Linrückungsg «bü 6 r: Die8gesp,KoloneIz«ileod. deren Raum 1.—Mk„ die 4aew. Zeile i. Reklameteil 3.— Mk., 25°ioTeuerungszulckl. Offertgebühr ZOPfg. Bezugspreis: Vierteljährlich 12.90 Mk.. monatl. 4.30 Mk„ für Postbezug vierteliährl. 12.90 Mark, monatl. 4.30 Mk. Die Nummer 20JBfß.
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GenerEl-Anzeiger
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8k. 2-7
Freirag den 3. Seplembsr
1920
Das Neueste.
Dar Frankfurter Gewerkschaftskartell lehnte gestern tot Eintritt in einen Generalstreik mit 83 gegen 20 Stimmen ab.
Die Verhandlungen der Arbeitgeber mit den Arbeitnehmern über die Beilegung der Generalstreikes in Württemberg dürften heute zu einer Einigung führen.
In Oberschlesien tauchen Gerüchte auf, daß in etwa 6—8 Wochen ein neuer Polenaufstand zu erwarten sei.
In Görlitz fand eine Massenprotestversammlung gegen die Vergewaltigung Oberschlesiens statt.
In einem Schreiben des belgischen Bischofs wird die belgische Bevölkerung zur Unterstützung PolenS im Kampfe mit Rußland aufgefordert.
Die Anruhen im Reiche. Frankfurt.
WB. Frankfurt a. M., 2. Septbr. Von den bei den gestrigen Kundgebungen der Arbeitslosen Schwerverletzten find inzwischen fünf, darunter eine Frau, im Krankenhaus gestorben. Gestern abend wurde ein weiterer Waffenladen in der Fahrgasse ausgeplündert. Mehrere Rädelsführer wurden verhaftet. Heute morgen fanden Versammlungen in den einzelnen Betrieben statt, um zur Frage eines etwaigen Proteststreikes Stellung zu nehmen. In das Krankenhaus sind ferner 4 Schwer- und 8 Leichtverletzte eingeliefert worden.
Ablehnnng des Generalstreiks durch das Gewerkschaftskartell.
Das Gewerkschaftskartell lehnte gestern abend in einer stark besuchten Versammlung mit $& $ e g e K^i^^ mm v n lyn
Eintritt in den Generalstreik ab. Gegen den Generalstreik stimmten u. a. die Delegierten der Gemeindearbeiter, Bauarbeiter, Lederarbeiter, Handlungs- und Eastwirtsgehilfen, für den Streik traten die Metallarbeiter geschlossen ein. Die Eisenbahner entschieden sich mit 3 Stimmen für und mit 2 Stimmen gegen den Streik. Mitbestimmend für die Ablehnung war eine telephonische Mitteilung des Oberbürgermeisters, daß die Regierung fürdie Erwerbslosen ^Millionen Mark bewilligt habe, die auf das Reich verteilt würden. Frankfurt wird aus rigenen Mitteln noch 2% Millionen zuschießen. Die Gelder sollen zur Beschaffung von Heizmaterial, Kleidungsstücken, aber auch als bare Beidilse nach genauer Prüfung für solche Erwerbslose Verwendung finden, die länger als zwanzig Wochen außer Arbeit sind.
D. Frankfurt a. M., 3. Septbr. Während der Sedanfeier der Deutschnationalen Vollspartei drang am Donnerstag abend eine größere Rotte Mger Burschen in das Volksbildungsheim ein. Die besetzten alle Ausgänge und untersuchten leden Besucher, der das Haus verlassen wollte, ruf Waffen. Als Sicherheitspolizei eintraf, stob ne Menge auseinander.
Heute vormittag hatte die Polizei umfassende Maßnahmen am Hauptbahnhof getroffen. Es toar ihm zur Kenntnis gelangt, daß die Arbeits- wsen versuchen wollten, die vom Lande herein wmmrnden Arbeiter gewaltsam am Betteten der
* zu hindern. Zu Zusammenstößen und Un= *"h°n ist es nicht gekommen.
Augsburg.
.. ^- Augsburg, 2. Septbr. Nach den end- »simgen Festellungen der Polizeibehörde haben gestrigen Unruhen im ganzen 4 Tote ge- ®'n Resultat über die angeblichen ^Msse aus den Fenstern einiger Häuser liegt nicht vor. Die diesbezüglichen Zeugen- ^nehmunqen dauern an. Die U.S.P. hat, der „Volkswille" mitteilt, die Betriebsräte gefordert, als Protest den Generalstreik zu
Oberfchlefien.
Allgemeine Unsicherheit.
o'n,^-'.^ss""ivitz, 2. Sept. Die EntwaffnnngS- n Jweitet ungleichmäßig fort. Die Polen haben •en Teil der Waffen über die Grenze in gebracht. In den östlichen Kreisen des .,'°ndsgebietes istdieVerwaltnngstätigkeit weiterhin »on Ä ^ gestört. Die allgemeine ll^sicherheit steigt ianhn 9 8U Tag, Nachrichten über schwere Mist- ""gen, Plünderungen, Ueberfälle und Mordtaten yuL” östlich ein. In Przelaika, hart an der Grenze, .ietzt die Leichen von acht Personen anSge- c'(- die am 20. August erschossen, in die Brinitke ? "ud dann auf ßeiu Epolerafriedbof in beigesetzt worden waren. In Saigon ist Grab mit sechs Leichen feftgeftcöt worden, mend, wie die Opfer von Josephstal, er*
Gin neuer Polen-Aufstand bevorstehend?
Wie der „Kreuzzeitung* aus Oberschlesien geschrieben wird, erklärt das deutsche Oberschlesien heute mit dem schärfsten Nachdruck vor aller Welt, daß er die Franzosen nicht für fähig und willens hält, eine unparteiische Abstimmung herbeizufübren. Es tauchten im übrigen jetzt von neuem Gerüchte auf, daß in 6-8 Wochen ein abermaliger polnischer Aufstand ausbrechen werde.
Gegen die Vergrwattigung.
WB. Görlitz, 2. Sept. Gestern abend fand im großen Saal der Stadthalle unter Beteiligung der järgerlichen Parteien eine Massenprotestver- sammlung gegen die Vergewaltigung Oberschlesiens statt, die von der Oberlausitzer Arbeitsgemeinschaft zur Erhaltung Oberschlesiens bei Deutschland und dem Verein heimattreuer Oberschlesier einberufen war. Am Schlüsse der von etwa 2000 Personen besuchten Versammlung wurde folgende Entschließung unter lebhaftem Beifall einstimmig angenommen :
Die Einwohnerschaft von Görlitz protestiert in einer Massenkundgebung am 1. September gegen die Vergewaltigung Oberschlesiens. Da die französische Besatzung in Oberschlesien nicht gewillt oder außerstande ist, die im Friedensverttrag zugesagte Gerechtigkeit und Unparteilichkeit zu üben, so fordert sie ihre Ablösung. Sie verwahrt sich feierlichst gegen den polnischen Terror und die Begünstigung der Polen durch die Franzosen und verlangt, daß die interalliierte Kommission das Land schützt, die Ordnung aufrecht erhält und die Bewohner vor Schaden an Leben und Eigentum bewahrt.
Keine Anerkennung der Orgesch.
WB. Königsberg i. Pr., 2. Septbr. Vom Oberpräsidium wird mitgeteilt: Dar Berliner Nach- richtenbür» „Deutsche Telegravhen-Union* bringt unter der Ueberschrift „Anerkennung der Orgesch für Ostpreußen' die Nachricht, daß in Anwesenheit und unter tätiger Mithilfe Dr. E'cherichs soeben in Königsberg eine alle Teile befriedigende Einigung zwischen dem MRM^^
gleichzeitig bewiesen ist, daß sich airch die maßgebenden Stellen in Ostpreußen davon überzeugt hätten, daß Escherich im Einklang mit seinem bekannten Programm nur dem Wohl des Ganzen diene. Demgegenüber wird folgendes festgestellt: Forstrat Escherich war bei den fraglichen Verhandlungen nicht zugcgeir. Der Oberpräsident verhandelte überhaupt nicht mit ihm. Vielmehr machte zwei Tage nach dem Abschluß der Einigung Escherich lediglich einen ganz kurzen Besuch bei dem Oberpräsidenten, wobei keinerlei Verhand- lunzen gepflogen wurde. Ferner wurde die Crgcch für Ostpreußen nicht anerkannt, sondern ist und bleibt im Gegenteil aufgelöst. Ihre Mitglieder traten in die durch Erlaß des Oberpräsidenten gegründeten OrtS- und Grenzwehren auf dein Lande und den Kreisstädten größtenteils ein. In den kreisfreien Städten bleiben Ortswehren überhaupt nicht mehr bestehen, sondern es erfolgen nur Eintragungen für die Grcnzwehre«. Die maßgebenden Stellen in Ostpreußen standen und stehen auch fernerhin auf dem Standpunkt, daß sich die Orgesch jedenfalls in keiner Weise für Ostpreußen eignet und hier überhaupt nicht geduldet werden kann.
Polen—NutzlanS.
Fronlberlchle.
WB. Warschau, 2. Septbr. Havas. Polnischer Generalstabsbericht vom 1. September. Die Armee V u d j e u n y, die den Befehl erhielt, die polnische Front in der Richtung Zamocz zu durchbrechen und mit der 12. roten Armee auf Lublin zu marschieren und in der Richtung auf Cholm zum Angriff vorging, wurde vollständig vernichtet. Die Offensive der 12. Armee längs des Bug wurde vereitelt. Die Bol- schewisten konzentrierten sich in der Gegend Piczeza-Smolery-Jazdyne, Auf ihrem Rückzüge ließen sie zahlreiche Gefangene zurück. Andererseits erlitt Budjenny am 31. August in der Gegend von Rabewiec, wo eine bolschewistische Sru gade vernichtet wurde, eine Niederlage Es wurden 200 Gefangene gemacht. Die Gruppe Hasser, die der Nachhut Budjennhs stark zusetzte, führte am 31 August einen Angriff in der Richtung auf Zamoez aus. Budjenny wurde umzingelt und begann den Rückzug, wobei er überall auf energischen Widerstand stieß Er machte trotz der enormen Verluste mehrere Kavallerie-angriffe, um sich den Durchgang zu bahnen. Im Laufe dieser Kämpfe wurde die Armee Budjenny vernichtet, mit Ausnahme einiger Detachements, denen es gelang, sich den Durchgang zu bahnen. Sie zogen sich vollständig in Unordnung zurück. Die Ver - f o l g u n a d a u e r t a n. Es wurde große Beute gemacht, darunter 11 Kanonen und eine große Anzahl Maschinengewehre und Munition. Unter den getöteten Bolschewisten befinden sich zwei Brigadelommandeure, mehrere Regimentskommandeure und 12 Kommissare. Oestlich von Lem- berg wurden die Bolschewisten hinter den Bug zurückgeworfen und verloren drei Kanonen.
WB. PariS, 2. Septbr. Ein Radiotelegramm aus Moskau übermittelt folgendes EommuniquSr Im Norden von S o k o I k a lokale Kämpfe ohne Äedeuwua. in der Gegend von Cholm stan
den unsere Trupen im Kampfe mit dem Feind, welcher auf der rechten Seite des Zebadni-Bug Truppen gelandet hat und zwar in der Nähe von O p a l r n. Wir haben den Feind auf das linke Vugufer zurückgeworfen. In der Gegend von Wladimir-Wolhynst haben unsere Truppen bei der Entwickelung der Offensive nach heftigem Kampfe Grubeschow und mehrere andere Ortschaften genommen. In der Gegend von L e m b e r g haben wir unsere Truppen in ö st - licher Richtung zurückgezogen in den Abschnttt längs der Bahnlinie Lemberg-Brody. Im Krimabschnitt in der Gegend von B o r t - s l a w und O r e ch o w stehen unsere Truppen im Kampfe mit dem Feind, welcher hartnäckig Widerstand leistet.
WB. Königsberg, 2. Septbr. Im Suwalki- gebiet ist feit dem Einmarsch der Polen die Lage unverändert. Bei Philipovo an der deutschen Grenze sind polnisch« Pcttconillen aufgetreten. Nördlich von S o k o lka finden Kämpfe mit schwachen russischen Nachhuten statt. Die 12. Armee und die Armee Budjenny begegnet erfolgreicher polnischer Abwehr. Die Armee Budjennys selbst ist durch Flankenumfassung aus der Richtung Grabotvice und nordwestlich von T o m a s - z o w in bedrängter Lage und hat den Rüzug angeleitet. In der Gegend von L e m b e r g befinden sich die Bolschewisten nördlich der Bahn Lemberg-Brody im Rückzüge.
Die Bolschewisten bei Semberg geschlagen.
WB. Wien, 2. Sept. Die „Neue Freie Presse* meldet aus Warschau, daß die Bolschewisten im Kamvf um Lemberg vollständig geschlagen worden sind. Große Massen von Gefangenen fielen in polnische Hand. Die Rote Armee fei aus Brodny zurückgeworfen. Jede Gefahr für Lemberg sei behoben.
Proteste der Litauen gegen die Psten.
WB. «owno, 8. Septbr. Eine Note des Ministers des Auswärtigen besagt: Als die Solen während ihrer Gegenoffensive nordwärts vorrückten, fauste die litauische Regierung am 29. August eine Note nach Warschau, iu der sie vorschlug, um jeden Konflikt zwischen den polnischen nnd litauischen Truppen zu vermeiden, eine provisorische Demarkationslinie fesizu- legen. Fast zur selben Zeit kam eine militärische Delegation aus Warschau nach Koisno mit dem Vorschlag, über militärische Fragen zu verhandeln und an erster Stelle eine Demarkationslinie zu ziehen. Die litauische Regierung war von der Aufrichtigkeit cher polnischen Regierung umsomehr überzeugt, da die Polen wiederholt erst kürzlich auf der Konferenz von Riga am 23. August erklärt hatten, daß die Polen dauernd von dem" Wunsch beseelt seien, eine freund- schaitliche Lösung der strittigen Fragen zwischen Polen und Litauen zu finden, selbst wenn die direkten Verhandlungen zu keinem endgültige« Resultat führen sollten. Pole« wäre^ geneiat, die zwischen ihm und Litauen bestehenden Streitigkeiten durch andere friedliche Mittel zu regeln, die bei zivilisierten Nationen gebräuchlich finb, ohne zu den Waffen zu greifen. Obue auf "die Note vom 27. August geantwortet zu haben und ohne die angefangenen Verhandlungen zu Ende zu füh en, haben die Polen, indem sie heimlich Truppen in der Gegend von Augustowo konzentrierte«, am 30. Anglist plötzlich mit erheblichen Streitkräften schwache litauische Abteilungen angegriffen, die den Kanal von Auguüolvo bewachten. Die Litauer haben sich, überrascht dnich die überlegenen polnischm Streit- kräste, in der Richtung auf Kolvarija zurückgezogen, nachdem sie Tote und Verwundete erugebüßt hatten. Die oben erwähnten Tatsachen beweisen klar genug, daß die polnische Regierung litauisches Gebiet mit militärischer Macht besetzt, nachdem sie eine fr?unb« Uche nnd friedliche Absicht vorgetäuscht hat., Angesichts dieser Tatsachen bleibt Litauen nur übrig, sich mit allen möglichen Mitteln zu verteidigen und einen neuen polnischen Einfall zu verhindern. Blutvergießen kann nur in dem Fall verhindert werden, wen« die Polen sich zurückziehen und die Feilegung der provisorischen Deuiarkatiousliiilc abwarten, die im Einvernehmen mit der litauischen Regierung bestimm: wird.
Der heldische Bischof für Po!sr;.
Ipu. Brüssel, 2. Sept. In fast allen Kirchen Belgiens wurde ein Schreiben des belgischen Bischofs verlesen, worin die belgische Bevölkerung aufgerufeu wird zu Unterstii^ung Polens beizutragen. In diesem Schreiben Heißt es : „Ein stolzer und grausamer Feind überdeckt Polen mit Blut und Schutthaufen, bat das Land überwältigt und bebrobt das christliche Europa, ohne daß unsere Waffen ihnen ,,Eür- furcpt einflößen. Wir sind dadurch aus das tiefste erniedrigt. Im selben Augeubsick, als wir die Stimme erheben wollten, um dem Hilferur von Pown wieder zu geben und um England, Amerika und Frankreich zu bewegen, Poleu Hilfe zu gewähren, in diesem Augenblick nimmt eine geheime Macht die Stelle der gesetzlichen Gewalt ein und hält das Kriegsmaterial zurück, das für Warschau bestimmt war. Im Namen der Dankbarkeit schuldet eine Nation, die beinahe zehn Jahre lang altem oder fast allein die asiatischen Bauden auf ihre Grenzen im Zaume gc= halten bat, im Namen der Hand: gdung des Vertrages von Versailles uns der Sicherheit von Europa ersuchen wir die (Großmächte dringend, Polen nicht untergeben zu lassen. Dcr französische Mimster- vräsident hat gesagt, daß die Grenzen, die Polen aus Grund des VeriaMcr VertraueS tuarüandst» wurde«.
bestehen bleiben sollen. Frankreich fügte daran die Tat. Mit Eile zog es nach Warschau und trieb bi« Räuberbanden hinaus. Aber Frankreich steht allein. Bei dicken Prüfungen Polens dürfe niemand gleich- giftig bleiben. Wenn einige Nationen vergeffen sollte« daß nichts über die Ehre geht und wenn wir die? selbst vergäßen, dann soll die Wahrheit sich an uni räche«. Die europäischen Mächte haben eine Ehrenschuld an den tapferen polnischen Verbannten, du während bei KriegeS aus Frankreich, England unt Amerika kamen um das Glück und Unglück unser« Waffen zu teilen.
Polens nützliche Finanzlage.
WB. PariS, 2. Sept. Der Warschauer Bcrichd erstatter der „Information* hatte mit dem polnische« Finanzminister GrabSki vor feiner Abreise nach PariS eine Unterredung, in der Grabski erklärte, im letzter Monat hätten die polnischen KriegSauSgaben biet Milliarden Mark betragen. Das außerordentliche Budget fei durch die KriegSauSgaben viermal so groß als das ordentliche und Polen wäre nicht imstande, es aus eigenen Mitteln zu decken. Der Rotenumlaus betrage zurzeit fast 30 Milliarden Mark. Zur Besserung der fiuanziellen Lage werde eine Zwangsanleihe von 15 Milliarden Mark durchgeführt werden, wen« die Verhältnisse etwas günstiger geworden seien. Du Zwangsanleihe werde 3 Prozent Zinsen abtoerfen während den freiwilligen Zeichnern 5 Prozent gewähr: werde. Daneben aber feien unbedingt noch ausländische Kredite notwendig. Diese Kredite hätte man sich durch kurzfristige Diskontierung _ der polnischen Exportverträge zu verschaffen. Die Rüben- und Kartoffelernte sei gut und man werde ungefähr ein Drittel der Zuckerernte exportieren können. Auf der anderen Seite sei aber die Getreideernte mäßig.
Zu den Eulhüllungen Dittmanns.
München, 2. Septbr. Das Organ der Münchener Unabhängigen, der „Kampf" bemerkt über die Veröffentlichungen Dittmanns über die Zustände in der Sowjetrepublik, daß diese Mictc^uiigcu zwar grundsätzlich notwendig erschienen, daß aber baS tragische Schicksal.der ruijiichcii mcrüüiigen Massen. baS . ihnen von der internationalen Konterrev»lution beschert worden sei, dazu dienen könnte, die deutschen Arbeiter in konterrevoluti onärem Sinn zu beeinflussen. Das Blatt vertritt die Meinung, daß gerade jetzt, wo sich die entscheidenden Auseinandersetzungen in der Partei der Unabhängigen vollzögen es ganz unangebracht sei, an der Spitze des führenden Organs in Form eines Leitartikels derartige Veröffentlichungen zu bringen. Die „Freiheit* dürfe sich nicht wundern, wenn ihr beSioegen der Vorwurf gemacht werde, sie habe die kleinbürgerlichen Instinkte, die ja bei her deutschen Arbeitern gerade genügend entwickelt seien, gegen Sowjetrußland in Wallung bringen wollen.
AusschließungNoskes aus der Parlet.
WB. Kiel, 2. Gevt. Die Hauptversammlung des fozialdemokratlschen Vereins Groß-Kiel beschloß, aus dem kommendeu sczialdcmokratischeu Parteitag in Caffe! Die Ausschließung Noskes auS der Partei zu beantragen und zwar wegen des von ihm verfaßten Buches „Vor Kiel bis Kapp*, das schwere Beleidigungen der Kiel« Genossen enthalte.
Am Sie Valuta in Norwegen.
Eine Lpnr-LrgMiisation der Verbraucher.
WB. Kristiania, 3. Sept. Eine kräftige St raegung, die zum Gegenstand hat, den Verbrauck herab zu setz en, wird in diesen Tagen vorbereitet. Man beabsichtigt, einen Verein für den Mindestver- brauch zu organisieren, der seine Mitglieder vcrpstichtct, in den kommenden 12 Dionaten eine einfache Lebensweise zu führen und an allen eingeführter Gegen st« nd - n und Waren zu sparen Eine Maffenversammlang wird am 7. September if Kristiania abgehalten werden. Man glaubt, daß dieß Bewegung, die energisch geleitet werden soll, zu einer- Besserung der norwegischen Valuta- verhältnisse führen werde.
Das neue spauische Kabinett.
Mudrid, 3. Sept. Das neue Kabinett Data setzt sich folgendermaßen zusammen: Vorsitz und Marine Dato. Außenminister Marauis ds Lem« Inneres Graf Buglal. Finanzen Paseual, Krieg Graf Exa. Unterricht Marquis de Potago. Justiz Ordamez. Landwirlschait Esvada. Arbeit Lanals.
Kandels- u. WrrlschaflslelegraMMe.
Jpu. London, 2. -Sept. Eine Kommission der Regierung von iGeorgievisk (Südcußland) ist in London eitmcttoffen. Dort sollen Verhandlungen stattfinden,' wodurch die englische Regierung große Handelskonzeisionyt in Transkaulasien erhalten soll. Die Konzession umfaßt auch die Pe. troleumgewinnung in Georgievisk. England hat schon die Konzession bekommen, eine Eisenbahn zwischen Batoem und Georgievisk zu bauen. Die Armenier stehen auch bereits in Unterhandlung mit der englischen Regierung, um diesen den Bau einer E^enbahn zuzugestehen. Durch diese Lin» entsteht eine kürzere Verbindung nach Persien und Dritisch-Indien.
Jpu. Washington, 2. Sept. Die Zuckerrüben- Produktion der Vereinigten Staaten wird für das kommende Erntejahr auf 20.07 Millionen Zent* ner, d. i. 7,01 Millionen Zentner mehr als VW Voriaiue. aelLi^t,