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6i nrüdu ngsg ebüb r:Die8geiv.Kokonelzeileod. deren Raum I. Mk.. die 4gew.^Zeile,. Reklame­teil 3. Mk.. 25°^Teuerungszuschl. Offertgebübr g(»Pjg. Bezuasvreis: Vierteljährlich 12.91 > Mk.. monatl. 4.30 Mk.. für Ponbezug vierteljährl. 12.90 Start monatl. 4.30 Mk. Die Nummer 20 Hfg. Posiicheck-Konto Nr. 26659. Frankfurt a. M.

SMral-Mzsiger AmMches Organ für Sladl- und Landkreis Lamm

Erschein! täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage

Verlagsleitung: Ap. Snbermüblt Verantwortlich, für volitilchen und allgemeinen TeilRick. bultick: für lokalen und ptoDiniteUen Teil sowie Soort AZ. MoriN, für Anzeigen und Reklamen A. Brodt. alle tn Hanau a. M. Rotationsdrucko. Waisenbausbuchoruckerei öanuu . Fernivrechanschlüffe Nr. 1237 und 1238

M. 273

Samstag den 29. November

1920

Das Neueste.

Die Hanauer Siadtverordnetenversamm- lmg ist aufgelöst. Regierungsrat Coßmann- ^rssel ist mit der Leitung der Neuwahlen be- ' Mtragt.

Im Reichstag wurde gestern der Entwurf über den Staatsgerichtshof, der an das Reichs­gericht angegliedert werden soll, beraten.

I Die deutsche Regierung hat in einer Note in der Frage der Monschaubahn erneut Ein­spruch erhoben.

| Ueber Eupen-Malmedy wurde dem Völker­bund von der deutschen Regierung eine neue Protestnote überreicht.

In Chicago fand eine große Protestver­sammlung gegen dieSchwarze Schmach" im besetzten Gebiet statt.

Frankreich schlägt vor, im Falle einer i Thronbesteigung Konstantins die freundschaft­lichen Beziehungen zu Griechenland abzubrechen.

Die Polen griffen erneut die litauischen Stellungen an und durchbrachenteilweisedieFront.

Alle Kräsie.

Dem Bußtag, dem Tage der Einkehr folgt der Totensonntag, der Tag, der dem Gedächtnis der Toten geweiht ist. Ungezählte Tränen fallen an diesem Tage mit den Novembernebeln um unsere Lieben, die dahingerafft wurden und hinüber­gegangen sind in das Jenseits. Wir ehren die ^sten und wir ehren den Tod. Wir beugen uns bot dem Unabänderlichen, wir ehren das Ewige in ihm und das Göttliche. Ein Geheimnisvolles waltet über uns, das uns kommen und gehen heißt. Haß und Neid weicht angesichts dieser Ver­gänglichkeit wie Spreu vor dem Grabe, Qual *7*"^^.M^ Die Bilder der Toten steigen vor uns auf, geläutert, ucrtlart. Beste in uns hält Zwiesprache mit dem Besten in den Seelen der Geschiedenen. Und an dem verklärten Bilde jener klärt sich auch unser Wesen und wir tragen, wenn wir die Toten ge­stiert haben, einen Abglanz davon heim in unser Alltagsleben. Und dieser Abglanz von unseren Toten tut uns heute Not. Wir brauchen ihn in der Zeit der schweren Not, in der Not der schwe- : ten Zerr, die uns verbietet über untergegangene ; Hoffnungen verankert zu kreisen, die uns aber gebietet, unser Auge in die Zukunft zu richten, - ein Heldenleben zu leben, wie es unsere tapferen Söhne auf den Schlachtfeldern gelebt haben, ein jeder auf seinem Platze. Groß und tapfer war das Geschlecht, das auf den Schkachtfetdern der Welt dahinsank. Groß und tapfer soll auch das Ge­schlecht sein, das über den Gräbern dieWelt neu er­baut. Ohne harte Arbeit und mühevolles Ringen, ohne Einsetzung aller persönlichen Kraft und, wenn es sein muß, selbst des Lebens vermögen wir stdoch in den schweren Fragen, die heute Menschen und Volk bewegen, nicht zu siegen. Verloren ist die Sache eines Volkes, wenn nicht jeder einzelne tatkräftig mitwirkt, gleich, als ob an seinem Teil «Kein das Schicksal des ganzen Volkes hing«. Unsere Zeit braucht die ganze Einsetzung unseres Lebenswillens, um aufzubauen was zerbrochen ist. Nicht die Hände in den Schoß legen, kein Zag­träumen in Verlorenes hinein können wir brau­chen, sondern Tatenmut. Die Welt ist tot, es heißt eine neue zu zimmern! Und dazu benötigen wir den Abglanz unserer teuren Toten, der auch von den alten Kräften zeugen wird, die wir zu dieser Erneuerung notwendig haben.

Menschen und Dinge wandeln sich, doch die Kräfte, ÖL Völker und Menschen den Weg zur Höhe führen, find die alten. Und diese alten wun­dersamen Kräfte, von denen uns unsere Toten viel erzählen können, wollen wir hinüber retten ch unsere neue Welt, die wir wirtlich, wohnlich Anrichten wollen für uns und unsere Kinder. Erne alte Kraft heißt: Nationales "m pfindeu. Das heißt seines Volkes bewußt! schauen wir nach Westen und Osten. Es macht W hier eine beschämende Würdelosigkeit breit- unsere ehemaligen Feinde, ja selbst die in= ?Wn Lanzenreiter, die Seuegalneger im be- wen Gebiet sind sich ihrer Zugehörigkeit zu ihrem <folie und Lande bewußt, heute mehr als je. Die Solidarität des internationalen Proletariats war «ine deutsche Illusion Sie existiert nicht- Oder vielleicht doch? War sie da als ein serbischer Fana- urer den Funken in das von der Entente in v>eiser Vorsicht bis obenauf gefüllte Pulverfaß ^arf? War sie da, als unser Deutschland sich selbst ^tmaniite und einem erbarmungslosen Feind zu Füßen legte, im Vertäuen darauf, daß bie sal­bungsvollen Sprüche und die schönen Redens- orte» der feindlichen Wortführr nun in die Tat uuigcsctzt würden? Nein! Aber der deutsche Llrbck- ^r erkennt immer noch nicht, daß er in seinem Gruben an die internationale Solidarität seiner

Klaffe verraten und verkauft ist, daß die starken Wurzeln seiner Kraft nur in der deutschen Hei­materde haften.Es wird kein Mann ohne Vater­land!" Aber es wachsen Männer an und im Vaterlande? Das ist es, was uns retten kann. Eine weitere alte Kraft lautet: Liberales Denken! Liberal sein, nicht im Sinne einer Partei, sondern als Richtlinien für unser Fühlen, unser Denken, unser Handeln, heißt den Persön- lichkeitswert des Menschen anerkennen. Wir sind nun einmal als Menschen keine Sachen und keine Nummern, die man stellen und auslosen kann wie Möbelstücke oder wie die Nummern im Lotterie­spiel.Höchstes Glück der Menschenkinder sei nur die Persönlichkeit." So sagt es Altmeister Goethe. Das Glück kommt nicht von außen, niemals, es wohnt im Innern und kommt vom Innern, aus der Persönlichkeit heraus. Darum Schutz der Persönlichkeit des Menschen. Dieser Schutz ist durch die Revolution verloren gegangen. Man ist mit Menschen umgegangen, als seien es tote Sachen. Liberalität im besten Sinne des Wortes, die Achtung jeder Persönlichkeit, die das Zu­sammenleben der Menschen erst ermöglicht, das Leben lebenswert macht, ist uns abhanden ge­kommen, sie müssen wir wieder zurückgewinnen. Aus Liberalität, die Menschen gut und nicht Par- teigut ist, folgt als dritte alte Kraft wie aus der Blüte der Frucht: Soziales Handeln. Nicht sozialistisches Handeln, das heißt ein Han­deln nach dem Parteiprogramm. Sozial und fo= nalistisch sind heute zu Gegensätzen geworden. Der politische Sozialismus hat auf der ganzen Linie Schisfbruch erlitten. Wie wäre es, wenn wir uns zum sozialen Gedanken bekehrten, wenn wir von einem geradezu menschenfeindlichen Han­deln, wie es während der zwei Jahre Revolu­tion in erschreckendem Maße zutage getreten ist, nuuLumruicbenfr rundlichen, zu einem wahrhaft

daß der deutsche Dottrinarismus und ParieiDena- tismus alte, unvergängliche Werte in falsche Münz« umzusetzen versucht hat, darf uns nicht ab­schrecken, das zu tun, was recht und billig ist. Der liberale Gedanke, der Gedanke der Duldung und Duldsamkeit ist es, der unser Volk aus den Fesseln eines hartherzigen Parteisanatismus lösen muß, wenn wir zu einem erträglichen Zusammenleben kommen wollen. Aus wahrer Liberalität, auch Achtung vor der Persönlichkeit jedes Menschen, folgt erst das sozial« Handeln, das wir als die erlösende und versöhnende Tat betrachten. Na­tional nach au ßen: so können wir uns nur als Volkbehaupten! Liberalundsozial ?*sV?2ri?ta,TL^^ W«t au! d!- Cffenliweit d., V--i,-,<

f $ e n ^bcn bie durch . ott unb die Natur in Ic Ser Völkerbund müsse eine Aera der offenen

eine untrennbare Gemeinschaft gestellt sind.

Erkennen wir diese alte unvergänglichen Kräfte als drei Sterne, die uns voranleuchien müssen in dem undurchdringlichen Dunkel der Gegenwart, durch das unser S3eg führt, dann werden wir auch wieder den Weg zum Aufstieg finden, dann wird auch für Deutschland nach dem Meer von Tränen, das uns der Weltkrieg und seine Folgen

brachte und das am morgenden Loge wieder größert werden wird, nach all der Not und Elend eine bessere Zeit wiederkehren. Auf Vember folgt Wintersonnenwende!

Der WAKerbrmS.

der­bem No-

Die Völkerbundsvermmmlung setzte ihre Arbeite» am Freitag vormittag fort. Ärasioeut Hymans gab den Eingang eines Danctelegramms des Präsidenten Wilson bekannt. Der englische ®elrg erte Barnes sprach hierauf dem Rat seine Anerkennung für die be­reits geleistete Arbe t aus. forberte erndkinglich, daß der Völkerbund unbedingt Mittel finden müsse, um das armenische Volk vor dem Untergang zu retten. Er hob eie Auf abe des Völkerbundes hervor, durch inter­nationale Verein gungen das Los der Arbeiterswafr zu v rbessern und verlangte AuZlun t darüber, ob ein Mitglied des Böl erbundsrates das Recht habe, sich zu beschweren, wenn eine von der Arbeiterkon crenz ge­troffene Entscheidung von dem einen ob'r anderen Staate nicht durchgeführt werde. Eine weitere außer­ordentlich wichtige AuwobL des Völkerbundes liege harn, die Konflikte zwischen den verschiedenen Ländern zu vermindern. Es müsse, wie der Redner bctoiu, sesi- gestillt werden, daß der Völkerbundsrat es versäumt bat, den po.wsch-rnssischen Kr e.g zu verhindern ober, nachdem er schon einmal ausgebi ochcn war, seinen Ad- schlns; zu vermitteln. Auch heute noch, wo te n defini­tiver Fr edul abgeschlossen k , müsse der.terbuno dabinwirlen, daß der Kouflick bur.D einen endgült gen Frieden aus der Welt geschasir wird. Er richte die kategorische ,vrage an den VölkerbundSrat, warum er in dem poiui ch-russischen Konflit: nichtii ter- veniert habe. Unter grosser Animer. amleit der Ver- ammlung kam sodann Barnes auf die Frage derZu- l a f f u u g der ehemals feindlichen Staaten zu sprechen. Er erklärte, mit hoher Verantwortl'ch- ke t im Namen der englischen Arbeitermassen d.e Oor- berung zu erheben, daß diese damals seiadUchcu Länder im ervunr zngeläff,» werden. Die Au? äuung der en lischen Arbeiieniiaglen toerbe z.vesscUos gete.lt von der Arbeiterschaft der ganzen Wett. Diese Au -

fassung sei schon in der Frage der Washingtoner Kon­ferenz zum Durchbruch gekomnlen, an der die englische Arbeit-richaft teilzunehmen sich weigerte, totstem nicht auch bie Arbeiter der ehemals feindlichen Länder ihre Vertreter entsenden könnten. Die englische Arbeiter­schaft vergesse keineswegs, daß die Zentralmächte im Jahre 1914 die Welt in ein Blntmcer gestürzt haben uno leugnen die Verantwortlichkeit dieser Völker uub ihre Pflicht, die verwüsteten Gebiete wieder auf« zubauen, keineswegs. Es fei nicht Sache des Völker­bundes, die Verträge und ihre Ausnihibarkeit hier zu diskutieren, aber es sei Sache des Völkerbundes, die Welt aus dem Haß, in den der Krieg sie gestürzt hat, zu retten. Die Mitwirkung der ehemals feindlichen Länder an der F i n a n z k o n f e r e n z tu Brüssel fei von größtem Wert gewesen und eS habe sich schon da gezeigt, daß nur durch e ne internationale Zusammen­arbeit unter Zuziehung der ehemals seindlichm Staaten etwas Posit.vcs geschaffen werden könne. Der Redner fuhr fort: Wir müssen das a te System der politischen Allianzen aufgeben, das soviel Unheil geschaffen hat. Die begangenen Verbrechen vergessen wir nicht und sind der Meinung, daß Sanktionen nötig sind. Aber heute muß doch feftgefteüt werden, daß die kaiserlichen Rec ierungen uub die verantwortlichen Kanzler ver­schwunden sind und einer vergangenen Zeit angeboren und daß die Regierungen, mit denen '.ir es jetzt zu tun haben, Vertreter des deutschen Volkes sind, das Einfluß auf diese Regierung hat. Der Völkerbund muß nicht zurücksehen, sondern in die Zukunft blicken. Nur dann wird es ihm möglich sein, sich die Mitwir­kung der ganzen Welt zu sichern und eine Aera des Friedens und der stetigen Entwicklung für alle zu schaffen. kBeifoll).

Nach Varnes sprach Zahle (Dänemark) der u. a. die Forderung unterstützte, daß die Dokumente aus den Verhandlungen des.kerbundsrates der Oeffentlichkeit in vollem Umfange zugänglich ge­macht werden. Der holländische Minister des Aeußeren Karnebeek beantragte, daß der Artikel 18 des Völkerbundsvertrages betreffend die Ein­tragung der Vermögen beim Eeneralfekretariat einer Kommission zur neuerlichen Prüfung unter« breitet werden, um einer verschiedenen Interpre- tetwt o^2 ArLüM vorzubeugen. A s letzter langte, daß von einer Kommlision die Frage ge^ prüft werden müsse, wie die Beziehungen des Völkerbundes zum Völkerbundsrat und der Völker­bundsversammlung klar geregelt werden können. Auch müßte die Haltung festgelegt werden, die der Völkerbund gegenüber den Staaten einzunehmen habe, die den Völkerbundsvertrag nicht unterzeichnet haben. Bei der Ausführung der Bestimmungen der Verträge, die vom Völkerbund auszuführen sind,

müsse im Geiste der Gerechtigkeit und in voller Unparteilichkeit vorgegangen werden. Dies sei um lo notwendiger, als diese Bestimmungen sich auf Länder beziehen, die dem Völkerbund noch nicht angehören. Motta behandelte dann eingehend bie Frage der Eintragung der Verträge beim Völker- bundssekretariat und erklärte, da; die Schweiz den

Diplomatie eröffnen und die zwischen den einzelnen Mitgliedern des Völkerbundes abgeschlossenen Ver­träge müßten dem Völkerbundssekretariat in vollem Umfange wörtlich zur Veröffentlichung übergehen werden. Redner stellte mit Genugtuung fest, daß von den bisher angemeldeten neun Staatsverträgen fünf allein von der Schweiz stammen. Motta sprach sodann die Zustimmung der Schweiz aus zu dem internationalen Schiedsgericht und zu der Forderung Lord Cecils, daß der Völkerbund eine energische Aktion unternehme zur Rettung des armenischen Volkes. Nächste Sitzung Samstag.

Eine Rote Dcut-'chlandS.

(Senf, 19. Nov. Beim Völkerbundssekretarial

ist eine Note Deutschlands eingelaufen, in der Deutschland Beschwerde füstrt über die durch den Völkerbundsrat vorgenommene Verteilung

Mandate der ehemaligen deutschen Kolouien.

Eupen Malmedy.

Bei den delglichen Z-ütunßrN ist el bekanntlich l-ch, d c beutidhcH Kreise Enven und Malmedy

der

üb- a'l

früheres belgisch:» Geb.ct zu bezeichnen und deshalb von einer Wiedervereinigung mit Belgien zu sprechen. Die deutsche Presse rückte diese Vergewaltigung der geschichtlich » Wahrheit schon häufig ins rechte Sicht Wie wir hörcn, na mt nunmehr auch die deutsche Re­gierung zu der ^ugctegcnheit Stellung, indem sie der delgischen Reg ccung und dem Völkerbund folgende Note übermittelte:

Im AmiSblatt der belg'fcfien Regierung vom 22. September cüdücn eine vom belgischen Ministerpräsi­denten unterzeichnete Proklamation, in der «klärt wird, daß die Kreise Eupen und Alalmedy nach einer Trennung von über hundert Jahren nunmehr mit dem Bin.»erlaube Belgien wieder vereinigt wurden. D mgegci.über stellt die deutsche Regierung folgendes sei: Die beiden Kreist waren durch Abmachungen 9:1 W.cuer Küng:csst» zu Preußen geginnten und oaren asto preußisch, bevor das heutige Belgien über­haupt helan). Vorder gehörte, abgesehen von einer feiiooe von zwei Jahrzehnten, während der die Kreise mit beut übrigen linken Rheinufer unter französischer Herrschaft stauben, der Kreis Eupen zu dem Stande Simburg, das Jahrhundertelang Besitz des Hauses Habsbueg uub ham.t Bestandteil bei alten deutschen Reich. i war, dessen Gebier gegenwärtig zwischen Deuts.ulano, Belgien mir Ho aud anfgeteilt ist. E» ist zu beutelten, daß bei der Gr nzssieuung von 1816 nicht der ganze deutsche Teil L>»idura» Preußen iu»

geteilt wurde. Vielmehr blieben 12 Gemeinden mit etwa 20 000 deut'chspr-chend-u Einwohnern außerhalb der preußischen Grenzen. Vom Kreise Malmedy ge* hörte der kleinere Teil, der sich im allgemeinen mit dem vorwiegend wallonischen Sprachgebiet deckt, zu der früheren Dovvelabtei Malmedy -Stavelot, die als selbständige Aleichsabtei über elf Jahrhunderte besinn» und sich unter den Schutz des alten Deutschen Reiche» ihre Selbständigkeit zu bewahren wußte. Wenn der Wiener Kongreß Stavelot an die Niederlande, Mal­medy aber an Preußen überwieS, so trug er damit der Verschiedenheit der Geschichte und der ethnographischen lind juriSdikti analen Verhältnisse , biefer Teilgebiete Rechnung. Der verb'eibende größere. übrigen» rein deutsche Teil bei Kreises Malmedy gehörte niemals zu einem Staatengebilde, deren Gebiet dem heutigen Bel­gien einverleibt wäre. Diese Tatsachen beweisen, daß von einer Wiedervereinigung der beiden Kreise mit Belgien nicht die Rede sein kann. Tatsächlich besau- den sich Preußen und Drutichland stets im unange­fochtenen Besitze der Kreise. Niemals sind bisher von belgischer Seite historische Ansprüche auf diese Gebiete geltend gemacht worden. Die deutsche Regierung legt gegen die BezeichnungAbtretung der Kreise Eupen und Malmedy «l» Wiedervereinigung mit Belgien" nachdrücklich Verwahrung ein, da die Bezeichnung den geschichtlichen Tatsachen widerspricht und geeignet ist, irrtümssche Anschauungen hervorzurufen.

Die Monschauer Bah».

Die deutsche Regierung richtete an die Alliierten eine Note betreffend die Monichauer Bahn», worin es u. a. heißt: Die deiftsche Regierung muß den Stand. Punkt, wonach die Grenzkommission ihre Besugniffe überschritten und sich mit mehreren Besiimmunaen bei Versailler Vertrages in Widerivruch gesetzt habe, und weder den wirtschaftlichen Interessen noch den Wün­schen der Bevölkerung Rechnung trug, auirechterhalten. Um den alliierten Mächten Gelegenheit zu geben, sich von der Richtigkeit dieses Standpunktes zu überzeugen, ließ die deutsche Regierung eine Denkschrift über bie Angelegenheit nebst einer Zusammen^ellung bei, ge­samten Materials überreichen. Die Note beschäftigt sich dann mit der Absicht der Alliierten, Enklaven zu schaffen uub sagt darüber, daß bet Grundsatz der Er» riauuna von Enklaven im Versailler Vertrag keine eruie findet, ionreui «ue Adäusecimg bei Leriragx» bedeuten würde. Ferner weist sie darauf hin, daß für Sie Bewohner der Enklaven geraoezu unleidliche Ver­hältnisse entstehen würden, wodurch ihre wirtschaftlich-: Existenz in Frage gestellt wäre. Deutschland kann deshalb der Errichtung von Enklaven nicht zustimmen. Schließlich wird vorgeschlagen, die Angelegenheit einem Schiedsgericht zu unterbreiten und bemerkt: Belgien legt offenbar besonderen Wert darauf, eine direkte Bahnverbindung zwischen Eupen und Malmedy zu er­halten. Um B elgien den Bau einer solchen Bahn zu erleichtern, ist Deutschland bereit, von bem Gebier bei Kreise» Mailschau Belgien da» erforderliche nnbewohntr Gelände abzutreten.

PoMische Tagesberichte.

Neue Forderungen auf Auslieferung deut« scher Luftschiffe. Der Vorsitzende des interattiier= ten Lufiüberwachungsausschuffes in Berlin hat dem Auswärtigen Amt einen Beschluß der Bot- schafterkonferenz zugestellt, worin folgende For­derungen aufgestellt werden: 1- daß die vorhan­denen deutschen LuftschiffeBodensee" _ und Nordstern" durch den inrerallrierten Lufiüber- wachungsausschuß als Ersatz für zwei zerstörte deutsche Lenllustschiffe beschlagnahmt werden, 2. daß die deutsche Regierung gehalten ist, den I alliierten Mächten den Wert der übrigen zerstör­ten Lenkluftschiffe - sei es in Geld, sei es durch Neubauten zu ersetzen.Deui^^ersertS wird, wie wir hören, der Standpunkt vertreten, daß wegen der Zerstörung der Luftschiffe keinerlei Forderungen van der Entente inehr erhoben wer­den können, weil alle Ansprüche der Alliierten wegen der während des Waffenstillstandes vor­gekommenen Verstöße durch das Senpa Flow- Protokoll abgetreten worden sind- (Diese neue Forderung ist ebenso unerhört, wie die voranoe- gangenen. Die deutsche Regierung hat alle Ursache sie abzulebnen. D. Red.)

PoincarS sinnt auf neue Jwatt's- Mittel. Pomcars schreibt in feinem letzr-r: Le't- artifel, daß er hoffe, Deutschland werde halb hert Völkerbund beitreten und jugeiaffeu werden, weil sich dadurch erst bie Möglichkeit ergebe, Deutschlan» tut Erfüllung seiner Verpflichtungen tu -winqeu. Na, seiner Meinung hätten jedoch nicht die Hälfte der Mitglieder bei kerbundes Vertrauen zu Deutsch, lano. Wenn sich in Genf dagegen ze ge, daß sich einzelne Staaten halten überreden lassen, um für Deutichlanb eine Lanze zu brechen, dann würden dielen schon durch Bourgeois. Viviani und Danotanx die Augen geöffnet. Nach Poincars» Ansicht scheint a!'ö der'militärische Druck Frankccich» aus Deutsch­land noch nicht zu genügen, saniern auch der Völker­bund soll noch mit Zwangsmitteln besten, um Deutsch­lands Untergang zu vollende!!. Wer für Deutschl nd cintreten will, bem will Frankreich die Augen öffnen. Die» ist eine fror einstufige Drohung, die selbst der kleinste Staat heute nicht mehr ernst nimmt,

Eine kommunistische Universität in Moskau. Nach einer Meldung derRussischen 'Neuesten Nachrichten" soll am 1. Dezember in Moskau eine kommunistische Universität eröffnet werden.

Weitere politische Nachrichten Seite 4.