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Nr. 278

GMsral-Mzerger

AmMches Organ für Slaöl- und Landkreis Kanau

Erschein! tSglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage

Mittwoch den 24. November

Vexlaasleituna: Ad. IndermSdl«.

Verantwortliche für politischen und allgemeinen Teil Rich. vultich -für lokalen und provinziellen Teil owie Sport W.Moritzi für Anzeigen und Reklqmen A. Brodt. alle in Vanau a. M.

Rotationsdruckd.Waisenhausbuchdruckerei fcanttu Fernivreckanicklüffe Nr. 1237 und 1238

1920

äBQ

Das Neueste.

Die Aufnahme der Staaten Bulgarien, Oesterreich, Finnland, Albanien und Luxemburg i« den Völkerbund gilt als sicher.

-^ Die in Berlin beschlagnahmte schwedische Tsldsendung wurde wieder freigegeben.

Im Rheinland und der Pfalz sind neue ieperatistische Bestrebungen im Gange.

Die Demokraten des dritten sächsischen Wahlkreises lehnen eine Mitwirkung an der sächsischen Regierungsbildung ab.

Frankreich ist bereit, eventuell allein, eine Kundgebung gegen König Konstantin zu erlassen.

In Luzern ist die Verlobung des rumä­nischen Thronfolgers mit der ältesten Tochter König Konstantins erfolgt.

Oberschlesien in Gefahr.

Der Abstimmnugstermin für Oberschlesien, der Entscheidungskampf, ist nunmehr in greifbare Nähe gerückt. Ueberall rüstet man zu diesem Kampf diesseits wie jenseits der Grenze. Besonders rege ist die Agitation der Polen, die das Oberschlesten überschwemmen und den Oberschlesiern das reine Paradies versprechen- Wie dieses Paradies aus­sehen wird, haben wir an dieser Stelle in unserer Montagsnummer geschildert. Außerdem haben die Polen an der oberschlesischen Grenze, zwischen Czenstochau und Bendzin, sieben Divisionen zu­sammengezogen, um im gegebenen Augenblick in Oberschlesien einzufallen und die Welt genau so nar ein k a i t a c c o m p 1 i zu stellen, wie neulich in Wilna. Und Hand in Hand mit dieser mili­tärischen Bedrohung Oberschlesiens von außen her geht der Verzweiflungskampf in Oberschlesien jÄlij^Maabarc^ ' lden dort deuts . Brüder " Mn dem haßerfüllten i«

s an sich reißen will. Noch hält FrontOM

Liebe zum deutschen Vaterlande trotzen die Ober- schlesier aller Gewalt, tragen unmenschliches Leid. Aber alle Kraft, aller Opfermut hat eine Grenze. , Auch der Treueste und Zäheste erlahmt, wenn er sich verlassen fühlt von denen, für die vor allem er das Ungemach trägt. Besonders gefährdet sind die Kreise Rybnik und Pleß, also der Südostö^r von Oberschlesien. Der etwaige Verlust dieser bei­den Kreise darf aber nicht auf die leichte Schulter genommen werden mit dem Hinweis, daß der eigentliche Jndustriebezirk alsdann geschlossen bei Deutschland bleibt. Denn die wirtschaftliche Be­deutung dieses südöstlichen Teiles ist nicht zu unterschätzen Der kleine abseits liegende Ryb- niker Steinkohlenbezirk hat in den letzten 30 Jah- «n einen enormen Aufschwung genommen und w jetzt eine Jahresförderung von über 1 Million Tonnen Steinkohle. Sein Grubenbesitz ist haupt­sächlich in Händen der Rybniker Steinkohlen-Ge- Werkschaft, der Friedländer-Fuldschen und der Fürstlich hohenloheschen Verwaltung. Noch wich- nger sind die noch nicht aufgeschlossenen Kohlen- Fundstellen im Süden des Ryniker Kreises nach der früheren Grenze von Oesterreich-Schlesien zu. Dort (südlich des Städtchens Loslau) befindet sich uamlich die Verindung zum Kohlengebirge von Kahr Ostrau-Teschen (jetzt zu Tschechien ge- Hong). Schon vor dem Kriege hat dort der West- dohmische Bergbau-Aktienverein vom Majorat des Grafen Larisch-Mönnich umfangreiche Ländereien ttworben. Dicht bei Rybnik, in Paruschotbitz, liegt ffrner die Eisenhütte Silesia A.-G. (jetzt vereinigt der Oberschlesischen Eisenindustrie A.-G.), die MNz Ostdeutschland mit Emaillewaren versorgt. Schmerzlich für Oberschlesien wäre auch der der großen Lungenheilstätte bei Loslau des Sol- und Kinderheilbades Jastrzemb, K auch das andere Solbad Oberschlesiens, das Yllisch^ Gottschallowitz bei Pleß, zum gcfährde- M Bezirk gehört. - Der Kreis Pleß hat zwar ur einige wenige, unbedeutende Gruben, aber ^fugt mit seinen mächtigen Forsten der freien ^tandcherrschaft Pleß über das für den Gruben- auentbehrliche Holz. An Unternehmungen ist erwähnenswert die Fürstl. Bierbrauerei Tischaz iffurstl. Pleßsche Verwaltung), das Bürgerliche iinsU^u>§ ^^^u (Brieger Stadtbrauerei A.-G.) und die ChEische Fabrik in Kostuchna (Chem.

ö $ Hebden A--G.).

ist nun von deutscher Seite aus zu tun, w uns dieses für uns so äußerst wertvolles Land u «rhaltenk H i l fe , i h r B r ü d e r .' So der Schrei von Oberschlesten nach Deutsch- o hinein und angstvoll harren sie der Antwort, geht ums letzte, geht um deutsches Land. Ortung kann nur werden, wenn machtvoll das ^ putsche Volk sich geschlossen hinter das reue Oberschlesten stellt. Und das traurige ist: ^r Ruf dringt nicht durch, er wird übertönt urch den rasenden Vergnügungstrubel, in dem ) M deutsche Volk befindet und der noch nicht y °ber gewesen ist als wie gerade heute. Das

schmerz! den vernünftig denkenden Deutschen bitter, der diesem Tanz auf dem Vulkan zusehen muß, den Tanz des deutschen mit Blindheit ge­schlagenen Volkes in den tiefen Abgrund. Die obigen kurzen Ausführungen über die wirtschaft­liche Bedeutung der beiden südöstlichen Kreise zeigen bereits ben Wert, die Wichtigkeit, daß Oberschlesien uns erhalten bleibt. Und so könnten wir über die Bedeutung dieses Landes noch ganze Seiten schreiben. Wir wissen, daß Äberschlestens Kohlengruben uns noch tausend Jahre Kohlen liefern werden, wenn alle anderen deutschen Koh- lenschächte längst erschöpft sind. Und das wird schon in 50 Jghren der Fall sein. Uns fällt zu­fällig eine Statistik auf den Redaktionstisch, aus der hervorgeht. daß 71 Prozent der deutschea Erz­gewinnung aus Oberschlesien kommen, 60'Prozent des Zinks und ebensoviel Blei. Bis zu 2000 Meter °Tiefe liegt dort 1)te Kohle, es gibt Stollen, wo 60 Flöze übereinander geschichtet sind. Und was bedeutet Kohle für uns? Alles! denn mit Kohlen können wir nur bezahlen, ohne Kohlen ist unser Industrie gleich null. Arm, bettelarm sind wir heute schon, aber dem Hungertod sind wir ausgeliesert ohne Oberschlesien, und ein Wieder­aufbau unserer Wirtschaft ist dann nicht mehr denkbar.

Wie soll nun die Hilfe aus^esien? Geldspenden zum Besten der deutschen Sache können viel helfen öffnet Herzen und Hände. Unb ihr Heimat­treuen im Reich, deren Blick klar und ungetrübt ist, schreibt euren Brüdern und Schwestern in Oberschlesien, daß die Treue zum deutschen Vater­lande der Grundstein ist für ein ferneres glück­liches Leben, daß der Abstimmungstag ein ein­mütiges Bekenntnis zum Deutschtum fordert. Damit aber nicht genug! Unsere stärkste Waffe ist unser unveränderliches Recht auf ur = immer wieder proklamierte SSt^auf^^ Bestimmung der Völker. Und diese stärkste Waffe müssen wir gebrauchen. Wir müssen zusammenstehen, alle deutschen Brüder in dem Streit um unser Recht. Hier scheidet uns keine politische Kluft, hier gibt es keinen Klassen­gegensatz. Hier gibt es nur ein Ziel und deshalb auch nur einen Willen. Hinaus- fchreien in alle Welt müssen wir unseren An­spruch auf unser Recht, damit Feinde und Reu trale aufhorchen und merken, daß hier ein Vol einig ist und entschlossen, die Willkür nicht zu leiden, die ihm Teile seines von den Vätern ererbten Landes fortreißen will. Richt wert wären wir künftig, Deutsche zu heißen, wenn wir den Hilferuf Oberschlesiens verhallen ließen.

Volkerbundsversammlung.

Zu Bl-ginn der gestrigen VölkerbnndLvcrsammlung teilte Präsident H y m anS die Suüuumetifebung der Kommission für Armenien mit. Dieser gehören an: Lord Robert Cecil (Südafrika), Pneyrredon (Argen­tinien), Schauzer (Italien), Viviani (Frankreich, Nänsen (Norwrgcn) und Lafontaine (Belgien). Nach Erledigung der Auseinandersetzung zwischen dem Präsidenten Hymans und Mitten (Auüralien) wurde ein 'Antrag Lord Cecils angenommen, daß die Doku­mente üster den litauisch-polnischen Kon­flikt in vollem Umfange von dem Vül.erbundsrat veröffentlicht werden, wobei entsprechend einer An­regung Lord Cecils der Bölkerbundsrat gleichzeitig ein Urteil darüber abgeben soll, ob nicht die eine Parte (ffolen) die Bcsiimmnngen des VölkerbundsvertrageS verletzt habe. Der polnische Delegierte A k s e n a y erklärte sich mit der Veröffentlichung aller Dokumente einverstanden und bemerkte, daß für Polen kein Grüns vorliege, auch nur das Geringste zu beibergen. Ein Antrag der kolumbifchen Delegation, dem internatio- .iiaien Roten Kreuz und insbesondere dem Bundes- Präsidenten Ador und Dr. Nansen den Dank der Ver- ammiung für ihre Arbeit int Dienste der Rück­beförderung der Kriegsgefangenen auszusprechen, fand einstimmige Annahme. Auf Antrag von Kaarnc- vcek (Holland- wurde beschlossen, daß sich eine be­sondere Kommission mit der Frage der Revision des Artikels 18 des VölkerbundsvertrageS betreffend Ein­tragung der Veröffentlichung der Verträge zu befassen hat, wobei Kaarnebeck betonte, daß die- Auslegung Littoms, wonach Verträge auch dann Gültigkeit baden, menit sie nicht beim VölkerbnudSsekretariat eingetragen sind, geeignet wäre, das Ansehen des Völkerbundes im internationalen Leben zu mindern. Barnes (Eug- ;anb) verlangte Auskunft darüber, warum der Völker- bundSrat der Völkerbundsverlammlung nichts über die Gründe gesagt baue, ivetzlialb er im polnisch-russischen Konflikt nicht interveniert habe. Barnes verlangt, der Völkerbundsrat solle Schritte unternehmen, um die Wiederaufnahme der Feindseligkeiten zwischen Polen und Rußland zu verhindern. Dieser Antrag soll, wie beschlossen wurde, in einer der nächsten SltziiNgen diskutiert werden, nachdem der VölkerbniidSrat dazu Stellung genommen bat. Am Mittwoch findet keine Vollversammlung statt. ,

Aus den Kommissionen.

Genf, 23. Nov. In der Sitzung der AbrüstnugS- kommission erklärte Leon Bourgeois, daß vor der Durchführung der Abrüstung die Entwaffnung Deutsch-

lands durchgeführt und folgende vier VocanSsetzungen erfüllt sein müssen: 1. Vollständige Ausführung des Friedensvertrages, 2. Organisation einer ständigen ob­ligatorischen Kontrolle über alle Rüstungen, 3. Vorlage einer Berichts der besonderen militärischen Kommffsio« neu, 4. Austausch aller die militärischen Rüstungen betr. Angaben durch alle Mächte. Der schweizerische Delegierte Usteri erMärfe, daß auch die Schweiz wie alle anderen Nationen der schweren Rüstungslasten müde und bereit sei, ihre ganze Kraft einzig den wirt- schaftlichen und sozialen Ausgaben zu widmen, sobald die allgemeine Lage es erlaube. Der italienische Dele­gierte Scha nzer wies darauf hin, daß die Finan­zen der am Striege teilgenommenen Staaten dringend eine Herabsetzung der militärischen Ausgaben verlangen. Der englische Delegierte F i s b x r beantragte, die Diskussion vorläufig zu beschränken auf das Verbot der privaten Erzeugung von Waffen, Prüfung eines HeSereinlommenS über die Rüstungen und der Frage der WajfcnHandels. Die Sitzung wurde auf Donners­tag nachmittag vertagt.

Genf, 23. Nov. Die erBe Kommission die sich mit der allgemeinen Organisation des Völkerbundes zu befassen hat, beschloß mit 23 gegen 7 Stimme, zur Zeit keinerlei Amentement zum Völkerbiiudsvertra; in die Sebatte zu ziehen. Sämtliche kriegsführenden Staaten gehörten der Mehrbeit an, während unter der Minderheit sich die drei nordischen Staaten befinden, von denen die AbänderungS- und Ergänzungsäuträge zum Vertrage auSgehen, sowie Argentinien und Pana­ma. Die Minderheit in der Kommission verlangte, kaß die Anträge an die nntcrfommiffioneii acmiefen werden sollten, zur näheren Prüfung. Die Mehrheit dagegen hatte durch ihre Hauptredner, vor allem Bal- four und dem japanischen Delegierten, die Auffassung vertreten, daß es nicht angezeigt wäre, heute schon, ein halbes Sahr nach dem Inkrafttreten des Völker­bundvertrages Acndernugen bonunehmen. Hierzu «^tMUUWM »MMWWU eine Revision des Vertrages nicht emmgeben, gemisst von den nordischen Staaten gemähte Anregungen gleichwohl noch in der gereuwärtigen Völkerbundtagung zur Diskussion und Elltscheidung gebracht werven sollen.» Die schweizerische Delegation wird den An­trag stellen, daß die Frage der abwechselungsweisen Besetzung der vier nicht ständigen Sitze im Völkerbund- rat auf beut Wege des internen Geschäftsreglements geordnet wird. Ferner wird sie ebenfalls in Anleh­nung an die Anträge der nordischen Staaten bor» 'schlagen, daß im Gcschäfisreglemcnt die Frage der regelmäßigen periodischen Zusammenküiifte der Völker- bundversam i lung geregelt und bestimmt wird, daß, wenn zehn Staaten es verlangen, die Völkerbundver sammlung vom Rat cinberufen werden muß. Au Diese Weise könnte die gewiinschte Aenderung borge nominell werben, ohne daß eine Revision des Vertrages selbst notwendig wirde^

Gcnf, 23. Nov. Wie die Schweizerische Depeschen- Agentur erfährt, bürste es heute schon als ziemlich sicher gelten, daß die ehemals feindlichen Staaten Bulgarien unb Oesterreich in den Völkerbund ausge­nommen weiden, ebenso Finnland, Albanien uno Luxemburg. Dagegen herrscht in der Kommission die Meinung vor, daß von der Ausnahme solcher Staaten, die bisher keine offizielle Anerkennung oder eine solche nur in sehr beschränkten Umfange erhalten haben, vorläufig abzuseben sei, weil sich daraus naturgemäß gewisse Komplikationen ergeben müßten Sodann er­scheine es als sehr unwahrscheinlich, daß die aus dem ehemaligen Rußland entstandenen Staaten, die sich angemelbet haben, ausgenommen werden, solange sich nicht die Verhältnisse in diesen Staaten einigermaßen stabilisiert haben und eine offizielle Anerkennung er­folgt ist.

Die christlichen Gewerkschaften.

Auf dem Kongreß der christlichen Gewerk­schaften wurde eine Entschließung angenommen, die die Schaffung eines einheitlichen Arbeits- rechtes fordert und verlangt, daß zur Lösung der gesetzgeberischen Ausgaben auf diesem Ge­biete die christlichen Gewerkschaften herange- zogen werden. Ein Antrag Behm, der die Umgestaltung des Heimarocitergesetzes und der reichsgesetzlichen Krankenversicherung der Haus­gewerbetreibenden im Rahmen der Reichsver- sicherungsordnung fordert, wurde einstimmig angenommen. Eine die Sicherung des Existenz- minimums für Staatsbeamte fördernde Ent- chließung, wofür sich Minister Stegerwald aussprach wurde ebenfalls einstimmig ange- nommen. Auf Grund des Referats des Ber- bandsvorsitzenden Otto-Düsseldorf über die Heranbiloung des Nachwuchses in Betrieben und Gewerkschafren wurde eine Entschließung einstimmig angenommen, die die Förderung der gewerblichen und fachlichen Ausbildung des Lehrlingsnachwuchses und feine Eingliederung in das christliche Gewerkschaftsleben fördert. Angenommen wurden femerEchschließungenüber die Schaffung ausreichender Au»- und Fort- bildungsmöglichkeiten für die weibliche Jugend, die Notwendigkeit alsbaldiger Einbringung eines 5>ausangejtelttengesetzes, die Förderung der staatsbüroerlichen und Fachausbildung der Land­

jugend und eine mit der Bewertung der Hand­arbeit und im gewerkschaftlichen Rahmen zu be­folgende Lohnpolitik sich beschäftigender Antrag Imbusch. In einer am Schlüsse der Vormittags- sitzung abgegebenen Erklärung wies bet Vor­sitzende des bayerischen Landtages, König-s- baut, die Gerüchte über angebliche Loslösungs- Bestrebungen im bayerischen Volke auf das schärfste zurück. Weder das bayerische Volk noch die bayerische Regierung, noch der bayerische Landtag dächten daran die Einheit des Reiches anzutasten. Bayern halte es nicht nur für feine Pflicht, sondern für sein eigenes Interesse, auch in der Zeit der Not die Einheit des Reiches unbedingt zu verteidigen. Verlangt werden müsse allerdings, daß das staatliche Eigenleben der einzelnen Länder nicht unterbunden werde.

91115 Griechenland.

London, 23. Nov. DieMorning Post"* erhält aus Athen die Nachricht, Stratos werde von der Regierung aufgefordert werden, den Vorsitz in der Kammer zu übernehmen. Er erklärte, die Kammer werde sich am Donnerstag darüber zu entscheiden haben, ob sie der Ent­schließung der Regierung, König Konstantin an« zuecknnen, folgen wolle. Es sei nicht zweifel­haft,'daß die Kammer diesen Beschluß durch Zuruf vollziehen werde. Der Beschluß werde alsdann dem Volk« zur endgültigen Entscheidung durch das Referendum vorgelegt.

London, 23. Nov. DerTimes" wird aus Athen berichtet, das Referendum über die Rück­kehr König Konstantins werde jedenfalls am 5. Dezember erfolgen. Es gehe das Gerücht, Konstantin beabsichtige, eine Kundgebung an die griechische Armee zu erlassen. Nam der Regierungspresse wird sich Ministerpräsident Rhallis nach den Hauptstädten der (Entente be« EM MM^^i^MMugenauHuM

Parks, 23. Nov. Der frangöftühen Kammer ist eine weitere Interpellation des Abgeordneten ds Chappedelaine über die von Frankreich zu befolgende neue Politik, die die jüngsten Er­eignisse im Orient notwendig machen könnten, zugegangen. Einige Morgcnblätter veröffent. liehen eine Note offenbar halbamtlichen Ur« fprunges, worin gesagt wird, Leygues ließ gestern der englischen Regierung eine längere Depesche Zugehen, worin er alle Anklagen gegen König Konstantin wiederhole. Die französischen Rezierungskreise scheinen sicher zu sein, daß England sich der französischen Regierung an­schließen werde. Auf alle Fälle aber fei es wahrscheinlich, daß eine gemeinsame Kundgebung vor Donnerstag erfolge. Für den Fall, daß es notwendig sein sollte, scheine die französische Reg^rung gewillt zu sein, die Kundgebung allein zu erlassen.

PolMfche Tagesberich!e.

Für Nmcrika bestimmte Flugzcu-i« von der Cnrcnte bcfest lag nahmt. Durch d:c lotbaung bet ?lbli.fmmg der beiden Zeppelin-Luirfchiffc voben« fee unsNordstern* wird unsere Flugzeugindustrie von feiten der Entente ein schwerer Schlag versetzt. Wie jetzt verlautet, droht aber ein weiterer Anschlag auf die Flugzeugindustrie baburh, daß die im Ham­burger Hasen liegenden 11 neue Lunker-Metall-Flug- zeugt, die von Amerika bestellt worden und unb zur V/rschickung bereit liegen, von der interalliierten £uft« überwachungS'ommlssion- beschlagnahmt worden sind. Die Entente stützt sich bei ihrem Vorgehen auf das int Friedensvertrag" vorgesehene Bauverbot für Luft- sabrzenge. Dieses ist aber imVertrag" aucchrücklich auf eine Frist von 6 Monaten nach Abschluß des Friedens beschränkl. Die Rnchsregstrung bat mit vollem Grund den Anspruch der Entente bestritten. Die Vrrhandluilgeu sind noch im Gange.

Antwerpen wird moderne Fclittug. Wir d eScbeeDe meldet, haben sich die militärischen Sach« verständigen für den Ausbau der Festung Aurwerpe» auf eine Länge von r.0 km entschlossen. Die Festung?« bauten waren schon vor dem Krieg begonnen woiden» so daß sie heute ivas d e Pläne an belangt, der ganzen W It besannt und. Das Blatt nennt es eine reine Verschwendung von Millionen, die zu andern Zwecken wirklich besser angewandt werden können. j

Sie thu ithctt in Irland. Die englische« Blätter melden aus Dudiin, daß das Militär nach Umzingelung der Stadt jeden Fußgänger, Ftihrwrrk und Bahnverkehr ftillegte. Die Truppen beugten die Hauptstraßen. Es fanden Straüeatämpre zwischen den Streitfräüeu der Regierung und 0 ibhen Freiwilligen statt. Au- beiden Seiten gab c8 Verwundete. Amtlich wird in Dublin besannt gegeben, daß der Lordmapor die Polizei um Schutz ersucht habe. Da fe tte städtisch« Polizei unb keine königlich irische Polizei verfügbar war, wurde ein Trupp Hilsspolizcc zum Schutze des Lorduiayor? entäudt. In Gorf wurse ein Detektiv von Sinn sei nein cmfimi't. Die Bürger von Cork wurden mit WitdervcrgeltuugsMßM M» bedroht, iDcuu der Entführte nicht zuiückgebmcht würbe. Zwischen Dublin und Sintertet wurden zwei des Mordes an Postsisten Angeklagte, aber freigcsvrochene Zivilisten erscho en, ein anderer schwer verwunsct.

(Weitere politische Nachrichten Sekte 6.)