Nr. 288
^StanÄesuortröge. Vom 14. November «6 21. November läßt der Notburgav:rsin ^ligiöse L'itandesvorträge -alten. Diese Vor- Mc sollen dienen zur religiösen Erneuerung. Ige Vereinsmitglieder, sowie alle kath. Hausan- ,estellten (Hausmädchen, Dienstmädchen, Kinder- Mchen, Stützen, Köchinen usw.) sind freundlichst ' geladen. Mit Rücksicht auf die täglichen i häuslichen Pflichten sind die Vorträge abends im halb 9 Uhr festgesetzt. Es soll auf diese ; Meise einem jeden kath. Hausangestellten möglich ‘ -euiacht werden, den Vorträgen beizuwohnen. ' hie verehrten Herrschaften werden gebeten, ihren I hith. Bediensteten die Teilnahme an dieser ‘ religiösen Veranstaltung nicht zu versagen. Die Lorträqe finden statt im Schwesternhaus V. d. Mzigbrücke. Sonntag und Mittwoch (Buß- Md Bettag) wird auch nachmittags um 5 Uhr ein Vortrag gehalten. Vereinsmitglieder, kath. Hausangestellte beteiligt euch recht zahlreich.
* Stiftungsfest. Unter Bezugnahme auf da» gestrige Inserat machen wir nochmals auf- - inerksam auf den Familienabend der kath. i Limglingskongregation" in der Turnhalle, Zahnstratze. Das reichhaltige Programm dürfte den Besuchern einen unterhaltungsreichen Abend garantieren. Der Eintrittspreis beträgt 3.50 M einschl. Steuer. Karten im Vorverkauf sind noch zu haben.
* Wncherpreise für Weihnachtsbäume. Aus dem Vogelsberg und dem Spessart, die als Haupt- versorgungsgebietc mit Christbäumen für Hesten- Nassau und den Freistaat Hessen in Betracht kommen, wird gemeldet, daß dort die Weihnachts- dämne auf dem Stamm, d. h. ungeschlagen im Bälde pro Stück 8 bis 12 Mark kosten. Dazu kommen nun noch Holzungs- und Absuhrlöhne, Lahnfracht und Händlerverdienst. Auch hier dürf-' ien die großstädtischen Händler als Quelle der Wucherpreise in Betracht kommen.
* Neue Zweimarkschrine werden, wie bereits hirz berichtet, als Darlehnskassenscheine heraus- gegeben. Sie haben eine Größe von 9,9X6,6 Zen- timeier und sind auf Wasserzeichenpapier (Vier- -aßmuster) gedruckt. Der Schein bat auf der Vorderseite einen graubraunen Goillochenunterdruck, graublauen Schutzdruck, Textdruck in rotbrauner Farbe, Kontrollstempel und Nummer in bläulichroter Farbe, sowie einen Trockenstempel. Im Zierrande des Textdruckes verteilt befindet sich der Stoasfatz in lateinischen Buchstaben, oben steht auf guillochiertem Grunde die Zeile „Dar- lehnskaffcnschein Zwei Mark" in deutscher Schrift. Mitten darunter befindet sich auf blaugrauem Grunde die Nummer. In zwei rechteckigen Sci- tenfrldern links und rechts erscheint ein Blatt- und Blumenzierstück in Heller Farbe auf blau- grauem Grunde. Zwischen den beiden Seitensel- dern befindet sich in der Mitte ein rechteckiges Feld in rotbrauner Farbe. Es enthält hell ausgespart die Wertziffer „2", darunter blaugrau schraffiert das Wort Mark, das Ausfertigungs- batum 1. März 1920 und das Wort „Reichs- ichuldenvrrwaltung". Rechts und links- neuen der Wertziffer „2" sind rankenartiae Zierlinien in blaugrauer Farbe vorhanden. Die Rückseite enthält eine graubraune G-uilloche, einen wein roten, ebenfalls bis zum Beschnitt reichenden Schutzdruck, der in der Fläche ein aus kleinen Wert- ziffern „2" zusammengesetztes Pantographen- musier zeigt, im übrigen aber mit dem in rotbrauner Farbe hergestellten Aufdruck verarbeitet ist. Der Aufdruck stellt ein Zierstück von annähernd rhombischer Begrenzung dar. In den vier Ecken des Scheines steht die Wertziffer ,,2" in offenem Zierdruck. In der Mitte des Zierstücks befindet sich eine fast quadratische Fläche in iveinroter Farbe, darin rotbraun die Worte „Darlehnskassenschein Zwei Mark" in deutschen Lettern, rechts und links neben den Worten Zwei Mark die Wert^iffer 2. Zu beiden Seiten
Sie es nicht vorher getan haben, wo Sie doch wußten, daß ich heute kommen würde!"
»Das wußte ich nicht!" rechtfertigte sich Moritz Gaffel.
„So?" rief der Kreisschulinspektor überrascht. -Hat Ihnen Herr Pohl das nicht mitgeteilt?"
Moritz Gaffel schüttelte den Kopf und dachte w die Karte, die Sebaldus Pohl am Samstag so hastig vom Tische genommen hatte.
„Wie kommt das?" forschte der Schulrat argwöhnisch. „Halten Sie keine gute Nachbarschaft mit ihm?"
„O doch!" gab Moritz Gaffel zurück. „Er wird es vergessen haben."
„Vergessen?" polterte der Kreisschulinspektor Stimmig. „Das wäre denn doch etwas stark! Haben Sie ihn irgendwie gekränkt? Eine kleine Meinungsverschiedenheit vielleicht?"
„Nicht das Geringste!" antwortete . Moritz Gaffel aufrichtig.
„Es ist gut!" sprach der Schulrat, strich sich Mer den struppigen Schnurrbart und reichte Moritz Gaffel, dem Schwergeprüften, an der Tür "och einmal die Hand. „Auf Wiedersehen übers eahr!"
Dann schritt er gewichtig über den Platz und stet nach zwei Minuten in die katholische Schul- Me, wo Sebaldus Pohl schon auf ihn wartete "nd ihn mit einem tiefen Bückling empfing.
. Die Listen waren in Ordnung und mit außer- ordentlicher Sorgfalt geführt worden. Bei der Prüfungsaufgabe „111:3" hoben sich alle Finger w^ auf einen Ruck. Der Schulrat war reichlich Miedigt und schrieb in das Protokoll: „Im Echoen wurden die Resultate schnell und richtig kracht. Die Beteiligung von Zeiten der Kinder war ehe sehr rege."
Noch mehr Freude erlebte der alte Herr beim Aussagen der religiösen Mentorierstoffe. Ohne Pocken und Versprecben rasselten die Sprüche und Gebete mit maschineller Sicherheit herunter. Die Gebirge Asiens konnten die Kinder wie am Schnürchen -erjagen, aber ob die schlesische Grenze
Samstag sen
des rechieckigen Feldes in runden Feldern der Reichsadler in rotbrauner Farbe.
* Achtung, Verjährung! Die Forderungen aus Geschäften des täglichen Lebens verjähren bekanntlich in zwei Jahren, diejenigen aus Geschäften für den Gewerbebetrieb des Schuldners sowie die Kapitals-, Miets- und Pachtzinsen in 4 Jahren vom Schluß des Jahres ab gerechnet, in dem die Forderungen fällig geworden sind. Der Ablauf der Verjährung für diese Forderungen, soweit sie mit Ende des Jahres 1914 noch nicht verjährt waren, wurde wegen des Krieges fortgesetzt hinausgeschoben, zuletzt durch Verordnung vom 26. November 1919 bis zum 31. Dezember 1920. Nach diesem Zeitpunkt sind also alle die genannten Forderungen aus der Zeit vor dem Kriege verjährt, gleichgültig ob einer der Beteiligten Kriegsteilnehmer war oder nicht. Bei Kriegsteilnehmerschaft des Gläubigers oder Schuldners besteht nur folgende Ausnahme: Diejenige Zeit der Kriegsteilnehmerschaft (Kriegsgefangenschaft), die nach dem 31. Dezember 1919 liegt, wird in die Verjährungsfrist nicht mit eingerechnet. Ist also einer der Beteiligten erst am 1. April 1920 aus dem Kriege (Kriegsgefangen- schaff) heimgekehrt; so verjähren die obigen Forderungen für oder gegen ihn nicht schon am 31. Dezember 1920, sondern erst am 1. April 1921.
9 'des Schuldanerkenntnis (schriftliches oder Mündlihes Schuldbekenntnis, Abl^laosZahlung, ZinsMblung) oder die gerichtliche Geltendmach- ung (Klage. Mahnverfahren) unterbricht die Verjährung. Wegen der Ueberlastung der Gc- riebte empfiehlt es sich, den Zahlungsbesebl nicht erst in den letzten Tagen des Dezember, sondern schon jetzt beim Amtsgericht des Wohnsitzes des Schuldners zu beantragen. W. W.
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Eine Mahnung au Geschäftsleute.
Jetzt, wo sich das Geschäftsleben wieder etwas erholt hat, sei darauf hingewiesen, welchen Nutzen eine zielbewußte Leitungsreklame dem Geschäftsmann gewährt. Es gibt vielerlei Gutes überall, um das sich kein Mensch bekümmert oder das doch nur sehr geringe Nachfrage erweckt. Warum? Einfach darum, weil das „Gute" dem großen Publikum völlig unbekannt ist. Sache des Besitzers ist es nun, die Vorzüge derjenigen Artikel, die er zu vergeben hat, ins rechte Licht zu rücken. Und dies geschieht noch immer am verhältnismäßig billigsten durch eine kluge, zweckentsprechende Zeitungsreklame in einer Tageszeitung mit nachweislich großer Abonnentenzahl. Freilich, auf einen Schlag" fällt kein Baum! Eine einzige Ankündigung will nicht viel besagen. Will man das große Publikum zu sich heranziehen, so muß man ihm möglichst oft und nachdrücklich seine Firma ins Gedächtnis rufen. Zunächst wird der Leser auf dies und jenes nur aufmerksam. Danach wird sein Interesse gesteigert. Liest er aber öfter von den Vorzügen dieses und jenes Artikels,
Q ereil e m. Neuerer verwandelt, bis Gr' doch schließlich die betreffende Firma auffucht- — um den Gegenstand „zu probieren". Was Zeitungsreklame vermag, wissen am besten Welt- firmen, die durch sie groß geworden sind. Also inserieren, oder wie es auf gut Deutsch heißt: seine Ware angcigen.
* Die Vorlage über die Provinzialwahlen. Die Wahlrechtsausschuß der preußischen Landesöer- sammlung beriet die Vorlage über die Wahlen zu den Provinflallandtagen. Die Zahl der Abgeordneten wurde so festgesetzt, daß in jeder Provinz für die ersten zwei Millionen Einwohner ein Abgeordneter auf je 25 000, für die dritte Million ein Abgeordneter auf je weitere 35 000^ für die vierte Million ein Abgeordneter auf je
vor oder hinter Zdurotschin lief, wußten sie »1*1 Ueber die Schlacht von Prag dagegen konnten sie so genau berichten, als wären sie dabei gewesen. Als aber der Schulrat nach dem Vater des Kaisers fragte, rieten sie auf den großen Kurfürsten und auf Karl den Großen. Sebaldus Pohl rang verzweifelt die Hände und machte eine höchst unglückliche Miene. Und als ein Mädchen gar den „Heiligen Vater Leo. den Drei'ehnten" beschuldigte, wurde es dem Kreisschulinspektor doch zu arg.
(Fortsetzung folgt.)
ErWKcherr.
OJuichbnKf verboten.)
Der Morgen legt den ersten Streif von Frühevtschein auf Nachbars Dach. Vor meinem Fen'ter kalter Reif ruft mich aus tiefen Träumen wach. —
Ich ging zur Nacht im Mondenschein durch dunkler Gärten wogend Grün. Hell alchrte jeder Kieselstein der schwüren Laube von Jasmin.
Und durch die Nosengänge schritt, ein Weib, die Locken mondenvoll und brächte einen Becher mit Darinnen Wein wie Purpur quoll.
Mir nahend, an des Kelches Rand lehnt sie der Lippen heiße Glut. Sie sah mich, — ihren Fingern schwand das Gold — am ^BoDen floß Die Flut.
Und aufgeregter fuhr die Luft durch mondbedecktes, warmes Grün. Berauschender stieg Blumenduft und fiebernd ward des Leuchtwurms Glühn.
— Da flog der erste Morgenstrahl, den Tag entzündend, auf das Dach. Und draußen flimm.n weiß das Tal. und dünn beeilt der Bach.
Lanau. Nr.
in. Novemtzer weitere 50 000, für die fünfte Million ein Abgeordneter auf je 75 000, für die sechste und jede weitere Million Einwohner ein Abgeordneter auf ie weitere 100 000 Einwohner entfällt. Es erhält demnach eine Provinz mit zwei Millionen Einwohnern 80, mit drei Millionen 108, mit vier Millionen 128, mit fünf Millionen 141 Abgeordnete. Als Wahlkreise sind im allgemeinen die Landkreise und die Stadtkreise vorgesehen. Die Verbindung von Wahlvorschlägen ist unzulässig. Ein demokratischer Antrag will die Reststimmen in einem Regierungsbezirk zusammenfassen und die biernach zu berechnenden Abgeorneten den Wahllreisen nach der Stärke der überschießenden Stimmen zuteilen, aber keine Provinzliste bilden. Das Zenirum stimmte diesem Vorschlag zu. Die Deutschnationalen, die Deutsche Vollspartei und die sozialdemokratischen Gruppen beantragten für die Reststimmen die Schaffung einer Regierungsbezirks- bezw. Provinzliste; die Entscheidung wurde noch aufgeschoben.
* Festgenammen wurde heute morgen ein hiesiger 19 Jahre alter Bursche, der im dringenden Verdacht steht, den am Dienstag abend in der Leipzigerstraße vorgekommenen Raubüberfall auf eine Frau unternommen zu haben.
* Ein ungetreues Dienstmädchen. Ein bei einem Anwohner der Frankfurterlandstraße be- dienstetes Mädchen räumte gestern morgen den Kleiderschrank aus und fuhr mit den einen Wert von 14000 Mk. repräsentierenden Bekleidungsstücken nach Frankfurt. Die Ungetreue konnte Dort bald ermittelt und ihr die Sachen wieder abgenommen werden.
* Tom Jack — der Eiskönig. Die Vorführungen dieses seltsamen und interessanten Entfesse- lungskünstlers- aus der Herbstmesse erfreuen sich fortgesetzt starken Besuches. Am morgigen Sonntag tritt der Künstler zum letztenmale auf, ihn und seine mit großer Geschicklstbkeit gezeigten Kunststücke sich anzufehen, ist lohnenswert.
* U. T., Schnurstraße 10a. „Das Rätsel im Menschen". Keinem Gebiet des modernen Geisteslebens steht die große Masse des Volkes wie auch die Mehrzahl der Gebildeten so fremd gegenüber, wie dem der Geheimwissenschaften. -Der berühmte Exvenmenta - Vft.chologe Konrad Lettner und sein Mitarbeiter Franz Rauch haben Deshalb einen Film geschaffen, der Hineinleuchiet in „Das Rätsel im Menschen". Das gewaltige, fünfaktige Werk läuft ab heute Samstag. Als Einlage ist ein Vallh Vera-Lustspiel „Der ungebetene Tangogast" vorgesehen.
* Centealthsater. Der große Abenteurerfilm „Die Kronjuwelen des Herzoas von Rochester" gelangt ab heute zur Vorführung. Robert Heymann hat hier in 5 Akten ein Werk geschaffen, das als nur erstklassig bezeichnet werden kann. Johannes Riemann und Ria Ienoe haben ebenfalls durch ihr bekanntes Sviel wesentlich zum Gelingen des großen Werkes beigetragen. Als zweiter Schlager hat ein Senfationsdrama des in der festen Zeit in der Tagespresse viel genannten Schriftstellers Georg Kaiser „Der HarLÄi»V..--,.Aufirah«re im Spielplan gefunden, sodass den Besuchern des Theaters einige recht genußreiche Stunden in Aussicht stehen.
* -Ltavt-ihliothek -Hana«. Die Stadtbiblirthek ist geöffnet: Montag und Mittwoch von ViU—l/il Uhr, Samstag von 2—4 11 br.
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auf der Strecke Hanau-Afchaffcnburg.
Vor Der hiesigen Strafkammer nahmen gestern die Verhandlungen wegen Der auf der Eisenbahnstrecke Hanau-Aschaffenburg dorgekommeuen Beraubungen von Güterzügen ihren Anfang. Angeklagt sind nicht weniger wie 21 Angeklagte, Die, bis auf zwei, in Großauheim ansässig und größtenteils jugendlichen Alters sind. Da auch ein großer Zeugenappgrat aufgeboten ist, finden die Verhandlungen. in dem Schwurgerichtssaal statt-
Der Anklage liegt folgender Tatbestand zu Grunde: Ende vorigen Jahres kamen auf der Strecke Hanau-Aschaffenburg umfangreiche Beraubungen der Güterzüge vor, wodurch eine größere Anzahl Güter und Postpakete ihren Empfänger nicht erreichten. Nachdem man oftmals schon ausgeraubte Güter und leere Packungen, die vermutlich von Den Dieben zurückgelassen wurden, vorgefunden hatte, gelang es in Der Nacht vom 17. zum 18. November den 19jährigen Karl Rub recht an der Bahnstrecke in dem Augenblick festzunehmen, als er vermutlich wieder Die Absicht hatte, einen Zug zu berauben Er versuchte zu entweihen und setzte den ihn festnehmenden Bahnbediensteten energischen Widerstand entgegen. Er wurde aber überwastigt und nach seiner" Festnahme konnten sehr bald mehrere weitere jugendliche Burschen dingfest gemacht werden, die an Den Beraubungen beteiligt wa'cn.
Die Nlündernna der Züge neshab in der Regel in Der Weise, daß einer der Teilnehmer auf einer Station den betr. Güterzug bestieg und unter- weg? die Sachen abwarb die dann von den andern Komvlizen ausgeleiert und mit dem inzwischen wieder .vom Zuge Ab-'esvrungenen in Sicherheit gebracht wurden. Auf d'est Weise wurden eine große Menge Gü^e- und Po'Gakc geraubt. Es ist antuttebmer baß «über den erwiesenen und von den Anaeklgoten zugegebenen Fällen aber noch weitere vorgekommene Beraubungen von Zügen auf deren Konto zu sc'wn sind. Dafür sprechen eine Anzahl bei den ein» reinen AnaeAagtep Vorgefundener Gegenstände die unitre^Kar an« Dteb^^b^en bcrr"'hren und über Deren Erwerb' sie sich nicht ausweisen können. Außer treten Dadudiebstählen spielt ein weiterer CinbruchsdicbsW eine Rolle, der in der Nacht vom 11. :nm 12. November in Seligenftaht auS» geführt wurde und bei dem den Dieben für 10 000 Mark Gold- und Sebmudiadien aus dem Laden
______________________gelte 3 des Uhrmhändlers WagenMst in Die Hände fielen.
Degen der geschilderten Straftaten haben sich zu verantworten: Hilfsmonteur Karl Rubrecht, 19 Jahre; Former Karl Röll, 19 J.; Hilfsarbeiter Fritz Stetgier, 18 I.; Stellmacher Lorenz Wesner; dessen Sohn Joseph, 18 I.; Kernmacher Wilh. Gutmann von Hanau; Maschinenschlosser Theodor Grün, 21 I.; Rangierer Josef Seiles 23 I.; Schlosserlehrling Otto Meuser, 17 I.; Former Ludwig Maurer, 24 I. und dessen Ehefrau; Richard Mayer, 19 I., ohne Beruf; Ziseleur Josef Bergmann, 20 J-; Kaufmann Konrad Merzet von Klein-Auheim; Eisendreher Jean Karl Bauer, 19 I.; Sattler Emil Schüßler, 35 J-; Bäcker Josef Schreck, 24 J-; Kaufmann Aug. Karl Huth, 33 J-; Friseur Herm. Bactholomej„ 26 I.; Schuhmachermeister Wilh. Gaul, 35 I.; Schuhmacher Aug. Geiger, 19 I.
Die Anklage legt den Genannten Bandendiebstahl, Diebstahl, Hehlerei, Widerstand und Nicht- ablieferung von Waffen und Heeresgut zur Last.
Der erste Eftenbahndiebstahl fand Ende Oktober-Anfang Novenrber statt. Röll, der in Fechenheim in Arbeit war, hatte Dort auf einem toten Gleis einen Eisenbahnwagen gesehen, der mit einem Vorhängschloß verschlossen war. Er vermutete in dem Waggon wertvolle Ware und mit seinen Freunden Josef Wesner und Fritz Steigler fuhr er abends nach Fechenheim. Dort erbrach Jos. Werner mit einem Eisen den Wagen und von Dem Inhalt, der sich als Kokosfett dar- stellte, packte jeder der drei 40 Pfund in seinen Rucksack, worauf es mit dem letzten Zuge dann nach Hause zurückging. Vorerst wurde die ganze Beute bei Wesner a-gestellt, Steigler holte seinen Anteil am nächsten Tage ab und zum größten Teil wurde das Fett in Franksuct abgesetzt. Röll erhielt von Wesner 200 Mark; Grün, der die drei Angeklagten bei ihrer Ankunft auf dem Bahnhof traf, erhielt 9 Pfund zum Preise von je 8 Mark. Die Angeklagten gaben den Sachverhalt zu.
Da die Exkursion so tadellos geklappt hatte, beschloß das saubere Kleeblatt, zusammen mit Meuser und Maurer, am nächsten Tage Die Fett- vorräte in Fechenheim nochmals zu plündern, sie mußten dort aber die unliebsame Entdeckung machen, daß der Fettwaggon nicht mehr da war. Das entmutigte eine so unternehmungslustige Gesellschaft wie diese aber nicht. Als man nach Großauheim zurückkam, war ein neuer Plan au3= gearbeitet. Roll bestieg dort von der verkehrten Seite einen Eilgutwagen und warf auf der Fahrt nach Großftotzenburg, wo er den Zug verließ, 2 Ballen Stoffe aus dem Wagen, die von den vier andern Komplizen und Rubrecht und Grün, die „zufällig" dazu kamen, in den Wald geschafft wurden. Dieses „zufällige" Zusammentreffen kam daher, daß Rubrecht, Seikel und Grün an diesem selben Abend einen ganz ähnlichen Coup vollführten. Sie waren nach Kahl gefahren und warteten den dort gegen 12 Uhr rangierenden Güterzug ab. Als dieser gemeldet wurde, trenne tenMsich; SeirL der.Rangierer ist, blieb zurück, um den Lug zu reuigen, während RMrcq/t und Grün demBühnsteig entlang nach Großauheim zugingen. Sie hatten den Bahnhof Großkrotzen- burg bereits passiert, als sie auf Röll stießen, der sich mit den Tuchballen abplagte. Bald Darauf kam dann auch Seikel, Der inwischen aus dem Zuge 3 Kisten geworfen hatte, von denen eine allerdings leer war, Die andere enthielt leere Weinflaschen, die Dritte sogen. Schlaglot. Trotzdem die Angeklagten bestreiten, gemeinsam gehandelt zu haben, so muß doch angenommen werden, daß sie Hand in Hand gearbeitet haben. Jedenfalls beraubte die eine Gesellschaft die Züge, die von Frankfurt kamen, die andere diejenigen aus der Richtung Aschaffenburg. Rubrecht, Grün und Seite! erhielten für ihre Hilfe je 8 Meter Tuchstoff und 11 Meter Futterstoff. Der Rest des Stoffes wurde in die Wohnung Mesners abgestellt, wo Röll sich später 10 Meter Tuch und 15Meter Futterstoff abholte. Steigler will nichts erhalten haben, ebenso auch Meuser; Maurer verkaufte 26 Meter nach Frankfurt für 400 Mark, auch Merget kaufte von diesem Stoff, den er dann wieder weiter an Schreck absetzte. — Das Kittchen mit Schlaglot holte sich einige Tage später Seikel, der es an Merzet verkaufte.
In ähnlicher Weise wurde Dann von Seikel und Rubrecht zu derselben Zeit der Abendpec- sonenzug heimgesucht. Seikel sprang auf und warf einen Schließkorb mit Aepfeln und Kartoffeln und einen Korb mit Aepfeln, Mehl und Nudeln herunter; Die Lebensmittel erhielt Rubrecht, den Schließkvrb Seikel.
Bei einem andern Fall war dann wieder Röll derjenige, der Den Zug bestieg und aus diesem 8 Postpakete warf, die von Jos. Mesner ausge» lesen und von beiden nach der Wohnung des letzteren geschafft wurden. Am Einzang^des Dorfes wurden sie vom Vater Wesner und dessen Schwiegersohn Maurer getroffen, die gemeinsam dann Die Pakete nach Haufe schafften, wo sich der Inhalt als 3000 Zigaretten, einige Hundert Zigarren, Hofenträgerstrippen, seidene Haarbänder, Tuchschuhe usw- entpuppte. Ein Teil der Zigarren wurde von Maurer an den Friseur Bartho. lomev verkauft, dem er vorschwätzte, er hätte sie in Frankfurt erworben; die Haarbänder verkaufte Frau Maurer an den Kaufmann Huth für 600 Mark, für Die Hofenträgerstrippen erhielt sie 140 Mark. Sie will nur im Auftrag ihres Vaters, des Lorenz Wesner, gehandelt haben, dem^pe auch den ganzen Betrag aushändigie. Von Den Zigaretten hat Schreck auch einen Teil gekauft. Bauer und Merzet bestreiten, daß die bei ihnen gefundenen und beschlagnahmten Zigarren von diesem Diebstahl herrühren.
Einige Tage später bestiegen Dann Roll und Wesner Gemeinsam einen Zug und warfen wer Ballen Leder, etwa 3.3fr., im Werte von 25 000 Mark heraus. W. ging dann schleunigst heim, holte seinen Vater und Schwager Mauer und auf