Einrückungsgebübr:Die8geiv.Kolonelzeileod. deren Raum 1 — Mk., die 4gesp. Zeile i. Reklameteil 3.— Mk.. L5°ivTeuerungszuichl. Offertgebühr ZOPfa. Bezugsvreis:Vierteljährlich 12.90 Mk.. monatl. 4.30 Mk.. für Postbezug vierteljährl. 1*2.90 Mark, monatl. 4.30 Mk. Die Nummer 20 Pfg.
Post Heck-Konto Nr. 26659. Frankfurt a. M.
V—-------------------->
L»Mches Organ für SiaSi- uns LMökrris Sana«
Erschein! täglich mit Ausnahme ba Sonn» und Feiertags
^
Derlagsleitung: Ab. Jndermüble. Verantmortlich: für volitischen und allgemeinen Teil Rick. H u l t I c6: für lokalen und vrovinziellen Teil sowie Sport W. Moritz; für Anzeigen und Reklamen A. Brodt. alle in Hanau a.
Rotationsdruckd.Waisenhausbuchdruckerei dana« Fernivrechanicklüffe Nr. 1237 und 1238
aaMSMWFi >.MUiMM»ma
Nr. 221
Monlag den 28. SeNkemder
1920
Das Neueste.
Dar preußische Staatsministerium hat seine Zustimmung zur Umgestaltung des Polizeiwesens im Sinne der sogenannten Abcggschen Pläne erteilt.
Die Frage der starken Fallen? der deutschen Valuta N den letzten Tagen wird in Sachverständigenkreisen «m Standpunkt der Politik beurteilt.
Die Wirtschaftsstelle für das deutsche Zeitungs- Uwerbe faßte eine Entschließung gegen die Freigabe ?e$ Zeitungspapiers.
Die Litauer haben bei den Friedensverhandlungen in Kalvarja die polnischen Forderungen abgelehnt."
Zu der Lage im italienischen Arbeiterkonffikt ist rine Entspannung eingetreten.
Der Reichsfinanzminisler über Brüffs!
Ein Mitarbeiter der „Voff. Ztp." hatte mit dem Reichsfinanzminister Dr. Wirth eine Unterredung, während der von letzterem folgende Erklärung abgegeben wurde:
»Angesichts der bevorstehenden Brüsseler Konferenz scheint es mir geboten, auf irrtümliche Aeußerungen zurückzukommen, die in den letzten Tagen die englische und französische rmfthafte Presie beschäftigt haben: Die englische Zeitung „Financial News" vom 22. August 1920 brächte unter der Ueberschrift „Deutschland weigert sich, zu bezahlen", folgende Mitteilung: „Der deutsche Reichsfinanzminister hat kürzlich bei zwei verschiedenen Anlässen die Gelegenheit ergriffen, um zu erklären, daß sein Land nicht daran denke, die Forderungen auf finanzielle Wiedergutmachung der lruegsschäden zu erfüllen, die sich Deutschland Versailles verpflichtet hatte, zu bezahlen. Dies ist eine schwerwiegende Tatsache von sehr unangenehmer Natur, die ich verschiedentlich in dieser Spalte prophezeit habe nach Informationen, die aus einer sehr sicheren Quelle kamen."
Lm „I o u r n a l" schreibt Lucien Chassaigne: »Aber auf Millerand konnten die Erklärungen, die der deutsche Finanzminister Wirth einem Vertreter des „Journal" in Spa gegeben hat, mcht ohne Eindruck bleiben. Der deutsche Finanzminister sagte: „Wir werden ihnen nichts enbieten," und er sagte dies in einem kategorischen Tone. Der Ministerpräsident, der vor allen Dingen ein Realist ist, sagte sich, daß unter solchen Umständen unnütz wäre, überhaupt mne Diskussion zu eröffnen. Das hieße, in eine Sackgasse gehen und der grausamsten Enttäuschung ausgesetzt sein."
!. Demgegenüber stelle ich fest, daß ich in Spa ^nen Vertreter der ausländischen Presse mpfangen und keinerlei Erklärungen über die Politik der deutschen Regierung einem Pressevertreter gegenüber abgegeben habe. In der vache selbst aber ist das Gegenteil von dem uchtig, was ich angeblich gesagt haben soll. Stets habe ich den Standpunkt vertreten, daß
mit positiven Vorschlägen kommen müssen, veun wir zu einer endgültigen Verständigung gelangen sollen.
Diese von derdeutschen Regierung iu machenden positiven und klaren Erschlage müssen selbstverständlich verbun- werden mit einer eingehenden und sachlichen Erlegung und Besprechung der deutschen wirt- Ichastlichcn Lage und Leistungsfähigkeit unter Hinzuziehung der beiderseitigen Sachverständigen- ^eoes deutsche Angebot, wie auch etwa eine For- ^erring der Gegense-te, muß am Verhandlungs-
$u einer aufrichtigen gegenseitigen Aus- prache über die Voraussetzungen der deutschen Leistungsfähigkeit führen. Ein führendes franzö-
Blatt hat kürzlich den Standpunkt vertre- M endgültigen Abmachungen Besprechungen ' Sachverständigen voraus gehen sollten.
Mir als deutschem Finanzminister ist es ein undeoingtes Erfordernis, daß Deutschland endlich ■ ^ße der ihm zugewiesenen Lasten erkennt, .m "Mach seine Wirkschafts- und Finanzpolitik ^"zurichten. Von derselben Erkenntnis werden auch die Finanzminister der Alliierten sich ~. n lassen. Es ist doch unmöglich, daß etwa ein ^nanzminister sein Land losgelöst von der öko- °wffchen Lage Europas betrachten könnte.
uropa ist tatsächlich eine Wirt- ®f bliche Einheit. Schon der Ausfall ..Alands zeigt zur Genüge, daß das wirtschaft- » ^ Gleichgewicht zerstört ist, und ein Ausfall uhch^nds durch einen völligen Zusammen- wusste auch ganz Europa mit in den Ruin ' Anziehen. Die europäische Wirtschastssoli- ruat wird und muß kommen. Brüssel sollte den ,^zu finden und vorbereiten. Es ist der unich jxr Alliierten. daß Brüssel Genk vorber-
gehe. Das ist begreiflich und vom «uroväflchen Standpunkt aus wünschenswert. Dgmit kann aber die Idee, die Genf zugrundeliegt, nicht verdunkelt werden. Wo sich auf der Gegenseite ein Anzeichen zu einer Verständigung und Aussprache zeigt, ist meines Erachten? auch bei Deutschland 'ederzeit der gute Wille vorhanden.^
Dss RLMrittsgesuch Dr. Wirihs.
Das Rücktrittsgesuch des Reichsfinanmünisters wird in der Presse nur kurz besvrochen. Die „Vosnsche Zeitung" glaubt, daß diese Miniuerkrise bald ioieber beseitigt sein wird, denn grundsätzlich werde das Gc- samtkabinett den Forderungen des ReichSfinanz- sinanzministers, keine neuen Ausgaben ohne Deckung zu machen, sicherlich zustimmen. Auch der „Lokal- Anzeiger" glaubt nicht an ein Ausscheiden Dr. WirthS. Daß der Minister nicht gern geben würde, schließt er daraus, daß er für die Abgrenzung und das wechselseitige Verhältnis der Finanzwirtschasten von Reich und Ländern in der nächsten Kabinettssisung selbst bestürmte Vorschläge unterbreiten werde. Abweichend beurteilt das „Berliner Tageblatt" die Lage und meint, mit irrn Rücktrittsgesuch, das in den Kreisen des Finanzministeriums durchaus ernst genommen werde, wolle der Finanzminister möglicherweise einen starken Druck ausüben, um seine Ansichten zur Stabilisierung und Sanierung der Finanzen durchzndrücken. Sollte er mit seinen Ansichten nicht burebbringen, so dürfte er tatsächlich aus seinem Amte scheiden. Als mutmaßliche Nachfolger nennt das Blatt bereits Dr. Dernburg und den Staatssekretär Mösle. ES bringt mit den Rücktrittsabsi bten auch die Frage der Zwangs- anleihe in Verbindung und teilt mit, daß nicht die Absicht bestehen soll, dem Kapital durch die ZwangS- anleibe eine neue Beiastnng aufzuerlegen, sondern nur mittels der Zwangsanleihe eine schnellere Mobilisierung eines Teiles des Notopsers für das Reich zu ermöglichen. Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" bringt die umlaufenden Krisengernchte in Zusammenhang mit der Forderung, bis zum Zusammentritt des Reichstages mit einem festen Regierungsprogramm besonders in und Wirtschaftspragen vor die Oeffentlichkeit zu treten. Der „BorwarlS' in am uuu> ««^1^. Ton gestimmt; er spricht von einem Abbau des „MinisteriumS des Wiederaufbaus" und stellt die kühne Behauptung auf, daß alle bürgerlichen Parteien sich darin einig wären, daß es der Regierung nützen würde, wenn die Sozialdemokratie ein paar „rote Ketten" um sie schlinge» würde, aber die Sozial- demokratic danke bafür.
Oberschlesien.
Das AeSerschichtabkommen in Oberschlesien.
WB. Beuthen, 19. Septbr. Das durch die August-Wirren gefährdete Ueberschichtenabkom- men im oberschlesischen Kohlenbergbau führte gestern zwischen den beteiligten Instanzen, dem Arbeitgeberverband der oberschlesischen Berg» werls- und Hüttenindustrie, den Angestelltenverbänden und den in der Arbeitsgemeinschaft der Bergarbeiter und Metallarbeiterverbände vereinigten Organisationen zu neuen Verhandlungen, die bei weiterem reibungslosen Verlauf bis Ende nächster Woche zum Abschluß gelangen dürsten. Die Basis der gestrigen Perhand- lungen ist etwa folgende: Soweit es Wagen- gestellungen und Betriebsverhältnisse zulaffen, sollen vom 1. Oktober ab Ueberschichten verfahren werden; es sollen möglichst alle Belegschaftsmitglieder unter Tage sich beteiligen. Die über Tage sollen entsprechende Ueberschichten bezw. Ueberstunden leisten. Für Ueber- schichten bezw. Ueberstunden werden für Arbeiter über und unter Tage 50 pEt. des Tariflohnes vergütet, sofern die Leistung der Ueberschichten bezw. Ueberstunden der Leistung in der gewöhnlichen Arbeitszeit entspricht. Für jede Ueberschicht sollen den Beteiligten zwei Pfund Schweinefett zu demselben verbilligten Preise wie in den übrigen Bergbaurevieren Deutschlands gewährt werden, dazu ein Pfund Zucker und ein Pfund Weizenmehl, je zum Preise von 1.20 Mk. Eine weitere Erhöhung der Lebens- mittelmenge ist in Aussicht genommen, falls es die Höhe der Förderung angebracht erscheinen läßt. Dieses Abkommen ist noch nicht unterzeichnet, unterliegt auch noch Verhandlungen mit der interalliierten Kommission.
Ws Kommen die Waffen her?
WB. Bertin. 19. Septbr. Die „Obenchlesische LüllSstimme" veröffeittlicht folgenden Aufruf aus der „EloS Pracy" vom 22. Auguff, einem im polnischen 3ubustrieb«irt erscheinenden Arbritervlnit'
Zu Hilfe den Obcrschlesiern! Ob.rschlesien in Flammen!
Dar arbeitsame polnische Volk, das nur einen Fußbreit von uns getrennt ist, rächt da« an ihm be= güngene Unrecht an den Barbaren, die sich Sicherheits- wclir nennen. Unsere Brüder erwarten von unß Hilfe. Fluren fehlen Waffen und Ainnition, sie brauchen Aabrnng und Vervflegun Smiterial. Sie fikbaft on he« „G oS Praev" ord. rt ade L fer mr Sa’tm! von \s>elö und Liebesgabe» an , o c sie lofort an hie Kommandantur in SwovviN!^. uiu hex sie eneme
Bolschewisten unmittelbar zusammenarbeiteten, Die Polen verlangten, daß die Litauer der polnischen Delegation eine formelle Garantie für bis litauische Neutralität geben sollten und daß vor Eintritt in die Verh-....dlungen die litauisch« Armee sich hinter die am 18. Juli 1919 festgesetzt« Foch-Clemenceau-Linie zurückziehen sollte, da dar von den litauischen Truppen besetzte Land von bei Entente Polen zuerkannt sei. Die litauische Delegation dagegen erklärte, daß die Beschuldigung der Verletzung der litauischen Neutralität im russisch-poknischen Kriege vollständig unwahr sei und daß sie durch keine Tatsache belegt werden könne, daß deshalb eine besonder« Garantie für die litauische Neutralität überflüssig sei. Was bü Foch-Clemenceau-Linie angeht, so erklärte di< litauisch- Delegation, die litauische Regierung habe von der Festsetzung der Linie niemals offizielle Kenntnis erhalten und auch keine Gelegenheit gehabt, an bet Festsetzung dieser Linie teil- zunehmen. Zudem tue diese Linie dem ethnographischen Litauen Abbruch, indem sie große Teile Litauens Polen zuteile. Litauen lehne dies« Linie glatt ab- Im übrigen sprachen die litauischen Delegierten den Wunsch aus, sofort zur Besprechung im einzelnen zwecks Festsetzung einet vorläufigen Demarkationslinie überzugehen. Di, Verhandlungen gehen Beute weiter.
WB. Kowno, 18. Sept. Zu den Verband- luneen in Kalvaria feist die Litauische Tele- graphen-Agentur noch mit, daß die polnischen Delegierten als Voraussetzung für die Verhandlungen mit den Litauern die sofortige Räumung der Städte S e i m y und P u n § k verlangten. Die litauische Delegation lehnte diese Bedingung ab und war bereit, in Verhandlung«: über die Festlegung der Demarkationslinie unter her Vrw auSsetzung einzutreten, daß die litauische» und polnischen Truppen in ihren gegenwärtigen Stellungen verbleiben. Die Einwohner PunSk litauische Regierung die Bitte, sie auf keinen Fall Dole» auS-uliefern. Polnische Legionäre verawftaltetrn mit Wissen ihrer Oberleitung vom 8. bis 12- September in Srimn ein Judenpogrom. Der Schaden beträgt etwa zwei Millionen Mark. 22 Vergewaltigungen jüdischer Mädchen und Frauen wurde amtlich fcftgeMt Unter solchen Umständen kann von einer Räumung der Stadt Stimh und ihrer Auslieferung an dir polnische Okkupation nicht die Rede sein.
Keine Unruhen in RutzlauS.
WB. Moskau, 18. Sept. (Funkspruch.) Fran» zösische Funkenstationen verbreiten wiederum lächerliche Lügennachrichten über Rußland. Das letzte Erzeugnis ihrer Phantasie ist ein angeblicher Pericht von Kopenhagen, welcher besagt, daß in Petersburg letztens eine Revolution aus« gebrochen fei, bei der mehrere Volkskommissare getötet und in die Newa geworfen worden seien. Selbstverständlich hat sich nichts der- artiges ereignet. Weder dort noch in irgendwelchen anderen Teilen Rußlands sind Unruhen ausgebrochen. Alle Volkskommissare sind auf ihren Posten. Obige Erzählung gehört zu der Reihe von Lügen, die von ausländischen Reaktionären jedesmal dann herausgegeben werden, wenn sie enttäuscht sind, so wie jetzt an der polnischen Front, wo sie hofften, daß man mit Gewalt ein reaktionäres Rußland errichten könne.
Die franz. PrWdenrenMahl.
WB. Paris, 19. Sept. Amtlich wird bestätig!; daß die Nationalvcr'ammlimg auf den 23. September nach VerlailltS eutberufen ist. Wie der „TempS" mit» teilt, erklärte MilIerand gieret gegenüber, der ihn drängte, bic Präsidentschaftskandidatur anzunehmen, er bleibe bei der Ablehnung. Nach Prüfung der Lage halte er nur die Kandidatur VeretS ober IonnartS für möglich. Er riet Pcret, sich mit Jonnart zu verständigen. In einer Besprechung zwischen beiden wurde festgestellt, daß die Kandivatur MillerandS nach wie vor die gegebene sei. Es wurde ein nochmaliger Schritt beim MinisterprSstdenttN beschlossen, der wiederum erfolglos blieb. ES freist aber fest, daß Milleraud nochmals dringend ersucht werden wird, sich auf'.eilen zn lassen, doch dürfte vor Montag abend ferne neue Entscheidung mehr fallen, da Millerand sich nach OcrsaitleS begab und auch Peret und Jonnart Per S vorübergehend verließen.
WB. Paris, 19. Sevt. Havas. In bex von zahlreichen Senatoren besuchten Wandelgängen beS Senats scheint man einstimmig den Wunsch zu hegen, daß Mtllksand, an den man von neuem Herantreten will, die Kandidaiur annimmt. Im gegenteiligen Falle scheint es sicher zu sein, daß die Senatoren den weit» Ornaten der Kammer nicht ohne weiteres annebmen, sondern eine Kundgebung zu Gunsten eines der ihren. Der niemand anderes als Leon Bourgeois fein werde, neranfiatten werden. Auch i» den Wandelgängen der Stammet hält man es für wünschenswert, daß die Kandidatur Miverands ausgestellt werde, da diese »:e c.u-ige zu iem scheine, die fast vollständige (einstimmig» seit her Stimmen auf sich Bereinigen könne.
Eitere Politische Nachrichten aus Seite M
Fühlung hat, übermitteln will. Darum zu Hilfe den oberschlesischen Brüdern! Die Redaktion.
Der Aufruf wirft ein bezeichnendes Licht auf die Wege, auf denen die polnischen Insurgenten in Ober- tolcficn ihre Waffen erhalten. Besonders bemerkenswert erscheint aber daran, daß, wie aus dem Anfrnf unzweideutig hervorgeht, unter den Augen der interalliierten Kommission eine polnische Kommandantur in dem deutschen Orte Schoppinitz besteht.
Jttnchmrnde Nusicherheit.
Beetin, 18. Sept. f^rib. Telegr.) Der Lokomotivführer Latuffeck aus Idaweiche, der von polnischen Banditen nach dem Gieschewald entführt wurde, ist nach einer Meldung der Vossischen Zeitung dort tot aufgefunden worden. Von dem aus Schoppinitz verschleppten Oberwachtmeister Wittrin ist noch keine Spur aufzufinden.
VVB, Rybnik, 18. Sept. Wie der Oberschlesische Wanderer meldet, wurde heute früh der Postbote auf dem Wege nach Kriewald in der Nähe der Pulverfabrik Lpgnose vo» vier bewaffneten Banditen über« 'allen. Die Räuber stürzten den Postkarren um und raubten außer den Wertsendungen 20 000 Mark in bar. Sie enttarnen in einem wartenden feldgrauen Automobil.
Heimattreue Oberschlester.
WB. Breslau, 20. Sept. Hier fand am 18. und 19. September der erste BerbandStag der Vereinigten Verbände beimattreuer Oberschlesier statt. Die Tagung, auf der hauptsächlich Organisation?- und AbstimmungS- fragen behandelt wurden, war von etwas über 100 Vertretern aller Abstimmungsberechtigten aus dem Reiche und Oberschlesien besucht. Die Sebeuiung der Tagung liegt darin, daß auf ihr einmütig da« volle Einvernehmen zwischen den Heimattreuen Oberschtesiern int Reiche zum Ausdruck kam. Das Resultat dieser Tagunz war der einmütige Wille, Oberschlesien unter allen Umständen beim Reiche zu belassen.
Der Krieg im Osten.
Lageberichte.
IV8. Moskau, 17. Sept. kFunkspritch.l Ove- rationsberichtzMr ruW$en?^MMEMWM,»MM ^ September: Westlich Grodno und Wolkowis? Kämpfe von nur örtlicher Bedeutung, in denen wir Gefangene machten. Im Abschnitt Kobrin rückten unsere Truppen erfolgreich in der Richtung Kobrin vor. In den Abschnitten Kowel und Luzk sind hartnäckige Kämpfe im Gange. Unter starkem feindlichem Druck mußten unsere Truppen im Abschnitt Lemberg auf die Linie Stanislawo—Sokolowski bei Samen; zurückgehen. Der Kampf dauert an. An der Krimfront im Abschnitt Orechow mußten unsere Truppen nach hartnäckigen Kämpfen mit feindlicher Kavallerie auf die Linie Bahnstrecke Soknjewka (?) zurückgeben, wo der Kampf noch weiter anbauert. Im Asowschen Meer zersprengte unsere Flottille eine feindliche, bestehend aus vier Schiffen, versenkte ein Kanonenboot und beschädigte zwei andere. Wir machten Gefangene.
WB. Pari-, 19. Sept. Havas meldet aus Konstantinopel: Offizielle Berichte vom 14. und 15. September der Armee Wrangel besagen: In der Richtung Mariapol und Pologul gingen unsere Truppen zur Offensive über und besetzten mehrere Ortschaften, nahmen zwei Geschütze und Maschinengewehre und machten viele Gefangene. Am 11. September haben wir an der gleichen Front drei Regimenter nebst Kanonen und Material gefangen genommen. Am 15. September setzten wir die Offensive fort, eroberten mehrere Ortschaften bei der Verfolgung beS Feindes und machten viele Gefangene, wobei wichtiger Rtaterial erbeutet wurde.
100 Matrosen erschossen.
WB. Kopenhagen, 18. Sept. National Tidende meldet aus HelsingsorS: Der Cbcf der russischen Oft» seeflotte, Admiral Raskolnikow, ließ kürzlich an 100 Matrosen den Mobilmachungsbefehl ergehen. Diese weigerten sich ibyt zu gehorchen und leiteten eine Bewegung gegen Raskolnikow ein, den sie einen Wüiger nannten. Raskolnikow hat die 100 Matrosen er« schießen lassen und so die Ordnung wieder hergestellt
Die polnischen Friede,»sbedingungen.
WB. Warschau, 19. Sept. Das Blatt EzaS veröffentlicht eine Mitteilung,-wonach die polnischen lritdenSbcdingungcn u a. folgendes verlangen: 1. Im Augenblick deS Ab chlnsse« des Waffenstillstandes bleiben die bethen Armeen in ihren Stellungen, die sie augenblicklich besetzt haben. 2. Die Grundlinie für die Grenzen ist die Grenze zwischen der Teilung (1793). Die Gebiete westlich dieser Linie fallen an Polen oder Litauen.
Finnland — Rutzland.
WB. Stsckhoun, 19 Sept. Aus HelsingkorS wird „Stockliolm Dagblad" telegraphiert, die entscheidende VoZitzung in Dorvat würoc am Montag oder Dienstag statt finden. ES unterliege keinem Zweifel, daß her . riebe zustaadckomwe. Finnland habe inbezug auf Ostkarelicu nachgezeben und verlange nur bie größtmöglichste Autonomie. Die Börse ist bereits von 6er nrieöenSauSficbi angeregt.
Die poln.-likauischen Verhandlungen.
WB. Kowno, 18. Sept. Gestern fand inKal- Varia die erste Sitzung der polnischen und litauischen Delegationen statt. Die polnischen Delegierten ertlärren, der Durchzug bewaffneter bolschewistischer Truppen durch litauisches Gebiet Scheute eine Verletzung der litauischen Reuirali- tät. Sie warfen den Litauen vor. daß sie mit den