Dienstag abend pünktlich 7'/, Uhr in derCentralHalle". Da noch wenige Karten verfügbar sind, werden Interessenten aus dem Ortskartelle genannter Bereinigung darauf aufmerksam gemacht.

leiten Kontrapunkt mitbringen, sondern warm­herzig«, Heine, feingeiönte, allerliebste. lm r Gebilde nach Art der Lieder des Peter Cornelius sind, nur fehlt ihnen zu ihrem Vorteil die Sprö- digkeit jener. Zum Schluß erklangen die Rarren- Heber von Engelbert Humperdinck. Am Flügel saß Karl Kleiner. Mit seiner beneidenswerten körperlichen Rundung gibt er eine Brahmssche Silhouette am Flügel ab. Er spielt mit dem gan­zen Charme, dem blühenden Reiz, der lieblichen Anmut, welche ihm durch eine grisichere Hand, geölte Finger, absolutes Zuhausese-in und ge­schmackvolles Ausbeuten des Klavierpartes er­möglicht werden. So war der Wiener Patrizier- liebling Schubert bei Gläser und Kremer ebenso gut auftzehoben, wie Verdi, Setter und Humper­dinck. Spannuth-Bsdensiedt, dessen Schauspiel­kunst uns schon so oft mitriß, entbehrte am heu­tigen Abend eines wichtigen Darstellungsmittels seiner Kunst, der ungehemmten Körperbewegung, welche ihm die Vühn« gibt, dar Podium aber mehr oder ganz nimmt. Aber der Künstler wußte das Fehlende durch eine weise Oefonomie der Miene, des Blickes, ber Geste, der scharf model­lierten Wortes, des geistreichen und ästhetisch ge­läuterten Vortrazes unbefdiabet zu ersetzen. Er bereis der vorgetragenen Literatur zu lebendiger Erfassung und seelis^er Wirkung, wozu ihm geistige und physische Mittel reiebn^st $ur Ver­fügung stehen. Die Brust ist ressnan^ähiq, das Organ volltönend, leicht ansprechend, Zunge und Lippe sind wohl diszipliniert. So konnte er gleich seinem Kollegen von der an beren Fakultät alle Klang- und Farbenregister willfährig nach beiden Polen hin spielen lassen und' seine Kunst Herz- toarm machen. Besonders interessierten Goethe, Leimu, Heine, Uhland. Vor allem aber die eigne Lyrik, di« eine nicht alltägliche Tochtersprache und formvollendete, gut klingende Ausdr-ucksschön- Heit zu konstatieren verpflichtet. Es waren:Grüß mir den Weserstrand",Arme Frühlingsboten" u. Erinnerung". Mit derFiliale der ewigen Selig-

(der geniale landaus, landein bekannte Lepai») Huzo )____, ________

Flink (einer unserer besten Schausvieler) garantieren 2olal von diesem Wäschesabrikanten gezeigt. Der lattiae? Solei Bcrvslluäntnat wird bah als 'Renne vernommene Beüder de? fraglichen

....--------,Wallys Ziegen-

bock" mit Wally Koch in der Hauptrolle. Die enormen Anschaffungs'osten zwingen uns zu höheren Preisen, trotzdem das billigste Lichtspielhaus am Platze. Es wird gebeten die Rachmittags-Borstellungeu zu berück­sichtigen, damit in der Abend-Borstellung allen Säften ein Platz gesichert ist. Keiner versäume dieses vor­nehme, erstklassig« Progranrm. Letzte Vorstellung ?'/t Uhr.

* Cafe Corsa. Heute unter Mitwirkung der beliebten Koloratursängerin Ruth Alving Ope- rettenabend mit auserwähltem Programm. In der Diele täglich Kabarettvorstellung, ab Mittwoch vollständig neuer Programm.

Lanökreis Sanau.

u. Laugenselbold, 30. November. (Z weite Lehrerprüfung). Herr Lehrer Adam taxier tat dieser ^age das zweite Examen mitgut" bestanden

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feit" betrat Spannuth-Bodenstedt das humoristisch« Gebiet. Es sei unbeschadet gesagt, daß damit an Stelle der Weihe, die seine Kunstgemeinde bis eben im Banne hielt, nunmehr der Humor trat, der, obwohl fein pointiert, doch ernüchtert« Weihe und Humor sind zweierlei. Nun bin ich wirklich kein Asket, fein Freund der Kloster­mauern, aber vielleicht wäre es doch klug, beide Weih« und Humor an getrennten Abenden wirken zu lassen. Man bemühe sich doch, und das gelte für alle Kunsiab«nd«, die VortragSfolgs, das Programm möglichst frühe, schon Tag« vorher auSzugeben, beileibe aber nicht erst an ber Abend­kasse. Präparation und allgemeines Interesse er­heischen es- Auch die Pausen mit der Kürze Wür­zen! T«r Abend war sonst mild und schön, nur in der Ecke hörte man Getön! Ei, ei!

Jakob R össer.

Vvm Wöchertisch.

Pflanzliche Kühlmaschinen. Die indische Ur= nenpjian;e Dischibia Rasslesiana ist als Baum- fleilerer oft ber Dürre ausgejetzt. Sie bringt demgemäß ztveierlei Blätter hewor; neben ihren gewöhnlichen auch eigeuiümlich krugartig ge- schlosse!:«, die an ihrer oberen Oeffnung stark ver­engt sind. Durch eine ganz schmale Oeffnung wächst an dieser Stelle in das Blatt eine viel- oerttveigte Luftwurzel, die mit dM allgemeinen iwifferfaugenben System ber Pftanze in Verbin­dung steht. Das Inner« der nahezu geschlossenen Urne ist mit einer braunen, wachLüücrzoaenen Haut ausgekleidet, die durch außerordentlich zahlreiche Spaltöffnungen durchbrochen ist. Ueber die Funktion der ganzen Einrichtung schreibt nun der bekannt« Naturforscher R. H. Francs in sei­nem bei der Franckh'schen Verlagshandlung er­schienenen BüchleinDie Pftan-e als Erfinder" (Preis geh. 5.20 Mk-, gebb. 7-80 Mk.): Die Spaltöffnungen hauchen reichlich Wasserdampf uno Kohlensäure aus. Beides ist das gemein­same Produkt der Transpiration und der M-*

Kranzinger nicht entsinnen. Reinhardt habe wie die meisten Kellner Nebengeschäfte gemacht, der eine machte Geschäfte in Zucker, der andere in biefem oder jenem, sodaß derartige Geschäfte mit­unter vergingen und die Gäste vernachlässigt wur­den. Dem Reinhardt selbst stellt der Zeuge das Zeugnis eines anständigen Menschen aus, der sich tadellos geführt hat. Krim.-Komm. Lüdtke be­kundete über bie Vernehmungen des Singest Kon- rab. Dieser habe damals zunächst nur den Ver­kauf von 5080 Bettüchern zugegeben, später aber die volle Anzahl der umgeictzten Laken. Da­zu erklärte Konrad, das getan zu haben, weil er keine Erlaubnis zum Handel hatte, als er nach­dem aber des Diebstahls bezichtigt wurde, habe er sofort die volle Wahrheit gesagt. Einer Zeugin, bie früher^mit Reinhardt und Konrad befreundet war, wurde vom Vorsitzenden vorge-

! mung. Mit Kohlensäure gesättigter Masse: de.mps i ist aber im Sinne der Kälteindustrie eineKältca ; Mischung". Durch sie wird in dem geschlossenen , (mit einem Isolator: Wachs, belegten) Urnen- , gesäß die Temperatur herabgesetzt, so daß es zu einer erheblichen Kondensation kommt. Die Kon, denströvschen rollen an der glatten Wachsschicht ab, es bildet sich am Grunde des Gesäßes eine kleine Wasseransammlung. In diese tauchen die Saugwurzeln und holen so für di« Gesamtzwecke der Pflanze reichlich Wasser aus den eigenen Blättern. Dieses Gewächs begießt sich also selbst. Es verschafft sich so reichlich Wasser, daß es auch überreich Wasserdampf transpiriert; da­durch erhält sich auf die artigste Weise ein Kreis­lauf. Die gesamte Einrichtung wäre ein ziemlich vollkommener Kondensator gemeinbetannter Art in der Industrie, wenn dieKältemischung" nicht wäre; durch sie aber sind die Urnen von Discbidia, was bislang unbekannt war, bas biotechnische Vorbild der Linde'schen Eismaschine.

Handbuch des guten Tones und der feinen Sitte von Konstanz« von Franken. 39. verbesserte Auflage (bisherige Auflage 200 000), 304 Sei­ten. Preis vornehm gebunden 8.80 Mark (einschl. aller Zuschläge). Max Hessez Verlag, Berlin W. 15. Guter Ton und einmanbfreies Be­nehmen sind gerade in unserer Zeit erstrebend werter denn je. Von all den zahlreichen Büchern der gleichen Art ist uns keines bekannt, das so viele Vorzüge in sich vereinigt wie gerade dieses. Es ist geschmackvoll und vornehm ausgestaftet, behandelt seinen Stoff mustergültig und er- chöpsend und ist äußerst billig. Nichts von blüh» eeren, steifen Förmlichkeiten, überall geht Ver- einerung der äußeren Formen mit innerer Ver­edlung, stets Höflichkeit mit Herzlichkeit Hand in Hand Selbst der Erwachsene, der gesellschaftlich Feingebildete wird vieles aus dem Buche lernen. Kein Alter, Sein Stand, keine Lebenslage ist un­berücksichtigt gelassen. Jedenfalls möchten wir das Buch als besseres Weihnachtsgeschenk wärrnstenL empfehle a,