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M. 262

Samstag den 8. November

1926

Deulschland und Amerika.

Sras Bernstorff über unser künftiges Derhallnis zu Amerike.

rh. Harrau, 6. November 1920-

Deutschlands WiederaufbauI So lautete das xhema, das jetzt überall zur Diskussion steht. Nrtschafts- und HandelZfragen, frühere Han- sGverbinduiWkn unter den einzelnen Ländern »erden besprochen und erörtert kurz es regt M zeigt sich überall im deutschen Lande der gute Mlle zum ernstlichen Wiederaufbau unseres geliebten Vaterlandes. Wir buchen dies als ein gutes Zeichen und geben uns der Erwartung hin, saß all diese Diskussionen wesentlich dazu bei- fragen mögen, die während der Kriegs- und Re- öolutiousjahce zwischen die einzeLnen Völker ge­setzten ^spanischen Reiter" zu beseitigen und wenn dies auch noch in nebelhafter Ferne liegt - Verbindungsbrücken aufzuschlagen. Diese Drücken, mit kräftigen Miitelpfeilern sind not­wendig, wenn wir aus mrsevem Chaos wieder herauswollen, wenn die ganze Welt wieder ge­nesen soll Auch der gestrige Vortragsabend des Dürgerausschrrffes in Frankfurt a- M. diente dem Wiederaufbau, wurde doch von der hohen Warte des Diplomaten aus überU n s e r k ü n f t i g e Z Verhältnis zu Amerika" gesprochen. Graf B e r n st o r f f, der frühere deutsche Bot- HaMr in den Bereinigten Staaten, gab denn auch seiner nach mehveren Dausenden zählenden Zuhörerschaft unter besonderer Berücksichtigung des Wahlergebnisses ein Bild von den Verhält­nissen in Amerika. Amerika sei genau wie wir der feilen Ueberzeugung, daß der Wiederaufbau Europas nicht gelingen kann ohne Realisierung der Ideale des Völkerbunds gedankens in irgend- Äirtschaftsbun^etz^ M wrste'auch, daß Europa nkt't gefunden kann, -wenn Deutschland nicht gc- Halsen bekommt, und es spüre Deutschlands Dar- Mederltegen bereits am eigenen Leibe. Deshalb sei wohl, was Bernstorff wiederholt betonte, eine politische Isolierung Amerikas so gut wie ausge- chlossen; im Gegenteil, es dürfte baldigst eine lebhafte Anteilnahme Amerikas an der europäi­schen Politik erwartet werden. Ganz so opti­mistisch wir Bernstorff sind wir nun doch nicht. Unser Optimismus hat uns zu oft schon schwer enttäuscht, als daß wir ihn am Grabe Wilsons von neuem aufpflanzen würden. Im WaHlkampf hat Harding sich fast noch mehr als der Demokrat Cox gegen den Vorwurf verwahrt, daß er sich von besonderen Rücksichten gegenüber Deutschland leiten lasse, von Rücksichten, die in die Sonder- interessen der amerikanischen Politik ein griffen. Wir werden ab warten müssen, was der, neue Mann bringt. Vorläufig haben wir noch alle Ursache pessimistisch zu sein, auch gegenüber Ame­rika und wenn wir übertriebenen Pessimismus Zeigen, so ist daran niemand anders als Wilson schuld. Wie war es denn vor zwei Jahren, als des deutsche Volk taumelnd vor Entzücken von Wilsons 14 Punkten seinen blanken Wappenschild und sein scharfes, gutes Schwert in den Kot warf? Wie der Geist über den SBaffarn der Schöpfung, schwebte die strahlende Idee des Völkerbundes über der Menschheit und Wilson, der als Heil- bringor der Welt über das Meer gefahren kam, toutbe als Messias in Paris und London, überall, too er sich zeigte, begrüßt, gefeiert, umjubelt. Das Unerhörte, das Unerträgliche, das dem deutschen Volke zugemutet wurde, erschien uns nur erträg- M im Hinblick auf den Völkerbund, der einmal die Bande der Gewalt lösen, der uns endlich wie- ^r zu Gleichen unter Gleichen, zu Freien unter Freien machen sollte und mußte. Die 'Menschheit Miete vor der neuen und doch so uralten Idee des Völkerbundes, der Voraussetzung und Bedingung, Ausgangs- und Endpunkt des Friedens von Ver- ItiHes sein sollte. Ohne Völkerbund kein Friede, Ein Brot, keine Freiheit! So dekretierte Wilson als Gesetzgeber der Welt. Und was ist daraus ge- tvorden? Noch ehe der Hahn zweimal gekräht wie, hatte Wilson diese Heilsidee dreimal ver­raten, verraten von demjenigen, der ausgezogen ^ar zu dem heiligen Kreuzzuze für den Völker­bund, verraten zum Schaden des deutschen Volkes.

Selbstverständlich soll mit der Präsidenten- »euwahs ein dicker Strich unter diesen Verrat ge= ^8en werden, doch es wurmt uns Deutsche genau w. wie sich die Kriegspropaganda in Amerika noch ^itend macht. Trotz alledem ist es unsere Pflicht alles zu vermeiden, was geeignet sein wnnte, uns die Wiederaufnahme der Verbin- ."ugen mit Amerika zu verscherzen. Wir müssen bn Innern Ruhe und Beständigkeit bekommen. Amerika hat diese Forderung deutlich genug zum Ausdruck gebracht. Es geht nicht, daß ein großer ^il unseres eigenen Volkes im leidenschaftlichen Wahn sich bemüht, das heute Gebaute morgen

wieder einzureißen. Wir müssen den Weg finden, der aus dem vielfachen Wahnsinn, in dem wir leider Gottes verstrickt sind, wieder herausführt, den Weg zu den Quelle» deutscher Volksgesund­heit, -Kraft und -Stärke, die durch einen Trüm­merhaufen verschüttet sind. Wir müssen ihn fin­den! wenn wir die verloren gegangenen Fäden wieder aufnehmen wollen.

*

Lassen wir nun die Ausführungen des Grafen Bernstorff folgen. Redrcer leitete seinen. Voctrag ein mit einigen prinzipiellen Worten, indem er erklärte, daß seiner Ansicht nach, alle Fragen der auswärtigen Politik heutzutage in Deutschland von einer höheren Warte als dem Parteistand- Punkt aus betrachtet werden müßten, denn bei der auswärtigen Politik komme es heute auf nichts weiter an, als auf den Wiederaufbau unseres Vaterlandes. Leider fei die Sachlage nun einmal so, daß dieser Wiederaufbau ohne Hilfe des Aus­landes unmöglich ist Deshalb müsse der Grund­gedanke unserer auswärtigen Politik der sei, daß wir immer dem Auslande sagen, daß ein großes Volk in der Mitte des europäischen Kontinents nicht zugrunde gehen kann, ohne daß auch die übrige Welt so sehr leidet, daß es im Interesse der ganzen Welt ist. den Zusammenbruch dieses Volkes M verhindern. Nach diese» allgemeinen Darlegungen ging der Redner über zur Behand­lung der deutsch-amerikanischen Frage, Es ist, so führte Bernstorff u. a. aus, nicht möglich, über das zukünftige Verhältnis mit Amerika zu reden, ohne auf die Vergangenheit zurückzugreifen. Ich sagte schon, daß es notwendig ist, die Be-

das Aus Hand ^reit «ng»eib^

bau zu helfen und ich glaube, daß von allen Län­dern der Welt es noch am leichtesten sein wird, mit Amerika wieder normale Beziehungen herzu­stellen. Leichter insofern, weil tatsächlich vor dem Kriege zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten keine ernstlichen Differenzen bestanden haben. Was zwischen uns liegt, ist nur der Groll, der aus bem Kriege gufgespeichert ist. Auf der einen Seite werfen uns die Amerikaner vor, daß wir nach ihrer Ansicht sie in den Krieg hineinge­zogen hätten durch Eröffnung des U-Bootkrieges, während wir andererseits nicht vergessen wollen, daß die Amerikaner den Frieden von Versailles zugekasfen haben trotz der vorher von uns ange­nommenen 14 Punkte, die Wilson ausgestellt hatte. Damit scheint sich die Rechnung zwischen den beiden Ländern vollkommen auszugleichen, umsomehr, als an der Vergangenheit nun einmal nichts mehr zu ändern ist und in beiden Ländern Regierungsumwandlungen stattgefunden haben. Es ist deshalb zu hoffen, daß die Reste der Kriegs­propaganda der beiden Länder bald verschwinden werden. Allerdings ist noch zu bedeuten, daß die Amerikaner in den Krieg gezogen sind, in dem Glauben, daß sie in der Welt für die Demokratie sümpften und es ist tatsächlich in Amerika noch heute ein starker Zweifel vorhanden, an dem Be­harrungsvermögen der deutschen demokratischen Republik gegenüber Putschversuchen von links und rechts. Doch es ist anzunehmen, daß mit der Zeit auch das letzte Mißtrauen schwinden wird. Wichtig ist, zu bedencen, Laß in America ein ungeheuer jtades Gefühl gegen jeden Sozialis- muS besteht. Es ist keine Frage, daß der Sozia­lismus für die Amerikaner das größte Schreck- ge]penft ist und gerade nach bem Ergebnis bei e^ien Wahl ist anzunehmen, daß dce sogenannte konservative Richtung in Arnerika überall aus­schlaggebend sein wird. Wenn mir zu guten Be­ziehungen mit den Amerikanern kommen wollen, genügt es nicht, daß wir diese Beziehungen von Reglermcg zu Liegierung ^erstellen, sondern von Volk zu Volk, weck das Ausland viel mehr auf die öffentliche Akeinung achtet als auf die ptc- gierung selbst. Hier erwachst besonders der Presse ein relches Betätigungsfelo. die sich eingehend mit den amerikanischen Verhältnissen beschäftigen muß. Gutbezahlte Korrespondenten müssen nach Amerika gesandt werden, die die deutschen Zei­tungen eingehend über die amerikanischen Ver­hältnisse orientieren Die Wirkung der Kriegs- »ropaganda ist in Amerika noch sehr stark und die­ser Wirkung muß entgegengearbeitet werden. Den Amerikanern muß tiargemacht werden, daß es ihr Interesse ist, mit uns in >m. ^ir." Verbindung zu treten- Es ist klar, daß wir unsere Schuld nur durch Sirbeil bezahlen können. Wir können, deshalb mit den Amerikanern nicht solche Abkommen treffen, auf Grund deren sie uns mit Fabrikaten überschwemmen, sondern sie müssen uns Rohstoffe liefern und nur «tun eine

Organisation auf tiefer Basis möglich ist, nur dann kann sie beiden Ländern nützen. In poli­tischer Beziehung dürfe» wir von den Amerika­nern nicht allzu viel erwarten. Das Interesse für die x lOpäifdje Politik war immer ein sehr ge- ringes. Bisher gingen in Amerika zwei Be­strebungen nebeneinander her. Einerseits galt die politische Isolierung auf Grund des Vermächt­nisses Washingtons als höchstes DvMa, während andererseits die wirtschaftliche Verflechtung mit der ganzen Welt erstrebt wurde. Dieser Gegensatz erklärt bis zu einem gewissen Grade die Politik Wilsons und deren schließlichen Mißerfolg. Die wirtschaftliche Verflechtung brächte Wilson zu der Ueberzeugung, daß die politische Isolierung sich nicht mehr durchführen lasse. Da die amerikanisch^: öf,entltche Meinung dem europäischen Konflikt fernbleiben wollte, trachtete Wilson, die beiden Strömungen dadurch in ein Bett zu leiten, daß er den Versuch machte, zwischen den kriegführen­den Mächten einen Frieden ohne Sieg zu ver­mitteln, und gleichzeitig einen Völkerbund zu schaffen. Diefe Politik Wilfons, die eine bewußte Abkehr von dem Dogma der Isolierung bedeutete, scheiterte infolge der Erklärung des uneinge­schränkten Unterseeboo-tskrieges. Die Vereinigten Staaten traten in den Kampf ein und gaben die Isolierung auf. Nach Beendigung des Krieges siegte in Amerika wieder der Gedanke der Isolie­rung und die Amerikaner glaubten sich wieder von Europa feruhalten zu müssen. Wilson beging den Fehler, nach Versailles zu gehen, wo er die Füh­lung mit der amerikanischen öffentlichen Meinung verlor und unter den Einfluß der ihm über­legenen Staatsmänner in Paris geriet. Es ist unbegreiflich, wie Wilfon überhaupt hat glauben können, ein Bündnis mit England und Frankreich zur Garantierung des Friederrs und einen solchen Frieden wie er in Versailles geschlossen worden ! Konoreß durchLuLrinken. Der Senat ' lehnte dKn auch die Ratiftzierung des Friedens ab, indem er Vorbehalte daran knüpfte, die 83it son seinerseits nicht entnehmen wollte. All diese Vorbehalte dienten nur zu dem Zwecke, die poli­tische Isolierung wieder zur Geltung zu bringen. Jnsbesonders wollte der Senat nicht in die Min­derung der Souveränität der Vereinigten Staa­ten einwilligen, die der Völkerbund von seinen Teilnehmrn verlangt. Darauf kam die Präsiden- tenrvahl und diese drückte sich um die auswärtige Politik ebenso, wie das vor vier Jahren der Fall war. Eine reine Scheidung, wie sie Wilson ge­wünscht hatte Wilson hatte die Parole ausge­geben, für oder gegen den Völkerbund ist bei der Wahl nicht erfolgt, da auch Harding den Völkerbundgedanken nicht verwirft. Harding wünscht allerdings einen idealen Völkerbund und zivar will er zu der Idee des Haager Schieds­gerichts zurücklehren, zu einer freien Völkerverbin- dung, durch die die ameritanifebe Souveränität nicht geschmählert wird. Dieses Bekenntnis ist für uns insofern interessant, als Harding darin erklärt, daß er die volltonunene Isolierung der Ver­einigten Staaten aufgeben will. Es ist also anzu- nehmen, daß Harding den Versailler Vertrag, so wie er ist nicht anneymen wird. Er wird Vorbe­halte machen ober er wird einen Beschluß ber amerikanischen Kongresses herbeiführen, welcher ren Kriegszustand mit Deutschland einfach be­endet. Ich glaube, daß diese Politik LLr Ver­einigten Staa-en uns nur erwünscht sein kann und sie entspricht ungefähr der Stellung, die Dr. Simons sowohl vor dem Pazifisten-Kongreß in Braun schweig als auch kürzlich im Reichstag ein­genommen hat. Auch die von dem amerikanischen Vertreter in Brüssel abgegebene Erklärung läßt daraus schließen, daß die Amerikaner nicht die Absicht haben, sich von Europa vollkommen fern- zuhatwn. Dennoch ist nicht anzunehmen, daß Amerika Staatsanleihen auf seine Schüttern neh­men wird. Andererseits ist aber zu hoffen, daß es für Privatkredite zu haben sein wird und in dieser Beziehung hat der amerikanische Vertreter in Vrüp'el erklärt, die Amerikaner würden Privat- lvedcke nur dann geben, wenn in Europa sich ge­ordnete Verhältnisse bilden und wenn die Sieger den Besiegten die Hand reichen, bamit der Wie­deraufbau möglich würde. Hier wurde also von Amerika wieder ein Druck ausgeübt, was in Ver­sailles leider nicht rechtzeitig und in genügendem Maße geschehen ist. Alles in allem kann man an­nehmen, daß von einer vollkommenen politischen Isolierung der Vereinigten Staaten, wie pe uns geweisAgt worden ist, nicht die Rede fern kann, da die Amerikaner einzusehen beginnen, daß bie wirtschaftliche Verflechtung unmöglich ist bei voller politischer Isolierung. Für Deutschlands rft es eine Notwendigkeit, auf diese Politik bet wirl- Fackli >cn Verstellung mit Amerika einzugehen. Es ist vielleicht möglich, daß wir hier und da an unserer Selbständigkeit verlieren werden, aber ich glaube, daß wir immer noch am besten fahren,

wenn wir in Deutschland die Wirtschaft mit ame­rikanischem Slapital aufbauen als mit dem irgend eines anderen Landes, da wir von Amerika aul nichts zu fürchten brauchen, daß wir dafür poli­tische Konzessionen zu gewähren haben, was bei einem europäischen Lande mehr oder weniger bet Fall sein wird.

Es wird bet uns in Deutschland sehr viel voll unserer Zukunft in Rußland gesprochen und wäh­rend des russisch-polnischen Krieges hat sogar eine gewisse Begeisterung für Rußland bestanden, die aber auf falschen Voraussetzungen auf gebaut war. Ich glaube, daß momentan noch nichts in Rußland zu holen ist. Erst muß sich Rußland aus dem Bolschewismus erholen. Wenn aber Rußland sich fteigemacht haben wird, so bin ich überzeugt, daß gerade Amerika sich mit außerordentlichem Interesse an dem Wiederaufbau Rußlands betvi» ligen wird. Amerika ist auch das einzige Land, das Rußland Kapital geben kann, dagegen wird es keine Arbeitskräfte liefere können. Letzter« Aufgabe wird uns zufallen.

Eine Gefahr bildet allerdings die imperia« liftische Tendenz der republikanischen Partei auf Grund der Monroe-Doktrin und er wäre nicht erfreulich für uns, wenn die Amerikaner jetzt das mexikanische Problem aufrollen würden, da bann wieder der Wunsch nach Isolierung von Europa eintreten würde und das muß unter allen Um­ständen zu vermeiden gesucht werden. Eine andere Gefahr, von bet man hier spricht, schätze ich da­gegen geringer ^n. Es handelt sich um einen Krieg der Vereinigten ©taten mit I a p a n. Ich glaube an einen solchen Krieg nicht, weil Japan seine Blicke auf China geworfen bot, Amerika aber nach Süden und dem europäischen Osten. Beide Mächte haben sich also den Rücken gekehrt unb man darf wohl kaum an nehmen, daß sie den Kampf um die Vorherrschaft im Süllen Ozean durchführen werden. Ich glaube, daß es für uns Dcuttcüs aus ist. wenn wir uns eicht allzu sehr mit den Gegensätzen anderer Staaten beschäf­tigen und nicht immer damit rechnen, welche Vor­teile für uns bei Konflikten anderer Mächte herauskominen könnten.

Als die wichtigsten Aufgaben für die Zukunft gegenüber Amerika bezeichnete der Redner zum Schluß: ein möglichst gegenseitiges Kennenkerne» von Volk zu Volk, Bereitwilligkeit zur Herbeifüh­rung möglichst inniger wirffchatfiichec Verflech­tung mit Amerika, Unterstützung eines eventuellen Versuchs Hardings zur Wiederbelebung der Schiedsgerübtsidee oder zur Errichtung eines neuen und besseren Völkerbundes. Wir sollten rms überhauvt zu der Ueberzeugung bitrcbringen, daß nur durch die Solidarität her Interessen der gesamten Menschheit es möglich sein wird, den Wiederaufbau durchzufthren.

Eine Mnbnttn» BryanS an WM»n.

Paris, 5. N»V. Nack einem Radioteleoramm erklärte Bchan einem Vertreter fürUnited Preb", Wilson solle sofort zugunsten von Marickall surndtreten. Dieser solle sofort den neugewäblten Präsidenten Harding zum Staatssekretär ernennen und dann ebenfalls zu. rücktrcten. Dadurch käme Harding ein halbes geht früher auf feinen Pollen und könne bedeutend fräste: sein Programm zur AuSsübrung dringen. Im Dezem^ könne er dann schon den Kongreß einberufe«.

Politische Tagesberichte.

Anwerbung für die Fremdenlegion. Wie derBerl. Lokalanz' aus München meldet, hat die Münchener Polizei eine auSnebehnte Organisation zur Anwerbung für die ffrcmdenlegion aufgebeeft. Die Werbetätigkeit m Deutschland wird von Paris auS geleitet. Die Werber bekommen 20 FraucS = 100 Mark Tagegelder und 5 Francs Kopfgeld für jeden Angeworbenen. Dic Angeworbenen erhalten 150 Francs Hand- und Nellegeld, 250 Francs bei der Einstellung und ebensoviel bei der Einreibung in den Truppenteil, dann aber nur 75 Ccntimes Tagelöbilung.

Die Deutsch-nationale Vottspartei und die Hrgesch. Die Deutich-natwnale Volkspartei hat in bet preußischen LandcSoersammiung an die Stants« regicrung eine Anfrage gerichtet, ix der sie das Verbot bei Orgeich in Preußen durch den Minister beS Innern als gesetzwidrig bezeichnet und die Staatsregierung fragt, ob sie bereit sei, die durch die Ncichrverfaffung gewährleistete Sereinsfreiheit gegen den Minister zu chntzen. Die Deutsche VottSpartei hat eine ähnlich lautende AnfraAt cingebracht.

Eine Juterpellatioi» über die Soziali- äerunfl. Wie der »Vorwärts" mitteilt, hat die ozialdemokiatische NcichSlagsfraktion vorgestern ein« unimg beschlossen, in der heutigen Sitzung des Reichs­tages eine Interpellation einzubringen, ob die Reichs- ikgierung bereit sei zu erklären, wann sie den zugc» sagten Gesetzentwurf über die Sozialisicrung bei notierter baue« vorleg^r werde und zwar einen Eot- nun;, der sich nicht etwa am eine Gewinn-, Kapitalr- obci ErttagSbeteiligung der Arbeiter beschränkt, vrei- mehr tue VoksoMllfierung der Mo&leiiförberw und »er AaUcnucrteiluna durchlühren maote