Einrückungsgebubr:Die8gesp.Kolonelzeileod. deren Raum 1.— Mk., die 4gefv. Zeile t. Reklame- teU 3.— Nkk.. 25°ioTeuerungszuickl. Offertgebühr 80 Pfg. BezugspreisiBiertettährlich 12.90 Mk., monatl. 4.30 Mk.. für Postbezug vierteliährl. 12.90 Mark, monatl. 4.30 Mk. Die Nummer 20 Pfg.
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General-Anzeiger
AmMchrs Organ für Sladl- und Landkreis Sana«
Erschein! täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertags
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Samslag den 14. August
1920
Das Neueste.
Im Saargebiet wurde heute die Arbeit wieder auf- «nonnven um Verhandlungen mit der Regierungs- tomnufnon zu führen. Sollten die Verhandlungen er= yebnislos verlaufen, so wird am Montag der Generalstreik in Straft treten.
Don der ostpreußischen Grenze wird gemeldet, bah die Russen in den politischen Korridor cingedmngen sind.
Auf den griechischen Ministerpräsident VeniseloS wurde in Lyon ein Attentat verübt.
Das -rohenöe Sowjertutzlanö.
Ein bekanntes Münchener Witzblatt brächte dieser Tage ein treffendes Bild der heutigen Lage im Osten. Ein französischer General bläht mit einer Luftpumpe den Polen zu einer drohenden Gebärde auf, im Hintergründe nähert sich langsam der rote russische Bär. Im zweiten Bilde liegt der Pole zerquetscht am Boden, auf ihm trampelt zähnefletschend der rote russische Bär. Aus weitem Hintergründe blickt schüchtern und erschreckt ein kleiner Franzose aus das Ungeheuer. Der Karikaturist hat mit sicherm Empfinden die heutige politische Lage richtig erfaßt. Der rote russische Bär beherrscht die Situation. In seiner
Ulkrast hat er sich drohend aufgerichtet und zertrampelt alle Hindernisse, die ihm die Entente- jäger und -Treiber in den Weg geworfen haben. Moskau schickt seine Vertreter nach London, um unmittelbar in Downing Street zu verhandeln, Mosbau funkt nach Berlin, daß die polnischen [Überläufer auf deutschem Boden interniert wer-
ben. Moskau meldet nach Frankreich, daß bic MßerfönliAfeiten und zogen sämtliche Einwohner WM^^^^^^uerals Wrangel durchs die | ^ Schanzarbeiten heran. Soldau ist nur
krieg führen muß und j^M den Abbruch der Verhandlungen zwischen Rußland und Polen «och sich zieht. Moskau lastet mit seinem massiven Newicht auf Polen, bereit, es im gegebenen Au- jenblid zu erdrücken. Moskau fühlt ^ und ist »ielleicht im ganzen Verlauf des Weltttieges nie w stark gewesen und so unüberwindlich wie jetzt. 8s ist sehr bezeichnend, daß Fürst Sapieha, der polnische Außenminister, von seinen Entente- freunden keine andere Hilfe erwartet als eine verstärkte Blockade Rußlands und die Versorgung »es polnischen Heeres mit Waffen und Munition, sind damit glaubt man den russischen Bären ein- schüchtern oder gar zähmen zu können? Man kann « heute den Sowjelgewaltigen auch Fehler und i^angel^nachsagen, den einen aber sicher nicht, )aß sie sich nicht auf großartige Propaganda verständen oder über die Lage und Stimmung in den verschiedenen Ländern nicht unterrichtet wären. Sie wissen genau, mit welch großen inneren Ajwierigleiten England und sein Herr und Meister Lloyd George zu kämpfen haben, in welch wirtschaftlicher Bedrängnis Italien steckt und wie ruch in Frankreich unbeschadet alles bramarba- perenden Geschreies die besinnungslosen Chauvinisten die Stimmung durchaus geteilt und namentlich die französische Arbeiterschaft einem neuen Abenteuer durchaus abgeneigt ist. Deutschland aber hat seine Neutralität verkündet und »ie deutschen Proletarier haben schon mehrfach mit der handgreiflichen Entschlossenheit bekundet, vaß mit ihrem Willen kein Mann und keine Patrone über deutschen Boden weg nach Polen zum Kampfe gegen die Sowjets geht. Bei dieser Äge der Dinge, die den Moskauer Gewalthabern -benso oder vielleicht noch besser bekannt ist wie M, dürste ihnen die französische Anerkennung v^s Bolschewistenbekämpfers keine Kopfschmerzen bereiten, jedenfalls nicht dazu beitragen, sie von Ten nächsten Plänen abzuschrecken. Sie rechnen Mit Bestimmtheit auf die Eroberung Warschaus und auf die Errichtung einer polnischen Sowjet- ^grerung, die sogar schon in Bialystock im Amte Hln soll und lediglich nach Warschau verlegt zu werden braucht. Wenn dieses Ereignis eintritt, sich die französischen und englischen A-r- vciler für einen blutigen Kampf für ein imperia- ^!.>!ches und kapitalistisches Polen aufrufen mstn? Es ist schwer zu glauben, daß die west- >chen Brunnenvergifter mit all ihrem Haß, mit ? "tren Künsten der Verleumdung, der Ver- Schung und Verfälschung der öffentlichen Mei- A» bie» fertig bringen. Der überraschende Mritt der französischen Regierung hat eine ge- Buidje Kluft eröffnet, einerseits zwischen den Alliierten selbst, andererseits aber in ihrer eige- urn Bevölkerung. In England herrscht Bestür- m'b und das Unterhaus hat seine Ferien bcr= woben, bet König und der leitende Staatsmann vudcn die geplanten Reisen abgesagt. Das ist das uminzeichen der hochkritischen Lage. Italien ist weithin hörbar von Frankreich abgerückt und die "«Irenische Presse verurteilt nicht nur einmütia
die Eigenmächtigkeit Frankreichs, sie sieht auch schon den Verfall der Entente mit Riesenschritten herannahen. In Frankreich sind die Meinungen «vor der Hand noch geteilt, aber die Stimmen mehren sich, die zur Klugheit und Zurückhaltung, d. h. zur Nachgiebigkeit mahnen. Es scheint nicht so, als ob diese Mahnungen bei Millerand und bei seinen Leuten viel Glück haben werden. Der Eindruck verschärft sich, daß sich Frankreich in ein verwegenes Hastardsviel gestürzt hat und im Vertrauen auf das Glück der Frechheit alles auf eine Karte setzt. Das Drama, in dem auch wir eine leidende Rolle zu spielen berufen zn sein scheinen, nähert sich seinem Höhepunkt.
Die Russen im polnischen Korridor.
WB. Berlin, 13. August. Der „Berliner Lokal-Anzeiger" meldet von der ostpreußischen Grenze, daß die Russen die frühere deutsche Grenze überschritten haben und in den polnischen Korridor eingedrungen sind, Jlowo wurde als erster Ort des ehemals deutschen Gebietes besetzt.
WB. Königsberg i. Pr., 13. August. Nach der „Neidenburger Zeitung" sind die in Jllowo eingerückten Volschewisten 2000 Mann mit zwei Geschützen stark. Frühere deutsche Soldaten wurden zu Gendarmen bestellt. Eine Einwohnerwehr wurde gebildet. Gegen 6.45 Uhr früh wurde das Feuer gegen Narzym und Vrodau eröffnet, das die Polen um 8 Uhr erwiderten. Die polnische Regierung ordnete an, daß alle Pferde und alles Vieh aus dem Soldauer Kreise nach
Westpreußen abgeliefert werden sollen, was eine große Erregung verursacht hat. Im Soldau-er Kreis verhafteten die Polen wieder angesehene
schwach von o« O&Mtt^^
WB. Kopeukaa-ur, 13. August. Nach erneut Telegramm aus Warschau meldet der polnische Heeresbericht: Im nördlichen Abschnitt haben unsere Truppen hartnäckige Angriffe des Feindes zn- riickgeschlagen. Der Feind versuchte, uns aus PultuSk mrück uwerfen. Im Zentrum ist der Tag ruhig verlaufen. Im südlichen Abschnitt ist die Bndjcnnische Reiterei bis nach Nadzischow unb Cholojow vorge
drungen. Auf den näheren Punkten haben wir die feindlichen Angriffe unter schweren Verlusten für den Feind zurückgeschlagen.
Ersolge des Geueru! Wrangel.
WB. Konstantinopel, 14. Aug. (Havas.1 Die Truppen deS General Wrangel haben der 13. russischen Armee eine Niederlage beigebracht. Sie machten 4000 Gefangene und erbeuteten 4 Panzerznae, 150 Maschinengewehre und 39 Kanonen. Die Flotte des General Wrangel beschießt die Batterien von Otschakow, um den Eingang des Dnjepr freizubekommen.
Die Lage in Warschau.
Tpn. Warschau, 13. August. Bevor die Rs- "ierung Warschau verläßt, hat sie noch einen Versuch gemacht, die Waffen, die sich in den Händen der Bürger befinden, ausgeliefert zu erhalten. Es blieb aber keine Zeit mehr, um die Waffen einzusammeln. Unter der Bevölkerung, besonders den Arbeitern herrscht eine dumpfe Verzweiflung, da viele nun dem Elend nusge- liefert werden, weil die Regierung nun auch keine Unterstützungen mehr an die Familien der im Felde stehenden Soldaten zahlt. Die Lazarette liegen voll von Verwundeten, für die ebenfalls nicht weiter gesorgt ist als für einige Tage. In den amtlichen Bureaus bestand schon seit Tagen vollständige Kopflosigkeit, wodurch auch die wichtigsten Anordnungen für die zurück- bleibende Bevölkerung unausgeführt bleiben. Die Stimmung ist sehr stark gegen die Regierung umgeschlagen und es ist sicher, daß die Bolsche- wisten in Warschau mit Jubel empfangen werden. Die Kaufmannsgilden wählten einen Rat, der sofort mit den Volschewisten über die Fortsetzung des Handels und Versorgung der Stadt mit Lebensmitteln beraten soll.
Minsk.
WB. Warschau, 14. August. Die polnischen Delegierten sind am 12. August von der Front mriidf» gekehrt. Sie haben mit den Sowjetbehörden verein- bart,’ daß die Zusammenkunft der Delegierten zur Erörterung des Waffenstillstands und des Präluninar- friebeuS in Minsk ftattfinben soll. Die polnische Delegation oeftebt aus dem Vizeminister Dombjki als Präsidenten, dem Vizemii lster Woblewrki sowie Vertretern des .'Reichstags und des Generalstabs. Sie wird die Front am 14. August morgens überschreiten.
Kriegsgefahr und Neniraliläl.
In einer stark besuchten Konferenz der Funkttonüre der sozialdemokratischen Partei Er ß-Berlins sprach gestern abend der Reichstagsabgeordnete Richard Fischer über „Kriegsgefahr und Neutralität“. Es wurde bann einstimmig eine Entschließung an= aenommeit nach der man aemillt sei. allen Ver
suchen, die deutsche Neutralität zugunsten Polens zu verletzen, mit allen der Arbeiterschaft zu Gebote stehenden - Mitteln entgegenzutreten. Die sozialdemokratische Arbeiterschaft protestiert aber auch gegen die Bestrebungen der deutschen Ko mm ünisten, Deutschland zu einer einseitigen Unterstützung der russischen Volschewiften in diesem Krieg zu veranlassen und mit Hilfe derBolschswisten die Rätediktatur auch in Deutschland einzuführen. Aufgabe des internationalen Proletariats müsse es sein, auf die schleunigste Herbeiführung eines Friedens hinzuarbeiten, derPolen und Rußland völlige Selbständigkeit und Unabhängigkeit sichere und insbesondere auch Rußland die Aufnahme friedlicher Beziehungen zu Deutschland und den anderen Ländern möglich mache.
wb. Berlin, 14. August. Reichsminister Koch machte gegenüber einem Mitarbeiter des „Berliner Tageblattes" über die äußeren Gefahren, die der Provinz Ostpreußen drohen, einige Ausführungen über den Ausbau des Selbstschutzes und sagte dann, daß von den Russen zu hoffen sei, daß sie die Neutralität der Provinz respektieren werden. Banden russischer Marodeure oder polnische Flüchtlinge werde die Reichswehr mit Hilfe der Bevölkerung entwaffnen können. Innerhalb der Provinz Ostpreußen gebe es kommunistische Kreise, die das russische Vorgehen mit Sehnsucht verfolgten. Sie seien aber nicht stark gemn, um die Macht an sich zu reißen, wenn die Bevölkerung sich das verbitte. Wir wollen nicht in Abenteuer verwickelt werden, sondern wünschen ihre Neutralität gesichert zu sehen. Hieran zu helfen, sei die Pflicht und der Wille der Regierung.
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schäststräger Harrtugon [faltete heute vormitta-, dem Generalsekretär des Ministeriums für aus
wärtige Angelegenheiten, Paleologue, einen Besuch ab, um ihn in Kenntnis zu sehen von einer Note, die der französische Geschäftsträger in Washington
dem Staatsdepartement übermittelt h rbe. In dieser Note tritt die französische Regierung dem Standpunkt bei, den das Staatsdepartement in der Mtt- teilung an den italienischen Botschafter in Washington über d en "rus sisch-p olnisch enKo nflilt eingenommen hat.
Diese Note ist an alle französische Botschaften und Gesandtschascen in Europa übermittelt worden. Der „Temps" sagt, Präsident Wilson hat die Hauptfrage der gegenwärtigen Stunde in der amerikanischen Note gestellt dadurch, daß er schrieb, er könne eine Regierung nicht unerkennen und ihre Vertreter nicht freundschaftlich aufnehmen, die gegen Institutionen anderer Regierungen konspiriere, deren Diplomaten gefahrvolle Revolten vorbereiteten und von denen die Redner behaupten, daß sie Verträge aüschließen würden in der festen Absicht, sie nicht zu halten. Das sei auch die Ansicht Frankreichs. Millerand sei diesem Standpunkt vollkommen bei- getreten und aus diesem Standpunkt heraus erkläre sich auch die Anerkennung der Regierung HBrangels. Dagegen habe England eine bolschewistische Mission in London angenommen und Lloyd George habe all das getan, um zu beweisen, daß England gewillt sei entgegenzukommen und Geduld zu üben bis zum äußersten. — Auch das „Journal des Debüts" ist von der amerikanischen Note sehr befriedigt. Es hofft, da: durch diese Note die Vereinigten Staaten vielleicht wieder dahin gebracht werden könnten, sich gemeinsam mit England über die Frage zu einigen. Das Blatt hofft auch, daß England dem Beispiel Frankreichs folgen werde, und daß es beweisen werde, daß es aus der amerikanischen Note über die Gefahren des Bolschewismus nützliche Aufklärungen erhalten habe.
Die italienische Presse.
Rom, 13. Aug. Die Anerkennung der Regierung Wrangels durch Frankreich wird von der italienischen Presse scharf verurteilt. Die offiziöse ..Tribuna" betrachtet diesen Beschluß Frankreichs als besorgniserregend. Die von Millerand fortgesetzte Polittl Clemenceuus werde zu einem vollständigen Nki - erfolge führen. Der „Messagero" sagt, diese Politik Frankreichs fördere nicht die «suche des Friedens und drohe, zu ernsten Verwicklungen zu führen. Gegenüber dieser Herausforderung Frankreichs dürften England und Italien nicht zögern, die nonb.r Zeitlage gebotene Verantwortung zu übernehmen. Die „Epoca" bezeichnet die Haltung Frankreich- als unbegreiflich. Sie bilve eine Folge der Angst vor Deutschland. Die „Jdea R-'zioM e“ meint, das Vorgehen Frankreichs beweise die verzwesselte Verteidigung gegenüber dem Unvermeidlichen, nänv sich die Revision des Vertruges von Versailles Der katholische „Eorriere d'Jtalia" schreibt: In diechm ernsten Augenblick sollte eine versöhnend Stimme Europas dringender als je zum Frieder unb der Völcerversöhuung mahnen.
Lloyd George
und die russischen Bedingungen.
WB. Londou, 14. Aug. Die Nahricht. Lloyd George habe Polen geraten, die Bedingungen Sowjets- Rußland, die annehmbar seien, zu empfehlen, ist um .....„ ,
aenau. Die nach dem englischen Kronrat au Lolendar gemacht«
gesandt« Note enthalte keine Ratschläge an die tiolnifdjj Regierung, sondern sie sagt einfach, die «nglische Ne gierung fei der Ansicht, daß das britische Volk kein« Kriegserklärung billig» zum Zwecke der Unterstützung Polens in der Erlangung einer Verbesserung bet russischen Bedingungen, so'ern dieBedinnnggen Sowjet- Rußlands in gutem Glauben und ohne Hintergedanke« gemacht worden sind.
Josefs der englischen Arbeiter.
WB. Glasgow, 14. August. Der Vollzugsausschuß der unabhängigen Arbeiterpartei über, mittelte gestern der Regierung eine Entschließung, jDortn es heißt, die Anerkennung Wrangels durch Frankreich deute auf die Doppelzüngigkeit der Alliierten gegenüber Sowjetrußland hin. Die organisierte Arbeiterschaft werde bie englische Regierung dafür verantwortlich machen, wenn das Kabinett von dem Schritt Frankreichs nicht abrücke und das französisch-englische Bund, nis nicht löse. Als Bürgschaft Hit !ihre ehrliche Gesinnung müsse die Regierung Winston Churchill wegen seiner Gesinnung gegen Rußland aus der Regierung entfernen.
Der russische Kronschatz.
WB. Washington, 14. August. Die amerikanische Zollbehörde hat ein aus Rußland stammendes Paket beschlagnahmt, das die Aufschrift trägt: „An den Genossen Mattens". Mariens ist der sogenannte Botschafter der Sowjets in den Vereinigten Staaten. Das Paket enthielt mehr als 100 Diamanten. Man glaubt, daß sie aus den ehemaligen russischen Kronjuwelen stammen.
Ein Anschlag aus Deniselos.
e- land zu begehen, wurde ‘3 steigen wollte, um «a ’’ der Au greiser gab drei <
WB. Paris, 12. Aug. Der griechische Minister» Präsident, der am Donnerstag abend Paris verlassen hatte, um sich nach Nizza und von dort nach Griechen- ' in Lyon, als er den Zug he«
: Personen angegriffen, ^im. ______„_ , „______Schüffd auf ihn ab, ohne jedoch zu treffen. Der zweite feuerte fünf Schüsse ab, durch die Beniselos getroffen wurde. Die Attentäter, die verhaftet mürben, sind ein 23jähriger Genieleutuant der griechischen Armee mit Namen Georges KyriadiS. wohnhaft in Paris, und der 25jährige Journalist Tharasis, Korreivondent deS Börsenblattes in Athen. Auf dem Poftzeikommiffariat erklärten die beiden, daß sie das Verbrechen wohlüberlegt hätten, und daß fii Griechenland von einem Bedrücker befreien wollten, um so Me Freiheit der Bürger sicherm'-eilen. Venikelas ist an der linken Schulter und an der rechten Seite verletzt worden. Er wurde im Automobil in ein
Spital gebracht.
D. Paris, 14. Aug. Dem griechischen Minister- Präsidenten Veniielos ist gestern die Kugel aus der Schulter entfernt worden. Ein KrankhettSbericht besagt, daß sein Zustand befriedigend fei, doch bedürfe der Patient unbedingter Ruhe.
Der Streik im Saargebiet.
Itebcrtragung der Regierung des Saargebieit au Frantreich?
Aus dem Saargebiet eingetroffene Nachrichten der» zeichnen mit Bestimmtheit das Gerücht, Präsident Rault habe namens der Regierungskommission in einer Eingabe an den Völkerbund er acht, die Regierung über das Saarqcbict an Frankreich zu übertragen. Die RcgicrungSkommission besitze nicht die Machtmittel, um Frankreich die ungehinderte Ausbeutung der Saar- gruben zu gewährleisten. Ferner sollen jetzt schon die Bestimmungen des R h e i n l a n d a b k o m in e n s auch auf das Saargebret aus edehnt werden. Die Reichs» regierung hat alle Veranlassung, beim Völkerbund energisch gegen die Absichten Frankreichs im Saar» gebiet Einspruch zu erheben.
WB. Saarbrücken, 13. Aug. Seit heute ,ruh 6 Uhr ist der Generalstreik, zunächst für 24 Stunden, erklärt worden. Morgen wird die Arbeit von allen Streikenden reülos wieder ausgenommen werden, sollten die Verhandlungen fehlschlagen, so tritt Montag der Generalstreik w eher voll in Kraft. Die Verhandlungen werden von der Interalliierten Rheinland- kommission in Koblenz unter Hinzuziehung von Ge- eimrat v. Boch geführt. Sämtliche Banken, Geschälte und Wirtshäuser sind geschloffen, die Straßen- ba'men verteilten nicht. Auf den Straßen ist altes eil ig. Auf den wichtigsten Blähen sind Maschinen- leweore ausgestellt, auch auf verschiedenen Dächer« Der Siadt.
Die Arbeit wieder aufgenomMe».
(Letzte Meldung.)
XV . Saarbrücken. 14 Aug. Da dir RegierungS- ‘onumnuHt ei klärt bat, sie würde mit den Beamten und ’lrbeitern, solange sie sich noch im Streik befinden, ncht verhandeln. Wurde heute die Arbeit wieder auf- enommen. Es finden im Laufe des Tages Verband- lingen statt, zwnchen der Mitteli-Kommlsfion und der uterallilcrtenRheiulandkommission in Koblenz. Wenn je Verhandlungen nicht zu eincin für die Beamten tub Arbeiter günstigen Ergebnis führen, so wird am Montag morgen der Generalstreik in Kraft treten. Dir Beamten, die zur Arbeck erschienen sind, gehen zum größten Teil wieder nach Hame, da es unmöglich ist, Den Betrieb sofort wieder aufzunchmen. Die Frau» zoken haben, um von sich aus die Züge in Verkehr zu bringen, vielfach das Material zerstört und ««brauch»'