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Elnrückunasaebü 6 r:Dtr8assv.KolonKeilsod. deren Raum 1. Mk^ dte 4gelv. Zsilei. Reklame­teil 3,_ Mk.. 25°I,Teuerungszuschl. Offertgebuhr 30 Pfa. Berua.»preis:Vierteljährlich 12.90 Mk., monail. 4.30 Mk- für Postbezug vierteljährl. 12.90 Mark. monatl. 4.30 Mk. Die Nummer 20Lfg.

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General-Anzeiger

AEches Organ für Statt- ««ö Landkreis Sana»

Erschein! täglich mit Ausnahme dek-Lonn- und Feiertags

Verlaasleituna: AV. Jndermühl«.

Verantwortlich: für politischen und allgemeinen Teil Rich. 5 u lisch -für lokalen und provinziellen Teil sowie Sport W. Moritz: für Anzeigen und Neklamen A, Brodt, alle in Sanau a. All Rotationsdruckd.Waisenbausbuchdruckeret 5an

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Fernivrechanschlüjje Nr. 1237 und 1238

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Nr. 232 Samstag den 2. Oktober 1920

Das Neueste.

M Linke der Hanauer Stadtverordneten- versmnmlung verließ gestern geschloffen den Sitzungssaal und machte so eine Verhandlung unmöglich.

Der Bestand der deutschen Reichswehr be­trägt nur noch 150 000 Mann.

Die Botschafterkonferenz hat auf den deut- schen Protest wegen Zuerkennung von fünf deut­schen Dörfern auf dem rechten Weichselufer an Polen ablehnend geantwortet.

Dir Brüsseler Finanzkonferenz beschäftigte sich gestern weiter mit der Frage der internatio­nalen Anleihen und Kreditorganisationen.

Die Polen befinden sich weiter im Vor­marsch gegen Rußland.

In Elberfeld traten 4000 Kinder in den Schubstreik.

Die Deutsche VolkSpartei hat in der Lan- desversammlung einen dringenden Antrag einge­reicht, die StaatZvegiorung zu ersuchen, daß die LandtagSwahlen auf den 12. Dezember anbe- raumt werden.

Die Konferenz in Vrüffel.

Brüssel, 1. Okt. Der heutige Sitzungstag der Finanzkonferenz war der Untersuchung über die internationale Kredits rage gewidmet. Zu dieser bedeutsamen Frage hielt der französische Vizepräsident C e l l e r das einleitende Referat. Er hob hervor, daß das Bedürfnis nach neuem Kapital groß sei und daß es sich nach doppelter Richtung zeige: einmal müsse das Defizit in der Produktion gedeckt und zweitens die Zerstörungen des Krieges ausgeglichen werden. Dem großen Bedarf an Kapital stehe auf der anderen Seite die Knappheit gegenüber, die durch eine MU^.-dbcrcu ltMMm.veMrkt wurden, so benplelSwesse durch eine Beschneidung des internatw- nalen Kapitalverkehrs. Celler hat die Ueberzrugurg, daß der Kapitalmarkt erst dann wirklich genesen werde, sobald die Staatrfinanzen, der internationale Handel und das Geldwesen wieder in Ordnung seien. Vor­läufig müsse man sich mit Ersatzmitteln behelfen. Hier sei u. a. auf k u r z f r i st i g e Anleihen zu ver­weisen, die für Rohstofflieferungen gewährt werden und die aus dem Erlös der verkauften Fertigfabrikate gedeckt werden müssen. Es sei auch noch hervorzuheben, daß Celler für eine neutrale Institution eintritt, die über die Fragen internationaler Kapitalanlage beut Sparer Auskunft erteilt.

In der anschließenden Diskussion sprach der bel­gische Ministerpräsident D e l a c r o i x über seine Vor- fdjlüge, eine internationale Bank zu gründen, die durch die Uebernahme von Obligationen die Mittel zum Wiederaufbau schaffe.

Die Nachmittagssitzung bracht« die noch ausflehen- den Berichte über die Finanz- und Wirtschaftslage einer Delegation. Es sprachen zunächst der Vertreter Rumäniens und dann der Brasiliens. Während das erstere Land ein ungünstiges Bild bietet, zeigte Brasilien alle Anzeichen eines wirtschaftlich ge­festigten Staates. Für die französische Delegation sprach Cheysson. Sein Bericht ist insoweit bc- nerkenswert, als er die eigenen Anstrengungen Frank­reichs hervorhebt, die für den Wiederaufbau der zer­störten Gebiete gebracht wurden. Es feien hierfür rund 21 Milliarden Francs ausgeworfen worden. Da­bei wird aber nicht sonderlich betont, daß auch Deutsch­land für die Wiederaufbauarbeiten sein Budget mit zahlreiche« Milliarden belastet und daß Deutschland nach dem Friedensvertrag alle Kosten dieser Aufbau­arbeiten zn tragen hat. Auch an sich bietet die fran­zösische Finanzlage im Vergleich zu Deutschland ein günstigeres Bild insoweit, als im laufenden Jabre sich die Ausgaben in bedeutend engeren Grenzen halten und Frankreich sogar einen Teil seiner Auslandsschuld decken konnte. Für die italienische Delegation sprach der Senator Ferrari. Hier ist die Finanz-und wirtschaftSpolitische Lage als ernst zu bezeichnen, die heute durch wirtschaftliche und soziale Stümpfe noch verstärkt wird. Schließlich sprachen Vertreter der grie­chischen, litauischen und chinesischen Delegation.

WB. Brüffel, 2. Okt. Die Finanzkonfecenz wirv heute die Erörterung über die internationale Kredite beenden und sich dann bis Mittwoch vertagen, um dem Ausschuß die Ausarbeitung der endgültigen Rejolution zu ermöglichen.

Abgeiehrrier seiest

Berlin, 1. Oktbr. Die deutsche Regierung hatte am 15. August der Botschafterkonferenz in Paris einen eingehend begründeten Protest gegen die von ihr gefällte Entscheidung über das West preußische Abstimmungsgebiet überreicht, nach bet ein Streifen bei rechten Weichfelufers sowie fünf dort befindliche Dörfer in völlig unberechtigter Weise den Polen zugesprochen werden. Die Botschasterkonferenz hat jetzt dem Präsidenten der deutschen Fricdcnsdelc- gation in Paris nachstehende Antwort zugehen lassen:

Ihr Vorgänger überreichte mit einer Note der Friedenskonferenz einen Protest der deutschen Regie­rung gegen die von den alliierten Regierungen über das Abstimmungsgebiet von Marienwerder getroffene Entscbcidung. Die deutsche Regierung erklärt darin, :ede Verantwortung für die Folgen dieser Entscheidung ablehnen zu müssen, die sie nicht anerfennen kann, da fte, iaie sie sagt, mit den Bestimmungen bei Friedens- pertragei nicht vereinbar und ebenso sehr im Wiser- wruch mit dem Sellvtiuutiumumasrcckt her Völker wie

mit den geographischen und wirtschaftlichen Notwendig­keiten des Landes stehe. Indem ich den Empfang dieser Mitteilung bestätige, habe ich die Ehre. Ihnen mitzuteilen, daß die Konferenz dir Berechtigung des Protestes ihrer Regierung bei Entgegennahme der Ent­scheidung. die Ihnen mitgeteilt wurde, nicht «nerkennen kann. Die Mächte handelten in voller Ausübung ihrer Rechte, die ihnen Art. 97 des Friedensvertrag er zu er­kennt. Sie wurden nur von dem alleinigen Wunsche geleitet, diesen Artikel anzuwenden. Sie haben ebenso­wenig das SelbstbestimiuungSrecht der Völker verletzt, wie sie die wirtschaftlichen Notwendigkeiten verkannt habe». Die deutsche Regierung kann sich übrigen? nicht weigern, die Entscheidung anzuerkennen, z» deren Annahme sie sich durch ihre Unterschrift unter den FricdenSvcrirag verpflichtet hat.

Die Antwort der Botschafterkonferen» vermeidet sorgfältig jedes Eingehen aus den Protest der deutschen Regierung, dessen Begründung eben nicht zu wider­legen ist.

An die Chrislenherl aller Völker.

Wernigerode, 1. Oktbr. Die heute hier ta­uende Abgeordnetenversammluug des evange­lischen Vereins der Gustav Adolf-Stiftung wen­det sich mit folgender Kundgebung an die evan­

gelische Christenheit aller Völker:

Mit tiefer Bewegung haben wir die Mit­teilungen unserer Vertreter aus den abgstrenn- ungeheuerliche Be- der unsere Glaubens-

ten Gebieten über die drückung vernommen, mit genossen in Polen vom fessionellen Fanatismus

nationalen und kon- heimgesucht werden, den Quälereien und

Wir sind erschüttert von

Verfolgungen durch das polnische Volk, denen die Gemeinden in Posen und Weftpreußen, ihrer

Pfarrer und Selbstverwaltung beraubt, seit langem schutzlos ausgesetzt sind. Entgegen dem unveräußerlichen, im Friedensvertrag feierlich ^nerbürgten Pecht derFelbstbestimmung und im Widerfvruch mit den Grundsätzen freier kirch­licher Selbstverwaltung sucht man diese Kirche in eine Staatskirche der polnischen Bevölkerung zu verwandeln. Das gleiche Schicksal droht der evangelischen Kirche Oberschlesiens, wenn es den dortigen Polenumtrieben gelingt, auch dieses Gebiet wegzursißen. Im Namen der Menschlich­keit und Gerechtigkeit des Evangelismus und des Friedens fordern wir den Protestantismus auf der ganzen Welt feierlich auf, den 900 000 Gliedem dieser Kirche zu Hilfe zu kommen. Wie einst der Schwedenkönig Gustav Adolf unseren Vorfahren in ihrer Gewissensnot als Retter erschien und wie vor etwa 200 Jahren in den letzten Tagen des alten Polens wieder­holt der Eemeinstnn des englischen, holländi­schen und skandinavischen Protestantismus gegen die grausame polnische Dissidentenpolitik pro­testiert hat, so muß jetzt die evangelische Christenheit aller Völker machtvoll ihre Stimme erheben, um dem Untergang des Evangeliums in den schwer bedrohten Gebieten Posens, West- preußens und Schlesiens, die bisher blühende Provinzen des Evangeliums waren, zu wehren. Unseren Glaubensgenossen aber unter dem schweren Kreuz der polnischen Bedrückung, gleich­viel ob deutscher oder polnischer Zunge, ver­sprechen wir vor Gottes Angesicht, daß wir nicht müde werden wollen, unsere christliche Bruderpflicht an ihnen auch ferner treulich zu erfüllen. Werft auch in schwerster Zeit Euer Vertrauen nicht weg! Es bleibt unser Glaube, der die Welt überwunden hat! Es bleibt uns die Hoffnung, die nichts zu Schanden werden läßt! Es bleibt die Liebe, die nimmermehr aufhört!

DefsKsiA-Bsmöms Frankreich-- KollanS.

Rotterdam, 1. Oktober. DerNieuwe Rotterdamsche Courant" vermutet, daß die von Etoile Velge" gebrachte Nachricht, wonach das .Kabinett Leygues binnen kurzem versuchen werde, mit Holland zu einem militärischen Abkommen ungefähr nach der Art der fran­zösisch-belgischen Militärkonvention zu gelangen, ein Ballon dEssai ist, und erwartet, daß in Holland der Wind dafür recht ungünstig blasen werde.

In Holland, so meint das Blatt, seien bis jetzt solche Abkommen, Ententen oder Bündnisse, gänzlich unbeliebt, man wolle von ihnen nichts wissen: sie weckten Angst, Unruhe, Mißtrauen und trügen' Keime zu Kriegen in sich. Geheime Abkommen wie das französisch-belgische seien doppelt gefährlich. Es sei nicht daran zu denken, daß das durch den Friedensvertrag völlig lahmgelegte Deutschland ohne Heer in absehbarer Zeit einen neuen Angriff planen werde. Gegenwärtig könne sich ein Militär­bündnis zwischen Frankreich und Holland nur gegen einen Traumspuck ohne jede tatsächliche Unterlage richten. Unter diesen Umständen, so sagt das Blatt, sehen wir nicht den geringsten Grund, mit unserer auswärtiaen Politik, die

wir nun bereits seit einem Jahrhundert geführt haben, zu brechen.

DerNieuwe Courant hält es für ganz ausgeschlossen, daß die französische Regie­rung einen Versuch zur Abahnung eines solchen Bündnisses machen werde, ohne die Sicherheit zu haben, daß Hollands Antwort entgegen- kommend ausfallen werde. Hoffentlich werde sich die ganze holländische Presse recht deutlich aussprechen, sodaß sich die französische Regierung nach Kenntnisnahme dieses Presse-Echos eine unangenehme Ablehnung ihres Vorschlags er­sparen werde.

Ebenso entschieden wendet sichVater­land" gegen eine Verstrickung Hollands in das französisch-belgische Militärabkommen. Man sähe in Holland keinerlei Notwendigkeit, sich gegen einen Angriff des auf lange Jahre hinaus machtlos gewordenen Deutschland zu rüsten. Außerdem fühle sich Holland weit sicherer außerhalb einer abenteuerlichen Politik, zu der ein Anschluß an das französisch-belgische Bünd­nis es zwingen könnte.

Der russische SLaarshaushstt.

30 Milliarden Rubel Fehlbetrag in einem halben * Jahre.

Das englische SozialistenblatiDaily Herold" veröffentlichte dieser Tage den Staatshaushalt, den Lenin für Sowjetrußland ausgestellt hat. Das Material, das damit zur allgemeinen Kenntnis unterbreitet wird, ist eine höchst wirkungsvolle sachliche Stütze für die persönlichen Erfahrungen Dittmanns. Der bolschewistische Staatshaushalt­plan, den derDaily Herold" abdruckt, bezieht sich auf das erste Halbjahr 1919 und bedeutet in seinem ganzen Umfang eine niederschmetternde Slntkgc gegen den Bolschewismus und alle seine Verteidiger und Verfechter. Man höre und staune, wie der Finanzplan Lenins gestaltet ist:

1. Produktion.

Einnahmen Ausgaben

Nationalisierte Industrie 5812

8684

Zuckermonopol

493

344

Wutkymonopol

257

242

Holzmonopol

164

88

6726

9358

2. Verteilung.

Einnahmen

Ausgaben

Nahrungsmittel

6500

8153

Steuern darauf

2250

,

Erwerbung der Nahrungsmittel

127

8750

8280

3. Transport.

Einnahmen

Ausgaben

Eisenbahnen

923

5000

Flußschiffahrt

302

425

1225

5429

4. Andere Posten.

Einnahmen

Ausgaben

Steuern

2213

Krongüter

6

Domänen

1117

Andere Einnahmen

347

Erziehung

2326

Oeffentliche Arbeiten

1395

Armee

12491

Andere Ausgaben

11424

3648

27636

Die Gesamteinnahmen dieses bolschewistischen Haushaltplanes stellen sich also auf 20 349 Millio­nen Rubel, die Gesamtausgaben erreichen die Höhe von 50103 Millionen Rubel für das erste Halbjchr 1919. Der Fehlbetrag eines halben Rechnungsjahres bolschewistischer Staatswirt­schaft beträgt demnach 29 754 Millionen oder rund 30 Milliarden Rubel. Unter den Einnah­men ergeben die Steuern nur den Betrag von 2193 Millionen Rubel oder 11 Prozent der Ge­samteinnahmen. Der Fehlbetrag der nationali­sierten Industrie beträgt nahezu 3000 Millionen Rubel, der beste Beweis für den Unsinn der kommunistischen Experinrente mit industriellen Unternehmungen. Die Unterbilanz der Eisenbahn stellt sich auf mehr als 4000 Millionen Rubel oder 80 Prozent. Die Ausgaben für die Armee stellen sich auf 12 491 Millionen Rubel: eine eigen­artige Illustration des bolschewistischen Pazi­fismus. Die weitere beträchtlicheandere Aus­gabe" von 11424 Millionen Rubel verschlingt wahrscheinlich die Zentralorganisation in Mos­kau mit der Dritten Internationale Unter den Steuern figurieren die Summen für Besitzsteuer, Gewinn-, Gesellschaftssteuern und andere Steuern nicht; sie reichen aber trotzdem bei weitem nicht aus, das Riesendefizit in der Bolschewistenwirt- schaft zu decken. Der für das Jahr 1918 erwartete Feblbetraa von 31 000 Millionen Rubel stellte

sich in Wirklichkeit auf 45 000 Millionen Rubel. Klassischer als durch die Veröffentlichung des Daily Herald" kann die vollkommene Unfähig­keit des Bolschewismus, eine geordnete Staats- Wirtschaft zu führen, nicht erhärtet werden.

Der Krtsg im Osten.

Warschau, 1. Oktbr. Der Generalstabsbericht der polnischen Armee vom 30. September meldet folgendes: Nach der Zersprengung der im Ab­schnitt von Lida konzentrierten bolschewistischen Truppen setzten unsere Truppen die energische Verfolgung des Feindes in östlicher Richtung fort Der Feind zieht sich panik­artig und in großer Unordnung zurück und begegnet von allen Seiten den umfassenden Schlägen unserer Abteilungen. Eine Sowjet- division ging trotz vorheriger Ermahnung durch die Kommissare zu uns über. Laut der Angaben von Gefangenen beging der Führer der 3. Sow­jetarmee, als er die verzweifelte Lage sah, Selbst­mord. In den gestrigen Kämvfen bei Lida machte unsere 1. Legionär-Division und bk 1. litauisch-weißrussische Division 12 000 Gefan­gene und erbeuteten 50 Geschütze.

Moskau, 1. Oktbr. Durch Funkspruch: Ope­rationsbericht der russischen Sowjetrepublik vom 30. September. Im Abschnitt S l o n i n dauern die hartnäckigen Kämpfe an. Im Abschnitt Pinsk sind für uns erfolgreiche Kämpfe in der Nähe der Stadt Mnfl im Gange. Im Abschnitt Nowograd-Wolynsk verdrängten mir* den Gegner aus dem Flecken Gorodniza. Süd­westlich Profiurow dauert der Kampf an. Krimfront: Dom Dnjepr bis Alerandrowsk und bis zum Asowschen Meere dauert der Kampf an.

PsMsche Tagesberichte.

150 000 Mann deutsche Reichswehr. Ge­mäß dem in Spa getroffenen Abkommen war die Zahl der deutschen Reichswehr auf 150 000 bis zum 1. Oktober herabzusetzen. Diese Zahl ist nunmehr, wie uns von gutunterrichteier Seite mitgeteilt wird, verwirklicht worden. Vom 1. Oktober an beträgt der Bestand der deutschen Reichswehr tatsächlich nur noch 150 000 Mann.

Vom Kieler Kriegshafen. Die Entwertung der Kieler Föhrde als Kriegshafen infolge Schleifung der Festungswerke und die durch die Kohlenknappheit bedingte wirtschaftliche Not­wendigkeit, die Minensuchverbände in die bnu)e ihres Tätigkeitsgebietes zu stationieren, bat da­zu geführt, einem Teil der Seestreitkräfte der Ostsee Swinemünde als Hanbfftützpunkt zuzu- werfen. Die Schiffsstammdivision, die die Be­satzungen der nvch in Dienst zu stellenden Schiffe in HA vereinigt, soll Stralsund als Standort er­halten. Die beiden Seefestungen Swinemünde und Pillau werden von der Marine besetzt. In Kiel bleiben die wichtigsten Martnebehörden,<die bisher dort ihren Sitz hatten, ferner die Stoffen« rbchrabteilung und ein Teil der Seestreitkräfte

4000 Schulkinder im Sck-ulstreik. In El­berfeld sind demLokalanzeiger" zufolge etwe 4000 Schulkinder nach voraufgegangenem Um­züge mit den Eltern durch die Stadt in den Schulstreik getreten. Es wird die Einführung der weltlichen Schule zum 1. Oktober verlangt, während die Schuldeputation die Schaffung die­ser Schule erst zum 1. April beschlossen hat.

Die internationale Donaukonferenz hat eine Sitzung abgehalten. Sie beschäftigte sich mit den Artikeln, die sich auf die europäische Donaukommission beziehen, die den Teil des Flusses verwalten soll, den man den maritimen nennt. Die verschiedenen Delegierten habenden Standpunkt ihrer Regierungen über die Zusam­mensetzung der Kommission betreffs der etwaigen Zulassung neuer Staaten in die Konmnssion auseinandergesetzt. Die Konferenz hat scbließ- lich die Artikel 3 bis 6 in erster Lesung ange­nommen.

Die elsässischen Sozialisten. Nach einer Privatmeldung desTemgs" aus Straßburg hab?n die Abteilungen Mühlhausen und Metz der sozialisticben Partei Den Ausschluß des Bürgermeisters von Stratzburg, Peirotes, aus der Partei beantragt, weil er gelegentlich der Anwesenheit Millerands in Straßburg sehr patriotische Reden gehalten habe. Auch habe er:Hoch Mitterand" geschrieen. Noch ein anderes Mitglied der sozialistischen Partei namens Richard ist von den Sozialisten aufge­fordert worden, sein Verhalten anläßlich des Besuches Mitterands in Colmar zu rechtfertigen.

Klara Zettin in Moskau. Nach einer Mel­dung desBerl. Tagebl." aus Helsingfors be­grüßte Klara Zetkin in Moskau das Plenum des Moskauer Sowjets im Namen her deutschen Ar­beiterschaft und sprach ihre Ueberzeugung für einen neuen Ausbruch der Revolution aus, bi#; diesmal auch Frankreich mit fortceißen werde, .