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Ar. 237

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Gmeral-Mzmger

AmMches Organ für Stadt- und Landkreis Saturn

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertags

Freilag den 8. Oktober

Verlagsleitung: Ad. Jndermüble. verantwortlich: furpotitifdren und allgen^.^,. TeilRich, Sutti ch-für lokalen und provinziellen Teil sowie Sport W. Moritz, für Anzeigen und Reklamen A. Brodt. alle in Hanau a. M. Rotationsdruckd.Waisenhausbuchdruckerei Sana« «ternivrechanschlusse Nr. 1237 und 1238

1929

Das Neueste.

Der Reichstag tritt am 19. Oktober, nachmittags 3 Uhr, wieder zusammen.

Der Reichsrat nahm eine Entschließung an die Reichsregierung an, in der zur größten Sparsamkeit aufgefordert wird.

In der gestrigen Sitzung der Preußen- versammlung fand die erste Lesung des Gesetz­entwurfs über die Wahlen zum preußischen Landtag statt.

Der Streik im Berliner Zeitungsgewerbe dauert fort.

Die Finanzkonferenz Brüssel nahm die Entschließungen der einzelnen Kommissionen einstimmig an.

Dämmernde Erkenntnis

Trostloser Umblick! An den Grenzen und tief noch im eigenen Land ein grausamer aller Mensch­lichkeit hohnsprechender Feind, der uns das Mark aus den Knochen saugt, und das Letzte nimmt, das wir noch haben und im Lande einer gegen den anderen, freie Bahn der Selbstsucht, freie für jeden, der's vermag, den anderen nie- ^»e Bahn dem Terror in jeder

'lackt den Racker

Nicht aber das Kapital an sich, das ein Volk zum Wirtschaften und Leben nötig hat.

Wir werden so lange vom feindlichen Aus­land geknechtet werden, werden so lange Opfer gemeinster Erpressungen unserer Gegner sein, als wir nicht zusammenstehen und allen Widersachern wie ein Mann entgegentreten. Die internationalen Schlagworte haben sich jetzt, so meinen wir, ge­nugsam als leerer Schall und Rauch erwiesen. Nichts ist geblieben von all den vor und in und nach dem Kriege auf die Internationale gesetzten, so schmählich getäuschten Hoffnungen. Aber man hat noch nicht genug aus diesen bitteren Er­fahrungen gelernt. Immer und immer wieder, trotz der vovangegangeneu Enttäuschungen, blickt man, statt die Rettung aus der Not zuerst mit eigener Kraft zu versuchen, nach dem Auslande, man hofft von den Bolschewisten, die im eigenen Lande der trostlosen Zustände nicht Herr werden können, Rettung und Hilfe! Aber auch da dämmert allmählich die Erkenntnis. Mehrere radi­kale Führer haben sich bereits ausführlich über die russischen Zustände geäußert und sind über Nacht aus einem Saulus ein Paulus geworbn. Diese Schilderungen werden jetzt von >tr italie­nischen Arbeiterdelegation, die eine Studienreise nach Rußland unternommen hat, im vollsten Maße bestätigt, ebenso von englischen Arbeiter- kreisen. So berichtet die berüchtigte Frauenrecht­lerin Sylvia P a n k h u r st von ihrer Moskauer .~- fei sehr ^-bbri-

treten« Bestreben, die Vollmachten der Finanz­verwaltung zu erweitern, auf das lebhafteste. Nur wenn ihr Gebot befolgt werden muß, wenn sie in die Lage versetzt wird, das Maß der Aus­gaben in unna^bsichtlicher Strenge mit den ver­fügbaren Mitteln im Einklang zu halten und wenn ohne ihre Mitwirkung und Zustimmung

Chacafter eine gewiss« Aehnlichkeit mit dem fran­zösischen. Des starke Nattonalg«fühl, der unver­wüstliche Glaub« an das eigene Volk hat, wie einst Frankreich, heute auch Polen gerettet und WinSieger" gemacht.Noch ist Polen nicht ber loren!" Dieser Glaube hat aufs neue recht be­halten. Wie war es bei uns? Die ersten Miß- uvuv ^uiyuwii nnyi uuwwuuuui iuviuvh »uyu., >srfolge an der deutschen Front führten bei uns ist eine Fiuanzgebahrung möglich, wie sie di^uöllige Kopslosigkeit herbei. Unsere in den Kamps gehenden Truppen wurden alsStteckbrecher" tituliert. Die Waffen nieder! Das war die deutsch« Parole bei dem ersten Mißerfolg« einer Armee, die vier Jahre sie ''' gewesen war. Woran liegt das? Bei ns war leider Gattes das National s Deutschbewußt- s e i n ^ä rsch untergraben worden. Kein Ruhm als einJuternatio r" zu fein!

Tjnternationaie" waren es denn___ die hinter der Front, den deuffchen Zusapänenüruch organi­sierten. Wir wollen hierdie^Möglichkeiten, die E Deutsche zur Zeit Revolution hatten, nicht näher erörtern.- tdets eine aber erschien er- reichbar: Wir hätten bessere Waffenstillstands- und rssriedensbsdingungen erringen können, wenn wir eine Nation mit Nattonalgefühl gewesen waren, wenn nicht das nationale Empfinden in unserem Volk« planmäßig untergraben und mit Gewalt unterdrückt worden wäre

Polen ist vorläufig durch die Waffen gerettet, der kommende Friede von Dauer sein wird, hangt fron der weiteren Entwicklung im Osten ab

neue Aufgaben nicht übernommen werden dürfen

Lage der Reichsfinanzen zur unabwei Pflicht machr. An die Reichsregierung Reichsrat daher die Bitte, ihre Ents , _ . zu gestalten, daß das Ziel, ban, zminister mit den zur Durch füll r e n S ft e r Sparsamkeit bei ---c Reichsausgaben un­entbehrlichen gjladi^-iugniffen auZzustatten. e r - reicht wird.

n der süng so

Sowe^^ Kundgebung

.^m Ausdruck g ' Ermahnungen sind 6«nz richtig in erster Linie an die Reichs- ^lerung gerichtet. Sie müssen- aber auch auf die Gemeindeverwaltungen und auf das Volk im allgemeinen erweitert werden. Sparsamkeit, Be­schränkung auf die Notwendigste ist, wie wir an dieser Stelle wiedehvlt zum Ausdruck gebracht haben, für unser geföntes Volk die Parole. Diese Selbstbeschränkung t heute mehr als «ine schöne Tugend, die mau Len oder lassen Wn; sie ist heut«, die erste Bügerpflicht, eine .Ferne Not­wendigkeit. Es tot deshalb zunä/sst einm-tt notwendig fein, da unsere ganze Verwattung -^» m'e bei den §nnmunalvecwatung«n unter

-^laußerster Spasamkeit von- Tefeben '-t-' Sparsamkeit

PoMische LaZesöerichte.

__ Die Berkehrslage im Ruhrgebiet. Ueber Berkehrslage im Ruhrrevier wird mitgeteilt: Transport von Feldfrüchten aller Art verstartt eingesetzt hat, ist die Bettiebslage der Eisenbahnen ziemlich gespannt. Durch geeignete breiten sich die Ausfälle in her -verktä gliche ^agen^|te&m^für^^£^

. .. nahm in der letzten Woche sogar von 19 787 auf " en 19 989 Wagen zu,, ein Zeichen, daß die Förde-

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coeilerkmnd) -wueiiuiig angenommen:;

,,Die vom Deutschen Arbeiterbunde mberufene Btrsammlung erblickt in den beiden Sozialisterungs- enuvürfen der erweiterten Sozialisierungskommission .ur den Bergbau keine geeigneten Grundlagen für gesetzgeberische Maßnahmen zur Sozialisierung des Bergbaus. Sie vertritt grundsätzlich die Auffassung, M vor einer, überhasteten Inanspruchnahme der Gesetzgebung wirkliche Fachleute und nicht lediglich parteipolitisch einseitig festgclegte Politiker und Theo, retiker befragt werden müssen. Solange nicht von bewahrten Männern der Praxis die Fragen bejaht werden können, ob 1. durch eine Sozialisierung des Bergbaus die Koblenproduktion gesteigert werden kann und ob 2. die Sozialisierung statt einer weiteren Verteuerung eine Verbilligung der Kohlenpreise zur Folge hat, erblickt die Versammlung in den Soziali- stcrungsversuchcn leichtfertige Experimente, die für ine deutsche Wirtschaft weitere schwere Schädigungen, voraMlchtlich ihren vollständigen Zusammenbruch,

Gefolge haben müssen. Die Versammlung fordert von der Regierung und vom Parlament zu­nächst die schon sozialisierten Staatsbetriebe rentabel S ^A"',.^ allmählich wieder gesundende Wirt- längere Zeit in Ruhe zu lassen, um im ^aufe der Entwicklung sich als notwendig erweisende Warmen besseren Zeiten zuzuweisen. Das schließt >a& s^ inzwischen die Arbeitnehmer und die Werkleiter über eine Form der Gewinnbeteiligung verständigen."

Klar ist in dieser Entschließung erkannt und lu»gespcochen, daß Sozialisierungsversuche leicht-

Experimente sind,die für die deutsche ^Jqiaft weitere schwere Schädigung, voraus- Itchtlich ihren vollständigen Zusammenbruch, im Gefolge haben müssen". Seien wir doch ganz vfsen und gestehen wir es ein: ohne Kapital kommen wir nicht wieder hoch, ohne Kapital we- öer Arbeit noch Brot. Der wirtschaftliche Kampf i|t dann im Grunde nicht ein solcher gegen, onbern ein Kampf, ein Ringen um-das Ka- Pr.tal! Daß nun das Kapital, das wir so bitter nötig haben wie Arbeit und Brot, bei dem Werte schassenden, weitsichtigen Unternehmertum für die Allgemeinheit bessere Verwertung findet als in der toten Hand des Staates und des heiligen Bürokratius auf dem Drehschemel, das ist eine Latsachc, die nach den Erfahrungen der Kriegs­und der Revolutionszeit wohl nicht mehr um= stritten sein dürfte. Allerdings gibt es und das soll auch von uns betont werden! eine Aus- tvin'ung &e§ Kapitals, einen Kapitalismus, dem bas soziale Pflichtbewußtsein abgeht, der das ihm anvertraute Gut nicht verwendet, wie es ver­wendet werden muß, nämlich im Juteresse der . Samsung von Arbeit und Brot für alle. Diesen Kapitalismus müssen und wollen wir bekämvfen!

Eine Kundgco«, . . .^jsrales.

Der Reichs rat nahm am 7. Oktober fönende : Entschließung an die Reichsregierung an: Der dem Reichsrat vorgelegte Reichshaus- Haltsentwurf für 1920 weist eine Gesamtaus­gabe von 79,5 Milliarden Mark gegen 3,4 Milliarden Mark 1914 aus. Die Ausgabe ver­mehrt sich, wie erst jetzt festzustellen möglich ge­wesen ist» durch die Steigerung der lausenden Aufwendungen zur Unterhaltung des Besatzungs- Heeres in den Rheinlanden von dem an sich schon hohen Etatsanfatz von 3 auf die ungeheuerliche Summe von 15 Mlliarden Mark auf 91,5 Milliar­den. 11 n g«deckt hiervon sind 49,7 Milliar­den. Hierzu tritt ein weiterer Fehlbetrag bei der Eisenbahn und Postverwaltung von zusammen 18 Milliarden. Der Gesamtfehlbetrag beträgt so­mit 67,7 Milliarden Mark. Die Finanzlage ist hiernach so ernst, daß das Gebot strengster und rücksichtslosester Einschränkung der Ausgaben nicht aufs neue betont zu werden braucht. Die­sem Gebote durch scharfe Nachprüfung der Haus­haltsentwürfe Geltung zu verschaffen, war der Reichsrat stets bestrebt. Gegenüber einem auf so breiter Grundlage aufgebauten Haushalt sind auf diese Weise zwar ersprießliche Minderungen zu erzielen, die Zurückführung ber Ausgaben au ein mit der Finanzkraft des Reiches noch verein­bares Maß ist aber durch Abstriche allein nicht zu erreichen. Der Eingriff muß schon bei der Auf­stellung des Haushaltsplanes geschehen und darf heute selbst vor anerkannten Notwendigkeiten nicht mehr Halt machen. Die finanzielle und damit die politische Zukunft des Reiches steht auf dem Spiel. Es soll nicht verkanut werden, daß das Reichsfinanz- MiNisterium bestrebt war, zu seinem Teile Ein- schränkungen herbeizusühren, gegenüber dem ^rängen der Ressorts nach Erweiterung ihres Wirkungskreises und nach Uebernahme neuer Aufgaben müssen ihm jedoch verstärkte Handhaben gegeben werden, um erfolgreich ducchzugrcifen. Bewehr zudem die Gestaltung der Haushalte von den in ihrem Ausmaß ungeheuren, aus den Be­stimmungen des Friedensvertrages herbeigeleite­ten Forderungen unserer VeriragZgcgnec ab­hängig ist, umso zwingender erhebt sich die Not­wendigkeit,. aus allen anderen Gebieten eine starte Minderung der Ausgaben « i n t r e t e n zu lassen, die für ein verarmtes Staatswesen unerläßlich ist. Dazu bedarf es eines wirksamen Einflusses des Reichsfinanzministers auf die Gestaltung derjenigen Ausgaben, deren Bemessung in unserer Hand liegt. Der Reichsrat begrüßt daher das im Reirbskabinett bervorae-

rung wenigstens in den letzten Tagen des Mo, nars verhältnismäßig gut war. Die Ausfälle be- ^u« bis S« Dr-« «n ber fettig ©tai«. I ÄtSTÄS rmo SS Dii- d i resiunvi vevgrotzerren sich um etwa 1000, namuch

land und dee Uk/ain- ^ESe ßruß- ^ 79595 Tonnen am 2- Oktober. Der Brenn- anerkannt £r^» ^ I 'wfsumschlag an den Kippern in den Duisburg-

Pari-, 7. 0»6r. H«°s. Sie «älter Immen. Ä*<MÄÄ,f!

ÄtaÄS ^ Segen B Si&Äm* An«»Lb°t°L ^' .Jour- Von der Aussperrung wurden etma 5000 bis

L ÄteÄ und »-iiruß, Ür,S«^

Sa ® A ?Ä«^ı^ . Krasfin an Lloyd George. Krassin sandte

5?n3fait tone '2^7 ^en langen Brief an Lloyd George, worin er

li^au seine imperialistische Ziele hinsichtlich der I [m einzelnen die Bedürfnisse Rußlands an Roh- i ausgegeben habe. DerMa- stofftn und Fabrikaten barlegt. Krassin besteht

tt n verweist au, die sei. einiger Zeit durch die I ^^f dem raschen Abschluß eines ßan« Sowjets versuchte Propaganda, durch Radiotele-'' '^ - ' n ° I cy l u eines H a n

uft dem nvahnlMie »»vwnoSarny

raschen Abschluß eines Han­delsabkommens und hebt hervor, daß

gramme, die die Solisten aller Länder gegen ^reiche ÄesieLm^ aufß-fo^ einen angeblich von Frankreich drohenden An-1 - - - - - - 1 -

griff auf die Häfen des Schwarzen Meeres auf- zuhetzen versuchen. Demgegenüber betont das Blatt, Frankreich denke an feine derartig« Ope­ration.

Das neue Polen ist durch die Waffen gerettet wenigstens vorläufig. Die polnischen Erfolge in den letzten Wochen zwangen die Russen die Waffenstillstandsverhandlungen zu beschleunigen und so kam es, daß die Waffenstillstandsunte.- zeichnung früher erfolgte, als man vor wenigen Tagen noch vermutete. Das Geheimnis der pol­nischen Erfolge beruhte auf der Führung. Es zeigte sich hier wiederum, daß die Führung 'eines Volkes alles ist. Das Zusammenfassen der mili­tärischen STräfte Polens, das in französischer Hand erfolgt ist, hat den Erfolg gebracht. Das muß man festhalten. Ein Volk ohne Führung ist verloren. Neben der Führung ist es der in einem Volke lebende Geist, der das Schicksal des Staates bestimmt Polen hat eine Kriegs-eit hinter sich wie wir. Das polnische Volk bat mehr unter dem Kriege gelitten als das deutsche. Es hat aber keinen Polen gegeben, der, als die Feinde bereits vor den Wällen Warschaus standen und alles ver­loren erschien, die Parole ausgegeben hätte: Die Waffen nieder! Hier zeigte der polnische

I Ceres Eisenbahnmaterial, sowie auf Maschinen, Werkzeuge, Lastautos, elektrische Maschinen, chc- I mische Produfte und Arzneimittel von England übernommen werden könnten. Die Sowjet-Re­gierung schlage nicht mehr die Bezahlung in Gold, sondern in Waren vor. Das in Reval deponierte Selb, fei lediglich als Sicherheit für die durch englische Banken geleisteten Darlehen gedacht.

I Das Gold solle nur im Falle der Nichteinlieferung I der Waren während des laufenden Finanzjahres benutzt werden. Die englischen Finanzkreise stehen oiesein Vorschläge nicht günstig gegenüber.

Terror in Körnten. Die Südslawen fahren fort, starke Truppenkontingente hart an der Kärnt- ner Grenze zu sammeln. In Kronau und Aßling ! sind starke Abteilungen. Infanterie und Artillerie konzentriert. In ganz Südslawien, ganz besonders in Krain, werden Aufrufe an die Bevölkerung veröffentlicht, sich freiwillig zu melden, um die Volksabstimmung unmöglich zu machen.

, Mexiko. Nach einer Meldung der Newyork Times stellt das Staatsdepartement amtlich in Abrede, daß im Jahre 1917 ein Geheimabkommen zwischen den Vereinigten Staaten, Großbrft

tannien und Frankreich bezüglich eines Protek­torats über Mexiko abgeschlossen wurde.

(Weiter Politische Nachrichten Seite 4-),