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Erschein! täglich mit Ausnahme bei Sonn» und Feiertags

Nr. 198

General-Anzeiger

AmMchss Organ für ElaLl- und Landkreis Sanau

Dienslag den 24. August

Verlagsleitung: Ad. Indermühle.

Verantwortlich: für politischen und allgemeinen TeilRich.Hultick: für lokalen und vrovinziellen Teil iowie Sport W. Moritz: für Anzeigen und Reklamen A. Brodt. alle in Hanau a. M.

Rotationsdruckd. Waiienbausbuchdruckerei 5anau FernivreckanichluNe Nr. 1237 und 1238

1928

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Das Neueste.

Polnische Banden setzen in Oberschlefien ihre Raub- füge fort. Sie haben Pleß beseht und stehen vor einem Angriff auf Beuthen.

Die politischen Parteien und Gewerkschaften fordern sofortige Entwaffnung der polnischen Banden, andern­falls sie den Generalstreik erklären wollen.

Ueber die Konferenz in Luzern zwischen Lloyd Veorge und Giolitti wurde ein offizielles Kommunique herausgegeben.

Die polnische Gegenoffensive macht Fortschritte.

Die amerikanische Regierung warnt Polen vor der Ueberschreitung der ethnographischen Grenze Polens.

Da» internationale GewerkschaftSbüro protestiert in einem Aufruf an alle organisierten Arbeiter der Welt gegen den Krieg im Osten.

Idealismus -er Arbeit.

Professor Vaihinger hat in seinem Kommen­tar zu dem unglücklichen Telegramm an Lloyd George, in dem er die Entente aufforderte, für eine Verlängerung der Arbeitszeit in Deutschland rinzutreten, darauf hingewiesen, daß es Wesen und Aufgabe der gei st igen Arbeit fei, Werte zu schaffen, die nicht nur dem geistigen Arbeiter, sondern dem Gesamtvolke und der ge­samten Kulturwelt zugute kommen. Geistige Ar­beit leisten heißt Kulturwerte schaffen, ohne Rück­sicht auf Entlohnung, ohne Rücksicht darauf, ob Sem geistigen Arbeiter der volle Ertrag seiner Ar­beit für seine Person zugute kommt oder nicht. Es ist das der Idealismus der Arbeit, der den führenden Geistern der Menschheit ge­meinsam ist, dem Deutschland vor allem den hohen Rang verdankt, den es als Mehrer der Kultur einnimmt. Dieser Idealismus der Arbeit, dem die Welt so unendlich viel verdankt, wird totge­schlagen, wenn die Forderung zum Prinzip er­hoben wird, daß jedem Arbeiter der volle Ertrag seiner Arbeit zufließen müsse. Die großen Ent- öwfujigen wissenschaftlicher Forscher, die Erfin­dungen rastlos strebender Geister würden, wenn man diesen Grundsatz zum Gesetz erheben sollte, damit herabgewürdigt zu einer bloßen Einnahme­quelle für den Urheber. Diese Forderung wird rkinanb im Ernst stellest wollen. Etwas von die­sen Idealismus der Arbeit müssen wir notge­drungen auch in unser Wirtschaftsleben hinüber- ncHcn. Es ist notwendig, daß in jedem Be­triebe ein gewisser Mehrwert geschaffen wird, der nicht auf Heller und Pfennig ausgezahlt werden km. der als Reserve aufgespeichert werden muß. Wird derMehrwert", wie es von den Anhängern der Sozialisierung gefordert wird, restlos verteilt, dann wird der Betrieb bald am Ende seiner Lei­stungsfähigkeit angelangt sein. Es ist weder eine Weiterentwickelung des Unternehmens noch das lleberdauern von Krisen möglich, die heute wie ^iudwicüel von allen Seiten auf unsere Wirt- , -chaftsUnternehmungen eindringen. Eines müssen Handarbeiter von den Geistesarbeitern ler­nen: Zur Aufrechterhaltung der Wirtschaft müssen h r w e r t e geschaffen werden, die nicht am Lohntage nach der Lohntabelle ausgezahlt werden 'dune d. Es fällt in unserer Zeit schwer, zu sagen, ak:r es ist und bleibt richtig, daß neben Lohn­arbeit^ von jedem Kulturarbeit, Arbeit für °te Zukunft geleistet werden muß. Man stelle sich einmal vor, was geschehen würde, wenn me geistigen Arbeiter auf einmal ihre Arbeit ein- Men wurden für den Fall, daß ihnen der Er- ihrer Tätigkeit nicht blank auf den Tisch ge- Zahit würde. Ein solcher Streik der geistigen Ar- Mer wäre doch undenkbar. Und doch wird der ^'"ftcSatbeUer zur Zeit bei uns viel schlechter bezahlt als der Handlanger!

Die Sabotage der Arbeit ist ein Verbrechen Volke, wie an der Kultur. Der Sabotage der Arbeit kommt die Verweigerung der Steuerzah- nng gleich; denn derschnöde Mammon" '1t und bleibt nun einmal eine Art Kultur- u M e r. Ohne Dünger keine Ernte. Wir leben /L Deutschland zur Hälfte von unserer gegen- sZgen Arbeit, zu einem Viertel von den letzten ^t"en. die wir aus dem Kriege gerettet haben, . »u einem Viertel von den Schulden, die wir Zukunft machen " So sprach dieser Tage jVmjSminifter Koch in Köln. Unsere Reserven, .'n früheren Jahren geschaffenen Mehrwerte, ^^'dcn halb ausgezehrt sein, und dann? Die Ntwort auf diese Frage ist nicht schwer zu er- ,?cn> aber sie wirkt furch lbar. Es verrät deshalb ' beklagenswerten Piangel an Wiotschaftsvoli-

tischer Einsicht, wenn die Steuerleistung und die Arbeit sabotiert wird.

Was helfen uns alle Volksbildungsvereine und ähnliche Einrichtungen, wenn es nicht mög­lich ist, das Maß wirtschastsv l'tischer und staat­licher Einsicht den breiten Schichten zu übermit­teln. das notwendig ist, wenn wir uns als Staat erhalten wollen?

Das alte Wahrwort, daß Kunst nach Brot gehe, gilt heute auch für die Wissenschaft, für die gesamte Geistesarbeit. Und dennoch werden von ihr tagaus, lagern ungeheure Mehrwerte in selbstloser Arbeit geschaffen, für die niemals Be­zahlung wird. Unser Kulturleben, von dem alle Teile unseres Volkes zehren, wird gewissermaßen nur noch durch den I d e a l i s m u s einer Welt­anschauung in Gang erhalten, die mit dem furcht­baren Materialismus der Gegenwart völlig un­vereinbar ist. Jedem das Seine und jedem vor allem das Notwendige! Ganz gewiß! Wenn aber der krasse und so überaus kurzsichtige Mate­rialismus der Gegenwart über den Kulturidealis­mus siegt, dann wird d eitskultur und damit das edelste Menschentum auf der Strecke bleiben. Die katholische Kirche kennt in ihrer Lehre einen Fundus von guten Werken ihrer Heiligen, von denen den Bedürftigen ausgeteilt werden kann. Auch die Kultur bedeutet einen solchen Fundus, eine Ansammlung selbstloser Ar­beit, einen Ueberschuß von Mehrwer­ten, die nicht dem einzelnen, sondern der Ge­samtheit zum Segen dienen sollen Wir sind arm, bitter arm an Kulturgütern geworden, Krieg und Revolution und Hunger und Not haben den Nibelungonschatz des deutschen Volkes an Kul­turgütern aufgezehrt Deshalb müssen allesamt schaffen und sorgen, daß Küsten um Kasten wie­der voll werden- wir ailefr"t H andarbeiter wie JjjütoaEl^^ für diejenigen, die nach uns kommen.

Oberschlefien.

Forlsetzung der polnischen Raubzüge.

WB. Beuthen, 23. Aug. Pleß und Sogran wurden gestern von den Polen besetzt.

WB. Beuthen, 23 .Aug. Soweit sich aus den bis heute mittag vorliegenden Meldungen ergibt, sind der ganze Kreis Rybnik außer der Stadt Rybnik und der ganze Kreis Pleß mit der Stadt Pleß, dem Landkreis Kattowitz, dem Landkreis Beuthen und dem Landkreis Tacnowitz durchweg in polnischer Hand. Die Städte Gleiwitz, Kattowitz, Beuthen und Königsbütte usw. bilden zur Zeit noch wenige Inseln. Aus den besetzten Teilen unternehmen die Polen ständig Vor­stöße nach diesen Orten. In dem besetzten Ge­biet sind heute Maueranschläge in zwei Sprachen erschienen, in denen zur Bildung von Selbst- schutzkomitees aus der heimischen und orts­ansässigen Bevölkerung ausaelordect wird. Die Fübrer dieser Komitees verpflichten sich, mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln zur Aufrecht­erhaltung der öffentlichen Ruhe und Ordnung zu sorgen und die Wiederaufnahme der Arbeit in den Betrieben in die Wege zu leiten. An'annn- lungen von mehr als fünf Personen sind ver­boten. Sämtliche Waffen und Munition sind so­fort abzugeben. Die Gasthäuser sind abends 8 11 br zu schließen. Privatpersonen dürfen sich von 815 Uhr abends bis 4 Uhr morgens ohne Ausweis auf den Straßen nicht sehen lassen.

Die Reichsregierung soll handeln.

Anläßlich der Vorgänge in Oberschlesien richteten die vereinigten Verbände heimattreucr Oberschlefier in BreSlau gestern folgendes dringendes Telegramm an den Reichskanzler:

Alle Nachrichten, die hier an? Oberschlefien ein« laufen, und durch zahlreiche FlüchtlingSansagen be­stätigt werden, beweisen, daß die von den amtlichen Stellen verbreitete Auffassung, der Au'stand sei im Abflauen begriffen, ein gefährlicher Optimismus ist Im Gegenteil zeigt sich immer mehr, daß der Auf- staud offenbar nach einem wohldurchdachten Plane strahlenförmig weitergreift und bereit« die Kreise M-b, Rybnik, Kattowitz, Beuthen, Tarnowitz und Lublmitz ergriffen bat. Die Landgemeinden dieser streife sind fast vollständig in den Händen der Aufständischen. Die Städte sind aufs Schwerste bedroht. Sorau ist seit nachmittags halb 6 Uhr besetzt. Den Versprechungen der. interalliierten Kommission folgten bisher keine ausreichenden Maßnahmen. Die deutschgesinnte Be­völkerung ist völlig schutzlos. Insbesondere richtet sich der Haß der Aufständischen gegen unsere DZit= qlieber, in deren Hände die wichtigsten Vorarbeiten für die Durchführung der Volksabstimmung liegen. M- rd, Mißhandlung und Verschlepvnug sind die Mittel, womit bereits in zahlreichen Fällen gegen sie oorgcqangcn worden ist. Die gemmten AbstiminuugS. arbeiten sind nicht nur aufs Schwerste gefährdet, sondern auch weite Kreise der deutschgcsiiinten Bevölke­rung befürchten, daß ihnen das Schicksal Posen»

auf»ezwungen wird. Oberschlesien erwartet und ver­langt von der lllcichsregierung, daß sie schnellstens alle ihr zu Gebote siebenden Mittel zur Rettung Ober- schlesiens anwendet.

(Die von den vereinigten Verbänden gegebene Schilderung der Lage entspricht der Auffassung, wie sie in Regierungskreisen herrscht. Man ist sich dort über den Ernst der Lage durchaus klar. Die ReichS- reaierung wird sich, >vie ihre gleichzeitig veröffentlichte Erklärung besagt, jeder gewaltianken Abtrennung ober- schlesischer Gebiete mit allen Mitteln widersetzen.)

SkelllmcnKhMe der Rerchsregierung.

WB. Berlin, 23. Aug. (Amtlich.) Nachdem gestern bereits eine Besprechung bei dem Herrn Reich S- präsidenten stattgefunden hatte, beschäftigte sich die heutige Kabinettssitzung wiederum mit der oberschlesischen Frage. Die Vorgänge der letzten Tage wurden eingehend durchgesprochen und alle Mittel er­örtert, um diesem Gebiete möglichst bald ruhige Zu­stände zu sichern. Nach dem ßn ebenso ertrag liegt es der interalliierten Kommission ob, die Ruhe und Ord­nung in dem Abstimmungszebiet aufrechtzuerhalten. Die ReichSregierung bedauert au's Tiefste, daß weite Teile von Oberschlesien sich in der tatsächlichen Gewalt poluisc^r Insurgenten befinden und daß damit eine Lage nngetreten ist, welche unsere schlesischen Brüder in iöcbrängnis bringt, die friedliche Arbeit, namentlich die Kohlenförderung stört und die für das gesamte mitteleuropäische Wirtschaftsleben so wichtige Leistungs­fähigkeit des Lande» gefährdet. Die ReichSregierung hat durch ihre Vertreter bei der interalliierten Kom­mission und durch ihre Botschafter in Rom, London und Paris Vorstellungen erhoben und verlangt, daß die interalliierte Kommission in voller Unparteilichkeit und mit allen Mitteln gegen den von langer Hand durch politische Agitation vorbereitete» Aufstand öor» g^he und das Leben und Eigentum der deutscheil Be völkeruug schütze. Die interalliierte Komm ssion in Oppeln hat erklärt, daß sie den gegenwärtigen Aus­stand als eine Auflehnung gegen ihre RegierungS- gewalt ansieht. S-e sei entschlossen, mit Nachdruck gegen die Aufständischen vorzugetzen, ihre Entwaffnung JiurdmifübreiMmMürii^

rung Sorge zu tragen. '

daß es der interalliierten Kommission gelingen wird» diese Zusage zu erfüllen und dem ihr anvertrauten Lande in Kürze die Ruhe wiederzugeben. Sie richtet ihrerseits an die Bevölkerung von Obcrschlesie» die ernsteste uno brixgeube Bitte, sich ruhig zu vc. halten und durch keinerlei Unbesonnenheiten Vorwä,dr zu neuen Unruhen zu liefern. Die Bevölkerung Ober» schlesiens kann versichert sein, daß bie deutsche Regie­rung die oberschlcstiche» Interessen mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln vertreten wird, daß sie f auf Gedeih und Verderb mit Oberschlesien verbunden fühlt und nicht stillschweigend hinnehmen wird, daß auch nur ein Fußbreit oberschlesischen Bodens durch gewaltsame Ataßuahmcn entgegen den ^Bestimmungen der Friedcn»»ertrages und dem Willen der Bevölke­rung Dom Deutschen Reiche abgetrennt wirb.

Ein Aufruf

der Parteien und Gewerkschaften.

WB. Beuthen, 24. Aug. Die deutsche VolkS- portei, die kathol. Vollspartei (Zentrum), die demokratische Partei und die sozialdemolratische Partei, ferner der allgemeine deutsche Gewerk- schaftsbund (freie Gewerkschaften), die Arbeits­gemeinschaft freier Angestelltenverbande (Afar), der Deutsche Gewerkschaftsbund (christliche Ge­werkschaften), der Gesamtverband deutscher Ange­stellter, die Hirsch-Dunkerschen Gewerkschaften und der Gewerlschaftsbund der Angestellten erließen folgenden Auftuf an die oberschlesische Bevölke­rung:

Unsere oberschlesische Heimat steht in tiefster Not. Deutsche und Polen stehen gegeneinander und Bruderblut ist geflossen. Die Sühne des Ver­brechens gehört vor das Gericht. Wir wollen Frieden. Die interalliierte Kommission versicheri« uns, die Ruhe, Sicherheit und Ordnung wieder herzustellen. Wir forderten dies am 21. August und General Gratier sicherte uns folgendes zu: 1. Entwaffnung der Bevölkerung ohne Rücksicht auf Nationalität. 2. Aufheönug ^es Belagerungs­zustandes, soweit es die Verhältnisse gestatten. 3. Hinzuziehung deutscher und polnischer Arbei­ter zur Wiederherstellung des Friedens. 4. Ver­hütung von Genwlttätigleiten aller Art. Die Bewaffnung polnischer Banden schreitet dennoch fort. Sie reißen die Gewalt an sich und miß­brauchen sie. Dem muß ein Ende gemacht werden. Die gesetzmäßige Gc-valt muß wieder hergestellt werden. Dies ist unsere einzige Forderung und sie wird noch heute der interalliierten Kommission unterbreitet. Wird sie nicht erfüllt, dann sind wir entschlossen uns den Frieden durch eine« G e - n e ra lstre ik zu erzwingen. Haltet Euch bereit und erwartet den Ruf Eurer Führer! Es gehtum unsere Heimat!

320 Schächte stehen früh;

Na b dem »Bcrl. Togbl" Heien in O&erMücfbr 20 Sb Kicks voll änbig still, auf auberen 15 - 2'i Prozent der Belegschaft. Die Kohlenlieferung ist auf mehr als die Mitte a es unten»

PolenAutzlanö.

Die Lage an der Front.

Weitere Fortschritte der Pole».

WB. Kopenhogen, 23. Aug. Nach einem Tele­gramm aus Warschau meldet der polnische Heeres­bericht: Die feindlichen Truppen, b:e zwischen der Weichsel und der deutschen Grenze eingedrungen waren, um die Polen vom Meer abzuschneidcn, befinden sich in vollem Rückzüge und werden von den polnischer Abteilungen stark verfolgt, die bereits Mlawa ein genommen haben. Die femdlichen Abteilungen sitzt vollständig «bgeschnitten, da General Sikorski Mlawr und VrzazSnysz eingenommen bat. Bei Mlawa uni Brzazsnysz fanden die Polen über 100 bolschewistisch« Leichen vor, darunter 3 deutsche Offiziere.. Du Truppen des General» OsinSki gehen in der Richtiing auf Rozany, nordwestlich von Warschan, vor. Der Feind erlitt ungeheure Verluste. Am 20. August wurden eingebracht: 10 000 Gefangene, eine ungezählt« Menge Geschütze und anderes Kriegsmaterial. An der mittleren Front bemeaen sich unsere Truppen 'chncll vorwärts und zwar in nördlicher Richtung, wo wir die Linie Ostrow-CzyzewskzaSka erreicht haben. Die Begeisterung unter unseren Trupp:» wächst von Tag zu Tag und überwindet alle Schwierigkeiten. Der Feind hat unsere Garnison von Brest-LitowSk am gegriffen, jedoch ohne Erfolg. Bei Dubieuko. wurden die Bolschewisten über den Bug geworfen. Nach schwerem Kampfe haben wir Hrubieszow eingenommen. An der Südfront verfolgt unsere Reiterei Budjenny, der mit seiner Reiterei von Leuiberq aus in nördlicher Richtung sich in schnellem Rückzüge befindet. Bei Lemberg haben wir eine Gegenoffensive gegen die. bolschewistische Reiterei begonnen. Wir näheiu uns der Stadt Stryj. Unsere Gegenoffensive ist in vollem Gange.

WB. KönigSberg, 23. August. (Lagerbericht., Abends. Im Verlaufe bei nachmittags ist noch eine Schwadron geschlossen unb einige kleinere Abteilungen der Russen über bie Grenze gekommen. Südwestlich von Willemberg fand in der Gegend von Eborzele tu den Nachmittagsstwiden ein Gefecht statt und zwar handelt es, sich um abzeichuittene Teile des deute» Kavalleiierorvs, das früher auf Wlocawek vorzesroße» war und noch einen Durchbruch vernicht-, um sich "e» Rückweg nach Osten zu erkämpfen. Die Polen richtete« an biete Abteilungen funkentelegravhüch die Auf­forderung, sich sir ergeben. Die Bedingungen wurden aber von den Nüssen abgewiesen.

WB. MoskNN» 22. August. Durch Funkkpruch. Operatwurberickt der russischen Sowjetrepublik. Wc» front: Abschnitt Lomsza: Unsere Truppe» kämme» mit dem Gegner, der seinen Angriff nördlich der Smbt Ostrom entwickelt. Abschnitt Lresi-LikowSk: 2Bir verließen die Stadt Best-Litoivsk. Ocstlich von Ebolm hartnäckige Kämpfe. Abschnitt Galitsch: Unsere Truppen erreichten im ganzen Sibschnitt den Fluß Jolotasa Lipa und kämpfen um die Uebergänge über den Fluß. Kiimfront: Abschnitt Or'chow: Unsere Truppen brachen kämpfend den Widerstand des sich hartnäckiz verteidigenden Feinde» und rücken kämpsend vor.

Umgruppierung der polnischen Streitkräfte.

WB. Paris, 23. Aug. Nach Mitteilungen der Abendpreffe haben die Polen eine Umgruppuu ung ihrer Streitkräfte vorrenommeu. Sie haben eine Nordarmee gebildet, die General Haller befehligt, und c.nc Armee ses Zentrum», bereit Oberbefehl Pilfudrl: übernommen hat.

WB. PariS, 23. Aug. Havas berichtet aul Warschau: Die Nachrichten von der Front lauten wieder optimistischer. Die Bewegungen der Armee PilsulSkiS entwickeln sich unter den besten Sebinjungen weiter. Ma» meldet zur Zeit mehr als 35 000 Ge­fangene unb 200 Geschütze.

Munition für Poleu.

Ipa. Antwerpen, 24. Aug. Die im Antwerpenr» Hafen lagernde Munition für Polen stammt an8 den amerikanischen Hceresbestäiiden am Rhein und Frank­reich. Sie tvurbe von der amerikanischen Regierung einer französischen Firma verkauft und von Koblenz nach Antwerpen verschifft. Ein großer Teil ist bereit» durch anicrikani'che Dampfer nach Tanzig transportiert worden. Mit der Verladung des Restes hat man be­gonnen. Belgische Hafenarbeiter, welche sich weigerten, die D!uniti0il zu verladen, wurden Don der Polizei auS dem Ha e» entfernt, und unter dein Schlitze der belgischen Behörden wird jetzt die Verschiffinig fortge. setzt. Die neuen Transporte sind ebenfalls nach Danzig bestimmt, weit hier erwartet wird, daß bei Kommissar Tower feine Verordnung ausheben muß unb ben Transport durchläßt.

Jpn. Prag, 24. August. In Polen sind bis jetzt erhebliche Artillerie-Transporte von Frankreich eilige« troffen. Ebenfalls sind sechs französische Flieger- ablcilungcn mit zusammen 38 Flugzeugen an der polmscheu Frönt tätig. Aus Oberschlesien haben bie Franzosen alles Material, das ihnen gehörte, nach Polen geichafft. Die Transporte werden fortmährenb noch iortgcscyt Ueber Prag sind einige tausend französische Truppen, bie auS Frankreich kamen, ie Bürgerklciduiig geleitet worden.

Eine Warnung Amerikas.

WB. Washington, 24. Aug. -Die Regierung der Vereinigten Staaten hat Pole» durch Vermittlung des amerikanische» Geschäftsträgers in Warschau tu« formell Vorste »»gen gemacht, worin Polen davor gewarnt wird seinen Heeren zu gestatten, bei der Gegen- »ffenäue bie ethnographische Grenze PolenS zu über» fdjmten.

(Weitere Na^riLtem über Pole».Rußland S. 6-f