Einrückunosgebü b r: DieSgeiv.Kolonelzeileod. deren Raum 1.— Mk., die 4geip. Zeile i. Reklameteil 8.— Mk.. L5°<nTeucrungszulchl. Offertaebühr UjPsg. Bezuas preis: Vierteljährlich 12.90 Mk., monatl. S.SUMk.. für Postbezug Vierteljahr!. 12.90 Mark, monatl. 4.80 Mk. Die Nummer 20 Psg.
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LAMches Organ für Etaö!- und Landkreis Lava»
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Dienstag den 28. Lktvber
1920
ESSE
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Das Neueste.
— Dem preußischen Finanzminister wurde dieselbe gefestigte Stellung eingeräumt wie sie dem Reichrfinanzminister zuerkannt worden ist.
— Der Generalstreik in Bremen hat an Ausdehnung zugenommen.
— Der belgische Ministerpräsident Delacroix gab seinen Kollegen sein Demissionsgesuch bekannt.
— Bürgermeister Mac Swiney von Cork ist gestern morgen gestorben; ebenso König Alexander von Griechenland.
Dundesslaar Oberfchlesisn.
Die Verhandlungen im Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten.haben nun zu dem Ergebnis geführt, zu dem sie führen mußten. Nachdem es am Donnerstag voriger Woche noch nicht gelun-. gen war, eine Einigung und einen festen Beschluß herbeizuführen, haben die oberschlesischen Abgeordneten des deutschen Reichstags und der preußischen Landesversammlung in der Samstag- Sitzung den Ausschlag gegeben. Die gewählten Vertreter des oberschlesischen Volkes haben auf das Zwingende der ganzen Lage, auf die Notwendigkeit der bundesstaatlichen Autonomie hingewiesen und ihren Forderungen konnte sich weder die Reichsregierung noch die preußische Regierung entziehen, da es die Forderungen der Mehrheit des oberschlesischen Volkes waren, die hier vertreten wurden. Die Samstag-Sitzung des auswärtigen Ausschusies ist deshalb von besonderer Bedeutung, weil nunmehr nicht nur eine Einigkeit allein über das Ziel, sondern auch über den Weg zur Erreichung dieses Ziels herbeigc- führt worden ist, und zwar kann jetzt, da Preußen
Massen hat, die bundes- Matliche Autonomie für Oberschlesien durch ein einfaches Reichsgesetz herbeiMühtt lverden, oefse'n Annahme nach den Erklärungen der Parteiver- treter gesichert ist. Es mag gestattet sein, in diesem Augenblick, in dem die Entscheidung gefallen ist, rückblickend noch einmal auf die Widerstände i Hinzuweisen, die sich bisher in der Autonomie- frage Oberschlesiens gezeigt haben. Das eine sei vorweg bemerkt, daß bei allen Widerständen niemals daran gedacht ist, den Oberschlesiern die Erfüllung ihrer berechtigten Wünsche zu versagen, aber es handelte sich um eine Frage, die für die gesamte preußische und Reichspolitik von überaus schwerwiegender Bedeutung war. Man mag von gewisser Seite den Widerstand der preußischen Regierung bedauern, aber er war verständlich. Was wäre das für eine Regierung gewesen, die allzu leichtfertig die Hand dazu geboten hätte, daß ein solch edles und wichtiges Glied, wie es Oberschlesien ist, vom Körper des Staates entfernt würde? Was schließlich die preußische Regierung zum Aufgeben ihres Widerstandes bestimmt hat, ist die Erkenntnis gewesen, daß wichtiger als das Verbleiben Oberschlesiens bei Preußen das Verbleiben Oberschlesiens beim Reiche ist. Die Widerstände von sozialdemokratischer Seite bestanden darin, daß in der Schaffung eines neuen Gliedstaates eine neue Gefährdung der ohnehin bereits bedrohten Reichseinheit erblickt wurde, während die Teutschnationalen aus ihrer ganzen konservativen Tradition heraus eine Verkleinerung Preußens deshalb verhindern wollten, weil nach ihrer Meinung dadurch die preußische Vormachtstellung, die nach der neuen Reichsver- fassung sowieso schon nicht mehr in ihrem srühc- ccn Sinne besteht, noch weiter vermindert werden würde. Größer als alle Widerstände aber war der Wunsch des oberschlesischen Volkes, und wich iigec als alle Widerstände ivar die Notwendigkeit, den Oberschlesiern, die im schärfsten Kampf um $vc deutsche Existenz stehen, eine Unterstützung or.gedeipen zu lassen, die wichtiger als alle ande- ' wn Unterstützungen ist und die allein es den Oberschlestern.'ermöglicht, den Kampf zum eigenen Besten und zum Besten Deutschlands siegreich zu aurchfechten. Die im Ausschuß für auswärtige AugelegHheiten gefällte Entscheidung ist ein Markstein in der Geschichte Oberschlesiens,.es han- "Ut sich nicht um die Gewährung der Autonomie Eein, sondern um eine Aenderung des ganzen Kurses. Die Bedeutung Oberschlesiens für das Reich ist fett weil größer geworden, als sie es vordem war, und Oberschlesien selbst ist nunmehr w der Lage, im Rahmen des Reichs auch die Politik zu treiben, die seiner Bedeutung entspricht die das Ziel hat. Ober^lesiens Bedeutung liic aste Zukunft zu sichern. Die Polen botten es !°'-cht, einem Lande, das ihnen nicht gehört und | ^ven nicht gehören wird, eine sogenannte Auto- "wAe zu versprechen. Das volnische Autonomie- bat in seiner Gesastitbeit keinen anderen Werg als den eines demagogischen Manövers zum Zwecke des Stimmenfangs. Die ganze Art aber, ln der die jetzt von deutscher Seite gefällte Ent
scheidung zustande kam, und gerade die Widerstände zeigest, wie ernst und wie bedeutungsvoll für Oberschlesien und das Reich diese Entscheidung zu nehmen ist. Wir zweifeln keinen Augenblick daran, daß man in Oberschlesien von dem Wert dieser Entscheidung am allerbesten überzeugt
Wert dieser Entscheidung am allerbesten überzeugt bald wieder in die Höhe arbeiten werde. Wie ist, wir zweifeln nicht daran, daß diese Entschei-j könnte es auch anders fein, wenn es hört, daß Frankreich mehr Kohlen hat als es braucht,
dung den Oberschlesiern Kraft verleihen wird, die jetzigen schwerchl Zeiten zu überstehen, und wir zweifeln auch nicht daran, daß durch diese notwendige Entscheidung für die bundesstaatliche Autonomie der Grundstein zu einer besseren, freieren und glücklicheren Zukunft Oberschlesiens
gelegt ist-
Neue Hinansschiebung der Abstimmung?
Berlin, 25. Oktbr. Der Pariser „Temps" und der „Matin" schreiben am Samstag, daß sich Frankreich beim Botschafterrat für den polnischen Antrag verwendet habe, die Volksabstimmung in Oberschlesien erst in der ersten Aprilwoche 1921 stattfinden zu lassen.
DanziF.
Danzig, 25. Ost. Nach einem Telegramm Lord Derbys an bie hiesige alliierte Verwaltung verlangte die polnische Deleaatmn ant Samstag eine Frist von 'wei Tagen, um mit der Danziger Delegation gesonderte Verbandlungen zu pflegen. Die Danziger Delegation lehnte dies ab und begründete ihren Standpunkt in einer Note an die Botichafterkonferenz Da- rnufhin letzte die Botschallerkonserenz einen interalliierten Sonderänschuß ein, der aus vier Franzo'cn, zwei Engländern, einem Italiener und einem Japaner besteht, mit der Aufgabe, eine Einign*g zmwndeznbringen
Paris, 25. ‘ Ost. Die Kotschalterkonferenz hielt heute vormittag eine Sitzung ab. Obzwar das offt= uette Eommmiigna nichts über den Beratungsgegen- üand sagt, alanbt der „Times" zu stviffen, bah man sich mit der Meinungsverschiedenheit in der Danziger Frage beschäftigt hat. Die eingesetzte Kommission hat ihre ÄiHnnaen „.............. die Kommission des Freistaat .__... nicht bereit gelnoden hat, den von dem Botschafterrat angenommenen Vertragsentwurf abzuändern.
Rußlands bedrshlrchs Lage.
Paris, 25. Okt. Der Berichterstatter des „Jour- na's" hatte eine Unterredung mit einem Freunde Sivowjews. Dieser bat ihm nicht verhehlt, daß die Lage in Näterußland sehr bedenklich geworden sei, bah der Winter der jetzt schon begonnen hat, eine schreckliche Hungersnot im Gefolge haben werde und daß das Volk non Tag zu Tag nn^ufriebener werde, nach all den Entbehrungen, die es dnrchgemacht hat. Die Arbeiter regen sich und die Bauern haben nur so viel Land bDtellt, um ba8 zu erzeugen, was sie selbst an Lebeusmitteln notwendig haben. Es fehle daher in den Städten auch vollkommen an Brot. Alle Bemühungen, mit den ausländischen Mächten in freunb» schaltlichen Beziehungen wieder berzustellen. haben nur ein sehr mageres Ergebnis gehabt. England und D entschland würden erst in einem Jahre Lokomotiven liefern können. Sowietrustland fürchtete neben diesem Zustande Polen, die Ukraine und vor allem General Wr a n g e l. Siuowjew ' abe wörtlich erklärt, baü, falls nicht im Saufe dieses Winters im Westen rcvolntwnäre Bewegungen zum NnS'iriich kämen, mühten die Volkskommissare surüctireten. Zurrest richten sich alle An ren-nngen Mo-kans nach Jtal'eii und der Tichecho lowa^ei. Die Balichewisten seien der In fleht, nur von dielen Säubern und v elleicht noch von Enoiand könnten ihnen Hil-e fommen. Ein wen-o rechnen sie auch auf Dentsthland unb in Berlin wisse man wohl, bah ganze Scharen Agitatoren b-e Häken, Westfalen, das Rabrgebiet und Zbüringen übcr'h’vem ■ men. Zum Schlüsse habe Sinowjew noch die Erklä- ulng Viktor Kovps belastgt. daß Rußland nicht daran berE<, feine Schulden in Frankreich anz leckennen und daß es seinen Pfennig davon bezahlen werde.
Berlin, 25. Okt. Der Verein der Wo'gadrntlchcn e. V., Berlin, Moystraße 2k, erhielt, wie er dem Wolf- Büro mstteilt, in den letzten Tagen reichhaltiges und inverlostiges Material über bie katastrophale Sage derdeutschenSi e b el u it a e n (^ Millionen Seelen! im Wolgagebiet SowjetrußlatidS. Zu dem wirtschaftlichen Rum und Seuchen aller Art, besonders Flecktypblis, tommt der Hunger. In diesem Gebiete, das sonst viele Millionen Zentner Malen 'Weigenmehls auSrührte, war 192 > eine so völl-gc Mißernte, daß vielfach nicht einmal bie^ Saat geerutet wurde. Troy- cm verlangt die Mos'aUer Zentralverwaltung, da ' er Bauer auch bie letzten Vorräte für baß auch be- i e ts hungernde Zeniralrüßland hergibt. Was a cht uitwillig abgegeben wird, wird gewaltsam genommen. Die Bevölkernng geht ze lmuvt, ohne Brennmaterial Licht und Leb nSniittelvorrätcn einem langen kalten .?mter entgegen. Sston jetzt richten einzelne Siedeln ngcn gemeinsame Speifeküch-n für die gesamte Bevölkerung ein. Aber auch dadurch wird die Katastrophe nur um zwei bis drei Monate hina;tßgefd)O 'tu, dann beginnt das große Sterben, wenn cs dein internatio= nalen Roten Streits nicht gelingt, auf irgeno einem Wege Hilie zu ichaffeu.
BolscherVislische Gefahr.
Haag, 26. Oktbr. Der „Nieuve Notterdamsche Courant" schreibt in einem „Bolschewistische Gefahr" übertriebenen Artikel u. a.: Der Anschluß der Mehrheit der deutschen Unabhängigen Partei an das Moskauer Programm wird die kommunistische Propaganda unter der
deutschen Arbeiterbevölkerung zweifellos sehr verstärken. Daß sie günstigen Boden findet, dafür sorgt besonders die Politik der Westmächte. Das deutsche Volk beginnt immer mehr und mehr den Glauben zu verlieren, daß es sich
während in Deutschland den Privaten und der Industrie die Kohlen entzogen werden, um die Verpflichtungen von Soa zu erfüllen, wenn das deutsche Volk weiter hört, daß die Franzosen und Belgier große Mengen dieser Kohlen für teueres Geld zurückverkaufen, wenn das deutsche Volk hört, daß ein großer Teil des bisher abgelieferten besten Zuchtviehs in Frankreich und Belgien abgeschlachtet worden ist und daß trotzdem die Ablieferung von 800 000 Stück Milchkühen trotz der furchtbaren Not der deutschen Frauen und Kranken gefordert wird und wenn es weiter sieht, wie in den Abstimmungsgebieten im Osten und Westen sein Nationalgefühl vergewaltigt wird, gegen die Verfügung des Vertrages von Versailles, eines Vertrages, den keuier der Sieger als für sich bindend anzu- errennen scheint, wenn das deutsche Volk weiter liest, daß die Kosten für die Unterhaltung der Ententekommissionen zu einer ungeheuren Steigerung der deutschen Ausgaben führen und den finanziellen Wiederaufbau unmöglich machen? Wenn die Hoffnung auf eine, wenn auch langsam anhebende Besserung bisher dem deutschen Volke die innere Kraft gab, die Produktion zu heben, fällt es heute der fortschreitenden Zersetzung zum Opfer. Durch diese Politik der Entente vermindert sich die Widerstandskraft Deutschlands in einem Augenblick, wo die bolschewistische Propaganda nicht nur von außen, sondern auch von innen geführt wird, also ganz
Der Märlyrer von Cor
London, 26. Oktbr. Der Bürgermeister von Cork ist gestern morgen 5.20 Uhr gestorben. Dem Tode ging eine Erschöpfungsperiode voraus, in deren Verlauf er das Bewußtsein nicht mehr erlangte. Sein Beichtvater blieb die ganze Nacht bei ihm und verließ das Gefängnis erst mehrere Stunden nach dem Eintritt des Todes. Man glaubt zu wissen, daß bereits Dispositionen für bie Uebersührung der Leiche nach Irland, wo das Leichenbegängnis stattfindet, getroffen wurden.
Der Bürgermeister von Cork wurde zusammen mit anderen Sinnseinern vor etwa 10 Wochen von den englischen Polizeitruppen in Irland ge- sangengesetzt und in das Londoner Staaisge- fängnis gebracht. Hier verweigerte er sogleich legtlche Nahrungsaufnahme, und auch seine Mitgefangenen traten in den Hungerstreik, um ihre Freiiassung zu erzwingen. AIs sie aber sahen, daß d.e englische Reg-erung keinerlei Anstalten machte, sie auf freien Fuß zu setzen, gaben sie den Hungerstreik bald wieder auf. Nur der Bürgermeister von Cork blieb standhaft und verweigerte nach w-e vor jede Aufnahme von Nahrung. Als er immer schwächer wurde, brächte man ihn in das Hospital und suchte ihn durch eine zwangsweise Ernährung am Leben zu erhalten. Die englische Regierung erhielt Bitt- und Drohbricse aus allen Lcilen der Welt, und der Papst schloß den Bürgermeister von Cork in seine täglichen Gebete ein. Vor einigen Tagen verfiel der irische Patriot,in Agonie, und nun ist er, nach etwa 75 Tagen standhaften Hungerus, gestorben. Für die Freiheit seines irischen Heima'boden^ hat er sein Leben dahingegeben. Nicht auf dem Schlacht- seld ist er geblieben, und doch war er ein Held, ein echter Märtyrer seines Vaterlandes.
Es ist nicht ausgeschlossen, daß das Ableben des Bürgermeisters das Signal zu einer großen irischen Freiheitsbewegung wird, zu einer Erhebung gegen die englische Knechtschaft.
London, 26. Oktbr- Anläßlich des Todes des Bürgermeisters von Cork, Dlac Swiney, legte die Stadt Cork öffentliche Trauer an. Alle amtlichen Büros sind gei.blossen.
Paris, 26. Oktbr. Nach einer Meldung des „Mal.n" aus London befinden sich im Gefängnis noch Z-Sinnfeiner, die seit 76 Tagen hungern. Außer dem Bürgermeister von Cork ist gestern noch ein anbe.er Hungerstreitender, namens Murpha", gestorben.
Paris, 25 Oktbr. Nach einer Reutermeldung aus Washington erilärte der demokratische Präsi-
aus ^lymgion eruarre oec «™'-“W^u - yatmeuromiemn, die mit Rußland Beziehungen au» dentschastskanorout Cox in einer .>ceoc, er ^wusle j ^x^^jp^ haben, ist vcrha.cn luoroen, sich mit in l:che» ":Xi -«— oi..„.«mn» *—*« ^ß Frland seine wistinyk« Stau-leuten ------ ^ '"""' Si ■*-
nicht einen Augenblick daran, daß ^
'rcihcit wicdercrianaen könne. Er werde nötigen- , ^
falls, wenn ei gewählt werde, die Sache Irlands Haudclebeziehuugcu an u.m p;eu iu4«u persönlich verteidigen und zu diesem Zweck an die guten Absichten der ganzen Welt appellieren.
PolMschs Tagesberichle.
— Preußische Sparsamkeit. Der Hauptaus- schutz der preußischen Landesversammlung beriet gestern den Haushalt des Finanzministeriums. Nach einer längeren Debatte über die Wege zur Sparsamkeit in der Verwaltung wurde einstimmig ein Antrag angenommen, der die Regierung auf« fordert, dem preußischen Otnanzminister angesichts der gegenwärtigen Ftnan^ age im Kabinett dieselbe Stellung zu geben, rote sie das Reichskabinett dem Reichsfinanzminister eingeräumt hat.
— Der Generalstreik in Bremen. Das technische Personal der städtischen Bühnen hat sich dem Ausstand ausgeschlossen, außerdem 250 Arbeiter der Betriebswerkstätte der Straßenbahn. Die Kaffeehausmusiker und die Arbeiter der Friedhofsinspektion sind ebenfalls in den Aus« stand getreten. Auch die Müllabfuhr streikt.
— Zur Toziatisiernng des BcrAbantS. Die HandeSkammer in Hamburg richtet? an das NeichI- wirtschastsministerium eine Eingabe, in der es bciut: Die Handelskammer Hamburg hält es für ihre Pflicht, zu der Frage der Sozialisierung beS Bergbaues öffentlich Stellung zu nehmen. Die Handelskainmer Viv keinesfalls starr fefttiatteu an überlebten Formen. Su ist bereit, mitzuarbeite» an der Durchführung notwendig werdender Orgauisation.sändcrungen, die pro- dukticnssteigernd nno vreissenkend wirken und die Ar- beitsfreudigkeit der Arbeiter und Angestellten erhöhen. Die Handelskanimer vermag jedoch in keinem der beiden Vorschläge über die Sonalisierung des Bergbaues den Weg zu erblicken, der ohne schwere E schütterung zum Ziele führt Die beiden Vorfchläge führen eine bürokratische Zwangsorganisation ein. Das auch in den beiden Vorschlägen vorgesehene Prämiensystem ist nach Anucht der Handelskanimer nicht geeignet, einen Ansporn zur Arbeit zu geben. Statt einer Steigerung der Erzeugung und einer Verbilligung der Preise w rd die SoValifierung r ne Verringerung der Produktion und eine Erhöhung der Preise zur Folge haben. Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie und bet deutschen Handels werde dem Auslande gegenüber chwer geschädigt. Die Hauptlast hätrerrH Äe.c» brstuK und Arbeiter zu tragen Die HandeiSkaüimer warnt die Ncichsregicrüng eindringlichst, einen bei beiden Vorschläge durchzuinhren, teilen Feblschlagen bei der trostlosen Finanzlage des Reiches eine Kam- strophe berbeinihren werde.
— Dcmissionsabsichten Delacroix. Im Verlaufe des Ministerratz gab der belgische Ministerpräsident Delacroix seinen Kollegen das gemeinsame Demissionsgesuch bekannt, das er dem Könix bei seiner Rückkehr überreichen wird.
— König Alexander von Griechenland f. „Havas" meldet aus Athen: Der König Alexander von Griechenland ist gestorben. — Nach einer „Temps"-Meldung äus London bat König K o n st a n t i n. von Griechenland einem Vertreter der „Daily Mail" erklärt, es fei ihm unmög. lich zu sagen, ob er seinem Sohn gestatten werde, den Thron von Griechenland zu bester, gen, oder ob er die Bedingung annehme, die die griechische Regierung vielleicht stellen werde. Er halte sein Anrecht auf den Thron von Griechenland aufrecht. In der Umgebung des Königs erkläre man, König Konstantin werbe sich nur unterwerfen, wenn eine Bolksabstimmung sich gegen ihn ausspreche.
— Zam englischen Bergarbeiterstreik. Vor Wrederausna" me der Besprechungen zwischen der Regierung und Vertretern der Bergleute hielten die Minister eine Tagung mit den Sach. verständigen ab. Gemäß den Bestimmungen des neuen Angebotes sollen den Bergleuten die verlangten zwei Schilling mehr Lohn zuge- standen werden. Das Abkommen würde aber gleichzeitig eine erhebliche Steigerung der Förderung fidferiteHen.
— Die schwedischen Linkssozialisten für
aus Stockholm
Moskau. Wie das
meldet, haben die schwedischen Linkssozialisten nach viertägiger Debatte sich mit großer Mehr« heit die Annahme der 21 Punkte Lenins und damit für den Anschluß an die Moskauer Jmer» nationale entschieden. Die definitive Entscheidung soll durch eine Urabstimmung gefällt werden.
— Der Kampf argen die italienischen Nadikati eu. Die neue» Negierangsmaßnadme» gegen die Radikalen werden tu den Indunriegegmüc» ichon überall angewandt und haben zahlreiche Haus, inchungen und Serba,hingen zur Folge gehabt. I« Mailand sind bei dem anarchistischen Blatt, das von Jjta.atefta ansgegeben wurde, 5 Redakteure in Hilft
genommen. Auch ö.it man Die Spur entdeckt von »er nusilcheu Zropauauda, Die zahlreiche Nebenbüro» « Jmuen unterhält, .mehrere dieser Büros wurde» ’ae» reite geschloss n, doch sind die Lener ent ontmen. Mau will am die e Wcae versuchen, die Leiter der Bcwe» gung in Händen zu de omnieu und hofft, dadurch die anarchistuche Äg:auou zu ersticken. Den naneiusche«
ei. un ten, oa hinter ImiM Propuggu^ij-cn »et uu e. wcroc», du - nr zum S^cta
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