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Erschein! täglich mit Ausnahme ba Sonn- und Feiertags
gr. 264 Dienstag den 9. November
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Notationsdruckd. Waisenimusbuchoruckerei Han«
und
1924
Das Neueste.
— Berlin gleicht heute infolge der Arbeitsruhe einer ptm Stadt.
— Die Deutsche Volkspartei hat Seim Reichstag Lie Interpellation über die Wirtschaftskrise eingebracht.
— Das preußische StaatSministerium hat dem Entwürfe deS neuen Grundstcuergesetzes feine Zustimmung erteilt-
— Die Botschasterkonferenz beschäftigte sich mit der graue der Dieselmotoren.
— Wrangel hat die bolschewistische Offensive zum Stillstand gebracht.
— Die englische Regierung beabsichtigt die Blockade über Irland im vollsten Maße durchzuführen.
Rückblick und Ausblick.
Zum 9. November.
Zum zweiten Male jährt sich heute am 9. November der Tag, an dem die deutsche Republik ausgerufen wurde, an dem sich der „glorreiche" Umsturz vollzog und die Arbeiterschaft, wie Heinrich Ströbel in seinem Werk „Die deutsche Revolution" schreibt, in den Sattel gesetzt wurde, um zu reiten. Richtig, die Arbeiterschaft wurde von Leuten, die die Revolution „machten", in den Sattel gesetzt in der kritischsten Stunde Deutschlands, aber das Reiten war nicht so einfach — 63 war der Todesritt unseres Volkes. Wir wollen heute auf die Ursachen des Umsturzes, der die mühsame Errungenschaft einer leidlichen Frie- öensgrundlage glatterdings zertrümmerte und Deutschland einer Wehrlosigkeit, Widerstandsun- fähigkeit und dem Willen rachsüchtiger Feinde preisgab, wie es bis jetzt noch nicht dagewesen war, nicht näher eingehen; denn es ist längst erwiesen und in unserem Blatt des öfteren zum
gebracht, daß für die damalige gewalt- W Erhebung, den gewaltsamen Umsturz,-WWW vom 5. November ab dankemecforgsaMenuno seit langer Zeit vorbereiteten Agitation und Or- garlisation bei den Heinmttruppen, namentlich bei der deutschen Kriegsmarine, zum Ausbruch kam und sich schnell über ganz Deutschland verbreitete, fein innerer Grund vorhanden gewesen ist. Das alles ist bekannt und braucht heute nicht wieder aufgerollt zu werden. Wer die ersten Explosionen, die damals als Polittsche Umwälzungen sich kund- taien, richtig einzuschätzen verstand, für den war es klar, daß dies nicht der Beginn einer glückverheißenden Freiheitsära, sondern der Beginn eines Zerfalles des deutschen Staatskörpers, der Beginn des Zusammenbruchs der deutschen Natio- nalseele und der Beginn der wirtschaftlichen Katastrophe war. Und so ist es denn auch gekommen. T^x Umsturz hat uns in ein maßloses Elend, in das der vollkommenen Zersetzung unseres Volkes gebracht, er hat gründliche Arbeit geleistet, sodaß wir heute nach zwei Jahren vor einem riesenhaften Trümmerfelde stehen. Die „Freiheit", der zuliebe das deutsche Volk alles was es von seinen Vätern ererbt — politisch, wirtschaftlich und sittlich —, über Bord warf, hat innerhalb dieser zwei Jahre ein gar bitteres Gesicht angenommen. Schier jeden Tag tauchte eine ^ue Heilslehre auf und lockte, wie das über den Sümpfen tanzende Irrlicht, Massen von ^oren an sich, um in kurzem sich wieder als Truggebilde zu entpuppen, die armen gefoppten Narren m noch größerer Verbitterung zurücklassend. Heute hieß das Schlagwort: „Freiheit der Massen", morgen: „Diktatur des Proletariats"; ihr ™Jgte der Bolschewismus und diesem der Kommunismus; und wenngleich keiner von den Prophetn °5Z geben konnte, was er versprach, nämlich die Erlösung aus den Nöten der Zeit und das Paradies auf Erden, eines vermochte und vermag noch cm jeder zu bewirken: die Verschlimmerung der geistigen Massenerkrankung, die Steigerung der Wmeinen Verirrung und Verwirrung und des Klasstnhaffes alles in allem: die Zermürbung und Zerrüttung unseres armen Volkes. Die feste tätliche Ordnung liegt in Scherben; die Macht, N die jegliche Ordnung sich stützen muß, ist zer- Magen, das Gefühl der völkischen Zusammenge- wrigiait und des Staatsbewußtseins ist einem dundwütigen Haß des Deutschen gegen den Deutschen gewichen; das tierische Instinkt, das in wem Menschenherz mehr oder weniger tief Alummert, ist, wie auch der russische Professor ^chlarp seinerzeit in der Versammlung der Kul- Mliga in der „Centralhalle" hervorhob, erwacht, wütet.
Eine schnöde Verirrung war es, der das deutsch« Volk vor zwei Jahren und innerhalb die- 'er zwei Jahre zum Opfer gefallen ist. Hub den- gibt es genug Deutsche, denen nicht die Wan- vor Scham brennen, bei dem Gedanken, die- . Tag zu feiern und die Arbeit ruhen zu lassen, aus der unten folgenden Meldung °us Berlin heroorgeht. Gewiß, es . ist Hon ein Umschwung eingetreten. Viele,
denen der erste Trunk aus dem Becher der neuen Freiheit oder auch nur der ihm entströmende Brodem einmal den Kopf benebelte, sind bereits schmerzlich ernüchtert, seit der bittere Nachgeschmack ihnen auf der Zunge brennt. Aber bei eben so vielen ist, wie schon gesagt, die Trunkenheit in offenen Wahnsinn ausgeartet. Diese Leute haben aus der Geschichte der vergangenen zwei Jahre nichts gelernt. Die „Rote Fahne" erklärte erst in diesen Tagen: „Die Stunde deutet auf schwere Herbst- und Winter- stürme. Es gilt, politisch und organisatorisch die revolutionäre Vorhut für sie zu rüsten."
Soweit der Rückblick auf die Revolution, der nicht anders als tragisch ^genannt werden kann, und nun noch einen kurzen Ausblick oder besser eine Mahnung. Deutschland liegt machtlos am Boden, der Gnade seiner Feinde preis gegeben, und diese haben sich als unbarmherzig entpuppt. Aus dem Rechtssrieden ist ein Gewaltfrieden geworden, wie er nicht schlimmer gedacht werden kann, aus der Gleichberechtigung aller Menschen, die sich so schön in der Theorie ausnahm, ein Helotentum des deutschen Volkes, das jede freiheitliche Entwicklung auf Jahrhunderte hinaus unmöglich zu machen scheint und jedenfalls darauf berechnet ist, und ein Teil unseres Volles befindet sich in einem Wahnsinn, in einer schnöden Verirrung und verlangt die Zerstörung alles dessen, was wir als sichere Grundlage jeglicher Arbeit und jeglichen Strebens, nämlich Gesetz, Unterordnung und Pflichtgefühl, fordern. So liegen die Dinge und es ist nicht schwer, die Antwort auf die Frage zu finden, von wo aus uns Rettung zuteil werden kann. Vom Ausland? Diese Hoffnung zu hegen und uns darauf ver- verlassen, wäre das Dümmste, was wir machen könnten, wenigstens solange, als wir nicht unsere
Forderung ist deshalb: Heraus'aus dem Irrsinn und erkennen, was ist! Deutsches Volk, erkenne deine äußere Lage und deinen inneren Zustand, deine Ohnmacht und — deine Kraft! Möchte uns doch endlich die Erkenntnis dämmern, baß wir Deutsche alle miteinander, dem gleichen Geschick verfallen sind und daß es für uns nur zwei Möglichkeiten gibt: entweder uns in gemeinsamer zäher Arbeit und im gemeinsamen Dulden und Entbehren ohne gegenseitigen Haß wieder hochzu- arbeiten oder als Volksganzes zu Grunde zu gehen und auf die Stufe rechtloser Arbeitssklaven herabzusinken. Armes, betörtes deutsches Volk! Wirst du den Weg finden, der aus dem vielfachen Wahnsinn, in den du verstrickt bist, wieder heraus- führt? Wir hoffen es, wir glauben noch daran, daß der vielverschlungene und an schroffen Wendungen überreiche Schicksalspfad des deutschen Volkes sich aus dunkler Nacht wieder zur Sonnenhöhe emporwinden,daß der deutsche Mensch und das deutsche Volk wieder aus dem Dunkeln ins Helle schreiten wird. Freilich, lange darf nicht mehr gezögert werden. Der Mut zum Anfang muß gefunden werden und der Anfang liegt in der Erkenntnis dessen, was ist. Möchte die Bilanz, . die heute von der Sozialdemokratie gezogen wird,— es kann sich m nur um eine Unterbilanz handeln —, das ihre zu diesem Erkennen beitragen.
Der 9. November in Berlin.
In Berlin haben die Gewerkschaftsverbände zur allgemeinen Arbeitsruhe aufgefordert. Berlin bietet heute das Bild einer toten Stadt. Mit Ausnahme des Eisenbahnverkehrs st r e i k t h e u t e a l l e s. In Regierungskreisen ist man der Ansicht, daß die Wirtschaftsbewegung mit dem heutigen Tage ihren Höhepunkt erreicht und daß morgen die Arbeit überall wieder ausgenommen werden wird.
Die Presse aller Richtungen widmet dem 9. November längere Artikel. Das Organ der Mehrheitssozialisten, der „V o r w ä r t s", meint, bei aller Unzufriedenheit, die sich offen allgemein bemerkbar mache, habe das deutsche Volk doch keine Ursache, an der Republik zu verzweifeln. Das Blatt ruft aber die Arbeiterschaft auf, für die Sicherung der Republik einzutreten und sich endlich wieder auf die gemeinschaftlichen Interessen der sozialistischen Arbeiterschaft zu besinnen. — Die „K c e u z z e i t u n g" schreibt, es sei ein Glück, daß es täglich klarer werde, daß diese Revolution nicht Wunsch und Werk des deutschen Volkes sei, sondern die Arbeit von Meuterern, StreiKnben und Hochverrätern. — Die „ 9To t e Föhn e" wendet sich in einem gemeinsamen Aufruf der Kommunisten und Linksunabhängigen gegen die Feier des 9. November, indem sie schreibt: Nieder mit den Scheidemännern und Dittmännern! Nieder mit dem Halben! Nieder mit den Feinden Sow^t-Nußlands und der Kommunistischen Internationale
Der Berliner Slreik.
Heute Wiederaufnahme der Arbeit?
Berlin, 8. Wob. Die Funktionäre und Vertrauensleute des Verbandes der Gemeinde- und Staatsarbeiter, die etwa 40000 städtische Arbeiter vertreten trimmten neichmitt'a? nach stundenlangen Vrrbaud. kunaen für 12 mm Arbeiter qe^-n den Streik, für 14 289 Arbiter kür den Streik. Die ertorder'iche siweidrittAmebrbeit ist aUo nicht erreicht. Die 2000 Angestellten der Krankenhäuser stimmten rwar gegen den Schiedssvrnw, aber auch goren den Streik. Es wurde eine Eut^bsirstung gefaßt, in der zum Ausdruck kommt, daß her Schiedsspruch zu verwerten sei wegen der Klakk-siziernna der Löbne, daß die Arbeiter aus jede Lohnverbesferuna vorläufig vermieteten und eine gleichmäßige Lohnzahlung für alle Arbeiwebmer erstrebten, die in baldigen Berbandlunaen Herheigestährt werden solle. Darnach ist also zu hoffen, daß moraen abend bereits die ElektrizitätSarbeiter wieder in ihre Betriebe zurückkebren, sodaß am Mittwoch trüb der Straßenbalmbetrieb wieder ausgenommen werden kann. Die Versammlung der dem Maschinisten- und Beizer- verbände ungeübtoffenen Arbeiter der städtischen Elektrizitätswerke dauerte in später WathfÜnnbe noch an.
Berlin, R. Wob. Der Minister des innern Se- berirg äußerte sich gegenüber einem Vertreter der „B. Z. a. M." katuendermaßen: Die Regierung zieht aus den Berliner Doraängen und dem TlektriütätSstreik die Lebre. daß sie Maßnabmen ergreifen muß, die geeignet sein werden, künstigbin da? wirtschaft'iche Leben der Städte vor Gewalttat und Willkür undisziplinierter Gruppen zu schützen.
Die ^fe$er™b:mH^9fwe.
London, 8. Nov. Das zwischen der englischen und der französischen Regierung in der Frage der Festsetzung der deutschen Entschädigung erreichte Einvemebmen mird hier als ein etwas verspäteter Stritt vorwärts auf einem schwierigen und langen Wege bezeichnet. Durch das Ein- vernshmsn wird der Wunsch Frankreichs, dass ist aber darin dem englischen Wunsche Rechnung getragen, dass die Summe erst festgesetzt werden soll, wenn die Frage von Deutschlands Zahlungsfähigkeit ausdrücklich geprüft worden ist und ein Bericht darüber vorliegt und dass in diesem Stadium Deutschland ausgiebig und direkt zu Rate gezogen werden soll. Man glaubt unter diesen Umständen nicht, dass es sehr schnell gelingen wird, die tatsächliche Höbe der Summe festzusetzen. Die Blätter verhehlen nicht, dass die ganze Frage schon vor Monaten bätte geregelt werden können, wenn Frankreich sich nicht von den in Spa gefaßten Beschlüssen zurückgezogen hätte. Sie trösten sich aber bis zu einem gewissen Grade mit der Hoffnung, dass die durch diese Verzögerung gewonnenen Er- fabrungen bezüglich Deutschlands Zahlungsfähigkeit zu einer vernünftigeren und gerechteren Entscheidung der alliierten Regierungen Gelegenheit gegeben werden könnte.
Paris, 8. Novbr. Die „Humanits" schreibt rur Wiedergutma-bungsfrage: Es handelt sich setzt darum zu wissen, ob man den Vertrag von Versailles revidiert. Diese Revision, die Enaland und auch Italien anempfehlen, fei unvermeidlich, denn der Akt fei gegen iede Ausführungsmöglich- feti abgefaßt worden und nehme sich genau so aus, als ob seine Urheber das allgemeine Elend noch hätten verschärfen wollen. Nur die französische Regierung hülle sich noch in phrasenhafte Ohnmacht.
SttWand der ruff. Offensive.
Koustantinopel, 9. Nov. Die Angriffe der roten Truppen in der Gegend von Nowo- Alexandrowsk und Stwach find abgehalten Worden. Die Truppen des Generals Wrangel weichen keinen Schritt zurück. In dem Abschnitt Puekop sind die roten Truppen nach Rordosten ausgewichen, da sie den Gegenangriffen der Truppen Wrangels nicht stand- halten konnten. Abteilungen, die mit Wrangel gemeinsame Sache machen, haben.die roten Truppen bei Alechki angegriffen und eine Lufanteriebrigade geschlagen.
Wrangels Rückzug scheint demnach geglückt zu fein. Wrangel bat auf der Perekop-Lmie die eigentliche Ber- teibigungsftcilung bezogen, wodurch der Feldzug in seine zwecke Pbaie eingetreten ist. Sie allein taun eine Entscheidung Per bei rühren. Ueber das gegen- seitiqe Ki äfteverbältniS lassen sich keine genauen Zahlen gewinnen. Im „Hamburger Fremdenblatt" schätzt ein Remter der russischen HeereSverhälnusse" die roten Krücke auf 32 Divisionen, d. h. etwa 50 0 0 Mann. Wenn es anch 70 000 sein mögen, so wäre das noch anm eine numerische lieb erlegen bet, da nach früheren Schätzungen Wrangel über etwa 80 (.00 verfügen soll, von denen bei den verflossenen Kämpfen viellerchl 10Ö0O verlorengegangen 'ein mögen, sodass die Kräfte un c gor Gleich sein könnten. Wie bei Wrangel bte notwendigen Nachschübe geregelt sind, ist unbekannt. Da er wie in einer Messung li gt, ist er in bietet Bc- zuhuug schlechter gestellt als die Bolswewisten, die über offene rückwärtige Berblnduuaen vcriüaen. Anderseits
hat Wrangel die vorzügliche Perekop-Stellung. Sehr weientsich ist die Frage, ob Frankreich rechtzeitig Material berauschaffen kann. Die in Paris erscheinenden gegenbolschewikischen „Russischen Neuesten Nachrichten" meldeten am 6 November, die französische Regierung plane, dem General Wrangel Hilck z« senden. Ferner berichtet eine Berliner Depeschen- aqentur „Nonvelle- EurovdenneS" an? dem bnlgarischfN Schwarzmeerhafen Varna, daß ein französisches Geschwader von sechs Kreuzern und mehreren Torpedobooten Warna passiert habe und nach Sebastopol auf dem Marsch sei. ES bleibt abzuwarten, ob eS den französischen Seebreitfräften besingt, auf die Dauer den Zugang zur Krim Pont Meere an8 offenzubalten und Wrangel mit allem Nötigen zu versehen? Nachdem Frankreich die Wrangelsche Regierung osstziell an. erkannt hat, wird eS vermutlich alles tun, um die Krim zu halten.
PoMche Tages-erichle.
— Cffue Interpellation über die W^t» 'chaftstrite. Auf der Tagesordnung der nächste« Reichstanssitzung steht folgende Interpellation bei Deutschen Volkspartei über die gegenwärtige Wirt- schackSkrise: Die gegenwärtige Wirtschaftskrise lastet am schwersten auf dem Mittelstände und führt ihn der Vernichtung entgegen. DaS Handwerk wird schwer geschädigt, wenn nicht bald durch weitere gesetzgeberische Maßnahmen feine Organisation gesichert, nnd gleichzeitig die Schäden von ihm abgewandt werden, die gesetzliche und sonstige Maßnahmen ihm schon gebracht haben und ihm noch weiter zu bringen drohen. Handwerk, Kleinhandel und Gewerbe leiden gemeinsam unter den schädlichen Eingriffen in ihre Wirtschaftsgebiete und unter offensichtlicher Zurücksetzung hinter andern Wirtichacksgrupven. Ihnen muß der durch die Reichsverlaffung gewährleistete Schutz zuteil werden. Beamte, Rubegebalt?- und Rentrnemvsängrr sind hilflos der Teurung auSgcsrtzt und brauchen eine durchgreifende Auckeffernng der Teurungszuschläge. Kleinrentnern und andern leistungsschwachen Dolkstrile» muß ■ über die bestehenden Steuervergünstigungen hinaus besondere Hilfe aewährt werden. Sind der ^y^jjjj^ijj^^agi^ um die bereits eingetretenen und zukünftigen Schäden zu beseitigen?
— Dir Strafanzeiqe aegen Erzberger. Wie wir schon mitgeteikt haben, ist gegen Erzberger wegen dringenden Verdachts der Steuerhinterziehung Stra^ anzeiae erstattet worden. Aus der Begründung teilt die „Krenzzeitnng" folgende- mit: Die Anzeige bezieht sich auf die bereits veröffentlichten Angaben über die Steuererklärungen ErzbergerS und die im Helfferick- Vrozeß qemacht-u Festste!! ngen über das Einkommen ErzbergerS. Weiter ersucht die Anzeige die Skiats- anwaltickast, ihre Ermittlungen auch auf die Ausland- tonten Erzberger? auSzudehnen. Es wird darauf bin* gewiesen, daß'Herr Erzberger bei auswärtigen Banken sehr erhebliche Guthaben gehabt hat, so bei. einer Wiener Bank Guthaben in Höhe von annähernd 400 000 Kronen, auch bei schweizerischen Banken hat Herr Erzberger sehr erbe blühe Guthaben gehabt. Die meisten bietet Banküberweisungen ErzbergerS an ans- wärtige Banken werden von ihm mit politischen Zwecken begründet, nur bei zwei Ucberwei'nnqen an schweizerischen Banken im Betrage von etwa 250 000 Mark werden keinerlei Zwecke angegeben, so daß man in diesen Zöllen annehmen muß, daß es sich um private Gelder ErzbergerS handelt. Die Anzeige bittet > tue Staatsauwaltichack, durch Vermittlung des Auswärtigen AmteS feftmftellen, ob die Angaben Erzberger), daß es sich nm Gelder deS Reiches handle, He zu politischen Zwecken verwandt werden sollen, den Tatsachen en:- fpreeben. Ferner wird die EtaatSanwaltichait ersucht, sestzustelleu, ob bei den schweizerischen Neberwelsungerr Erzbergers die steuerlichen Vorschriften erfüllt fmb. Nach den geltenden Bestimmungen ist die Staats« anwaltschaft verpflichtet, nachdem sie nunmehr von den Beschuldigungen gegen Erzberger amtlich KenntniS erhalten hat, gegen diesen das Erinfttlungsverfabreu emanierten. Auf das Ergebnis der Untersuchung darf man mit Recht gewannt sein.
— Trotz!' über die .>-«nererS»ot in Rufl- laud- AuL Helßngfors wird gemeldet: Nachdem auf der Sitzung der Petersburger Sowjets mehrere Redner die schwere VervflegüngSlagc von Räterußland bargelegt hatten, erklärte Troyki: Ich bin mir dessen bewußt, daß eine schwere Hungersnot bevorsteht. V\ü weiß, welche Gefahren die Winterkälte bei dem her« scheuden Holzmangel mit sich bringt. Ich weiß, daß die Bourgeoisie der ganzen Welt jubelt in der Hoff- nung, daß der Bolschewismus in Hunger und Winter- kälte erstickt wird. Wir aber werden beweisen, daß untere Feinde sich irren. Wenn sogar drei Vier! >i der gesamten Bevölkerung Rußland» dabei zugrunde gehen, das übrgbleibenbe Viertel wird dem Boliclie- wismns treu bleiben, und zum Siege der Weltrevolu- tion beitragen,
— Der englisch - r-issische Handel. Du „Times" meldet: Wenn nicht ein unvorhergesehene« Ereignis eintritt, werden bie einleitenden Maßnahmen znr Wiederansuahnie des Handels mit Rußland inner« alb der nächsten Tage beendet sein. Der Entwurf für das Abkommen sei bereu» fertiggeftellt. Die brck:- schen Behörden feien jedoch der Ansicht, daß sie sich zuvor unbedingt davon überzeugen müijicn, daß die Bedingungen ordnuugsuiäßig erfüllt werden, bevor sie das Abkomiu.n in Straft treten lassen.
— Poren u ,d die „kleine Entente". Die „Moruiug.Post" meldet aus Warschau, daß die polnische Regierung Take Zouekcn mitteilte, Polen werde der „Kleinen Entenre" nicht beitreten.
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