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Nr. 229 Millwoch den 29. September 1920
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Gas Neueste.
Die deutsche Delegation in Brüssel berichtete gestern über die deutsche Finanzlage,
Die letzten Hindernisse, die der Verabschiedung der preußischen Verfassung im Wege ständen, sind beseitigt.
Der neue spanische Botschafter in Berlin überreichte gestern sein Beglaubigungsschreiben-
Der Parteitag des oberschlesischen Zentrums forderte in einer Entschließung erneut die bun- desstaatliche Selbständigkeit Oberschlesiens innerhalb der deutschen Reichseinheit.
Die Lage in Irland ist weiterhin als äußerst' ernst zu bezeichnen.
Bei einer allgemeinen Abstimmung unter den italienischen Metallarbeitern stimmten 127 904 für und 44 531 gegen das Abkommen von Rom.
Irland.
Vor einigen Wochen schrieb ein Berliner Statt „Trotz der fortschreitenden Auflösung der slaatliesien Ordnung in Irland dürste eine Lö- sMg der irischen Frage unter Wahrung der Lebensinteressen des englischen Imperiums näher bevorstehen, als die meisten europäischen Beobachter der Situation anzunehmen geneigt sind." Seitdem diese Zeilen geschrieben wurden, sind vier Wochen ins Land gegangen und die
ilifche Frage hat keine Lösung gefunden, sie ist im. Drittel verworrener geworden und die ■ÄfcutctL die, aus Jcbrnd zu uns herüber kommen, besagen, dass die 1^ ....... ^..^
bedrohlicher wird. Die Sinnfemer-Bewegung Irlands, die vor dem Kriege nur die Bedeutung
einer historischen Reminiszens hatte, diese Schreckgestalt vergangener Jahrhunderte wird immer lebendiger und macht England fraglos diel zu schaffen. Der Konflikt zwischen England und Irland, den man durch den Krieg begraben sollte, erhebt sich riesengroß und der dunkle Schätzn Sir Rogex Casements und die der übrigen Märtyrer für Irlands Freiheit fällt über das Land. Die Sinnfeiner sind zu einer Macht geworden, sind durch die britischen Galgen im -ande gewachsen, und führen einen Kampf gegen England, der von letzterem mit dem Säbel allein nicht durchgekämpft werden kann. Es gab eine Zeit, in der das meerbeherrschende Albion sich aufspielen konnte als Retter und Nährvater der leidenden Menschheit, sobald sie sich ihm unter- lüorstn haben würden. Auch das war eine Täu- Mng. Der englische Arbeiterführer Ramsay Macdonald, der seine Leute kennen muß, hat es seinerzeit offen ausgesprochen, daß Eng- mud der gute Wille fehle, zu halten, was es verkochen habe. Bis vor wenigen Monaten find die Völker, auch die Iren, England gefolgt, haben Een seinen Versprechungen geglaubt. Der Zwei- p an der Aufrichtigkeit, dem guten Willen Eng- «lnds, muß die Völker irre werden lassen an dem ^Eschen Weltideal. Was britischer Krämergeist
Jahrhunderten aufbaute, scheint derselbe Stariiergeift der die Völker für seine Tasche fechten und hungern läßt, zerstören zu sollen, ^o rächt sich eine Tat in seinen eigenen Folgen.
England den Krieg gegen Deutschland be- Mn, da konnte es, dank seiner verlogenen Welt- ^hrxauda, gewissermaßen als Mandatar der EeltzewiffenS in den Kampf ziehen. Heute hat *ss «nglische Diplomatie in den unterdrückten Jokern, Irland und Asien, einen Kreis von --rt^retn geschaffen, der um seine Weltlüge eisernen Ring gezogen hat. Die AllerweltS- ^^uifdschast Englands ist dahin, die Eduard VII. weitete, die feine Nachfolger so sorgsam hegten U!1? pflegten. Man kämpft neben Irland auch in Dorren Staaten und dieser Kampf kann zu einem ^depE in der Geschichte der britischen Welt- werden, denn der Kampf Englands gegen untirbrüdte Menschheit wird zu einem neuen ^pf zwischen Elefant und Walfisch, in dem die ^e^bwittel be» britischen Reiches zu versagen
Die irische Frage ist ab«? auch eine Ge- ^ssenzfr^^ für Amerika. Bekanntlich machen die ^en mit den Deutschen Amerikas die Mehrheit sogenannten amerikanischen Volkes aus, MWftnnben der Kopfzahl nach, nicht aber
dem Besitz, der ja aller bin g« für Wilson und m bit «nuriranische Politik immer noch der ent- ^eibenbe Faktor ist. Die glänzendsten Federn der amerikanischen Presse sind irisch. Fast jede jütisch« Körperschaft steht unter irischer Kon- -oll«. Die nwissen Großstädte, auch Newyork, ^oe» irische Bürgermeister und die Polizei ist "MWffiM K&k Die irischen Stürp-
men geben den Ausschlag fast bei jeder Wahl und kein Kandidat, ob er nun Bürgermeister, Gouverneur, Senator oder Präsident werden will, darf sie unbeachtet lassen. Deshalb kann heute schon gesagt werden, die irische Frage wird zu einer Gewissensfrage bei bir Präsidentenwahl
schon gesagt werden, die irische Frage wird zu einer Gewissensfrage bei blr Präsidentenwahl werden, und wenn England nicht vorher bereits
seine Kurzsichtigkeit ausgibt und Irland seine Freiheit schenkt, kann es dazu kommen, daß es von Ameriki dazu gezwungen wird. Ohne ein versöhntes Irland ist eine dauernde Freundschaft Englcmds mit Amerika nicht möglich.
Vor der Hand scheint aber England zu dieser Einsicht noch nicht gekommen zu sein. Im Gegenteil England versucht den Freiheitsdrang der Iren aus ihrer mehrhundertjährigen Knechtsmast mit Gewaltmitteln zu bändigen, was ihm^ aber, wie schon ausgeführt wurde, diesmal nicht gelingen dürfte. Interessant sind in dieser Beziehung Einzelheiten über die Lage in Irland, die wir einem an einen H a n a u e r Bürger gerichteten Brief aus Irland, der ohne geöffnet zu werden über England hierher gelangte, entnehmen: Es heißt darin u. a.: Die hiesigen Vec- Hältnisse sind zurzeit schrecklich. Die britischen Soldaten in den besetzten Gebieten brennen Dörfer und Städte nieder und plündern in der Nacht die Häuser, ihre Insassen werden auf die. Straße geworfen, manchmal totgeschlagen oder ins Gefängnis geschleppt. In letzteren werden sie liegen gelassen, ohne daß sie vernommen werden. Im Corker Gefängnis sind, jetzt 11 solche Fälle, darunter befinden sich Leute, die schon 39 Tage im Hungerstreik verharren. (Der Brief trägt als Datum den 17. September.) Diese Leute sterben für die Unabhängigkeit und die Befreiung Irlands von der Knechtschaft Englands. England macht es mit uns genau so, wie
füge immer ernWMM »fr^^*^&^Miteitok««llMi&-J^^.,^
die die englische Gemalt hier ausübt durch Gesetz ober Befehl, sind unbeschreiblich. Die englische Regierung verweigert unseren Städten und Kor-
porationen die kleinen Geldanteile zu geben, sodass wir die Sanatorien schließen und die Gehälter unserer Beamten und Angestellten reduzieren müssen. Die Ausbildung unserer Kinder leidet darunter sehr. Natürlich tut dies die Regierung Englands alles in dem Namen der Freiheit, die Augen aufwärts gerichtet gen Himmel, die Heuchlerin! —
Soweit der uns vorliegende Brief, ber an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig läßt, der zeigt, wie England das „Selbstbestimmungsrecht der Völker" mit Füßen tritt und Lloyd Georges Eintreten für Freiheit und Menschenrechte nichts als Prahlerei und Heuchelei ist. Aus dem Briefe geht weiter hervor, daß die Brände nicht, wie bisher stets gemeldet wurde, von den Iren angelegt werden, sondern von Angehörigen der britischen Armee, anscheinend auf Grund von gegebenen Befehlen. England hat ein Dchreöens- regiment aufgerichtet, das in seiner Art die ganze Brutalität des englischen KuechischaftSsystenrr zeigt. Wie lange das Regiment noch standhalten wird, läßt sich heute noch nicht sagen; unserer Meinung nach sind alle Anzeichen vorhanden, daß es bald zusammenbrechen wird, da es nach den oben geschilderten limficutben zusammenbrechen muß.
Uns Deutsche interessiert eine weitere Stelle des vorerwähnten Briefes, an der es heißt: „Es ist schade, daß die deutsche Regierung nicht einen direkten Handel mit Irland anbahnt. Von dem Ueberfluß an Fleisch, der zurzeit hier herrscht und der jetzt Englands Magen zu von E n g - land fest gesetzten Preijen füllt, könnten wir Derüschland ab geben, dmnit er nicht mehr zu hungern brauchte. Deutschlands Schiffe brauchten nicht leer zu kommen, denn die Jrlän- der würden lieber deutsche als englische Waren kaufen. Vielleicht gelingt eh, wenn Deutschland mit Amerika wieder in gutem Einvernehmen sich befindet, einen direkten Handel mit Irland zustande zu bringen." Wir müssen diese Worte begrüßen und den richtigen Weg für uns ftxhen. Zunächst mangelt es uns natürlich an Schiffen, um den uns hier angebotenen direkten Verkehr aufzunehmen, doch wir müssen diese Gelegenheit im Auge behalten, um zu gegebener Zeit auf das Angebot zurückzukommen. Handelt es sich hier auch nur um einen Privatbrief, so glauben wir doch behaupten zu können, daß die in demselben zum Ausdruck gekommene Meinung und Ansicht von der Mehrheit des irischen Volkes vertreten wird, schrieb doch bereits 1918 die „Times", daß hie und da in Irland halbunterdrückte Hochrufe auf Deutschland läut geworden seien.
WB. Paris, 28. Septbr. Havas berichtet: Militär und Polizei haben gestern in Dublin Haussuchungen vorgenommen, u. a. auch in dem Hause des Pariser Gesandteir der Sinnfeiner, §afc>abubb.ük Die Gräfin Warkiewiecz wurde
Wort zu seinem Bericht.
Bericht der deutschen Delegalion.
In der Einleitung wird vorber der Dank der deutschen Selektion an den Völkerbund für die Einludunz zu dieser Konferenz ausgedrückt. Hieran anschlie'und legt die Ansprache die beutigen Finanz- und Wirt- schastIverbältiüsse des Reiches dar. Während Deutschland 1913 im zanzen eine Schuld von 5 Milliarden hatte, beträgt die Schuldenlast am 31. August 1990 240 Milliarden Mark. Wir sehen ferner, daß mit Ablauf des Rechnungsjahres 1930 die Sckuldeulast »och wesentlich höher sein wird, weil der Boranscklag für 1920 einschließlich deS voraussichtlichen Ergebnisses der Nerioaltunzcn von Aeichseisentahnen und Post ein Defizit von mehr als 50 Milliarden Mark ergibt. Bei Prüfung der Ziffern der jüngst überreichten rückSlickcn- oen Berichtes werde« Sie bei dem Haushalt für 1920 Abweichungen von den Ziff-ru finden, die mk* Rapport der SrüffekY Konferenz für die offcnilKten Finanzen Deutschlands angegeben worden sind. Dies erklärt sich dadurch, daß diese letzten Ziffern auf dem vorläufigen Voranschlaa von April d. J. derulwu. Die Lcrhältiiisse haben sich bisher i» einer Weise entwickelt, daß der Lorauschlaz für 1930 einen starke» Umarbeitung untcrzoaen werden mußte. Der jetzige Bericht enthält die Kiffern, die zur Zeit den gesetzgedruden ^örpecfchasten Deutschland» zur Beschluufaffxuz vor- liegen. Um die «ukgaben mit dex Emnadnicu in Einklang zu bringen, wird gegenwärtig m Deutschland eine Steuerreform größten Uni'anxee bur&gefübrt.
Um die Ausgaben mit den Einuabmeu in Eücklang »u bringen, wird gegenwärtig in Deutschland eine Steuerreform größten Umfang» dnrchze- führt. Eine große Anzahl neuer Steuern wurde geschaffen, die alten Vteueru find wesend- lich erhöbt und die bisher den «iuzelftaerteu belassenen Sinuabmegnellen, w a«em die direkte» Steuern, find auf das Reich «berführt, um eine Einheitlichkeit zu fressen und den größtmöglichen Nntzm für die «e- famtheit zu erzielen. Vor allem wird in Deurschlaud neben dem Einkommen auch der Besitz auf das härteste zur Steuer herangezogen, nachdem schon vorher fast Die gesamten KrieaSgewinne mit Beschlag beleg' wurden. Von indirekten Steuern ist LcfoudciS auf b c mit hohen Sätzen auSgestaitcte Umsatzsteuer Dinge« wiesen. Wenn erst wieder einmal normale Verhältnisse eingefroren fein werden,- haben mir mit dem jetzigen Steuersystem eine Grundlage geschaffen, auf der ein gesunder Haushalt aufgebaut werden kann. Für das Jahr 1910 wird am dc« Steuern der üm-
verhaftet. In Belfast ist der gestrige Tag verhältnismäßig ruhig verlaufen; es sind nur vereinzelt Schüsse gefallen. Patrouillen durchziehen die Straßen der Stadt. — Wie bas „Petit Journal" meldet, haben die Polizeibeamten in Belfast beschlossen, für jeden getöteten oder verwundeten Polizeibeamten einen einflußreichen Sinn- seiner umzrchringen.
Die FitlKNZKonserLNZ Grüsse!. (Meldung unseres besonderen Bericht» e r st a t t e r s.)
Brüffel, 28. Septbr.
Der Präsident eröffnete die VormitiagSsitzunq um 10’/« Uhr. Bevor die Berichte über die finanzielle und wirtschaftliche Lage der vorgesehenen Staaten vorgc- lesen wurden, die auf der Tagesordnung standen, kündigte der Präsident an, daß eine Kommission zu bilden sei für die Untersuchung der S t a ats- finanien. Die deutsche Delegation entsendet den Staatssekretär Bergmann in diese Kommission. Sodann erstattete Lord C a l m e r den Bericht über dir finanzielle Lage Englands. Englands finanzvolitische Stellung ist gekennzeichnet durch ein festes, klare? Budget und durch eine strenge Steuer« Politik, die die wichtigste Richtlinie für die künftige englische Finanzgebarung ist. An zweiter Stelle sprach das Mitglied der belgischen Delegation L e f r e u x. Die belgische F i » a n r l a g e ist nicht als günstig anzusprechen. Lefreux zählte die Verluste Belgien? im Kriege auf und schilderte seine'Bemühungen, den Wiederaufbau zu Bwirken. Seine Rede enthielt u. a. auch eine politische Andeutung über das sogenannte Rotenabkommen vom November 1919. Für die japanische Delegation sprach der Finanzsachverständige M o r L Japan bemühe sich, die Kriegsfolgen in diesem Lande, die sich in einem hohen Budget und in den gestörten/Handelsbeziehungen äußerten, zu beseitigen. Er bekannte sich als Anhänger des freien Handels. Weiter enstatt-teu am Vormittag die Delegierten von Britrsch-Jndien, Australien und Per« ihre
Die Nachmittagssitzung diente her Fortsetzung der allgemein eiuführenden Sieben. Sie gewann aber höhere» Interesse dadurch, daß auf der Tagesordnung die Reden der Delegierten Amerikas und Deutschlands standen. Da» Hau», daS von den Konfcrenzteilneh- mern und Zuhörern dicht besetzt war, erwartete auch mit sichtlicher Spanunng die beiden Reden. Der amerikanische Delegierte erklärte, daß er in der Konferenz einen Erfolg sehe, weil sie zum erstenmale die ehemals gegnerischen Nationen zu einer sachlichen Beratung zusammenführte. WaS die Hoffnungen Europas auf amerikanische Kredite angebe, so sönne er wenig Aussichten auf ihre Erfüllung machen, dies itnifotoeniger, als Europa die wesentliche Voran r s e tz n n g des ameritanifeben PrivatkapitalS nicht biete, «ämlich Sicherheit und Friede. Erst dann könnte Europa auf Hsterstützun« rechnen. Vorerst sei er aber auf seine eigene Hilfe axg<w!csen. Hiernach erteilte der Präsident dem Führer der deutsche» Delegation Staatssekretär Bergmann das
aang von mehr als 371', Milliarden Mark erwartet. Da, ist ein Betrag, der für sich allein schon die AuS- aahen bc3 ordentlichen Haushaltes von etwa 39*/. Milliarden Mark fast völlig deckt. Die deutsche Regierung ist aber in der Besteuerung schon bis an die Grenze der Möglickhi gegangen. Dabei ist sie von der Erwägung geleitet, daß jede Verminderung der Produkti»n vermieden werden muß, damit nicht etwa die Anstrengungen, die ReichSeinnahmen zu erhöhen, zu dem gegenteiligen Ergebnis führen. Sie werden fragen, ob bei der Ausstellung bei deutschen HauS- halteS auch mit der erforderlichen Sparsamkeit verfahren worden ist, das heißt, ob die eingestellten Ausgaben wirklich notwendig sind. Wir können Ihnen versichern, daß die R e i ch s fin a n z v e r w a I t u n g ständig auf Jnnehaltnng der größten Sparsamkeit bedacht ist. Ihre Anstrengungen sind aber auf zum Teil unüberwindliche Schwierigkeiten in bet wirtschaftlichen Lage gestoßen. — ower. Abgaben infolge des Kriege» und der Bedingungen des Waffenstillstands- und Fricdensvertrages nst> wendig geworden sind, lassen sich Ersparniss- nicht er. zielen. Allein für die beiden Rechnnngsjahre 1919 und 1920 müßten die Kosten der Durch,ührung des FriedenSvertrageS mit 47 Milliarden Mark eingelegt werden. Die 'Unterhaltung des Deutschland auser- legten Söldnerheere» erfordert weit größere Ausgaben, als ein Sieer auf der Grundlage der allgemeinen Dienstpflicht. Alle diese Lasten sind v-n einem tu seinen Grenzen unb seinem Erwerbs.eben ioe^entln? beschränkten WirtschastSkörper zu tragen. Auf der -n^Lr*n ®*itc Nrachltn bic An tänbe der (jinäDtun^ und Kleidung, sowie die Entblößung der Landes von Rohstoffen eine sehr erhebliche Einfuhr dringend erforderlich. Die allgemeine Teuerung kam für Deutschland in einem ungewöhnlichen Mage zur Geltung durch die fast völlige Entwertung des deutschen Geldes. Au, die Ursachen des Zusammenbrnchesder deutschenVal ut< kann ich an dicker Stelle nicht eingehen.
ist dies ein Teil deS ,roßcn allgemeinen BroblemS, dem ein so hervorragender Platz in den Untersuchungen dieser Kommission ring-räumt wurde. Ich möchte nur darauf Hinweise», daß phile ievurviguug des Sturzes der deutschen Mark, der insbesondere seit einem Satire eingeittW ■ ifi, sw ÄMMjMtz^ deutschen Reichsstuanzen nicht zu verstehen wäre. ^w Anschwellung aller Ziffern des vorliegenden ^iNLNL- berichteS erklärt sich in erster Linie dadurch, daß infolge der sp ru n g h a st en Entw ert u n g der Reichsmark, die ihren vorläufigen Tlefuand im Februar und März dies-S Jahres erreicht hat, alle Warenpreise in Deutschland um daS vielfache gestiegen sind. Löhne und Gehälter mußten entsprechend folgen. Dann sind auch die NeichSauSgaben in dem Mage gewachsen, daß es nicht möglich war, mit der Dor,orge für entfvrcchende Einnahmen gleichen «chntt zu takten. Nur so ist auch der unerklärliche Fehlbetrag der NeichSeifenbahnen und Post zu verstehen. Die deutsche Regierung, eingedenk beS Grundsatzes, da^ zum mindesten alle Ausgaben der SRegterurtg3beuU.bc aus den Einnahmen dieser Dienstzweige gedeckt werden müssen, hat mehrmals die Tarife sehr weientlich ervoul. Alle diese Tarife haben aber bei weitem nicht den »weck erfüllt, die um ein vielfaches gestiegenen Ausgaben dieser Betriebe zu decken. Mit der Entwertung der Mark im Auslande steht das Anwachien des PapiergeldumlaufeS in Deutschland in engem Zusammenhänge. Die jetzige Schuld bc; Reiches von 240 Milliarden Mark setzt sich zum griffen Teile, nämlich mit 142 Milliarden Mark, aus schwebenden Verpflichtiingen zusammen. Da der Be- trag der neu eingeführten Steuern wegen der Schwierifikeitcn in der Organisation und Erhebung nur allmählich «nacht, hat die ReichSrcgierung bislang für einen großen Teil des Geldbedarfes keine andere Äözlichleit der Deckung gehabt, als die Diskontierung von Scüesanmeifungen bei der Reichsbailk. E^n g^ ivifier Betrag dieser Schatzanweifungen isi sogleich durch das ersparte Kapital »der durch sonstige »er« lüg bare Gelder auf-enommen worden, aber ein erheblicher Teil davon ist bei der Reich»bank verblieben, die infolgedessen den Papiergeldumlauf we,entlich er» höbe» mußte. Mit den wachsenden Ktcueremgange» Hoffen wir die Rotan erzeugn«« i«« ^), T. ^^ bringen und »ax« auch der Valllt«bcrichlcch>-«ruir8 extgegeuwirken zu sönnen. Trotz der bestehenden u«> erfreulichen Verhältnisse halten wir l sd och Deutsch- land; siuauziellc Tage nicht f«r ntw zweifelt. Wer unbefangen die Zustande »ru^ wird ffud-x, daß Deutschland allmählich z«r Ordnung zurückkehrt und daß erfr-nilch»r« weife auch her Wille zur Arbeit überall rm Lande sich unter kräftig regt. Daraus schöpft bie >eut|4e Legierung »ti Vertrauen, daß bei Beobachtun« der größte« Sparsamkeit d«d Land in der Sage sein w.id, allmählich aus »c« gegenwärtigen wirtschaftlichen Zu- ständen wieder hcrauezukommen, ixfaferx biete durch di« Eigenart der mn«rr«Sazr verursacht warben fix». Um aber wirklich wieber lehen»fähi, ,« werbe«, be ÄLHruxMerbiltiilffe ftalilifierex und »ex intern natianarex Serpflichliixge« ix »<rständiger *»eiit nachkommen zu Sanon, miiß Dentschlan» ix feinem wirtschaftlich«! Leben minbeftonS 1 »• weit ««hoben werden, daß e» ««dem Aeltberkchr wieder in aktiver Weise teilnehwen kann. Unsx Ziel muß sein, mit dem enorm« Passiomn »« deutsche« Handelsbilanz aufzuräxmcu und eine eraebü^e aktiv« Bilanz z« chaffcu. Daii t liegt bie einzige Möglichft«, die auf uns laftcnbca x>erpRut;tuRg n zu erfüllen. DaS ist eine ungeheure Aufgabe, zu der«« Lösung «k wi«* schasilutzen Äräf« Deutschland» allein nicht auSreichen. Wir köxnen d«» un» vorichwebende Ziel nur in »er. ständuissokcr Zusammenarbeit mit «Sex erreichen, bw auf die Witderherluüuas geordnet« »trNtin#« »
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