Einrückungsg e b u 6 r: Die8gesv.Kolonelzeileod. deren Rcmin 1.— Mk., die tgesp. Zeile i. Reklameteil 8.— Mk.. 25°joTeuerungszusckl. Offertgedübr A) Pfg. Bezusspreis:Vierteljährlich 12.90 Mk., monatl. 4.30 Mr.. für Postbezug vierteliährl. 12.90 Mark, monatl. 4.30 Mk. Die Nummer 20 Hfg. Postscheck-Konto Nr. 26659. Frankfurt a. M.
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Nr. 218
Dienstag ösn 7. Septembers
1S2S
Das Neueste.
Nach den neuesten Nachrichten aus 'Oberschlesien wird die Lage immer gespannter. Neue Fälle von polnischen Uebergriffen werden gemeldet.
In Stresa begannen gestern die Beratungen zwischen dem italienischen und deutschen Trnährungs- mimster, die u. a. den Zweck haben, die Versorgung Deutschlands mit Lebensrnitteln festzusetzen.
Litauen hat Polen eine Note überreicht, in der vorgeschlagen wird, die Feindseligkeiten sofort einzu- stellen und Delegierte zu entsenden, um eine Demarkationslinie festzusetzen.
Stafiex steht am Vorabend einer bolschewistischen Revolution. Das Proletariat versucht sich zn bewaffnen; die Fabriken sind in Festungen verwandelt.
Oberschlesien.
I Oberschlesien scheint nicht zur Ruhe kommen zu sollen. Das Vertrauen, das wir Deutsche in | das Uebereinkommen mit den Polen gesetzt haben, I wird schwer mißbraucht, der polnische Terror dauert an, sodaß sich die deuffchen politischen Parteien genötigt gesehen haben, einen neuen Protest an den General Le Rond abzusenden. Der Protest, den wir gestern bereits zur Kenntnis unserer Leser brachten, ist nur zu berechtigt/ berechtigt angesichts der Mordtaten, die von Polen I an Deutschen verübt werden, und weiter angesichts der vorhandenen Anzeichen für eine neue Auf- standSbewegung. Der „Tatendurst" der verbreche- | rischen Instinkte glimmt weiter, seine Stillung ist nur vorübergehend, um angesacht von polnischen Führern im günstigen Augenblick wieder von neuem zu wüten. Schon wird gemeldet, daß die ^^llchlesischen Volksführer von Warschau her die M'ung erhalten haben, nunmehr aueyM MW- lichst kurzer Zeit die Städte in ihre Gewalt zu bekommen, andernfalls die Geldunterstützungen ton Warschau eingestellt werden würden. Die Polen werden bei ihrer Verbrüderung mit den Franzosen leichte Arbeit haben, denn den bewaff- I neten Polen kann das Deutschtum — leider — nichts als papierne Proteste entgegensetzen. Es ist nur zu klar, daß die Polen jetzt fertige Tat- | sachen schaffen wollen. Wenn sie zu den Landbe- zirken, die sie völlig beherrschen, nun auch noch die Städte in ihre Gewalt bekommen, ist Oberschlesien tatsächlich polnisch und der Franzose hat es nachher leicht, Oberschlesien ohne oder mit Abstimmung einfach Polen zuzuschreiben. Die in obengenanntem Telegramm ausgesprochene Befürchtung von einer baldigen Erneuerung des polnischen Aufstandes ist demnach keine leere Phrase, sie bedeutet eine ernste Warnung an die Alliiertenkommission, die das Recht und den Schutz des Landes übernommen hat. Ob diese Warnung steilich von Erfolg sein wird, ist eine andere Frage. Nach den bisher gemachten Erfahrungen mit der stanzösischen Besatzung besteht wenig Astssicht, daß die Warnung verstanden wird. Das hmßt, man wird sie nicht verstehen wollen. Solange dieser Aufstand dauert, hat kein stanzö- stsches Gewehr auch nur einen Schuß auf die Rebellen abgegeben", so heißt es in dem Protest > politischen Parteien und der Vertreter des »Jugemeen Handelsblad" hat sich über seine @in= Ecke in Oberschlesien dahin geäußert, daß die Franzosen nicht nach Oberschlesien gehören. Die Franzosen dürften in Oberschlesien keinen Dienst E, denn das sei ein schreiendes Unrecht gegen Deutschland oder eine große Gefahr für dieses Jwtige Industriegebiet. Es sei ein Ding der ^st^uglichkeit, daß französische Offiziere, die so haßerfüllt von einem Volke sprächen und die in Polen einen Freund und in jedem Deut- istien einen Boche sehen, in Oberschlesien weiter- wt Dienst tun. Das sind' die Beobachtungen swez Neutralen, die sich ganz mit unseren Auf- Rungen decken. Das Telegramm läßt einwand- uel durchblicken, daß man über die französische ss^upolitik bes' Generals Le Rond in allen 1 Kreisen Oberschlesiens gleichmäßig ist Deutsch denkende Beamte und Arbeiter ^1^ aus Oberschlesien, dem Stück Erde, was . s letzt noch deutsch ist, flüchten, weil sie sich von polnischen Terror fürchten, weil die stanzö- Besatzungstruppen nicht gewillt sind, sie .^m Terror der polnischen Aufständischen Aichutzen. Auch nach den heutigen Nachrichten, Cr ^ weiter unten folgen lassen, geht hervor, / Polnische Terror mit seinen Greuel fort- und von einer Waffenablieferung nichts Die Flüchtlinge überströmen Nieder- . -^ttelschlesien — ist es da unverständlich, sg^? ^. wie in Breslau, zu einem ziellosen der entsprungenen Zornesausbruch der
' Bevölkerung kommt? Wenn der ^^täglich das deutsche Recht von den " Sanb in öanb mit den Franzosen miß
achtet, mit Füßen getreten sieht, soll da in ihnen die Achtung vor dem ftanzösischen Recht nicht ins Wanken kommen? Wir verwerfen selbswerftänd- lich derartige Vorgänge, wie sie sich in Breslau ereignet haben, da durch sie unsere Regierung und damit dem ganzen deutschen Volke nur neue Steine aus den steinigen Weg gewälzt werden, aber wir erwarten, daß unsere Regierung gegen das Treiben der stanzösischen Besatzung, eftr- schließlich des Generals Le Rond ganz entschieden Front macht. Nach den neuen Lageberichten sind wahrhaftig genug Unterlagen hierfür gegeben.
Die Besorgnis der deutschen Bevölkerung Oberschlesins ist dauernd im Steigen und ein Notschrei nach dem andern bringt zu uns ins Reich. Werden diese Notschreie unserer deutschen Brüder gehört? Gewiß von einem großen Teil, aber der andere Teil denkt garnicht daran, sie zu hören, auch in der Stunde der Not und Gefahr nicht. Leider betrachten es die ganz links gerichteten Parteien nicht als ihre Aufgabe, mit allen Kräften daran mitzuhelfen, daß den polnischen Raubbanden das Handwerk gelegt wird, und daß Oberschlesien dem Mutterlande erhalten bleibt. Es ist ihnen gleich, ob unsere deutschen Brüder unter die Herrschaft fremder, halbasiatischer, un- kuMvierter Poienhorden fallen, ob uns dieses Land mit seinen reichen Bodenschätzen über und unter der Erde verloren geht. Das ist bedauerlich, bedauerlich umsomehr angesichts des Kampfes der Heimattreuen Oberschlesier um ihr Deutschtum und um ihr Recht.
Die Lage immer gespmmler.
WB. Breslau, 6. Sept. Nach den neuesten Nachrichten aus Oberschlesien wird die Lage immer gespannter. Die Untechandlungen zwischen den deutschen und polnischen Parteien
Lüge betrieb m. Folgende neue graue' werbest W meldet: In Lipine sollte die neue paritätische Polizei eingekleidet werden. Darauf drangen bewaffnete polnische Zivilisten, die zu den Insurgenten gehören und die sogenannte polnische „Bürgerwehc" bildeten, in das Lokal ein und erklärten, sie würden bie Tätigkeit der neuen Polizei verhindern. Da die deutschen Mitglieder der neuen Polizei waffenlos waren, mußten sie der Gewalt weichen und konnten ihren Dienst nicht aufnehmen. In Myslowitz verlangten die polnischen Stadtverordneten nicht nur die Entfernung der einzukleidenden Hundertschaft der neuen Abstimmungspolizei, sondern auch die Entfernung der italienischen Besatzung. Einer polnischen Demonstrationsversainmlung am Ring gelang es, die Entfernung der Abstimmungspo- lizei zu erzwingen und auch die Italiener zunächst zum Abrücken zu veranlasien. Die Italiener sind später wieder zurückgekehrt. In B o g u t - schütz wurde der Führer der polnischen Insurgenten, der im Besitz der Ausrüstungsstücke des ermordeten Unterwachtmejsters Hoffmann war, ein führendes Mitglied der polnischen Bürgerwehr. Daß auch dort, wo die paritätische Polizei in Tätigkeit ist, für die polnischen Mitglieder Partei ergriffen wird, beweist ein Vorgang in Bogutschütz, wo am Sonntag abend als Abschluß der viertägigen Tagung eds Gewerkschaftsbundes der Angestellten "ine Festlichkeit im Hotel „Graf Reden" sbättfand. Gegen %1 Uhr nachts drangen 40 bis 50 Polen in das Lokal ein und verursachten Wüste P r ü g e l s z e n e n. Die neue Abstimmungspolizei griff nicht ein, vielmehr ließ ein polnisch sprechender^ Polizist die Eindringlinge erst in das Hotel ein. Die zu Hilfe gerufene französische Sicherst; eils wache erschien nicht. Auch sonst geht der polnische Terror unbehindert,weiter. In der Prinzen- grübe bei Lazisk fetzten die Polen 13 deutsche Beamte ab und stellten auch dort polnischen Ersatz ein. Die Dernriitelungsvechandlungen" des polnischen Plebiszitkommissariats und der polnischen Gewerkschaften, die von der Grubenleitung angerufen waren, waren bisher vergebens. Die WeM- leitung wandte fich auch an den General Seron, der es jedoch ablehnte, sich in „wirtschaftliche Differenzen" einzumischen. Als die Werksleitung erklärte, daß sie dann die Grube schließen müsse, erklärte Lerond, dann dürfte sie die Veraniwor-
tung tragen. Der Vertreter der Werksleitung erklärte darauf: Die werde ich tragen. Die Gesetze befehlen mir die Schließung der Gruben, wenn keine bergbehördlich anerkannten Beamte da sind. Auf die Frage des Vertreters der Werksleitung, ob die Kommission bei der Schließung der Grube die deutschen Arbeiter schützen werde, schwieg -Aerond. Ein anwesender Italiener erklärte,
ib. Ein anwesender Italiener erklärte,, daß — Paris, 6. Sept. In der italienischen Acbei- ..... Kompagnie Jtlaiener nach Lazisk geschickt > terbewegung ist keine Aenderung der Lage zu werde.'VoneinerWafsenablieserung verzeichnen. Die Arbeiter schlagen vor, die Fader Polen ist nichts zu spüren. Der briken zu schließen und wollen, um die Besitzer englische Kreiskontrolleur in Beuthen, Major sicherzilstellen, Kautionen hinterlegen. Die Jn- Ottler,.der miolLe der. üMMen. Entwicklung dusinellen lehnen leben Bcrmittlungsvorschlag
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der Polen ist nichts zu spüren, englische Kreiskontrolleur in Beuthen,
seinen Abschied einreichte, aber im Gegensatz zu zwei anderen englischen Kreiskontrollenren noch nicht bewilligt erhielt, erklärte dem deutschen Vertreter gegenüber selber, daß es unmöglich sei, von den Polen die Waffen herauszubekommen. Er fügte hinzu, daß nach seiner Ansicht die Abstimmung nicht stattfinden könne, bevor die Waffen abgegeben seien. Unter diesen Umständen ist die Besorgnis der deutschen Bevölkerung dauernd im Steigen, zumal das Gerücht verbreitet wird, daß man in Paris mit der Absicht umgehe, die Abstimmung überhaupt nicht stattfinden zu lasten. Nahrung findet dieses Gerücht z. B. in der Mitteilung des Posener Blattes „Dziennik Poznanski", wonach in Paris schon die Frage aufgeworfen werde, ob es nicht richtiger sei, Oberschlesien Polen ohne Abstimmung zu geben. Das polnische Blatt fügt hinzu, mit der auch für die polnische Presse Ober- schlesiens charakteristischen Umkehrung der Tatsachen/ daß die Deutschen (und nicht etwa die Polen) dieser Lösung durch ihre Verfolgungen, Morde und Plünderungen den besten Dienst leisten. Dieser skrupellosen Unrichtigkeit der polnischen Presse ist die deutsche Presie Oberschlesiens deshalb nicht gewachsen, weil ne infolge vol- nischer Denunziationen von willkürlichen Verboten bedroht ist. So wurde wegen einer an sich unbedeutenden Notiz, die auch in polenfreund- lichen Blättern stand, ein deutsches Organ verboten. Auf feine Reklamation hin erhielt es von dem zuständigen stanzösischen Offizier lediglich zur Antwort, es genüge in einem solchen Falle das Verbot und die deutsche Zeitung könne es sich zur Ehre anrechnen, daß sie wegen ihrer größeren Verbreitung davon betroffen wurde.
Die Vberschlssische AulDKomie.
v. Berlin, 7. Seviember Nach dem „Lok. Anz."
'oberschlssischen Autonomie befaßt. Nabere Mitteilungen über die @teÖunrmn6me der Regierung liegen noch nicht vor. Im Auswärtigen Ausschuß bat Dr. Simon? erklärt, daß die Gewährung der Autonomie nicht aus Kosten des ReichS oder Preußens geschehe dürfe. In parlamentarischen Kreisen glaubt man den Gefühlen der Bevölkerung bereits Rechnung zu tragen, weUn man Oberschlesien als preußische Provinz etwas mehr Rechte gibt als den andern Provinzen.
DeMfch-Ual. Errrährrrngs-Ksnferenz.
WK Stresa, 6. Sent. In der Villa Borromso begannen heute in Gegenwart von Vertretern Englands und Frankreichs die Beratunaen zwischen dem italienischen und deutschen Ernäh- rungsminister. S o l eri erinnerte an die Spaer Konferenz vom 16. Juli und an die Beschlüsse des Wiedergutmachungsausschusses vom 30. August in Paris und legte dann den Umfang und die Ziele der gegenwärtigen Beratung dar, welche die Verwendung des italienischen Anteils an den von der Spaer Konferenz Deutschland zugunsten seiner Verpflegung bewilligten Vorschüssen derartig regeln soll, daß den Interessen Deutschlands und Italiens Rechnung getragen wird. In seiner Erwiderung setzte H armes die allgemeine Ernährungslage Deutschlands auseinander, wobei er die schon auf der Londoner Konferenz vom 4. August gegebenen Aufschlüsse ergänzte und namentlich auf die Ernäh- rungslage in den deutschen Kohlenbezirken Hin- wies. Nach dem allgemeinen Ansichtenaus- tausch wurde auf den Vorschlag Coleris eine Reihe von Sonderberatmwon zwischen den Sachverständigen der beiden Völker festgesetzt, um die praktischen Möglichkeiten der 'Verwendung des italienischen Anteils zu prüfen.
WaLisn vsr einsr BevMttwn?
Wie in Rußland, so ist auch in Italien schon oft der Umstuxz vorausgesagt worden, ohne daß es, abgesehen von örtlichen Aufständen, deren die Regierung noch immer Herr werden konnte, bisher zu ernsteren Ereignissen gekommen ist. Die Arbeiterbewegung jedoch, die vor einigen Wochen begann und die — so harmlos sie sich ursprünglich ausnahm — im Verlaufe ganz kurzer Zeit zur Besetzung fast der gesamten industriellen Werke, Arsenale und Werften durch die Arbeiter führte, hat einen derart ernsten Charakter angenommen, daß Italien eigentlich heute schon mitten in einer bolschewistischen Revolution steht. Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß Italien vor sehr schweren Ereignissen steht, die abzuwenden, die Regierung kaum mehr in der Lage sein dürste.
Die Fabriken in Festungen verwandelt.
ab. Sie wollen die Forderungen der Arbeiter erst i dann prüfen, wenn der normale Zustand wieder- ; hergestellt ist. UeberaH sind die Fabriken in wahre । Festungen verwandelt. Der Arbeitsminister La- briola will den Streik einer gemischten Kom- . mission zur Schlichtung übertragen. Es soll amt» : lich festgestellt werden, ob die Finanzen der Gesellschaften Lohnerhöhungen der Arbeiter vertragen können. Die Arbeiter scheinen diesem Vor- , schlag geneigt zu sein, während die Industrielle« ihm Widerstand entgegensetzen.
Bewaffnung des Proletariats.
— Zürich, 6. Sept. Ueber die äußeren Umstände, unter denen sich in Obecitolien der Versuch der Bewaffnung des Proletariats abspiett, . meldet der Mailänder Berichterstatter der „Neuen ■ Zürcher Zeitung" u. a.: „In den Betrieben sollen i Arbeltetkom'-agnien gebildet werden, die, wenn . immer mögl^u, von Genossen gesührj werden, die an der Front als Unteroffiziere gedient b-aben. Man unternimmt also systematisch die Bildung : der Roten Armee sowie sie vom „Avanti" täglich : an Hand des russischen Vorbildes als das gegebene Mittel zur Verwirklichung der Diktatur . des Proletariats empfohlen wird. Der Triumph des militärischen Geistes in der Arbeiterschaft ist unverkennbar. Unter dem Muck der Vorgesetzten bequemen sich die Arbeiter in den besetzten Fabriken zu einer straffen Disziplin. Es wird fast überall wieder, so gut es geht, gearbeitet und man hat sogar damit begonnen, fehlende Rohstoffe unter den Fabriken auszutauschen. Besonders augenfällig präsentiert sich der militärische Avpa, rat nach außen. Die 28>ckcheir werden bewaffnet. Einige sind mit Hellebarden aus der guten alten Zeit versehen; andere tragen Schußwaffen, vom Revolver angefangen bis zum Vetterli-Gewehr und modern Karabiner. In Sesto san Giovanni kann.man sogar Rotgardisten sehen, die des
--Helm tragen, mit dem
Kokarde. Zu den Versammlungen werden die Arbeiter mit militärischen Signalen gerusen."
Zusmmnenstöße.
WB. Mailand. 7. Sept. Ein Trichter Tele- gramm des „Seeolo" meldet, daß es infolge des Generalstreiks zu Zusammenstößen Mischen bewaffneten Sozialisten und Mitgliedern des bürgerlichen Blocks kam, bei denen es Schwerverletzte gab. Die Karabinieri veranlaßte Haussuchungen in den Räumen der sozialistischen Partei und der bürgerlichen Blockparteien. An den letzteren Orten verliefen sie ergebnislos, während bei den Soztalisten Massen und Munition beschlagnahmt wurden. Unter dem Beisall der Menge entfernten die Karabinieri die Sowietsahne von dem Sektor der Socialisten.
Aebergriff öeuif^er Eisenbahner.
WT>. Erfurt, 6. Septbr. Am Freitag mürben die Wägen de? Boloniazuger, bie mit Munition geladen waren, in Ermrt auSrangiert. Sie sönten am Sonntag wcirerbeförderr werden. Am Sonnabend wurde die aus einer Million Gewehrpationen bw stehende Ladung von den Arbeitern iheraurgebolt und die Killen eine nach der anderen zur Explosion gebracht.
— Berlin, 6. Septbr. Das Vorgehen des radikalen Teils der Arbeiter der Erfurter Eisenbabn- arbriter, bedeute ohne Zweite! eine Verletzung der Bestimmungen des Ve^sailler Vertrages. Die Polon'a- zöge enthalten den Nachschub für die interaUicrtea Besatzungstruppen in Oberschlesien und haben das Recht, Deutschland ungehindert zu passieren. Der Zug war an der Grenze bereits kontrolliert worden und ausdrücklich als zu gelassen er Transport der Entente deutlich erkennbar bezeichnet worden. Der ReichsverkehrSminister bat telegraphisch die sofortige Entlassung aller der Menbabnarbeiter und Beamten angeordnet, die beim Anhalten des Zuges, bcini Durchsuchen und bei der Vernichtung der Munition beteiligt gewesen sind. Beamte sind, soweit bisher soll gelebt, in der Tat nicht beteiligt.
»-- Berlin, 7. Sept. lPrwattelegr.) Das Vsi>» gehen der Er mier Eisenhabnarlecker wird auch von den linksdemokratischen Blättern scharf gcbrandmarkt. Der „Vorwärts" schreibt: Die Arbeiterlcha't ist augenscheinlich das Opier ksmmmnstischer Phrasenhelden geworden, von denen einer erst kürzlich in einer Veo. sammlung erklärte, wir wußten es zum Kriege mit :« Entente treiben. Dieses Element spiele mit dem Feuer und es ist nur in begrciftrh, wenn sich gegen solch« unverantwortlichen Elemente die ganze Entrüstung des deutschen Volkes wendet.
Foch ur;S WiüsrLrrS in Bonn.
Ipu. B»N!t, 7. Septbr. Ttarichall Foch ist fe Begleitung beS Mnisiervräsidenten M illeraud gestern in Bonn eingetroffen. In feiner Begleitung befindet sich der Präsident der Hohen Kayimissio« Girard und Gikneral Degoute. Heute inorgen findet eine große militärische Parade statt. Dc^Bcsuch MillcrandS und Fochs soll, wie betont wird, keinen politischen, sondern einen rein militärischen Charalte» tragen.
(Weitere pofttische Nachrichten Seite 6)