Einrückung»sebubr:Die8gesv.Kolonelzeileod. beten Raum 1.— Mk.. die 4gekv. Zeile i. Reklameteil 3.— Mk.. 2ö°l°Teuerungszuschl. Offertgebühr 30Bfa.Beruasvreis:Vierteljährlick 12.90 Mk.. monatl. 4.30 Mk., für Postbezug vierteljährl. 12.90 Mark, monatl. 4.30 Mk. Die Nummer 20 Pfg. Postscheck-Konto Nr. 26659. Frankfurt a. M.
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Nr. 271
General-Anzeiger
AmMches Organ für Stadt- und LanSSreis Sem
Erschein! täglich mit Ausnahme der >§onn- und Feiertags
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Donnerstag den 18. November
„ Berlagsleitung: Ad. 3nbermü61e.
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1920
Das Neueste.
— Dem Reichstag ist der Entwurf eines Se= setzes zur beschleunigten Erhebung des Reichs- natopstrs und der Kriegsabgabe vom Vermögens- zuivachS zugegangen.
— In Prag kam es zu schweren deuMfeind- lichen Kundgebungen.
— Der vielgenannte Kommunist Hölz ist im Vogtland wieder aufgeiaucht.
— Der Ausgang der Wahlen in Griechenland hat Venizelos veranlaßt, endgültig zurückzutreten.
— Die ruMschen Organisationen, die Wrangel nahe stehen und diesen als Führer anerkennen, haben beschlossen, den Kampf gegen die Bolsche- Visten fortzusetzen.
Die Völkerhrm-sversammlurrg.
Präsident Hymans teilte zu Beginn bet gestrigen Vormittagssitzung der Völkerbundsversammlung mit, daß sich sechs Kommissionen gebildet hätten und nachmittags zur Wahl ihrer Präsidenten schreiten würden. Die fünfte Kommission, die sich mit der Aufnahme neuer Mitglieder in den Völkerbund zu Besassen haben wird, und die infolgedessen von größter politischer Bedeutung ist, umfaßt eine Anzahl der hervorragendsten Mitglieder des Völkerbundes. Vymans erteilte hierauf Pueyrredon (Argentinien) das Wort zu dem zur Behandlung stehenden Bericht des Generalsekretariats des Völkerbundes über die Tätigkeit des Völkerbundsrats und des General- fekretariats während des ersten Jahres des Bestehens des Völkerbundes. Der MWer schildert vorerst -,rv ^MMGDWM tiniens während des Krreges üW den Konflikt zwischen Deutschland und Argentinien wegen der Tätigkeit der A-Boote und kam sodann tauf die Frage der Aufnahme neuer Mitglieder in den Völkerbund zu sprechen. Für die Aufnahme eines Mitgliedes müsse es genügen, wenn irgend ein souveräner Staat seinen Willen kundgibt, dem Völkerbund beizutreten. Im Interesse der Demokratie des Völkerbundes wünsche Argentinien, daß die Mitglieder des Völker- bundsrates von der Völkerbundsversammlung gewählt werden und daß sämtliche dem Völkerbund angehörenden Nationen auch im Völkerbundsrat vertreten sind. Ferner erhoffe Argentinien vom Völkerbund die Schaffung eines obligatorischen internationalen Schiedsgerichts und einer engen wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit den Staaten zur Förderung der gemeinsamen Interessen des Völkerbundes. Hagerup (Norwegen) erinnerte daran, daß die nordischen Staaten besonderes Gewicht auf die Behandlung der Abrüstungsfrage in der Völkerbundsversammlung legen. Er betonte die Notwendigkeit einer Kontrolle des Völkerbundsrats durch die Versammlung, da nur dadurch die im Rate nicht vertretenen Nationen die Möglichkeit eines gewiffen Einflusses bekämen.
Lord Robert Cecil (Südafrika)empfiehlt im Namen Südafrikas, daß der Völkerbund die größte Sparsamkeit walten lasse. Er sprach sodann die Hoffnung aus, daß der Charakter der Oeffentlichkeit in der Tätigkeit des Völkerbundes immer stärker zur Geltung komme, und brächte einen Antrag ein, durch den der Völkerbundsrat eingeladen wird, künftig die Oeffentlichkeit über seine Tätigkeit eingehender zu unterrichten. Unter steigender Aufmerksamkeit kam sodann Cecil kurz auf die Danziger und die armenische Frage zu sprechen und ersuchte den Rat um neue Mitteilungen über seine in der Danziger Frage unternommenen Schritte. Cecil verlangte ferner in einem Antrag, daß sich der Völkerbundsrat energisch mit der armenischen Frage beschäftigen solle und daß die Völkerbundsversammlung nicht auseinandergehen dürfe, ohne in der armenischen Frage einen praktischen Beschluß tu saften, der geeignet sei, die Rechte dieses Volkes zu retten. Cecil kam dann auf den polnisch-litauischen Konflikt zu sprechen und verlangte, daß der diplomatische Schriftwechsel über diese Angelegenheit der Völker-
bundsversammlungunterbreitetwerde.Weiter brächte Cecil eine Resolution ein, daß das in Brüssel angeschnittene Finanzproblem ebenfalls der Völkerbundsversammlung zur Stellungnahme zu den in Aussicht genommenen Maßnahmen noch im Laufe dieser Session unterbreitet wird. Die Zollabsperrung und die gegenseitigen Barrieren müßten verschwinden und die militärischen Ausgaben stark verringert werden. Die Völker^ nds- versammlung könne in dieser Beziehung nicht zu viel, sondern höchstens zu wenig tun. Der Völkerbund müffe grundsätzlich eine Politik der Versöhnung treiben. Cecil apellierte zum Schluß an die Versammlung, daß sie sich zu energischen Maßnahmen entschließe, um den Geist des Völkerbundes wirklich lebendig zu machen.
Um Danzigs Verfassung.
Genf, 17. Novbr. Amtliche Mitteilung des Völkerbundrates. Der Völkerbund hielt heute nachmittag 6 Uhr eine Sitzung ab. Er beschäftigte sich mit der Frage der Ver- fassung der freien Stadt Danzig. Nach Anhörung und Prüfung des Berichtes über die von den polnischen Delegierten und den Danziger Vertretern in der letzten Sitzung aufgeworfenen juristischen Fragen setzte der Völkerbundrat den Text der Verfassung der freien Stadt Danzig endgültig fest. Dieser Text wird veröffentlicht werden, sobald er den beteiligtenParteien übermittelt worden ist.
Genf, 18. Novbr. Wie die Schweizerische Depeschen-Agentur von unterrichteter Seite erfährt, ist in der Sitzung des Völkerbund- X SWM* fassung festgestellt wurde, weiterhin beschlossen worden, Polen grundsätzlich das Mandat für die militärische Verteidigung Danzigs zu übertragen. Die Einzelheiten der Durchführung des Mandats sollen in den allernächsten Tagen festgelegt werden. Paderewski ist am Mittwoch abend nach Paris abgereist, wo demnächst die von der Botschafterkonferenz ausgearbeitete Danziger Konvention, die von der Delegation der freien Stadt Danzig bereits angenommen wurde, ebenfalls von den Polen unterzeichnet werden soll.
Frankreich befe§f die amerikanische Zone am Ahein.
Ipu. Washington, 17. Nov. Präsident Harding hat dem republikanischen Senator Knox, der sich wegen Krankheit nicht aktiv an der Wahlkampagne beteiligte, mitgeteilt, daß er (Harding) den Wählern versprochen habe, die amerikanischen Truppen aus Deutschland zurückzurufen, nachdem er die Regierung übernommen hat. Letzter Tage hat sich Harding auch gegenüber Regierungsbeamten in -diesem Sinne ausgesprochen, wobei er bemerkte, daß die Rücknahme der Truppen mit aller Beschleunigung durchgeführt werde.
Im Anschluß an diese Meldung erführt der Pariser Korrespondent der „I. P. U.", daß die Entente von dem Entschluß Harding» bereits Kenntnis hat und seit einigen Tagen in Paris darüber verhandelt, mit welchen Truppen die amerikanische Zone besetzt werden soll. Frankreich hat sich bereit erklärt, die erforderlichen Truppen mit Belgien allein zu stellen, doch will England an der Besetzung neuerdings teilnehmen. Englands Auffassung ist insofern etwas unverständlich, als bis vor einigen Wochen in London Tage lang beim Kabinett darüber beraten worden ist, ob England sich von der Besetzung am Rhein zurückziehen solle. Das war allerdings in den Tagen, als zwischen England und Frankreich ernste Zwistigkeiten bestanden und man in London im Zweifel war, ob eS im englischen Interesse liege, sich von Frankreichs Plänen loszusagen. Inzwischen hat dort der politische Wind gewechselt und die Entente ist wieder vollkommen einig.
Tschechische AusschrMrmZen.
Prag, 16. Nov. Das tschechoslowakische Pressc- büro verbreitet einen Bericht, wonach heute morgen eine Abordnung verwundeter Frauen, Kinder und Soldaten in Praz angekommen ist, die angeblich bei tschechenfeindlichen Kundgebungen in Eger mißhandelt wurden. Weiter beißt es in dem Bericht : Die Abordnung verunstaltete au: dem Wenzelsplatze eine Volksversammlung, in der das Vorgehen der Deutschen scharf verurteilt wurde. Nach Schluß der Versammlung begab sich die inzwischen auf 1500 Perio- INL» aumwachsene Menge zum Deutschen LandeStheater
und besetzte rS. Es wurde das Schlagwort aitiie« neben, das alte deutsche Theater sei vom Volke beschlagnahmt worden. Später kamep in das Theater einige tschechische Schauspieler des Rationaltbeater?, welche zusammen mit der Wache die TheaterauSgänge besetzten und die Massen au? demselben binauSdräng- ten. Die Vertreter der Schauipielerschast erklärt-n, daß sie da? Theater gegen Beschädigung schützen würden, und daß das Gebäude für das tschechische Thäter solange bestblaanahmt werde, bis ein entsprechender Ersatz geschaffen sei. Auf dem Balkon des Theaters wurde die Staatsflagge gehißt. Von hier zog die Menge vor das Deutsche Haus, drang in da? Hau» ein und warf die Statuen hinan?. Die Ermabmm- zen der Wache waren erfolglos. Gleichzeitig erschienen etwa 40 Personen in der Redaktion der deutschen Zeitung „Bobemia" unb erzwängen vom Redakteur da? Versprechen, daß die Zeitung von morgen ab nicht mehr erscheine. In der Redaktion der .Präger Tag- blattes" wurde die Einrichtung durcheinander geworfen. In der deutschen Lesehalle wurde die Vereinsbiblisthek aus den Fenstern geworren. Ebenso wurde die Turnhalle beschädigt. Anch in der Druckerei der .Tribun«" wurden die Einrichtungen zerstört. Um 6 Uhr abends umstellte eine etwa zweitausendköpsige Menge, darunter Legionäre, daS Neue Deutsche. Theater und erklärte es für deschlaanabmt.
Prag, 16. Nov. Zu den Ereignissen in Eger berichtet die „Präger Abendzeitung": Nachts zogen von der Kaserne etwa 150 bewaffnete Lcaionäre auf den Marktplatz, hoben die Statue der Kaisers Franz Josef vom Sockel und besudelten sie. Die Bevölkerung wurde bei der Ankunft der Legionäre durch Läuten sämtlicher Glocken, Trommelwirbel und Hornsignale ansgeschreckt, kam aber zu lpgt. Bei ihrem Abzug gaben die Legionäre Schüsse ab, ohne jemanden zu verletzen. Die Bevölkerung durchzog mit Fackeln und unter dem Gelang der .Wacht am Rhein" die Stadt, riß ' an sämtlichen Gebäuden und am Bahnhof die doppelsprachigen Aufschriften ab und vernichtete sie. Die wiederaufgerichtete Statue war heute den ganzen Tag über von einer vielhundertköpfigen Menschenmenge umlagert. Wie gemeldet, soll eS in Eger zu Unruhen gekommen sein. Gerücktweise verlautet, daß der Versuch wiederholt wurde, das Denkmal zu stürzen.
tesgeir# ,£».-&*. D,c Uurwycu vL!U .SvNNlUL ist Eger hatten am Montag ein Nachspiel. An der Kreuzung der Schanz- unb Babnhofstraße kam eS zu Schießereien zwischen deutschen und einigen tschechischen Soldaten, an denen Offiziere beteiligt gewesen fein sollen. Dabei wurden sechs Personen, eine schwer, verletzt.
Prag, 17. Nov. Heute wiederholten sich die Straßenkundgebnngen. Größere Gruppen durchzogen die inneren Stadtteile und entfernten von verschiedenen Geschäften die Firmentafeln. — Narody Listy zufolge, erklärte der Ministerpräsident in der Ob- männerkonferenz des Senates, über das Schicksal des deutschen Landestheaters schwebten Verhandlungen.
Prag, 17. Nov. In Pilsen kam es aus Anlaß .bet Egener Ereignisse zu Kundgebungen. Die Menge drang in die Druckerei des Pilsener Tagblattes ein und machte das Erscheinen der morgigen Ausgabe unmöglich. In Brunn drangen etwa 100 tschechische Studenten in die dortige deutsche Technische Hochschule, doch gelang es der Polizei, die Ordnung wieder her- zustellen. Der Präger Lokalkorrespondenz zufolge kam es vor dem Parlament zu einem Zusammenstoß zwischen der Volksmenge und der berittenen Polizei. Die Menge drang m das «tiegenhauS des Parlaments ein.
Die Wahlen in Griechenland.
Eine Niederlage für Benizclos.
Die Wahlen in Griechenland endeten mit einer Niederlage von Venizelos. Außer einem Mitglied im Kabinett Venizelos Simons, fielen alle Mitglieder durch. Die Regierung hat beschlossen, sich dem VolkSwilln zu unterwerfen. Venizelos selbst ist endgültig zurückgetreten und soll auf einem Kriegsschiff Griechenland verlassen hal>en. Er erklärt einem Berichterstatter: Ich habe meine Pflicht getan. Das Volk verurteilte meine Politik. Ich ziehe mich zurück. Ist das die Handlung eines Tyrannen? Der Ausgang der Wahlen bedeutet also, daß sich das griechische Volk für die. Rückkehr seines Königs Konstantin ausgesprochen hat. Dieses Wahlergebnis ist geeignet, die Orient frage in ein neues Licht zu rücken. Sinn weiß, daß die Bestrebungen von Venizelos während des Krieges darauf gerichtet gewesen sind, den angeblich deutschsreundlichen Einfluß des Königs zu beseitigen und damit überhaupt den Stützpunkt der deutschen Politik im Orient zugunsten der Entente zu unterminieren. Mit Hilfe des Einflusses Frankreichs ist Venizelos die gegen Deutschland gerichtete Arbeit gelungen und der Eintritt Griechenlands in den Krieg ist zweifellos in den Wirkungen für Deutschland verhängnisvoll gcivesen- Mit der R:ickkehr Külisianüns würde zwar zunächst in der Sachlage keine Aenderung zugunsten Deutschlands eintreten, aber die Rückkehr ist geeignet, wie ganz richtig das „Journal des Debats" erklärt, den ganzen Orient, d. h. also die französische Politik im Orient zu Fall zu bringen. Man wird deshalb mit einer Nichtanerkennung der Sachlage durch die Alliierten zu rechnen haben. Geschieht dies, dann weiß man. was das Selbstbestimmungsrecht der Völker in den Augen der Entente wert ist.
Genf. 17. Novbr. Die griechischen Anhänger Konstantins in Genf veranstalteten eine Der- fammlung, in der sie beschlossen, sich sofort nach Luzern zu begehen, um dem König ihre Ergebenheit zu versichern. Gleichzeitig wurde ein Telegramm nach Luzern gesandt, in dem man den König zum Entscheid des griechischen Volkes beglückwünscht« und gegen die Verleumdungen protestierte, denen zufolge die frühere ^Regierung her Entente kein Wohlwollen bewiesen habe.
Athen, 17. Novbr- (Havas.) Wahrscheinlich übernimmt Königin Olga heute die Regentschaft, Venizelos ist endgültig zurückgetreten. Die Führer der Mehrheit erklären, di« Wiedereinsetzung König Konstantins sei eine vollendete Tatsache.' (Nach der französischen Presse geuri«ilt, scheinen dagegen die Alliierten zu beabsichtigen, der Rückkehr Konstantins ein entschiedenes Veto entgegen- zusetzen. D. Red.)
Zu Wrangels Niederlage.
Fortdauer deS SampfeS g«-«n die Bolsche» Wissen.
PariS, 17. Nov. Nach dem Exchange Telegraph ist General Wrangel bereit» in Konstantinopel eingetroffen.
Kouffantiuopet, 17. Nov. Etwa 20 Schiffe, die mit Flüchtigen und Kranken angeküllt waren, sind in Konstantinopel angekomwen und haben vor Moda Anker geworfen. Nur den Kranken und Verwundeten, deren Zahl etwa 5000 ist, wurde Erlaubnis erteilt an Land zu gehen. Die Franzolen haben Hospitäler für die Kranken und Verwundeten, und Baracken für die Flüchtlinae errichtet. Man weiß noch nicht tookn mit der Wrangel-Armee. Die russischen Kreuzer sind im Hafen eingetroffen, andere Schiffe werden erwartet. Gestern haben verschiedene russische Organisationen Sitzungen abgehalten und beschlossen, daß der K a m p f gegen dieBolschcwisten fortgesetzt werden muß. Weiter wurde beschlossen, Wrangel nach wie vor als ihren Führer im Kampfe gegen den Bolschewismus zu betrachten.
Paris, 17. Nov. Die Mitglieder der tussifchen Delegation in Parw. Fnm Lwow, Bcherkowsku »n» Malakoff, haben einen Aufruf an alle Russen erlassen, in dem sie erklären, daß trotz der Zufammenbruchs der Armee Wrangel der Kainpf gegen die Bolschewist^r weitergesnbrt werde. Jetzt werde baS sich im Aufruhr befindliche Volk den Kampf forffeben; dieser Kamin werde immer größere Volksmassen in Bewegung bringen, vielleicht ehV3 Tage? eine reguläre Armee, und dann werde das Volk sich seine Führer wählen, zu denen eS Vertrauen habe. Diese Kämpfer müßten alle Russen unterstützen. . ,
Konstantinopel, 17. Nov. Tschrtscherin hat an Lord Curzon ein Telegramm gerichtet, in dem er mit* teilt: Aus verschiedenen Quellen haben wir die Nachricht erhalten, daß man beabsichtigt, englische Schiffe zum Transport Wrangels und der Güter, deren er sich in Südruß'and bemächtigt hat,, zu benutzen. Man kann nicht leugnen, daß man in der Teilnahme der britischen Marine an der Bewegung der Ausständischen, die gegen, die russische Sowjet- rcgieruut gesümpft haben, eine feindliche Haltung der britischen Regierung gegen die russische Regierung erblicken muß und einen Bruch der Versicherungen, die uns die brinsche Regierung verschiedenllich in dieser Angelegenheit oemacht hat. Die russische Regierung rechnet bestimmt darauf, daß die britische Regürunz nicht eine Haltung einitimmt, die ^3 der rmsiichcn Regierung unmöglich macht, die bisher wieder aus« genommenen freimb’cüaftfic&en Beziehungen mit dem britischen Reiche fortzusetzen.
Pslitrsche Lagesbsrichle.
— Hö'.z wieder im Vogtland. Der Banden- führet Holz, über dessen Aufentbalt feit langer Zeit ein geleinmirvolleZ Dunkel schwebte, ist am Montag abend in Auerbach i. V. in Begleitung seiner Freunde; Gödel, mit dem er seinerzeit auch nach Böhmen entwichen ist, wieder aivgetaucht Er erschien in der achten Stunde bei dem hiesigm Fabrikanten Kmoll unb verlangte die Herausgabe von 50 000 Mark. Knioll, der die Summe nicht zur Verfügung hatte, mußte ihm seine gesamte Barschaft von mehreren tausend Mark aushändigen, worauf Holz mit seinem Begleiter in dcr Dunkelheit wieder verschwand. Seine Identität ist durch mehrere Personen einwandfrei feftgcfteHL Die Staatsanwaltschaft Planen gibt bekannt, daß die Belohnung von 3u000 Mark auf die Ergreifung bei Hölz noch zu reckt besteht. — Die sächsische Regierung hat laut „Berl. Lokalanzeiger" etwa 200 Sicherveits« folbaten in Automobilen in die Gegend von Planen gesandt, um sie gegen weitere taten bei Banditen >>ölz zu bewahren. Bei dem ErpressungSversuch an dem Fabrikanten ttmoll dandelt es sich um eine halb» Million Mark. Hölz erhielt jedoch nur 7000 Mk.
— SardingS erste Tat. Die .Time»' meldet auf Washington: Die erste Tat bei Kongresses, den Harding nach Uebernahme der Präsidentschaft zu einer Sondersitzung einberuft, wird die Annahme einer Resolution fein, worin der Kriegszustand als beendet erklärt wird. Demnach sollen Verhandlungen mit dem Ausland bezüglich des Mlkerdundes und bei Friede««- Vertrages euigcleitet werden.
— Frankreichs Mititärpienstzeit. Wie b« Morgenblätter fcststcllcn, hat der Ministettat gestern bestimmt, da': die zweijährige Dienstzeit bis zum Oktober 1922 aufrechterbalten bleiben soll. Von da a« tritt die 18monatige Dienstzeit in Kraft.
W«iter« politisch- Nachricht«: ©die *.,