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Amtliches Organ W CÄöl- und LanSkreis Sansu

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Rotationsdruckd.Svaisenhausbuchdruckerei Hanau Fernivrechanichlüste Nr. 1237 und 1238

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Nr. 212 Donnerstag den 8» SepSsMker 1920

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Das Neueste.

Die deutsche Friedensdelegation in Paris hat der Friedenskonferenz eine neue Note über die ober- jchlesische Kohle überreicht.

DaS Reich hat als einmalige BeschaffungSbeihilfe pr Arbeitslose 50 Millionen Mark ausgeworfen.

Lloyd George erklärte, England habe nie die Ab- stüt gehabt, die Krim von Rußland zu trennen oder Wrangel die Herrschaft über die Krim vorzubehalten.

Rußland bereitet eine neue Offensive gegen Polen vor.

Rumänien lehnt direkte Verhandlungen mit Ruß- »md ab und erklärt, daß die Friedensverhandlungen p London stattfinden müßten.

In Frankreich bezeichnet man Millerand als zu- lünstigen Präsident von Frankreich und Briand als Ministerpräsident.

' Lei der Präsidentschaftswahl in Mexiko erhielt General Ob regon 90 Prozent aller abgegebenen Stimmen,

In Oberitalien kam er zu blutigen Zusammen­stößen, wobei es zahlreiche Tote und Verletzte gab. Ueber die Lombardei wurde der Belagerungszustand verhängt.

Um die FMerkrtWe.

Die sprichwörtlich geworbene uneigennützige preußische Sparsamkeit, die wir in der Vor­kriegszeit in allen Aemtern und Stellen des Rei­ches fanden, ist längst verschwunden. Die Kriegs- gesellschaften haben damit seit langem ausge- M«t und jetzt geyis in Mem^tt^^

Der berühmte Klubsessel, der aus einmal in den eleganten Räumen der neuen Verwaltungsgesell­schaften auftauchte, die in so schreiendem Gegen­satz zu den nüchternen Dienst-räumen der alten Behörden standen, ist gewissermaßen das Sinn­bild des neuen Kurses geworden. Die Pots­damer Oberrechnungskarmner war über Nacht zu einem Wahrzeichen derreaktionären" Vergan­genheit geworden, für die man nur noch ein mit­leidiges Lächeln übrig hatte. Die Zahl der Kla­gen und Beschwerden^ über die Kriegsgesellschaf­ten ist Legion; geschehen ist in diesem Augiasstall bisher über wenig oder nichts. Der frühere sozial- demokratische Staatssekretär August Müller übt in einem Artikel schärfste Kritik an dem Trei­ben der Kriegsgesellschaften. Die Kriegsmetall- Aktiengesellschaft sollte vor einiger Zeit nach einem Berliner Vorort übersiedeln. Die Gesell­schaft verweigerte diesen Domizilwechsel mit der Begründung, daß die Verwaltung und Verwer­tung ihrer Bestände ihre Anwesenheit in der Hauptstadt nötig machen. Man prüfte diese Be­stände und stellte Waren im Werbe von etwa 100 Millionen Papiermark fest, die bei den jetzi­gen Metallpreisen eilva 810 Millionen Gold- ^rk ausmachen. Das ist etwa so viel, wie ein mittlerer Großbetrieb auf Lager hält. Während dieser aber mit etwa 35 Leuten arbeitet, hatte die Kriegsmetall-Gesellschaft 700 A n g e st e l l t e, darunter 21 in leitenden Stellen, also Art hohen und höchsten Gehältern. August Mül- ter meint, daß ein geschickter Kaufmann die Be- stande der Gesellschaft etwa in einem halben Tage SAeckmäßig verwertet haben würde, womit die Ge- s^lchaft jtdj erledigt hätte. Hier haben wir ein Mifches Beispiel für die geradezu sagenhafte Verschwendung, die mit Reichsmitteln betrieben «ud. Als einer anderen Gesellschaft, der Reichs- Mrelde-Gesellschaft^ die Schrecken Zkunde wurde, sie eingeengt werden solle, kam prompt die Witeingabe des Personals, daß die Gesellschaft weiter bestehen müsse mit Rücksicht auf dasb e - N fügte" Personal. Als eine andere .^regsgesellscimst ersucht wurde, von ihren zwölf "t,ni)ne4^parate^ einige abzugeben, wurde leies Ersuchen mit der vielsagenven Begründung °°Mehnt, durch die Abgabe einiger Apparate , e bekannt, daß weniger Arbeiten als früher ^Äsdrgen seien, und das dürfe im Interesse des "Maftigten Personals nicht laut werden.

1° _ wiederum das vielbeschäftigte Personal, -^ Haupttätigkeit in diesen Aemtern scheint da- tA^ bestehen, darauf zu achten, daß dieseBe- Ä,!8ung" nicht in Arbeit ausartet. Die Kriegs- stnd dazu da, um so und so viel das zu geben, ivas man bescheiden Bc- KMung nennt. Geld spielt ja bei uns keine 1 ,e: Das wäre aber eine verhältnismäßig g.^.Ende Mißwirtschaft» wenn diese Kriegs- n^chaften mit ihrem Zwischenhandel, ihrer . ^imnßig^ Verteuerung der Waren, der Ver- «^p-^lng des Wirffchaftsprozesscs nicht auch Olc Korruption von ob^l nach unten

in unser ganzes Volk getragen, unser ganzes Wirtschaftsleben geradezu vergiftet hätten!

Mit Rücksicht auf B r o t l o s m a ch u n g so und so vieler Arbeitskräfte wird heute jeder Schlendrian, jede Mißwirtschaft entschuldigt. Neue Reichsämter und Behörden wachsen, wie August Müller meint, wie die Pilze nach einem warmen Herbstregen hervor. Diesen Aus­wüchsen muß mit aller Entschiedenheit ein Riegel vorgeschoben werden. Die S ch e i n a c b e i t, die heute zur Regel geworden ist und eine wirk­liche Arbeitsleistung nicht kennt, muß entlarvt werden. Arbeitslose sollen und müssen ausrei­chend unterstützt werden. Man wird aber zu prü­fen haben, ob nicht Arbeitslose darunter sind, die wenigstens eine Zeit von ihren Renten leben könnten. Es soll solche geben! Die un- eydlich lang gewordene Staatskrippe muß sehr viel schmäler gemacht werden.Es kann," so meint August Müller,den Arbeitern nicht einer­lei sein, ob unsere Verwaltung wieder den frühe­ren guten Ruf zurückgewinnt, oder ob die Be­hauptung von vorhandener Korruption neue Nahrung erhält." Die eingerissene Lotterwirt­schaft kann die Arbeiter auch schon aus, dem Grunde nicht kalt lassen, weil sie selbst die unge­heuerlichen Kosten zu zahlen haben und dem Wiederaufbau Deutschlands durch diese Mißwirt­schaft entgegengearbeitet wird. Wir müssen wie­der zu unserer früheren Sparsamkeit zurückkehren, die Korruption muß aushören. Doch wann wird das geschehen? Erst dann, wenn wir Schluß machen mit der elenden Parteiwirtschast, die nichts um der Sache oder des Volkes, sondern alles nur um der Partei willen tut! Solange wir in dieser Parteiwirtschast fortleben, erleben wir keinen Abbau in unseren amtlichen Stellen, beim Staat wie bei den Gemeinden, son- "t'tfejiB M unterzubringen. Es wäre interessant, einmal zah­lenmäßig das Anwachsen der Beamten stellen seit Revolutionsausbruch bis heute festzustellen nicht nur im Reich und Staat, sondern auch in den Gemeinden. Wir erinnern nur an den kürzlich in Berlin auf Antrag der sozialistischen Parteien gefaßten Beschluß, nach dem 30 besoldete Magistratsmitglieder ohne Ausschreibung ange­stellt werden sollen, während bisher die Hälfte genügte. Dazu fallen die Posten in der Dunkel- kanrmer der Parteifunktionäre verteilt werden!

Die SoziÄLsmBkrMe mtd Regierung.

Nachdem vor kurzem die Neichsminister Dr. Si­mons und Dr. Geßler sich mehrfach dahin geäußert haben, daß auf du Dauer das Fernbleiben der Sozial- demokraten von der Regierung nicht denkbar sei, bat gestern dieGermania" dieses Thema fortgeführbund gesagt, daß die Verbreiterung der Regierung notwendig sei, weshalb sich die sozialdeniokratie zu Beginn der neuen ReichStagStagmig vor eine Eullcheidnnq gestellt feben werde. Würden die Sozialdemokraten abermals ablehmen, so iucrbe wahrscheinlich kaum ein anderer Weg übrig bleiben, als durch Neuwahlen die Grund­lage für ein auf eine parlamentarische Mehrheit ge­stützte Regierung zu gemimten. Dazu nimmt nun heute derVorwärts" Stellung. Er sagt it. a.: Solange das arbeitende Volk in seiner erdrückenden Mehrheit nicht einsieht, daß eine sozialistische oder von Lozialisten stark beeinflußte Steuerung besser ist als eine rein bürgerliche Regierung, solange kann die Lust der Sozialdemokraten am Regieren oder Mitregieren nicht groß sein. Sie hat auch keineswegs den Wunsch, daß wir aste drei Monate eine neue Regierung oder alle sechs Monate einen neuen Reichstag baben sollen. Damit bringt man die Dinge auch nicht vorwärts. Allerdings könne man mit der Drohung, daß cDer.il Neuwahlen gegen die Sozialdemokraten gemacht miir« den, keinen Eindruck machen, denn in der sozialdemo­kratischen Partei herrscht nur eine Stimme der Zu­versicht darüber, daß sie bei den nächen Wahlen wieder große Fortschritte machen werde.

Am die F'zmWaNsrr in Eilvese Anslättdifche Stvntioöe des deutsche» Funk­verkehrs ?

WB. Berlin, 6. Sept. Dem RtichzpoKnmttster'ium ging eine Mittelung zu, daß die französische Funk- qeseüschaftEompaznie generöse de telegraphie fans fit Paris" Anspruch auf die Verausgabe der deutschen Funkstation in Eilve! e erhebt. Diese Forderung wird damit begründet, daß die Hochfrequenz-Maschine» A. G. in Berlin im Zahre 1912 einer französischen Gruppe AurlandSpaten e der ProfefforS Goldschiiiist auf Ueberbxuckung großer Eut'enmuxgeu mittels ^»ch- srcqueuzmaschinen verlaust und ihr außerdem da? Recht hn,' die Uebernahme oer deut chen Großsiation Eilvese bei Haiinover bis zum 81. Dezember 1914 emrämnte. Infolge des KrirgeS konnte bie ftaxzösische Gesellschaft ihr 8!echt, die Funkstation Eilbese zu übernehmen, nicht auSüben. Unter Berufung auf § 299 b det FriedeuSvertrageS versicinbigte iceo* Frank, ich die deutsche Regierung von dem Wiederaikrafttreicu des raglichcn Vertrages und d:e krauzöfi che GeirU> a t ;t sich iw berechtigt, gegen Eulschädigung die Bemf-be Großstation zu übernehmen. Durch diese Sachlage kam die Reichslrlegraplicriverwaltuug, ohne deren ricunt- j ncs 1912 ben Sramoien durch eure Privatvereinbarung

ein in die deutschen Verkehrsiuteresscn eingreifendes Recht eingeräumt worden ist, in eine außeroreenilich schwierige Lage, da die Großfunkstelle Eilvese inzwischen in den öffentlichen Telegravbendienst eingestellt worden ist. Das ReichspostmiNisteMm ist in Gemeinschaft mit den übrigen Reichsministerien in eine Untersuchung des Vorfalles, der auch noch das Reichskabinett be- ichästioen dürfte, eingetreten und drfft, baß auf beut Wege von Verbandlungen mit der französischen Gesell­schaft die dein deutschen Funkverkehr drohende aus­ländische Kontrolle noch in letzter Stunde abgewendet werden kann.

Oberschlesien.

EKre neue SeMchs AslE.

WB Verliu, 8. Sept. Die deutsche Frre­de n 2 b e I e g a t i o n in Paris ^at der Frie- denskonfecenz folgende Note überreicht:

Unter rücksichtslosen Eingriffen in die Ver­sorgung der deutschen Kohlenverbraucher hat die deutsche Regierung alles daran gefetzt, um die in Spa übernommenen Kohlenlieferungsverpflich- tungen zu erfüllen. Ihre Bemühungen waren bis­her von Erfolg gekrönt. Die täglichen Lieferungs­zahlen des Monats August lassen erhoffen, daß das LteferungSsoll in diesem Monat erreicht wird. Die deutsche Regierung hält sich jedoch für vcr- pflichcet, die Aufmerksamkeit der verbündeten Re­gierungen mit allem Nachdruck darauf zu lenken, daß ihr die Erfüllung der von ihr eingegangenen Verpflichtungen unmöglich gemacht wird, wenn die K o h l e n p r o d u k t i o n, die ihr zur Zeit der Verhandlungen von Spa^ zur Verfügung stand, eine Einschränkung erführt. Diese Voraussetzung ist durch die immer ernster wer­dende Lage in Oberschlesien eingetreten. Während die mit den Vertretern der Becgarbei- terorganisationen vor kurzem in Oberfchlesien ge­führten - Verhandlungen volles Verständnis der

Deutschlands und i^e Bereitwilligkeit erkennen ließen, durch Mehrarbeit die oberschlesische Kohlenförderung zu steigern, hüben die augen­blicklichen Vorgänge in Oberschlesien bewirkt, daß im Gegenteil die Kohlenproduktion erschreckend gesunken ist, und daß von dem Deutschland belassenen Anteil an der oberschlesischen Kohlen­förderung nur noch verschwindende Mengen nach Deutschland gelangen. Ein Ersatz dieser Fehl­mengen durch eine weitere Kürzung der Jnlandversorgung ist nicht möglich. Der deutschen Regierung ist durch die Bestimmungen des Friedensvertrages jede Möglichkeit genom­men, ihrerseits für die Beseitigung der Gründe des Rückganges der oberschlesischen Steinkohlen- förderung Sorge zu tragen. Sie beehrt sich daher an die verbündeten Regierungen nochmals die dringende Bitte zu richten, unverzüglich die in den deutschen Noten vom 21. und 25. August ge­forderten Maßnahmen zu ergreifen. Nach den gestern eingegangenen telegraphischen Meldungen soll die interalliierte Kommission die Kohlenfen- dungen aiS Oberschltsien überhaupt gesperrt haben.. Wie die deutsche Delegation in Spa dar- gelegt und die dortige Konferenz vurch den Mund des Mipisterprüsidenten Lloyd George und des Präsidenten der Konferenz Delacroix ausdrücklich anerkannt hat, ist die Ausführung des Kohlen- abkommens vom 16. Juni 1920 abhängig von einer ausreichenden Belieferung Deutschlands mit oberschlesischer Kohle.

DerLokalanzeiger" sagt zu der Note: Diese Darlegungen sind unstreitig richtig. Der Gedanke liegt außerordentlich nahe, daß bie Nichtliefe­rung Deutschlands mit oberschlesischer Kohle die Ersüllung unserer Lieferpflichten an Frankreich für den September bereits unmöglich^ gemacht bat. Man kann sagen, daß die Franzosen durch ihr Verhalten in Oberfchlesien die KohlenNese- rungen an sie selbst sabotiert haben. Hoffentlich geschieht von der Reichsregierung da? Erforder­liche um diesen unleugbaren Zusammenhang der Welt und der Entente in die Köpfe zu hämmern, ehe Frankreich die üblichen Berlemndungen über deutsche Wortbrüchigst anrustimmen vermag.

Die KsKserenz in Slrssa.

wb. Ztrssa, 8. Sept. (Stefani.) Die Sach­verständigen beschäftigten sich gestern zunächst mit gegenseitigen Mitteilungen über die Me- thoden uHb die Märkte für den Ankauf von Waren 'ür den allgemeinen Verbrauch. Es wurde im allgemeinen festgestellt, daß kein ernster Konflikt der Interessen in diesem Punkte vorliege. Ferner befaßte man sich mit der ge­nauen Feststellung des deutschen Bedarfes und mit der Frage, was Italien für Rechnung des von ihm zu leistenden Vorschusses gegebenem Agiles liestm sönne, indem es gleichzeitig die Dnrchfsisirung der Verein':gmngeN von Spa sichere und den berechtigten Interessen Italiens Rechnung trage. Unter dem Vorsitz des Mi­nisters Solati und in Anwesenheit der Delo­

gierten Englands und Frankreichs wurde eine Vollsitzung abgehalten, in der festgestellt wurde, daß Italien bereit ist, die in Spa übernomme­nen Vsrvflichtungen zu erfüllen. Hierauf wurde die Konferenz geschloffen.

Von den Verhandlungen in Stresa wird bei Deutschen Allqem. Ztg." berichtet, daß in den beiden letzten Sitzungen der Wirtschaftskonferenz die italienische Abordnung der deutschen die Liste der Nahrungsmittel zur Auswahl vor- legte. die Italien liefern kann. Deutschland ist mit dem Angebot an Lebensmitteln zufrie­den, die auf feinen Märkten nicht erhältlich sind. Deutschland hat Bedarf an Roggen, Futtermitteln und Del, an denen Italien keinen Mangel leidet.

Italienisches Guthaben für Deutschland.

D. Berlin, 8. Septbr. Wie es heißt, wird Italien im Verfolg der Besprechungen auf bei Ernährungskonferenz in Stresa dem Deutschen Reich bei der Banca d'Jtalia auf den 1. De­zember 1920 ein Guthaben von 21 Millionen Lire-eröffnen. Sondermifstonen beider Nationen sollen die Verwendungsart des italienischen Vorschusses prüfen.

Sie Rhein?sndreise WMsrands.

WB. Maiuz, 8. Swt. Der französische Minister» Präsident Millerand mit Marschall Fach und Be- aleihing sind heute vormittag kurz nach 11 Uhr, vov Wiesbaden kommend, hier engetrorfen und verweilten etwa drei Stunden in der Stadt zu verschiedenen Be­sichtigungen und Empsänqen. Gegen 2 Uhr fuhren sie im Auto nach WormS weiter.

Ip».<ParrS, 9 Sevt. Zur Rheiurelle Millcrandt und Fachs schreibt Bsrrss, daß Millerand bei qualifizierteste Franzose Bei seiner Spazierfahrt durch bie Rhein lande an Ort itnb Stelle die Rbeinp olitil Frankreichs studiere und festleqe. BnrrvZ erhoffe ein großes Ergebnis von der Reise Millerauds und ent- .nnL-tr seichn IMunten GebLuken über dir von ihm

nlandpolrtiL Carres spriair

deutsche Gefahr. Wenn zugelaffen werde, daß bte Rheinlinie nicht aufhöre die militärische Grenze Deutschlands zu sein, feien Metz, Straßburg. Belgien und England in Gefahr. Es gebe tatsächlich reine Möglichkeit, Deutschland zu trauen. Barrös sprich! baun weiter von seiner LiebliugSidee der Befreiung SüddeutschlandS von Norddeutschland. Süddeutschlant könne ben Weg der Befreiung nur nach dem Westen finden, d. h. über den Donau-Rhein-Mainkanal.

Der kymmende PrösiÄen! Frankreschs.

D. Paris, 8. Sept. Der Pariser Korrespondent derDaily News" meldet, daß sich die Gerüchte über eine neue Präsidentenwahl für die allernächste Zeit mit' Hartnäckigkeit behaupten trotz aller Erkläruugen über eine Besserung tut Befinden DeschanelS. Der Präsident ist jetzt seit vier Monaten von PariS ab­wesend. Dokumente werden ihm zur Unterschrift in feine Wohnung gesandt. Man spricht von Millerano als Präsldcuren und von Briand als Nachfolger tn seinem Amte als Ministerpräsident.

VsrschiehuKZ der Genfer Konferenz.

D. Paris, 9. Sept.Echo dtzs Paris" be­hauptet, daß die französische Regierung den belgischen Wunsch auf Verschiebung der Genfer Konferenz unterstütze. Es solle vorher bie Frag« der Wiedergutmachungskommission neu geprüft werden. Der belgische Ministerpräsident hat der französischen Regierung eine Denkschrift überreicht, worin scharfe Vorwürfe für _bie Wisderyerstellungskommijsion enthalten sind. Plan glaubt, daß die Geschäftsführung dieser Kommiision einer gründlichen Aenderung unter­zogen werden wird. Der Vertreter desExcel- sior", der Millerand auf feiner Rheinreise be­gleitet, teilt mir, daß die Brüsseler Konferenz bis Ende Oktober verschoben werden solle. Nach einer Zusammenkunft mit Giolitti werde Mille- rand den Präsidenten der Schweiz besuchen.

Tödlich eftre Stt^rms öer Dsrnunft.

VfB. §ca§, 8. Sept. LautNieuweTourqm" wird drahtlos aus New-York berichtet, daß ÜmverMtsproftsior Cravach, der in Finanz­kreisen großen Einfluß besitzt und auch auf bei Konferenz von Spa zugegen war, eine Rede hielt, worin er für die wirtschaftliche und polu lisch« Unterstützung der augenblicklichen ge- mäßigten deutschen Regierung eintrat Er sagte, das fei die einzige Art, um Europa Wieder hochzubringen, den Alliierten ihre Ent- schadigungen zu verschaffen und den Bolsche­wismus abzuwehren. Er fei der Ansicht, daß alle Berichte üoer die UnpiDerlasfigleit orr beut- -chen Regierung unrichtig seien. Die Emiwaff- nung gebe allmählich vor sich. Die Behaup- tungen über geheime Munitionsvorräte seien vollständig aus der Luft gegriffen. Das deut­sche Volk leide jedoch sehr viel, daher komme eS, daß die Kohlenlieferungen noch nicht auf er Höhe seien. Zum Schluß erklärte sich Craoach gegen die Auflösung des Deutschen Reiches, da dies zu einem Chaos führen werde.

Weitere politische Nachrtchtm Seite 64