General-Anzeiger
AMrHss Organ sät Stab!- Mb Landkreis Sana»
Erschein! täglich mit Ausnahme d« Sonn- und Feieriago
Derlagsleitung: 3b, Verantwortlich: für politi TeilRich. Hu lisch- für lok Teil sowie Svort W. Moi Reklamen A. Brodt, a Rotationsdruckd. Waisenha Fernsvrechanschlüffe 3
ndermüble.
en und allgemer
m und vrovinziel
an«m
t^aä^awaMMMMMM
Nr. 226
Samstag den 25. September
ISA
wo
SH
Das Neueste.
Die vorn Völkerbund einberufen« Brüsseler öttuferenz der Finanz- und Wirtschaftspolitiker ist gestern eröffnet worden.
Fn Oberschlesien wurde ein neuer polnischer Geheimbefehl aufgefunden.
Die Strekkanflindigung der englischen Bergarbeiter wurde um eine Woche verschoben.
Erörterung der Ernährungslage.
Jm Zusammenhang mit den Beratungen über die finanzielle Lage nahm der Wirtschaftsausschuß des Reichskabinetts, der unter dem Vorsitz des ReichswirtschaftSministers tagte, die Bera- timg des Wirtschaftsprogramms, an deren Spitze die Erörterung her Ernährungslage gestellt ist, mrf. Auf Wunsch deS Ausschusses gab der Reichs- ernährungsminifter zunächst eine Uebersicht über die Lage und Aussichten für den kommenden Winter, die als Grundlage für die weiteren Beratungen dienen sollte.
Der Ernährungsmimster.
sache folgendes vorn
Das System der Erfassung und Verteilung aller wichtigen Nahrungsmittel, das während des Krieges gute Dienste leistete, wurde im Laufe der Jahre und im Zusammenhang mit dem Rückgang allgemeinen Moral und Staatsautorität in eüffifi^^ Die infolgedessen im Baute des Sommers unter der ZuztMmmnWMLer Lander eingeleitete Umstellung der ErnäyrungS- wirtschast auf den einzelnen Gebieten entspricht der Ueberzeugung weitester Kreise, besonders auch großer Verbraucherorganisationen. Auf den Gd- bieten jedoch, auf denen die öffentliche Bewirtschaftung noch unbedingt notwendig ist, muß die Regierung die ftaaflichen Machtmittel mit umso größerer Schärfe zur Anwendung bringen. Dies gilt besonders für Getreide, Milch und Zucker. Wenn auf anderen Gebieten, insbesondere bei Kartoffeln und Fleisch, infolge der zunehmenden heute unüberwindbaren Schwierigkeiten, die sich durchweg der Durchführung der Zwangswirtschaft entgegenstellen, der freie Verkehr wieder herge- siellt wird, muß die Regierung die Preis- und Marktverhältnisse mit schärffter Aufmerksamkeit beobachten und tatkräftig eingreifen, sobald sich Stockungen und Mißstände in der Versorgung mit Lebensmitteln ergeben. Hierbei müssen Han-i m, Erzeuger und Verbraucher die Regierung unterstützen. Landwirtschaft und Handel müssen
bewußt sein, daß es ihre Pflicht ist, für eine ausreichende Ernährung der Bevölkerung zu an- gemessenen Preisen zu sorgen. Die Regierung kann die schwere Verantwortung für die Volks- flnährung nur tragen, wenn das deutsche Volk
Ruhe und Besonnenheit bewahrt. Die Schwierigkeiten, die beim Uebergang von der gebundenen zur freien Wirtschaft unvermeidlich w, gleichgültig, ob der Uebergang heute oder W später erfolgt, werden durch willkürliche Störungen des Lebensmittelverkehrs und ähnliche ^nOerscheinen nur verschärft. Alle schöpferischen Troste der Selbstverwaltung müssen zu gcmein- lamer Wwehr wucherischer Ausbeutung, wie auch gewerbsmäßiger oder privater Zurückhal'timg von -»eaensmitteln vereinigt werden. Ein verständnis- oolles Zusammenarbeiten sämtlicher Volkskreise, N ^ in den einzelnen Landesteilen bereits Ansätze zeigen, kann viel dazu beitragen, den ^eoergULg zu erleichtern. Zur Förderung des Ausbaus dieser Bewegung finden in den nächsten
Besprechungen im ReichZernährungs- ^Uiteriinn statt. Im übrigen kann ein Urteil über die Wirkung der Wiederherstellung der freien ^rt-chast erst abgegeben werden, wenn die Er- Mungen eines längeren Zeitraunres zur Der- Myg stehen. Ein weseirtliches 'Mittel in der ^IEpfung der bevorstehenden Schwierigkeiten s die Regierung in der Schaffung ausreichen- . r Re,erven von Lebensmitteln. Diese sollen dazu etwaige Stockungen in der Versorgung zu und erforderlichenfalls preissenkend zu tuen. Ein besonderer Nachrichtendienst soll die ' Sierimg fortlaufend über die VersorgungSlage 1 einen Bedarfs gebiete unterrichten. Am - Oktober 1920, dem Tage des Außerkrafttretens ^.^ischzwongSwirtschaft, wird die ReichS-
über mehr als 70 000 Tonnen AuS- ^fleifd;, Auslandspeck und sonstiger Fleisch- «ren verfügen; die A u s la n d s f le i s ch - / * e.r d e wird ständig auf 30 000 Tonnen er- wexdM, hie M iaxi UMstT feie. Jtol&risle
wöchentliche Ausgabe von 125 Gramm Fleisch auf den Kopf der Bevölkerung in den großen Bedarfsgebieten für den Notfall sicherftellen. Daneben schreibt die am 19. September erlassene Verordnung die Genehmigu-----flicht für das Gewerbe des Viehhandels, den Schlußscheinzwang beim gewerbliche Viehhandel, in gewissem Umfange die Genehmi-^ungspflicht für das Fleischergewerbe und den Aushang der Kleinhandelspreise in den Ladengeschäften vor. Von der Reichsfettstelle wird vorläufig eine ständige Schmalzreferve von 20 000 Tonnen gehalten. Aus ihr werden neben dem, was der Bevölkerung infolge der Zulassung der kontingentierten Einfuhr durch den freien Handel zur Verfügung stehen wird, die bisherigen Rationen auf dem üblichen Wege weiter ausgegeben. An Kartoffeln steht aus den zwischen den Erzeugern und den Kommunalverbänden abgeschlossenen Lieferverträgen eine Reserve von 32 MMonen zur Verfügung. Hierzu tritt die von der Reichs- kartoffelstelle sichergestellte Reichsreserve von über 50 Millionen Zentner.
Diese mehr als 50 Millionen Zentner bleiben nur unerheblich hinter der Menge zurück, die im Vorjahre von der öffentlichen Wirtschaft für die Bevölkerung zur Verfügung gestellt werden konnte. Margarine und Kunstspeisefett wird der Bevölkerung im Wege des freien Handels in reichlicherem Maße als bisher zugeführt werden. Die inländische Brotversorgung wird bei dem im Gegensatz zu den Erwartungen schr ungünstigen Ausfall der Roggenernte auch im kommenden Wirtschaftsjahr große Schwierigkeiten bereiten. Zu ihrer Sicherung besonders im Hinblick auf die auf den dringenden Wunsch der Bevölkerung und der meisten Länder beschlossenen Herabsetzung des Ausmahlungssatzes bedarf es nicht nur der
DWMMWWMLL durchgeführt werden muß, sondern auch emer sehr
erheblichen Einfuhr von ausländischem Brotgetreide. Die Genehmigung zm Einfuhr amsrika- nischen Mehls, die in den letzten Wochen Gegenstand lebhafter Erörterungen bildete, kann aus den inzwischen der Presse mitgeteilten Gründen nicht erteilt werden. Günstige Einfuhrgelegenheit durch private Firmen können auch bei der bestehenden Einsuhrvrgcmisation für die Allgemeinheit nutzbar gemengt werden. Um dem Bedürfnis nach einem besseren Haushaltsmehl entgegenzu- kommen ist in Aussicht genommen, eine Wochen- menge von 125 Gramm gering ausgemahlenem aus Auslandsgetreide hergestelltem Weizenmehl zu den Einstandspreisen der Bevölkerung zuzu- leiten.
Der Wirffchaftsausschuß nahm von dem Bericht des ReichsernährungSministerS Kenntnis. Es bestand volle Einmütigkeit darüber, daß die össentliche Bewirtschaftung des Getreides, der Milch, des Milchfettes und Zuckers bis aufweiteres aufrecht erhalten werden müsse. Es wurde zunächst beschlossen, die Kartoffelversorgung der Bevölkerung in den Bergbaubezirken durch besondere Dispositionen der Reichskartoffelstelle über die ReichKceserve sicherzustellen. Bei den weiteren Arbeiten des Ausschusses soll insbesondere versucht werden, die Wucherbekämpfung schärfer und wirkungsvoller zu gestalten. Soweit die deutsche Ernährungswirtschaft auf Zufuhren aus dem Auslande angewiesen ist, kann sie nach Ansicht des Wirtschaftsausschusses nur unter nachhaltiger Wirkung der alliierten und assoziierten Möchte durchgeführt werden Im Inland hängt ein großer Teil der zukünftigen Gestaltung von dem verständnisvollen Zusammenarbeiten sämtlicher an der Versorgung der Bevölkerung beteiligten Kreise, der Landwirtschaft, des Handels und der Verbraucher ab. Das Ziel dieses ZusammenwirkeNS muß die Schaffung eines Der- braucherschutzeZ sein. Die unmittelbare Verbindung zwischen dem Erzeuger und Verbraucher muß gesördert werden. Die Arbeiten der AuS- schusses werden fortgesetzt Im einzelnen beschloß der Ausschuß noch, zur Besserung der Ernährungslage ab 15. Dezember 1920 die Einfuhr von Salzheringen innerhalb eines noch festzusetzen- ban Rahmens dem freien Handel zu überlassen.
Die Brüffeler Konferenz
WB. Brüssel, 24. Sept. In der belgischen K«m- mer wurde heute nachmittag die Finanzkonferenz eröffnet. Die Begrüßungsrede, hielt A d or, der ehemalige Schweizer Bundespräsident. Er sprach den ,.^^^ „„„ Delegierten den Dank btS Völkerbundes für ihr ®r-lbgr Unterredung scheinen aus und zeichnete mit wenigen Sätzen die ,
WB. Paris, 24. Sept. (Haoas.) Auf Drängen Millerands nahm Leygues die Ministerpräsident- chaft und das Auswärtige Amt an. Im Laufe »ber Unterredung wurde anerkannt, daß unter weinen uu, ™ "'." """»"' ^7'den gegebenen Verhältnissen das Kabinett, wel-
heutige ökonomische und finanzielle Sage der europ - - quitimmuna bes Varsnmpnt« hat
schen Staaten unter den Einwirkungen der Kru-g-r. ^es die Zustlmmung Des Parlaments hat, Er bezeichnete er als das vornehmste Ziel der Kon- auechterhalten bleiben jOH.
ferenz Grundlagen für die Wiederaufnahme der wirt- scbaftlickm ArbrLtcuLU nudeu. Ador bekannte ück am
Der neue Ministerpräsident Leygues ist ein alter Lrvwd MillerandL Lr aekört dem Parla»
Freihandel, kraft dessen die nationalen Schranken für Handel und Wandel beseitigt werden mühten. Dann begrüßte der belgische Ministerpräsident Delacroix die Delegierten namens der König? und der Regierung. Im Saale sind den Delegierten der ersten Kammer die ersten sechs Sitzreihen angewiesen, die Vertreter der Staaten sind zwanglos verteilt. Hinter ihnen sitzen die Sachverständigen. Der Sitzungssaal zeigt nur wenig Lücken. Die Konferenz wird morgen vormittag über'bie finanzielle und wirtschaftliche Lage von Dänemark, Holland, Norwegen, Spanien, Schweden und der Schweiz beraten, nachmittags über diejenige anderer kleinerer Staaten wie Finnland, Polen u. f. w. Am Freitag abend gibt der belgische Ministerpräsident den Delegierten und Sachverständigen einen Empfang.
DaS Wolffbüro erfährt auS französischer Quelle, daß die französischen Delegierten für die Finanzkon- ferenz den festen Wunsch haben, nützliche Arbeit zu leisten unter Vermeiduna aller gefährlichen Gegenstände, die zur Trennung führen könnten. Man hegt die Hoffnung, daß die deutsche Delegation von denselben Absichten beseelt ist und durch ihre Haltung die Arbeit der Konferenz erleichtern werde. Jedenfalls sei die französische Delegation fest entschlossen, nicht zu gestatten, daß in ihrer Gegenwart und noch weniger unter ihrer Mitarbeit irgendwie an der Integrität des Versailler Vertrages gerührt werde. Sie würde es nicht dulden, daß unter dem Vorwand, die finanzielle und wirtschaftliche Lage Europa? zu besprechen, die Frage einer Revision des Versailler Vertrages aufgeworfen werden könnte.
Soll das heißen, daß in Brüssel weder von der Wiedergutmachung noch von den Deutschland aufzu- erltgenden Lasten, noch von der Genfer Konferenz, die sie. prüfen sollte, ein Wort gesprochen werden wird ? Dieselben, die entschlossen sind, die Arbeit der Konferenz in der Beziehung, die wir soeben kennzeichneten, streng innerhalb ihrer Grenzen zu halten, sind entschlossen, anzuerkennen, daß es unmöglich wäre, die Delegierten der 24 in Brüssel zuiammengeksmmencn Mächte daran zu hindern, sich über dar, was der
Gegenstand der Genfer Konferenz sein sollte, zu unter« ~ wird sich nur um offiziöse Besprechungen basdcln können, die eine Berpstichrung weder für die Brüsseler Konferenz noch für sie Regierungen mit sich bringen. Er scheint sicher, daß entsprechend den französischen Vorschlägen die Ab st im m u n g e n
nach Delegierten und nicht nach Mächten st a t t f i n d e n werden. Indessen werden die Entschließungen der Konferenz noch diplomatischem Gebrauch einstimmig angenommen werden müssen.
v. Basel, 25. Sept. HavaL meldet: Die fran» ee Abordnung für Brüffel wurde angewiesen, gegen
-chunaen über eine Stabilisierung der Mark- kurseS Stellung zu nehmen, da diese Frage nicht von der Beratung der Rückerstattungsfrage getrennt werden könne.
Der Ssnierungsplau von Delaeroix.
Die belgische Presse beschäftigt sich eingehend mit einem von dem belgischen Ministerpräsidenten Delacroix vorgesehenen Sanierungsplan der Weltfinanzwirtschaft. Es handelt sich dabei um einen der unserer Abordnung bereits vor längerer Zeit zugegangenen programmatischen „Rapporte" der Finanzkonferenz. In der Oefsentlich- keit wurden davon bereits besonders die Berichte des schwedischen Finanznionns Cassel und des Franzosen Gide besprochen. Delacroix dürfte starken Widerspruch besonders bei den Neutralen, aber auch bei den Engländern finden. Sein Plan sieht ein Weltclearinghouse vor. Er soll an die verschiedenen Nationen Goldbonr ausgeben, die durch eine Kontrolle über die einzelnen Einnahme- und Steuerquellen der verschiedenen Staaten verbürgt werden sollen. Nach dem Urteil der Finanzsachverständigen würde das nichts anderes als eine Ablösung einer Inflation durch eine andere oder vielmehr die Vermehruna um eine neue Inflation bedeuten, ganz abgesehen von den finanztechnischen Schwierigkeiten, ja Unmöglichkeiten dieses Planes.
Wie gesagt, die Bedenken gegen den Vorschlag von Delacroix werden voraussichtlich von anderer Seite vorgebracht werden, die Aufgabe unserer Abordnung dürfte vorläufig die Richtigstellung verschiedener Irrtümer sein, die von französischer Seite den programmatischen Aeuße- rungen zur Finanzkonferenz zugrunde liegen, besonders im vierten Bericht, der die Aufstellung unseres Staatshaushaltsplanes nicht im richtigen Lichte erscheinen zu lassen geeignet ist, verglichen mit der Art der daneben aufgestellten Berechnung der Staatshaushalts und der Steuern ia Frankreich.
Leygues frarrz. Mirriflerprsfidenl.
ment schon seit dem Jahre 1885 an und war mit Millerand im Jahre 1899 Mitglied der Kabinetts Waldeck-Rousseau. Leygues war wiederholt Minister des Unterrichts, der Kolonien, der Marine, er war lange Zeit auch Vorsteher der Kammerkommission für auswärtige Angelegenheiten.
Zur Berufung Leygues an die Spitze der französischen Regierung sagt das „Berliner Tagebl.": Millerrnd hat offenbar die Berufung Briands zu vermeiden gesucht; vielleicht wollte er auch dem Konflikt Briand oder Poin- cai6 entgehen. Briand begegnet sich in der Forderung, den Friedensvertrag durchgeführt zu sehen und recht viel Entschädigungsmilliarden von Deutschland zu erhalten, mit allen andern, aber er ist kein Mann gewaltsamer Methoden. Wenn er durchaus Ministerpräsident werden sollte, mußte man die Leitung des Auswärtigen Poincars anvertrauen. Es ist möglich, daß Millerand einer solchen Kombination deshalb ausgewichen ist, weil er weiß, daß Poincarö sich nicht bei allen Alliierten der notwendigen Sympathie erfreut oder hat Millsrand sich an Leygues gewandt, weil er die auswärtige Politik selber leiten will. Leygues wird bereit sein, die eigentliche Führung der auswärtigen Politik dem Präsidenten zu überlasten oder doch dem Rat Millerands sich anzupasten.
Im „Vorwärts" heißt es: Leygues ist mehrfach Minister gewesen, aber bisher nicht so hervorgetreten, daß sich sein Name im Ausland besonders eingeprägt hat. Während von Poin- cate und Briand unter Umständen zu erwarten gewesen wäre, daß sie ihren eigenen Kopf auf- • setzen — Poincare freilich mit dem Käppi Fachs drauf — ist Leygues der Ministerpräsident Millsrands.
Inder „Deutschen Allgem. Zeitung" wird ausgefüyrt, dass.MsülgraM iß Leygues den Mann gefunden habe, der in feinem Sinne die Geschäfte weiterführen und den Boden für die Verfassungsänderung vorbereiten werde, die dem Präsidenten vorschwebe. Als Ministerpräsident und Minister des Aeußern werde Leygues die äußere Politik in der Richtung leiten, wie Millerand es angedeutet habe. In dieser Beziehung finde der Präsident in Leygues zweifellos einen verständnisvollen Mitarbeit-^"
Dre Lage in Irland.
Reue Brandstiftungen»
WB. Paris, 25. Sept. Nach einer Meldung des „Journal" aus London sind in der letzten Nacht in Irland weitere drei Ortschaften in Brand gesetzt worden. • Das Feuer ist diesmal auf große Getreidevorräte über- gesprungen und hat dadurch enormenSchaden angerichtet.
WB. PariS, 25. Sept. Wie der „Matin" aus London meldet, werden über den Gesundheitszustand des Bürgermeisters von Cork feine Berichte mehr her- ausgegeben, wegen des Verleumdungsfeldzuger, den ein Teil der englischen Presse gegen den Bürgermeister und seine Angehörigen geführt hat.
Der englische Streik verschoben.
. WB. London, 24. Sept. (Reuter.) Die Konferenz der Bergarbeiterdelegierten beschloß, dem Er- suchen Lloyd Georges stattzugeben und die Streikankündigung um eine Woche aufzuschieben.
Bloeka-eanörohung gegen Rutzland.
D. London, 24. Sept. »Daily Telegraph" meldet aus Paris: Der Botschafterrat setzte den Beginn der Blockade gegen Sowjetrußland auf den 15. Oktober fest, falls bis zum 10. Oktober nicht der Friede mit Polen unterzeichnet ist.
^Ein neuer polnischer Geheimbefehl.
WB. Breslau, 24. Septbr. Die „Schlesische
Volkszeitung" veröffentlicht folgenden neuen Pol- wischen Geheimbefehl:
Landesverteidigung Oberschlesien. Streng vertraulich. Auf einer Versammlung deS Oberkommandos am 19. September wurde beschlossen, die ciugelcitete Aktion aus den bekannten Gründen bis zum 1. 10. zu verlegen. Bis zu dieser Zeit soll man mit den Vorbereitungen nicht aufhören, um die Aktion aufs Beste durckznfübren. Aus dieiem Grunde beschloß die Versammlung, jedem Kommandanten in Gleiwitz, Katto- witz, Hindenbnrg, Beruhen und Tarnowitz je einen Fachinstrukreur beizugeben und zwar die Herren Gün- dcrski, Zromski, Drzwlskl, Golnowski und Zebracki, sowie Herrn Gleuvy für einen nicht genannten Ort. Desgleichen sind die Waffen, wenn solche unter den Organisierten verteilt waren, einzuziehen, damit diese nicht beschlagnahmt werden. Da» Oberkommando: gez.: Zgierski. An die Bezirkskommandanten.
Die sächsischen Landlagswahlen.
WB. Dresden, 24. Sept. Das Gesamtministerium setzte in seiner heutigen Sitzung die Landtagswahlen für den Freistaat Sachsen auf den 14. November fest.