Einzelbild herunterladen
 

Ei nrü cku ngs geb ü br: Die8geIv.Kotonelzeileod. deren Raum 1. Mk.. die 4gesp. Zeile i. Reklame- teil 3.- Mk.. 25°^Teuerungszu!chl. Offertgebühr 30Pfg. Bezugsoreis vierteljährlich 12.91) Mk., monatl. 4.30 Mk.. für Postbezug vierteliährl. 12.90 Mark, monatl. 4.30 Mk. Die Rummer 20 Pfg. Posticheck-Konto Nr. 26659. Frankfurt a. M.

GemM-Mzeiger

AmMchrs Organ für Slaöl- und Landkreis Lamm

Erscheint täglich mit Ausnahme bev Sonn- und Feiertage

.. ...........

Verlagsleitung! Ad. Jndermübl«.

Verantwortlich: für volitischen und allgemeinen TeilRich. hultich: für lokalen und provinziellen i Teil sowie Sport W. Moriy: für Anzeigen und j Reklamen A. Brodt. alle tn Hanau a. M. ; Rotationsdruckd. Waisenhausbuchdruckerei Hanau l Fernsvrechanicklüsie Nr. 1237 und 1238

Nr. 195

Freikag den 20. August

1920

Das Neueste.

Dir deutsche Regierung richtete an die Saarkom- Mion eine Note über den Saarstreik.

Der deutsche Außenminister Dr. Simon» bleibt Mch einige Tage länger in der Schweiz als ursprüng­lich beabsichtigt war.

Nach einem Telegramm TschitscherinS soll die polnische Delegation in Musik zur zweiten Sitzung nicht mehr erschienen sein.

Nach einem offiziellen Commnnigue des polnischen Ministerpräsidenten macht die polnische Gegenoffensive Fortschritte.

Der russische Vormarsch im polnischen Korridor ist M Stocken geraten.

Die Wachsende Kohlennot.

Wenn man die Fülle zerstreuter Nachrichten aus den letzten Tagen über Betriebseinschrän- dnrgen, Stillegungen, Sinken der Kohlenförde­rung und zunehmende Unlust im Verfahren von Ueberschichten zusammenfaßt, so erkennt man immer deutlicher die Gefahren, die uns aus dem Kohlenabkommen von Spa in den kommenden Monaten drohen. Am schwersten wiegt der Bericht über die Kohlenförderung imRuhrgebiet. An jedem Arbeitstage wur­den hier durchschnittlich gefördert im Monat Mai 305 043 Tonnen, im Monat Juni 304 246 Tonnen und im Monat Juli 280 154 Tonnen Kohle. Während im Juni die arbeitstägliche Förderung nur um ein geringes gegen den Vor­monat zurückging, sank sie im Monat Juli um 44 000 ciuxnneu ^.n^ monat, dagegen sind die Farderunegn des Ver­bandes gewaltig gewachsen- Im Monat Mai wurden an den Verband abgeliefert 1097 000 Tonnen und im Monat Juni 1 087 000 Tonnen. Jetzt ist das Abkommen von Spa in Kraft, und für den Monat August müssen 900 000 Tonnen mehr, also im ganzen für den ganzen Monat zwei Millionen Tonnen, an den Verband geliefert wer­den. Also auf der einen Seite sinkende Leistung in der Förderung, auf der andern Seite fast ver­doppelte Zwangslieferung an den Verband. Das sind böse Aussichten für unsre Industrie, die schon bedeutende Kürzungen an ihren Bcennstoffbe- zügen erfahren hat und bei dieser Lage noch wei­tere bedeutende Kürzungen über sich ergehen lassen muß. Das Schlimmste ist, daß die Unlust an dem Verfahren von Ueberschichten zweimal eine halbe Schicht in der Woche von Tag zu Tag wächst. In der letzten Hauptversammlung der Gelsenkirchener Bergwerks-A.-G. teilte Ge­heimrat Kirdorf mit, daß diese Bewegung unter den Bergarbeitern gegen die Ueberschichten im Monat Juli eingesetzt habe, und daß auf den be­deutenden Zechen keine Ueberschichten mehr ver­fahren würden. In der abschließenden Hautpver- iammlung der Deutsch-Luxemburgischen Berg- toerks- und Hütten-A.-G. meinte Hugo Stinnes, daß man noch nicht wisse, wie die Auswirkungen des Kohlenabkommens von Spa sich auf die Be­triebe bemerkbar machen könnten, aber seine Ver­waltung habe sich bereits dazu entschließen müssen, drei ihrer Hochöfen stillzulegen. Der dadurch ent­stehende Ausfall an Roheisen bedeute eine empfindliche Schwächung der überdies schon knappen Roheisendecke Deutschlanvs. Für die mittleren und kleineren Jndustriewerke wirkt diese Kohlennot fast noch verheerender. Aus den beson­ders schwer betroffenen Bezirken Hagen und Schivelm erschien vor einigen Tagen eine Ab- orbnung der Arbeitgeber und Arbeitnehmer beim ^vhlenjhndikat in Essen, um eine bessere Kohleu- ueserung zu erwirken. Nicht die geringste Hoff­nung konnte der Abordnung gemacht werden. Auch Hter wurden als die beiden Hauptgründe der Not gegeben: Größere Forderung des Verbandes ^ud^zeitweiser Ausfall der Ueberschichten- r Selbst die christlich organisierten Bergarbeiter

jetzt mit der Drohung gekommen, Ueberschich- nicht mehr zu verfahren, wenn nicht sofort ^ne bessere Ernährung der Bergleute Platz greift.

hauen der Regierung eine Frist bis zum 28. Agilst gestellt. Wenn bis dahin die von der Re- ^rung gegeben.» Versprechungen für eine ^llere Ernährung der Bergarbeiter nicht erfüllt wurden, so würden keine Ueberschichten mehr ge- ' JW- Der Reichs minister für Ernährung , is "^alb selbst in diesen Tagen ins Ruhrzebict »f^Nimen, um die notwendigen Maßnahmen in die ^8e zu leiten Auch die Mühlen, die für die Ver- wrgung des Industriegebietes mit Brotgetreide lebenswichtigen Betrieben in erster Linie Wen, leiden unter der Kohlennot. Der Düssel- ^Oer Regierungspräsident hatte vor wenigen ^uren den ReichskoblenkommiLar telecratihito

ersucht, für eine schleunige Belieferung der Müh­en, mit Kohle zu sorgen. In der Antwort des sieichskohlenkommiffars wird darauf hingewie- en, daß durch die mit dem Verband in Spa ge­troffenen Abmachungen die Kohlenlage im allge­meinen und im Industriegebiet tm besonderen derart verschärft sei, daß auch die allerwichtigsten Betriebe in der Belieferung mit Kohlen für die nächste Zukunft mit nicht unerheblichen Ver­zögerungen oder Einschränkungen zu rechnen Ha­ien würden. Immer und überall dieselbe Aus- ünst. Einschränkung und wiederum Einschrän­kung. Diese geradezu furchtbare Lage macht sich der Radikalismus zunutze. Die Führer der Berg- arbeiterunion sind in allen Bezirken des Ruhr- zebiets an der Arbeit, die Bergarbeiterschaft da- jin zu bringen, die vereinbarten Ueberschichten nicht mehr zu machen. Diese Bemühungen zur Sabotierung des Kohlenabkommens von Spa waren leider bisher, wie es sich aus der tatsäch­lichen Entwicklung ergibt, nicht ganz ohne Ersolg, so daß man im Ruhrkohelngebiet nicht ohne Be­rechtigung heute von einer Krisenstimmung spre­chen kann. Die für unser wirtschaftliches Leben vernichtenden Wirkungen des Kohlenabkommens von Spa werden jetzt dem deutschen Volke täglich fühlbarer.

WB- Berlin, 19. Aug. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft Dr. Hermes bet gab sich abends nach Essen an der Ruhr, um sich an Ort und Stelle über die Durchführung der zur Verbesserung'- der Ernährungsverhältnisse im rheinisch-westfälischen Industriegebiet getroffenen Maßnahmen zu orientieren und weitere Verhand­lungen zu führen über die Frage, welche Maß­nahmen noch außerdem ergriffen werden müssen, um die Let>VnshaWlng»der toM, heben, daß sie die zur Durchführung bet mens von Spa notwendige Mehrleistung zu voll­bringen imstande sind.

Die Vorgänge in Oberschiesien.

WB. BreSlau, 19. Aug. Nach einer Meldung derSchlesischen Zeitung" au» -Kattowitz befand sich unter der verbafteten Besatzung desDeutschen Hauses" (wie wir schon gestern berichteten) auch ein Gehilfe Kortantys sowie ein polnischer Student namens Kos. Bei diesem wurden ein Armeerevolver sowie gegen 50 Patronen gefunden. Im Verhör soll Koj gestanden haben, daß er mit 45 anderen Polen aus dem Lom- nitz-Hotel in Beuthen nach Kattowitz gesandt worden sei, um eine Schießerei zu inszenieren. Sämtliche Polen waren mit Schußwaffen ausgerüstet. Der an- rückenden Feuerwehr und Sicherheitswehr gelang es, den Brand zu löicheu und die Privatbewohner aus den oberen Stockwerken zu retten. Nun drana die Menge in das Hotel ein. Große Stöße polnischer Flugblätter, Zeitungen, Akten und Papiere wurden auf die Straße geworfen. Ferner wurde eine große Menge von Mnnition und Waffen erbeutet, die unter die Menge verteilt -wurden. Im Lause der Nacht wurden die Geschäftsräume derGazeta Lndowa" vollständig zerstört und eine Reihe von polnischen Läden zertrümmert, ». a. das Geschäft des Großpo.en Czaplin-ski und das Geschäft des Eisenhändlers Si- korSki. Es muß jedoch ausdrücklich betont weiden, daß die Menge sich keine Plünderungen im landläufigen Sinne sich zirichnlden kommen ließ. Sie lieL z. B. die Jnwclierläden unb andere Geschäfte mit toitbareiu Inhalt, soweit bisher bekannt ist, unberührt und warf aus anderen Geschäften die entfernten Waren einfach auf die Straßen. Erst später wurden diese Waren von lichtscheuem Gesindel, worunter sich auch Polen befanden, weggeräumt. Die Schießerei hielt die ganze Nacht hindurch an.

WB. Beuthen, 19. Ang. Kattowitz war heute nachmittag ruhig. Die Spannung hält jedoch an. Der Theaterplatz ist durch sranzösi'che Kavallerie be- letzb Patrouillen mit ausgepflanztem Seitengewehr burduiehen die Straßen. Die Sicherheitspolizei erhielt Verstärkungen. Jtaüemsche Truppen sind eingetroffen. Ihre Stärke- ist unbekannt. Das Plebiszitkommissariat für Deutschläud erläßt einen Aufruf, worin die deutsch- denkenden Oberschlesier aufgesordert werden, Ruhe und Besonnenheit zu bewahren.

*

Wie eine mehrbeitsioüaliftifdje Korrespondenz er­fährt, wird die Situation in Kattowitz vom Staats­sekretär für öffentliche Ordniuig nach wie vor als sehr geipannt und äußerst bedrohlich angesehen.

DieDeutsche Aügem. Ztg." schreibt: Es ist auch heute noch nicht möglich, die Frage, wem au beu Vor­gängen ui Kattowitz die Schuld aufzubürve» ist, eiu= wand rei festzustellen. Die Untermchuug wird jeden- taiis von deutscher Seite rücksichtslos geführt werden. Die Vorgänge der letzten Tage haben gewiß das Blnl der Oberichlesier doppelt in Wallung gebracht. Trotz­dem müssen sie Selbstbeherrschung bewahren. Sie werden voller Verständnis ihrer Lage int ganzen Deutschen Reich finden. Gerade deSi-alb aber darf man innen gegenüber auch die Hoffnung audsprechcn, daß ihrerseits nichts geschehen wird, was zu neuen Konflikten führen könnte.

PolenRußland.

Die Lage an den Fronten.

Ein offizieller Bericht des Ministerpräsidenten.

WB. Warschau, 19. August. Ofizielles Tomminiqus des polnischen Ministerpräsidenten. An der Nordfront sind feindliche Truppen und Kavalleriedetachements, die ^um Angriff auf die Weichsel bestimmt waren, auf heftigen Widerstand gestoßen. Der Widerstand der Truppen der Garnison Wroclaw war so groß, daß alle Angriffe abgeschlagen wurden. Als der Feind die Nutzlosigkeit seiner An­strengungen einsah, beschoß er die Stadt. Zahl­reiche Gebäude, darunter auch die Kathedrale, haben bedeutenden Schaden gelitten. Die Bolschewisten haben Lauten bürg angegriffen, das nur von schwachen polnischen Truppen be­seht war. Sie fanden überall lebhafte Unter­stützung durch die deutsche Bevölkerung. Ein Gegenangriff des Generals Sikrski, der in der Gegend von L u b l i n seinen Anfang nahm, stieß auf erbitterten Widerstand des Feindes. Es kann festgestellt werden, daß die Kommunistenbefehls­haber ihre Jnfanterieabteilungen unter Anwendung von Zwangs­mitteln in den Kampf trieben. Die Beute der letzten Tage belauft sich auf nahezu 2000 Gefangene, einige Dutzend Maschinenge­wehre und zahlreiche Munition. In der Ber- teidigungszone der Hauptstadt griff der Feind erfolglos an. Im Verlauf der Kämpfe vom 16. August haben Abteilungen der litauischen und ruthenischen Division das 185. und 196. Bolschewistenregiment aufgerieben. Abteilungen der 10. Division haben dem Feind 4 Geschütze,

8 Maschinengewehre und eine große Zahl n. Der rechte Flügel der

unsers Offensive im Zentrum, vcut rontal- angriff endigte durch die Unterstützung von Tanks mit der Besetzung von Dembs Iielkie. Unsere Abteilungen dringen unaufhörlich in der Richtung von Kowo-Minsk vor. Unsere Flieger haben überall ein überstürztes Zurück­weichen von zahlreichen feindlichen Train­kolonnen festgestellt. Im Süden wurde die 58. feindliche Division vollständig geschlagen. Auf der Süd front zwischen dem Bug und dem Jwow spielen sich Kämpfe gegen die Vor­huten einer Division ab.

wr. Königsberg i. Pr., 19. August. 2m Vorgehen des bolschewistischen Nordflügels gegen die Weichsel scheint infolge der Rückwirkung der Lage bei Warschau ein Stillstand einzutreten. Südöstlich von Warschau hat die polnische Gegenoffensive auf der ganzen Front die Eisen­bahnlinie Warschau-Siedlez-Luckow überschritten. Die Orte sind in polnischer Hand. Die Offensio- flanke wurde durch die Rückeroberung von Wienice und Moldawa durch die Polen ge­festigt. Die unmittelbare Gefährdung Warschaus aus'nördlicher und südöstlicher Richtung ist vor­läufig beseitigt. In der Richtung Lemberg haben die Bolschewisten den Bug überschritten.

WB. Allenstein, 19. Aug. DemA lenstenier Volksblatt" geht aus Neidenburg von heute vormittag die Na^richt zu, wonach die Einnahme Enchanowr durch die Polen bestätigt wird. Die Polen nahmen gestern nachmittag StraSburg und stehen ^Kilometer von Lautenburg entfernt. Eine Anzahl »ytuchtlmgc ist aus Sstrasburg in KoSlau angekommen. Gestern nachmittag wurde von einem polnischen Flieger eine Bombe auf den jüdischen Friedhof in Soldan avgc- woren. Heute vormittag warfen polnische Flieger in der Nähe von Soldan drei Bomben ab. des Zeichen über Soldan Flugblätter, worin mitgeteilt wurde, daß Soldan dem Erdboden glüchgeuiacht werde. Die Poien haben den Russen bei der Einnahme von Cwcha.ww unb StraSburg die gesamte Bagage «('genommen. Die Russen, die in der Richtung auf Sotdau flüchten, ver sichern, daß auf polnischer Seit' französische Truppen aufgetreten seien. Von einem Gewährsmann erhält daS .All nsteiner Volksblatt" folgende Mitteilung: In Soldan bildete sich eine Schutzwehr aus Unabhängigen. Die Mitglieder der Schutzwehr, die Gewehre und rote Binden tragen, haben die Grenze besetzt und verhindern die AnSfuhr von Vieh unb Getreide.

WU. London. 19. Aug. »Daily Erpreß schreibt zur Lage auf dem rumsch-Po'xuchen Kriegsschauplatz: Der uncnvartete Umschwung in der Lage ist auf die Tatsache zurückzufübrew da; der schnelle Bormar ch der russischen Truppen, die größtenteils au» Reiterei bestanden, durch den schnellen Rückzug der Polen aus die Stellung-'n an Warschau ermutigt wurde. Dort stießen die Russen auf starke Verteidigungsanlage», gegen die fit ohne schwere Artillerie und starke In­fanterie machtlos waren.

WB. Paris, 19. Aug. DerTempS" sagt über die Lage an der polnischen Front: Wenn der Vor- marsch der polniichen Heues noch zwei oder drei Tage o,t e etzl werden 'ne. werde die Rote Arm.e einer wirklichen ;»aia no?Je emgegengeyen.

^Warnsschlacht der Polen".

PariS, 19. Aug. Die Pariser Presse fährt fort, «ie eUeKuua Warschaus" in sehr feurigen Artikeln y»

feiern. Sie nennt sie die .Marneschlacht der Polen" Gaulois" schreibt: Das Wunder der Marm hat sich an der Weichsel wiederholt. Die Bolsche» misten werden ohne Zweifel Hilfe suchen; sie werden sie in Moskau, vielleicht auch in Berlin such n. Die Leiden der Polen sind also noch nicht be­endet. Die Anstrengungen, die bis jetzt gemacht würben, übersteigert alle Erwartungen. Die Erregung wirb im Auslande sehr groß sein. Das ist endlich eine Rechtfertigung der von Millerand eingenommenen Haltung. DerFigaro" schreibt: Die volnüchen Trupven b-ginnen die Umgebung von Warschau und den Korridor von Danzig zu säubern. Hierbei wir» sich wobt die Auf'-egung der Deutschen und Germano- philen legen. DaS ist noch nicht der Steg, aber, ein neuer Bemüs dafür, daß die Kraft der Bolichwisien endlich aufhört, unwiderstehlich zu sein.

Die linksstehenden Blätter sind natürlich ganz anderer Meinung. So schreibt das linkSradikale Journal du peuple": Wir sind in Erwartung der Bestät'gung des großen volnischen Siege», der, unS gestatten wird als gute Franzosen uns zu dieiem überraschenden Resultat, das durch unsere Tanks erziel! wurde, zu gratulieren. Denn es waren dort Tanrs, die von uns geschickt wurden, durch patriotuche Enen- babuer exvediert; es gab dort Artillerie und Munstcom ebenfalls von uns gesandt, es gab dort endlich auch viele fin^te, unsere besten Offiziere . . - wie sollten da die Russen widerstehen?

Der russische Vormarsch im Korridor stork!.

KSnigsderg, 19. Aug. Der russische Vor« marsch im Korridor ist während des Mittwoch» nicht weitergelommen und beiBriese xR Heinsberg sie cke ngeblieb en.

WvK der Armee Wrangel.

Ipu. Paris, 19. Aug. Die Bewegungen bet Wrang Pichen Truppen stellen den Beginn cmeS Vor­marsches der Armee Wrangel dar. Gleichzeitig bauen

~ ttt LuatarMm.

M besamten, damit sie veranlagt werden, ihre Front an der beffarabifchen Grenze in» Ge'echt zu bringen. General Weygand, d-r zu der polnischen öffennoe ge. raten hat, ist davon überzeugt, daß tue letzten runncoen Hefemn in Frage kommen, deren Stärke fortwährend abnimmt, weil die Russen ihre Front im Norden nicht schwächen können. Auch soll von den nkrainuchen Truppen Gebrauch gemacht werden, soweit diese nicht zu den Bolschewisten übergelaufen sind. Der Fall v o n O d e s s a wird bereits als nächste Folge der Operationen von Wrangel angelunbigt.

= London, 19. Ang. Wie bteTime?" au» Konstaminopel melden, sucht General Wrangel jetzt seinen linken Flügel auf das O'tufer deS Dnievr -u verlegen uns in die Utraine einzudringen, um Odessa zu besetzen. Seine Truppen haben durch eine Bauern- armee von 33000 Mann Verstärkung erhalten. Auch die Donkosaken kommen General Wrangel zu Hilft. Es gelang ihm, die Eisenbahnverbindungen zwischen den Kubinkosaken und der Hauptarmee der Volschewikr zu unterbrechen.

Minsk.

Die polnischen Delegierten nicht mehr erfchieue«.

WB Paris, 20. Aug. Wie dieHumanitS- aus London meldet, liegen von polnischer Seit, keine Nachrichten über die Verhandlungen in Minsk vor. Von Tschitscherin ist bei Kamenew jedoch ein Telegrümm eingelaufen, in dem hervor­gehoben wird, daß die polnische Delegation am 18. August zur zweiten Sitzung nicht mehr er­schienen ist. Die russisch-ukrainische Delegation habe deshalb einen Protest an die polnische Re» gierung gesandt.

(Eine Bestätigung der letzten Nachricht liegt nicht vor. Immerhin besteht die Möglichkeit, daß die Polen angesichts der Erfolge. ihrer Gegen, offensive den Verhandlungen vorläufig aus des Wege zu gehen suchen. D. Red.)

Belzesn voeräufiz neutral.

WB Pavi§, 20. Aug. Nach einer Meldung bei Tcmps" aus Brüssel kam eS gestern im KabmctiSrat wegen des Durchgau isverkcbrs von 'Munition für Polen ,u'einer lebhaften Aus vrache. Der Minister für auS- wältme Angelegenheiten trat energisch dafür ein, daß her Durchgangsverkehr gelastet werbe. Der Justiz, minister Vanservelde bekämpfte diesen Standpunkt. Achl eßlich einigte man sich dahin, die Neutralität vor. läufig aufrecht zu erhalten, bis das Ergebnis vo» Miusk Dorliegt.

Nruwalttäk der Tscheche«.

WB. Prag, 20 Aug. Gestern nachmittag fand eine sozialdemolratische "Volksversammlnug statt, in her für eine Politik der Neutralität unb^gegen nn« Intervention gegenüber Sowjet-Rußland Stellung gt> nominell wu be. Im Übrigen Böhmen fanden in roß ren Städlen etwa 20 deutichr und 30 t,chechl,che sozm.demolrat sche Versammlungen mit einer ähnliche» Tagesordnung starr.

(Weitere Politische Nachrichten auf Seite M,