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LmMches Organ für Skabk- und Landkreis «anau

Erscheint täglich mit Ausnahme d« Sonn- und Feiertags

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W

Nr. 222

Dienstag den 21. Sepiemder

1920

BB

Das Neueste.

Der Oberste Rat bat den deutschen Protest gegen die Volksbefragung in Euven und Malmedy ver- «orsen und beide Kreise Belgien zugesvrochen.

Nach den Heeresberichten aus dem Osten haben die Polen neue Erfolge erzielt.

Die polnisch-litauischen Verhandlungen wurden unterbrochen.

Millerand hat, dem Wunsche der Ration nach­

gebend, sich entschlossen, die Kandidatur für Präsidentschaft anzunehmen.

Nach Blättermeldungen aus Rom dürfte italienische Arbeiterkonflikt beigelegt werden.

die

der

Eupen und MalmeSy.

Der Oberste Rat, der über die Schicksale der Böller letzten Endes entscheidet, hat, wie aus der .anten folgenden Meldung hervorgeht, beschlossen, den deutschen Protest gegen die Solls Befragung in Eupen und Malmedy zu verwerfen und die beiden mdeutschen Kreise Belgien zuzusprechen. Aus irgendwelchen ernst zu nehmenden Gründen konnte diese Entscheidung nicht herbeigeführt wer­den. Der Staat Belgien war eine Verlegenbeits- zründung, ohne Anspruch politisch oder geschicht­lich gewachsen zu sein. Geschichtliche Rechte kann Belgien, das als Staat vor 100 Jahren über­haupt noch nicht bestand, auf Eupen und Mal- medh nicht geltend machen. Aber es wollte Land­gewinn für seine Kriegsdienste haben, der sich nur auf Kosten Deutschlands erreichen ließ, da sich der Verband yn die vlämischen Gebietsstreisen Hollands, die Belgien beanspruchte, nicht heran- u«gte. Immerhin ist es nicht unmöoifch, daß Wirren tiusä ^.ugc»

durd. Die Belgier können dann auf die Entschei­dung in Sa<yen des Weichselufers Hinweisen, das Polen zugesprochen wurde, obwohl die Bevölle- cung sich feierlich und unzweideutig für Deutsch­land erklärt hatte. Auch in Eupen und Malmedy wäre dies geschehen, wenn die Bevöllerung ord­nungsgemäß befragt worden^ wäre. Bestünde noch so etwas wie Völkerrecht, so hätte sich dieses Un­recht nicht durchsetzen können. Die Belgier haben die Weißglut des Krieges ausgenutzt, die die Staaten Europas flüssig macht. Aber was be­sangen wurde, das ist eine Vergewalti­gung des Rechts, die bei keinem Zeitab- Ichnitt verjähren kann. Wenn im Verlauf der Jahre der Völkerbund tatsächlich zu Stande kommen sollte und das Rechtsgewissen der euro- baischen Voller, besonders bei den Siegevstaaten wieder geschärft hat, dann wird Deutschland' die Kreise Eupen und Malmedy wieder zucückerhal- ten. Wir sagen deshalb zu unseren Volksgenossen auf Wiedersehen. Wir werden sie unentwegt mtten, uns die Treue zu halten, wie wir auch die Treue halten und ihr Schicksal unter feindlichen Zwangsherrschaft aufmerksam ver- ^lgen werden. Daß Jahr und Tag nach dem Frieden von Versailles noch solche Entscheidungen Möglich sind, zeigt wie tief sich der Haß gegen Deutschland eingefressen hat. Der Vertrag von Versailles enthält zwar die Klausel, daß Deutsch­land der Schuldige sei, allein darauf werden selbst * l^nzösische Nationalisten reinsten Wassers nicht zurückgreifen, da sie fürchten müßten, vom ^opäischen Gelächter zugedeckt zu werden. Die Triebkräfte des großen Erdenkrieges sind ja schon zum Teil enthüllt und wenn es nW* ' schon Seoffneten Archive wären, so genügte die Raub- bouük, die der Verband seit Versailles getrieben zur Erkenntnis. Ganz Osteuropa ist ein Knegsschauplatz, in Kleinasien tobt der Banden- rreg mit allen Schrecken, dazu gesellt sich nun der Spruch über Eupen und Malmedy. Willkürlich werden Deutschland wieder Gebietsteile entrissen, m ihm unverbrüchlich zugehören. Es ist also nicht ^uug mit dem Unrecht, das an der Weichsel be­engen wurde. Unsere Verlustliste ist groß, von p reicht sie über Ost- und Westpreußen nach . wpen und Malmedy, um dann einstweilen bei " o^utsche« Reichslanden zu enden. Wir sagen naufig, denn der harte Kampf um Oberschlesien ausgetragen werden. Frankreich setzt . Hebel in Bewegung, die Bevölkerung zu Un= rt^n Deutschlands zu beeinflussen. Die Stim- mungsuiache der französischen Presse ist ebenso '^ kri« die offene Haltung der Besotzungs- *n Dverschlesien für Polen. Sollte das '^/^bare Ereignis werden, daß der Verband y Aund örtlicher Abstimmungsergebnisse d'.e ^stucke Oberschlesiens dem Reiche nimmt, so >en wir dagegen Verwahrung einlegen, wie Ist e$. ^k Eupen und Malmedy tun müssen. Ä ,or Völkerbund einmal mehr als nur ein ein, so muß all das begangene Unrecht wieder

gutgemacht werden. Für offenkundiges Unrecht gibt es keine Verjährung.

WB. Paris, 20. Sept. Der Oberste Rat hat in seiner heutigen Sitzung einstimmig beschlossen, den deutschen Protest gegen die Volksbefragung in Eupen und Malmedy zu verwerfen und eine Entschließung angenommen, durch die der end­gültige Uebergang der beiden Kreise in die bel­gische Souveränität anerkannt wird. In der Saarfrage wurde das Nücktriktsana^bot des Herrn v. Noch angenommen und der frühere Bür­germeister von Saarlouis D^ an seiner Stelle zum Regierungsmitglied ernannt.

Die KrW im AmEZMmisisxmm.

Berlin, 20. Sept. Ueber den Ausgong der im Neichsfinanzministerium plötzlich ausgebrochenen Krile läßt sich im Augenblick noch nichts sagen. Jedenfalls wird man sich aber, wie wir zu wissen glauben, im Kabinett und innerhalb der zur Regierungskommission zusammengeschlosseucn Parteien alle Mühe geben, Herrn Dr. Wirth int Amte zu halten, um so mehr, als Gefahr besteht, daß, wenn der Reichsfinanzminister auf feinen Rücksichtsabsichten beharrt, die ohnehin nicht sehr stabilen Dinge überhaupt ins Rollen kommen. Die Situation hat sich in den letzten Tagen erst ver­wickelt. Noch am Freitag konnten zuverlässige Be­obachter versichern, eine Krise bestehe eigentlich nur in dem Gerede der Blätter. Der Minister hatte sich in den wiederholten Beratungen der letzten Woche über sein Programm und die Art seines Vorgehens für die nächste Zeit geäußert. Das Rücktrittsgesuch besternt Dr. Wirth, der an diesen Sitzungen nicht teilgenömmen hatte, zieht durch diesen Plan jetzt einen dicken Strich. Noch immer steht es so, daß die Regierung sich trotz der gegenseitigen Strömungen erhalten kann, wenn die bisherige unbedingte Einigkeit herrscht und wenn die KoalitionSparteien geschlossen hinter ihr stehen. Aber diese Einigkeit ist eben die unerläßliche Voraussetzung. An _ einem Bruch innerhalb der Regierung oder an Veränderungen im Kabinett sollte im gegenwärtigen LillMM_Ligent!ich niemand ein Interesse haben, und so vleibt immer noch zu Hoffen, Satz der. Schaden für diesmal wieder repariert werden kann.

Da der Präsident Ebert am Donnerstag nach Berlin zurückkehrt und unmittelbar darauf wichtige Besprechungen in Aussicht genommen sind, darf man erwarten, daß eine Klärung der verworrenen Lage vor der Tür steht. Alle zur Zeit in der Presse kur­sierenden Gerüchte, wie Ausscheiden deS Vizekanzlers Dr. Heinze aus dem Neichskabinett usw. müssen als der Grundlage entbehrend angesehen werden.

Jpu. Berlin, 21. Septbr. Ueber die Krise inner» falb der deutschen Regierung werden einige interessant e Einzelheiten bekannt. ES handelt sich um einige Un­stimmigkeiten zwischen dem Reichsfinanzminister einer­seits uiib dem Reichsvost- und Eisenbahnminister andererseits. Der Fmanzmiuistcr steht auf dem Standpunkt, daß innerhalb der staatlichen Betriebe zuviel Beamte angestellt seien, die die Finanzen des Staates zu sehr belasten würden. So verlangt er u. a. die Entlassung von etwa 20 000 Briefträgern allein in Berlin und vieler Tausend Eisenbabnarbeitcr, sie nach feine? Meinung in den staatlichen Betrieben überflüssig seien.

Beschleunigte Erhebung der Vesitzsleuern.

WB. Berlin,20. Sept. Staatssekretär Mösle aus dem Neichsfinanzministerium befindet sich gegenwärtig auf einer Dienstreise, um mit den Präsidenten der Landesfinanzämter bezüglich der beschleunigten Erhebung der'Be- sitzsteuern, besonders des Reichsnotopfers, sich zu beraten. Eine Besprechung, woran die Bezirke der Landesfinanzämter Easiel und Darm­stadt beteiligt waren, fand am 15. September in Frankfurt a. M. statt. Gegenstand der Be­ratung waren der Stand der Vorarbeiten zur Ausführung der Steuergefetze und die Maßnah­men für die beschleunigte Erhebung des Reichs- notopfers. Im Laufs dieser Woche finden Be­sprechungen gleicher Art in Bayern, Thüringen und Sachsen statt. Am nächsten Donnerstag wird Mösle mit den Veranlagungsbehörden der Bezirke Groß-Berlin und Brandenburg die­selben Fragen behandeln.

Die unterstützten Erwerbslosen.

Wie uns aus dem Reichsarbeitsministerium mitgeteilt wird, ist die Gesamtzahl der unterstützten Erwerbslosen in der Zeit vom 15. August bis 1. September 1920 in dem gleichen Umfang gewachsen wie in den ersten Augustwochen. Die Zunahme der Erwerbs- losenzahl ist indes erheblich geringer als im Monat Juli. Die Zahl der weiblichen Erwerbs­losen, die bereits in den ersten Augustwochen um etwa 1000 zurückgegangen war, hat weiter­hin eine geringe Verminderung erfahren, wäh­rend die Zahl Der männlichen Erwerbslosen im gleichen Berichtszeitraum um etwa 8000 zuge­nommen hat. Nach den amtlichen Feststes umen betrug die Zahl der männlichen Erwerbslo m am 1. September 312 503, der weiblichen Er­werbslosen 107 27 9, also insgesamt 419 785, gegenüber 411565 am 15. August und 403 878

am 1. August 1920. Zu den eigentlichen Er­werbslosen kommen 387 615 Familienangehörige, die als Zuschlagsempfänger unterstützt werden. Die Gesamtzahl der unterstützten Erwerbslosen entspricht etwa dem Stand von Anfang Fe­bruar d. I.

Dis KvMMUNisten ändern ihren Namen

WB. Berlin. 20. Sept. Wie dieNote Fahne" mitteilf, änderte die kommunistische Partei (SvartakuS- bund) ihren Samen, entsprechend einem Ukas von Moskau, in kommunistische Partei Deutschlands, Sektion der dritten kommunistischen Internationale, um.

Zw Brüsseler Finanzkonferenz.

In der Deutschen Allgemeinen Zeitung werden die Vorarbeiten für die Brüsseler internationale Finanz­konferenz besprochen, an der weit über 30 Staaten beteiligt sind. Deutschland sei in durchaus korrekter Weise zur Konferenz eingeladen worden. Mit 2 eutsch- land weise die Konferenz freilich auch noch keinen geschlossenen Kreis auf, denn eS fehle Rußland. Aus einer Betrachtung der Persönlichkeiten, durch welche die verschiedenen Staaten vertreten werden, gehe hervor, daß auf der Brüsseler Finanzkonferenz bei der ersten großen Arbeit des Völkerbundes vor der politischm Ocffentlichkeit die besten Kräfte wirken würden und daß deren Tätigkeit dank einer offenbar sorgsamst aufgebauten technischen Organisation leicht und reibungs­los von statten gehen werde.

Ein Memorandum der Deutsch- SüdWestafrikaner.

WB. London, 20. Sept. DieTimes" mel­det, daß die deutschen Kolonisten des vormaligen Deutsch-Südwestafrika dem General Smuts, der sich auf einer Inspektionsreise in Südafrika be­fand, in Windhuk ein Memorandum überreich­ten, worin sie erklärten, die Verwaltung Deutsch- Südwestafrikas als Teil der südafrikanischen Union würde eine Verletzung des Friedensver­trages bedeuten und den einmütigen Wünschen

rn, die nicht m die

den wünschen. Das Memorandum fordert das

Fortbestehen deutscher Einrichtungen, Zulassung deutscher Kultur, Rückkehr nach Südwestafrika bei unter Kriegsrecht ausgewiesenen Deutschen, Errichtung eines deutschen Konsulats, das Deut- dschs als 'Amtssprache und Beibehaltung des bürgerlichen Gesetzbuches, da die Einführung des in Südafrika geltenden römisch-holländischen Rechts einen Rüösschritt um Jahrhunderte be­deuten würde. In seiner Antwort auf das Memorandum erklärte General Smuts, die Deutschen sollten es für immer ausgeben, um Unterstützung und Hilfe nach Deutschland aus- zuschauen und müßten einsehen, daß ihr Schicksal von nun an unauflöslich mit dem der Union verknüpft sei.

Willerand Präsidenlschaflskanöidat.

D. Paris, 21. Sept. Millerand hat gestern abend der Presse folgende Erklärung abgegeben:

Ich habe in meiner Rede vom 18. November 1919 die wirtschaftlichen Fortschritte und die Verteidigung klargelegt, die unsere innere Politik, infolge voller Durchführung des Versailler Vertrages, kennzeichnen durch Aufrechterhaltung der grundlegenden Gesetze der Republik, durch Wiederaufbau und Entwicklung unserer wirtschaftlichen Kräfte und im gegebenen Augenblick durch, der Erfahrung entsprechende Aenderung der Ver­fassung. Seit acht Monaten habe ich, unterstützt durch das Vertrauen des Parlamentes, methodisch diese Politik verfolgt. Ich glaube, daß ich nirgends so viel nützcn kann wie als Ministerpräsident. Wenn aber die Mehrheit der beiden Kammern meinen Aufenthalt im Ely ce für vorteilhaft ansicht und wenn sie, wie ich, glaubt, daß der Präsident niemals der Mann einer Partei fein darf, sondern daß er gemeinschaftlich mit feinen Ministern eine bestimmte Politik verfolgen muß, werde ich mich dem Wunsche der Vertreter der Ration nicht widersetzen.

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Millerand hat sich also, was von Beginn her Prä« »fibentenfrife an anzunehmen war, für die Kandidatur bereit erklä t und bet zukünftige französische Staats­präsident dürfte damit gesichert sein.

Der ital. Arbeilerkonslikl beigelegt ?

WB. Paris, 21. Sept. Die Blätter melden aus Rom, daß der italienische Arbcitcrbuud ben Arbeitern den Befehl gegeben bat, die besetzten Fabrikcn zu räumen und die normale Arbeit wieder auszunehmen. Der Arbeiterbund versichert, daß man diesem Befehle 3 olge leisten werde.

Der Märtyrer von Cork.

WB. Lbiidoir, 20. Sept. Eine amtliche Erklä­rung über den Hu«g rstreik bei Bürgermeisters von Cork, besagt, ber Purgermeiftcr habe von Beginn feiner Okfangmifdmft an die Vorrechte genossen, die den poli- tifcbtn OiefawtteM tUerkaunt wurden. Er habe nie­mals Gc-angeneukseiLUiig vaaen müssen. Seitdem e sich durch seine Weigerung, Natnuug zu sich zu nehmen, in einen Schwächezissland gebracht habe, liege er im Hviv.tal zu Veit uns genieße die oefte ärztliche Pflege lwej Pflegerinnen verweilten abweasscind Tag und Mrcüt an seinem Lauer. Ein auSaeieicbneteS Essen

stehe an seinem Bett bereit Die Pflegerinnen seien bemüht, ihn zum Essen zu bewegen.

WB. Amsterdam, 20. Sept. Den englischen Blättern zufolge richtete der Bürgermeistervou Cork am 40. Tage feines und seiner Kameraden Hungersireikr an die Iren der gesamten Welt eine Botschaft in der er erklärt, daß er nicht glauben könne, das englische Volk werde die Durchführung dieses gefühllosen Morden», der Englands Namen in beispielloser Weise beflecken würde, zulassen. Sollte aber das englische Volk keine Macht über seine Regie­rung haben, würden die Gefangenen um Irland» willen gerne st erben.

Der Krieg im Osten.

Lageberichte.

WB. Warschau, 20. Sept. Der polnische Geue« ralstabsbericht vom 19. September lautet: Die Polen haben bei der Verfolgung des Feindes nach schweren Kämpfen die Orte Husiatyn, Trembowla, Alcjow, Tar- nopol und Brody genommen. Einer polnischen Ab­teilung gelang es, auch Subito zu belegen. In der Richtung auf Rowno wurde eine bolschewistische Ab­teilung ansKleban verdrängt. Sehr bedeutende feindliche Kräfte, so sagt der Bericht weiter. Werden am Njemex und an der Sozcara zusammen, gezogen. Westlich Sephp verstärkten die Litauer ibri Stellungen. Heute früh beschossen sie polnische Ab­teilungen bei Karalin in der Nähe der Weißen Sees.

WB. Moskau, 20. Sept. (Durch Funkspruch.) Der russische Heeresbericht vom 19. Sept. besagt: I« Abschnitt Kobrin hartnäckige Kämpfe mit wechselnden Erfolgen, wobei wir Maschinengewehre erbeuteten. Im Abschnitt Rowno finden blutige Kämpfe mit dem vor- brütgenben Feinde statt. Im Abschnitt Dubno kämp- fen unsere Truppen tapfer mit dem Feinde, der int Nordwesten von Dubno vorrückt. (Der nichffe Satz, ber sich auf Tarnopol bezieht, ist verstümmelt.^ Im Krimgebiet dauern >m Abschnitt Crechow dir Gefechte mit der feindlichen Artillerie an.

Polen Litauen.

Die Verhandlung:» unterbrochen.

WB Kowno, 20. Sept (Litauische Telegraphen« ,, agettiur.) Die litauische Delegation ist gestern abend

ineingezogen zu wer- aus Saloarja nacy.Ko.mro zurüchtkWi, SLM D.rr- handluffgen unterbrocken sind. Die ükau- ische Delegatcon schlug vor, zwischen der litaui'cheu und po'niichcn Armee'eine neutrale Zone zu errichten.

Polen lehnte diesen Vorschlag ab und bestand darauf, daß die litauischen Truppen sich auf die Foch-Elemru- ceau-Linie zurückjögen, was Litauen ablcbnte. Die polnische Delegation erklärte, daß unter solchen Um­ständen eine weitere Besprechung unmöglich sei und fuhr nach Warschau zurück. Der polnisch^ Außen­minister schlug in einem Funksvruch der lettischen Re­gierung vor, daß die weiteren Verhandlungen zwischen Polen und Litauen in Riga stattsinden mögen. Dem­nach betrachtet Polen die Verhandlungen nur als > unterbrochen. Auch der PöllerbunbSrgt sprach sich für die Weiterführung der Verhandlungen ans und wünschte daß vorerst keine StricgSoperationen statt» fänden. Der litauische Vertreter stimmte zu, Paderewr erklärte, er könne erst heute früh antworten.

Polen und Frankreich.

WB. PariS, 20. Sept, Der Warschauer Mit« arbeitet derInformation" hatte eine Unterredung mit Marschall Pilsudiki, der ihm u. a. sagte, es würde keinem polnischen Staatsmann glücken, eine Partei zu schaffen, die nicht unbedingt franzostiisreundüch Jet. Jede polnische Regierung, die gegen die 'ranrösische Politik zil arbeiten versuchen würde, hätte nur TageS- Lauer. Auf der anberen Seite fei es eben o. Man könne sich kein französisches Kabinett denken, da» nicht polenfreundlich wäre. Er habe sein Leben lang die Unabhängigkeit Polens verteidigt. DeShalt habe a die polnischen Legionen geschaffen. Er denke niebt daß Frankreich diese Unabhängigkeit bcbrobe^ Es habt ehemals eine Partei gegeben, die nicht gefühlsmäßig, onbern aus politischen Gründen hrfft, die Lage Polen? durch eine Entente mit den Zentralmächten, besonder» m r Oesterreich zu verbessern. Aber heute bestehe diesen politische Grund nicht mehr.

Neue polnische Schandtaten.

Oppeln, 20. Septbr. Im Dorfe Zirkowitz ist Streife Oppeln fand am Samstag abend eine Jubi­läumsfeier der Lehrer statt, wobei auch getanzt wurde. Plötzlich fielen aus nächster Nähe durch das Fenster lieben Schüsse, wodurch eine Same und zwei Lehrer schwer verletzt wurden. Alle Nachforschungen durch die Abstimmuagspolizcl blieben vergebens. Es handelt sich anscheinend um einen Racheakt seitens eines polnischen Einwohners.

Neustadt lOberschl.). 20. Sept. Im besetzte» Gebiet des Kreifes, das bisher von der AufstandSbc- wegnng verschont geblieb n ist, treten jetzt polnisch« Banden auf, die es auf Förster und Eisenbahner ab­gesehen haben. In der Nacht vom 17. zum 18. d. M. wurde ein Wärterposten an der Bahnlinie Neustade Kandrrin Überfällen, der Strcckcuscrnsprechcr gestört und die Tclcgrapdeuoerbindung zwischen Ober-Glozau und Raßwitz unterbrochen.

WB. Schoppitt'st, 20. Sept. Am 15. Septbr. war dem Zechcnmew.crassistentcn der Gicschcgruo« etwa 12000 Mark LobnungSgelder von etwa 8 bis 10 bewaffneten Banditen auf der Landstraße Eieschewald Mislowitz geraubt wurden. Heute vormittag gelang es hier sechs an dem Raub beteiligte Personen und einen der Haupträdelsführer bei den Augu>tkrawalle» festzunehmen.