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Donnerstag ven 2. Crptemvee

Nr. 296

PoMsche Nachrichten.

3m? neuen russischen Offensive.

Jpn. Warschau, X September. Im Osten von Dürraburq ist jetzt eine russische Reservearmee konstatiert worden, die sich größtenteils aus sibirischen Truppen zusammensetzt, welche in den Wochen aus dem Osten berangebolt sind. Nach Schätzung der polnischen HeereS- leitung soll diese Armee sich aus mehr als 100000 Mau» zufammensetzen, vornehmlich Infanterie und einig« Regimentern schwerer Artillerie, die aber keine Geschütze uutbrachtrn, weil für deren Transport die Zeit entbrach. Die Russen wollen die artilleristische Aus­rüstung auS ihren Depots im Westen entnehmen. Inzwischen rückt diese Armee aber schon nach Bialostock auf und besetzt verschiedene wichtige strategische Punkte an der Nordfront. Wie eS scheint wird er die Auf­gabe dieser Arm« sein, im Zentrum der Front eine neue Offrusive zu beginnen, während der sich die beiden Flügelarm een neu sammeln können und später in den Kampf eingreifen. Diese Maßnahmen erfordern jon Polen neue Leistungen, die sehr erheblicher Natur sein müssen. E» rst nirgends wahrzunehmen, daß die LuSe» daran denken, ihre Truppen gegen General zernage! zu schwächen oder dort deffensive Pläne trügen. Sie haben die Gelegenheit ausgenützt, um die Wrangelfront mit anderen Truppen aus dem Inneren Rußlands auSzufüllen, die im letzten Jahre überhaupt nicht an Gefechten teilgenommen haben. Polnischerseit« beurteilt man die neue Wendung der Dinge kritisch, weil sich daraus nicht die Absicht der Rüste« ergibt, bald Frieden schließen zu wollen/ wo» rauf die Post» rechnen müssen.

Das Iosephstaler Verbrechen,

«ine weitere bestialische Tat.

WB. Beuthe«, 2. Sept. Gestern wurden die Opftr her JosephStaler Verbrechen beerdigt. Die Bei- setzuog der übrige» Opfer erfolgt morgen. Die Namen aller Opfer finb bis jetzt festgestellt. Der Sektions­befund der Leichen «gab außer Schußwunden weitere schwere ükrletzungcn, sodaß schwere Mißhandlungen der Opfer anzunebmen sind. Gestern wurde ein junger Mann, den Bewaffnete aus dem Hause seiner Eltern geholt hatten, auf derEisenbahnstrecke mit auSgestochenen Zogen schwer verletzt aufgefunden. Er ist «zwischen feinen Verletzungen erlegen.

We Serben von den Albanern geschlagen.

WB. Pari-, S. Septbr. Wie die Information" Mt« Rom meldet, sind die serbischen Truppen bei Skutari vollständig von den albanischen Truppen ge- schlag« worden und mußten fast das gesamte Gebiet, tat sie besetzt hatten, räumen. Man verzeichnet da« Gersicht, daß Griechenlaud und Jugoflawien ein Ge- hemmÄommen geschloffen hätten, nach dem in einem vereinbarten Augenblick Südalbanien von griechischen Truppen und Nordalbanien mit Einschluß von Skutari von jugoflawischc« Trupfwu besetzt werden soll.

Frankreich baut Unterseeboote»

Jpn. Paris, LSevt. Frankreich baut im Jahre 1921 sechs Unterseeboote von je tu 1000 Tonnen.

... Erinnerungen an SeLan.

A** Ck**«.*!^»***^^«*»*^»** kMJKw.nJXi y stehende Kundgebung des Chefs der Heeresleitung, Geueralleutuauts v. Steckt:

»Wir «bereitn heute der Tage« von Sedan, der Tat« unserer BÄer und Vorgänger vor 50 Jahren. Richt lanter FesteSjubel ziemt in dieser Zeit der schwere» Not. Wir bethen den heutigen Tag: in dem stolzen Bewürfe«, bet Väter wert gewesen zu sein, in der stille« Hoffnung «es Deutschlands Zukunft, in dem besten Will«, den Geist, der einst nach Sedan uns über hundert Schlachtfelder der Westens und Ostens führte, in der Reichswehr und im Volk lebendig zu erhalten."

Die Untersuchung der Märzvorgänge.

WB. Berlin, L Sept. Der unter dem Vorsitz des StaatSsekretärr Stock stehende Untermchungsaus- schuß für du Märzvorränge im Reichswehrministerium schloß jetzt seine Arbeiten ab. Insgesamt waren ,e,e« 826 Offiziere und 24 Beamte Anzeigen erstattet, daß sie sich in den Märztagen für die Kappregierung und beten Anhänger eingesetzt haben. Außerdem war box Marineoffizieren gegen 169 Untergebene wegen Ge­fährdung der Disziplin Anzeige erstattet worden. Der Ausschuß itarbeitete die Fälle restlos mit folgendem Resultat r

. »> O s f) b i e r e: In 112 Fälle» war bereits vor der »etzandlung im Ausschuß Verabschiedung einge- tret«. Auf sofortige Dienstentlassung wurde erkannt ru 60 Fällen. Beurlaubung bis zum Abschluß des Verfahrens beim OberreichSanwalt wurde ausgesprochen in 92 Fällen. I« 63 Fällen wurde Versetzung und Umkommandieru»g verfügt. In 501 Fällen wurde dem Reichswehrminister vorgeschlagen, nichts zu unter­nehmen.

d) SB e am.lt : In einem Fall wurde auf Beur­laubung, in Zwei Fäll:» auf Versetzung und in zwei Fällen auf disziplinarische Erledigung erkannt. In 19 Fällen wurde vorgeschlaze», nicht» zu unternehmen.

e) Unterpersonal der Marine. In drei Fällen wurde Beurlaubuug, in 9 Fälle» auf Ver­setzung »ud Umkommaxdierung erkannt. In 157 Fällen wurde dar verfahre» eiizestellt. Dem Reichs­wehrminister wurde vorgeschlagen, nichts zu unter­nehme», da die Handlungen (Verhaftungen der Offi- nere) als ein Akt bewachtet wurden, für den den Beschuldigten in den verworrenen Verhältnißen die Wahrung berechtigter Interesses zuerkannt wurde. Das Referat für lluterverso»al im Heere, dar als Revisionrinstanz für aus dem Heere Entlassene ein­gerichtet wurde, besteht »och xnb schließt seine Arbeiten »emnächst ab.

Blusige Zusammenstöße in Augsburg.

-- ^ Augsburg, 2 Sept. Gestern nachmittag nach Schluß her Fabrikbetriebe fand in Augsburg eine kebe« » mitteldemo » strati» « statt, die leider ju einem blutigen Krawall führte. Tausende aus der »rbeitenden Bevölkerung zogen in geschlossenen ein- selnen Zügen vor das Rathaus. Auf Takeln, die sie mtttrngen, stand zu lesen: Wir fordern Preisabbau und besseres Brot! Der Aufforderung, auseinander- zugeben, wurde nicht Folge geleistet und der Kordon der Schutzleute und Polizeiwehrtruppen am Rathaus durchbrochen. Die Meuge zog gegen den Moritzplatz. E'Uc von der Maximiliaullraße anscheinend gur Ver­stärkung «»marschierende R-ichswehrtmpve wurde be- fch'mpft, worauf es zu Tätlichkeiten kam in der Ab- R ht, die ReichSwehrsoldaten za entwaffnen. Diese schaffen zunächst in die Luft, die Menge drang jedoch tstqttt^vvn neuem ««am die Reichswehr vor. Wobei

der wiederholte, namentlich von den Genossen Stöcker und Däumig mit Pathos verkündete. Appell an die revolutionären Pflichten des Pro­letariats ohne jeden Eindruck blieb, im Gegenteil wütende Entrüstungsausrufe zur Folge hatte, in denen sich die deutschen Arbeiter hauptsächlicb gegenüber einem russischen Fabrilkeiter Luft machten, als dieser die Zustände als verhältnis­mäßig ideal zu schildern suchte und es als die Pflicht jedes Revolutionärs bezeichnete, in diesen schweren Zeiten keine Forderungen zu stellen. Auf alle diese Beschwichtigungsversuche hatten die betrogenen Deutschen immer nur wieder die eine Antwort:Wir wollen heim!" Versuche der deutschen Abordnung, dirrch Rücksprache mit dem Exekutionskomitee in Moskau eine Besserung jener trostlosen Verhältnisse herbeizuführen, blie­ben erfolglos. Der Vertreter des russischen Ar- beitsminisiers verstieg sich dem Genossen Ditt­mann gegenüber sogar zu der vielsaoenden Be- merhmg:Wir können chinesische Kulis und deutsche Arbeiter nicht verschieden behandeln." Dittmann schlieft keine Ausführungen: Hoffent­lich sorgen die russischen Genossen, gemäß ihren Versprechungen dafür, daß der geordnete Rück­transport erfolgt, ehe der russische Herbst mit seinen ununterbrochenen Regengüssen oder gar der Wirtter mit seinen Schneemassen und seiner barbarischen Kälte einseßt.

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WB. Berlin, 1. Sept. Zu ben Verössentffckmnaen des Abgeordneten Dittmann in derFreiheit" über die Zustände in Sowjetrußland bemerkt derVorwärts", daß daraus bcrvorgehe. daß der Niedergang Sowiet- riißlands und das materiebe AnSsterken der russischen Städte erst von der bolschewistischen Rwolution datiere. Jetzt sei der Riesxnbetrua, der am deutschen Proletariat ett bald zwei Jahren mit der Sowietberrlichkeit syste­matisch versucht werde, restlos aufgedeckt.

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Vereine, Versammlungen.

Gesangverein der Marienkirche. Heute abend Ucbungsstu»de: 7s8 Uhr Herren, 7.9 Uhr Dame».

* IsoftauneSkirchenchor. Die für heute angc- etzte Brobe findet vünktlich 7*7 Uhr statt.

* Wartburgverein. Heute abend 7«8 Uhr >mmler» und Pseiferchor.

* Stenagraphenverein GavelSberger von 1860. Die nächste VereinSwur stndet am Sonntaa den 5. Sept. statt. Abfahrt 7.20 Uhr Oftbahnhof bis Wächtersbach. Fußweg: WittgenbornSvielberg NeuenschmidtenSchlierbach. Teilnehmer wollen sich Mittwoch in der Stunde weaen Fahrvreis-Ermäßigiing persönlich melden. Der Führer ist auch bei schlechtem Wetter am Bahnhof. Um rege Beteiligung wird ge­beten. Rückkehr 7,10 Uhr.

* Stenographen - Verein Stolze - Schrey. Heute abend 6 Uhr Uebungsstunde in der Mädchen- Mittelschule.

* Turn» und Fechtklub. Alle am Staffellaus Quer durch Hanau" beteiligten Turner erscheinen Freitag abend 9 Uhr im Vereinslokal zu einer wichtigen Besprechung.

* Reichdjugendkkmpfe. Am 2. Sept., abends

halle (Jahnstraßc).

* Speffart-Tonristen-Berein. Heute abend

8*/i Uhr Monatsversammlung.

* Werkmeister-Bczirksverein. Die Witwen- Unterstützungen gelangen von 6 Uhr abends ab bet H. Werkmann, Biuchköbelerlandftraße 49, zur Aus­zahlung.

* Mar. Jungfrauen-Konare-ation. Morgen abend 8 Uhr Versammlung im Sälcheu mit Lichtbilder- Vortrag über:Ludwig Richter, der Maler de? deut­schen Familien- und KinderlebenS". Wegen der mit dem Vortrag verbundenen Unkosten wollen die Mit­glieder einen Eintritt von 30 Psg. entrichten.

* Notburgavrreitl. Unser für Sonntag ge­planter Ausflug muß ausfallen.

* Wund bet trch». Angestellten u. Beamten (Ortsgruppe Hanau). Freitag abend 8 Uhr Haupt­versammlung im Gasthaus3xr großen Krone', Steinheimerstraße. Um zahlreiches unb pünktlicher Er­scheine» wird gebeten.

Syorl-Aachrichlen. vrcichsjugrndwettkLmpfe.

In einigen Tagen, am 4. und 5. September, wird eine Veranstaltung stattfinden, wie sie in unserer Vaterstadt bis jetzt noch nicht gesehen worden ist Unsere Jugend von 1418 Jahren wird im fried­lichen Wettkampf in allen Leibesübungen ihre Kräfte messen. Hand in Hand haben Turn- und Sport- Vereme gemetieifert um eine oute und glatte Durch­führung sicherzustellen. Das Wetter ist jetzt noch der einzige unsichere Fattor, doch, hoffen wir, daß auch hier eine Wendung zum Besseren eintritt. Es wird bann jeder Besucher auf seine Rechnung kommen und viele die noch abseits stehen, werden sich überzeugen, daß es ideale Ziele sind, denen Turn- und Spoct- Vereiue zustrebcn; zur geistigen und körperlichen Er­tüchtigung unserer Jugend, der es obliegt, unserem armen mebergetretenen Vaterland wieder ben Play an der Sonne zu erringen.

Die Schwimm- und Ruderkämpfe beginnen SauiS- tag ben 4. September, nachmittags 3 Uhr, Badeaustalt Schwimm-Verein 1912.

Die leicht- und schwerathletischen Kämpfe, Staffel- Lause, Spiele, Nadwettfahren und Schauturnen der Hananer Turnerschaft beginnen Sonntag den 5. Sep­tember, 7 Uhr vormittags bezw. 2 Uhr nachmittags, auf dem Sportplatz in Wilhelmsbad.

Die Tennis - Wettspiele beginnen Sonntag den 12, September, vormittags 9 Uhr,- auf den Plätzen des L. T. C. 1919 ni Wilhelursbad.

Es haben gemeldet für Schwimmen 140, für Rudern 100, für leichtathleti'che Kämpfe 457, für 'chwcrathtctische Kämpfe 11, für Radiayren 26 Teil­nehmer, 3 Fußball- und 2 Schlagüaü - Mannschaften. Am Schauturnen werden sich einige hundett Turne­rinnen und Turner von den Jüngsten 6:8 zu den Geltesten beteiligen.

Die Eintrittspreise sind, um jedermann die Teil­nahme zu ermhgikcheu, so niedrig wie möglich angesetzt. Samstag für Erwachsene 1 Mk., für Kinder 50 Pjg., Sonntag für Erwachsene st Mk, für Kinder 50 Pjg. Karten für Sonntag sind von heute an im Vorverkauf in folgenden Zigarrenhandlungcn zu haben: Paul, Krämerstraße, Langenhagen, Mühlstraße, Chr. Fuchs, Hammerstraße, Herkett, Baugettstraße, Schleicher, Steinheimerstraße, Fritz, «orstavt, Liefe, Nordstraße, Karl Fuchs, Schnurstraße, Otto, Ecke Hospital- und Bomoertstraß«. Säaet Stolen straftet

einzelne Soldaten mißhandelt wurden. Es kam zu einem Gemenge, in dessen Verlauf zweiPersonen getötet und mehrere Personen verletzt wurden. Eine Abordnung unterbreitete dem zweiten Bürger­meister Forderungen der Demonstranten. Die Betriebs­räte sind inzwischen zusammengetreten, um über die zu ergreifenden Schritte zu beraten.

Reichskonferenz der U. S. P.

WB. Berlin, 1. Sept. Den Abendblätter» zu­folge begann heute im ReichStagsgebäude die Reichs- konferenr der Unabhängige», die sich mit den infolge der Beschlüsse deS zweite» Kongresse» der dritten In­ternationale entstandenen tiefgehenden Differenzen in der Partei befassen wird. Das Referat über den Moskauer Kongreß hat C r i f p i e n übernommen. Als Korreferent ist Däumig vorgesehen. Die Ver­handlungen find von besonderer Bedeutung, wenn auch die endgülttge Entscheidung über den Anschluß an Moskau unb die Haltung der Partei erst auf dem Parteitag fallen wird.

««sstsche Wirklichkeit.

Enthüllungen Dittmanns.

Den fortgesetzten Hinweisen und Lockungen einiger ganz linksgerichteter Blätter und gewisser Auswandererzentralen ist es zuzuschreiben, daß eine Anzahl deutscher Arbeiter die Reise nach Räterußland angetreten hat in der durch jene Kreise genährten Hoffnung, dort mit offenen Armen ausgenommen zu werden, ein auskömm­liches, nach sozialistisch-kommunistischen Grund­sätzen geregeltes Dasein zu finden und endlich im Verein mit den russischen Brüdern das Ge­bäude der befierenden Weltrevolution auffichten zu helfen. Was diese gutgläubigen Idealisten in Wahrheit dort gefunden haben, das wird uns jetzt von gewiß unverdächtiger Seite in der un­abhängigen -Freiheit ausführlich und mit er­frischender Offenheit erzählt. Der unabhängige Abgeordnete Dittmann, der mit einer An­zahl von Genossen seine Partei auf dem Kongreß der Moskauer Internationale zu vertreten hatte, hat die Gelegenheit benutzt, um mit dieser Reise die Besichtigung einer unweit Moskau gelegenen Maschinenfabrik zu verknüpfen, in der auf Anraten der Rätezeitung und durch Vermitt­lung einer der vorgenannten Auswandererzen­tralen siebzig deutsche Arbeiter Ar-^ beit und Brot suchen. Die Leute gehören mit ganz wenigen Ausnahmen der unabhängigen und der kommunistischen Arbeiterpartei an, sind also ge­wiß wie irgendeiner berufen, die Dinge durch eine den bolschewikischen Einrichtungen günstige Brille zu betrachten. Um so bezeichnender ist, was sie ihren deutschen Parteifreunden über die Ver­hältnisse jenes Betriebes im besondern und über die allgemeine Lage zu berichten wußte». All ihre Empfindungen äußern sich am einwandfreiesten in dem von der Mehrzahl immer wieder und mit aller Entschiedenheit geäußerten Wunsch, mög­lichst bald wieder nach Deutschland zurückzukehren. Sie seien, sagen sie, be- I dbetr ogenwo^«^mußN^uch^

stäblich verhungern und würden dazu noch von den russischen Genossen als unerwünschte Ein­dringlinge, als Gegenrevolutionäre behandelt. Alle Versprechungen, der Agenten sowohl wie der russischen Regierung, mit der in Moskau ver­handelt worden war, seien unerfüllt geblieben. Das schlimmste fei, daß die Bolschewiken ihnen setzt noch die Möglichkeiten zur Rückreise ver­schlössen und überhaupt jede Verbindung mit der Heimat unmöglich machten. Von den Industriearbeitern hörten Dittmann und die anderen Abgeordneten der U. S. P. D., daß die Leute in Kolomna angekommen seien, daß sich^aber sofort Differenzen mit ihnen er­geben hatten. Ein Teil von ihnen weigere sich, zu arbeiten und wolle zurück nach Deutschland. Es sei ihnen in Deutschland alles ganz anders geschildert worden, ihnen sei gesagt worden, daß sie in eine kleine Fabrik für sich kämen, die sie selber verwalten sollten^ daß Wohnungen für alle vorhanden^ seien, daß die Ernährung gut und reichlich sei, und jetzt sei nichts von alledem wahr. Von den russischen Arbeitern seien sie sehr un­freundlich empfangen worden. Man habe gefragt, ob sie gekommen seien, den russischen Arbeitern das letzte Brot wegzuessen, ob sie die Plätze der russischen Arbeiter einnehmen wollten, damit diese in die Schützengräben geschickt werden lärmten usw. Wegen ihrer Weigerung, in der Fabrik, die nach ihre Meinung völlig verwahrlost fei und in der die Arbeit,er selber nichts zu bestimmen hätten, zu arbeiten, seien sie von der Fabrikverwaltung und von einem Vertreter der Sowjetregierung als Konterrevolutionäre^ beschimpft worden.

Ueber seine eigenen Eindrücke von der nach kommunistischem Rezept eingerichteten und ge­leiteten Maschinenfabrik berichtet Dittmann folgendes:

Bei unserm Rundgang durch die Fabrik, die früher 17.000, jetzt etwa 5000 Arbeiter beschäf­tigte, fanden wir bestätigt, daß der Zuftanst des Bettiebes sehr viel zu wünschen übrig lasse. Arbeitsstücke und Werkzeuge lagen vielfach defekt umher, Maschinen, die stillstanden, waren offen­sichtlich verwahrlost. Die deutschen Arbeiter, die in der Fabrik arbeiteten, sagten uns, daß alles furchtbar langsam gehe und schlecht stanktioniere. Trotzdem sie unter den schlechten Ernährungs­und Betriebsverhältnissen nicht richtig arbeiten könnten, schaffe einer von ihnen ebensoviel wie fünf Russen. Die russischen Arbeiter seien tci s zwangsweise aus den Dörfern zur Arbeit gch/.t, teils kämen sie freiwillig, um das Anrecht auf einenPajo^ zu bekommen, die Lebensmittel­ration, die im Betriebe berabfoTgt wird. Von Interesse an der Arbeit sei keine Spur bei ihnen, sie suchten die Arbeit im Gegenteil zu sabotieren, ebenso offensichtlich ein Teil der Fabrikange­stellten.

Die deutsche Abordnung sah sich nicht in der Lage, ihren betrogenen Landsleuten viel Trost zu spenden. . Dittmann muß seW zuLebem baß

Pünktliches An treten der Kämpfer wie folgt um bebinat erforderlich:

Zum Schwimmen und Rudern Samstag den 4. September, nachmittags 27* Uhr, Badeanstalt Hanauer Schwimm-Verein 1912.

Zu leicktathletischen Kämpfen Sonntag den 5. Scv> tember, vormittags 7 Uhr, Sportplatz Wilhelmrbad. Zum Staffellauf, Fuß- und Schlagball Sonnta, den 5. September, nachmittags 2 Uhr, Sportplaj Wilbeimkbad.

Zum Radtabren Sonntag den 5. Sevtember, nach mittags 27, Uhr, Kesselstädter Schloß, Burgallee.

Startkarte nicht vergessen. Teilnehmer an den Wettkämpfen haben Samstag unh Sonntag gegen Vorzeigung ihrer Stattkarte freien Eintritt.

Reichsjugerrd-Wettkämpfe am 6. September.

(Radf« bre n.)

Sämtliche sich zu den am 5. Sept. stattfindenden Radkonkurrenzen für Radrennen 1 km und 2 kss aii Vorgabe, sowie 50 m Damen-Langsamfahren gemeldeten Teilnehmer sind zu einem gemeinsamen Training am Freitag den 3. Sept., nachm. 5V* Uhr, eingelaben. Treffpunkt: Bruchköbelerla»dstr. (Patrontasche).

F- B. Mittelbuchen 2. Turnaes. Bruch. köbel2. 3:2 F-B.Mittelvuchen t. Tyr« nesettschaft Bruchköbel 1. Orl.

Das Spiel der 1. Mannschaften stand unter bei unparteiischen Leitung des Herrn Löwenstein-Lanzen diebach. Durch einen Fehler des einen Mittelbuchn Ersatz-Verteidigers geht Bruchköbel in der 25. Miruw in Führung und bleibt dar Spiel bis Halbzeit au» geglichen. Nach Wiederbeginn klappt Bruchköbeli Vordermannschaft zusammen und Mittelbuchen foiell dauernd überlegen, doch das vorzügliche Verteidiger, gaar Bruchköbels, DitterNoß, vereitelt im V-rem mit einem baUftiereit Torwächter jeden Erfolg. Di< Turngcsell-chaft Bruchköbel hat in den Verbandsspiele» ihrer Klasse begründete Aussicht auf Erfolge.

Sportplatz Lanqeubiebach.

1. L. F. C. 061 geg. Kickers-Viktoria MühlhermI 3:1

Am bergangenen Sonntag trafen sich auf bea SportplatzAm Ob er e" obengenannte Gegner. Troj körperlicher Ueberlege>n.)eit und schärferer Spielfreist Mühlheims konnte der 1. L. F. C- 06 nach besseren technischen Spiel einen flotten Sieg erringen. Bei Halbzeit stand das Spiel 1 : 1. Dietz als Mittel­stürmer war der glückliche Torschütze. Vor dem Spiel der 1. Mannschaft spielte die Reservemannschaft der Einheimischen gegen die gleiche der Sp. Vgg. Langen- sclbold. Stach abwechslungsreichem Kampfe konnte« sich beide mit 4 : 4 den Sieg teilen. Beiderseits wurden sichere Chancen ausgelassen. Die neuer Kräfte bewährten sich sehr gut Wertere Resultate: 1. L. F. C. 08 Jugend Hanau 94 Jugend 1 : 4 1. L. F. C. 06 Schüler 1. Sv. Vgg. Langen- selbold Schüler 1. 2 : 1, 1. ß. F. Cl. 06 Schüler 2 Tgmde. Bruchköbel Schüler 1. 1:2. An kommenden Sonntag findet auf,dem SportplatzAn Obererte" in Langendiebach das 1. Lerbandssprel statt,

Die HeereS-Wettkämpfe im deutscher» Stadion.

An den Siegen der ReichSwehrtruppenteile bei den Sportwetr'ämpfen vom 19./22. August im deutschen Stadion her Berlin um die Meisterschaften des Neichj- Hrerc» und der Marine haben Angehörige und Truppen­teile derNeichswehrbrigade 11 hcrvorrageudei Anteil. Die Hauptt'onkurrenz, den Fünftampr um da OWttS RelchSEministermmS iftwann Lad nant Münch vom 3. Bataillon 21. Erjenach, komman­diert zur Jnjanterieichute WüNSdorf. Im Schießen gewann von 13 Gruppen die Mannschaft des Jäger- Bataillons 11 Cassel - Marburg, den Gruppkitwetl- bemerb A und damit die Armee-Meisterschaft. Viz^ Wachtmeister Kleinsteuber, 3. Kraftw. - Bart. Arolün- errang die Armeemeisterschaft auf der 1500 w - Strecke, Zeit 4 Ltinuten 27,2 Secunbex. Die 1. Abteilung des Art.-Negts. 11 Fritzlar, ßeutnant MeggeS, Vize- wachtulerster Schumann, Kleinsteuber, Sergeant Ä geroann die Armeemeisterschaft auf der 4X40u m«Stasetti tu der Militär-Nckorckzert von 3 Min. 46 Sek. Aus der 10 X 100 m. Stafette war die Mannschaft der 1. Abtg. Ärt. - Siegt». 11 Fritzlar, Leutnant Metzg», Vizervachlm. Schumann, Kleinsteuber, Sergeant Elch Breller, Daniel, Rehbeim, Bark, Obergefr. Eichhorn, Scan. Franendorf, die dritte beste des dentichen Reichs Heeres. Im Endlauf um die Olympische Staffel stauch Jäger-Bataillon 11 GaffeliMarburg an vierter umi 3. Bataillon 21 Ersenach an fünfter Stelle. H, K.

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WB. Frankfurt a. M., 1. Septbr. In des heute hier stttttgefundenen Fußba-llwettspiel zwn schen dem Meister von Südschweden, Fotvol! I Förening Malmö, und der Franffurder Turn- urrd SportgenreindeEintracht von 1861" sw< I die Frankfurter Mannschaft mit 2:1. Das Sp-^ war eines der schönsten, das in der letzten I in Frankfurt zum Aus trag gebracht wurde, I wohl in Bezug auf die Sp-cltüchrrgkeiL als auq I bezüglich der Spielweise. Der Schiedsrichter, I Herr Ehrisile, Vorsitzender des Nordöreises deZ I Süddeutschen Fußballbundes, hatte es üia) I nötig, Strafstöße wegen rohen Spieles zu der- I hängen. Im Felde zeichnete sich dieEinttochl durch- ein .wunderbares Kombinationsspiel «u»> I während dre Schweden ein glänzendes Flhö^ I spiel barboten. Bei Halbzeit stand das Spl« 1:0 für Schweben, während in der zweiten I zeit Frarftfurt durch Schönseld und N-eureacher i zweirnal -erfolgreich sein konnten. Das Wet^ I war dem Spiele nicht sehr günstig, benn^ Siegen hatte den Boden sehr ausgeweicht. D^ I 67000 Zuschauer wohnten dem Spiele bei un zollten den beiden Mannschaften für die 6-bol0 l neu Leistungen des öfteren spontanen Verfaß I

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LrNKst.UNL Leöe«.

Schäuherr tut Film. Nun wird nian ^ I auch 5-arl Schönherrs Dramen im Film W I können. Die Wiener Astoriw-Fi-lni-Gesellschaft» beginnt demnächst mit den Aufnahmen zu "^ | WerkenGlaube und Heimat" undErde', »r Hauptbarsteller werden auf besonderen V-uiM des Dichters die -ersten Mitglieder der betaun-- Exl-Trupps verpflichtet. Regie: Emerich

Unter dem TitelDie Berettuug ^^ Trauden-, Obst- und Beerettiveit» i

Apotycker Paul Trainier, Äißiuäeit eine äußerst wissenSwette Schrift herauLgegeven, ^ für alle Obstzüchter von großem Interesse ist. i oertDeisen unsere Leser aus da> heute im Inseraten . erjcfreinenhe Stuterri. I