Einrücknngsg ebuhr:Die8gew.Kolonelzeileod. deren Raum 1.— Mk., die 4gsio. Zeile i. Reklame- teil 8." Mk.. 250loleuetunos3ui*i. Offertgebühr 80 Pfg. Bezuasvreis: Vierteljährlich 12.90 Mk.. monatl. 4.30Mc.. für Postbezug vierteljähri. 12.90 Mark, monatl. 4.30 Mk. Die Nummer 20 Psg.
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Rotationsdruckd. Waisenhausbuchdruckerei Hanau Ferniprechanschlüffe Nr. 1237 und 1238
Nr. 213 MMag den 1@* SLIlEMher 1920
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Das Neueste.
Die Lage in Oberschlesten wird weiterhin als vßerst gespannt bezeichnet.
Der Reichskoblen-Kommissar hat das Verkebrs- ministerium veranlaßt, den Kohlenverbrauch erheblich pnzuschränken.
Der polnische Vorstoß auS der Gegend von Bialy- fr! führte zur Einnahme von Krynki.
Die polnischen Delegierten stehen vom 12. September ab mit Vollmachten ausgerüstet zur Absabrt nach Riga bereit. Sowjctruhland weigert sich Delegierte zu schicken, da für dar Hilfspersonal der Delegation Immunität nicht gewährleistet wird.
In Petersburg kam es unter den Kommunisten zu Unruhen.
Der Arbriterkonflikt in Italien dauert an; er wird in politischen Kreisen auf die veränderte Haltung der Kegierung gegenüber Rußland zurückgeführt.
Die Konferenz der englischen Regierung mit den Bergarbeitern ist gescheitert.
Slobb George hat die amtliche Zvstcherung für die Freilassung des Bürgermeisters von Cork gegeben.
Land in Aol!
Die augenblickliche Lage in Oberschlesien hat tzroße Aehnlichkeit mit der Situation in den letzten Wochen vor dem Auguftaufstand. Auch damals varen Gerüchte im Umlauf, die zuerst unkon- trollierbar und phantastisch erschienen, sich dann aber immer bestimmter zu einer bevorstehend- Erhebung der Polen verdichteten. Und pönktlil
in
ächteten. Und pünktlich
ein
Bber einen neuen Polenaufstand werden immer bestimmter. Flüchtlinge bestätigen, wie aus der unten folgenden WTB.=sDlelbung aus BreSlau hervorgeht, daß die Polen eifrig für einen neuen Putsch arbeiten und daß sie die gegenwärtige Loge nur als die Ruhe vor dem Sturm betrachteten. Nach den neuesten Meldungen kann man heute wirklich sagen, daß sich unser Oberschlesien m Not befindet, denn die Aufstandsbewegungen gnd keine örtlichen, sondern die Polen beabsich- ligen letzten Endes nichts anderes als die Ver- Sewaltigung Oberschlesiens auf irgend eine Weise. Nach^ der Aussage eines polnischen Agitators ist beabsichtigt, daß bis zum 18. September sämtliche Deutschen. das Abstimmungsgebiet verlassen Tuffen. Die kommende Bewegung ist langechand dorbereitet und verfügt über große Machtmittel. Dle Errichtung einer polnischen Westarmee steht twetfelsohne mit unter diesem Gesichtspunkt.
Deutschland ist nicht in der Lage, handelnd tinzugreifen. Wir sehen den Verzweiflungskamps der Oberschlesier mit gebundenen Armen zu. Ihre Roychreie verhallen ergebnislos im Winde. Der furchtbare Friedensvertrag macht uns nicht nur sondern auch zum Schemel unter den Füßen Wwerer Volker. Dennoch müssen wir allesamt Mes aufbieten, die Vergewaltigung Oberschlesiens M verhindern. Mossenversümmlungen an allen ü^en des Reiches, auch in H ana u, müssen die ^'^rung dazu zwingen, außerordentliche Dritte zu unternehmen. Sie nmß eine K o n - [V,en$ ^^^ Mächte in dieser Frage er- mgen. Sie darf sich nicht scheuen, die Vor- »avge in Oberschlesten als Bruch des Friedens- ^ruages festzustellen und danach zu handeln. M ..^onze Welt muß erfüllt werden mit unserem wJr i’ ^ur so kann uns Oberschlesten erhalten -r^r ' Aber es ist die höchste Zeit. Der Zeiger auf die zwölfte Stunde!
Die Lage äußerst ge^amtL iat^’.?*«!««, 9. Sept. Die Lage inOber- sst weiterhin äußerst gespannt.
Z^uesten Meldungen bestätigen die Be- N-Ük: 1b.^> die in den letzten Tagen in der un C lur die Zukunft zum Ausdruck tarnen, »ab u^' ?'an3- Die Polen sprechen offen aus, Ruh ^e gegenwärtige Lage nur als die p“?/”0^ dem Srurm betrachtn. Im iür ^- '^ Oppeln rüsten die Polen eifrig "cu n eu en Pulsch. Aus vielen Orten &J tn Oppeln Flüchtlinge ein, die dies be= und um Hilfe fur chen Fall der Not Hindenburg wurde am Montag [e;irt ctn polnischeQAgitütor von der Polizei »abiKommen. Der MaiW, der bei seiner Fel - nur e.w ^tati im ™» «u «isiui« ahonk Revolverschüsse auf die Beamtrn? mährend der übliche Preis 20 Mark sei. erklär daß bis zum 18. Septem- " " ' — - "
»Nun'Outiichs Deutsche das Abstim- ondere/^bbiet verlassen müßten. Von Ait^il, unrd gemeldet, daß nach einer Asieü^^ Korfantys sich die Polen Ober- ^fc mit Lewalt bemächtigen würden.
Falls es aber doch zur Abstimmung kommen sollte, bürsten nur die in Oberschlesten wohnenden Oberschlesier zur Abstimmung zugelassen werden, um das Ilebergewicht der Deutschen zu beseitigen. In Bogutschüß ist die Ruhe immer noch nickt einaekehrt. Jede Nacht finden hier die wüstesten Schießereien statt. In einer Besprechung auf dem Rathaus, woran ein fran- zöfischer Offizier teilnahm, erklärte der Polenführer Dlugiewiecz namens der polnischen Fraktion, er könne in die Verhandlungen über die Abstimmungspolizei nicht eintreten, da er von seiner Behörde im Hotel Lomnitz in Beuthen — dem Hauptquartier Korfantys — noch keine Anweisungen erhalten habe. Er sehe sich deshalb gezwungen, die A b st i m m u n g s p o l i z e i vor der Hand abzu lehnen.
Aufhebung des BelagcruttgszuftanbeS.
WB. Kattowitz, 9. Gebt. Die interalliierte Regierung?- und Plabiszitkommiffiou bat den Belagerungszustand über den Stadtkreis Kottowitz aufgehoben.
„©er unparteiische Lersnd".
WB. Breslau, 9. Septbr. Die „Breslauer
Morgen'zeitrmg" tieröffcntlkbt unter der ITe&erfdrrift „Der unparteiische General Lerond" folaendes Dokument: Interalliierte ReaiernngS- und Pl-hiHitkommiffion für Oberschlesten. Nr. 96 R. 4. J. N. Opveln 29. 8. 1920. (Scheint.)
An die Herren französischen Kreiskon - t r o l l e il r e.
In Anbetracht der langsam wachsenden Erregung in der deutsche» Teilbevölkeruna in Oberschlesten halten wir es für nötig, die Herren Kre^skontrolleure batanf aufmerksam zu machen, daß es sich empfehlen wird, die Ueberwachung und Aktion zur Wiederherstellung der Ruhe bezw. zur Entwaffnung der irregulären polnischen Trupps mit mehr Nachdruck anszu- fübren, um einer Wiederholung solcher Fälle, wie sie ht Kattowitz und Beuthen passiert sind, entgeaenzu- mve>ren. «M mir» cmG ou.uM MMSWMMWM Falle von Müteilunaen irgendwelcher Art an gewisse Seiten (E. D. C. Hindenburg) mehr Klugheit und V o r s i eVk anzuwenden. Nicht zu vergessen aber ßwb die Anweisungen über die Stellungnawue gegenüber den polnischen Organen int Falle eines Zusammengehens und über dessen Wirkung nach außen. Bei ausgebrochenen Differenzen im Zusammenarbeiten mit den Herren Mitgliedern der italienischen Delegation ist besonders darauf zu achten, daß die Nichtbeachtung der für die Ausstellung der Polizei erfolgten Vorschriften in nicht zu großer Zahl erfolgt. Es muß in jedem Falle ein bestimmtes Maß von Gleichstellung eingehalten werden, damit das Prestige der interalliierten Kommission keinen Schaden erleidet. Nach stattgehabter Rücksprache mit den leitenden polnischen Stellen erfolgen Direktiven bezw. Anweisungen für die weitere Sebanbfuag der noch kommenden Er- eignisse. Von dieser Anweisung nnberührt bleiben die offiziellen Tagesberichte.
(gez.) Caput, Direktor des Militärdepartements.
(gez.) Lerond,
Präsident der interalliierten Kommission.
Die „Breslauer Morgenzeitung" wurde wegen biefer Veröffentlichung auf einen Monat für Oberschlesten verboten.
Die Mache sirres fra«Z. Kreöerjahns.
— Kattowitz, 9. Sspibr. Hier hat sich ein Vorfall zugetralgen, der auf das Benehmen der französischen Offiziere ein bezeichnendes Licht wirft und ein weiteres Beispiel für die unglaubliche Willkürherrschaft der Franzosen ist.
Der Portier des Hotels Monopol in Katto- witz hatte Ende vergangener Woche Differenzen mit einem französischen Offizier. Dieser kam zur Nachtzeit mit weiblicher Begleitung in das Hotel und verlangte auf Grund seines auf eine Person lautenden Quartierscheins ein Zimmer mit einem Bett. Der Portier antwortete, er sei nicht berechtigt, ein einschläfriges Zimmer für zwei Personen abzugeben, das Hotel sei ein anständiges Haus und kein Absteigequartier. Nach längeren Auseinandersetzungen sah sich der Vortier schließlich gezwungen, dem Paar ein Zimmer mit zwei Bstlen anzuweisen. Als am andern Morgen die Bezahlung der Rechnung erfolgen sollte, weigerte sich der Franzose, das Bett für 'seine Begleiterin zu bezahlen und erklärte, sein Quartierzettel gelte auch für diese. Als der Portier sich darauf nicht einließ, sondern auf Zahlung bestand, entfernte der Offizier sich wütend und kehrte nach einiger Zeit mit einem
zweiten Quartierbillett zurück, das für die Dame gelten sollte. Da bekantlich Quartierscheine nur für Militärpersonen ausgestellt werden, verweigerte der Portier die Annahme des Scheins und wies darauf hin, daß durch dieses Verfahren das Hotel geschädigt werde, da auf den Quartieweffel nur 7.50 Mark für das Bett vergütet mürben,
~ ' i. Aber
apch dieser Hinweis nutzte ihm nichts, der „noble" Offizier bezahlte einfach nicht und ent [ernte sich mit ferner Begleiterin.
Am Montag abend erschienen zwei fraivß= sische Zivilkommissare im Hotel Monopol und überbrachten dem Vortier Berndt den sofortigen
Ausweisungsbefehl. Der Portier mußte, _ o^nC- seine Angelegenheiten regeln und von seiner Frau Abschied nehmen zu können, Kattowitz mit dem nächsten Berliner Schnellzug veclassen. Irgendwelche Rücksichtnahme auf die Außenstände des Mannes, die mehrere Tausend Mark betragen, wurde nicht geübt. Seine Frau, die mittellos dasteht, mußte zurückbleiben Berndt ist übrigens auch schon bei der vor einiger Zeit im Hotel Monopol erfolgten sogenannten ^Waf- fensuche durch die Franzosen erheblich geschädigt worden, da ihm. bei dieser Gelegenheit zahlreiche Gebrauchsgegenstände entwendet worden sind.
Dieser Racheakt stellt alles in den Schatten, was man an französischer Brutalität in Kattowitz gewohnt war. Er ist aber charakteristisch für die mo ralischen Quali- täten dieser Herren.
PolEK—Ny?z!CKd. Lageberichke.
WB. Köttigsberq 7. Pr., 9. Sept. An der s i t a n i s ck - p o l n i s ch e n Front fanden nördlich Snwalki nnbedentende lokale Kamp'bandlnngcn statt. Der voMische Vorstoß aus ier Gegend den Bialystock führte zur Ki*n-bme von Krinkis. An der Bualinie von Brest-Litowsk bis Grnünesthow ist nach der Eiunabme diest? Orte? durch die Volen die Läge unverändert. Südöstlich van Lemberg wurden bolschewistische Angriffe auf PrezeinySlanh ab- gewiesen. Weiter südlich überschritten die Polen in neuem Gegenstoß nach der Einnahme von Knihynicze den Swinstuß.
WB. Warschau, 9. Sept. KeneralstabSbericht der polnischen Armee vom 8. September: An der litauischen Front, außer kleinen Zusammenstößen unserer Reiterei M't litauischen Fußtrupven, ist die La-e unverändert. Bürger der w'edererobcrtrn Stadt Lipik bestätigen einmütig die Sitfammmarheibber Litauer mit den Bolschewisten. Im Bereiche südlich von Kro^no 'von^^esi-L'totvsk bis Grutescbow und von K vstp- nopol bis Back finden Kämvse der Feldpatrouillen stat'. Oestffch Prz-mvsl griff der Feind un'ere Stellungen neuerlich an ; die Anoriffe wurden abgewffstn. Im Bereiche von Ebodorow führten wir eine Gegenoffensive glücklich durch und nahmen Knihyuicze ein. Unsere Abteilungen gehen in der Richtung auf @nila Lipa vor.
WB. Kott'iantiusvel, Z. Sept. General Wra»- qel bat entern Berichterstatter erklärt: „Die Aenderung in der Haltung der- alliierten Mäckte und der vslnische sieg zwingen uns, Kräfte im Norden Tanriene? zu konzentrieren, um gegen Westen AktionSfrcideit zu haben. AuS diesem Grunde räumen wir gegenwärtig Kuban. Unsere Truppen, weit davon entfernt, eine Niederlage erlitten zu haben, haben zwei rote Divisionen geschlagen und 8 Geschütze erbeutet.
Litauischer Heeresbericht.
Kowne», 9. Sept. An der Front der Mariam- Polen Truppen griffen die Polen gestern den ganzen Tag unsere Stellungen am Grcudzysce und bei den Dörfern Logorelin und Fronzki an. Alle Angriffe wurden abzeiviesen. An den anderen Frontteilen ist die Lage unverändert?
Die Verhandlungen in Lliga.
WB. PariS, 10. Sept. Havas berichtet: In einer Radivdevesche von Tschitscherin teilte der polnische Minister des Auswärtigen mit, daß die polnischen Delegierten mit Vollmachten zum Abschluß eines Waffenstillstandes und der Friedenspräliminarien, eventuell des Friedens vom 12. September ab, in Danzig zur Abfahrt nach Riga Streit seien.
WB. Paris, 10. Sept. Nach einer Radio- meldung aus Warschau werden die Verhandlungen in Riga nicht vor dem 18. September beginnen.
Die Sowjetregiernrng will keine Delegierte schicken
Wie der „Temps" sich telephonisch aus London melden läßt, hat sich die Sowjetregierung entschlossen, zu der neuen Friedenskonferenz nach Riga keine Delegierten zu schicken. Nach den bei Kameu.ew eingegangenen Nachrichten beklagt sich die Sowjetregierung darüber, daß die letische Regierung nicht auch dem Hilfspersonal der russischen Delegation Immunität gewährleistet habe.
Tfchrlscherins Anlworl an England.
London, 9. Sept. Reuter . zufolge erklärt Tschitscherin in seiner Antwort auf B a l f o u r § Note, die militärische Lage habe keine radikale Aenderung erfahren. Nur in einer einzigen Unternehmung hätten die Bolfchewisten leinen Erfolg gehabt, was den Erfolg des bolschewistischen Feldznges höchstens verzögere. Den englischen Blättern zufolge heißt e? in der Note: Großbritannien war eine jener Mächte, die als FriedenS- bebingungen für die ungarische Räterepublik die Beseitigung der prole'arischen Regierung forderte. Die ac amte rufsifchs Politik der britischen Regierung während der letzten -wei Jahren war ausschließlich der Ausdruck derselben Tendenz. Ballvur war daher schwerlich berecktürt. auf den
Grundsatz der britischen Regierung in* dieser Frage Bezug zu nehmen. Wenn er bentt, die Bildung einer Miliz bewaffneter Arbeiter würde die bürgerliche Ordnung umstoßen, so ist es klar, daß er unter bürgerlicher Ordnung die Zersplitterung der großen Arbeiterschaft unter der Herrschaft der besitzenden Klassen allein durch du rohe Gewalt versteht.
Anlersuchunst der Po!oniazüge gefordert.
Die gestrige Versammlung der Betriebsräte bei WirtschastSbezirkeS Groß-Berlin beschloß laut „Frei- heit" nachstcbeude Resolution: Die Versammlung erklärt s!Ä solwarisch out bett gema^regclten Erfurter Eisenbahnern und verpflichtet sich, sie mit atlen zweck« dienlichen Mitteln zu unterstützen. Sie erklärten für dringend geboten, auch die Poloniazüae auf Waffen und Munition zu durchsuchen und den Weitertransvort von Kriegsmaterial zu verhindern. Sie vervflichten sich, alle? zu tun, was zur Durchführung der Doykott» Polens und der Unterstützung Sowjetrußlands nötig ist.
Anruhsn in Petersburg.
WB. .Hetfingfors, 9. Sevt. <HavaS.) Seif langer Zeit entwickelten sich Unruhen unter den Kom- m u niste n in Petersburg und die Lage war zuletzt sehr kritisch geworden. In einer Sitzung des Zentralkomitees der finnländischeu kommunistischen Partei in Petersburg am 31. August trat die Oppositionsparto in die Erscheinung und gab nach kurzer erregter Auseinandersetzung Revolverschüsse auf die Versammelten ab. 10 finnländische Kommuniücn wurden getötet und ungefähr 20 verwundet. Die Opvositiousgruppe setzte sich hauptsächlich aus Ossizieren der Roten Armee zusammen.
Die ArdsiterberDegung in Zlalisn
Eislitti greift ein.
WB. Paris, 9. Septbr. Wie die „Information* auS Rom meldet, ist es dem Arbeitsminister nicht ge- inngen, eine Verständigung zwischen den Arbeitern und Ärbeir-eberHöe-roei^aiHeiu^Wit^ hat deshalb persönlich einbegriffen und den PAkflMff von Lrrin und Mailand dir Weisung gegeben, sich mit den Vertretern der Arbeiter und der Industriellen in Verbindnng zu setzen, um thuen bestimmte Pläne, über die vollkommenes Stillschweigen bewahrt wird, zü unterbreiten.
Wie die „Liberte" an? Rom meldet, haben die Arbeiter in Livorno einen Torpsdobootsz-rstörer vom Stapel gelassen, auf dem sie die rot-schwarze Fahne hißten.
Der italienische Arbeitsminister über die Bewegung.
D. Rom, 10. Sept. Der italienische ArbeitS- minister Labriola erklärte in einem Interview, daß die Arbeiterbeweaung tn Italien in der Hauptsache wirtschaftlicher und nicht politischer Natur sei. Ein staatliches Eingreifen würde unbedingt zu Blutvergießen führen, das leicht in eine blutige Revolution auSaHeu könnte. Das müsse unbedingt vermieden werden. Deshalb verhalb sich die Regierung gegen- über der Besetzung der Fabriken neutral^ Komme eine soziale Umgestaltung, so solle sie wenigstens mit dem möglichsten Minimum an Schädigung des Einzelnen eintreten und kein. Blutvergießen berbomifen. Am die Frage, ob er an ein Uebergreifen des BolicheiviSmuS nach Italien glaubt, sagte Labriola: Der Grundgedanke von GioliitiS Politik ist der, dem Lande solche Einrichtungen und eine solche Richtung schon jetzt zu geben, die bet einer eventuellen Umformung der kapitalistischen Wirtschaft in eiu^ sozialistische sich schon vorfinden und sich als brauchbar erweisen. Mu Kq,»oncn läßt sich eine Bewegung, die die Masse er» -aßt hat, nicht bekämpfen. Labriola führte Weiler aus, daß man unter solchen Einrichtungen ganz besonders den obersten Rar verstehe. Er soll gesetzgeberische Bc- fugnipe erhalten, um auf Anregung des PalamentS Don Fall zu Fall wirtschaftliche Fragen zu entscheiden und zu regeln. *
Bekämpfung der Arbeitslosigkeit.
W. B. Berlin. 9. Sept. In der Beratung des volkswirtschaftlichen Ansschufles des Reichstages über die Arbeitslosigkeit waren üHe „Zarteren einig, daß mehr Alberrer aufs Land sollten. Es wurde ein aus allen Parteien gebildeter Unterausschuß eingesetzt, der in Gemeinschaft mit dem NeichsarbensministeriumdteweiterenMaynabiueu zur Behebung der Ärbeitsloffgkeit prmen toll. Der Antrag Ledevour ant Abänderung der Lr- werhslosenniriorge wurde adgslehnt. statt dessen wurde ein Bermittlüngzantrag der bürgerlichen Parteien angenommen, demzufolge tue geltenden Berordnuiigen a.ur dem Gebiete der Erwerbsiosen- tstriorge baldmöglichst in gesetzliche tzisstaUuae überaus übten sind. Dabei sei insbeionbere der Weg der Arbc-tsiosenoerücherung zu beichreite» mit dem obersten Zweck, die Arbeitskraft des Er- werbsloien produktiv zu verwenden.
EinschrLttlrung des.Kohlerrverbrarrchs Lei Ler EifenLd h.^
WB. Berti», 9. Sept. Die ASendblStter veröffentlichen ein Schreiben deS ReichskoülenkommiffarS an das Reich^veiteprsmimsterium, worin ersterer mpt, daß er nur mit Mühe der Eisenbahn noch die Menge au übreit könne, die sie tatsächlich verbraucht. Ob Lies in Zukunft weiterhin möglich tetn würde, sei eine ernste Jrage. In dem Schreiben io;rö das Verkehrs»nininerium gebeten, Alaßr ahmen zu treffen, um den jetzigen lkohicu» Verbrauch erheblich cinjui bräiiMi.
(JEeitere Volillicke NachrickttlN auf Seite 5Ji