General-Anzeiger
AmMches Orgsa für Slabk- und Landkreis Sans« Erschein! täglich mit Ausnahme ber-Sonn» und Feiertags
Einrückungsg ebü 6 r: Die8gefp,Kotonelzeileod. deren Raum 1.— Mk„ die 4gew. Zeile i. Reklameteil 3.— Mk.. 25°<vTeuerungszuschl. Offertgebühr 30 Pfg. Bezuasvreis: Vierteljährlich 12.90 Mk„ monatl. 4.30 Mk., für Postbezug viertelfährl. 12.90 Mark, monatl. 4.80 Mk. Die Nummer 20 Pfg. PoKjcheck-Konto Nr. 26659, Frankfurt a. M.
3 Verlagsleitung: Ad. Indermüble.
g Verantwortlich: für politischen und allgemeinen § TeilRich. Hu ltich'für lokalen und provinziellen z -teil sowie Sport W. Moritz: für Anzeigen und u Reklamen A. Brodt. alle in Hanau a. M.
VRotationsdruckd.Waisenbausbuchdruckerei Hanas Fernivrechanschlüsse Nr. 1237 und 1238
«■■■■■■■■■■■■■■■■■■■MhaMMMWMMKMUHiMBBiMaBUMMMwiMiawiiMMBMgMaiuMMaciH^^
Sr. 214 Samstag den 11. September 1920
MWWM»««>W»I»»MMIW^IM«»I»!III»IIMII<III^za»I!Ui«I«MWLMLU!Wr
Das Neueste.
In der gestrigen Stadtverordnetenversammlung störte der neue Bürgermeister Dr. Müller eingeführt. Der Oberbürgermeister, der Stadtschnkrat un» der Stadttaurat sind der Aufforderung zum Rückttritt vom Suite nachgekommen.
Die Unsicherheit in Oberschlesien nimmt immer nn- erstäglichere Formen an. Neue Greueltaten der Polen werben gemeldet.
Da» deutsche Plebiszitkommiffariat in Kattowitz forderte für Oberschlesien die sofortige Inkraftsetzung der TumultschadengesetzeS vom 12. Mai 1920.
Der volkswirtschaftliche Ausschuß des Reichstages behandelte gestern die Ernährungsfrage.
Die Verhandlungen über das Wirtschaftsabkommen zwischen Danzig und Polen sind gestern zum Abschluß gelaugt.
Frankreich ist dagegen, daß die beiden Konferenzen Senf und Brüffel gleichzeitig stattfinden.
In der italienischen Arbeiterbewegung ist noch keine Entspannung eingetreten.
Oberschlesien.
Neue Greuel -er Pole«.
WB. Breslau, 10. Sept. Die Unsicherheit in Oberschlesien nimmt immer unerträglichere Formen an. Im Streife Rybnik ist die polnische Verhetzung soweit gediehen, daß selbst deutsche Kinder auf den Straßen mit Steinwürfen und Schlägen verfolgt werden. Selbst die Frauen werden gehindert, am Brunnen Wasser zu holen. M deutsche Bevölkerung sucht, soweit als mög- W', M Gegend zu verlassen. Für oa»-DMtzW> zwischen den Franzosen und den Polen ist folgender Vorgang bezeichnend, den das Zentrumsorgan „Solls stimme* in Rybnik meldete: Zwei Korporale und drei Mann in französischer Uniform verlangten von der Schwägerin eines Gastwirtes, daß sie polnisch spreche und ihnen ftanzö- stsche Bierspielkarten auSliefere. Dem ersteren Verlangen kam die Frau nach, französische Karten hatte sie nicht. Daraus drangen die Soldaten mit Messern auf sie ein. Auf der Flucht kam ihr Schwager, Gastwirt Cgorek, ihr entgegen. Ec erhielt von den Franzosen zwei Ohrfeigen, die er hinnahm, um nicht zu reizen. Ohne Ursache versetzte ihm darauf ein Franzose einen Messerstich in die Hand. Ein zweiter warf ein Glas gegen den Bufettschrank. Darauf setzte ein allge- meinerAngriff gegendenGastwirt ein. Er wurde mit Messern und Bajonetten schwermißhandelt, wobei ein Franzose äußerte: Meine Brüder sind im Kampfe hegen die Deutschen gefallen, dafür müssen alle Deutschen sterben. Der Mißhandelte wurde dann ausdemFensteraufdenHofgewor- se n, wo er schwerverletzt liegen blieb. Die An- §eifer versuchten eine vergebliche Jagd auf die Schwägerin, die über die Felder flüchtete. Nachher suchten sie den verwundeten Egorek, offenbar um ihm den Todesstoß zu versetzen. Er war tedoch inzwischen in Sicherheit gebracht worden. Im Kreise P l o ß wurde am gleichen Mittwoch End ein Pfarrer von bewaffneten Polen im Pfarrhause mißhandelt, und seiner Wertgegenstände, darunter Silbergeschirr und ein größerer Geldbetrag, beraubt. In >s a u c a h ü t t e nahm die polnische Bürgerwehr einen Beamten der blauen Polizei gefangen, der
Polenführer wegen Urkundenfälschung vec- Mtete und nach Kattowitz brächte. Sie erzwäng Eurch bon der Polizeidirektion Kattowitz- die Freilassung des polnischen Verbrechers. Sogar im Landkreise Oppeln greift das polnische Bandenwesen derart um sich, daß die deutsche Be- oollerung ständig Angst um Leben und Besitz hat ^nd in den größeren Orten fteiwillige Sicher- hoitsftuvpen bildete, die nachts die Dörfer ab- Wrouiffieren. Auf Schutz durch die interalliierte Kommission rechnet niemand mehr.
Ernste VvrstetturrKen -er -eulschen Legierung,
^-.Berlin, 10. Septbr. Die RtickSregierung roov bei der Friedenskonferenz in Paris, dem Heiligen und den Kabinetten in London, Paris und °m unter emaefenber Darstellung der gefährdeten ur Oberschlesien erneut ernste Vorstellungen, um ,Jw^tfeiiec Maßnabmen zur Wiedcrberstellnng ver- erysirken^^ gesetzmäßiger Zustände in Oberschlesien zu t^v'A Beuttte», 11. Septbr. Am 7. September her6 t" Prz'elaika durch eine Gerichtskommission,
. 0ier Soldaten zum Schutz« beigegeben wa cn, die •ow o^H der neuen Ovftr der Aufruhrs statt s' ,Eichen hatten Herzsebüsse, bei vier Leichen »mb? ütfJrw- der Lungen durch Schizßverletzungen fest- “^^ ^ ««« «ahaeaficick war die Baltchwaud
zerstochen und die Leber durch einen Bajonettstich verletzt. Die weitere amtliche Untersuchung ist noch im Gange.
WB. Weuths», 11. Sept. Das deutsche Plebiszit- kommissariat in Kattowitz richtete an die Alliiertenkommission in Oppeln eine Eingabe, in der es um sofortige Inkraftsetzung des TumultschadengcsetzeS vom 12, Mai 1920 für Oberschlesien ersucht.
Die LebensmittelverforgUttg Oherfchkesisns.
WB. Beuthen, 10. Sept. In BreSlau fand eine Besprechung der oberschlesischen Lebensmittelversorgung statt, an der die Gewerkschaften aller Richtungen teil- nahmen. Von den Regierungkvertretern wurde wiederholt erklärt, daß alles zur Verbesserung der Lebensmittelversorgung der oberschlesischen Jndustriebezirkc getan werden solle. Zugleich wurden mehrere Mitteilungen über die für Oberschlesien sichergestellten Lebensmittel gemacht. U. a. sollen 100 000 Kisten kondensierte Milch geliefert werden.
Polen—Rutzlarrb.
Lagebericht
WB. Warschau, 10. Septbr. (Polnischer Heeres- berickt vom 9. Septbr.) An der litauischen Front ist die Lage unverändert. Es kam nur zu vereinzelten Zusammenstößen zwischen unserer Kavallerie und litauischen Jnfantericabteilungen. Die Einwohner der Liba, die erneut befreit worden sind, bestätigten durch zahlreiche Unterschriften, daß die Litauer durch Bolschewisten unterstützt werden. Südlich G r o d n o nahmen unsere Truppen Grynka. Westlich Z o r o w griff der Feind wieder unsere Stellung an, wurde aber zurückgeivorfen.
Wilttarische Vorbereilungen.
WB. Paris, 10. Sept. Dem „Daily Telegraph" wird aus Kopenhagen gemeldet: Den bolschewistischen Zeitungen zufolge wird die Mobilisation und Organi- sation der roten Freiwilligen fieberhaft betrieben. Die neu geschaffenen Einheiten sotten für die
Der Anfftan- in -er Akraine.
WB. Paris, 10. Sept. Havas meldet über den Aufstand in der Ukraine, daß die Aufständischen Je- katerinoslaw und Nikolajew genommen haben. Alle Verbindungen der Bolschewisten mit Odessa sollen abgeschnitten sein. Petljura habe eingewilligt, unter folgenden drei Bedingungen mit Wrangel zusammen gegen die Bolschewisten Vorzugehen: 1. Anerkennung der Unabhängigkeit der Ukraine; 2. Bildung einer einheitlichen ukrainischen Armee, welche alle ukrainischen Kontingente in der Wrangelschen Armee aufnimmt, unter ukrainischem Kommando steht und nur in der Ukraine operiert; 3. Wiederherstellung der ukrainischen Verwaltung in allen von den Bolschewisten zurück- eroberten Gebieten.
Eine Konferenz -er Letten n. Polen
WB. Paris, 10 September. Havas meldet aus Warschau: Die lettische Regierung hat der polnischen Regierung die Einberufung einer Konferenz vorge- schtagen zur Erledigung der zwischen den beiden Staaten schwebenden Streitigkeiten. Als Konferenzort beantragten sie die Stadt Kalwarja, anstelle von Mariam- pol, das früher in diesem Zusammenhänge genannt war.
Wirtschaftsabkommen Danzig—Polen
D. Danzig, 10. Sept. Die Verhandlungen über das WirtschaftSabkoamken zwischen Danzig und Polen sind heute zum Abschluß gelangt. Die Polen haben dabei die Bedingung gestellt, daß der Vorschuß des Freistaates an Hülsensrüchten zunächst Polen zur Einfuhr anzubieten sei. Aus diesem Grunde wird Danzig die HülsenfrüchteauSfuhr vorläufig nicht freigeben.
MMsrKrrö Aber den Wolschemismus.
WB. Straßburg, 10. Sept. (Havas.) Bei dem Festessen, das gestern in Straßburg zu Ehren Millerands gegeben wurde, hielt dieser eine Rede, worin er u. a. sagte: „Elsaß, das Land der Freiheit und Unabhängigkeit, aber auch der Ordnung,. hat gewiß verstanden, daß es ein Wahnsinn ist, die Einrichtung der Diktatur eines Teiles des Volkes zu gestatten, und daß es nicht nur Wahnsinn, sondern eine direkte Bedrohung ist, menn man erlaubt, daß ein Unternehmen, das gleichzeitig die Diktatur der Anarchie bedeute, unbehindert über ganz Eurova die Keime der Anarchie ausstreut. Es wäre Wahnsinn zu erlauben, daß sich in jeder Hauptstadt eine Botschaft auftut, die beauftragt ist, die Keime der Auflösung zu verbreiten. Frankreich hat Rein gesagt, weil es eine Demokratie, weil es eine Republik ist, und weil es keine andere Herrschaft kennt als die des Gesetzes, das durch den Willen des Volkes entstanden ist."
Amerikas
Ipu. Washington, 10. Scpt. Blatter, die Beziehungen zum Weißen Hause unterhalten, leg n Wilson die Absicht nahe, den Kongreß einzuk^rucn, um eine gerechte Beteiligung Amerikas an der Bc- kämpsung der ruMchen Sowj^trcgicnmg dmK'iisctzcn, wenn Frankreich sich gezwungen sehe, einige Schritte m vieler aüdiiuM iu uutemetmieu. Da aber während
der jetzigen Wahlchampagne ein Beschluß des Senats sehr zweifelhaft sei, so werde Wilson unter Umständen geneigt sein, die amerikanischen Truppen im Rhein- gebiet Frankreich für alle Fälle zur Verfügung zu stellen. Der Augenblick zum Handeln werde eintreten, wenn seitens Deutschlands irgend etwas geschehe, was auf ein Zusammengehen mit Sowjetrußland schließen würde. Unabhängig von den übrigen Verbündeten will Wilson sich dann an die Seite Frankreichs stellen und dessen Ratschläge befolgen. — Die Meldung dieser Wilson freundlichen' Blätter ist mit aller Reserve mt>= zunebmen, da ein solches Handeln WilsonS in Amerika die Wahlen sehr zu seinen Ungunsten beeinflussen könnte. Es ist aber wieder ein Bcweis dafür, wie wenig Wilson aus den Vorkommnissen nach dem Ver- sailler Vertrag gelernt hat.
Beschlüsse der Bolschafterkonserenz.
WB. Paris, 10. Sept. Die Botschafterkonferenz, die, wie Havas meldet, unter dem Vorsitz v»n JuleS Cambon zusammengetreten ist, hat beschlossen, an Deutschland eine Note zu richten, in der gegen die Anhäufung von Schiffen int Kieler Kanal, die nach Danzig fahren, protestiert wird. Weiter hat die Botschafterkonferenz eine deutsche Note beraten, in der gegen die Entscheidung der Alliierten über die Volksabstimmung in Marienwerder Protest eingelegt wird. Schließlich hat sich die Konferenz mit den Mitteln beschäftigt, die nötig sind, um die Anwendung des § 6 248 des Friedensvertrages sicher zu stellen (betr. zollfreie Ausfuhr luxemburgischer Erzeugnisse nach Deutschland.)
Die Genfer Konferenz.
WB. Paris, 10. Sept. Wie aus dem Leitartikel des „Setups" hervorgeht, hat die französische Regierung gestern dem englischen Botschafter in Paris ihre Antwort «uf die Frage übermittelt: ob der 24. Sept. der französischen Regierung als Datum der Konferenz zusagen würde. Frankreich, das nach Genf und Brüssel dieselben Persönlichkeiten zu schicken gezwungen ist, ist aus praktischen Gründen dagegen, daß die beiden Konferenzen gleichzeitig stattfinden. Außerdem nimmt die arundiätzftch dieselbe Haltung wie die belgisch« Regierung ein, nämlich, die Angebote Deutschland! der ReparationSkommiiswn zur Prüfung zu unterbreiten. Die französische Regierung hofft, daß auch die englische Regierung sich der Ansicht anschließen wird, der ReparationSkommission die Erledigung der Aufgabe, die ihr der Vertrag anvertraut hat, zu über- lasseu.
DiG MSerkTrbsrNegung in Italien
Revolutionäre Bewegung in der Armee.
Jpu. Rom, 9. Sept. Die neue radikale Bewegung unter der italienischen Arbeiterschaft wird in politischen Kreisen, die mit den Zuständen vertraut sind, auf die veränderte Haltung der Regierung gegenüber Rußland zurückgeführt. Die Besprechungen, welche Giolitti mit Lloyd George gehabt hat, soll nach Auffassung dieser Kreise den italienischen Ministerpräsidenten unbestimmt haben und ihn denselben Weg habe beschreiten lassen wie England. Zwischen Italien und England soll sich eine Annäherung in der russisch- polnischen Politik vollziehen dergestalt, daß Italien nichts unternimmt, was England nicht gutheißt. Die italienischen Sozialisten fürchten daher, daß auch von Italien Arbeiter zur Unterstützung an Wrangel ober Polen in der einen ober anderen Form gestellt werden müssen, weil England dies wünscht. In den sozialistischen Versammlungen ist während der letzten Wochen stets darauf hingewiesen worden, daß die Arbeiterschaft jetzt handelnd auftreten müsse, ehe es zu spät fei. Es kann aber auch'weiter festgestellt werden, daß der russische Einfluß unter den italienischen Arbeitern nie so stark gewesen ist, wie jetzt, was darauf zurückgeführt wird, daß die russische Propaganda in Italien keinerlei Beschränkung findet. Die Gefahr ist deshalb so groß, weil die Arbeitersifiaft über große Mengen, Waffen, zahlreiche Maschinengewehre und Munition verfügt, die in den Industriegebieten überall aufhewahrt werden. Unter den italienischen Soldaten hat b;e Propaganda bereits derart gewirkt, daß die Regierung von einer großen Reihe Regimenter keinen Gebrauch machen kann zur Bekämpsung der Revolutionäre. Inwieweit die Bewegung in der Armee festen Fuß gefaßt hat, kann die Regierung nicht einmal beurteilen. Von Offizieren wird aber offen angegeben, daß sie es nicht wagen werden, die Truppen gegen dir Arbeiterschaft anzufübren. Man darf deshalb die nächsten Tage nur äußerst pessimistisch beurteilen.
Bessrgnis in Par^s.
Ipn. Paris, 10. Sept. In Paris ist sie "ff-nt liebe Meimma wegen der kommnniüftllen Unruhen in Italien sehr besorgt unb man glaubt, daß die Regierung sobald nicht in der Lage sein wird, die Rüde wieder berzustellen. In den von den Kommunisten besetzten Fabriken sind große Mengen Waffen vorhanden, so daß ein förmlicher Krieg notwendig ist, um die Kom- mnuiften zu entwaffnen, wenn Gewalt gebraucht wird, wozu aber der Regier mg zuverlässige Truppen fehlen Die meisten Hommuniucn tragen sogar Uniformen mit Soviet-AbLeichk» der üaliemjche» Republik unb nehmen
eine militärssche Disziplin an gegen ihre Führer. Die „HumanitS* schreibt dagegen, man solle die Lage nicht überschätzen, da ein durchgreifender Erfolg für dir Kommunisten ausgeschlossen sei. Italien mache^ ähnlich wie Frankreich eine Krise durch, wonach sich bie radikale Arbeiterschaft mit den gemäßigten Sozialisten in den Haaren liege und schließlich die Macht beider Parteien von der bürgerlichen Mehrheit doch überwunden weroe. Bei einer industriellen Revolution hänge viel von der Haltung der Industriellen und Direktoren ab, wie diese sich mit den Arbeitern^ver- ständigen. Falls dazu ein Wille vorhanden fei, könne alles wieder in Ordnung kommen.
Ein Generalstab der Arbell.
WB. Ainfterdam, 10. Sept. Das „Allgemein Handelsblad" meldet «uS London, daß auf dem Gc» »erkschaftSkon-reß von Portrmouth eine Entschließung, worin die Schaffung eixeS GeneralstabeS der Arbeit zwecks Förderung der Zusammenarbeit der Gewerkschaften gefordert wurde, trotz des Einspruches bot Clynes, der erklärte, daß der vorgeschlagene Entwurs auch nicht einen Schritt vorwärts in der gewünscht«« Rücksicht bedeute, mit 4 885 000 gegen 1767 000 Stimmen gutgeheißen wurde.
Einer Meldung des „Telegraaft infolge wird der Generalstab, dessen Errichtung vom Potkmouther Ge- wcrkscha'tslongreß beschlossen wurde, vermutlich auf der Grundlage gewählt, daß die Bergarbeiter, Elseu- bahnarbeiter und Transportarbeiter durch je zwei, bie übrigen Arbeiter zusammen durch vier Mitglied« vertreten sind.
AeichstagSWahlsn in SchWeöe«.
WB. Stockholm, 10. Sept. Bisher liegen von den ReichstagSwahleu die Ergebnisse von 29 Mandaten von 230 vor. Die Rechte hat 10 Mandate erhalten (2 gewonnen und 2 verloren», die Freisinnigen 5 Mandate (1 gewonnen, 2 verloren), die Sozialdemo- kraten 11 Mandate (1 verloren), die Bauernorgam- fationen 3 Mandate (2 gewonnen.)
Die S«kV2tt«ung Deu!sch!anÄs
WB. London, 10. Sept. Die „Daily Mail* melvet, daß die g^wj MMWLM^L sich gehe. Unter der Au'stcht der Alliiert-« feien bereits mehr als 27 000 Geschütze unbrauchbar gemacht worden. Jede Woche wurden 1000 Geschütze vernichtet, sodaß 5700 Geschütze, die laut Friedcnsvertrag noch unbrauchbar gemacht Werben müßten, in etwa sechs Wochen zerstört sein werden.
Die hoAünö. ÄsriKgsüefSrungen.
Im Haag war dieser Tage eine Versammlung von Vertretern der Seefischerei, die sich mit den Lieferungen von Heringen nach Deutschland beschäftigte. Die deutsche Grenze ist gegenwärtig für niederländischen Hering geschlossen. Der Vorsitzende berichtete darüber:
Deutschland hatte für anderthalb Millionen Gulden Heringe vom 1919er Fang gekauft; die Zahlung sollte aus den Bettägen erfolgen, die auf Grund des Kreditvertrags zur Verfügung der deutschen Regierung gestellt wurden. B-edinguag war dabei, daß der Vertrag vor dem 15. Juli zustande kommen sollte. Obschon diese Frist überschritten wurde, sagten die deutschen Behörden Einhaltung des Vertrags zu. Als er jedoch zur Erfüllung kommen sollte, wollten sie den Hering nicht mehr und machten auch keinen neuen Ver« trag schließen. Eine weitere Enttäuschung brachten die Unterhandlungen, welche die Leitung der niederländischen Reeder- und Heringfischerver- eins im August in Berlin zu führen hatte. Sie kam mit dem Versprechen heim, daß die Grenze am 1. Oktober und vielleicht noch früher geöffnet werden würde, woraus bis jetzt noch nichts geworden ist. Die niederländische Regierrmg steht der Sache nicht'machtlos gegenüber, da der Kreditvertrag noch nicht vollzogen ist.
Dir Versammlung erteilte dem Vorstands Vollmacht zum Handeln in dieser Angelegenheit, die von deutscher Seite der Klärung dringend bedarf. Mittlerweile mdbet das Amsterdamer Handels- blad von nichtamtlicher deutscher Seite, daß das deutsche Einfuhrverbot demnächst aufgehoben würde, indes lohnte man an zuständiger Stelle dafür keine Bestätigung erlangen.
Kern-eks- ü. Wrr!schsskskelegramMe.
Jpu. London, 9. Septbr. Nach der „Daily Mail" ist ein sehr schlechtes Honigjahr in England zu erwarten, da bie Bienen im Juli unter großem Futtermangel litten, so daß es schvaer halten wird, dir meisten Bienenvölker durch den Winter zu bringen. Die Imker sehen sich nach Honig aus Kanada um, wodurch die Preise dort '^ Jpu. London, 9. Septbr. Auf der Eisenbahn, strecke Easton-Birmingham sind die ersten Lokomotiven mit Oelfeuerung in Dienst gestellt worden. Weitere Ablieferungen sollen die Eirenbahngesellschaft in den Stand setzen, bis wm nächsten Jahre das ganze Eisenfahnnetz mit diesen Maschinen zu versehen.
Weitere Volittsche Nachricht« auf Seite SA