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Vamstag den 2. Oktodev

Nr. 232

Msmdelsteile

El^rseiilsergcht

mitgeteilt von dem

Banklinus Carl Kiefer & Co., Hanau.

Nachdruck verboten. Hanau den 1. Oktober 1920.

An der Frankfurter Börse war die Stimmung ausgesprochen fest, das Geschäft jedoch im Gegen­satz hierzu nicht besonders gross.

Die Spekulation konzentrierte sich auf einige Spezialmärkte, wo sich auch die Steigerungen der letzten Tage weiter fortsetzen konnten. Laura- hütte profitierten hauptsächlich infolge Berliner Arbitrage fast 35%, Berzelius 450 (-{- 85) wurden ebenfalls in grossen Posten aus dem Markt ge­nommen. Gelsenkirchen bei regen Umsätzen 7% höher auf 349.. Deutsch Lux bei starken Käufen "für rheinische Rechnung 349 (+ 7).

In deutschen Bankaktien wechselten grössere Posten Material die Besitzer. Deutsche Bank 319 " (+ 6), Diskonto 225 (-f- 3), Eisenbahn Renten- bank 58 Geld (4-6), Metallbank ruhiger 260 (+ 2)

In Deutsch-Asiatischen Bankaktien gelang es nicht, die Marge zwischen Berlin und Frankfurt aitszugleichon.

In Brauerei-Aktien wurden geringere Umsätze wie gestern getätigt.

Der Markt für chemische Werte war nicht sehr widerstandsfähig. Hier drückt die Fülle des jungen Materials und die Verwaltungskrcise sind von runem Einfluss auf die Kursgestaltung nicht ganz ireizusprechen.

Das Interesse für Aktien der elektrischen Industrie war auch heute stärker hervortretend. Die freundliche Haltung des Marktes an der gestrigen Abendbörse konnte sich auch heute fort- aetzon und fand in mehrprozentigen Kurs- erhöhungen Ausdruck. Bergmann 249 (4- 6), Licht n. Kraft 156 (4- 8), Schachert 229 (+ 9). Dagegen Rehuger Gibbert & Schall 267 ( 1).

Grosses Interesse bestand für Kranes Lok. 280 (Geld und stark rationiert

In den zum Stianeskonzern 'gehörigen Zellstoff Waldhof waren auch heute stärkere Käufer zu beobachten 479 (+ 10).

Der freie Verkehr war zeitweise sehr belebt Knorr-Aktien 268 ä 268, Benz 224 ä 25, Kasteiter Waggon (287) gegen gestern ebenfalls gebessert > Kolonial markt leblos. Schluss fest

An der Berliner Börse verkehrt der Markt bei ziemlich lebhaftem Geschäft in grosser Festigkeit, sodass die Banken der Stempel- Ivereinigung wieder Börsenruhctage ernsthaft in Erwägung sieben.

Laurahütte führend 388 (-}- 21), Mannesmann auf niedrigerer Basis erhältlich, auch Kali Aschers- leben und Weste rege in etwas abgeschwächt

In Bankaktien enorme Umsätze bei steigenden Kursen. Hier stimulierten die Nachrichten über Ausdehnungsbestrebungen, denen die Deutsche -Laute vorangehon soll.

In Braunkohlenwerten scheint der Schrecken über die Sozialisierung etwas gewichen zu sein. Braunkohle und Brikett Ind. 295 (4* 12) ex. Div.

In Eisenhandel Raveaö fanden stärkere Käufe ,in Anbetracht der bevorstehenden Kapitalserhöhung statt 276. StoUberger Zink erreichten den Kurs von 370, nachdem das Papier monatelang still gelegen hatte. Weser Werft wurde mit 284 ex. Bezugs- : recht notiert Das Geschäft in Schiffahrtswerten 'flaute nach Feststellung der Erstkurse kaum .nennenswert ab.

Deutsche Petroleum wurden bei sehr geräusch­vollem Geschäft der Makler 1530,

Zolltürken 77 (4- 3).

Valutamarkt. Die Schwäche der Devisen krachte zu Anfang der Börse etwas gehamsterte Noten heraus.

Amerikanische Noten 60/« Geld 61 Brief, Eng­lische 213 Brief, Franz. Noten 410 nach 415., Belgier 432, Holländische 1920,.

Am Couponsmarkt ging kaum Material um.

_ Tientsin Pucow-Coupons zu 947* erhältlich, Victoria Falls-Coupona dagegen 97 stark Geld.

Die Frankfurter Abendbörse verkehrte mit vorwiegend fester Tendenz bei ziemlich regen Umsätzen. Besonders am Kassa^-Industriemarkt traten wesentliche Erhöhungen infolge Publikums- thäufen ein. Auch in Elektrizitäts-Aktien bewegte eich das Geschäft in auf steigender Richtung. Sehr lebhaft wurden Montanwerte gehandelt. Bank- i Aktien bei regen Umsätzen höher. Im freien Ver- rkchr Dt. Petroleum 1560-a/50., N. 8. U. 255., 'Mannsfelder-Kuxe ca. 4175., Darmstädter-Bank 158., Deutsche Bank, Dresdner Bank 197., Dt. Lux 353%, Phönix 5457», Bochumer 697., ^MannesmanuS^.fScheideaustalt 603., Höchster (Farbwerte 403., Schleusner Frankfurt 200., Lüdenscheider Metall 400., Gummi-Peter 837., Schneider & Hanau 187., Wayss & Freytag 210., Fränkische Schuh 274. Hilpert 191., Kleyer 299V», Deutzer Gas 250., Gritzner 365., Schantung 645..

5o,o Kriegsanleihe

79^1

Ultramarin

275.

40/0 I.aixiis-Creditkasse

99n

Accum. Hagen

359»/,

4o,o l'rkf. Hyp.Cred.V er.

98.90

Bergmann

245.-

4Wo FrankL Hyp. Bang

A. E. G.

29G.1/1

40'0 Türken von 1911

759*

Feiten

Licht & Kraft

45IX-

16«.

40« Bagdad Ser.1

<0|i Bagdad Ser. n

187.-

122V«

Voigt & Häftner Schuckert

364^

229

4 > 2.0^ Anatollcr Ser. I/tl

4 7-O/o Anatoller Ser. III

147.-

Siemens & HaUke Lahmej'er

315.

2101/1

-Deutsche Bank Barmstädter Bank

1 liacunto-Gcsetlschalt

Metallbank

Deutsch-Asiat. Bank

31P.!f2 1571,'J 225 270. 525.

Gummipeter

Heddernheimer Kupfer Jungbans Uhren Jener & Scherer Emain. Ullrich

326.-

235.-

254»/«

265.-

Nordd. Lloyd

182.-

Bad. Uhren

Hamburg Amcrik. Paket

187.-

Daimler

227 Vi

Lombarden

Kleyer

30t.

Üchantung

048.

Esslinger Masch.

260.

Bochumer

705.

Fahrz. Eisenach

ISO.

Buderu»

438.

Beck & Henkel

JJt. Luxemburger

348.1/«

Näbmaich. Kapier

293

Kuil Aschersleben

479.'/s

Deutzer Gas

254.

«icisenkifcheu Harponer 4 .anra Hütte

347* 303. 399.

Ring Metall Waggon Fuchs Zucker Frankenthal

258.

495.-

Humlx

5431/1

Rathgeber Waggon

429.-

Oa-o

285.

Benz

224.

Alberbedarf Mannesmann

270.

511.

Dt Petroleum

Dt Erdöl

1525.-

AscbaHenburger Maach.

476.

Steana Romans

2100.-

AValdiiol

479.

Caaseler Fass

290

Angio Guano

301

Neu-Guinea

805

ItatL Anilin

516.

Koloralantcile

Gold- u. Silberschelde

68#.

('tsvi-Anteile

820 -

TL üoidsclunldt

420.-

Otavi-Luiüsse

088

Griesheim

340.

30« Silbannex.

HSchster

402.-

5o,o Sflberznex.

454.

Hoizverkohlung

445.

503) Co.dmex.

594.

. Büßers

312.-

i^'u 'lehuaiiUipec

30t

* Fetzte Notierungen der Stark in

(Zürich 10.20, Paris 405 7*. Kopenhagen 11.85. mit einem Schlage alle Fäden bis auf weiteres ab.

Stockholm 8.20, London 214, Amsterdam 5.20, Wien 519'/j, New York 1.62.

AmtL Dcv.

stellten . Holland . London . Paris . . Schweiz . Spanien . Italien . . Portugal .

-K. v.

1. Okt. 1920:

Geld

Pries

Geld

Priel

Pinemark .

864.10

S35.no

4.32.

433.

Norweeen .

874.10

875.00

19201,»

1924t-}

Schweden .

1218/i

122 UM

213V«

213V«

H',lj-'ng[ora .

^-

410.

411.-

New York .

Öi.42%

01.571,2

984.

986.

Wien (a'tes)

889.10

890.90

D.-Oest. (abg.)

25.22

25.28

255.10

255.80

Budapest . .

19.98

20.02

Prag . . .

80.90

81.10

1.

1.

1.

Abtrennung v. Dividendenscheinen.

Es sind zu trennen am: Dividende Oktbr. Gladbacher Textilwerke. . . 15'/« * , Motorenfabiik Oberursel . . 20%

, Gebr. Unger A.-G., Chemnitz . 12 %% *) und 10% Bonus.

* Banauer Strassenbabn A. - G. Ueber den Antrag auf Uebernahme der Strassen- bahn an die Stadt Hanau wird in nächster Zeit in der Stadtverordneten-Versammlung beschlossen werden. Im Geschäftsjahr 1919/20 hat die Ge­sellschaft mit einem Verlust von M. 379 372. abgeschlossen. Aus dem Geschäftsbericht. Ist zu entnehmen, dass dieser Verlust sich im Laufe der Zeit noch erhöhen wird. Die Stadt Hanau hat zur Aufrechterhaltung des Betriebes (m abge­laufenen Geschäftsjahr M. 290 000. Vorschüsse geleistet

* Seidel & Naumanii A.-G. Dresden. Die Gesellschaft schlägt eine Kapitalerhöhung von 11 Millionen Mark vor. (10 Mill. Stammaktien, 1 Mill. Vorzugsaktien.) Hierdurch erhöht sich das Aktienkapital auf 16 Millionen Mark.

* Reichswirtschaftsbank A.<G. Aus Berlin wird uns mitgeteilt, dass gegen die Gründung einer Reichswirtschaftsbank seitens der Banken Bedenken ausgesprochen wurden. Ein solches Unternehmen würde unsere schon ohnedies bis zum Äussersten belasteten Finanzen noch weiter anspannen.

* 47i '/ äussere Gold-Anleihe von 1883 der Argentinischen Republik. Die am 1. Oktober d. J. fälligen Zinsscheine und aus^elosten Stücke obiger Anleihe werden zum amtlichen Kurse für Auszahlung London eingelöst.

47»% steuerfreie Gold - Anleihe von 1906 der Republik Chile. Die am L Oktober d. J. fälligen Zinsscheine dieser An­leihe werden zum ungefähren kurzen Londoner Wechselkurse eingelöst.

* 8V.% Anleihe der Stadt Kristiania von 1903. Die Einlösung der am 1. Oktober d. J. fällig werdenden Zinsscheine erfolgt zum Kurse von 112,50 pro 100 Kr.

* Feinmechanik «Tester& Seherer A.-G. Tuttlingen. Wie wir von zuverlässiger Seite erfahren, sind die Aussichten dieses Unter­nehmens für das laufende Jahr wieder recht günstig. Die Gesellschaft besitzt bekanntlich ein grosses Dollarguthaben in Amerika, das in der Bilanz mit einer Mark zu Buche steht Letzte Dividende 12?/».

§ Reiniger, Gebbert & Schall Ak.- Ges. Auf Anfrage teilt die Gesellschaft mit, dass sie in dem am 30. Juni zu Ende gegangenen Ge­schäftsjahr gut beschäftigt war, und dass sie glaubt, in der Lage zu sein, wieder, wie in den früheren Jahren, 12/« Dividende verteilen zu können. Im laufenden Jahre lassen die Verhält­nisse viel zn wünschen übrig, weil die allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnisse, insbesondere die all­gemeine Kaufunlust auch die Gesellschaft nicht unberührt gelassen haben. Wie es weiter wird, kann die Gesellschaft nicht voraussagen, glaubt aber Grund zu der Annahme zu haben, dass sich das Geschäft wieder beleben wird.

§ Julius Sichel & Co. Kemmandit« Gesellschaf t auf Aktien, Mainz. Eine am 20. Oktober stattfindende ausserordontliche Generalversammlung hat einen Vertrag über die Beteiligung bei der Aktiengesellschaft für Industrie­werte in Luzern durch Austausch des Portefeuilles zu genehmigen.

Ipu. Kapstadt, 1. Okt. Während Kanada im Jahre 1913 nur für 2000 Dollar Eisenwaren nach Südafrika ausführte, stieg im vergangenen Jahre die Ausfuhr dorthin auf 459 225 Dollar. Besonders grosse Verbreitung haben kanadische Schaufeln gefunden, die überall gebraucht werden. Aber auch Aexte, Hämmer und Sägen, sowie mechanische Werkzeuge aus Kanada werden stark gefragt Oefen werden dagegen mehr aus Eng­land und Schweden ein geführt Die schwedischen Oefen zeichnen sich durch ihre gute Qualität und den billigen. Preis aus. Nach Pflügen, Mäh­maschinen und anderen landwirtschaftlichen Ma­schinen und ihren Unterteilen herrscht grosse Nachfrage. In diesen Artikeln stieg die Ausfuhr Kanadas nach Südafrika auf über 750 000 Dollar.

Eine Warnung an die deutsche Industrie.

Von beteiligter Seite wird dieDeutsche La Plata Zeitung*1 in Buenos Aires gebeten, einmal an die deutsche AuEtehrindustrie eine Warnung in dem Sinne zu richten, dass sie sich durch die Not der Umstände, unter denen sie zu arbeitenge- zwungen ist, nicht bestimmen lassen möge, von den alten Bahnen der Solidität abzuweieben und schlechtere Ware zu liefern, als die alte gewesen ist, durch die sie sich vor dem Kriege den Welt­markt zu erobern vermochte.

Das Blatt schreibt: Bekanntlich bat ee einmal eine Zeit gegeben, sie liegt für die foitge- schrittenen Länder Südamerikas schon 3040 Jahre zurück, in der man in Europa unter Ausfuhr­ware im allgemeinen Schund verstand. Es gab bei den schlechten Preisen, die in Bestimmungsl&udein gezahlt wurden, und bei dem unentwickelten Sinn für Qualität einer Ware, der dort damals noch all­gemein herrschte, auch in der Tat keine andere Möglichkeit, ins Geschäft zu kommen, als Angebote zu möglichst niedrigen Preisen zu machen. Mit der Hebung der Volkskultur und der Kautkraft trat aber in Südamerika allmählich ein sehr bemerkens­werter Umschwung ein, und manche Länder, an ihrer Spitze Argentinien, Brasilien und Chile, die früher wenig wählerisch gewesen waren, wurden zu Qmüitätskäufern, denen oft sogar die Preise nebensächlich erscheinen konnten, wenn sie nur die Waren bekamen, die sie haben wollten. Die deutsche Industrie hat es damals verstanden, sich dieser Wandlung vollkommen avzupassen, und darauf beruht, ihr 'unbestrittener und wohlver­dienter Erfolg, den sie auf dem amerikanischen Markt davon zu tragen Gelegenheit hatte. In der Zeit bester Entwicklung ihrer Handelsbeziehungen mit aller Welt platzte nun der Krieg und schnitt

In den Ländern der bisherigen Kunden Deutsch- Unds empfand man das Ausbleiben der deutschen Waren a!'er Art äusserst schmerzlich, vermochte aber nicht einmal bei Deutschlands Feinden Ersatz zu bekommen denn entweder waren diese, wie bei manchen Farben und Chemikalien überhaupt nicht imstande derartiges zu liefern, oder sie waren dann ebenfalls durch die Kriegscroignisse (U-Boot- krieg) oder durch den Umstand gehindert, dass ihre eigenen Industrien für Kriegszwecke in An­spruch genommen wurden. Auch nach Friedens­schluss dauerte die Knappheit des Angebots an. Jedermann hier in Argentinien kennt z. B. den Mangel, der an Eisenwaren aller Art herrscht. Kürzlich noch war sogar kaum ein ordentliches Taschenmesser zu vernünftigem Preise zu haben. Die deutsche Industrie hat sich nun freilich be­müht. sobald ihr die politischen Verhältnisse das gestatteten, die zerrissenen Fäden wieder anzu- knüpfen, aber das war trotz allem guten Willen auf beiden Seiten schwierig, zunächst schon wegen des Felsens von ausreichenden Schiffsverbindungen. Dann hatte die deutsche Industrie, wie bekannt, mit zahllosen sonstigen Schwierigkeiten zu kämpfen, unter denen die Arbeiterverhältnisse, der Koblen- mangei und die Robstoffrage die wichtigsten sind, die auch heute noch nicht als behoben gelten können.

Alle Schwierigkeiten der deutschen Industrie sind natürlich allgemein bekannt, aber im wirt­schaftlichen Kampf ums Dasein gelten keine Ent­schuldigungen und seien sie noch so gut begründet. Die deutsche Industrie ist unbedingt gezwungen, vor allem streng mustergetreu zu liefern, wie es früher ihr Stolz war. Kann sie die alten Quali­täten nicht mehr liefern, so mag sie, wenn es gar nicht anders geht, Ersatzwaren anbieten, aber diese Lieferungen dann auch mit grösster Ge­nauigkeit nach Muster ausführen. Ferner hat sie als ein ebenso unerlässliches Erfordernis eine gute Verpackung zu betrachten. Es geht nicht an, dass viele Waren in zerbrochenem Zustande eintreffen, weil sie schlecht eingepackt waren. Vielleicht braucht die Verpackung, wenn es Schwierigkeiten macht, nicht immer so elegant zu sein, wie früher, aber stark und zuverlässig muss sie sein. Es ist auch darauf Rücksicht zu nehmen, dass die all­gemeine Warenknappheit die Neigung zu Dieb- stählen auf der ganzen Welt in gefährlicher Weise erhöht hat. Diesem Uebelstande kann aber durch eine gute Verpackung unter ausgiebiger Ver­wendung von Sicherheitskiammern u. dgl. bis zu einem gewissen Grade entgegen gewirkt werden.

Wir warnen also die deutsche Industrie davor, die südamerikanischen Märkte mitKriegsersatz- waren, irgend welcher Art beglücken zu wollen. Dafür ist hier kein Markt Ferner sei sie darauf bedacht, an Verpackung und Aufmachung keine "Ersparnisse machen zu wollen, die das Vorkommen I von, Beschädigungen oder Beraubungen der Güter erleichtern. Im Kampf ums Dasein und im wirt­schaftlichen Kampf für den dasselbe gilt, siegt letzten Endes immer das Zweckmässigste. Das mögen sich auch diejenigen Kreise der deutschen Ausfuhr-Industrie gesagt sein lassen, die es bisher nicht beherzigt haben. Erfreulicherweise sind das natürlich lange nicht alle Ausfuhrfirmen, aber doch anscheinend ein so beträchtlicher Teil von ihnen, dass ein Allgemeiri-Thteresse an der Bespt-echüffg dieser Dinge in der Oeffentlichkeit vorzuliegen scheint.

Vereine- Versammlungen.

* GesangvereinMännerchor". Sonntag abend Stäudchen. Treffpunkt 7 Uhr imgoldnen Rad'.

* Mar. Jünglings'Kongregation. Die Mrtgk'edrr werden gebeten, sich morgen en der Feier bfS TitulariesteS der Mar. Jungfraucn-Kongregation vormittags 10 Uhr und nachmittags 2 Uhr zahlreich zu beteiligen.

* Mar.Jungfrauett.Kongregation. Morgen nt die Feier unseres Titnl«rfesteS, znolcich letzter Akcusiamscher Sonntag. Um 10 Uhr FestqotteSdienst m't Generalkommunion. Nachmittags 2 Uhr Predigt und Fcstandacht. Zu dem am nächsten Montag abends 8 Uhr beginnenden apologetischen Zirkel sind alle Mitglieder freundlich cingcladen.

*. St. Notburgaverein. Morgen früh 6 Uhr gemeinschaftliche 1)1. Kommunion. '

* Wartburgverein. Heute 718 Uhr Wochen- schlull und Wucher. Ausgabe. Sonntag von 3-5 Uhr Spiel.

. <Man6i>crtitt »Fröhlichkeit". Heute abend 3 Uhr Bercinsabend in derCentraEalle".

" Gesau-VereinGermania". Heute abend 8 Uhr Singstunde im V-rcinslokal. Ausweiskarlen für passive Mitgl'edcr kommen von heute ab bei Mit­glied Hck. Reiß, Roscnstraße, zur Ausgabe.

* KursuSleilneymer der dieSjähr. MeMcr- prüsung. Montag, 4. Oft., nachm. 1^ Ubr. Treff- Punkt Wühelmdbrücke.

* Handwerker. u. Gewerbeverein Hanau. Heute abend C Uhr 29. Stiftungsfest in derTentral- hallc".

* T. St. y. H. Sonntag vorm. 10 Uhr Vor- standssitzung un neuen LereinSlokalZum deutschen Schützen". Nachm. 5 Uhr dortselbst gemütl. Beisammen­sein mit Tanz. Montag abend 8U.hr außerordentliche Hauptversammlung.

* Verein der Bayern. Heute abend 8 Uhr im Vereinst»!«! Kerten-AuSgabe zum Stiftungsfest.

* Verein der Hochfpcsfartfreundc Nöthen- buch. Mittwoch, 6. Olt., abends 8 Uhr ordeniliche Mitgliederversammlung im Vercinslokal. (Näheres im Inseratenteil).

UM MMMMM

Aufgebot.

Die Wilwe Marie Müller in Langendicbach hat beantragt, den kriegsoeimißten Silbcrschmicd Julius Heinrich Mütter, zuletzt wohnhaft in Langen- diebach, für tot zu erklären.

Der bezeichnete Vermißte wird aufgefordert, sich spätestens in dem auf den

26. November 1020, vormittags 10 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht anberaumten 21uf« gebolStermine zu meldew widrigenfalls die Todes­erklärung erfolgen wird.

An alle, welche Auskunft über Leben oder Tod des Vermißten zu erteilen vermögen, ergeht bic Aufforde­rung, ipätcstcuS uu AufgcbotSternunc dem Gericht Anzeige zu machen.

LtUlgcufelbotd den 22. September 1920. 7121* AmiLacriLt.

Bekanntmachung.

Gemäß § 3 der Ginführungsverordnung zur Reich?« abgabenordnung bestimme ick für den Bereich be» Lavbesffnaiuaustsbeftrks, daß mit Wirkung vom 1. Oktober 1920 die bisher von den kommunalen UnGatzsteneräiutern und (strunderwerbsstcuerstellen be- 'orgten Gesthäfte der reichsrechtlicken Umsatz- und Grunderwerbstener auf die Finanzämter übergehen. Dieser Uebercnng findet vorerst noch nicht statt be­züglich der Unimtzsteuerämter und GrunderwerbSsteuer- stellen der Städte Gaffel, Frankfurt a. M. und Wiesbaden.

Gasse! den 27. September 1920.

Der Präsident des LandeSfinanzamteS. gez. S a e m i s ch.

Sämtliche ttmfay» und GruuderwerbSsteuer« a>rs»eregenvkiten, die im Stadtbezirk vom Magistrat, im Landkreise vom .KreiSausschutz und in den Ge, meinden Großauheim. Langenlelbold, Fechenheim und Windecken von den Bürgermeistereien bearbeitet wurden, werden vom 1. Oktober 1920 ab vom Finanz­amt Hanau, Lamboystraße 67, erledigt, au das auch Eingaben in Zukunft zu richten sind. 7108*

Hanau den 1. Oftober 1920.

Finanzamt. Weber.

Unterm 25. August d. Is. sind weitere Erleichte­rungen bei Ausführung des Steuerabzug» vom Ar­beitslohn festgesetzt ivordcn. Der Wortlaut dieser Bestimmungen wird durch Anschlag an den Gemeinde- tafeln an den Rathäusern der Städte und Gemeinden bekannt gemacht. 7106*

Hanau den 28. September t920.

Finanzamt. Weber.

Die beeidigten Bücherrevisoren M. Brückuek und W. Meyer hierselbst sind vom LandeSfinanzamt zu Gassel als Bevollmächtigte zur Erteilung von Rat und Hilfe in Steuersachen für den Bezirk des unterzeich­neten Finanzamtes nach § 83 Abs. 1 R. A. O. zn« gelassen worden. 7107*

Hanau den 29. September 1920.

Finanzamt. Weber.

Abliefernng von Pferden an den Feindbnnd.

Die Aufbringung der vom Landkreis Hanau an den Feindbund 'noch abzuliefernden Pferde soll im Wege sreihändigen AuftansS erfolgen. Der Herw Re­gierungspräsident in Gaffel hat deshalb seine Verord­nung vom 10. Januar d. Js. betreffend den Verkehr mit- Hengsten, Stuten und Stutfoblen und ein Kastrationöverbot von Hengsten (Amtsblatt 1920, Nr. 2, Seite 13) außer Är«st gesetzt.

In Verfolg dieser Anordnung wird hiermit die Beschlagnahme der im Landkreis Hanau noch zur Ab^ lieferung vorgemerkten Pferde aufgehoben.

Hanau den SO. September 1920.

Der Landrat. Voigt.

Die bisher für Ausstellung der Radfahrkarten er­hobene Gebühr wird hiermit auf 1 Mk. für das Stück festg-setzt-

Hanau den 80. September 1920.

Polizeidirektwn. J. A.: Brenken.

Fettversorgureg des Landkreises Han»» für die Woche vom 26, ^cpt. 5(3 2. Oktober 1920-

Es werden verausgabt pro KtoLSsJ&lj0rguugS» berechtiaten:

" M GrämR Käse Mk. 10.75 pro Wc

20 Gramm Butter Mk. 20. pro Psd.

Hanau den 29. September 1920.

Kreiswirtschaftsamt.

MW ZÄAMMW LevenSmitielversorauna für die Woche vom

4. biS 9. Oktober 1920.

I. Warenausgabe.

1. Brt: Die Wochenrafton beträgt 1800 Gramm. Aukgegebeir wird 1 Brot zum Preise von 4.26 Mk. Gültig sind die Brotmarken 4.

2. Kartoffeln: Auf die Lebenswittelmarke 339 werden 6 Psd. Kartoffeln abgegeben.

3. Grüne Erbten r Pro Kopf 7* Pfund. Pro Pfund 2.20 Mk.

4. Kakao: Ohne Marken.

5. Marmelade: Ohne Marken.

6. Buttcr und Fleisch r Die Ausgaben werden besonders befanntgegeben.

7. Jugendliches: An Kinder bis zu 1 Jahr auf Ab. schnitt 67 der weißen Karte 7« Pfd. Haferflocken und 300 Gramm Zucker.

An Kinder von 12 Jahren V« Pfd. Hafer- flocken.

An Jugendliche von 217 Jahren auf Abschnitt 66 der gelben Karte % Pfd. Haferflockcu

An Personen über 70 Jahre % Pfd. Hafer- stocken auf Abschnitt 18 der grünen Karte.

Die Händler werden gebeten die Bestellungen auf grüne Erbsen bis Molitag mittag im Stadlichloß abzugeben.

Hanau den 1. Oktober 1920. 784

Der Magistrat, Abtl. LebenSmittel.

Die in Keffelstädter Gemarkung gelegenen ehe­maligen Pistor'schen Pachtgrundstücke an der Dornig« heimcr Grenze, Karte 16, P-rzelle 6, Abt. 13, 14, 15, 16a, 16b, 17a und 17b sollen anderweitig verpachtet werden.

Termin zur Verpachtung wird hiermit auf

Miitwoch den 0. d. Mts., nachm. 27» Uhr, iHaiftßUÜ Kcffclstadt anberaumt.

Pachtliebbaber lucrbcn zu diesem Tcnmn emgeladen. Auswärtige Pachtliebhaber sind von der Abgabe von Geboten außgeschlossen.

Hanau beu 1. Oktober 1920. 783

Stadthauptkasse.

AlS Arbeitsuchende sind zurzeit gemeldet: Handlungsgehilfen, Büroangestellte, Techniker, Zeichner, Juwelen-, Golb- und Silberarbeiter, Fässer, Kettcnmach.r, Elektromonteur-, Schlosser, Mechairiker, Schmiede, Eiiendrcher, Spengler und Installateure, Buchbinder, Etuismachcr, Sattler und Tapezierer, Schreiner, Pornsmiller, Schneider, Schuhmacher, Bäcker, Rtctzger, Bierbrauer, Heizer und Maschinisten, Köche, Kellner, Papierarbeiter, ungelernte Arbeiter aller Art, Kontoristinnen, Verkäuferinnen, Näherinnen, Poliseuseu, Tabak« arbeiteriunen, ungelernte Arbeiterinnen, sowie Arbeitskräfte aus anderen Berufen.

Offene Stellen:

18 Dicnstniädchcn. .

Hanau den 2. Oktober 1920. 781

Städtisches Arbeitsamt, Französische Allee 19. _

4% Echuldverschreibttuge» der Landes« kreditkaffe zu Kassel zum Knrfe von 100,50% er­hältlich bei der La»deS-Re»tevet Stemheimer* straße 16/18. 1^»