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General-Anzeiger

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Nr. 257 Montag den 1. November 1920

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Wiederaufnahme des -euhchen Mtzenhandels.

Äauprverfammrung der Wereirrigung

zur Förderung deukfcher WirkfÄraftsintereffsn im AusLand.

rh. Hanau, 1. November 1920.

Der Krieg hat alles aus den Fugen gehen Wir. In allen Staaten der Erde wurde das Schwergewicht auf die Herstellung von Kriegs- kdarf gelegt und darüber diejenige von G«- hrauchsgegsnständ« des täglichen Lebens nor? iiMfer Zeiten vernachlässigt. Damit nicht genug, schloß sich die eine Halste der Welt gegen die andere ab Jeder befürchtete, daß die Waren, die tt aus führt«, irgendwie der feindlichen Partei Ratten kommen könnte. Was jahrzehnte-, ja jahrhundertelange Kbemarbeit im Aufbau der Welthandelsbeziehungen geleistet hatte, wurde in den fünf Kriegsjahren mit eine»" Aufwand Affinierter Methoden zum größten Teile zer- riffen. Diese durchschnittenen Fäden wieder auf- zusuchen und zusammenzuleiten, hat sich die Der- emigunz zur Förderung deutscher Wirtschasts- interessen im Auslande, dieDemi a* in^n als Aufgabe gestellt. Ihre Hauptziele, die Wie­derherstellung der internationalen Wirtschaftsbe- zichungen, Sicherung des Vertrauens zu deut­scher Arbeit, Anbahnung neuer Geschäftsverbin­dungen im Auslande, Sammlung der deutschen Wirtschaftskräfte im Auslande usw. dürften, was wenigstens wünschenswert wäre, von jedermann begrüßt und unterstützt werden, auch vom Aus­lande. Unser Außenhandel muß wieder hergestellt werden und hier mitzuacbeiten ist Aufgabe jedes Deutschen, der seinem Vaterlande wünscht aus dem gegenwärtigen Chaos herauszukommen. Daß es leider'noch nicht viele Menschen in Deutschland iljÄ^wie sich vo

gefaßt habdn, daß sie mit Energie versuchten, sich ein BiN> von unserer künftigen Stellung in der politischen, wie wirtschaftlichen Welt Europas überhaupt zu machen, ist eine bedauerliche Tat- l«he, die auch auf der am Samstag und Sonntag in Frankfurt im Großen Börsensaal «-gehaltenen rllgemeincn Hauptversammlung der .Tewia" in dem verhältnismäßig schwachen Besuch der Ver- Maltungen zum Ausdruck kam. Als Vertreter des Auswärtigen AmteS wohnte der Tagung der Wirk!. Legationsrat Herr Dr. Bosenick bei, der such in einer Ansprache lebhaftes Interesse an dem Wiederaufbau unseres Außenhandels be­kundete und versprach, alle Kritiken und Be­schwerden der einzelnen Praktiker in Industrie und Handel bei feiner Behörde vorzubringen und zu vertreten. Für die Tagung selbst waren zwei interessante Vorträge vorgesehen, die sich mit dem Wiederaufbau unseres Außenhandels beschäftig­ten. Trotz der ungeheuren Bürde des Friedens- ^rtrages und der Zertrümmerung der deutschen Wirtschaftsgrundlagen besteht, und das konnte man auch aus beiden Vorträgen heraushören, die Möglichkeit zum deutschen Wiederaufbau, wenn

alle der Wille beseelt, ihn durchzuführen und die Mittel anzuwenden, die diesem Zwecke dienen, llber noch fehlt es an diesem einheitlichen Willen des deutschen Volkes zur Sicherung seiner Existenz, ebenso fehlt bei den Reichsstellen d^c Wille, jedes Mittel anzuwenden, um zu helfen. <^ der Hauptversammlung derDewia" wurde Wfe Kritik an der Tätigkeit der verschiedenen stellen des Auswärtigen Amtes, besonders der ^ßenhandelZstellen geführt, Kritik. die nicht ohne ^'.echtigung war; denn tatsächlich sind es die äußenhaudelsstellen, deren wir rund 70 haben.

den Verkehr mit dem Auslande ganz bedeu- «ttb erschweren und mit der Erhebung von Aus- i^taSgcben den Außenhandel derart ver- euecn, daß der deutsche Kaufmann nicht mehr >onkurrenzsäHig ist. Im Ausland wird diese Aus- Ivabgade als ein Ausfuhrzoll betrachtet und W hat nicht übel Lust,' es nachzumachen und noch einen Einfuhrzoll zu erheben. Geschieht dies, ssnn haben wir keine Aussicht, je wieder aus rm- Mn Chaos hemuszukommen. Die kürzlich ver- 'sisentlichte Statistik über den Außenhandel zeig! uns, daß im Jahre 1919 für 22 Milliarden Mark

Waren in Deutschland eingeführt wurden, -5 «usgcführt. Die Außenhandelsbilanz ist auch jsute noch passiv. Deutschland führt nach wie vor ^-f seine cigeire Wixrschaft mehr Waren ein als ^i und bezahlt den Ueberschuß zu einem kleinen ^il mit Papier mark, zum allergrößten Teil mit ^rtpüpieren, Kunstgegenständen und anderen Focauchsgegenstän die in stüheren besseren oevien angesammelt wurden.

, Wenn trotz der Wiedergutniachungsverpslich- Msten die deutsche Ausfuhr wieder aktiv gestaltet werden soll, so kann dies nur erreicht werden, Wtlj ein 5>and in Landarbeiten des uefamten /m iuicui:ii/ti.?ui-v<.^..- v-, w.v.w>

i^Les mit den in Krane komwLnden Beborden.1 machen sied trotz autarkikeder Bestrebungen bereits

Es müssen vor allem unsere Ausländsdeutschen mit ihren reichen Erfahrungen zu dem Wieder­aufbau des Außenhandels in bedeutenderem Maßstabe als bisher herangezogen werden, ferner müssen die Reichsstellen das nötige Verständnis für diesen Wiederaufbau aufbringen und nicht Maßnahmen treffen, die geeignet find, den ge­sunden Außenhandel lahmzulegen. Aber auch das Volk selbst muß mithelfen, indem es unsere Produktion steigert. Es kann nicht immer als Ausrede 5trgenommen werden, daß wir keine Rohstoffe haben und daß unsere ungenügende Produktion auf unvermeidbare Folgeerschei­nungen des Krieges zurückzuführen sei; Stickstoff und Arbeitskräfte stehen uns, wenn wir wollen, genug m Verfügung um Getreide und Zucker in einer Menge zu produzieren, daß wir nicht nur unabhängig vom Auslande werden, sondern auch, Bweit der Zucker in Betracht kommt, hochwertige Exportgüter zu erzeugen vermögen. Das Ent- scheidenste ist: Der Wille auf der ganzen Front! Ueber allen Reden, Streiten und Experimentieren wächst die Wirtschaftsanarchie in Deutschland, deren unausbleibliches Ende eine Katastrophe von unerhörter Furchtbarkeit sein muß, wenn nicht noch im letzten Augenblick die Selbstbe­sinnung erwacht und mit ihr der Wille der Behör­den, nicht hemmend sondern fördernd zu wirken,

*

der trübere Dezernent

Am Samstag nachmittag sprach nach der Er­öffnung der Hauv^ersammluna durch Herrn

verpflichtet sind. Es muß gefordert werden, bay bi^^onirallmaänaluneauxiiblid) auf ein, Mini-

Zollverwaltung triebt. W. K. Ntte in Eife- nach über

Politik auf fehlerhaften Voraussetzungen aufge-

Die Ausländsdeutschen und der Wiederaufbau unseres Außenhandels.

Der Redner, ein ausgezeichneter Kenner des fernen Ostens, führte u. a. folgendes aus:

Schwerer als auf anderen Nationen Europas lastet auf der deutschen der wirtschaftliche Druck als Folge des Krieges und überall tritt uns die Frage entgegen: Was soll werden? Wie können wir unsere zerrütter« Wirtschaft wieder aufbauen, wie können wir den Anschluß an die Länder wie­dergewinnen, die uns mit Rohstoffen versorgen und unsere Fabrikate abnehmen können und wollen? Wir haben während des Krieges keinen Feind im Land« gehabt. Dafür haben wir ihn heute überall, im Osten und Westen, und sogar im Innern in Gestalt von Kontrollkommissionen, die unsere eigene Produktion überwachen, die selbst unsere Binnenschiffahrt zum großen Teil ihr eigen nennen. Unsere Verkehrswege, die Ströme und Eisenbahnen sind internationalisiert und wir haben nirgends die gleichen Rechte in einem anderen Lande. Jeder Ausländer kann zu uns tominen, nur uns ist der Weg versperrt. Niemand empfindet diesen Tatbestand schwerer als der Ausländsdeutsche, der in sein Vaterland als Flüchtling zurückgekehrt ist, der vor dem Kriege der Träger des Außenhandels war und dem auch bei der Wiederanknüpfung der wirt­schaftlichen Fäden die Hauptaufgabe zufällt. Zu den Ausländsdeutschen zählen heute neben den Kolonialdeutschen auch die in den abgetretenen Gebieten Deutschlands, ferner die Deutschen in Böhmen, Tirol, West-Ungarn, Rumänien und Rußland Sie alle blicken heute nach dem deut­schen Reiche als ihre eigentliche Zentrale. Auch das Elsaß wird wirtschaftlich stets zu Deutschland gehören, weil der Rhein es an Deutschland kettet. Flüsse trennen nicht, sondern verbinden die Völker miteinander. Die Weltwirtschaft ist eine Art in der Entwicklung begriffener Organismus. Gleicht nun die Weltwirtschaft einem werdenden Organismus, so geht der Kampf im Innern dieses Organismus immer weiter, denn der Nationalis­mus ist nicht auszuschalten und nur der starke Wille der Selbstbehauptung wird die Nation vor Unterdrückung bewahren. Und da entsteht für uns die bange Frage: Welche Rolle werden wir spie­len? Werden wir ein Glied sein, das nur Arbeit verrichtet oder werden wir in diesem Kampfe des Weltgetriebes einen anderen Teil darstellen, einen Teil des Herzens einer stark pulsierenden

Welt? Vor dem Kriege hatte Deutschland feine Vertreter in allen Ländern, teilte aber sind alle 8cerben, die uns mit dem größten Teil der Welt

verbanden, zerschnirten und «s muß unser Bestre­ben fein-, die Verbindungen auf diese oder jene Art wieder herzu stellen. Im britischen Weltreiche

Stimmungen bemerkbar, die einen Hoffnungsblick I zulassen. Frankreich wird am schwersten zugäng­lich sein weil es bereits vor dem Kriege mehr« noch als andere Weltliche das Bestreben zeigte, Auswanderer und ausländischen Handel obzu- lehnen.Am entgegenkommendsten zeigten sich bisher die Vereinigten Staaten von Amerika, die An­lehnung der Hapag und des Bremer Llohd an die starken amerikanischen Schiffahctskonzerne war eine kluge Tat. -Japan und China werden die Teutschen immer willkommen heißen, ebenso zeigen Brasilien und die anderen südamerikani- schen Staaten Entgegenkommen. China, wo fast ein Viertel der Menschheit wohnt, entwickelt sich in der Industrie trotz der Bedrückung auslän­discher Ueberwachung, sodaß man sagen kann, China wird in seiner Zeit von 30 bis 40 Jahren eines der bedeutendsten Industrieländer sein. Die neutralen Staaten stehen Deutschland wohl­wollend gegenüber. Der Ausländsdeutsche sollte nicht zögern wieder hmauZzugehen, selbst wenn er es im Anfang schwer hat. Die Vorbedingung für eine erfolgreiche Tätigkeit des Deutschen im Auslande ist jedoch die Gesundung der PolitikimJnnern. Der negenwärtige Zu­stand ist in jeder Hinsicht unbefriedigend. Die innere Heilung ist unerläßlich« Vorbedingung für den Aufbau unserer Beziehrmgen zum Auslande. Den politischen Parteien gebricht es an Ver­ständnis für die Wichtigtzit der Außenpolitik, ihre Ziele sind lediglich innerpolitisch orientiert und von Parteiinteressen diktiert. Hieraus erklären sich die sonst unverständlichen Kontrollmaßnahmen bet Regierung für Ein- und Ausfuhr. Diese Be­stimmungen sind von Leuten erlassen worden, die die wirtschaftlichen Auswirkungen derselben nicht u Ende gedacht haben und auch nicht zu Ende denken können oder dürfen, weil sie parteipolitisch

baut. Das heutige Steuerftstem krankt da^an. daß es in keiner Weise auf die Psychologie des Volkes eingestellt ist. In diesen Fragen muß Aenderung geschassen werden, denn der Ausländsdeutsche hat ein Recht von seiner L-gierung zu verlangen, daß sie Rücksicht auf ihn nimmt. Sache der Ge­schäftsleute ist es aber, den Ausländsdeutschen in seiner Pionierarbeit zu unterstützen und zwar durch llebcrtragunz der Auslandsvertretungen. Letztere gehören nicht in die Hände von Aus­ländern.

Redner kam dann auf die Auslandsvertre­tungen zu sprechen und gab von d'esen ein weniger erfreuliches Bild. Er tvarnte. daß diese Vertretungen nicht zum Spielball der politischen Parteien werden. Me Ausländsdeutschen sollten bei der Wahl dieser Vertretungen befragt wer­den und vor allen Siegen fordern, daß die in Frage kommenden Stellen mit wirklichen. Fach­leuten besetzt werden. Die Stellungen her Han­delssachverständigen im Auslande sollten mit ihrer Hilfe ausgebaut werden, ebenso m ßren sich die Jourwalisien im Auslande vor allem wirt­schaftlich betäligen und mit den Handclssachver­ständigen Zusammenarbeiten. Die sprachliche Aus- bilbung in der Heimat sollte im Interesse des Außenhandels nicht nur aus ftanzösisch und eng­lisch beschränkt werden. Der Ausländsdeutsche soll vor allem auch die ausländischen Märkte studieren Allgemein gesprochen liegt die Zukunft der deutschen Industrie, soweit das Aauslaud in Frage kommt, auf dem Gebiet der Feinmechanik Chemie und der Veredlung in jeder Form. In Massenartikeln wird Deutschland nicht konkurrenz­fähig bleiben, wegen der industriellen Entwicklung oes Auslandes, vornehmlich der asiatischen Staaten. Qualität nicht Quantität brauchen wir für den Uederseeyandel. Ausgabe der Regierung ist es deshalb, die deutschen Geistesarbeiter auf allen Gebieten zu fördern und zu schützen, weil ohne sie Deutschland zu Grunde gehen wird und zu diesen Geistesarbeitern gehören auch die Aus­ländsdeutschen.

Dem Vorttag, der beifällig ausgenommen wurde, folgte eine kurz« Debatte, an der sich die Herren Christ, Generalsekretär des Verbandes zur Wieberausrichtung deutscher Interessen im Auslande, und Eidenheimer-Mainz beteiligten und die in ihren Ausführungen b^s Hauptreferat unterstützen und teilweise ergänzten.

Am Schluß der Aus-v"ache wurde folgende Entschließung angenommen:

DieDewia" ist sich einig dsri", daß die Au? TaiibSamtiditit bei dem Wiedelamhau der devtsÄen Wirtichast und des Auücvdandcis eine sehr bedeu­tende Aufgabe im Interesse des ganzen Belk-'s zu löien haben. Durch persönliche Initiative sind von ihnen du Jaden von neuem zu innpun, die der, Sirieg z.nisten tat. D e von der.Reuerung aus^e- i übte Äontroüe ist deshalb im Interesse des Wieder-1 aufbaut mözlichst umgehen» auf tut Minimum in I

beschränken. Bei den Behörden, die im AuSland bal Reich vertreten, sollen vorwiegend auch handelt« technisch und volkswirtschaftlich geschult« AuSlamr- deutiche verwendet werden, nicht nur Juristen. Aus eine beschleunigte iederherstellung der geschäftlichen SBerbinbimgcn ist hinzuwirken, die Verständigung ist mit allen. Wirtschaitsnationc« auf dem Weltmarkt anzubahnen, und zwar durch persönliche Initiative, bc chleunigten Abschluß von Handelsverträgen un» Erleichterung des Verkehrs int Interesse des Außen­handels, dessen grundsätzliche Freiheit giwährleistet werden soll. Die »Dewia" spricht besonder» den vertriebenen Ausländsdeutschen ihre volle Sympathie in ihrem Stampfe um ihre Existenz aus, da mit ihrem Er olg auch der Wiederaufbau unserer Welt­wirtschaft zu einem sehr großen Teil bedingt ist.

Am Sonntag wurde die Hauptversammlung fortgesetzt. Herr NegierungSbaumersier Fabcicius- Köln eröffnete die Sitzung, an der wieder der Vertreter des Auswärtigen Amtes teilnahm, mit einigen Hinweisen auf die Ziele derDewia". Nach diesen kurzen Einleitungsworten nahm Hen Handelskammersyndikus Professor Dr. T r u m st­ier - Frankfurt a. M. das Wort zu seinem Vor- trag über

Hemmungen und Förderungen unseres weltwirtschaftlichen Wieder^ufaucs.

Der Redner begann feinen Vortrag mit dem Hinweis, daß eines der schwersten Hemmnisse unseres weltwirtschaftlichen Wiederaufbaues die ungünstige Laxe der Reichsfinanzen bildet. Un­sere Schuld ist so riesengroß, daß wir tatsächlich das Gespenst des Siaa^bankerotts näher ins Auge fassen müssen. Deshalb hier einige Wort« darüber. Ein Staatsbankerott in dem gewöhn­lichen Sinne des Wortes wird nicht eintreten. Einmal ist es ganz unmöglich, dgß bet Staat ober das Reich feine Zahlungen inbezug auf die Gehälter der Beamten ,Arbeiter usw. einstellen

^M. Tas Reich kann »uL.yM -jk MmM-P Anleiheschuld streichen. In dieser BezichukS werden ivir uns keinen Befürchtungen hinzu- geben haben. Es ist aber wichtig, daß wir diese Konsequenzen ins Auge fassen, weil wir allge­mein in der arbeitenden Deoölrerung mit diesen drohenden Gespeerst zu rechnen haben. Der Eiw zelne nimmt die schlechte finanzielle Lage des Reiches mit einem gewissen Fatalismus hin und wird in seiner Erwerbs tät. gleit beschränkt. Vor dieser Auffassung warnte der Redner aufs ent- schie5en,.«,nuü betonte, daß es nicht notwendig ist, daß mit dem verschleierten Staatsbankerott auch der Bankrott der Einzelwirtschaft verbun­den ist. Es ist durchaus falsch, sich durch das Banierottgespenst abschrecken zu lassen und sich der Pruattütrgleit nicht mehr mit der nötigen Ener­gie hinzugeben. Aber es ist zu befürchten, daß das Reich zu gemiffen Mitteln greift, die aller­dings die Privatwirtschaft Lautieren könnte und zwar einmal das Mirtel einer noch stärkeren Heranziehung der Vermögen, trotzdem mir auf diesem Weg« nicht vorwärts kommen werden. Es ist ganz unmöglich, daß wir auf die Lauer unsere Staatsau^gaben aus dem Kapital des Einzelne» öestreiten können, wenn wir nicht dem Ruin zu- j.euern wollen Leshalb kann auch der Weg bei Erzbergerschen Steuerreformen nicht weiter ge­gangen werden. Wir werden mit einer Massen- fiueyt des Kapitals zu rechnen haben, die unab- sehöare Felgen nach sich zehen würde. Ein wei­terer Eingriff des Staates, den wir zu befürchten -iciJen ist der, Laß der Staat seine laufenden urittel im Wege der Rotenpresse beschafft. Dies ist ganz besonders gefährlich, werl der schlecht« Stand unserer ^iLaui mit dieser ;andauernden Arbeit der Postenpreise in unmittelbarem Zusam­menhang steht. Sie Notenpresse muß unter allen Umitäken juEgelcgt werden und so wenig wir sonst über die Arbeitslosigkeit erfreut sind, so wären Feierstunden in der Reichsdruckerei absolut wünschenswert. Was die Frage derEntwiuinng unserer Valuta betrifft, so ist diese im allgemeinen nicht günstig zu beurteilen mit einer dauernden Besserung bei deutschen Valuta ist nicht zu rech­nen. Wir wissen, daß unser Außenhandel noch passiv ist, wir wissen auch, daß wir bei unseren Abrechnungen mit England jeden Monat einen starken Zahlungs-Passiv-Saldo haben. Außerdem hat Las Reich große Anschaffungen zu machen, so u. a- den Amauf von ausländischem Getreides. Zeirer haben mir die Erfahrung machen müssen, MB die Zwangswirtschaft auch beim Getreide ver­sagt hat, daß es nicht gerungen ist, von der Land- wirtschaft d.esenigen Quanten zu bekommen, die wir brauchen, sodaß wir jetzt schon unmittelbar nah Abschluß der neuen Ernte nicht in der Lag« find, aus dem Innern heraus unsere Bevölkerung zu ernähren, sondern zu Ankäufen aus demFlus- land schreiten niüssen, die bis zur nächsten Ernte einen Betrag von 20 Milliarden erreichen werden.

Wir müssen zu den gesunden Grundsätzen einer bewährten Diskontpolitik zurückkommen.