Einrückungsg ebübr:Die8gesp.Kolonelzeileod. deren Raum 1.—Mk., die 4ge>v. Zeile i. Reklameteil 3.— Mk., 25°lvTeuerunasruschl. Offertgebühr S0Pfg.Bezugsvreis:Viertellährlich 12.90 Mk., monatl. 4.30 Mk- für Postbezug vierteliährl. 12.90 Mark, monatl. 4.30 Mk. Die Nummer 20Dfg. Pmtscheck-Konto Nr. 26659. Frankfurt a. M.
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Rotationsdruckd. Waisenhausbuchdruckerei öanau Fernivrechanschlüsie Nr. 1237 und 1238
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Fernivreckanicklüne Nr. 1237 und 1238 I
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Nr. 197 Montag den 23. August 1920
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Das Neueste.
Die deutsche Regierung sandte an die Friedenskonferenz in Paris eine Note über Ober- schlesien,
Nach einer Meldung aus Kattowitz zeigen die französischen Besatzungsbehörden das Bestreben, die Ordnung wieder herzustellen.
Die Räterepubliken Cöthen und Velbert sind wieder aufgelöst.
Die polnische Gegenoffensive macht weitere Fortschritte. Die Polen haben Mlawa und die Gegend nördlich von Trzasmysz und südlich von Ofttolenka erreicht.
Die sozialistische Partei von Amerika sprach sich gegen jede Diktatur des Proletariats, wie es in Rußland ausgeübt wird, aus
Die englische Regierung hat beschlossen, Aegypthen die Unabhängigkeit wieder zurückzu- geben und das Protektorat aufzuheben.
Oberschlesien.
Die deutsche Regierung hat in einer Note an die Friedenskonferenz in Paris die Forderung ausgestellt, Ursache und Verlauf der Ereignisse zu untersuchen. Wenn der Verband auf unsere Vor- lage« eingeht, so wird sich herausstellen, daß die Herausforderungen von polnischer Seite die Schuld tragen, die Herausforderungen, die von ajftr französtschen Besatzung offensichtlich geduldet wurden. Es wird weiter fest gestellt werde:
die Franzosen, das ihnen anvertraute Wächteramt nicht unparteilich ausgeübt haben. Selbstverständlich wird man zu dem letzteren Urteil nicht kommen, denn Frankreich hat ja gar nicht die Absicht, unparteiisch zu sein, sondern es will Polens Vorteil heben, der auch vielfach der Frankreichs ist. Diejenigen, die auf England hoffen, irren sich -anz gewaltig. England geht in den Offfragen die historischen Wege seiner Politik der Selbstsucht, die es von Frankreich abseits geführt haben. Man glaube aber ja nicht, daß es etwas um der Gerechtigkeit oder gar um Deutschlands Willen tun wird. Es besteht vielmehr die Gefahr, daß es angesichts des Umschwunges an der russisch-polnischen Front geneigt ist, deutsche Interessen heute pr er fern, wie es unbedenklich gestern polnische und vordem russische Interessen preisgab. Trotzdem wird die deutsche Regierung unverzüglich in Warschau vorstellig werden und Genugtuung verengen müssen für die Schändung deutschen Bodens durch die polnische Soldateska.
Was die Lage in Oberschlesien anbelangt, so scheint seit gestern ein Stillstand des polnischen Einfalles eingetreten zu sein. Die Ortschaften um mntonitz sind nach wie vor in polnischer Hand and ts wird nun auf die Maßnahmen der Fran- Pfen ankommen, ob die polnischen Banden das ton ihnen besetzte Gebiet wieder frei geben oder in demselben weiter verbleiben. In Kattowitz wurde aus Befehl der französischen Behörde die Sicher- tmspolizei vom Straßendienst ausgeschaltet, da dre m Myslowitz von den Polen entwaffnete yundertmannschaft der Sicherheitspolizei der Leider beraubt worden war. In Beuthen dauert o: -Bergarbeiterstreif fort, dagegen haben die Me- Marbeiter die Arbeit wieder ausgenommen. — ,; Zwischen haben die polnischen politischen Ver- £ wb Gewerkschaften außer den von uns bereits in der Samstagnummer mitgeteilten Forderungen weitere aufgestellt und zwar ver- c^Sen sie u. a. sofortige Entfernung der Sicher- .J -Ezei aus Kattowitz, einer Stadt, in der Uamtsgchffch deutsch gesprochen wird! Wir dorten von der Reichsregierung, daß sie diesen s-^Nlngen mit Festigkeit entgegen tritt und die ontcrcsfen Oberschlesiens nach außen und innen wahren sucht.
Eine deutsche Note.
in N ^ Ersitzende der deutschen Friedensdelegation kons-^^ überreichte dem Präsidenten der Friedens- °"'5-nz folgende Note:
üorlicgenden Meldungen befindet sich der 20 ueS, Kreises Kattowitz seit der Nacht zum foiio^9™ '" Aufrubr. Am 20. August nachmittags hitsnr'i^^^ib und Laurahütte seitens derSicher- Die war noch unter schwerem Kampf behauptet, wäre,, ^ < ben beiden Orten gelegenen Ortschaften der nril” °^" Händen der Insurgenten, die sich aus tät ^besessenen Bevölkerung polnischer Nationall- Elllbn. "tieren und durch uniformierte polnische dp, ".„ verstärkt sind. Die Insurgenten waren bis Rgu “ l °en Ostrand von Kattowitz vorgedrungen. Erunit. , ^t war von franröfifeben und italienischen Bcrbnn^ besetzt, die, am 20. August nachmittags audtuuaeu mit heu Kattowitz hebrobenbeu In-
suraentenscharen begonnen hatten. Die Bildung bewaffneter Banden aus der ortseingesessenen Bevölkerung läßt sich mit den Bestimmungen des Friedensvertrages ebensowenig vereinbaren, wie die Anwesenheit ortsfremder bewaffneter Elemente. Nach Zeitungsnachrichten sott in dem Bericht des Generals Lerond bemerkt sein, daß die deutsche Regierung die _ Aus schreitungen unterstützt habe. Die deutsche Regierung kann nicht glauben, daß derartige Ausführungen sich wirklich in dem Bericht einer so hohen und verant- wortlichen Stelle befinden. Sollten von anderer Seite solche Behanpinnoen ausgestellt werden, so wäre dies eine frivole Verleumdung. Die Beschuldigung ist handgreiflich unwahr. Gerade in den letzten. Wochen hatte es sich die deutsche Regierung mit Rücksicht auf die in Sva übernommenen und nur mit An pammng aller Kräfte erfüllbaren Verpflichtungen angelegen sein lassen, auf die Vermehrung der Kohlenförderung in O^erschlesien durch Ueberschickten binzuwirkeu. Sie hatte allen Grund, anznnehmcn, daß die oberschlelilchen Bergarbeiter im allgemeinen Interesse sich einsichtsvoll zu einer solchen Mehrarbeit verstehen würden. Die Steigerung der Kohlenförderung wäre aber in einem insurgierten Lande nicht erreichbar. Die deutsche Regierung muß nickt nur wegen der von ihr übernommenen internationalen Verpflichtungen, sondern auch im Interesse der deutschen Industrie, und zur Verminderung der Arbeitslosigkeit den größten Wert darauf legen, daß Oberschlesien ruhig weiter arbeitet. Die deutsche Regierung beehrt sich, die Aufmerksamkeit der verbündeten Regierungen auf den Ernst der Lage in Oberschlesien hinzulenken. Sie erwartet von den verbündeten Regierungen, daß sie unverzüglich für den Schutz des Lebens und Eigentums der friedlichen Bevölkerung sorgen und damit Vorbedingungen schaffen werden, die zur ungestörten Fortsetzung der Arbeit in diesem für das Wirtschaftsleben von ganz Europa so wichtigen Bezirke erforderlich sind. Die deutsche Rcgieruna würde es mit Dank begrüßen, wenn ihr zur Beruhigung der sehr erregten öffentlichen Meinung baldigst mitgeteilt werden könnte, daß <8 der inter» Mierten Kommission gelungen ist, den von ihr Über
fuhren.
Wettere Forderungen der Polen.
WB. Beuthen, 22. Aug. Die Forderungen der polnischen politischen Verbände und Gewerkschaften liegen nunmehr den Ententebehörden schriftlich vor. Zu den bereits gemeldeten Forderungen kommt noch neu hinzu:
Bestrafung berfestigen Mannschaften der Sicherheitspolizei, die aktiv an den Ausschreitungen beteiligt gewesen sind und die festgenommenen Polen an die Bevölkerung ausgeliefert haben, bezw. den Pöbel nicht hinderten die Polen zu mißhandeln und totzuschlazen.
Sofortige Entfernung der Sicherheitspolizei aus Kattowitz.
Neue Zusammensetzung der Gerichte.
Gründung einer aus Oberschlesiern beider Nationalitäten bestehenden Bürgerwehr für das ganze Abstimmungsgebiet.
Auferlegung einer Kontribution aus die Stadt Kattowitz in ungefähr der Höhe des den Polen ange- nchteten Schadens und zwar innerhalb 6 Tagen.
Bezahlung der Feierschichten an die Bergarbeiter, die anläßlich der deutschen Ausschreitungen in Kattowitz, die Arbeit aus Protest niederlegten. Als erste Feierschicht soll der 19. August gelten.
Wie dir »Oberschlesische Grenzzeitung" in einer Sonderausgabe am Sonntag mitteilt, wäre die Sicherheitspolizei in Kattowitz aus Kattowitz abtransportiert worden. Hierzu werden wir von zuständiger Seite zu folgender Mitteilung ermächtigt: Die Meldung der „Oberschlesischen VolkSzestung" entspricht in keiner Weise den Tatsacherr.
Neue Anruhen.
D. Kattowitz, 23. Aug. Die Lage in Ober- schlesien ist nach wie vor ungeklätt. Während in einigen Orten französische und italienische Truppen gcg-n die polnischen Bar.dcn Vorgehen und die Bevölkerung entlasten, lebt in aMbereu Orten der polnische Aussiaud mit großer Heftigkeit auf. So kam es in H i n d e n b u r g zwischen Polen und Sicker- beitswehr zu heftigen Kämpfen, bei den die Posen viele Verwundete verloren haben sollen. Die SicherheitS- Wehr mußte sich vor den zahlenmäßig »berlegnenen Polen in die Kaserne zurückziehen, in der sie belagert wurde. Erst durch das Eingreifen einer benachbarten Hundertschait gelang es, die Sicherheitspol zei zu befreien, und die Straßen.zu säubern. Während des ganzen Tages kam es zu schweren Ansschreitungen der Polen, die über die Deutschen Verfielen und sie mißhandelten. Der Kampf flammte erteilt auf. Der interalliierte Krciskontrollcur erschien im Auto. Die Menge strömte erneut zusammen u-ib griff die Sicherheitspolizei erneut an. Diese.gab Feuer, wobei drei Mann erschossen wurden. Die Sicherheitspolizei erhielt von den Franzosen den Befehl, sich znrSckzuziehen uno mußte die Patrouillen späterhin ohne Waffen fort» fe^en. Auf dem Lande streiten starke bewaffnete, pol- niiche Bandcir umher, die die Landbevölkerung start beunruhigen und die Ortschasteu angreifen. So tauchten am Samstag abend eine Reihe bewaffneter Polen in Zalcnze auf, die sich sofort zum Polizeirevier be» gaben und dies be einen. Es kam dort zu medriacheu Schießereien. Bewaffnete Polen purch: c. en den Ort. Auch sind Aulomobile mit bewaffneten Po.eu von her Grenze nach Zaleuze unterwegs. Semaffnete Sokols haben am Freitag früh den Wcg Bittkow—Richter, f^ebt besetzt und rückten nachts von Atichalkow ni BNttow vor, daS sie plünderten. Bei einem Zusamm • (hiu mit eußenheitiMluei. die ihnen cntaeaexfaui
fielen auf polnischer Seite zwei Mann. Als die Sicherheitswehr wieder abrückte, besetzten die Insurgenten erneut P i t t k o W, sollen es aber nach neueren Nachrichten wieder geräumt haben. Zu Kattowitz selbst hat sich die Situation nicht geändert. Dort ist die Lage ruhig, ebenso in Beuthen und Rybnick. Die Meldungen, daß die Polen in die Stadt ringezogen seien, und die Deutschen diese fluchtartig verlassen, ist im vollen Umfange erfunden. Die interalliierte Kommission scheint jetzt energisch gegen die polnischen Banden vorzugehen. In Rogutschütz und Schoppinitz wird die Eiltwaffnuiigsaktion mit allen Mitteln durchgeiührt, dagegen witd in Myslowitz dies nicht rechtmäßig ge- hanbhabt. General Garcier will die Entwaffnung in großem Umfange und ohne Rücksicht auf die Parteien durch führen. Seine Absicht, Ruhe und Ordnung durchzuführen, wird aber in Fällen durch die Passivität untergeordneter Stellen durchkreuzt, bie den Polen noch immer freie Havd lassen; Im allgemeinen scheint aber der polnische Angriff durch die Entwaffnungsaltion ins Stocken geraten zu sein.
Belagerungszustand.
WB. Kattolvitz, 22. Aug. Wie die interalliierte Kommission amtlich mitteilt, verhängte sie am Freitag morgen, sobald sie von den Vorgängen in Laurahütte, Schoppinitz und Myslowitz unterrichtet war, den B c- l a g e r u n g s z u st a n d über den Landkreis Katte- witz und ließ die Ortschaiten durch interalliierte Truppen besetzen. Die Entwaffnung wird durchgeführt. Alle erforderlichen Maßnahmen zum Schutze der Grenze werden getroffen. Die Kommission fordert alle vernünftigen Bürger auf, zur sofortigen Aufnahme der Arbeit und für die Wiederherstellung der Ruhe und Ordnung beizutragen.
Amschwung in deM Werhatten der FraRzossn.
WB. Breslau, 22. Aug. Aus Kattowitz wird berichtet:
Nach Informationen von zuständiger Seite können Laae folgenseS micteilen: Die französischen Besatzunqsbebörden zeigen seit gestern offenstchttrch oaS redliche Bcftrebeii, “auf unblutige Art und Weife die O bnung wiederherzustellen. Die Solen werden zur Abgabe der Waffen aufgefordert. Seit dem Eintreffen des Oberstleutnant Cavut und des Stabschef General Le Rond ist ein offenbarer Umschwung tu dem Verhalten der französischen Besatzungstruvpcn zu bemerken. Die Truppen zeigen unermüdlich, daß ihnen alles daran hegt, der Sicherheitsvolizei zu helfen, den Frieden in Oberkchlesien wiederherzustellen. So hat sie verschiedentlich der Sickerheitsvolizei die ihr von den Polen abgenommenen Pferde, Waffen usw. miebe. zugestellt. Die Hundertschaft in Lipine, die von mehreren Tausend Polen belagert wurde, ist auf Veranlassung des Krerskontrolleurs in Königshütte befreit isorden.
Ausschaltung der Sicherheitspolizer vom StratzenStcust.
WB. Kattowitz, 22. Aug. Gestern nachmittag wurde der Sicherbeitspouzel von den französischen Behörden der Befehl erteilt, die Kaserne nicht eher zu verlassen, bis ein schriftlicher Befehl des General Gracier vorliege. Als Gruno wir» dir Tatsache angegeben, daß den Gefangenen der ersten tzundcri- schäften in Myslowitz, über 100 Beamte, die Uniformen von den Polen weggenommen worden sind und die diese für sich verwandten. Um einem Mißbrauch und Verwechselungen vorzubeugen, ist der Bekch: ergangen. Die Sicherheilspolizei ist tatsächlich seit gestern vom Straßendienst in Kattowitz ausgeschaltet.
Haussuchungen nach Waffen.
WB. Kattowitz, 22. Aug. Von einem gefangen gewesenen Sicherheitsbeamten, der aus Myslowitz ein» getroffen ist, erfährt man, daß dort ein Äeiehl ber Franzosen bekannt gemacht ist, wonach bis zum Montag früh sämtliche Waffen abzugebcu sind^ Danach werde eine Kommission, bestehend aus einem Franzoicn, einem Italiener, einem Engländer, einem Deutschen und einem Polen, Haussuchungen vornehmen.
Die Verluste der Lichrrtzcitspolizei.
äVL.,Kattowitz, 23. Aug. Bei den Unruhen in Kattowitz erlitt die Sicherheitspolizei sorgende Verluste: Tot sind 1 Ossizier u ib 3 Unterbeamte, Verwundet sind 12 Scanne. Die Gefangenen sind inzwischen znrückgekchrt.
Die Flüchtlinge auS Kattowitz.^
WB. Gleiwitz, 22. Aug. Aus dem von den Polen besetzten Gebieten der Kreise ttsttowih nnd Beuthen sind im Lause des Samstag 500 Flüchtlinge hier ein» getroffen. 400 Flüchtlinge wurden heute nachmittag nach Kandrzin weiterbeiördcrt, wo der Verband hcunat» treuer Oberschlesier für Unterbringung und Verpflegung sorgt. Inzwischen treffen neue Flüchtlinge aus dem Kreise Pleß ein, die in Gleiwitz gesammelt und ebenfalls nach Kaudrzin befördert werden.
Die Rnsich! französischer Mittlarkreise.
Ipu. Paris, 23. Aug. Französische Militärkrene beurteilen die Vorgänge in Oderschlesien, daß diese für Frankreich nicht unerwünscht sind, weil sie Gelegenheit bieten, die Stärke der französischen Truppen in diesem Gebiet zu erhöhen und gleichzeitig Kriegsmaterial dorthin zu transportieren, wozu sonst tein Grund vormg.
Eine Ermahnung an Lie MeLerschlefier
WB. Lreslau, 21. August. Der koministari-che Oberprästoent der Provinz Niederschlesien eildüt wlaentze Bekanntinacüuna: Die Ereiamüe in
Oberschlesien haben die Bevölkerung der Provinz Niederschlesien ganz besonders tief ergriffen und mit Besorgnis und Unruhe erfüllt. Diese berechtigte Erregung darf indessen gegen Personen und Sachen anderer Staaten nicht zu verletzenden Handlungen führen, welche dem eigenen Lande nur nachteilig werden und, unserer Regierung gegenüber der Ententeregierungen nur Schwiettg- feiten bereiten können. Im Kriege zwischen Rußland und Polen hat die Reichsregierung die strengste Neutralität erklärt. Die Bevölkerung kann das Vertrauen haben, daß alle zuständigen Stellen auf die Wahrung der Neutralität Heilig achten. Ich bitte daher die Bevölkerung, Ruh« und Besonnenheit zu bewahren, wodurch das Interesse unseres Vaterlandes, insbesondere auch in Oberschlesien, am besten gefördert wird.
Polen—Rußland.
Drs polnische Gegenoffenftve.
Auch die gestrigen und heutigen Meldungen berichten von Erfolgen der Polen vor Warschau und ber Weichselfront. Die russische Nordarmee zieht sich weiter zurück und von Paris aus wird die Lage für die Bolschewisten als katasttopha! bezeichnet. Wie ein Aufruf der Sowjettegierung vermuten läßt, scheinen die Russen erheblich« Kräfte von ihrer Westfront nach der Sudftont vor, schoben und gegen General Wrangel, der den Don überschritten hat und unter schweren Kämvfen im Bormarsch ist, eingesetzt zu haben. Ob die Bolschewisten diesen Angriffen Wrangels gewachsen sein werden, läßt sich noch nicht sagen, da man die Stimmung in der Roten Armee und in Rußland zu wenig kennt, um fi^ ein Urteil über die Vorgänge hinter den Kulissen des unbekannten Ruß-
land bilden zu können.
celbuni
Dle La^e an ver Front.
KSttigsbera, 2t. August. Soldau wurde b-ute früh von den Polen besetzt. Ihre Patrouillen Tut bett bereits Illowo erreicht. Der Rückzug der nördlichen Teile des russischen Nordflüsiels über Mlawa ist in Ordnung erfolgt. Jedoch scheinen noch stärkere Kavallericabtsslungen nördlich von Cicchanow int Rückmarsch zu sein. Nördlich von C'.echauow und westlich von Pultusk waren nur geringe Fortschritte des polnischen Offensivstoßes zu verzeichnen. Die über Wy'chkow üorgebenbe erste Arme« ämpfte südweßlich von Ostrow. Das polnisch« Zentrum erreichte auf der ganzen Linie den Bug. Oelllich von Cbolm unb bei Hrubieczow verstärkten sich bte bolschewistischen Angriffe. Hart östlich und nördlich von Lemberg wird gekämpst.
WB. Paris, 21. August. Havas meldet aus. Konsrautinopel: Nach einer offiziellen Mitteilung sind die Operationen der Bolschewisten auf dem lütten tuet beS Dujepr erloschen. Die roten Truppen, die in ber Gegend vom Borislaw und Gherfon große Reserven oere nigt hatten, überschritten den Fluß in der Richtung auf Perekop, um den rechten Flügel der Truppe« des Generals M angel zu umfassen. General Wränge! natte bte Falle aber erkannt und ging zu einer Gegen, offensive über, eroberte Ale'chko zurück und trieb die roten Truppen auf das andere Ufer des FiusstS. Auf ihrem Rückzüge ließen die roten Truppen viel Kriegsmaterial zurück. „ , ....
WB. Königsberg, 23. August. (Lagebericht.) Die Polen haben Mlawa und die Gegend nördlich von Trzasmysz und südlich von Ostrolenka erreicht. In dem Erenzabschmtt Zanow-Flamberg fanden gestern und heute am dauernde tteöerschreitungen von Teilen dei 4. bolschewistischen Armee statt. Bisher wurden 1500 Mann entwaffnet. Das polnische Zentrum nähert sich der Eisenbahn Ostrolenka-Bialiftock. Im Vormarsch auf Bialistock überschritten di« polnischen Truppen den Narew bei Bransk uno südwestlich von Bielsk. Bolschewistische Angriff« auf Brest-Litowsk und bei Erubenschow wurden abgewiesen. Erubenschow wurde genommen. Der bolschewistische Vormarsch ^auf Lemberg erreichte die Eeaend östlich und südöstlich der S-adt.
WB MoStau, 22. August (Durch Funkipruch.j öiieiatwnsbernht ber nissigen Sowjctrepubllk vom 20. August. Im Abschnitt Plonkk unb Epchauom oauerit die haimäckigen Kämpfe an. Im Abschitit! Wacicyau kümpfen unsere Truppen westlich der LMie Myskow-SteuiSlawow. Im Abschnitt Brest-Litowsk sind Kämpfe wc:ltÄ des Buch tm Gange. Abschnitt ßunberg: Unsere Truppen entwickeln ihren Vor- massch unb haben nach der Besetzung deS Flecken« Giimiony kämvfend die Linie her Ortschatten östlich unb nidostlich von Lemberg erreicht. Wir machten 30 i Gefangene und erbeuteten 20 Geschütze. In den Abschnitten von Tarn Pot und Bnezacz haben unsere Truppen den Strypafluß überschritten und gehen kämpfend in westlicher Richtung vor. An der Kr,m- front besetzten unsere Truppen im Abschnitt von Oreckow nach hartnäckigen Kämpfen die «tation der Ortschaft Wassiljewka und erbeuteten einen Zug mit Verhärtungen. An der Kaukasusfront an oa ..ii e dcS Asow s yen Meeres !anbeten se>ndticheTcupM du cer ^teoliuig AwtyrSkaja. Unsere Truppen, bi< hnen enrgegcnge^anüt wurden, haben den Kampf ausgenommen.
(Weitere Nackrichten über Polen-RußUmd S. M,