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FreNüg Den 10. Trptemver

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Lokales.

Hanau, 19. September.

Die Aufgaben öer ÄKndwrrrfchaft.

Der Präsident des deutschen Landwirtschafts- rates Staatsminister Freiherr von Schorlemer hielt auf der Tagung des Verbandes ländlicher Genossenschaften der Rheinlande in Koblenz eine Rede über die Aufgaben derLand- wirtschaft, worin er ausführte:

Die deutsche Landwirtschaft steht gegenwärtig in einem Wendepunkt. Ihr lebhaftes dringendes Verlangen nach Abbau der Zwangs- nirtschaft wurde endlich teilweise erfüllt. Die Zwangsbewirtschaftung der Kartoffeln ist aufgehoben. In kurzer Frist ist auch das Ende Der Fleischbewirtschaftung zu erwar­ten. Damit ist die Landwirtschaft vor eine v er^ rntwortungsvolle Aufgabe gestellt. Schon jetzt werden in Verbraucherkreisen lebhafte Zweifel laut, ob die von landwirtschaftlicher Seite mit dem Abbau der Zwangswirtschaft in Aussicht gestellte Besserung der Ernährungsver- Hältnisse in Wirklichkeit eintreten wird. Zweifel­los wird, wenn im Laufe des Winters in der Versorgung der Bevölkerung mit Kartoffeln und Fleisch sich Schwierigkeiten ergeben oder wenn die Preise für ihre Erzeugnisse sich steigern sollten, die Mißstimmung in den Verbraucherkreisen ebenso heftig gegen die Landwirte laut werden, wie es bisher gegenüber den mit der Zwangs­wirtschaft betrauten Behörden der Fall war. Ge­wiß hat die Landwirtschaft allen Anlaß, daß die Folgen der seit Jahren in der Ernährungswirt- schatf begangenen Fehler nicht mit einem Schlag beseitigt werden können. Noch für lange Zeit werden wir darunter zu leiden haben, daß unsere Erzeugung zurückgegangen ist und daß der Ver­kehr zwischen Erzeugern und Verbrauchern durch die Zwangswirtschaft aus seinen natürlichen ge­wohnten Bahnen verdrängt wird. Dafür kann die Landwirtschaft ebensowenig verantwortlich gemacht werden, wie für die leider wohl schon fest­stehende Tatsache, daß Die inländische diesjährige Ernte an Brotgetreide zur Ernährung unserer Bevölkerung nicht ausreichen und daß eine erheblicheZufuhr aus Dem Auslande unvermeidlich sein wird. Aber andererseits kann die Landwirtschaft sich der Verpflichtung nicht entziehen, soweit es in ihren Kräften steht, dafür Sorge zu tragen, daß die Volksernährung im kommenden zweifellos schweren Winter auf­rechterhalten und daß insbesondere den Bergar­beitern die ihnen zugesagte Erhöhung ihrer Le­bensmittelrationen gewährt werden kann. Dazu gehört in erster Linie die beschleunigte Ablieferung des Brotgetreides, fo- !veit dasselbe den Erzeugern nicht belassen wird. Ebenso wichtig und notwendig ist eine Verstän­digung unter den Landwirten darüber, daß sie die M ihrer eigenen Wirtschaft entbehrlichen Kac- c Verbrauchern M v^ Preisen, znr Verfügung stellen. Es ist leider in diesem Jähre nicht mehr möglich, durch alle Berufsver- einigungen der Landwirte den Verkauf der der Zwangswirtschaft entzogenen Erzeugnisse unter Mitwirkung des legitimen Handels einheitlich zu gestalten. Was aber erreichbar ist und erreicht »verden muß, ist meines Erachtens folgendes: In den einzelnen Kreisen und Gemeinden treten die Leiter der bäuerlichen Organisationen, der land­wirtschaftlichen Lokalabteilungen, Bauernvereine, des Bundes der Landwirte, der freien Bauern- m-.-' Genossenschaften usw. baldmöglichst zu einem Ausschuß zusammen, welcher den Ver- Zufsvreis für Kartoffeln festsetzt und dafür Sorge trägt, daß die festgesetzten Preise nicht übecschritten werden. Erfreulicherweise ist in einigen Bezirken des Rheinlandes ein solches Ab- kommen bereits zustande gekommen. Die bisher

Kärnten in seiner Schicksatsstunde

Reisebriefe von CurtBauer.

Unser Mitarbeiter sendet uns einen ersten Brief von einer Reise durch das Abstimmungs­gebiet in Körnten, dessen Schicksal sich am 10. Oktober entscheiden soll. Seine Schilderung der durch die jugoslawische Besetzung Berber« gerufenen Not deutscher Volksbrüder wird all­gemeine Teilnahme bei uns wecken.

Die Schriftleitung.

Die Lage.

Klagenfurt, 4. Sept.

Man weiß in Deutschland nichts von uns, kennt weder unser Volk noch seine Hoffnungen und Wünsche!" Das ivaren beinahe die ersten Worte, die uns bei der Ankunft in Klagenfurt mit leisem Vorwurf entgegenhallten- Körnten war für uns ein Stückchen Alpen land ohne eigene Grenzen, ohne besondere Seele. Der deutsche Tourift genoß seine herrlichen Berge und Seen wie man jede Naturgabe hinnimmt. Er dachte nicht daran, daß hier eine eigene Volksseele, eine eigene Kultur atmet«, die sich als ein Teil seines eigenen Blutes vor Zeiten hierhin verschlagen, gegen Römertum und Slaventum in todesmutigen Kämpfen zu behaupten gewußt hatte.

Erst die Not des Krieges hat uns den Wert jedes zerstreuten Tropfens deutschen Blutes ins Bewußtsein geführt. Die Stimmen der gegen Uebermacht, List und Verrat treu zur Heimat hal­tenden Grenzbewohner erinnerten uns an unsere Pflichten, und namentlich ist es der unermüdlichen Tätigkeit des Deutschen Schutzbundes zu danken, daß die im ungleichen Kampfe Verzweifelnden sch nicht mehr allein zu fühlen brauchten. Wir haben soeben mit Jubel die glänzenden Ergeb­nisse in Ostpreußen gesehen und schicken uns nun an, im äußersten Süden, wo die mächtige Ge­birgskette der Karawanken die natürliche Schutz­grenze deutscher Volkskultur gegen He unersätt­liche Begierde der vordringenden Slaven bildet, dem großartigen Schauspiel der Befreiung eines

festgesetzten Preise bewegen sich zwischen 15 und 20 Mark für den Zentner, gewiß ein Beweis dafür, daß die Landwirte Wucherpreise nichtverlangen wollen. Wird auch anderer­seits in gleicher Weise vorgegongen, dann ist der Weg geöffnet, auf dem in den folgenden Jahren die Landwirtschaft auch bei den anderen Erzeug- nissen die Preisrezulierung unter der Parole ,,W c g mitden Schiebern und Ham - sterern" selbständig in die Hand nehmen kann.

* Platzmusik. Das Muschkorps der Sicherheits­polizei spielt am Samstag von 12 Uhr ab auf dem Marktplatz folgende Stücke: Deutsche Wacht, Marsch von Grauß, Ouvertüre Frau Meisterin von Suppe, The lost shood von Sulliran, Fan­tasieKuhreigen" von Kienzel, O Frühling, wie bist du so schön, Walzer von Linke, Treue fest, Marsch von Teihe.

* Verstärkter Verkehr macht sich in den letzten Tagen bei den sog.P o l o n i a - Z ü g e n" be­merkt, die bekanntlich die Ententetruppen in Ober­schlesien mit Nachschub versorgen und über Frank­furt a. M.-Süd nach Hanau und weiter nach Fulda, Leipzig befördert werden. Die Züge hoben sowohl an Zahl, wie an Achsenlänge zuge­nommen und sind schärfer bewacht. Neuerdings tragen sie auch Aufschriften, aus'dessen hervorgeht, daß die deutschen Behörden von dem Inhalt Kenntnis haben, um unliebsame Vorkommnisse wie jüngst in Eisenach zu vermeiden.

* Brotration und Ausmahlung. W. T. B. meldet: In der Presse sind in den letzten Tagen Mitteilungen über die Konferenz der Ernäh­rungsminister erschienen, die zu einigen falschen Auffassungen Anlaß gegeben haben, namentlich soweit sie sich auf die Anträge wegen Erhöhung der Brotration und der Ausmahlung des Brot­getreides beziehen. In der Sitzung am 1. Sep­tember wurde über einen Antrag des bayerischen Ernährungsministers aBgestimmt, die tägliche Brotration vom 1. Oktober ab auf 260 Gramm zu erhöhen und den Ausmahlungssatz des Brot­getreides spätestens vom 15. September auf 85 Prozent herabzusetzen. Obwohl es, wie ausdrück­lich festgestellt wurde, im allgemeinen in diesen Sitzungen nicht üblich ist, Abstimmungen vorzu- nehmen, wurde in diesem Falle doch auf aus­drücklichen Wunsch des bayerischen Ernährungs­ministers abgestimmt, um zu sehen, wie die einzel­nen Vertreter der Länder sich zu der Erhöhung der Ration und der geringeren Ausmahlung stellen. Die Mehrheit entschied sich sowohl für die Erhöhung der Ration als auch für die geringere Ausmahlung, wobei die Mehrheit für die gerin­gere Ausmahlung beträchtlich größer war. Aus dieser Abstimmung kann aber noch nicht der Schluß gezogen werden, daß eine Erhöhung der Brotration und ein geringerer Ausmahlungssatz nun wirklich zur Durchführung kommen, weil die

Brotration und des Ausmahlungssatzes obliegt vielmehr dem Direktorium und Kuratorium der Reichsgetreidestelle, welche die Zustimmung des Rsichsministers für Ernährung und Landwirt­schaft einzuholen haben. Es ist auch zu beachten, daß bei der Abstimmung lediglich die Zahl der Minister zum Ausdruck kam, nicht aber die Größe der Länder, wie sie beispielsweise im Reichsrat durch Verleihung mehrerer Stimmen an die Ver­treter größerer Länder zur Gelfung kommt.

* Ein ehemaliger Kriegsteilnehmer, der in der Zeit seiner schwersten Leiden zur Linderung derselben die Firma Jakob Stück Nachfolger hier um Liebesgaben anging und solche auch empfing, bewies seine Dankbarkeit der Firma gegenüber durch Anfertigung und Ueberscndung einer wirk­lich künstlerisch ausgeführten Urkunde. Das schöne Werk wird einige Tage in den Fenstern von Albertis Hofbuchhandlung ausgestellt.

kleinen, aber überaus starken Volksstammes von unerträglichem Joche zu lauschen. Am 10. Okto­ber soll es sich durch Volksabstimmung entschei­den, ob Kärnten seine Grenze gen Süden be­haupten oder ob das Slaventum die Karawanken überschreiten wird. An dem guten Ausgange der Abstimmung ist heute nicht zu zweifeln, falls die Gerechtigkeit den Ausschlag gibt. Hier aber liegt wieder der wunde Punkt. Die Kärntner in der gefährdeten Zone sind völlig rechtlos. Eine ver­hältnismäßig kleine Anzahl deutscher Stammes­genossen steht dort ganz allein gegen den gewaltsam mit allen Mitteln unmenschlicher Grausamkeit zu Werke gehenden slavischen Eindringling. Die Entente sieht dem verbrecherischen Treiben mit zynischem Schweigen zu- Die österreichische Re­gierung schwankt wie ein schwaches Rohr im Winde zwischen den Ereignissen einher. Mehr noch als unsere östlichen Grenzbewohner hatten die Kärntner auszuhalten. Der ganze Völker- strom des geschlagenen österreichischen Heeres flu­tete durch ihre fruchtbaren Täler zurück, ringsum­her den Anblick entfetzlicher Not und Grauens verbreitend. Sie sahen die Geschlagenen heim­wärts flüchten. So dicht hielten sie sich, an den überfüllten Eisenbahnzügen geklammert, so eilig trieb es sie in die Heimat zurück, daß vielen von ihnen in den Tunneln die Köpfe weggerissen wur­den. Hinter ihnen her jedoch drängten die Hor­den der Jugoslawen über die Karawanken. Sie, mit denen die Kärntner brüderlich gegen den äußeren Feind Seite an Seite gekämpft hatten, kommen nun in verräterischer Habgier herbei, um sie zu berauben, zu unterdrücken und die Wider­strebenden von ihrer Scholle zu treiben. Unter« Sieiernrark und die ganze Krain hatten sie bereits ohne Volksabstimmung verschlungen und gedach­ten nun das Gleiche mit Körnten zu tun. Sie be­setzten Völkermarkt und das Lavanttal, das blü­hende Hinterland der Hauptstadt Klagensurt, die schließlich selbst die Besetzung über sich ergehen lassen mußte, während die Jugoslawen auch von Süden über die Karawanken in die fruchtbare

* Lebensmittelverkauf. Auf die Reichsfleisch- artc gelangen diese Woche 100 Gramm Schweine­fleisch zum Preise von 12 lNark pro Pfund, ferner 50 Gramm Rindfleisch und auf die Buttermarke 50 Gramm Schmalz zur Verteilung.

* Ein Konflikt zwischen der deutschen Beam­tenschaft und dem Reichsministerium des Innern. In der Reichsverfassung Artikel 130 Abs. c ist den Beamten eine gesetzliche Beamtenvertretung zugesichert. Mehr als neun Monate ist man be­reits im Reichsministerium des Innern damit be­schäftigt, einen diesbezüglichen Gesetzentwurf aus- zuarbeiten. Wiederholt haben die Vertreter der Beamtengewerkschaften versucht, zeitgemäße und unbedingt notwendige Forderungen in das Gesetz hineinzubringen. Ihre Mühe war jedoch vergeb­lich. Der vorliegende Gesetzentwurf ist lediglich ein Erzeugnis gewisser Geheimräte und Staats­sekretäre. Mit Rücksicht auf die öffentliche Mei­nung wurden die Beamtenverireter zwar gelegent­lich hinzugezogen. Aber es handelte sich nicht um Verhandlungen, sondern mehr um Unterhal­tungen. Gelegentlich einer solchen Zusammenkunft am 27. August erklärte Staatssekretär Lewald rund heraus, daß das Reichsministerium des Innern jede tatsächliche Verhandlung über den Gesetzentwurf für zwecklos Halte, da dadurch die gesetzgeberische Arbeit unerwünscht verzögert würde. Und wie sieht nun dieser Entwurf aus? Er vermeidet ängstlich das WortBeamtenräte" und spricht nur vonBeamtenousschüssen". Er kennt kein Mitwirkungsrecht, geschweige denn ein Mitbestimmungsrecht. Die nötigen SchlichtungS- stellen fehlen. Durch ein indirektes Wahlverfahren wird das Vorschlagsrecht der Gewerkschaften ver­kümmert. Die Verwaltungen haben überall die Möglichkeit, das Wahlergebnis zu ihren Gunsten zu Beeinflussen. Eine so beschaffene Beamtenver­tretung liegt im Interesse der Beamten, auch nicht im Interesse des deutschen Volkes. Die Ver­treter des deutschen Beamtenbundes, des Allge­meinen deutschen Gewerkschaftsbundes und des Deutschen Gewerkschaftsbundes lehnten darum den Entwurf ab. Ihr ablehnendes Verhalten ist nicht allein hinreichend begründet durch die Ent­stehung und den Inhalt des Entwirrfes, sondern außerdem auch noch durch die Tatsache, daß das Ministerium zu den Verhandlungen Vertreter von Standesvereinen zugezogen hatte, die nicht als gewerkschaftliche Organisationen beamteter Arbeitnehmer anzuerkennen sind. Der Konflikt zwischen der deutschen Beamtenschaft und dem Reichsministerium des Innern ist vorhanden. Lebensfragen der deutschen Beamtenschaft stehen auf dem Spiel. Die deutschen Beamten sind ent- schlossen, sie zu verteidigen. Hoffentlich erkennt die Regierung, daß heute auch die Beamten voll­berechtigte Staatsbürger sind und findet Mittel und Wege, sich das verlorene Vertrauen der Be­

amtenschaft wieder zu erwerben.

* Das American Relief Admi

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Hamburg befindet, wird am Montag eine Zweig­stelle in Frankfurt a. M., Paulsplatz 6, eröffnen. Diese Filiale ermöglicht der Bevölkerung Frank­furts und der weiteren Umgebung, ihre Food- dratts, selbst wenn sie auf Hamburg lauten, hier einzulösen. Für einen Fooddratt im Werte von 10 Dollars erhält man Lebensmittel im Gewicht von 50 Pfund. .

* Fcchtkursus. Am Montag den 13. d. Mts., abends 8 Uhr, beginnt im Turn- und Fechtklub ein neuer Anfängerkursus im Florettfechten. An­meldung zur Teilnahme vor Beginn der Uebun­gen bei dem Leiter des Kursus, Fechtwact Georg FabriciuS. Wir möchten nicht unterlassen- da­rauf hinzuweisen, daß der Fechtsport ganz beson­ders dazu geeignet ist, den Körper vollkommen durchzubilden, sowie Mut und Gewandheit zu fördern, imb fordern wir deshalb die sportlie- bende Jugend zu recht reger Beteiligung auf.

Drauebene gelangten. Das Schicksal des Lan­des wäre damals in der allgemeinen Verwirrung kampflos entschieden worden, ohne daß die En­tente sich um die Selbstbestimmungsrechte der Völker gekümmert hätte. Aber die tapferen Kärnt­ner wollten nicht tatenlos ihr Land im Stiche lassen. Noch niedergedrückt von den Opfern und Schrecken des großen Krieges sowie dem Zurück- fluten der Heere, griffen sie von jreuem zu den Waffen. Es erstand ihnen in dem Oberbefehls­haber Hülgert ein Andreas Hofer, der unterftützt von vielen jungen Befteiungskömpfern wie dem kühnen Nationalhelden Oberleutnant Steinebach die Jugoslawen über die natürlichen Landesgren­zen zurücktrieb. Da der Einzug der italienischen Truppen, die St. Veit, den heutigen Sitz der Re­gierung besetzten, den Befreiungskampf der Kitzntner unterstützten, haben sich diese die Sym­pathien des Landes erworben, wenigstens gelten sie als das kleinere Uebel. Nun erst begann sich die Entente zu regen, indem sie eine Abstim­mungskommission einsetzte, die in wenigen Wochen über das Land, in dem vierfünftel aller Bewohner Deutsche sind, entscheiden wird, nach­dem drei wertvolle Teile bereits ohne Abstim­mung herausgerissen wurden: nämlich von den Italienern die Bergwerke von Reidel im Kanal­tale, das Gebiet vo- Seeberg in den Karawanten und von den Jus: iwen im Südosten das blü­hende Minstal mit der Hauptstadt Prevali, das die reichsten Bergwerke Europas enthält-

Inzwischen wiederholt sich auch in Kärnten das empörende und klägliche Verhalten der den Frie- densvertcag überwachenden interalliierten Kom­mission. Keine Vorstellungen vermögen sie zu einem Vorgehen gegen die dauernden Völker- rechtsverletzungen und Schandtaten der Jugo­slawen zu bewegen. Nach dem Friedensvertrage ging die Verwaltung des Abstimmungsgebietes nicht in die Hände der Entente über, sondern in die der Jugoslawen für die gefährdete Zone A und in die Oesterreichs für Zone B. Anstatt je­doch das Heer aus Zone A zurückzuziehen, haben

Gute Ausbildung wird durch geschulten Fechp lehrer sowie durch erprobte Vorfechter gewähr­leistet.

* Ein Lob der allgemeinen Wehrpflicht. Dir Vorteile der allgemeinen Wehrpflicht werden einem Gutachten des Generalarztes der ameri­kanischen Armee, M. W. Jreland, Hervorgchoben, das in derDeutschen Medizinischen Wochen­schrift" mitgeteilt wird. Jreland zeigt, daß die im Krieg eingeführte Dienstpflicht die Jugend Amerikas in körperlicher und hygienischer Hin­sicht außerordentlich gefördert hat. Die jungen Männer sind dadurch kräftiger und gesünder, ge­schickter und ausdauernder, vor allem disziplinier­ter geworden. Das Körpergewicht nahm im ersten Dienstjahr durchschnittlich um 15 bis 20 Pfund zu, Der Generalarzt legt ein sehr großes Ge­wicht auf die hygienische Erziehung der Soldaten. Außer der Reinlichkeit lerne aber der Soldat auch Disziplin,und Respekt vor der Autorität. Sey wichtig sei auch die jährliche Untersuchung bei Aushebungen, durch die viele verborgene Fehl« und Krankheiten, die sich oft noch leicht beseitigen lassen, entdeckt werden. Jreland fordert daher das amerikanische Volk auf, durch Einführung der allgemeinen Wehrpflicht diese gewaltigen Vorteile zu einem dauernden Segen für die Volksgesundheit und Volkserziehung zu machen.

Wir Deutschen wissen dies alles.aus hrmdertjäh. riger Erfahrung," bemerkt dazu die Zeitschrift. Weil wir aber unserem Volke diese Wohltaten angedeihen ließen, wurden wir in der ganzen Welt als Militaristen verschrien. Leider sind mit der Zerstörung unseres alten Heeres auch Diszi­plin und Ordnung unseres Volkes schwer geschä­digt worden. Die Folgen sehen wir und werden sie von Jahr zu Jahr mehr sehen."

b. Unter schwerem Verdacht. Am Mittwoch ist in K i l i a n st ä d t e n der Schlosser IM Hahn verhaftet und nach Frankfurt tranSpor- tiert worden. Derselbe ist dringend verdächsig. mit seinem Komplizen Johannes Adam K öp, p e l, jetzt wohnhaft in Frankfurt, einen Mischen Handelsmann auf der Sftaße bei Melbach nieder« geschlagen und ausgeplündert zu haben. Johanne? Köppel, Sohn eines wohlhabenden Einwohners von Kilianstädten, ist durch den Trunk so weit heruntergekommen, daß er entmündigt wurdo Ei wohnt schon eine Reihe von Jahren in Frankfuck und fristet dort sein Leben als Gelegenheitsarbel ter. Zusammen mit Hahn machte er sich kürzlich auf dem Goetheplatz in Frankfurt an einen Han­delsmann heran, von dem die Beiden wußten, daß er mit Gold und Silber handelte und über­redeten diesen unter der Vorspiegelung mit ih« zu gehen, sie wüßten einen reichen Dauer, der sein Silber verkaufen wollte. Als sie mit dem MaW auf der Landstraße allein waren, schlugen sie ihn nieder und beraubten ihn seiner Barschaft. Ein­wohner, die des Weges kamen, fanden den Mann bewußtlos liegen. Gestern soll er seinen Wr Bedungen erlegen sein. Vor seinem Tode konnte er den Beamten noch nähere Angaben machen, die zur Festnahme der beiden Burschen führten.

* Gesellschafts abend mit Ball in der Central» Halle. Die Beliebtheit, deren sich die Gesellschafts- abende mit Ball in der Centralhalle erfreuen, Hai Herrn Tanzlehrer E r s ch veranlaßt, am kommen­den Samstag wieder einen solchen zu veranstalten. Die Musik wird gestellt vom Verein ehem. Mili- täcmusiker. Der Anfang ist auf %7 Uhr festge­setzt. Der Kartenvorverkauf ist in der Centralhalle.

* Gesellenprüfung. Im Monat Oktober siN' det für Lehrlinge des MaschinenüauerhandweM welche in diesem Jahre ihre Lehrzeit beenden oder beendet haben, die Gesellenprüfung statt. An­meldungen auch von älteren Gesellen, welche an der Prüfung teilnehmen wollen, werden täglich von 121 Uhr vom Vorsitzenden der Prüfungs­kommission, Mechanikermeister Konrad Kloha, Augustastraße 30a, 2. St., entgegengenommen.

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es die Jugoslawen noch verstärkt und anstatt die Gendarmerie aus Landesbewohnern zu bilden, besteht sie völlig aus Jugoslawen. Es herrsch» dort infolgedessen ein Spitzelwesen, vor dem nie­mand sicher ist. Heimattreue Pächter werden unter nichtigen Vorwänden von ihrem Grund und Boden getrieben und slawische Ueberläustr reich beschenft. Die leiseste Betätigung der Heu mattreuen genügt in dieser Zone, um den treffenden in den Kerker zu bringen. So wurde z. B. ein Mädchen, das ihre Sympathie für einen von den Slawen Bestraften ausdrückte, in den Kerker geworfen. Ein andermal brachen du Slawen in die Kanzler zu Klagenfurt ein raubten das Aktenmaterial, aus dem sie die No­men der Heimattreuen Vertrauensleute in Zone A lasen, die ohne weiteres verhaftet und zum Ker­ker verurteilt wurden. Bis zur Aufhebung der Demarkationslinie durch die interalliierte Kon»' mission hielten die Jugoslawen die Zone AI» streng von Zone B abgeschlossen, daß sie dort du unglaublichsten Lügennachrichten über das Elens in Oesterreich verbreiten konnten. Armsengk- klagende Frauen wurden durchs Land geschlck.- um solche,,Legenden in Umlauf zu bringen uns die Bevölkerung zu schrecken. Unter tausend Lebensgefahren drangen jedoch die kühnen Boten des unernuidlichen Kärntner Heimatdienstes durch die unwegsamsten Engpässe der Gebirge, um rh'» verängstigten Volksgenossen aufzuklären. Biete von ihnen wurden als Hochverräter von den Jugoslawen getötet oder in den Kerker gemorst^ Mit Vorliebe verhaften oder verschleppen Jugoslawen die intellektuellen Kärntner, ihre eigenen Beamten an Stelle der einheimisch^ sowie jugoslawische Bürgermeister an Stelle o» gewählten ein. Täglich laufen in Klagenf" Berichte über die grundlose Verhaftung und u > urteilung von Volksgenossen in Zone A ein, oyu daß die Ententekommission einschreitet oder dazu bewegen läßt, die immer noch Schmachtenden aus ihren elenden Kerkern au freie».