Einrückungsgebü hr: Die8geiv.Kolonelzeileod. deren Raum 1.— OTL die 4gew. Zeile i. Reklame- teil 3.— Mk.. 25°i-,Teuerungszuschl. Offertgebubr 30 Mg. Bezugspreis vierteljährlich 12.90 Alk., monatl. 4.30 Mk.. für Postdezug vierteljährl. 12.90 Mark. monatl. 4.30 Mk. Die Nummer 20Lm.
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GMeral-MzelgN UmMches Organ für MaSt- und LauSkreis Sana«
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Nr. 234
Dienstag den 5. Okkober
Das Neueste.
— Die Brüsseler Finanzkonferenz wird morgen wieder zu einer öffentlichen Sitzung zusammentreten.
— Die Urabstimmung im Streit der U. S. P. für und gegen Moskau dürfte nach den bisherigen Teilresultaten geurteilt, die Sprengung der U. S. P. in zwei nahezu gleiche Teile ergeben.
— Der bayerische Kommunist Eisenberger dmirde zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt.
— Die französischen Bauarbeiter erklärten sich bereit, im Interesse des Wiederaufbaues täglich 10—12 Stunden zu arbeiten.
— Rußland wünscht Friede mit Rumänien.
Finanzkonserenz Brüssel.
Die Brüsseler Finanzkonserenz wird am Mittwoch wieder zu einer öffentlichen Sitzung zusammentreten. Die A u s s ch ü s s e arbeiten inzwischen in geschlossenen Sitzungen an der Ausarbeitung der Entschließungen. Die Arbeiten der AnSschuffe für öffentliche Finanzen, Wechsel und internationalen Handel sollen bereits weit vorgeschritten sein. Eine ermächtigte Persönlichkeit bestätigt, daß die Formalitäten, unter denen die drei Kommissionen ihre« Ziele zustreben, theoretischen Charakters seien und in keiner Weise die Urheber verpflichten. „HavaS" glaubt zu wissen, daß man den Völkerbund um Intervention bei den Legierungen zwecks Abbaues der Rüstungen gebeten habe. In dieser Angelegenheit werde aber in der von dem französischen Delegierten Cellier präsidierten Kommission noch verhandelt, sodaß man greifbare Ergebnisse erwarten dürfte. Die Schaffung einer permanenten interuationalen Finazorganir- muS sei von der Konferenz anerkannt worden und man suche jetzt nach den Modalitäten dieses Organismus. Er sei ganz wahrscheinlich, daß diese Einrichtung der der internationalen ArbeuSpüros entspreche, wie er in Genf tage.
Die Finanzlage der Bereinigten Staaten.
Der Haushaltsbericht der Bereinigten Staaten ist erschienen. Danach weisen die Staatseinnahmen des am 30. Juni 1920 beendeten Budgetjahres einen Überschuß von 5,7 Milliarden Dollar auf, die Einnahme an Steuern der einzelnen Staaten und örtlichen Verwaltungen einen Ueberschuß von 2 Milliarden Dollar. Die Steuereinnahmen für das laufende Rechnungsjahr bis zum 30. Juni 1921 sind mit 4 Milliarden Dollar veranschlagt. Der Bericht betont, daß eine Fortsetzung der bisherigen Steuerpolitik be- absichtigt sei, nur solle noch mehr Rücksicht auf die Förderung der Erzeugung und die M ö g- lichkeit einer Kapitalvermehrung genommen werden. Im allgemeinen sind, außer gewissen Einschränkungen besonders dem bolsche- wikischen Rußland gegenüber, der Außenhandel und alle Wechseloperationen vollkommen frei. Unverzüglich sollen die Kriegsschulden getilgt und Maßnahmen getroffen werden, um ein Anschwcl- len der Kreditinflation zu verhindern und Erzeugung und Sparsamkeit zu ermutigen- Der Bericht betont als Ziel die Vermeidung aller Einschränkungen und Regierungskontrollen. Privat- unternehmungen sollen Ueberschüsse bringen, damit die Staatsschuld herabgesetzt werden kann und damit Europa die zum Wiederaufbau notwendigen Erzeugnisse erhält. Auch in Amerika sei eine Teuerung zu verzeichnen; Hiese sei besonders hart für diejenigen Bevölkerungsschichten, deren Einnahmen nicht im gleichen Verhältnis gestiegen seien. Die geschwächte Kaufkraft der Kundenländer Amerikas habe während der letzten Monate Geschäftskrisen hervorgerufen. So hätten die Wollfabriken geschlossen werden müssen; auch die Schuh- und Baumwollindustrie sei hart betroffen worden. Die größte Baumwollge- sellschaft des Landes habe ihre Preise um 33 b- H- herabsetzen müssen. Die Eisenbahnen seien trotz hoher Tarifsätze weder finanziell noch materiell in günstiger Lage und könnten den Anforderungen nicht vollständig genügen; doch stammten die Ursachen dazu bereits aus der Zeit vor dem Kriege. Auch bestünden gewisse Schwierigkeiten in der Kohlenbeschaffung, die allerdings mit denen anderer Länder nicht zu vergleichen seien. Die allseitige Nachfrage nach Kapital hätten das amerikanische Banksystem auf eine schwere Probe gestellt. Diskontsatz- und Zinsfußerhöhung seien die Folge davon. Der Bericht weist zum Schluß mit Stolz auf die Solidität der amerikanischen Finanzen hin: Der Stand der Anleihen aus dem Ausland betrug am 31. Dezember 1919 insgesamt 9 373 684 921 Dollar; davon an Belgien Dollar 33 873 500, an Tschechien 54 324 041, an Frank-
2 885 330 800, an Großbritannien Dollar 1219 835992, an Italien 1 620 922 872, an Ruß- lanb 187 729 750, an Serbien 26 780 465, an Ru- mänien 25 000 000 Dollar, und zwar sind dabei sucht eingerechnet die Anleihen, die ausländische Dtaaten von sich aus in den Vereinigten Staa
ten zur Zeichnung durch das Publikum aufgelegt hatten.
Der amerikanische Bericht trägt die Gesichtszüge eines wohlbeleibten, wohlhabenden Geschäftsmannes, der seinen Reichtum nicht ungern zur Schau stellt, aber zudringliche Bittsteller mit herablassender und moralisierender Rede ab meist: macht es wie ich, wenn ihr könnt, und dann — sparen, meine Lieben, und sich nach der Decke strecken!
Poincars predigt Haß.
Im „Matin" begrüßt Poincar^, daß die Brüsseler Komoren; sich nur auf theoretische Erörterungen beschränkt. Man müsse es begrüßen, wenn sie irgend etwas Gutes zustande bringe. Poincar6 erzählt lang und breit, wie internationale Bankiers auf den Gedanken gekommen seien, eine Finanzkonferenz zu veranstalten, und was sie von dieser erwarteten. Er sträubt sich aber dagegen, daß er es gewesen sei, der die Konferenz von Genf sabotiert habe. Das fei vielmehr die gesamte öffentliche Meinung Frankreichs gewesen, die zurückgewiesen habe, sich von einer internationalen Finanz leiten zu lassen. Frankreich habe weder in Genf noch in Brüssel geduldet, daß ihm auch nur ein Titelchen seines Rechts entzogen werde. Die Klagelieder Deutschlands könnten Frankreich nicht verwirren. Es kenne genau die unge- heuren Anstrengungen Deutschlands, seine Schmerzen in eine Versammlung zu tragen, in der Neutrale und einstige Komplizen Deutschlands säßen. Aber die Bemühungen Deutschlands feiert erfolglos geblieben. Zunächst hätte die Finanzkonferenz nicht im Monat Mai veranstaltet werden können, und nun dürfte auch nicht über den Friedensvertrag gesprochen werden. Die „Offensive" Deutschlands habe keine große oder praktische Bedeutung mehr, aber diese Offensive bekund' nochmals den unverbefferlichen Geist Deutschlands. Ueber von Bergmann, den Poin- car^ von der Wiedergutmachungskommission her kenne, erklärt er, daß dieser ein intelligenter Mann sei, der korrekte Manieren habe und ein friedfertiges Aussehen besitze. Er spreche geläufig französisch und englisch, bringe seine Auseinandersetzung klar vor und diskutiere gut. Der Eindruck, den er hervorrufe, sei genügend günstig. Nachdem man von Bergmann in Brüssel gehört habe, könnten einige Mitglieder der Konferenz denken, was Deutschland gelitten haben müsse. Gott sei Dank gebe es aber einen Mannin Deutschland, nämlich Horden, der in der „Zukunft" diese Komödie aufdecke und die Scheinheiligkeit bloßlege. Die Ausführungen Har- dens werden von Poincarä ausführlich zitiert, der jedes Wort Hardens unterstreicht. Doch will PoincarcZ nichts davon wissen, daß Harden fordert, man müsse die Herzen der Deutschen und Franzosen für eine Annäherung vorbereiten. Boinoar^ ist der Meinung, daß die Herzen der Franzosen jetzt noch zu aufgewühlt seien. Man dürfe nicht zu viel verlangen. Man müßte damit beginnen, die Geister vorzubereiten. Es hänge nur von Deutschland ab, die eingegangenen Verpflichtungen zu erfüllen. Frankreich könne an eine Annäherung nicht denken, so lange Deutschland von schlechtem Willen beseelt sei.
Eins Glimme 5er Dsrnunfl
Im Leitartikel der „Basler Nachrichten" heißt es: Noch immer spukt in den Köpfen vieler Franzosen die Auffassung, die deutsche Reparationssumme sei vorhanden und es handle sich nur darum, sie aus den Verstecken heroorzuholen. In Wirklichkeit kann Deutschland nicht mit verborgenen Schätzen, sondern nur mit Arbeit zahlen. Wenn Deutschland arbeiten soll, darf man ihm nicht durch vollständige Wehrlosmachung die Möglichkeit zur Niederhaltung spartakistischer Aufstände rauben, darf man ihm die Kohlen nicht in Mengen wegnehmen, die seiner Industrie unentbehrlich sind, darf man seinen ausländischen Kredit nicht durch die beständige Drohung mit dem Einmarsch ins Nuhrgebiet zerrütten, darf man die rheinischen und bayerischen Loslösungs- bestrebungen nicht künstlich begünstigen, darf man oberschlesische Polenaufstände nicht fördern usw. Daß der Völkerbund zur Durchführung des Versailler Vertrages nicht verpflichtet ist, vielmehr im Gegenteil das Recht hat, auf Abänderung unanwendbar gewordener Verträge hinzuarbeiten, vergessen die Franzosen mit staunenswerter Beharrlichkeit. Der Verfasser führt den Wortlaut des Artikels 19 des Ver- failler Vertrages an und fährt fort: Die Deutschen wurden, als sie sich über die Unterzeichnung oder Nrchtuntcrzeichuung des Versailler Vertrages schlüssig zu machen hatten, von Clemenceau selber auf diese Rettunas-
pforte hingewiesen, indem er namens der Alliierten in der Mantelnote vom 16. Juni 1919 ausdrücklich sagte: Der Vertrag schafft gleichzeitig ein Organ, das notwendig ist, um alle internationalen Probleme auf dem Wege der Aussprache und Uebereinstimmung friedlich zu lösen und Mittel zu finden, das Regiment von 1919 selbst von Zeit zu Zeit unter Anpassung an neue Tatsachen und neu entstehende Verhältnisse abzuändern. Wenn man sich gerade daran in Frankreich nicht gerne erinnert, so hat man in der übrigen Welt doch keinen Grund, den im Jahre 1919 als modifizierbar erklärten Versailler Vertrag sich 1920 von Millerand als Grundgesetz Europas und der Welt aufoktroyieren zu lassen.
Die Waffenablieferung.
Der Reichskommissar für die Entwaffnung der Zivilbevölkerung Peters, der zu einer Besprechung der Entwaffnungsfrage mit dem Senat und dem Landeskommistär in Hamburg weilte, hatte eine Unterredung mit dem Vertreter des Hamburger Fremdenblattes, in der er betonte, daß die Methode der freiwilligen Ablieferung unter Zusicherung von Straffreiheit und Befchleunigungsprämien sich durchaus bewährt habe. Ein abschließendes Urteil könne erst nach Ablauf der Ablieferungsfrist, also nach dem 1. November gefällt werden, doch könne man feststellen, daß die bisher bekanntgewordenen Teilresultate befriedigen. In allen Landesteilen habe die Bevölkerung die Gelegenheit zur Maffenabgabe sofort nach Eröffnung der Ablieferungsstellsn in Anspruch genommen. Man könne nicht sagen, daß sich irgendeine Schicht der Bevölkerung oder irgendeine (Segenb von der in merklicher
Weise zurückgehalten habe. Ebenso unrichtig sei die Behauptung, daß infolge der Entwaffnung sich irgendwo die Störung der öffentlichen Sicherheit vermehrt hätten. Der Zeitpunkt, an dem von den Leitungen der Grenzschutzorgani- sationemund Einwohnerwehren die angemeldeten Waffenbestände abzugeben seien, würde von Fall zu Fall im Einvernehmen mit den Landesbehörden festgesetzt. Alle schwere Waffen dieser Organisationen, wie Geschütze, Minenwerfer, Flammenwerfer und Maschinengewehre würden im Oktober eingezogen. Wenn die Ablieferungsfrist abgelaufen sei, werde man die Erfassung verheimlichter und zurückgezogener Waffen mit allen Mitteln erzwingen. Gegen Einzelpersonen, Personengruppen oder Gegenden, die sich der Waffenzurückhaltung verdächtig gemacht hätten, weroe mit Durchsuchungen vorgegangen. Ebenso würden gemäß den Bestimmungen des Entwaffnungsgesetzes für Mitteilung die zur Waffenerfasfung zweckdienlich seien, beträchtliche Belohnungen ausgesetzt. Der Rsichstommissar erklärte weiter, daß er ohne Ansehen der Person und ohne Furcht vor Widerständen den Willen des Entwaffnungsgesetzes unparteiisch durchführen werde, ohne sich durch Einwürfe oder Kritiken von irgendwelcher Seite von seinem Wege abbringen zu lassen. Es werde nicht ohne Härten abgehen. Wer aber die unfreiwillige Ablief r mgssrist ungenutzt verstreichen lasse und die Eesetzeswopltat der Straffreiheit jetzt nicht in Anspruch nehme, der habe es sich selbst zuzuschreiben, wenn er später die schwere Strafe des Gesetzes auf sich nehmen müsse.
Jm JndustriegebieL
Sehr geteilt sind die Ansichten über das bisherige Ergebnis der Wasfenavlieferung im nie- derrheinisch-westfälischen Industriegebiet. In einigen größern Städten und Gemeinden haben die Verivalmngen die Auffassung, daß in der ersten und zweiten Woche der Ablieferung gegen Prämien das Ergebnis zufriedenstellend sei, während in andern großen Städten und Gemeinden das bisherige Ergebnis als gering bezeichnet wird Aus Duisburg wird sogar gemeldet, daß die Abgabe sich bis jetzt in recht bescheidenen Grenzen bewegt habe. In der ersten Woche wurden in Duisburg nur Waffen abgeliefert, die für die Eigentümer ein Kriegsandenken waren. In der zweiten Woche kamen auch andere Waffen, aber nicht in der erwarteten Zahl. Auch in Barmen war die Abgabe bis jetzt gering. Von den Zahlen über Ablieferungen feien folgende verzeichnet: In Hamborn 58 Gewehre, 40 Karabiner, 29 Handgranaten und 1 Maschinengewehr- schloß. In Hagen 400 Gewehre und Karabiner, 200 Revolver, 1 Geschützverschlutz und über 10 000 Schuß Jnfantecicmunition. In Düsseldorf 423 Semebre, 527 Karabiner, 43 Armeerevolver, 57 Armeepistolen, 1 Maschinengewehr, 67 Handgranaten, 18 481 Gewehrpatronen, 7>- Kilogr. Seidiübmunitiou. 72 Gewehrschlösser. 54 Gewehr
läufe, 16 Maschinengewehrschlösser, 1^ Maschinen- gewehvläuse, 17 Maschinengewehczuführer und 99 Diaschinengewehrzünder- Diese Zahlen beziehen sich auf die Zeit bis zum 25. September. An Prämien wurden bis zu derselben Zeit auS- gezahlt u. a- in Düsseldorf 120 000 Mark, in Hagen 100 000 Mark und in Barmen 40 000 Mark.
PoMjche Tagesberichte.
— Für und wider Moskau. Die „Freiheit veröffentlicht die vorläufigen Ergebnisse der Urwahlen innerhalb der U. S. P. D. über die Stellungnahme zu den Moskauer Bedingungen. Danach ergeben sich in Berlin bis jetzt 13 819 Stimmen für, 12 505 gegen die Bedingungen. In den übrigen Kreisen und Städten, aus denen Wahlmeldungen vorliegen, schwanken die Majoritäten. — Aus Leipzig siegt folgendes Teil- resultat vor: 12 587 gegen und 8380 für Moskau. Von zehn Wahllokalen steht das Ergebnis noch aus, doch dürfte es das Kräfteverhältnis keineswegs zu Gunsten Moskaus verschieben. — Aus Braunschweig wird dem „Vorwärts" berichtet, es ergebe sich, daß zwar die Funktionäre und Parteiangestellten säst einstimmig gegen MoS.- kau seien, ein großer Teil der Massen aber, den radikalen Rednern zulaufe. — Die Aschaffen- bu r g e r U- S. P- beschäftigte sich in einer Par. teiversaminlung mit den Moskauer 21 Bedingungen für den Eintritt in die ®ritte, Internationale. Die Versammlung lehnte die Annahme der Bedingungen ab. Dagegen stimmten nach der „Volkszeitunig" etwa 70 Parteimitglieder, dafür etwa 15.
— Der Kommunist Eisenborgsr verurteilt. Der Prozeß gegen den kommunistischen Landtaas- abgeordneten Eisenberger in München fand gestern in später Abendstunde seinen Abschluß. Eisenberger wurde zu zwei Jahren Gefängnis vemrteilt. Die erlittene Unter, suchungshaft von 3 Wochen wird ihm an« gerechnet. — Eisenberger wurde bekanntlich zur Last gelegt, in einer am 12. September in Trostberg in Oberbayern von der dortigen konrnrunistischen Partei veranstalteten Per. sammlung in längeren Ausführungen zu rücksichtslosen Gewalttätigkeiten gegen die bürgerlichen Klassen, denen man das Knie auf die Brust und den Daumen aufs Auge drücken und die mit Gewalt gezwungen werden müßten, auch wenn es durch Blut und Dreck gehe, gehetzt zu haben. Eisenberger habe als Ziel des Kampfes die Eroberung der politischen Macht und den gewaltsamen Umsturz der Verfassung bezeichnet.
— ReichSbetriebsräte-K-nzreß. Heute bc. ginnt in Berlin der von dem gescküftsführenden Ausschuß und dem provisorischen Beirat der Betrieb? rätezentrale des Allgemeinen Deutschen Gc- werlsebafisbundeS und der ArbeitSgemei'iftbaft freier Ängeftelltenverbände einbernfene R- -'»?- betriebSrälekorgreß, zu dem zahlreiche Teilnepmer aus allen Gauen Deutschlands eingetroffen sind.
— Der Berliner ZcitunsSnnzestcÜtcnstreik. Der Gewerkschaftsbund der Angestellten im Zei- tungsgewerbe sowie der Gewerkschaftsbund taut» männischer Ängeftelltenverbände und der Arbeitgeberverband für da? Berliner ZeckungSgewerb« kamen nach vielstündigen Verhandlungen gestern zu einem Vergleich, nachdem sich der Arbeitgeber- verband u. a. verpflichtete, den Arbeitnehmern für den Monat November % des Monatsgehaltes als Vorschuß zu zahlen.
— Keine Aufgabe der Genfer Konffrenz. „Haager Post" berichtet aus London, daß die englische Regierung an den Gedanken in Genf eine Konferenz abzuhalten, fest halte und daß die Sitzungen den Gegenstand eines lebhaften Gc- dankenanstaufches bilden, sodaß also von einer Aufgabe der Cenfcc Konferenz keine Rede feix könne.
— Zusammenkmift zwischen Drlacroir und Lloyd George. Der belgische Ministerpräsident Delacroix wird nächsten Montag eine Zusammenkunft mit Lloyd Geccge haben.
— Vernünftige Arbeiter. Die der „Jntran- figeant" mitteilt, haben die Danaw-eite- in Nord- frankreich beschlossen, zu gunsen des Wiederaufbaues täglich neun, ja sogar zehn Stunden zu arbeiten.
— Irland. In der Nacht zum 3. Oktober er in Cork wiederholt zu Angriffen' auf Polizei- patrouillen, wobei ein Polizeibeamter getötet und vier verletzt wurden. Aehnliche Nachrichten kommen aus Dublin und French. In French wird eine Polize-kaserne von den Sinnscinern belagert. In der Grafschaft Cork wurde ein 5>ug angehalten und da? Militärmaterial aus ihm geraubt. — Bewaffnete Leute hielten in ter .Nacht vom Samstag zum Sonntag zwisckio.r Sligo und Dublin den Postzug an und raubten alle amtlichen Korrespondenzen-