Einrückungsg ebu b r: Dle8geiv,KolonelzeiIeod. deren Raum 1.— ML die 4gew. Zeile i. Reklameteil 3.— Mk., W^ftTeuerungszuichl. Osiertgebühr SO Pfg. Bezussvre is: Vierteljährlich 12.90 Mk., monatl. 4.30 Mk.. für Voftbeaug vierteliährl. 12.A) Mark, monatl. 4.30 Mk. Die Nummer 20 Pfg. Polticheck-Konto Nr. 26659. Frankfurt a. M.
Germal-Mzeiger
Amtliches Organ für Stark- und Lantkreis Zanan
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Rr. 268
Samstag den 13. November
1920
Das Neueste.
— Auf Grund zuveclässtger Informationen ist mm innerhalb der deutschen Regierung fest entschlossen, auf der Genfer Konferenz nicht mehr zu versprechen, als Deutschland tatsächlich zu leisten bermag.
— Gestern fand die Einführung des neuen Nerliner Magistrats statt.
— Oesterreich fordert seine Aufnahme in den Löllerbund.
— Der Vertrag zwischen Italien und den südslawischen Staaten ist gestern unterzeichnet worden
— Die Aufstandsbewegung in Moskau ist von her Sowjetregierung unterdrückt worden.
— Die Lage im französischen Bergarbeiter- streik ist unverändert.
Me SerrM-Polmschen VerhrmAurrgen.
Wir berichteten dieser Tage, daß gegenwärtig im Auswärtigen Amt zwischen der deutschen und polnischen Regierung Vorbesprechungen über Verhandlungen betreffend der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern stattfinden. Wie wir jetzt hören, ist man von polnischer Seite an uns herangetreten, zwecks Aufnahme der Wirtschaftsverhandlungen. Man versteht es, wenn die Polen Eile haben, mit Deutschland Wirt- schastsverhandlungen anzuknüpfen, denn das Bestehen des polnischen Staates ist nicht zuletzt von solchen Wirtschaftsverhandlungen
Handlungen kommen will, die für beide Länder von Nutzen sind, dann wird man sich erst zu den Vorfragen äußern müssen. Nur davon wird es abhängig fein, wie sich die künftigen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Polen gestalten werden.
Die SKstchäSigungsfrage.
Die Grnndzüge der deutschen Anffaffnnq.
Ipu. Berlin, 13. Nov. Auf Grund zuverlässiger Informationen können wir über die deutsche Auffassung bezüglich der Höbe der von Deutschland an die Entente zu zahlende Entschädigungssumme folgendes mitteilen:
Für Deutschland ist eS in erster Linie von Wichtigkeit, daß die Konferenz von Genf sobald als möglich stattfindet, damit Deutschland endlich Gelegenheit gegeben wird, au Hand einer ausführlichen Statistik seine tatsächliche Leistungsfähigkeit nachzuwciscu. Ein längere? HinauSschieben der EntschädigungSsrage kann die deutsche Volkswirtschaft unmöglich mehr ertragen. Was die Höhe der Entschädigungssumme aubelangt, so ist keine deutsche Regierung, sei sie monarchisch oder kommunistisch, in der Lage, die Forderungen, bis allein Frankreich stellt und die sich auf 200 Milliarden Goldmark belaufen werden, auch nur, annähernd zu erfüllen. Da Frankreich 53 Prozent der GesamtentschädignngL- snmme erhalten soll, so beträgt die Gesamtsumme 390 Milliarden Gold stanken, oder 2000 Milliarden Papier- mark. Selbst wenn Deutschland Oberschleficn zufallen und seiner Industrie Arbeitsgelegenheit geschasst würde, dürfte eS trotzdem nicht in der Lage sein, an alle Alliierten zusammen mehr als )20 Milliarden Gold-
der die Hilfeleistung durch nicht beamtete Kräfte vor- fieht. Die Aufwendungen des Reiches im Etatsjahre 1920 für Beamte und Arbeiter ohne Heer und Marine belaufen sich: für vlanmäßige Beamte auf 9ch Milliarden, für Hilfsleistungen durch Beamte auf 759,8 Millionen, für Hilfsleistungen durch nichtbeamtete Kräfte einschließlich Arbeiter auf 4,8 Milliarden. Das Reich gibt also für seine Beamten und Arbeitet ohne Heer und Marine insgesamt 15,1 Milliarden, Mark auS. Diese Kosten erhöhen sich noch durch die jetzt in der Beratung befindliche Novelle zur Besoldungs- orbnung, weiter durch die Neuregelung des OrtS- klissenverzeichnisses und durch das in Beratung befindliche Pension»ergäuzungsgesetz. Im ganzen wird man also die Ausgaben für Beamte und Angestellte des ReichS auf 18 Milliarden Mark für 1920 schätzen können. Dazu kommen • noch die sächlichen Ver- waltnugskosten, die auch noch auf mehrere Milliarden Mark zu veranschlagen sind," so daß daS Aufkommen des Reichs an fortlaufenden Steuern und Zöllen zum größten Teil durch die Kosten deS VerwaltungS- apvarates deS Reichs verbraucht werden. Jnfolge- beffen wird an einen erheblichen Abbau des ganzen Verwaltungsapparates des Reiches sobald als möglich herangctretcu werden. — Die Posit on wird darauf angenommen und damit also 2'/, Millionen Mark für rüttelet (hingen durch nicht beamtete Kräfte für das Reichsernährungsministerium bewilligt. Am Samstag soll der Etat des Reichswirtschaftsministerium besprochen werden.
mark M bczablen. Hicüge politische Krci'e betrachten
abhängig. Man versteht aber auch, wenn | ^e ^de Schwierigkeit für eine Verständigung in den deutsche Negrerung Bet solchen Vorhand-1 phantastischen französischen Forderungen
die
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und dre Zurückhaltung.^nahezu 100 Prozent höher sind, al?
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sn lttßt, die l&Ä-^Ä, M lassen muß. Das Intere
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geregelten Wirtschaftsbeziehungen wird
allein dadurch verdeutlicht, daß der Warenaustausch der polnischen Republik mit mehr als 5O°/o allein mit dem Deutschen Reich geschieht. Auch unsere Exportindustrie ist begreiflicherweise an solchen Verhandlungen stark interessiert. Ehe aber wirklich fruchtbringende Arbeit am grünen Tisch geleistet wird, müssen erst noch eine Reihe von Vorfragen geklärt werden, damit Polen nicht wieder einmal ein gutes Geschäft macht, d. h. daß es so wenig wie möglich hergidt und soviel wie möglich einstreicht. Gewiß brauchen wir polnische Kartoffeln, polnischen Zucker und polnischen Sprit, aber es gibt noch andere Dinge, die gleich wichtig sind, und die sich nicht nach Tonnen und Hektolitern messen lassen. Ein Million deutscher Volksgenossen in Ostpreußen harrt bis jetzt vergebens der im Friedensvertrag zugesicherten Verbindung mit dem Mutterlands, und eine Reihe von Dingen harren noch der Erledi- hung, die unbedingt vorher erfolgen muß. Wir wollen den Gesamtkomplex der wirtschaftlichen Fragen erledigt wissen, während die Polen nur Wert auf die Ein- und Ausfuhrbeziehungen legen. Zu diesem Gesamtkomplex der wirtschaftlichen Fragen gehören ^ber auch die Verhandlungen über die ssptionsfrage, über die Liquidation deutschen Privateigentums sowie über die Liquidation des Ansiedlungswesens und des Staatseigentums, Dinge, wie sie der Artikel 254 des Friedensvertrages vorsieht. Endlich mich auch noch eine Regelung über die Valutafrage getroffen werden, denn der unhaltbare'Zustand, so wie er jetzt in den abgetretenen Gebieten desteht, daß die deutsche Mark einfach gleich dsr polnischen Mark gesetzt wird, darf nicht Dünner andauern. Die polnische Mark wird tu Berlin unter 20 gehandelt, d. h, daß sie auf dem Geldmarkt 11/s Pfennig gilt. Ge- geht es uns nicht gut, aber in "dem allgemeinen Wirtschaftselend, das auf dem europäischen Festland besteht, halten wir ^umer noch die Mitte zwischen Polen und dou Staaten mit guter Währung. So übel 'uir auch daran sind, für Polen sind wir aus gelobte Land, und wir sind es besonders ^aft unserer schlechten Valuta, die es uns ermöglicht, den östlichen Nachbar viel billiger
beliefern, als das Frankreich, Belgien, wlano und Amerika können. Das alles roeiß man in Polen recht gut, wenn man ” auch nicht sagt. Wenn man aber zu Ver-
- e ut, Mauo JftuO^ MMMM. W sammen zü zab lentm a u deisr. Jedenwll? ™ man aber innerhalb der deutschen Regierung fest entschlossen, auf der Genfer Konferenz selbst unter An- drobung von Gewaltmaßnabmen nicht mehr zu versprechen, als Deutschland tatsächlich zu leisten vermag. Ferner wird Deitt'chland and) hinsichtlich der Sachleistungen, insbesondere der ^oblenlielcrung mit allem Nachdruck daraus hingewiesen, daß es nur dann in der Lage ist, die bisherigen Quantitäten auch fernerhin zu liefern, wenn diesen Sachleistungen ein Preis zuge- billigt wird, der auch tatsächlich dem WeltmarktvreiS entspricht. — Dies sind die Giurndzüge der deutschen Auffassung und es ist wohl verständlich, wenn man in Berliner Regicrungskrcisen mit einem gewissen NessimiSmuS der Genfer Konferenz entgegensieht.
Neue Zwangsmaßnahmen gegen Deur?ch!and?
Dsurscher Alchenhrmöelslag.
Auf dem deutschen Außenhandelstag sprach weiter Reichstagsabaeordneter Walter Dauch-Hamburg über „Die künftige Neugestaltung des auswärtigen diplomatischen undstoniularischen Dienstes". Er sagte u. a : In der äußeren Politik muß Lehrmeister auf diesem Gebiet England sein. Ganz besonders fehlte unseren ausländischen Vertretern der kaufmännische Geist, der nur durch entsprechende Ausbildung im praktischen Wittschafts- 'eben erworben werden kann. Erforderlich sei für den diplomatischen Dienst allerdings eine gewisse Speziolschulung und juristisches Studium von sechs Semeftei% beschränkt auf die einschlägigen Fächer,
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Oaa§. 12. Nov. „H c t V a d e r l a n d* findet begreiflich, daß die Losreißung von Enpen und
Ma'm-dv eine schwer zu schließende Wunde zurückge- lasscu habe. Die deutschen Blätter sprächen nicht mit Unrecht von einer Komödie der Protestlisten, die niemand habe unterzeichnen können, der nicht seine ganze Existenz aufs Spiel setzen wo'te. Es sei nicht verwunderlich, daß man in Deutschland die Losreißung von Eupen und Malm-dh als eine Tat des belgischen Anncxion.smus und des französischen Militarismus arische.
Zur Besetzung deS Rheinlandes bemerkt das Blatt, es sähe oft danach aus, als ob einzelne Besatzungs- mächte die Besetzung weniger im Siebte eines Unter« Pfandes, als in dem einer rein militärischen Macht- volitik, wenn nicht gar einer auncxwnistischcn Politik betrachten. Außerdem werde die Presse in Ketten gelegt. Eine Freiheit deS Wortes bestehe int besetzten Gebiet in keiner. Hinsicht. Daß einige deutsche Blätter dazu ühergegannen seien, eine gereinigte Ausgabe für das besetzte Gebiet^erscheinen zu lassen, fei bezeichnend genug.
Der sozialistische „Vorwärts* führt aus: Man könne sich daraus gelabt mache i, daß die Regierung MillcrandS neue ZwangSmastnahmen gegen Diiitsch- hnb borcereite Es sei Zeit, daß bei einem neuen Versuch, Deutschland völlig in den jSflaoenbienft d r Variier Regierung zu zwingen, die Stimme der Völker sich erhebe, um e Muh dem schwarzen Werk der französischen Realt.on Grenzen zu ziehen.
Der „S t a n d a a r b" sagt: Deutschland stecke am a^cu Seiten tief in Sorgen und nur die Revision des Vertrages von Veriailles könne eine Lösung bringen.
Die Aus^aÄen für Bsrrmts und AngeflelUe des Sieges»
Im HauplüNtschilß des Reichstages wur»e die Beratung über den Etat des ".'ei^SernähriingSniiiuftfr^ sortge etzt. Es liegt ein Antrag vor von Dr. Böbine u Gen., am Schlaffe des Kapitels, da» die Le- ioldnngen der beamteten Kräfte behandelt, ein,»fügen „Die als künftig weglallcild bejeumeten Stellen sind nach Freiwerden nicht wieder zu belegen, wenn das Bedürfnis, das zu inrer En.chmus geführt hat. nicht mehr besteht." Ein Vertreter des Reichssinanz- MlnisteriumS äußerte sich zu diesem Antrag, sowie zu dem Titel deS Etat» des ReichsernährungSministeriums,
arbeit in praktischen Beirieben, sei es bei einem Ueberseehaus, einer Reederei, einer Bank oder einem Industrieunternehmen, zu schließen hörte. — lieber den Internationalen Rachrichten- verkehr referierte Telegraphendirektor Dr.Röscher. Er führte aus, daß die Funkenteiegraphie Bedeutendes verspreche durch ihre Fähigkeit, von einer Sendstelle aus die Nachrichten nach beliebig vielen Einpfangsstellen durch ein einmaliges Senden zu geben. Im Friedensvertrag wurde zwar der Weltpostvertrag, der internationale Telegraphenvert^ag undderinternationaleFunktelearaphenvenragwieder in Kraft gesetzt; Deutschland ist aber aller Seekabel beraubt. Die deutschen Auslandstelegramme nach der Usberfee müssen fast ohne Ausnahme erst nach England gehen, was Verzögerung und Zensur bedeutet. Der zur Zeit in Maorid tagende Welipost- kongreß soll neue vertragliche Grundlagen für den Postaustausch von Land zu Land schaffen, er wird aber neben Erleichterungen auch Belastungen des Posroerkehrs bringen. Bereits wurde in der betreffenden Kommission Erhöhung des Briefportos um 100, des Posttartenvortos um 200 Prozent, beschlossen. Grundlage der Berechnung ist der Gold- trank; Umrechnung in den einzelnen Ländern zum jetzigen Kurs w rd aber nicht verlangt. Deutschland verlange Unterlassung einer Erhöhung oer , ost- v Letgebühren, ferner ein billigeres Kilopaket und Erhöhung der Gewichtsgrenze auf 20 Kilo. Nach Fortnahme der Kabel besitzt Deutschland Drahtverbindungen nach den nahen Ländern Europas, Funkverbindungen nach einer Reihe von europäischen Ländern und nach den Bereinigten Staaten. Deutscherseits könnten unmittelbare Verbindungen nach sämtlichen Ländern Europas und den wichtig- sten Ueberseeländern hergestellt werden, wenn diche entsprechende Gegenfunkstellen zur Verfügung zu stellen in der Lage wären. Für eine Erweiterung des deutlch amerikanischen Funkverkehrs durch eine zweite Verbindung sind die Grundlagen bereits ge- chaffen. Eine jetzt in New Park tagende Konferenz oer alliierten Mächte entscheidet über das S icksal der Deutschland fortgenommenen Kabel. In der Diskussion wu:de von verschiedenen Seiten über die starke Verzögerung im Posiverkehr geklagt, die im Verkehr mit dem Ausland sich besonders fühlbar 'mache und auf die steucrfluchcskontrolle der Finanz- verwaltung zurückzuführen sei.
Ueber praktische Wege zum Wiederaufbau des Exportgeschäftes referierte sodann Direktor Schwarz," Akilleiter der Bingwerke in Nürnberg. die in der „Concentra" selbst eine umfassende Expottvertriebsorganisation besitzen. Nach seinen Ausführungen ist notwendig, intensive Bearbeitung des Auslandes, nicht aber allzuhesniges Gebaren, besonders gegenüber den bisher feindlichen Staaten. Die Gelegmchoitsexpcwreure und Spekulanten, die bei einem Umschwung der Kon- i.mL.ui ihre Vorräw verschleudert haben, hä ten aem soliden Exporthandel schweren Schaden zugefügt. Gerade oer Export erfordert reiche Kenntnis und jahrelange Erfahrungen. Wo die^e Voraussetzungen nicht gegeben sind, sei von direktem eigenem Export abzuraten, vielmehr empfehle sich in diesem Falle Vermittlung durch die Exporteure in Hamburg, Berün usw. Die Anknüpfung direkter Beziehung zum Ausland zur intensiveren Bearbeitung sei jedoch für die Industrie vielfach Vor»
bedingung, für die Wiedereringung ihrer Welt- ltellung. Es bedürfe großer Vorsicht der für die Vertretung in Betracht kommenden Personen; Int bisher feindlichen Ausland konnten meist nur natto» nale Angehörige Verwendung finden. Die Einrichtung dauernder Musterausstellungen für Weltwaren sei zu empfehlen, Festsetzung genauer Preise bei verpflichtender Bindung uud die Garantie mustergelreuer Lieferung aber Voraussetzung. Auch die Unterhaltung von Designationslagern in Stapelartikeln für einzelne Märfte empfehle sich. Die Berechnung der Ausfuhrabgabe und der Preis- prüfungstoften unter dieser Bezeichnung müsse unterbleiben. da besonders die Käufer im früher feindlichen Ausland argwöhnten, daß sie auf diese Weise zur indirekten Bezahlung deutscher Handelssteuern herangezogen werden sollten.
Matten und Säöflaroren.
Ataliens Verzicht auf Dalmatien.
Santa Margherita, 11. Nov. (Stefani) Mit Giolitti Zeitnngsbcrickterstattern erklärte, könne Italien nach Erlcoigung der strittigen Fragen mit Südslawien zu herzlichen Beziehungen kommen. Zwischen beiden Ländern bestehe kein Gegensatz der Interessen; beide Länder gingen vielmehr von gleichartigen Gesichts- vunkten aus. Für den Handel Italiens mit den Donauländern und den Gebieten am Schwarzen Meere könne Südslawien Durchgangsland fein; als wirtschaftliches Gebiet könne Südslawien mit dem Jn- dustrielande Italien wertvolle Austauschbeziehungen unterhalten. Giolitti erinnerte auch an die Gleich« artiakcit der Schwierigkeiten, die Italien und Süd- 'lawlcn bei der Erlangung ihrer Unabhängigkeit zu überwunden gehabt hätten, und an die gemeinschaftlichen Kä pfe zur Befreiung der Brüder im ehemaligen Oesterreich-Ungarn. Nachmittag? übermittelten die italienischen Delegierten den jüd-lawischen Delegierten den Vertragsentwurf.
Ronr, 12. Nov. Nach einer Stesaniweldung begrüßen die Blätter die Nachricht von dem bevorstehenden Abschluß des Vertrages von Santa Margherita. Obgleich der Vertrag Italien nicht alle? gewähre, was ihm vor Eintritt in den Stieg zugesichert worden war, ermögliche er es hoch dem italienischen Volke, au» dem MustMbberUngemijyw und in eine
Epowe des Friesens einuirreten, betest alle bedürften. — Nach oer „Drivuua* ist der Vertrag von Santa Aarabcrifa eine bessere Lösung, als alle früheren Auskunft-mittel. Der Verzicht auf Dalinaticu sei freilich schmerzlich für die italienischen Herzen. Du „Tribuna" spricht den lebhaften Wunsch aus, das Zufammenleben von Italienern und Südilawen möge die Grundlage einer einträchtigen Verbindung der beiden Länder bilden. — Der „Carriere b’ Italia bedauert ebenfalls den Verlust DalmatienS und sagt, der Verirag sei ein glänzender Beweis des demokratischen Geistes Italiens, das nie imperialistisch gewesen sei und auch nie fein werde. — Das „Giornale ö’ Italm* schreibt, der Verzicht auf Dalmatien sei ein außerord-mtliches Opfer, da» Italien dem Frieden
Europas brächte.
Wie die „Tribuna* erfährt.
berührt der Vertrag Albanien und Montenegro in keiner Hinsicht. Das Blatt glaubt zu wissen, die diese Länder berührenden Fragen mürben in Santa Margherita nicht behandelt werden.
»antet Macoherita, 13. November (Amtlich). Graf Sforza c> hielte von dem italienifiicn Gefchäfls- träger in Washington die telegraphische Mitteilung, daß die Regierung der Vereinigten Staaten in aller Form erklärt habe, sie werde jede Form der Sonnig der Adriaira e billigen, die durch unmittelbare Vcr» l andlungen zwischen oen NegierungrnItaliensundIngo- ilawicus zustande käme.- Der Botschafter der Ver- emigten Staaten in Rom gab int Ministerium des Auswärtigen Amtes dieselbe Erklärung ab.
PoMsche Tagesösrich§s.
— Der neue Krieg in Rußland. Die Sowjet- presse zeigt Beunruhigung über die Entwicklung eines neuen Krieges an der ukrainisch-litauisch- we ßrussischen Front. Die Petersburger „I?- westija* berechnen die Zahl der Streitlräfie Sa- winkows auf 30 000 Mann regulärer Truppen. Petljura verfüge über bedeutend mehr Truppen, doch seien diese schlecht ausgebildet. Die Abteilungen Balachowitschs beständen aus 15 OuO Mann irre-^. rer Truppen, die den Ch-arakter von Räuberoanden hätten. Die Armee Sawin- kows wird General Kljujew kommandieren- Das oolschewistische Blatt erwähnt, daß General Klju- jew die Verantwortung für die Niederlage trage, welche die russische Armee im Herbst 1814 bei Soldau durch Hindenburg erlitten hat. Die Moskauer „Fslvestija* erheben Protest gegen die Ausrüstungslieferungen, welckie die Entente über Polen an die weißen Armeen gelangen lasse.
— Das So reruleizefrtz für Ertaub ange« nomine .u Das englische lluterhau? nahm in dritter Sehnig das Kontern legest? für Irland mit 183 gegen 52 Stimmen an. Kar on erklärte, Ulster werbe sein Bestes tun, um da? Gesetz w-rtiam zu machen. Er nvpe irre an die Ulherleute, ein Sei'piel ihr religiös Duldsamkeit zn geben. Asquith trat Dafür ein, daß eine wirkliche Grundlage für eine Regelung gefunden werbe. Llovv George hob Nachdrücklich hervor, daß Die fundamentalen Bedingungen für die Gewährung er Homerule die Aufrechterhaltung b- r Jiilcgiatäl und Die Berbürgung der strategischen Sicherheit des . ereinigten Königreichs seien. Desgleichen dürfe auf Ulster leut Zwang ausgeübt werden.
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