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Nr. zhi

Freitag oen 27. August

Veits 5

W8A BMÄMKkUA.

Oberförsterci Brebrr im Spessart 6207* braust in Submission 21560 rm bcrsch. Kohlholz am 1. September 1920, 1t Uhr vor,».

ES wird hierdurch bekannt gegeben, daß auch die «tift zur Einreichung der Befitzsteuer-Erklärung mm 30. September 1920 verlängert ist.

Hanau den 26. August 1920. 6193» Finanzamt. Weber.

Zum Schutze gegen die Gefahr der Weiter- verbreitung der Maul- und Klauenseuche wird auf die viehseuchenpolizeilichen Anordnungen vom 16- Januar 1915 (Amtsblatt S. 26 und 28) erneut hingemiesen und ihr Wortlaut nachstehend nochmals veröffentlicht.

Cassel den 30. Juli 1920. A in 6749 Der Regierungspräsident. I. Ai: Bickell.

Viehsertchenvolizeiliche Anordnung.

Zum Schutze gegen die Maul- und Klauen­seuche wird hierdurch auf Grund der §§ 18 ff. des Viehseuchen,gesetzes vom 26. Juni 1909 (Reichsgesetzbl. S. 519) mit Ermächtigung des Herrn Ministers für Landwirtschaft, Domänen und Forsten für den Umfang des Regierungsbe­zirks Cassel folgendes bestimmt:

§ 1. Alle Sammelmolkereien im Bezirke dür­fen Magermilch, Buttermilch und Molken nur nach Abkochung abgeben. Der Abkochung ist eine Erhitzung durch unmittelbar oder mittelbar ein­wirkenden strömenden Wasserdampf auf 85 0 C oder eine Erhitzung im Wasserbade auf 85 0 C für die Dauer einer Minute gleich zu achten. Das Verfüttern von Milch und Molkereirückständen an das Vieh der Sammelmolkereiinhaber ist unter gleicher Bedingung gestattet.

Für die Abgabe roher Milch zum menschlichen

Landkreis Kanan.

h. Roßdorf, 25. August. Gestern abend fand hier eine Jnteressentenversammlung der Hausbesitzer wegen derVersorgung mit elektrischem Licht statt. Die vor vierzehn Tagen gewählte Kommission zur Wahrung der Interessen der Hausbesitzer erstattete Bericht über ihre Tätig­keit und konnte mitteilen, daß die betr. In­stallateure sich bereit erklärt haben, auch denen, die anfangs ihre Hausleitungen haben legen lassen, der neue etwas ermäßigte Tarif zugute kommen soll und die Rechnungen dementsprechend abgeändert werden würden. Auf die Anfrage, ob denn vor Januar noch das Licht brennen würde, konnte seitens der Kommission ernstlich keine bestimmten Versprechungen gemacht werden. Es wurde aber mitgeteilt, daß man seitens des Kreiselektrizitätsamtes eifrigst bemüht ist, sobald wie nur möglich Licht herbeizuschaffen. Nach Kenntnisnahme und Besprechung einiger Be­schwerden gegen diese oder jene Firma wurde die Versammlung geMol^M^^M^^» die Hausbesitzer, welche noch keine Anlagen haben legen lassen, dies im Interesse der vielen Arbeitslosen nun nicht weiter auf die lange Bank zu ziehen.

h. Roßdorf, 26. August. (Einbruchs­diebstahl.) Mit unheimlicher Frechheit ist in der Nacht vom 25. auf 26. d. Mts. abermals hier eingebrochen worden. Das ist diese Woche der vierte Fall. Auch bei diesem Einbruch hatten es die Diebe auf Lebens- oder Genuß- mittel abgesehen. Aus diesem Grunde stiegen sie bei dem Wirt H. Schneider durch die vorher eingedrückten Fenster in das Wirtszimmer und eigneten sich einige Flaschen Kognak, Zigarren »nd Zigarretten an. Gleichzeitig stiegen sie durch den Bierschalter und statteten der Küche einen Besuch ab, der vermutlich Lebensmitteln galt. Von dem ganzen nächtlichen Vorgang wurde memand etwas gewahr, obgleich das an die Küche anstoßende Nebenzimmer belegt war. Wenn nicht ganz energisch nunmehr diesem schandmäßigen Handwerk zuleide gegangen wird, dann wird jeder Hausherr nächtlich sein eigener Nachtwächter werden müssen. Es ist jedoch zu hoffen, daß diesen sauberen Burschen bald das Handwerk gelegt wird wenn namentlich von maßgebender Stelle eine kräftige Verstärkung der^ Nachtwache eingesetzt wird.

Sport-Rachrichlen.

Kutzbatlklub Germania 09 Grotzkrotzenbnrg 1. u. 2. i Großauheimer FnszbaMlnb 06

Grotzauheim 1. u. S.

Es wird hiermit nochmals auf vorgenannte Spiele tot kommenden Sonntag den 29. August hingewiesen. Wie bekannt, ist 06 Großauhcim z. Zt. in sehr guter Spielstärke und ist sicher ein interessanter Wettkampf M erwartcu. Beginn der Spiele: 2. Mannschaft ?-? Uhr, 1. Mannschaft ^ Uhr.

Vereins, Versammlungen.

* Oratorieu-Verei«. Sonntag den 29. August gemeinsamer Spazier>ang nach Groß-Stcinheim, Hof- brauhaus. Treffpunkt:DeutschesHaus". Abmarsch 1 Uhr nach«.

. * Spielriege der Turngesellschaft e. V. prute abend 7>9 Uhr Spielausschuß-Sitzung, anschließend DPielersttzung. Aufstellen der Mannschaften für dieVer- »andrspiele.

* H. D. D.Kanovia" (Th-at. - Abt.). Heute tob pünkilich J/>7 Uhr Bühnenhauptprobe ist der -EkMr«lhallc". Erscheinen sämtlicher Mitglieder not. wcndrg. Morgen Sauistaa, abends */i6 Uhr, Ern­euung des Geschäfts- und OrdnungsausschusseS mt ^arraum des gr. Saales derCentralhalle". Abzeichen legen.

' Brodt'scher Mäunersesang-Verein. Heute -end 8 Uhr in derBrauerei Orschler" Singstunde zweiten Basics. Alle übrigen Stinimen werden ^beteu, um V-9 Uhr zu erscheinen.

Katholischer Geselle,»verein. Heute abend Amtliches Zusammensein im Schwesternhaus, Vor-

Genuß in Städten oder nach Städten oder größe­ren Orten können mit Genehmigung des Regte- rungsprästdenien Ausnahmen zugelassen werden.

§ 2. Zuwiderhandlungen gegen vorstehende Bestimmungen werden nach den §§ 7477 des Viehseu^engesetzes vom 26. Juni 1909 bestraft.

§ 3. Diese Anordnung tritt mit dem Tage ihrer Veröffentlichung in Kraft. Sie wird auf­gehoben, sobald die eingangs bezeichnete Seuchen- gefahr beseitigt ist.

Die Anordnung vom 29. September 1912 A III 5766 (Amtsblatt S 439) wird hierdurch aufgehoben.

Cassel den 16. Januar 1915. A III 25.1. Der Regierungspräsident.

Graf von Bernstorff.

Biehseuchenpolizeiliche Anordnung.

Auf Grund des § 17 des Viehseuchengesetzes vom 26. Juni 1909 (Rtzichsgesetzbl. S. 519) wird hierdurch mit Ermächtigung des Herrn Ministers für Landwirtschaft, Domänen und Forsten folgen­des bestimmt:

§ 1. Für die im Besitze von Viehhändlern be­findlichen Schweinebestände müssen beim Handel außerhalb des Ortes der gewerblichen Nieder­lassung des Händlers oder, wenn dieser eine ge­werbliche Niederlassung nicht begründet hat, außerhalb seines Wohnortes, Gesundheitszeug­nisse, aus denen die Gesundheit des gesamten Be­standes ersichtlich ist, beigebracht sein, bevor aus den Beständen Schweine veräußert oder sonst entfernt werden, ferner müssen bei diesem Han­del die Schweine, falls sie mit der Eisenbahn be­fördert worden sind, bei der Entladung amts- tierärztlich untersucht werden; sie dürfen von der Entladestelle nicht entfernt werden, bevor die Untersuchung stattgefunden hat und eine .Gesund­heitsbescheinigung ausgestellt ist.

* Hanauer Turnerschaft. Die am Städte- Wettkampf beteiligten Turner und Turnerinnen fahren am Sonntag morgen 7.53 Uhr ab Ostbahnhof.

* Turn- nnb Fechtklub. Heute abend Vereinr- abend. Städtewettkampf Staffellauf, Verschiedenes.

* Wartburgverein. Heute abend von 89 Uhr Singen, von 910 Uhr Bibelstunde.

* B. D. F. Jungmädchenverein Kesselstadt und Treue. Die heutigen Gruppenabende müssen ausfallen.

* Tttrugemeiitde (Knabenabteilttng). Am Sonntag vormittag 9 Uhr in der Trrrnhalle kurze Probe für das Schauturnen und Einteilung der Riegen.

* Zentrallverband der Angestellten (Orts- gruppe Hanau). Den Mitgliedern der ehemaligen Awistellen Eisenbährr-Regt. 2 u. 3 zrrr Kenntnis, daß die Auszahlung der Stellenlosenunterstützung Samstag den 28. Aug., nachm. von 57 Uhr, in der Geschäfts­stelle Heumarkt 1 stattfindet.

* Mar. Jungfranen-Kongregatio«. Heute abend 8 Uhr Vorbereitungsvortrag für die am Sonntag beginnenden Aloifianischen Sonntage.

Aus Rah und Fern.

in Marburg.

r. Marburg, 25. Aug. Die Kundgebamge-n der Verforgungsberechttgten wegen dichter Beliefe­rung vom Erzeuger zum Verbraucher, die von Marburg ausgehend unmittelbar Nachfolge tn Ziegenhatn, Kirchh-arn und besonders in verschie­denen darmstädtischen Orden fanden, haben ein überraschendes Ergebnis hier gezeitigt, nämlich eine Verbraucher-Organisation, der sich das Mar- burger Gewerkschaftskartell bereits angeschlossen hat und deren Vertreter bereits außer mit den Behörden, mit dem Hessischen Bauernverein Füh­lung genommen haben. Der heute in den Stadt- sälen abgehaltenen Versammlung des Bauern- vereins wohnten als ALges«mdte der neuen Ver- brancher-Organifatron die Herren Bürgermeister Freud enstein-Marbach und der Arbeiterführer Waldschmidt aus Cappel bei. Sie empfahlen den Landwirten als bestes Mittel gegen die Zwangs­wirtschaft, die mit .Hauptschuld an der großen Teuerung, dem Schleichhandel und Wucher sei, ein Zusammengehen der Bauern und der Arbei­ter. Herr Freudenstein führte ziffernbelegte Bei­spiele an, was die Verbraucher bezahlen müssen und was die Erzeuger Lekämen. Er kam auch auf die Zucker- und Le^rbewirrschastung zu sprechen und beleuchtete die Ursachen der Teuerung dieser Produkte, die völlig unberechtigt fei. Die Ver- fammbung wählte schließlich auf Vorschlag eine Kommission, welche mit der Verbraucher-Organi- fation, die sich auf >die Beamtenvereine usw. wei- tec ausdehnen dürfte, zu verhandeln. Sie besteht aus dem Vorstandsmitglied des Hessischen Bauernvereins, Bürgermeister Rauch-Wolfshau- fen, sowie den Landwirten Lauer-BÄtershausen unb Lauer-Fronhausen. Wie man weiter mit teilte, soll wegen der Wünsche der Verbraucher demnächst eine Kommission beim ReichAernäh- rungsamt in Berlin vorstellig werden.

hk. Cassel, 26. August. Eine hiesige Firma hatte an die in Siugapare (Indien) erscheinende englische ZeitungFree Press" eine Karte gesandt mit der Bitte, ihr eine Probenummer mit An­zeigentarif zu schicken, damit sie ihre Waren in der genannten Zeitung anpreisen könne. Die Karte kam nach einigen Monaten zurück. Quer über die Adresse hat die Direktion der Zeitung mit Schreibmaschine folgende Zeilen geschrieben: Thanks bat we lost relatives by tho war caused byyouand cannot sorget it qaite sosoon. ge^Daires. Zu deutsch: Wir haben infolge des von Deutsch­land verschuldeten Krieges die Verbindungen abbrechen müssen und können dies nicht so leicht vergessen. Wir können daher von Ihrem An­gebot keinen Gebrauch machen.?

WB. Wiesbaden, 26. August. Heute morgen wurde hier vor der französischen Artillerie­kaserne die Leiche eines etwa 16jährigen Mädchens mit einer Süchwunde in den Schläfen gefunden. Die Leiche war in zwei französische ZeltbabuL« «uaescklaaen und. als sie aeiundan

Für die Gesundheitszeugnisse und ihre Gül­tigkeitsdauer gelten die Vorschriften der §§ 16 bis 19 der viehseuchenpolizeilichen Anordnung des Ministers für Landwirtschaft, Domänen und Forsten vom 1. Mai 1912 (Reichs- und Staats­anzeiger Nr. 195 von demselben Tage).

Der Beibringung von Gesundheitszeugnissen vor der Veräußerung bedarf es nicht, wenn die Veräußerung der Schweine auf einem unter tier­ärztlicher Kontrolle stehenden Markt stattfindet.

Auf Schweine, die zur alsbaldigen Abschlach- tung bestimmt sind, finden die vorstehenden Vor­schriften keine Anwendung.

§ 2. Die von Viehhändlern und Transport­unternehmern zum Schweinetransport benutzten Fahrzeuge aller Art, einschließlich der Schiffe und Straßenbahnwagen, aber mit Ausnahme der Fähren, sowie aller sonstigen zu einer solchen Viehbeförderung benutzten Behältnisse und Ge­rätschaften (Kisten, Körbe, Krippen, Futtertröge, Tränkvorrichtungen usw.) sind neben der nach jedesmaligem Gebrauch vorzunehmenden gründ­lichen Reinigung wöchentlich einmal zu desinfi­zieren.

Die Desinfektion drr Fahrzeuge, Behältnisse und Gerätschaften hat durch Tünchung mit Kalk­milch zu geschehen; Eisenteile find mit verdünn­tem Kresolwasser (2,5-prozentig) oder mit Kar- b^'ffer (etwa 3-prozentig) zu bepinseln. Das gk je Verfahren kann bei Holz- und Stein­teilen an Stelle der Tünchung mit Kalkmilch an­gewandt werden.

§ 3. Die Kosten der Gesundheitszeugnisse und der Untersuchung fallen den Viehhändlern zur Last.

§ 4. Zuwiderhandlungen gegen die vor­stehenden Bestinnnungen werden nach den §§ 74 bis 77 des Viehseuchengesetzes vom 26. Juni 1909 bestraft

wurde, noch warm. Die Identität des Mädchens .»ante noch nicht festgestellt werden.

Gotha, 26. Aug. Die Hallen der Megerstation Gotha befinden sich nicht unter den der Entente auszukiefernden. Es besteht Aussicht, daß sie, da ihre Beibehaltung als milltärische Fliegerftation ausgeschlossen ist, indusiciellen Zwecken nutzbar gemacht werden können. Zu diesem Zwecke soll n-rmmehr die Station von der Reichsvermögens­verwaltung verkauft werden.

Koburg, 26. Aug. Die Stadt Koburz hat die Einführung einer Fremdenwohnsteuer in Höhe von 10 Prozent des Wohnpceifes beschlossen. Die Preise müssen in den Zimmern angeschlagen sein. Auch eine Wohnluxussieuer ist in Aussicht genom­men. Sie wird in der Hauptsache da Anwendung finden, wo übermäßig viele Zinnner beaufprucht werden.

Werleshausen, 25. Aug. Das etwa 8jährige Töchterchea des Eisenbahners Sanders wollte seiner Schwester ins Dorf nachlaufen und sprang vor einem von Eichenderg kommenden Zug über

Gleise. Es kam aber zu Fall und die Lokomo­tive des Gu^erInges erfaßte c,-- recbae tytem, o^a^ sehr schwere Quetschungen erlitt.

mc. Darmstadt, 26. August. Schon lange schwebten Erwägungen über die Herstellung eines Verbindungskanals von Darmstadt mit dem Rhein, der als Notstandsarbeit in die Wege geleitet werden sollte. Das hessische Ministerium hat sich ebenfalls mit der Frage eingehend beschäftigt, ist aber schließlich zu dem Entschluß gekommen, daß mit einer geordneten Wirtschaft das Projekt nicht zu vereinbaren sei, da es wirtschaftlich absolut keine Aussichten habe. Der Traum also, daß Darmstadt am Rhein liegen werde, ist jäh zerstört.

mc. Heidelberg, 26. August. Von fach­männischer Seite erhalten wir folgende Mit­teilung: Der Verfall des Heidelberger Schlosses schreitet langsam und stetig fort. Namentlich ist der Otto-Heinrichsbau gefährdet und es muß der bädischen Regierung ernstlich anheim gegeben werden, endlich einmal das für Deutschlands schönste Schloßmine Notwendige in die Wege zu leiten. Selbst bei sofortiger Inangriffnahme der Arbeiten ist es schwer zu sagen, ob die Ab- bröckelung des Mauerwerks und des bild- hauerischen Schmuckes aufgehalten werden kann. Schon viel zu lange wurde gesäumt und die kunstverständigen Kreise Deutschlands sollten mit allem Nachdruck die sofortige Restauriemng dieses schönsten Teiles des Schloßes fordem.

Polnische Nachrichten.

Arrruhen in BresSan.

Das pol»»ische wie französische KonsMat gestürnrt «nd zerstört.

WB. Breslan, 26. August. In Breslau, wo heute auf dem Schloßplatz eint Demonstrations­versammlung stattfand, in der Flüchtlinge aus Oberschlesien sprachen, kam es zum Schluß ber Ver­sammlung zu erregten Vorgängen. Aus Oppeln war das Gerücht eingetroffen, daß dort be­waffnete polnische Hallcrsoldat-n in Zivil angelangt, und seit den Mittagsstunden mit der deutschen Bevölke­rung in Kämpfe verwickelt seien. Diese Nachricht versetzte die Menge in böchste Erregung und es traten zum Sckluß der eigentlichen Versammlung noch viele wilde Redner auf. Beim Verlassen der Platzes machte sich die Erregung in drohenden Rufen gegen die Polen und Franzosen Lust. Plötzlich ertönte aus der Menge der Ruf: Wo ist das polnische Konsulat? Es wird behauptet, daß der Ruf von einen polnischen Spitzel stammte. Vor dem Monopolhotkl am Ans- gang des Platzes nahm die Menge eine drohende Hal­tung an, da sie französische Ossiziere im Hotel ver­mutete. Da die Vermutung nicht zutraf, wovon sich die Menge überzeugen ließ, begaben sich mehrere Trupps halbwüchsiger Burschen zum polnischen Konsu­lat, drang dort ein und zerstörte die Einrich­tung. Die zum Schutze des Konsulats dort statio­nierten Beamten der Sicherheitspolizei waren dem »Mtckickie« ainiiKflita der Menae nickt aewackseu. Diese

§ 5. Diese Anordnung tritt mit dem Tage ihrer .Veröffentlichung in Kraft.

Die viehseuchenpolireiliche Anordnung vom 17- Januar 1913 - AIII 227 (Amtsblatt S. 39) wird hierdurch aufgehoben.

Cassel den 16. Januar 1915. A III 25 ITT, Der Regierungspräsident.

Graf von Bernstorff.

Dienstnachrichten.

In den Gemeinden Straßbessenbach. Oberbessen» back, Glattbach, Mainaichaff «Kreis Aichaffenburgl Holzhansen, Okarben, Ober-Florstadt, Burg-Gräfen- rodt, Nieder-Wöllstadt (Kreis Friedberg), Kalbach lKre's ßomburg v. d. H.L KaR a. M. und Alzenau (Kreis Alzenau) ist die Maul- und Klauenseuche aus» gebrochen.

Hanau den 24. August 1920.

M MM

Berpingureg.

Die zur Herstellung einer neuen Drahtgeflecht« einfriedigung an der Oberrealschule erforderlichen Schlosserarbeiten sollen unter Zugrundelegung der Be­dingungen für die Ansfübrung von Arbeiten und Lieferungen für die Stadt Hanau öffentlich vergeben werden.

Die Berdingungsunterlagen liegen werktäglich während der Sprechstunden vormittag? von 10121/* Uhr im Rathaus, Zimmer Nr. 25, aus und können von dort urm Preise von 3. Mk. bezogen werden. Verschlossene und m-t entsprechender Aufschrift ver­sehene Angebote sind bis zum EröffnungStermin am 6. September d. I., vormittags 10 tthr, im vorgenannten Dienstzimmer einzureichen.

Die Eröffnung der Angebote erfolgt im Beisein etwa erschienener Bieter.

Zuschlagsfrist 14 Tage.

Hanau den 24. August 1920.

Der Magistrat.

zog dann zu verschiedenen anderen Hotels, in denen sie französische Offiziere vermutete. Im Hotel^Fürften- Hof, wo die interalliierte Kommision ihren Sitz hat, flüchtete das Büropersonal in den Gärten. Infolge des schnellen Eingreifens der inzwischen herbeigeellten Sicherhcitspolizei ist es hier nicht zu Gewaltätigkeiten gekommen. Der belgische Adjudant der Fneden?» kommission hat im Laufe des Abends dem Polizei­präsidenten gegenüber seine Befriedigung darüber aus­gesprochen, daß der Schutz so schnell wirksam, gewesen sei und daß sich in den Räumen der Koncmision keine Hebelgriffe ereignet hätten. Selber war jedoch in­zwischen derselbe Haufen zum französischen Konsulat gegangen, wo sich die ebenfalls dauernd hier ausgestellte Sicherheitswache dem plötzlichem An­sturm gegenüber als zu schwach erwies. Die Räum« wurden zerstört und die Akten auf die Straß« geworfen. Der starken zum Schutze des französischen Konsulats inzwischen entsandten Truppe gelang es jedoch, den Geheimschrank des französischen Konsulats vor der Zerstömng zu bewahren. Der weitere Schutz des Konsulats wurde hinreichend sicher gestellt.

Im Anschluß an diese Vorgänge haben sich bann leiber in den Abendstunden noch weitere Störungen ereignet, die zum Teil einen ausgesprochenen antise­mitischen Charakter aiinatnmm. Unkontrollier- j-ML MuuLrrte.Ddcn in izer Antonrcnsrraße daS Blatt^chk!

- bedroht, in dein vorwiegend Osrjnöcn zu pflegen, doch ist er zu wirklichen^Srörungen dort nicht gck»mmen, wohl aber in der Schrauerstraße 47, wr das Warenhaus von Herzfeld geplündert wurde. Auch die französische Automobilzentral« in der Hubcnstraße ist int Saufe des Abends erbrochen worden. Er find Maßnahuien getroffen worden, um die Ruhe in der Stadt imederhcrzustellen und zu sichern.

Kördeuung auf baldige m»|lit»»nuut*

Der Hauptausschuß des deutschen Ostniarkenvereins faßte zu den Ereignissen in Ovcrschlesicn eine Ent­schließung, in der cs heißt: Um mit den Schwierigkeiten in Oberschlesien zu Ende zu kommen, muß die Volks­abstimmung baldmöglichst stattfinben.

Vom -eulsch-amerikanischeu KrmSel.

Weber dertechnische" Kri^gszustand noch Katastrophe der deutschen Währung haben aus­weislich des Ende Juli vom Washingtoner Han­delsdepartement aus gegebenen statistischen Mate­rials verhindern können, daß sich der Handel Mi­schen Deutschland und den Vereinigten Staaten innerhalb der verflossenen zwölf Monate gewaltig gehoben hat, wenn auch die Steigerung des Ge­samtwertes der eingeführlen deutschen Waren, wie das bei der Entwickelung der Valutavechältnifse natürlich viel beträchtlicher ist, als die des Ge­samtbetrags der amerikanischen Ausfuhr nach Deutschland. Immerhin ergibt sich, wenn man du Ziffern vom vorigen Monat im Vorjahre ver> gleicht, eine Verdoppelung der amerikanischen Ausfuhr nach dem feindlichen Lande, wogegen Deutschland seine eigne Ausfuhr nach den Ber­einigten Staaten im gleichen Zeitraum mehr als verdreißig focht hat.

Im Juni 1920 stellte sich näntsid) der Wech der aus Deutschland eingeführlen Waren auf 8 500 000 Dollar gegen nur 266 996 Dollar im Juni vorigen Jahres. In den zwölf Monaten, die mit Juni dieses Jahres abliefen, war der Ge- famtbetrag der Einfuhr aus Deutschland über 45 000 000 Dollar gegen 944 981 in den vorauf, gegangenen zwölf Monaten. Ausgeführt wurden im Juni dieses Jahres nach Deutschland Waren im Werte von insgesamt 19 700 000 Dollar gegen 8 758 000 Dollar im Juni 1919. In der Zeit vom 1. Juli vorigen Jahres bis 30. Juni 1920 und ij den vorhergegangenen zwölf Monaten stellen sich die Zahlen auf 202 und 8,8 Millionen Dollar. Bemerkenswert von Einzelposten der ameritanu schen Einfuhr aus Deutschland ist der unter den Zeitumständen namhafte Gesamtbetrag Des Wer. teS der künstlichen Düngemittel und Farbstoffe, wenn die Zahlen natürlich noch immer keine« Vergleich mit denen der vor dem Kriege aushal. len. Der Gesamtbetrag der künstlichen Dünge, Mittel, die die amerikönrische Landwirtschaft im Juni dieses Jahres aus Deutschland bezog, wird auf 600 000 Dollar beziffert. Amerika kaufte im Juni sogar deutsches Kupfer im Betrage vo^ 182 954 DollaL,