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Einrückunaoaebvdr: Die8gesv.Kolonel,eileod. beren Raum 1. Alfa die sriesv. Zeile i. Neklame- tetl 3.Mf.. rb^oTeuerunoszuIchl. Offertgebühr 80 Psg. Bedugsprei5:Vierteljährlich 12.90 Mk- inonatl. 4.30 Mk.. für Postbezug vierteljährl. 12.9l> Mark, monatl. 4.80 Mk. Sie Nummer 20 Pfg.

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8k. 281

Das Neueste.

ReiLSwirtscbaftSminister Schclz hielt'gestern im kkichstag seine Etatrede.

Der politische Leiter be» PariserTemps" I tußert sich in derHaagschen Post" über die lieber« I zMachungpfrage.

Die tschccho-slowakische Sozialdemokratie beschloß tln Anschluß an die zweite Internationale.

In London werden Sinnfeiner« Attentate er- gartet, Vorsichtsmaßregeln sind getroffen worden.

Der französisch« Ministerpräsident Leygue» ist

1 web Pari« zurückgelehrt.

I Die -eutschen Milchkühe der Entente.

Stimme« internationaler Fraue«.

Die Jugend ist ihrfer wertvollstes Besitztum. Don der Ernpfängnis an gilt es, sie zu stützen. | Doch was nutzt uns der gute Wille, wenn es uns rmmöglich wird, diesen in die Tat umzusetzen? Millionen deutscher Kinder sind durch die Folgen der Hungerblockade der Entente unterernährt, hon der Tuberkulose befallen und bedroht, j 800 000 Menschen haben wir in Deutschland : durch die Hungerblockade verloren, dazu kommt ; ein Geburtenverlust von 4 Millionen. Seit Kriegsende hat sich der allgemeine Ernährungs­zustand wicht gebessert. Das Gegenteil ist der Fall. Die herannrachsende Generation, der jahre- fcng Milch gefehlt hat, zeigt allenthalben die Fol­gen davon. Anämie, b. H. Blutarmut, Skrofu­löse, Tuberkulose, Rhachitis im Volksmund

englische Krankheit genannt treten in er­schreckendem Maße auf. Die Zahl der Schwind­süchtigen hat sich von 1915 bis 1919 verdoppelt; ZU-Un^rernührung, die Hungerblockade ist daran

General-Anzeiger

VeÄagoleitung: Ad. Indermühlo.

Berantworuich^ für politifmen und allgemeiuen

a.eilRtch,vultick, für lokalen und orovinziellen

r - , « - ..» _ Teil sowie Svort W. Moritz: für Änreigea und

AmMches Organ für Sladl- und LaMkreis Lamm

Fernsorechanschlüsie Rr. 1237 und 1238

Erschein! täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage

Dienstag den 39. November

Kosten des ihm in die Hände gegebenen früheren Gegners tun kann. Das ist eben die Politik, wie sie die Staaten verstehen, die alles menschliche Gefühl als Sentimentalität betrachtet und aus- schließt. Würde man den Müttern Frank­reichs zurufen:Hört, eure Regierung will die Kinderjenseits der Grenze alle töten,in dem sie die letzten Kühe aus dem Lande schafft", so könnte dieses Verbrechen angesichts ihrer gerechten Empörung nicht ge­schehen. Doch was wissen die Mütter, was weiß überhaupt das Volk vom Treiben seiner Führer? So wenig, daß es ihnen weiter zutraut, sein Ge­schick zu leiten, anstatt dem elenden Spiel der Politiker auf immer ein Ende zu machen. Doch daß die Entente die Schuld, die sie burch die Blockade auf sich geladen hat, noch größer macht, indem sie nach Beendigung der Feindseligkeiten hie Kinder Deutschlands zum Tode verurteilt, kann nimmermehr zugelassen werden. Es muß ein großer Schrei der Entrüstung dagegen auf- steigen, es muß mit allen Mitteln dagegen ge« räumst werden, daß weiter an der zukünftigen Rasse gefrevelt wird. Denn schließlich leiden alle daran, und die schlimmen Folgen einer ruchlosen Tat fallen heutzutage, da die Interessen aller Länder so ineinander verwickelt sind, nicht nur auf die ^revler, sondern auf alle zirrück. Oder soll der Selbstmord der weißen Rasse vollbracht luerden?"

Die berühmte dänische Schriftstellerin Frau Karin Michvelis schreibt folgendes:Daß die Entente 800 000 Milrbkühe verfangt, mähre - gleichzeitig über 100 000 deutsche tuber­kulöse Kinder wegen Unterernäh­rung in den Krankenhäusern lie­

gen, erscheint mir fürchterlicher als irgendein Massenmord. Ich habe während des Krieges

, D«H »«, MW» ^ M« MM ^^°- _ L^ .«« seligen Blockade sind an dieser SEe schon M^ ^K^MM

unglückseligen

genügend aufgezählt worden und wer noch mehr

Beispiele haben will, der lese schaudernd in der Denkschrift, die der preußische Wohlsahrtsmini- ster Stezerwald dieser Tage der Oeffentlichkeit übergeben hat und die durch eine erschreckende Fülle grausigen Materials den Tiefstand der Gesundheitsverhältnisse der deutschen Kinder dar- legt, denen ein Feind, grausamer als der beth- lehemitische Kindermörder, durch die Wegnahme der 800 000 Milchkühe auch das letzte, unentbehr­lichste Nahrungsmittel rauben will. Die letztere Maßnahme bedeutet eine Ungeheuerlichkeit, gegen die sich das Gewissen der Welt' entrüstet aufleh- nen muß Der Anfang ist gemacht. DerBerl. Lokabanz." hat zu dem Verlangen der Entente auf Lieferung von 800 000 Milchkühen eine An­frage gn Frauen der verschiedensten Nationen ge­richtet und um Aeußerungen ersucht- Drei der­artige Aeußerungen liegen jetzt vor; hoffentlich folgen noch weitere nach. Die linksstehende Eng­länderin M r s. E t h e l S n o w d e n, die Gat- ün des bekannten Arbeiterführers Philip Snow- «n, der während des Krieges als Unterhaus­mitglied seine berühmte Siebe gegen dieZer­schmetterung Deutschlands" zu halten den Mut wie, schreibt aus London:Unsere radikalen Zeitungen haben einen Bericht und einen Appell

Sachen der Milchkühe veröffentlicht, die von der WiedcrherftcLungskommisfion von Deutsch- mnd verlangt werden. Sie können sich auf die Frauen, die ich in unserem Lande vertrete, ver- N<n; sie werden alles, tvaS in ihrer Macht steht, tun, um eine Aenderung dieses Beschlusses her- Muführen, obwohl das Herz der Welt so ge­fühllos geworden ist, daß wir nicht viel Hoff- vung haben."

nisten.

'er es sind nicht

nur die 100 000 tuberkulösen Kinder, die dadurch zugrunde gehen würden, sondern ebenso müßten auch zugrundegehen die noch zahlreicheren skrofulösen und unterernährten Schulkinder, die Mütter, die Kinder haben sollen und die Mütter mit Kindern an der Brust. Diese grausame Forderung ist sicher ausschließlich von Männern aufgestellt worden, von Männern, die nur mit Selb zu rechnen wissen, nicht mit Menschenseelen. Aber es ist meine feste Ueberzeugung: Falls die Frage in den Ententeländern allgemein zur Er­örterung gestellt und es zu einer Abstimmung kommen würde, an der auch die Frauen teil- nehmen könnten, dann würde diese Forderung restlos abgelehnt werden. Laßt den Haß nie so groß werden, daß auch die Kinder darunter lei­den müssen! Sollte solche Mahnung nichts hel­fen, dann möchte ich Vorschlägen so drastisch und ungeheuerlich es auch erscheinen möge eine Deputation aus den kleinen armen Kranken (unter ärztlicher Aufsicht, im Krankenwagen) nach den fordernden Ländern zu entsenden; sie sollen dort selbst für ihre Sache demonstrieren. Sollte man sich weigern, die Kinder zu' empfangen, dann wird diese Absage als eine Schandtat ohne­gleichen in die Annalen der Geschichte eingezeich­net werden. Soweitaber darf es nicht kommen! Nichts darf unversucht bleiben, um die langsame und furchtbare Kindermörderei zu verhüten!"

Diese drei Kundgebungen von Frauen ver­schiedener Jndividualiäten sagen genug. Die radikale Engländerin, die französische Schweize­rin und die dänische Schriftstellerin sind stutz einig darüber, daß das Verlangen der Entente eine Ungeheuerlichkeit bedeutet. Sie sind empört über diese Forderung, die einem Todesurteil der deut­schen Kindernach Beendigung der Feindselig­keiten" gleichkommt. An uns liegt es nun, die r?an^ Welt weiter auf dieses frevelnde Spiel der Entente binzuweisen, denn wir sehen das kann man zwischen den Zeilen der drei Kundgebunven lesen, daß d'e Ententeforderungen im Aus­land, im ehemals feindlichen wie im neutraten, noch gar nicht so bekannt sind. Dabei dürfen wir uns die Mühe nicht verdrießen lassen, ein- himmig Hier muß jeder Hader der Parteien schweigen, hier müssen wir ein einig Volk von Brüdern se>n lo lange unentwegt und uner- müdlich unserer Stimme erheben, bis die Melt uns hört. Die Entente wird, ja sie muß schließ- lich vor unserer oeschlossenen Front weichen ge­nau wie sie im Februar in der ^rcme der Aus­lieferung der deutschen Kriegsschuldigen nach­gegeben hat.

Eine Rede Legiens.

Die französische Schweizerin, Fräulein Mar­gerite Gobat, Vorstandsmitglied des Mauen-Weltbundes in Genf, die Tochter des be­kannten Schweizer Ratisualrates Gobat, schreibt aus Genf:Ueber den Friebensvertrag oder gesagt, feine Bedingungen und über die

Verhältnisse bin ich zu wenig unterrichtet, um ein sachgemäßes Urteil geben zu können. Doch ist Manchmal der gesunde Menschenverstand und das menschliche Gefühl mehr wert als alles Wissen, es,genügt mir zu erfahren, daß rund 800 00?

Milchkühe abgeliefert werden müssen; eine unge- saure Zahl. Ich muß mich einfach als Frau Mn eine Forderung, die den Kindern ^utschlands ein Unentbehrliches 'Nahrungsmittel entzieht, mit E m - kss n g erheben. Diest Forderung kommt

M jedoch nicht als ein teuflissheZ 'Mittel vor, die besiegte Nation durch ein langes Hin- rw^t zu beseitigen, sondern als eine Maßnahme

Politik, wie sie von den Mächtigen des Tages offen Zeiten auSQCübt wurde. Es gibt eben M böst Tradition, nach der alle, wenn ihnen m^Macht in die Hand »egeben ist. handeln; ein« weil man dem besiegten Feind alles nehmen »onoon, z». ^v». ^itweiiminirer csazerre '

Maußer den Augen, um zu weinen", und bezeichnet die am Samstag auf dem internatio« weil der Sieger, selbst durch den Krieg sehr nalen Gewerkschaftskongreß in London gehaltene

^armt, sich auf allen Gebieten das Nötige wie- Rede des deutschen Gewerkschaftsführers Legien

es beschaffen muß und es am leichtesten auf als die bisher bedeutunasvoMe. Learen erklärte.

London, 29. Nov. DieWestminster Gazette'

1920

BB?OT»

dem Blatte zufolge, dir Bergarbeiter des Rubr- gebiets hätten die Ablieferung von monatlich zwei Millionen Tonnen Kohlen an die Alliierten nur dadurch ermöglicht, daß sie bei mangelnder Ernährung auf Kosten ihrer Gesundheit Ueber« stunden machten. Der Redner protestierte gegen einige Beschlüsse der interalliierten Kommission, die, wie er sagte, dem Geiste des Friedensver- trages widersprechen und von dem Wunsche be­seelt seien, das deutsche Volk zu vernichten. Legien erklärte, die Berechtigung der Forderung der alliierten Kommission nach Vernichtung von Maschinen, die angeblich für Kriegszwecke ge« braucht werderykönnten, würde von den deutschen Arbeitern nicht anerkannt, sondern die Forde­rung würde dahin ausgelegt, daß ihr Ziel die Zerstörung der deutschen Industrie und die dau­ernde Sklaverei des deutschen Arbeiters sei. Die Volksgesundheit in Deutschland habe sehr gelitten. Jetzt solle Deutschland 800000 Milch­kühe abfiefarn, was den Verlust von täglich sechs Millionen Liter Milch bedeute und auf die Gesundheit der deutschen Kinder schädigend einwirken würde. Wenn diese Methoden fort« dauerten, wie könne man dann erwarten, daß Deutschland seinen Verpflichtungen Nachkomme. Legien erklärte: Wir bitten nicht um Mitleid, möchten jedoch an Euch appellieren und Euch sagen, daß dies Euren eigenen Interessen zu­widerläuft. Wir haben keinen Streit mit den Arbeitern der anderen Länder. Alle unsere Anklagen sind gegen Ihre Regierungen gerichtet. Das Ziel des Krieges war, so wird oft erklärt, sie Vernichtung des preußischen Militarismus. Ich versichere Euch, der preußische Militarismus ist zerstört. In den anderen Ländern wurde der Militarismus jedoch sehr groß. Wenn je WWWWWG- °-- tarismus zum Ziele hatte.

Der britische Arbeiterführer Thomas pflich- tete ditzfer Aeußerung Legiens bei und sagte, Legien würde besser tun, seine Bemerkungen an die französischen Genossen zu richten, denn allen Opfern desKriegeszumTrotz scheine Frankreich entschlossen zu sein, seinem imperialistischen Ehrgeiz zu folgen. Die britischen Delegierten, sagte Thomas, seien überzeugt, daß ein im Geiste der Rache gehal­tener Friede nie ein erfolgreicher Friede sein könne. Es hieße dir Weltgeschichte nicht kennen, wenn man auch nur einen Augenblick lang glauben wolle, daß Deutschland zerschmettert werden könne und daß die Welt bestehen könne, wenn einige Mächte dauernd unter den Stiefeln des Tyrannen liegen.

in

Eine Seulsche Note

Aber die Zerstörung von Luftschiffen.

Der Vorsitzende der deutschen Friedensdelegation

Paris ist anzewiefen morsen, nachstehende Rote der

Loti^asterkonferenz in Pa-ir zu übergeben:

Mit Note vom 16. Nov. Leute die interalliierte Suftfahrtfontrofifommiffioii den Beschluß der B»t- schofterkenfercn; vom 8. Nov. mit, wonach die deutsche Regierung für die im Juni und Juli 1919 erfolgte Zerstörung sieben deutscher Marineluftschiffe verant- woltlich gemacht wird. Der Beschluß bestimmt, daß bie interalliierte Lustfabrtkontrollkommisnon als Er­satz für zwei der zerstörten Luftschiffe bie heften zivi­len LuftschiffeBodensee" undNordstern" zu konfis- zieren hat. Der Wert der übrigen fünf Luftschiffe soll in Geld oder durch Neubauten ersetzt werden. Die deutsche Regierung vermin nicht anziierkennen, daß ihr aus der Zerstörung der Luftschiffe irgendwelche Ersan- nflickten erwachsen konnten. Ihre Auffassung in dre­ier Hinsicht ist in einer anliegenden Denkschrift f-ar« zeleat, die dem Vorsitz nden der interalli erten Luck- a rtkontrsllkommiision am 9. Aug. durch die Luft- iadrtfricdenskommffion übermittelt wurde. Abgesehen hiervon aber kann sich die deutsche Regierung auf eine Ikreinbarung zwischen ihr und den alliierten Regie­rungen berufen, wonach die Geltendmachung von Fchadmersatzaniprüchcn aufgrund der in Rede stehen- den Vorfälle von vornherein als ausgeschlossen be« trachtet w-rden muß. In dem Protokoll, das der deut chen Regierung mit der Note vom 1. Nov. über« audt wurde, und das dann glcichteitij mit dem ersten Protokoll über die Hinterlegung der RatisikatiouSur- klindeil zum Frieden verira w am 10. Januar unter« sichtet wurde, wird eine Reihe veruiemlicher Vorstöße Deutschlands gegen die vemchrescuen Waffenstillstands- abfomiuen, it. a. auch die Ausiuhr von Luftschiff- material, aufgeführt und dann bemerkt: Endlich ver­mögen die alliierten uns assoziierten Mächte nicht, bie übrigen Verfehlungen, gegen das 'Äaffcnstillsiaud^ab- kommeu und so schwere Perletzungen, wie bie Zerstör­ung der deutschen Flotte in Tcapa Flow, die Z^r- 'törung des Unter,seetootesu. O. 43" auf der Höhe von Ferrol und die Zerstörung verschiedener Untersee­boote in der Nordsee, die zwecks Ablieferung auf dem fliege nach England waren, ungestraft zu lassen. Deutschland verpflichtet sich infolgedessen: Hier knüpft baun die Aufzählung einer Reihe von Leistungen an, die Deutschland auferlegt waren. AuS dem Vorstehern ecn Wortlaut ergibt sich, daß es bei den Vereinbar­ungen vom 10. Januar sich um eine Art Generalab- ttdinuna hantelte, wodurch alle Anivrüche. du auf«

gründ der verschiedenen WaffenstillstandSabkommen etwa noch ,u erbeben waren, erledigt werden sollten. Die Richtigkeit bieftr Auslegung wird durch die eben- erwähnte Begleitnote vom 1. Nov. bestätigt. Dort bei^t eS : Die alliierten und assoziierten Mächte haben beschlossen, den Vertrag nicht in Kraft treten zu lassen, bevor die AuslÄhrung der von Deutschland durch das Waffenftillllandsabkommen und die Zusatz­verträge übernommenen und nicht erfüllten Verpflcch- tungen geregelt und bestimmt ist. Die deutsche Regie­rung wird -aber gebeten, dem zur Unterzeichnung deS Protokolls zu erteilen, das in Abichrist beiliegt und welche ohne näheren Aus'chnb diese Regelung versieht Hiernach erscheint es nicht ang'ngig, überhaupt noch auf Vorgänge mrüefmareifen, die sich vor der Unter« zeichnung der Protokolls vom 10. Januar abgespielt haben. Eine Ausnahme wäre allenfalls bei solchen Vorgängen zu rechtfertigen, die den alliierten Regie­rungen erst später bekannt geworden sind. Die Nach« richt von der Zerstsning der sieben Luftschiffe ist aber seinerzeit von der Presse Verbreitet worden und un­zweifelhaft vor dem 10. Januar 1920 zur Kcnnlnir der Alliierten gelangt. Wenn sie deswegen Ansprüche erbeben wollten, so hätten sie dies in dem Protokoll zum Ausdruck bringen oder aber bei dessen Unterzeich­nung einen Vorbehalt machen müssen. Da sie beider unterlassen haben, muß die Angelegenheit als endgül­tig erledigt betrachtet werden. Er erübrigt sich also, auf den Inhalt des Beschlusses der Botschafterkonferenz vom 2. Oftober näher einzugehen. Die deutsche Re­gierung kann es jedoch nicht unterlassen, darauf hin« . zuweilen, daß sie, selbst wenn eine Schadenersatzpflicht für die Zerstörung der sieben Luftschiffe bestünde, der Botschafterkonftrenz nicht die Befugnis ^erlernten könnte, die Frage des zu leistenden Ersatzes durch eine einseitige Entickeidnng zu regeln. Auch ist daran zu erinnern, daß die.Kontrollkommissionen nach dem FriedenSvertrag nur berufen sind, die Ausführung gewisser Bestimmungen zu überwachen, daß sie aber nicht daS Recht besitzen, selbst Beschlagnahmungen oder KonsiSkatioaeu in Deutschland vorzunehmen. Es darf angenommen werden, daß eS auf einem redaktionellen Serie Veit beruht, wenn der Beschluß vom 2. Oltobtt

i eine Konfiskation durch die Kontrollkommission aitors- net. Dw deutsche Regierung beehrt sich, an die alli­ierten Mächte die Bitte zu richten, bie im Vorstehen­de» behandelte Angelegenheit einer erneuten Prüfung zu unterziehen. Sie gibt sich der Erwartnnq bm, daß diese Prüfung dazu führen wird, den Beschluß vom 2. Oktober auftnheben. Sollten die Alllierten den deutschen Standpunkt auch jetzt nicht a'.r berechtigt anertennen, so schlägt sie vor, die Angelegenheit der Gnt'cheidung einem Schiedsgerichts zu unterbreiten. Eine Abschrift vieler Note ist dem Vorsitzende« der interalliierten LuitfahrtSlontrollkommission mitgeteilt worden.

PvMschs TagesbZrichke.

Die Sonhaner Verhandlungen. Nach demMatin" schlug die französische Regierung der englischen vor, das griechische Volk zu warnen, König Konstantin zurückzuberufen. Im Falle seiner Rück­kehr sollte ihm jede finanzielle und politische Hilfe entzogen und mit dem Abbruch der dipwmstiichen Be­ziehungen gedrobt werden. Schließlich habe bie fran­zösische Regierung vorgeschlazen, Thrazien und Smyrna eine andere Bestimmung zu geben, als der Fritdcns- Vertrag von Ssvrcs vorsehe. Alle diese Borschläge habe die englische Negierung abgefeimt Minister­präsident Lcygues ist nach Paris zurückgelehrt, bürste aber bald w eder nach London teilen. Bis zur Rück- lehr Leygues werden die Besprechimz-n zwischen ben englischen, französischen und italienischen Vertretern in offiziöser Form fortgesetzt. Von französischer Seite nehmen daran Berthelot und Co ubon teil.

Der irische Brandherd. Reuter berichtet: Seit SaniStag morgen haben in Cork Mcdcrvcr- geltungen durch Brandstiftungen in beunruhigendem Maße eingesetzt. Abt Geschäftshäuser wurden in Brand gesteckt. Der Schaden wird auf 200000 Pumd Sterling geschätzt. Die Brandstiftungen in Liverpool bilden ga z unzweifelhaft einen Teil der in der NnterhauSsitzung am 24. Nov. enthüllten ZcrstäenngS- feldzugeS: Der Schaden belauft sich auf mehrere Millionen Pfund Sterling. 13000 fallen Baum­wolle wurden beschädigt. Die Feuerwehrleute hatten tue größte Mühe, das Feuer einzudämmeu. (vavas). Am Sonntag abend fielen zwei rluro« mobile, in denen sich 17 Rtann der Hilfspollz« berauben, in einem von 100 Smilftineru in der Graf- ichoft Cork gestellten Hinterhalt. 15 Polizisten mürben getötet, die beiden anderen schwer verletzt. Die 2tu- greiier stetsten die Autobusse in Brand, nachdem sie d.« Waffen mb Munition an sich genommen hatten.

Zu d u Kupit«kvetschL«bun5cu. Die Blätter erhalten von einem autorisierten Vertreter bei ehemaligen Kronprinzen und der Kronprinzessin c ae Mitteilung, in bet erklärt wird, daß weder der Kron­prinz noch die Kronpriuzessin irgend etwas mit ben Kapitalverschwbungen GrufferS zu tun haben. Du Kronprinzessin habe zwar bei der Firma Ä usser, Philippson u. Co. seit dem Frühjahr 1920 ein Konto auf den Namen Frau O. von Mecfteuvurg, das den Erlös aus dem Verkauf einiger Edelsteine darftelle, Der holländische Verkauf sei aber unter B.mchmng der gesetzlichen Vorschriften durchgetül>rt worden. Eine Kapitalflucht oder Steuerhinterziehung sei nicmaU in Frage gekommen.

Ernster Zustand unserer vonnalizer Kaiserin. Aus bhaus Doorn wird gemeldet: Der Zustand der vormaligen Kaiserin ist recht ernst. Prinz und Prinzessin Adalbert haben ihre geplante Abreise verschoben. Augenblicklich befinden sich noch das braunschweigische Herzogs. paar und Prinz Oskar ia Doom.