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General-Anzerger
AmMches Organ für StaSi- und Landkreis Sana«
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ES
Nr. 192
Disnslag den 17. August
1920
Das Neueste.
Nach einer Meldung der „Times" aus Kowno sollen die roten Truppen Warschau besetzt haben.
AuS dem polnischen Korridor werden weitere russische Fortschritte gemeldet.
Der Reichspräsident und der Reichskanzler richteten «, die deutschen Ostmärker eine Kundgebung. Die interalliierte Rommiftion hat gestern die Verwaltung »er Abstimmungsgebiete an das deutsche Reich und Preußen zurückgegeben.
Reichspräsident Ebert besuchte gestern mit verschie- benen Ministern die technische Baumesse in Leipzig.
Das englische Parlament hat sich bis 19. Oktober »ertagt.
AuS Asien werden bolschewistische Aktionen gemeldet.
Aus Spanien kommen Nachrichten über Streikunruhen.
Polen—Autzland.
Warschau besetzt.
(Letzte Meldung)
WB. Amsterdam, 17. Aug. Sie „Times" meldet ans Korona: Der Stab der 4. roten Armee in Wilna meldet, bah Warschau am 15. August durch die roten Truppen besetzt worden ist. 3n Warschau sollen unter den bolschewistischen Elementen im Zusammenhang mit diesem Ereignisse grobe Demon- -trativnen stattgefunden haben.
- . ^'llt dft, ,TimeS" - Meldung zu, so haben die W Warschau am ,m^
bereits besetzt, denn nach MelÄrng des Sondcrbcrickt- erstatterS der „Voff. Ztg* wird als erster Tag der eigentlichen Schlacht der 14. August angesehen. Auffallend ist, war allerdings die Richtigkeit der „Times"- Meldung unterstützt, daß seit gestern alle anderen Nachrichten aus Warschau ausgeblieben sind, während toir sonst von Warschau aus mit Meldungen überflutet wurden. D. Red.)
Trotzdem die Meldungen über die Schlacht vor Warschau durch die „TimeS"-Meldung bereits überholt sind, bringen wir sie dennoch der Vollstäudigleit halber unserer Leserschaft zur Kenntnis.
Der erste Kampstag!
Der Sonderberichterstatter der „Voff. Ztg." schreibt die Schlacht von Warschau: Der 14. August harf als erster Tag der eigentlichen Schlacht bei -tbarfdjau bezeichnet werden. Der Feind hatte im Aorden der Stadt die Linie Nowomiesto—Zegrze— Nadzymin—Jluffen erreicht, und von dieser Linie aus lolltcu die 8. und 16. Cowjct-Armee auf Warschau öorfturmen. Im Zentrum der Linie liegt R'adzymin, stwa 19 Kilometer von der Warschauer Vorstadt Praga entfernt, von wo aus die Wcichsclbrücke nach ^anchan führt. Der erste Schlachttag ist recht günstig sur die Polen ausgefallen und hat jedenfalls gezeigt.
die Besetzung Warschau» denn doch nicht so leicht -or sich gehen dürfte, wie man im Sowjet-Haupt- Martier vielleicht angenommen hatte. Ja, man kann behaupten, daß gestern der Feind zum erstenmal seit “^’C'ffenfioe znm Stehen gebracht worden ist. Mgen Abend war Nadzymin von den Polen zurück- worden und damit die größte Gefahr für Warschau abgewehrt.
w®8 ^E>nt, als ob die polnische Heeresleitung ihre wieder stramm in der Hand hält. Mit Aus- Ä kinig-r Regimenter (wie beispielsweise der 11. M Sckneid im Angriff itnb Ausdaner in vermiffen ließen, hielten sich die pol- 21” Truppen sehr gut, manche, wie beispielsweise iamsch-weißruifische Division, sogar ausnehmend gut. kQr|^au üehört nun zum engeren Kriegsschauplatz, i StraßenbUder haben sich dementsprechend vcr- Tagsüber merkt man noch gar manches vom iuft 6O5 ^Wdljchcn Warschau: Neben bestaubten, . Front auf einen Sprung zurück- cn Offizieren elegante Danien, neben iailünn?. < )E Front ausrückcndcm Militär » Fuhrwerke. Aber zur Nachtzeit bieten sehr ?""? Straßen rein militärische und häufig Brista?"^ wilder. Von meinem Balkon im Hotel boiLüiik1!0 ^^ Straße nach Praga zur Kampffront iwbez b*c Nacht hindurch Autos des General- groü, , \ 'Kinder militärischer Kommiffionen, klappern jdjtL kleine Tanks, raffeln Batterien vorbei, vorüber"^ ? Infanterie- und Reiterkolonnen ziehen Feld-,-°")u^ die fast unübersehbaren Bagagewagen, allerlei N'UnitionSkolonnen, SanitätSantos unb der ^^mrierte Fuhrwerke bringen Verwundete von i^rift Mancher Leiterwagen führt im Trauer- ' Waffen n ut^r "allen Schlacht mit. Ich sehe dunkle «rbx. , "ürgertracht vorüberziehen; zu ArmiernnnS- neben '^"-Ükbobene Einwohucr Warschaus, Barfüßler Panani *ul eleganten Lackichub, ein kostspielige! Ia "eben etwas, was einst eine Mütze gewesen ist. ^owo-Grorg ewsk Brennpunkt des Kainps.S. Dnu/^ascl, 16. August. Nach einer Meldung der WrM'i Mail" aus Krakau haben die Polen von den °uckcn mid meftlicben Forts von Waricka» da»
Feuer auf die russischen anrückenden Vorhuten eröffnet. Nowo-Georgiewsk steht im Brennpunkte eines erbitterten KampreS.
WB. Kondo», 16. Aug. Die Roten Heere, dw in konzentrischer Richtung gegen Warschau vordringen, gewannen im Osten bei Wegrow und im Südosten bei Lukow beträchtlich Gelände. Nach den letz en Berichten ist die Kampffront 16 Meilen von Warschau entfernt.
Besetzung des gesamten Polnischen Korridors.
WB. Aüensieitr, 16. Aug. Nach einem dem „Allensteiner Volksblatt" zugegangenen Bericht setzten am 15. August nachmittags in Soldau eingerückte Truppen eine örtliche Selbstverwaltung mit Ausschluß aller polnisch gesinnten Elemente ein. Der Antrag der Soldauer Kommunisten auf Einführung der Sowjetverwaltung wurde von dem russischen Zivilkommissar abgelehnt, da sie für die agrarische Bevölkerung nicht geeignet sei. Ein großer Teil der im Kreise Neidenbnrg weilenden Flüchtlinge ist bereits heimgekehrt. Der russische Zivilkommissar erkundigte sich nach der Anzahl der in Allenstein befindlichen Truppen und fragte, wann die Ententemission Allenstein verlassen werde. Er bat, möglichst bald den Eisenbahnverkehr mit Soldau wieder aufzunehmen und erklärte, daß die Rnffen den polnischen Korridor bis Danzig besetzen würden, um die Einfuhr von Waffen und Munition zu verhindern. Falls Danzig sich neutral verhalten werde, würde es nicht besetzt-
WB. KönigSbcra i. Pr., 16. Aug. Löbau wurde von den Bolschewisten besetzt, die aus der Linie Stras- burg—Lautenburg auf Graudenz Vorgehen. Goßlers- haufen wurde von den Polen geräumt, die sich auf Graudenz zurückuchen. Aus dem Raume Plonsk- Modl n erfolgen starke polnische Gegenangriffe in nordwestlicher Richtung. Südlich von Cholm leisten die Polen erfolgreichen Widerstand. Brody wurde von den Bolschewisten zurückgenommen.
Keine Einführung des (Sowjetsterns*
Der Divisionskommandeur der in Soldau
der Stadtverorduetenversammlung, er habe die Anweisung, das Soldauer Gebiet den eingesessenen Deutschen zu überlaffen. Der Kommandeur erklärte ferner, die Einführung des Sowjetsyllems in dem deutschen Gebiet käme nicht in Frage, weil es dem Willen der Mehrheit der Bevölkerung widersprechen könnte.
Für Seuljdjlaads Neutralität.
WB. Beuthen, 16. Aug. Sämtliche freien Gewerkschaften und sozialdemokratischen Vaiteien Oberschlesiens berufen für morgen abend Versammlungen em zur Abwehr der Versuche einer Neutralitätsverletzung Oberschlesiens. Die Gewerkschaften unb (Eisenbahner fordern ein Verbot aller nickt kontrollierten Munitionsund Truppentransporte. Die Kaufmannschast wird aufgeforbert, sämtliche Läden morgen zu schließen. Sollte die Forderung zur Sicherung der Neutralität Oberschlesiens nicht angenommen werden, so wird der allgemeine Ausstand in Oberschlesien avgedroht.
Keine neuen Bedingungen für Polen.
DD. Paris, 16. Aug. Die Humanste veröffentlicht heute eine Botschaft, die Kamenew an das Blatt 'richtete. Sie lautet: Die Presse der Bankiers und Kapitalisten setzt ihren Lügenfeldzug fort. In einem am 14. August erschienenen Artikel im Journal wird gesagt, daß trotz der Veröffentlichung der Friedens- iinb Waffe^stillstandSbedingungeu, die ich gestellt habe, die Sowjetreg'erung die Absickt habe, in diese Bedingungen eine Klausel zu Gunsten Deutschlands ein= zufügen, um die Westgrenze Polens zu verändern und den Danziger Korridor zu berühren. Ich erkläre:
1. Die Sowjetregierung hat weder mit Deutschland
2.
3.
noch mit anderen Ländern ein Abkommen geschloffen, sei es direkt, sei eS indirekt gegen Polen gerichtet.
Die Bedingungen für den Waffenffillünnd und für die Friedenspräliminarien enthalten nichts, waS die Beziehungen zwischen Polen und Deutschland oder deren Grenzen betrifft.
Die Sowjet^gierung verwirft als unwürdig jeden Gedanken daran, daß ihr Sieg über die polnischen Imveralilten dazu benutzt werden könnte, den Militarismus in Deutschland oder in irgend einnn anderen Staate zu stärken Die Sowjetregierung weist die Absichten deutscher Militaristen ebenso heftig zurück, wie die der französischen.
Amerika und Wrangel. -
v. Paris, 17. August. Der Korrespondent be? „New Porker Herold" Washington berichtet seinem Blatte/ daß in den amerikanischen osfiziellcn Kreisen eine militärische Unterstützung dc» Generals Wrangel ins Auge gefaßt werde. Eine Entscheidung werde jetzt erst getroffen werden, sobald das Ergebnis der Ver- baudluugcn von Minsk bekannt fei. Man nimmt an, daß die Vereinigten Staaten dieselbe Haltung ein nehmen werden, die sie seinerzeit gegenüber teilt Admiral Ko tschack eingenommen halten. Der Korre- ipoiibcnt fügt hinzu, daß man mit einer V rmmlung begiiliiPl Werbe, um ten Bolickeivnien die MögO 1 t. einer Propa au a in iAÜd liß^aiid in ne uNi». *-■ ’ orresvonvtnt des „New Par. Herold" sagt, daß David Frauc.S, ehemaliger Gesandter der Bcrcmigleu -taaien in Rußland, feine Zuversicht über den Enderfolg Wrnnacl» auSacsvrochen habe.
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England und Pslen-Rutzland.
— London, 16. Aug. Zu Beginn der heutigen Sitzung des enFlischeii Unterhauses brächte Bon-ar Law den Antrag ein, das Unterhaus solle sich bis zum 19. Oktober vertagen. Das Unterhaus werde früher zusammengerufen werden, wenn das Interesse des Landes es erfordere- Bonar Law fügte hinzu, er habe dem Haus keine anderen Erklärungen zu machen, als wie sie durch die Presse veröffentlicht worden seien. Die Lage in Polen sei noch nicht geklärt. Jin übrigen aber könne das Haus versichert sein, daß die Regierung das Land nicht zu irgend einer Kriegsoperation führen werde, ohne daß sie die entscheidende Unterstützung des ganzen Landes hinter sich hätte. Namens der Unabhängigen Libemlen erklärte Asgutth und namens der Arbeiterpartei Clynes, daß er über Bonar LawZ Erklärung erfreut sei.
Dann sprach Lloyd George. Er befaßte sich zunächst mit der Kritik, die am Völkerbund geübt wird, und erklärte, daß der Völkerbund nicht handeln könne, wenn nicht vollständige Einigkeit unter seinen Mitgliedern bestehe- Es sei aber ganz offenkundig, daß die Alliierten nicht alle der gleichen Ansicht über Rußland und Polen seien. Es würde seiner Ueberzeugung nach besser gewesen sein, wenn man die Frage im Völkerbund statt im Obersten Rat besprochen hätte. Rußland habe sich geweigert, eine Abordnung des Völkerbundes zu empfangen und seine Regierung habe erklärt, daß sie unter keinen Umständen eine Intervention des Völkerbundes annehmen könne. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen sagte Lloyd George, er und seine Kollegen hätten sich ernstlich bemüht, den Frieden zustande zu bringen. Er hoffe, bald in der Lage^ zu seist, d ähere Einzel
heiten 7nrMilen zu können, und das Unterhaus sowie daS ganze Land konnten davon überzeugt sein, daß das Auftteten der Regierung Polen gegenüber immer das gleiche gewesen sei; die Regierung sei um keines Haares Breite von der Politik abgewichen, die sie in dieser Frage eingeschlagen habe.
Im Oberhaus sprach Lord C u r z o n über den polnisch-russischen Krieg. Er erklärte, England habe nicht genügend Truppen oder Geld zur Verfügung, um sich in einen derartigen Krieg einzumischen. Die öffentliche Meinung in England und in anderen Ländern verlange, daß so bald wie möglich ein gerechter und ehrenvoller Friede zustandekomme. Man habe der polnischen Regierung einen entsprechenden Rat gegeben, und heute Morgen habe man auch eine Depesche vom italienischen Bundesgenoffen erhalten, worin Italien erkläre, daß es mit diesem Rat vollständig übereinstimme.
Presseftimmeu.
WB. London, 16. Aug. Die „Mestminster Gazette" schreibt in einem Leitartikel: „Die Politik der Alliierten in Rußland führt dazu, die Bolschewisten in Rußland zu stärken, alle Kreise der Bevölkerung, einschließlich des Mittelstandes und der Militaristen hinter der Sowjetregierung zu vereinigen und eine Art Sowjetsystem in der englischen Politik einzufüh- ren. Der Letzte Punkt ist nicht weniger wichtig als die anderen. Wenn die Gewerkschaften zu'ammenkommen und ein Aktionscat zur Beaufsichtigung der gesetzmäßigen Regierung des Landes ernannt wird, so muß zugegeben werden, daß in England wie in Rußland ernste Dinge g e s ch e h e n, die vor zwei Jahren nicht für möglich gehalten worden wären. Die Auffassung, daß die Arbeiterführer offene Türen einrannten, und die Lage für ihre Zwecke geschickt ausbcute- ten, ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Unter den Arbeiterführern sind einige sehr geschickte Männer. Sie benutzen die gute Gelegenheit, sich an die Spitze der Bewegung zu stellen, wobei sie die öffentliche Meinung hinter sich ^wissen. Es handelt sich aber nicht um eine gewöhnliche politische Bewegung. Hunderttauftnde von Männern, die die Schrecknisse des Krieges am eigenen Leibe erfahren haben, sind seit Wochen besorgt, daß die Mißgriffe der Staatsmänner sie in einen neuen Krieg hineintreiben könnten. Diese Männer, ihre Frauen und Eltern sind entschlossen, das nicht geschehen zu lassen- Hinter diesem Willen steckt ein tiefes Mißtrauen gegen die Regierungen und Ministerien des Aeußern, und die allgemein verbreitete Auffassung, daß die Parlamente hilflos sind.
Weiter schreibt da? Blatt: Kann einer der Männer, die für die sogenannte russische Politik verantwortlich sind, bestreiten, daß diese PoTtik uu0 Emckl von Anfang bis zu Ende beklagenswert ist? Die, ___
Militaristen und die Pazifisten sind aus verschie- ;
denen Gründen einia darin, daß sie einen ver-' lWeitere VoMsLe Nachnchten auf Settt L
hängnisvollen Fehlschlag bedeutet. Dasselb« Urteil wird einhellig über einen großen Teil bei gegenüber Deutschland, Oesterreich» und die Türkei verfolgten Politik gefällt- Diese Umstä/.de geben altmodischen Staatsmännern kein Recht, die Hände über das Auftreten der Arbeiterschaft zu ringen. Wo sie ihr System nicht mit den Bcdörß- nissen der großen Volksmassen in Einklang Kt« gen können, werden die Eingriffe von außen her immer wirkungsvoller werden, bis schließlich das ganze System zerstört ist. Die europäischen Staatsmänner sollten jetzt ernstlich überlegen, ob die Hoffnung auf inneres Gleichgewicht und weiteren Frieden davon abhängt, daß der Völkerbund zur Wirklichkeit wird und daß sein Ideal einer klaren, offenen und ehrlichen Führung der politischen Geschäfte erfüllt wird.
WB. «pattS, 17. Aug. Das englische Parlament hat sich bis 19. Oktober vertagt. Lloyd George Hai die angekündigte Rede nicht gehalten, sondern sich damit begnügt, eine Anzahl Erklärungen abzugeben auf Anfragen, die aus dem Hause an ihn gerichtet worden sind. Lloyd George fagte noch, daß die englische Regierung die Regierung des General Wrangel nicht anerkennen werde.
Der französische SlandpunM.
v. Paris, 17. Aug. Ueber den französische» Standpunkt, schreibt das „Echo de Paris": Zwischen Der Haltung Lloyd George? gegenüber Polen und der Anerkennung des Generals Wrangel seitens der fron* zösischen Regierung bestehe im Grunde genommen gar kein Zusaimnenbang. Im Prinzip sei die Anerkennung des Generals Wrangels bereits am 20. Juli in der Erklärung Millerands unter der Zustimmung der Kammer erfolgt. Wenn Lloyd George das nicht verstehe, so beweise das nur. daß er sich nicht lange genuinst der französischen Anschauung beschäftigt habe.
Sie italienische Steuerung rsW vermitteln.
Rom, 16. Aug. Wie aus RegierungSkreisen der- lautet, beabsichtigt die italienische Regierung, bei den alliierten Regierungen in versöhnendem Sinne vorstellig zu werden, um in den heiklen Beziehungen zu Rußland eine Entspannung herbeizuführen und Europa einen neuen Krieg zu ersparen. Zu diesem Zweck soll Graf Sforza dieser Tage nach Bardonecchia reifen, um mit dem Ministerpräsidenten die zu unterneligien* den Schritte zu vereinbaren.
Die inlernalionale Arbeiterschaft.
WB. AmKerdam, 16. Aug. Der Vorsitzende bei englischen Arbeiterpartei Adamson sandte an en Sekretär des internationalen Gewerkschaftsbundes und des internationalen TranSpo tarbeiterbundes ein Telegramm, worin es u. a. heißt:
Die größte und einigste Versammlung der englischen Geweikschasts- und Arbeiterbewegung begrüßte mit Gennatmmg die Erklärung der russischen Regie- rnng betreffend die völlige Unabhängigkeit Polens Der Aktionsausschuß erhielt den Auftrag, solange in Tätigkeit zu bleiben, biS Folgendes gesichert ist: 1. Vollständige Garantie, daß England keine Truppe» verwinden wird, um militärische Unternehmungen Polens, Wrangel« oder irgend welche anderen mili. täriMen Unternehmungen gegen die Sowjetregierung zu unterstützen. 2 Zurückziehung aller englischen See- streitkräfle, die tätig sind, um direkt oder indirekt die Blockade gegen Rusiland dnrchznfübren. 3. Anerkennung der Sowielregierung und Wiederherstellung uneingeschränkter Handelsbeziehungen zwischen Groß- batannien unb Rnß'and. ■
Die Versammlung lehnte iebe Verbindung und iebe BundeSgenoffenichaft iWi djen Großbritannien, Frankreich ober einem anderen Lande ab, die England verpflichten würde, General Wrangel ober Polen zu unterstützen ober Munition und Kriegsmaterial für
Ananffe gegen Rußland zu liefern. Die Versammlung ermächtigte den Aktionsausschuß, erforderlichenalls die allgemeine Arbeitseinstellung zu proklamieren und richtete einen Auttus an alle organisierten Arbeiter, schnell, loyal und mutig zu handeln, alle Geheim, diplomatie aus dem Wege zu räumen und dafür zu orgen, daß die auswärtige Politik Großbritanniens in UebcreiiLmmmuig mit den Wünschen des Volke» gebracht wird, damit den Striegelt und der ewigen Kriegsgefahr ein Ende gemacht wird.
Das Amsterdamer Sekretariat begrüßt in seine, Antwort die Haltung der englischen Arbeiterschaft und drückt die Ueberzeugung aus, daß die Arbeiter alle, Länder dem Borbilde der englis Yen Kameraden folgen werden. Weiter heißt es: Die Leitung des inter« nationa en Transportarbeiterbundes sandte am 14. August einen Aufruf au die Seeleute und Eisenbahner aller Länder, jede Beförderung von Heeres atonal uns Truppen, die für un Gang befindliche oder drohende neue Kriege bestimmt sind, zu vermeiden. Die Leitung des internationalen Transportarbeikerbundes wird in dieser Woche znsammenkommcn, um inter» nationale Richtl.mcn am zu sie en. Das Telegramm biießt: E» lebe der i ampf der_ nationalen und int, ua! o> alen Arbeiterschau für Friede, Recht, Frei»