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AMichrs Organ für Slaöl- «NS LMNeeis Senau

Erscheint tagsich mit Ausnahme bei Sonn- und Feiertags

Verlogslettuna: Ab. Indermühl«. Verantworttich: für politischen und allgrmetnen Teil Rick. dult! ck '.kür lokalen und orovinzirllon Teil iomie Sport W. Moritz: für Anzeigen unb Reklamen A. Brodt. alle in Hanau a. M. RotLtionsdruckd.Wai!enbausbuchdruckerei Han«m Fernivreckanicklulie Nr. 1237 und 1238

Nr. 220

1926

Das Neueste.

Der Reichsfinanzminister Dr. Wirth hat sich veranlaßt gesehen, an den Reichskanzler das Gesuch um Enthebung von seinem Posten zu stellen.

Fn Frankfurt a. M- fand gestern eine Konfe­renz der gewerkschaftlichen Organisationen der Provinz Hessen-Nassau und des Freistaates Hessen über die Sicherung der Kartoffelversor- zung und die Preisgestaltung statt.

Der Leiter der Reichsgetreidestelle entwarf ein trübes Bild von der neuen Getreideernte.

Die deutschen Parteien und die Gewerkschaften cn Oberschlesien haben eine neue Eingabe mit ver­schiedenen Forderungen an den General Lerond gerichtet.

Die.oberschlesischen Mitarbeiter des polnischen PlebiSzitkommissaciats verlangen die Ausweisung Korfantys aus Oberschlesien.

Der bayrische Ministerpräsident v. Kahr wies in einer Rede auf die Reichstreue der bayrischen Regierung hin.

Der FriedenSvertrag zwischen Rußland und Lettland ist von russischer Seite ratifiziert worden.

Dia-Wahl der neuen französischen Präsidenten dürfte am kommenden Donnerstag erfolgen. Mille­rand weigert sich zu kandidieren.

ve.qe«8ber Dem Nichts. «MDvr neue ^W«^j|iu|^jjyjy^

»er Notstandskommissionssitziing vom Mittwoch einen Ausspruch getan, der die Notlage der Stadt Hanau im besonderen und die der Gemeinden im

Reiche im allgemeinen, so recht kennzeichnet.Der Zeitpunkt", so führte der Bürgermeister aus,ist nicht mehr allzusern, wo die Stadt am Ende ihrer Kreditfähigkeit angelangt ist, am deutlichsten be­weisen das die verklausulierten Absagen, die auf öie städtische 22 Millionen-Anleihe von einer Reihe von Finanzleuten erfolgt sind." Wir fühlen es dem Bürgermeister nach, wie schwer es ist, die Schulden der Stadt zumal Lei demRuf", den Hanau im übrigen Reiche genießt und auf den man nicht stolz zu sein braucht auf dem An­leihemarkt unterzubringen und auch wir sehen klar und deutlich den dwhenden Bankerott allerdings nicht nur der Stadt Hanau, sondern ganz Deutschlands vor Augen. Es hilft kein Ableugnen. Zwar heißt es immer, man solle nicht vom Bankerott sprechen, wer es tue, versündige M- Wir halten aber diese Ansicht für falsch. Eine Krankheit wird nicht dadurch geheilt, daß man ihr Vorhandensein ableugnet, im Gegenteil, durch das Vertuschen wird die Gefahr nur noch größer, der Patient sonst nicht an den Ernst der «tage glaubt und seinen Führern das Fortwursteln

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nu§ dem es keine Rettung mehr gibt. Man muß bittere Wahrheit erkennen, sie sagen, so hart und schwer es auch fällt, und dann nach Mitteln zur Gesundung suchen; nur so kann die Heilung, ^enn sie überhaupt noch möglich ist, erreicht wer­den. Wir erkennen deshalb den offenen Aus- Ipruch unseres neuen Bürgermeisters an, denn Voraussetzung einer gesunden Realpolitik ist, daß Vu die Dinge sieht, wie sie sind! Wir können zu keiner erfolgreichen Finanzpolitik stulmen, wenn wir die Wahrheit verhüllen. Ganz m diesem Sinne fordert der Vorsitzende des HAchswirtschaftsrates, Edler von Braun, in totem soeben in demGrenzboLen" erschienenen Artikel über Deutschlands wirtschaftliche Zukunft rücksichtslose Offenheit und Klarheit, nicht

Vertuschen und Verkleistern, das Quacksalbern kleinen Mittelchen" als Voraussetzung zu Nner Besserung.

Haben wir den Mut, die Dinge beim richtigen zu nennen und damit bei den Gemeinden /r Einwohnerschaft und beim Reich dem gesam- lf <>o[te die Augen zu öffnen. Daß dies noch rJz ,in dem Maße geschehen ist, als es geschehen '^kwsst öuein schon die eine Tatsache, daß

Glauben an die Unerschöpflichkeit des Ge- ^emde- wie Staatssäckels, die dem Volke sugge- '"^orden ist, immer von neuem Forderungen ntorberut^n an Gemeinde und Staat gestellt beweisen ferner das uns jetzt am ^l-liegende Beispiel die Phantasiepreise, die *nEcfertig von einzelnen Landwirten für Kar- ndrh gefordert werden, Preise, bie nicht gezahlt unh ^ ^nnen, ohne daß wiederum Gemeinde +,, ^^t helfend eingreifen, was zu einer wei- n ^ichlochteruna unterer Finanzlage bei-

tragen muß. Dies sind von den vielen zwei Be­weise dafür, wie verderblich es ist, das Volk da­rüber im unklaren zu lassen, wie es um uns in Wirklichkeit steht. Möglich, daß man uns und viel­leicht auch den Bürgermeister Dr. Müller das offene Bekenntnis zu dem was wahr ist, hier und da verübeln wird. Doch wir sind der Ansicht, daß dieses Bekenntnis das richtige ist, daß es unserem Volke immer und immer wieder und schonungslos eingehämmert werden muß, wie jämmerlich arm wir sind und daß wir die Folgen aus dieser Armut ziehen müssen; denn je später die Erkenntnis eines Unheiles über das Land kommt um so verhängnis­voller sind stets die Folgen. Es taugt nichts, Kar­tenhäuser zu bauen, weil sie der rauhen Wirklich­keit gegenüber auf die Dauer niemals standhaften können.

Müssen wir nun angesichts einer solchen Lage der Dinge verzagen und mutlos dem Schicksal sei­nen Lauf lassen? Nichts wäre verkehrter als dies. Nur der ist verloren, der sich selbst verloren gibt. Dem Mut zur Wahrheit muß der Mut zur Tat folgen. Bürgermeister Dr. M ü l l e c hat es abge­lehnt, ohne weiteres Summen, die durch eine Ver- abfolgung der Kartoffeln unter dem Selbstkosten­preis entstehen, auf die Stadt zu übernehmen. Er hat damit zum Ausdruck gebracht, daß mit dem bisherigen Verfahren der Abwälzung auf den Stadtsäckel endlich einmal Schluß gemacht werden muß, Schluß gemacht werden muß, wenn die Ge­meinde aus ihrer schwersten Bedrängnis heraus- kommen und einigermaßen erträgliche Zustände geschaffen werden sollen. Gemeinde und Reich müssen den Mut finden, den Weg zu beschreiien, der zu unserer Gesundung führen kann, den der eisernen Sparsamkeit-Unser Aufwand im öffentlichen und privaten Leben steht", so schreibt der Vorsitzende des Reichswirtschaftsrates in dem oben zitierten Artikel weiter,im schreien-

uns dem Vorivurf ünsevSr Gegner aus, wir woll­ten uns absichtlich in die Unmöglichkeit versetzen, unsere Schulden zu bezahlen." Ganz abgesehen davon, nicht bloß im Hinblick aus diesen etwaigen Vorwurf, schon um unser selbst willen, müssen wir der Lotterwirtschaft oben und intomt ein Ende machen. Das Volk Sann und wird nicht sparen, solange die Regierung und bie Gemeinden nicht mit gutem Beispiel vorangehen. Und retten kann uns Verarmte nur Sparsamkeit auf allen Gebie­ten. Deshalb Schluß mit der inS ungemessene stei­genden Aemterbesetzung, mit diesem von uns kürz­lich an dieser Stelle behandelten Massenandrang hungriger Parteifunktionäre zur Siaatskrippel Kein noch so kunstvoll ausgeklügeltes Finanzkunst- siück in der-Gemeinde ober im Reiche kann uns vor dem Bankerott retten, wenn wir in der i'is-

Hörigen Weise fortwursteln, und Ausgaben und nochmals Ausgaben machen, ohne uns um die Deckung zu kümmern. Das ist Bankerottwirtschaft im schlimmsten Sinne des Wortes und damit muß endlich Schluß gemacht werden. Wir^en uns so einrichten wie es einem völlig verarmten Volk ziemt. Regierung, Gemeinde und jeder Volksge­nosse muß zur Sparsamkeit zurückkehren. Dies ist das alte Rezept der einzige Weg, der uns herauS-

Oberschlesien.

Ms Parteren an Jeronö.

WR BreSlau, 17. Septbc. Die Abendblätter melden: Die deutschen Parteien und die Gewerk­schaften in Oberschlesien haben angesichts der Tat­sache. daß alle bisherigen Maßnahmen zur Wie­derherstellung von Ruhe und Sicherheit ergebnis­los geblieben sind, und daß polnischerseits die Ab­sicht erwiesen ist, sich nicht an das deutsch-polnische VerständigungSabkommen zu halten, nochmals den Weg der Eingabe an die interalliierte Kommission beschriften und unter Führung des deutschen PlebiSzitkommissariats eine Eingabe an den General Lerond gerichtet, die heute in Oppeln persönlich vertreten werden soll.

In der Eingabe heißt es: Hinsichtlich deS AusstandeS, der am 10. August ausgebrochen ist, haben wir folgende Forderungen:

1. Sofortige Beendigung des Aufstandes und Wiedereinführnng von Ruhe und Sicherheit. Der Ausstand ist bis in die jüngsten Tage hinein im­mer wieder neu aufgrflackert. So hat er am 10. September in Schopinitz-Reedftn ein gefährliches Aufleben erfahren (Glockengeläute und Waffcn- alarm der Polen. Proklamierung von sechs Die staatliche Autorität vernichtenden Forderungen, schwere Mißhandlungen und Beseitigung des Poli^iwachtmeisters WÜttrin. Verjagung zahl­reicher Deutscher). Gleichzeitig hat in den Kre>.- fen Kattowitz, Pleß und Rybnik eine Deutschen- ^^ ^Die gesetzlichen Behörden und ihre Träger sind" überall, wo sie verjagt worden sind, wieder

einzuführen, namentlich in den Kreisen Kattowitz, Pleß, Rybnik und Tarnowitz sind noch heute viele Gcineir.de- und Amtsvorsteher vertrieben. Die öffentliche Gewalt liegt in den Händen von Bandenführern, die sich die Amtsgewalt anmaßen und die ruhige Bevölkerung drangsalieren. »Der mühsam gewordenen deutsch-polnischen Verstän­digung zuwider und im Widerspruch zu dem Ge­setz setzt jetzt ein Oppositionssturm gegen die blaue und gegen die Abstimmungspolizei ein, gegen den wir uns hierdurch in der schärfsten Form verwahren.

3- Keiner, der mit der Waffe in der Hand oder durch Verteilung von aufrührerischen Weisungen an diesem Aufstand teilgenommen hat, darf Ange­höriger der Hilfspolizei sein oder sonst öffentliche Aemter bekleiden. Das Gleiche gilt für die Teil­nehmer am Augusiaufstand von 1919,

4. Die Entwaffnung, deren Ergebnisse bis heute trostlos sind, ist scharf durchzuführen. Um die unentbehrliche Unterstützung der Oeffentlich- keit hierfür zu gewinnen und für alle Orte, die in den Aufstand hineingezogen worden sind, ist das Ergebnis der Entwaffnungsbemühungen von Zeit zu Zeit bekannt zu geben.

5. Die Entwaffnung würde eine Farce blei­ben, wenn die Grenze nicht auf das Schärfste gegen den Waffenschmuggel abgesperrt wird. Die blutigen Erfahrungen der letzten Wochen berech­tigen uns zur entschiedenen Betonung dieser For­derungen. Wir benutzen diese Stelle, um darauf hinzuweisen, daß seit Sonntag abend große Trup- Penansammlungen in Sosnowice beobachtet wer­den, die die deutsche Grenzbevölkerung schwer be­unruhigen.

6. Gerechte Sühne der während des Aufstan­des begangenen strafbaren Handlungen.

Am Schlüsse der Eingabe heißt es: Die große Aufgabe der Zukunft heißt Abstimmung. Wenn

ment von Ordnung

!e

Voraussetzungen erst recht für eine Abstimmungs­handlung, die nach ihrer Natur die Gemüter be­sonders erregen wird. Wir wiederholen daher nochmals die oben ausgestellten Forderungen und verlangen, daß alle der hohen interalliierten Kom­mission zu Gebote stehenden Mittel dafür einge­setzt werden, die Ruhe und Ordnung künftig zu sichern- Hierzu gehört die AusweisungSbekugnis nach § 3 Absatz 6 der Anlage zu Artikel 88 des Friedensvertrags. Wir halten es für unabweis- lich, daß in einem so tumultuarischen Land, wie es Oberschlesien geworden ist. die Abstimmunos- volizei stark dasteht. Als Zahl schwebt uns das Eistein halbwach« bis 'Zweifache der früheren Sn^^rheitspoli-ei vor. Wir bitten um baldige Bildung und Einberufuna eines paritätischen Beirats. Wir stob der Meinung, daß dem pari­tätischen Beirat das AbstimmungSreglement vor seiner Veröffentlichung voraelegt und das Urteil oberschlesischer Männer gehört werden muß, über die vielen Zweckmäßigkeitsfragen, die sich mit der großen unantastbaren Forderung der Abstimmung über ine politische Zugehörigkeit Oberschlesien? verknüpfen.

Ske!!rmgrmk»ms Ssr Vreutzen- Versammlung.

Die Preußiscke LandeSversamwlnng beschäftigte sich in ihrer gestrigen Gitzima mit bem gemeinsamen AiNrage aller Parteien mit Ausnahme der 11. S. P.. die friedl-che Beru^Stästgleit der deutschen Staatsbürger in der Provinz Oberschsrüen vor politischen Veber- griffe« und Gewalttätigkeiten zn schützen unb dafür zu sorgen, bah die Volksabstimmung in Ober schienen ge- mäß den Bcstlmmnnaen des FriedenSvertrages von Versailles unbeeinflußt von -egtiebem Terror richtig vor sich gebe und vor allem Dcuftchland und Vrrußen davor bewahrt bleiben, daß du für untere Wirtschaft und unser Staatslcben unentbehrliche Provinz Obcr- schlesien uns ohne Abstimmung von den Polen ge­waltsam entrissen wird.

Ueber den Verlauf der Beratung liegt folgender Bericht vor:

Abg. Dr. N orsch (Zentrum): Es ist nicht zweck­mäßig, jetzt ausführlich über die sberchlestschen Dinge zu sprechen. Ich bitte sie, den Antrag anznnebnien. Abg. K o n r a i (Dtschnat.l : Ick bm entgegengesetzt der Ansicht, wir müssen eingehend über die unhalt­baren Zustände in Obcftcklesicn tomben. Statt die interalliierte Kommission unparteiisch für-Ruhe und Ordnung sorgte, ist zu Gunsten der Polen in einer Weise gegen die Deutschen vorgegangen worden, die unerträglich ist. Wiederholt ist die Anregung er­gangen,' bie trauMische Semtmng durch Engländer oder Italiener zu ersetzen. Leider konnte das noch nicht erreicht werden. Papierne Proteste nisten nichts. W r müssen auch in diesem Hause das Volk auf» muntern. Mordgesindel stellt durch das Land. Recu- isirc? polnisches Militär war bei d n Putschen be- toiligt. Dank gebOrt den Männern unb Frauen in Oberictsicsien, die sich für unser Deutschtum emge'etzt oben bis zum Letzten, selbst unter Enncv»ng rbres vcbeuS. Die jranzosncke Besatzung treibt nachgr- wicscnermaßcn frivole Verleumdung. Es ist höchste Zeit, daß die alliierten Llächte eingreifen und dir

französische Besatzung durch andere ersetzen. Werden die Dinge nicht endlich ander?, so mag die Regierung Rückgrat zeigen und zu schärfsten Repressalien greifen. W>r Patten den besten Willen, den Friedenvertrag zu er< füllen, es muß uns das aber auch möglich gemacht werden. Vizepräsident Dr. V. KriS gibt ein Tele­gramm von 500 beimattreuen Oberschlesiern tn saga« bekannt, daS bie Regierung aufforbeet, dem üerbreme* rillen Vorgeben der Franzosen und Polen in Ober» fliesten ein Zwl zu setzen, die baldige Abstimmung berbeizufübren unb den Oberschlesiern auch das Ab- stimmunaSrecht zu gewährleisten. Abg. © tf) o 11 ® (Soz.): Dem Apvell an die Regienmg, zu Repressalie« zu greifen, können wir nicht zustimmen. Wir wumchen, daß alle diele Unstimmigkeiten in Rübe und Ordnung erledigt werden. Die deutschen Agitatoren habe« minbeftenS das gleiche Recht, sich in ihrer oberschlemchen Heimat zu bewegen wie Herr Korfanty und seine Freunde. Nationalistische Kundgebungen muffen aber unterbleiben. Am Abstimmungrtage müssen alle betmat« treuen Oberschlelier auf dem Posten sein, um Ober» schlesien Deutschland zu erhalten.

Ministerpräsident Braune

Auch die btaotSregierung hat mit Entsetzen und Fcbmer, Kenntnis genommen von den furchtbaren Ereignissen, die sich in Oberschlesien abspielen. Mit inniaer Anteilnahme und steigender Empörung verfolgt sie den heroischen Kampf, den bie überwiegend deutsch gesinnte Bevölkerung gegen die Heimtücke und Eckand- stchkciten polnischer Söldlinge, gegen die SBriitstlitaten einer durch verlogene polnische Hetze bis zur cgi-dehitze nationalistischen Hasses ausgestachelten Mörderbande rührt. Die Staatsregierung war dauernd bemüht, durch Erschöpfung aller ihr leider nur in beschranktem Umfang zu Gebote stehenden Mittel das Schukial der OberWeficr zu mildern. Das wird auch in Zu­kunft geschehen. Die Vorkommnisse in Ober mieten teigen mit grausamer Deutlichkeit, daß da? Seriailler Gewaltdiktat des Siegers nicht ein Dokument des Friedens und der Dölkerversöbnung, sondern vielmehr ter Völkerzerfleischung ist. Die Idee des ^e.to« bestimmungsrechts der Völker wird hier zur blirugen Farce berabgewürdigt. Nachdem das überwiegende Be­kenntnis zum Deutschtum in Ost- und Westvreutzen a'ier Welt offenbart bat, wie schändlich bie Sitratoreo nM ^^,.1^ nnu pouuieuLp Scsie irreaciLl-rt wurden, verkumen die Poltzn in Oberfchkesien sich durch GLwaU- anmenbung einer erneuten Blamage zu entziehen, ~< neuerdings bekannt gewordenen Dokumenke b-wn^n, daß die Polen ihren Aufstand von langer Hand vor­bereitet haben, um sich mit brutaler Gewalt in den Besitz des Landes zu setzcn, daß sie durch bie Ab­stimmung nicht m-br glauben erhalten zu könucn. Weitere Aufstände droben. Große oberKftlcfüclje Ge- biete stehen noch unter polnischem Terror. Tief traurig, ja geradezu empörend ist es, daß die inter­alliierte Kommission, welche die oberschlesische Bevol- kerung wehrlos gemacht hat, um die Frei best der Ab­stimmung zu sichern, iiunmehr nicht imstande ober wre man nach dem Verhalten der Franzosen annegmen muß, garnidit willens ist, das wehrlos gemachte Voll gegen polnische Brutalitäten zu schützen. Tut den Reckten, bie die Alliierten sich gegeben haben, haben n« auch Pflichten übernommen, vor allem bi\ Psucht, Rübe und Ordnung aufrecht zu ernaften und die deutsch gesinnte Bevölkerung gegen den poluilchcu Terror zu schützen. Ich rufe hier vor aller WKt Lie interalliierte Kommission zur Pflicht auf. (Lebhafter Beifall.I Genicinsani mit der NeichSregierung wird bis etaat?regierung nach wie vor bemüht sein, auf ge­ordnete, eine freie ungehinderte Abstimmung in Ober, lcklesien sichernde Verhältnisse hinuiwirken- Der schwer geprüften oberschlesischen Bevölkerung ge. bührt Dank und Anerkennung für ihre hm« gebende Standhastigkeit, mit der sie die Fahne des Deutschtums gegen d^e anstürmenbe polnische Flut bochhält. Können wir ihr auch nicht so bei stehen wie wir wünschen, mit dem Herzen sind tpir bei ihr und fühlen mit ihr da? mrchtbgre ^lariyrtum, das , über sie gekommen ist. Möge sie ausbalten in diesem auf opkernden Kampf, damit,auch die Abstimmung in M-nem alten deutschen Land sich zu einem Triumph des Deutschtum? gestaltet. (Lebh. Beifall.)

Abg. Grund (Dem.): Mit steigender -sorge, mit tiefer Erbitterung sehen wir, wie die Oberschlesier schutzlos Gewalt und Mord auSgesetzt sind. Wir wollen dar Weltgewissen anrufen. Schon ;etzt wird versucht, das Ergebnis der bevorstehenden Abstimmung zu fälschen, indem man die Deutichgesinnten drang­saliert und vertreibt. Der aufge'undene Feldzug?, glatt der Polen nibt hierüber genaue Ausschlüsse. Wir verlangen Sckutz vor Gewalt und Gewährleisti-ug einer gereckten Volksabstimmung. Abg. Ziegler (U 8.): Auch wir hasten die Zustände in Ober« schlesien sür unhaltbar, führen sie aber auf die natio« nalist,scheu Treibereien auf beiden Seiten zurück. Die' Polen sind nur gelehrige Schüler der deutschen $c!a« tiften g wesen. Die Worre der Ministerpräsidentcu hätten als Drobung gegen die Entente auch von Wilhelm II. nicht besser gesprochen werden können. Den ersten Teil d « Antraze? lehne seine Partei ab, weil die Uebergriffe von den Deutschen veranlaßt seien. (Großer Lärm bei den bürgerlichen Parteien. §:« verlassen sämtl'ch bis auf je einen Abgeordneten den Saai). Wir wollen Ruhe in Oberschlesien; es soll nicht zum Tummelplatz nationalistischer Kämpfe werben.

Abg- Pisckke (D. Vpt): Die grob«» polnuche» Maßnahmen in Obericklesikn sind baraur zur ickzu- führen, daß die Polen sich ihres Erfolges keineswegs sicher sind. Polen ist ein Land ohne Gesty uns Richter. Oberschlesien steht.aber noch unter deutschem Gerichtswesen, das paßt den Polen nicht.

Damil schließt bie Aussprache. Der Antrag wich angenommen. , _ ., ..

(WeisM politisch« Nachrrchtw Serie 4.),