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General-Anzeiger

AmMches Organ für Elsbl- uns Landkreis Sanae

Erschein! täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage

Verlagsleitung: Ad. Indermühle.

Verantwortlich: für politischen und allgemeinen | Teil Rich. vultsch' für lokalen und vrooinziellen I Teil sowie Scott W. Moritz: für Anzeigen und |

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Rotationsdruckd.Waisenbausbuchdruckerej &anau 1 ^ Fernsorechanschlusse Nr. 1237 und S38 J

Nr. 204

Dienstag den 31. August 1920

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Das Neueste.

In Stuttgart finden heute Verhandlungen zwischen Mt Regierung und der streikenden Arbeiterschaft die i« Steuerabzug anerkannt hat, statt.

In Kattowitz wurde durch franzöfische Truppen eine Haussuchung im Polizeipräsidium vorgenommen.

Die Abstimmung der englischen Bergarbeiter hat «int Zweidrittelmehrheit für den Streik erleben.

Der polnische Vormarsch ist endgültig zum Still­stand gekommen. Die neue russische Offensive wird noch in dieser Woche erwartet.

Nach Warschauer Meldungen haben die Russen ihre Zustimmung dazu gegeben, daß die FriedenSverhand- dmge» nach Riga verlegt werden.

Amerika gedenkt eine neue Warnungsnote an Polen und feixt Verbündeten abzusenden.

PolenRußland.

Die Lage.

Neue Erfolge der Rüsten.

WB. Königsberg, 30. Aug. Von der ostpreu- hisÄe» Südgrenze ist nichts Neues zu melden. Ueber- iritte erfolgen nicht mehr. Die Umgruppierung »er polnischen Kräfte hält an. Die Frontlinie Krajewo- Sffovice-Bialystok-Brest-Litowsk ist nur mit Vortruppen in der Richtung Grodno-Nolkowyik und nach Kobrin rberschritten worden. Es besteht nur geringe Fühlung mit dem Feinde. Südöstlich Cholm finden örtliche Kampfhandlungen statt. Nördlich der galizischen Grenze ichreitet die Offensive der Armeen BudjennyS in der Achtung auf Samostje fort. Budjenny überschritt den WW^va. Im Ä0>rynilr

Kämpfe statt.

WB- Moskau, 30. Aug. Eine Kundgebung der Regierung besagt: Die Russische Armee hat in neuen Stellungen die Umgruppierung vollzogen und die Offen- ive wieder ausgenommen. Sie hat bereits einige Ort­schaften in der Nähe von Bialystok und Brest-Litowsk »reicht. In Galizien haben die russisch-ukrainischen Armeen ebenfalls neue Erfolge gegen die Polen erzielt. Die polnischen Erzählungen über ungeheure Verluste »r russischen Armeen gehören in d«S Reich der Fabel. Es gab schwierige Augenblicke während des Rückzugs der russischen Abteilungen, die in schwieriger Lage ihren Weg fanden und sich in neuen Stellungen um- gruppierten.

Vernichtung Wrangelscher Truppen.

WB. Paris, 31. August. Nach einerMatin"- Meldung aus London hat Kamenew gestern ein Tele­gramm erhalten, wonach die in Sudek gelandeten Streitkräfte des General Wrangel abgeschnitten, um­zingelt und vernichtet worden sind.

Ein italienisches Freiwilligen-Korps für Rußland.

WB. PariS, 30. Aug. Aus Rom wird gemeldet, daß in Trieft ein s o z i a l i st i s ch e S Frciwilligen- Korps gebildet worden ist, das nach Rußland geben will. Trotzki soll sich an die Sozialisten in ganz Italien gewandt haben, mit der Bitte, Rußland mit sozialistischen Legionen zur Hilfe zu kommen.

Wilna von den Litauern besetzt.

Ipu. London, 29. Aug. Wie aus Kowno ge­meldet wird, ist Wilna durch litauische Truppen besetzt. Dre litauische Regierung teilte an Moskau mit, daß die Besetzung nolwendig war, um Wilna nicht in polnische Hände fallen zu lassen. Ttschitscherin beab- nchtigt, Axelrod als Sowjet-Vertreter nach Kowno zu senden. .

Der Rufsenangriff Anfang September.

. Ipu. Warschau, 30. Aug. Die Polen können die Verfolgung der Russen nicht weiter fortsetzen, weil die Russen Verstärkungen erhalten und sich zu harten Kämpfen vorbereiten. General Pilsudski sucht diesen Gefechten aber auszuweichen und hat daher den weiteren Vormarsch eingestellt, bis seine Artillerie feste Stellung bezogen bat. Beim polnischen Generalstab wird der neue Angriff der Russen in der ersten Sep- remberwoche erwartet.

Abbruch 6er Mmfker Verhandlungen.

Wb. Paris, 30. Aug. Havas meldet aus -Parschau: Aus den letzten Nachrichten, die die polnische Regierung aus Minsk erhielt, ist ersicht- daß die Arbeit in Minsk vollständig unmöglich ist, da der Mast der drahtlosen Kation zerbrach. Es könne deshalb keine Ver- üandigung mit Warschau erzielt werden. Die polnische Regierung protestierte bei der Sowjet- eQierung gegen die Schwierigieit der Verbin- ^?g und bat, die Verhandlungen in ~l9a weiterzuführen. Der Chef der polnischen Regalien begab sich mit der gesamten polni- n Delegation nach Brest-Litowsk. Es sei sehr , ^^icheinlich, daß die polnische Delegation nicht *W nach Minsk gehen werde, sondern mit "Plrha nach Warschau zurückkehren werde.

Rnü ^ ^ner weiteren Meldung haben sich die unen damit einverstanden erklärt, in Riga «euer m verhandeln.

Eine neue amerikanische Asle.

Ipa. Washington, 30. Aug. Die amerikanische Regierung wird nächster Tage eine neue Note nach London, Paris nnd Warschau abgehen lassen, in der sie Polen und die Verbündeten warnt, die Friedens- möglichkeiten nicht ungenützt verstreichen zu lassen.

Die NeutraliM der Schweiz.

WB. Bern, 30. Aug. .Das Eisenbahndeparte- ment hat im Einverständnis mit dem Bundes­rat das Begehren des schweizerischen Eisenbahner- verbandes auf Ein'etzung von Personalkommissio­nen für die Ueberwachung der internationalen Transporte abgelehnt. In Uebereinstimmung mit seiner bisher befolgten Taktik wird der Bundesrat den Durchtransport von Waffen und Munition nicht gestatten. Die in dieser Hinsicht notwendige Untersuchung des Inhalts der Züge ist vom Bundesrat angeordnet. Sie hat dabei aus­schließlich durch das hierzu bestimmte Personal der Zoll- und Bahnverwaltung zu erfolgen. Irgendwelche weitere, besondere Maßnahmen können nicht zugestanden werden.

Aufgabe der belgischen AeMraliM?

Ipu. Brüssel, 30. Aug. Belgische Blätter melden, daß die Regierung unter den veränderten Verhältnissen jetzt die Aufgabe der Neutralität im russisch-polnischen Konflikt beschlossen habe.

Oberschlssien.

Aus KattorsiZ.

Durchsuchung des Polizeipräsidiums.

Kattowitz, 30. Aug. (Wolff.l In der Nacht zum Sonntag und am Sonntag nachmittag nahmen fran­zösische Besatzungstruppen im Verein mit italienischen nmmmm^

der Absperrung. Der Zweck der Durchsuchung sollte die Abholung der im Polizeipräsidium vorhandenen und den Besatzungstruppen gemeldeten Waffen und Munition sein. DamilmegnSzten sich die Franzosen jedoch nicht, sondern erschienen wiederholt im Polizei­präsidium, drangen in alle Räume ein, öffneten alle irgendwie verdächtig erscheinenden Behältnisse und suchten sogar unter den Schriftstücken nach Waffen. Was irgendwie nach Waffen ans-'ah, wurde mitgenom­men, darunter auch die von der KriminalpoUzti bei Kriminalfällen beschlagnahmten Waffen.

Der Schaden der Ausstandsbewegung

WB. Beuth en, 30. Aug. Aus Industrie- kreisen wird uns mitgeteilt: Die Aussbandsbe- wegung ist wie mit einem Schlage verschwunden. Das innere und das äußere Leben wickelt sich wieder normal ab. Die Arbeit ist durchweg im Gange. Welchen materiellen Schaden die August- ereignisse, abgesehen von sonstigen Weiterungen, in Oberschicsien angerichtet haben, ist noch nicht zu übersehen. Dort wird man mit außerordent­lich hohen Zahlen rechnen müssen. Fordern doch die Polen für ihren Schaden in Kattowitz von der Stadt allein 6 Millionen Mark. Daß die Kohlenförderung außerordentlich beeinträchtigt wurde, liegt bei der Dauer des Streikes und den Gewalttaten gegen die Arbeitswilligen auf der Hand. Bei Ausbruch des Streiks am 19. August betrug der Hauptversand 112 000 Tonnen täg­lich. Diese Ziffer war am 20. August auf 75 Prozent, am 21- Aug. auf 38 Proz., am 23. Aug. auf 25 Proz., am 24. und 25. Aug. auf 23 Pro;, gesunken. Vom 26. Aug. ab fing sie wieder langsam an zu steigen. Der Ausfall vom 20. August bis 26. August beträgt rund 400 000 Tonnen. Die Wirkung dürfte in erster Linie die Eisenbahn treffen, weiterhin die Industrie, Gas, Elektrizitätswerke; vor allem aber die Zuckerindustrie, die bis zum Ende September zwei Drittel ihres gesamten Campagnebedarfes gedeckt haben muß.

Französische Korderungen für Dresian

Unter der UeberschriftFränkische Forderungen für BreSleu" wird in der «Deutschen A lgemeinen Zeitung" ausgeführt, daß, während die französische Regierung erst den Bericht der Berliner Botschaft über die BreSlauer Vorgänge erwartet, ehe sie .die Bestra- fungen und Wiedergutmachungen, die sie für notwen­dig halte, zur Kenntnis bringe, die französische Presse bereits einen festen Standpunkt in der rage ein e- oaimen zu baden scheine. Natiouatitti che Blätter stellten bereits die Forderung, die Schließung der Universität in BreS.au zu befehlen, die ein wohlbe­kannter Herd des National ömus sei. Außerdem solle man der Stadt eine schwere Geldbuße auserlesen. Um Ausgleich in der Richtung, wie ihn die französische Presse anseutet, sagt baß Blatt, würde weder den Tatsachen noch dem Gefühle der Billigkeit Rechnung tragen. Indem die französische Presse die Breslauer Vorgänge mit übertriebener Schöne de andelt, icheine sie die Erörterung der oberichlesi chen Angeletenheitei' tu den Hintergrund drängen zu wollen.

Der Streik in Württemberg.

WB. Stuttgart, 30. Aug. Auf die vom Aktions­ausschuß der Streikenden der Regierung mitgeteilten Voraussetzungen zu Verhandlungen bat die Regierung heute vormittag folgende Antwort erteilt: Die Forderung bedingungsloser Anerkennung des Steuerabziiges am Lohnmirb von der Regierung aufrechterhalten. Nach Sicherstellung des StcuerabznaeS und des ungestörten Betriebes der gc- schlosfencn Werke wird die Regierung die Polizeiwehr zurückziehen. Die Aenderung des Einkommensteuer­gesetzes ist Sache des Reiches und des Reichstags. Die 'württembergiiche Regiei-ung ist bereit, Aenderungs- vorschlüge der Reichsregierung zu übermitteln. Das Steuergesetz muß restlos durchgeführt werden. Unter Anrufung der beteiligten Parteien wird die Regierung bei der Wiedereinftellnng der entlassenen oder streiken­den Arbeiter mitwirken. An der Ablebnung der Forderung des Lohncriatzes für die Streiftage muß die Regierung festhalten.

Berhandlungen.

WB. Stttttgart, SO. August. Die Streiflage hat sich im Laute des Tages nicht geändert. Eine Betriebsversammlung der Arbeiterschaft Groß-Stutt- gart hat anerkannt, daß der Kampf nicht um den Steuerabzug gehe und daß die Arbeiter­schaft den Steuerabzug an erkenne. Darauf­hin hat die Regierung geantwortet, daß sie auf dieser Grundlage zu Verhandlungen bereit ist, die morgen vormittag mit einer Kommission des StreikausschusseS stattfinden sollen.

Die Sireiklufl in England.

wb. Amsterdam, 30. August.Algemeen Handelsblad" zufolge, wurden nach den letzten Berichten bei Abstimmung der englischen Berg­arbeiter 465 999 Stimmen für, 132 262 gegen den Streik abgegeben.

Wrsttefsrung deulfcher Luftschiffe, geordnet, daß alle deutschen ^t^^^ der nächsten Woche ausgeliefert werden müssen.

Gefangenenabtranspor! aus Sibirien.

Die Reichszentralstelle für Kriegs- und Zivil- gefangene teilt mit:

Von der deutschen Fürsorgestelle in Moskau ist eine Sonderkommission unter Leitung des Herrn Schäfer nach Sibirien abgereist, um den ordnungsmäßigen Abtransport der Kriegsge­fangenen aus Sibirien sicherzustellen. Der erste Transport aus dem Lager 5kansk ist bereits in Deutschland eingetroffen. Weitere Transporte sind auf dem Wege nach Moskau begriffen.

Anfangs September findet in Kowno unter Teilnahme des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz Genf eine Zusammenkunft zwischen einer deutschen und einer russischen Gefangenen- kommission statt, um den Abtransport der Kriegs­gefangenen auf dem Landwege über Litauen her- beizuführen. Ein Delegierter des Internatio­nalen Komitees vom Roten Kreuz befindet ^ich bereits in Kowno, um die Vorarbeiten zu treffen.

Vom DorrauvIrkehr.

WB. Budapest, 29. Aug. DerPesti Hirlav" veröffentlicht eine Unterredung mit dem Präsi­denten der internationalen Donaukommission, Admiral Troubridge. welcher u.a. erklärte, die Kommission ha.be sich die Aufgabe gestellt, den, Donauverkehr für die Handelsschiffahct in mög­lichst großem Maßstabe frei zu machen. Sämt­liche Nebenflüsse der Donau, welche wenigstens durch zwei Länder fließen oder sie berühren, seien als internationale Muffe erklärt worden. Was Ungarn betreffe, so gehörten dazu die Drau, Theiß und Maros Es sei ihm gelungen durch- zusetzen aus den Teschener und Fünskirchener Kohlengruben das für den Donauverkehr notwen­dige Kohlenquantum herauszuholen.

Arrruhsn in Malion.

WB. Mailand, 30. Aug. Am Sonntag fanden auf Veranlassung der sociaMnckeu Partei in zahl­reichen Städten Italiens Veriannnlungen statt, mit dem Zwecke, die nffa'dle Anerkennung der Sonnet» reperung zu verlangen. In verschiedenen Städten verliefen die nur schwab besuchten Versammlungen in größter Ruhe, einzig in Florenz, wo die Mani- üstauten in einem Zug die Stadt durchzogen, kam es zu einem ZzMbenali 'mit der öffentstcken Gewalt, der ein blutiges Ende nahm. Ein Polizist wurde Don d u Manifestanten getötet, woran» die Polizisten das Feuer erwiderten. ES gab habet 2 Tote und 7 Ver­wundete. Infolge dwftr Zwischenchlle wurde in der ganzen StaM her allgemeine Proteststreik proklamiert. In Mailand wurde ebenfalls nach einer solchen Ver- ammlung ein Zug verunstaltet, wobei eS zwischen den Teilnehmern und Mitgl ehern der patriotischen Ver- emigungAscio" und Heimkehrern zu Zusammeii- slößen kam. Diese arteten in Prügeleien aus, wobei mehrere Personen verletzt worden sind.

^(iMneKsrüc&rHt in «Spanien»

WB. Madrid, 30. Aug. Nach einem heute abgehaltenen Ministerrat bat das gesamte Kabi­

nett seinen Rücktrit beschlossen. Ministerpräsiden! Dato begab sich zum König, um ihm den Rück­tritt des Ministeriums mitzuteilen.

Aufstand im Nord-Kaukasus.

Tpn. Konstantinopel, 29. Aug. Fast der ganze Nord-Kauhalus ist im Rufst and gegen die Bolschewisten. Der.Aiilaß hierzu sind die Truppenlandungen von General Wrangel, die bis zu dem bedeutenden Knoten­punkt Ttschorjetskaya vorgedrungen sind. Di< Ennabme dftftr Stobt ist bereit? gemeldet. Die An apa- Exvedition befindet sich sieben Meilen von N o vo ro ssis k während die Truppen, die auf Sotsjia marschieren, mit andern Truppen zusammengetroffen sind und gemeinsam nach Sotsjia vorrücken. Eine Streitmacht von unge­fähr 40000 ehemaligen Offizieren und Kosaken be­drohen K i s l o w o d s k, die See von Asow und da? Ka-pische Meer. Im Osten von D a gest anli sind die Moslems in Aufstand gekommen und haben die Eiftnbahnverbindung zwischen Baku und Derbend ab» geschnitten. Die russischen Bauern schlagen sich zu hex Kosaken, um gegen hie roten Truppen zu marschieren.

Die Bslschervrften im Orient

Zur Zeit tagt in aber bei Baku der Kongreß der Proletarier Bersten?, Arabiens, Mesopotamiens und Indiens. Man hat in her europäischen Presse Don den Verhandlungen, die die Bolsckewisren ^dort unten mit den Vertretern der orientalischen Massen führen, wenig gehört. HavaS und Reuter, die sich sonst mil journalistischer Fixigkeit bemühen, vom Ende der Well Nackrichten herbeizuführcn, schweigen sich über dieß gewiß nicht uninteressante Angelegenheit aus gutes Gründen völlig aus. Ausfallen muß, daß auch Moskai selbst bisher recht wenig Redens von dem Kongreß in Baku machte. Man darf aber wohl erwarten, das Rußland schon in den nächsten Tagen einiges darüber in die Welt funken toirb, schon aus heut einen Grunde, um Herrn Lloyd George ein wenig daran zu er­innern, daß er seine Politik den Polen gegenüber nicht ..lUir Mür .rW SMM8iiiiiäi$B'--lk5^

Ep Auf dem Umweg über Konstantinopel erfährt man aber nun eine Nachricht, die zwangsloS mjt bett Beratungen in Baku in Beziehung gesetzt werden kann. Zwischen Nußlaild nnb Armenien' soll ein Vorfriede abgeschlossen sein. Dieser Vorfriede gibt den bolsche­wistischen Truppen wahrscheinlich Gelegenheit, bei Soldaten Memal Paschas dieHand zu reichen. Das damit ha5 bolschewistisch-englische Ringen in Persier und Mesopotamien in eine neue bedeutsamere Phase treten wird, ist offenbar. In England wird diese Konstantinopler Meltnng jedenfalls mit besonderer Aufmerksamkeit gelesen werden und vielleicht wird sie ihre Wirkung auf die Politik Englands gegenüber Polen nicht verfehlen. Da Herr .Kamenew und Herr Kraisin es vorgezogen haben, vorläufig noch nicht aus London abzurcrftn, so wird man vielleicht bald hören, daß sie beruhigende Erklärungen über die Luzerne: Besprechungen empfangen haben und dafür ihrerseits recht beruhigende Erklärungen über den Kongreß u Baku abgegeben haben.

Gegerr eine fremde FmanzkorkkreUe«

Der bekannte Hamburger Finanzmmzn M-aj M. Marburg führt imHamburger Fi.'mdcn, bLatt" unter der UeberschriftKeine fremde Fi­nanzkontrolle" unter anderm aus:

In derFinancial News" schreibt der Ber liner Korrespondentnach Aussprache mit einer führenden Persönlichkeit", daß die einzige fMan- zielle Rettung für Deutschland die wäre, die Fi­nanzen Deutschlands unter internationale Kon­trolle zu stellen. Ich bezweifle, daß irgendein« führende Persönlichkeit der deutschen Vankweh eine derartige Deutschland erniedrigende uns beschämende Aeußerung gemacht hat. Ich bir und ich darf wohl sagen, in Uebereinstimmung mit allen meinen Kollegen entgegengesetzter Ansicht. Nichts würde Deutschland mehr ent» ehren, als eine internationale Finanzkontrolle. Dies muß von vornherein mit aber Entschieden­heit ausgesprochen werden. Deutschland hat den Krieg zwar verloren und hat außerdem das lln« glück, daß durch den sogenannten Friedensvertrag von Versailles kein wirklicher Friede geschaffen ist. Das hindert jedoch nicht, daß von dem Augen­blick an, wo die finanziellen Ansprüche, die ar Deutschland gestellt werden, ein crrräglicheS Mas haben, Deutschland selbst fein AeußersteS tut wird, um diesen Verpflichtungen nachzukomnwu Wird dieses Maß überschritten, so kann eine inten nationale Kontrolle ebensowenig herauSholen mit eine deutsche. Im Gegenteil, es würde ein pafft» per Widerstand gegen diese entehrende Bevor» mundung sich eins ellen. Stimmt man dem Schuld, ner dauernd seine Ehre, so ist die Folge: Er- 'Vlaffung des Schuldners, Verminderung der Eingänge Da namentlich die Auslande" gras darin sind und darin erkenne ich ihre Ueber- legenheit an, auch unmögliche Forderunge» durch ewige Wiederholung in das Gehirn bei Menschen so lange einzuhämmern, bis man an ju glaubt, so halte ich es für meine Pflicht, gleich nach diesem ersten Versuchsballon zu erklären daß dieser Vorschlag eine Unmöglicheit, und was noch schlimmer, eine sehr große Dummheit aller ist, die an Deutschland Forderungen hab^.