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General-Anzeiger

AmMches Organ für Sladl- und Landkreis Saturn

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Str. 185

Montag den 9. August

1920

Das Neueste.

Mit dem Saargebiet ist infolge des Eisenbahner- streils noch jeder Verkehr unterbrochen.

AuS Warschau werden starke bolschewistische Trup- Mkouzentrationen vor der Stadt gemeldet.

In Hythe bat gestern eine Konferenz zwischen Millerand und Lloyd George stattgefunden, auf der die russisch-polnische Angelegenheit behandelt wurde. Die Lage wird als ernst bezeichnet.

Die Moskauer Regierung bat endgültig die britischen Vorschläge abgelehnt, sie will sich allein mit Polen verständigen.

Ernste Lage im Osten.

Englisch-russische Verhandlungen.

Unbeirrt von allem Lärm, dem die Blätter schlagen, sind seit einer Woche englisch-russische Verhandlungen im Gange. Kvassin hatte diese Verhandlungen angebahnt, und war dann, um Schwierigkeiten zu beseitigen, die besonders von Litwinow ausgegangen sein sollen, zur Bericht­erstattung nach Moskau gereist. Dort wurde der Beschluß gefaßt, ihm Kamenew zur Seite zu stellen. Beide Männer haben die weitestgehenden Vollmachten für alle Verhandlungen erhalten, die den Frieden betreffen, und zwar sowohl den Frieden mit Polen wie die Einleitung ab­schließender Verhandlungen mit der Entente. Eng­lische Blätter wollten wissen oder wünschten jedenfalls, daß Kamenew und Krassm die Ein­reiseerlaubnis nach England nicht erhalten wür­den, bevor nicht der polnisch-russische Waffen­stillstand zustande gebracht sein werde. Dann hieß

PL erteilt..,DlNM hie'

es, Lloyd Geo^ _ .____ ,...................

lands zu empfangen, solang der polnisch-ruMsche Waffenstillstand nicht abgeschlossen sei. Aber

Lloyd George empfing die Sowjetvertreter. Na­türlich, hieß es in der englischen Presse, um ihnen den Kopf zu waschen. Und das sollte er kurz und gründlich getan haben, und es verstand sich von selbst, daß es keine weiteren Verhand­lungen geben könne, wenn die Sowjettruppen nicht den Vormarsch auf Warschau entstellten. Der Vormarsch wurde nicht eingestellt, aber Lloyd George empfing Kamenew und Kvassin abermals, und die Unterredung dauerte über fünf Stun­den. Es wurde, wie wir am Samstag berichteten, in die Moskauer Regierung eine Note abgesandt, und weiter beschlossen, am gestrigen Sonntag mit Millerand in Hythe zusammenzutreffen. Zu dieser Besprechung in Hythe erwartete man die Antwort Moskaus. Wie dasJournal des Debüts" mit- teilt, hat die englische Regierung in der Note an Moskau vorgeschlagen, daß die Alliierten darauf verzichten würden, sich in die polnisch-russischen Friedensverhandlungen einzumischen. Polen werde keine Freiwilligen mehr ausheben und die alliierten Militärmissionen würden nicht mehr intervenieren. Auch würde kein Kriegsmaterial wehr nach Polen entsandt und die beiden Heere würden in ihren jetzigen Stellungen verbleiben.

sei in großen Zügen der Plan, der nach Moskau übermittelt worden sei und auf den Lloyd George am gestrigen Sonntag eine Antwort zu er« halten hoffte. Das Blatt fügt hinzu, ein derartiges Abkommen wäre für die Bolschewisten sehr vor­teilhaft. Aber die Absicht könne doch dahingehen, daß die Sowjets versuchten, Warschau zu bosetzen, bevor sie bereit seien, dem Abkommen zuzustimmen. Sie würden sich alsdann, um mit den Polen zu verhandeln in vorteilhafter Lage befinden. Es wi wahrscheinlich, daß Millerand dieses Ab- wmmen einer kritischen Betrachtung unterziehen würde, weil es den Bolschewisten alles bewillige vnd von ihnen nicht verlange, daß sie nachgeben. Dieses Abkommen sei dem italienischen Minister des Aeußeren telegraphisch mitgeteilt worden.

Die Konferenz in Hythe hat nun gestern iwttgefunden,' doch die Moskauer Antwort ist 'ucht eingetroffen, sodaß die Lage als äu­ßerst ernst bezeichnet wird. Ueber

die Konferenz in Kyihe

^St folgender Bericht vor:

Die Konferenz zwischen Millerand und Lloyd rge begann In Hythe am Sonntag vormittags Nr 15 Minuten und dauerte bis 1 Uhr Minuten mittags. Um 2 Uhr 30 Minuten folgendes Kommunique aus englischer - Helle veröffentlicht:Die englische Regierung van den Sowjets eine endgültige A n t w o r t "i die Note, die ihnen am Freitag überreicht ?vrdc, nicht erhalten. Indessen erhielt sie ^Deutungen über die Absichten der Bolschewisten b Re lassen voraussetzen, daß diese sich weigern. ?f vorgeschlagenen Einigung zuzustimmen. Man

1 i r.t ru ' Da ü b ' >wzt und helfen dir

; . = u. pr-vi ti-da'iboorte an' den sililechre» uvWi«Ht.inii «tuiiyuiiH gugunniuiitii. aicui Stert JUt ab ac ji er 0 .awiü '.c bei-;Ccgeuorm.ir'% ! unzen- Ot-angone Russell erklären,

"^8. daß nach der Konferenz, die Lloyd Georqe, ^den noch tntatien Weichielbrücken wurden zur > sag bte Diszstüill in der «omieiarmee ftreuaer ge»

Bonar Law und Lord Curzon am Freitag mit den Hauptdelegierten der Sowjetregierung in London hatten, ein Memorandum nach Moskau geschickt wurde, um den Abschluß einer Waffen­ruhe für die Zeit von zehn Tagen an der russisch­polnischen Front zu erlangen, unter der Beding­ung, daß man beiderseits in den Stellungen ver­bleibe, ohne sie während dieser Zeit zu verbessern. Da sich die. Sowjets wei-gern, die Operationen zu unterbrechen, sand den ganzen Vormittag ein reger Meinungsaustausch über die zu treffenden Maßnahmen statt, der um halb 3 Uhr nachmittags

wieder ausgenommen werden soll/

Lord

Biddell, der dieses Kommunique den Journalisten mitteilte, beendete seine Erklärungen mit den Worten: Die Lage ist ernst.

WB. Paris, 9. Aug. Nach einer Havasmel- bung aus Hythe dauerten die Beratungen am Sonntag bis abends 7.30 Uhr an. Man ghaubt, daß die Sowjets sich weigern, die angebötene Waffenruhe anzunehmen, weil sie Zeit gewinnen wollen, um Warschau einzunehmen. Die mili­tärischen Sachverständigen werden den Auftrag erhalten, bis Montag vormittag einen Bericht über die zu ergreifenden Maßnahmen auszuarbei- ten. Es scheint eine Verschärfung der Block-ade gegen Rußland in Aussicht genommen zu sein. Lloyd George habe sich davon überzeugt, daß die Erhaltung Polens für die Sicherheit Europas notwendig sei.

Moskau lehnt die Entente ab.

WB. .Hythe, 9. Aug. Die Moskauer Regie- run« lehnte endgültig die britisÄen Bor- schlüge ab. Man meldet, daß die polnischen und bolschetvistischen Delegierten am Mitt­woch in Minsk znsammentrefsen werden. Es sei besser, daß sich d e bolschewistischen und polnischen Vertreter allein verständige«.

Neue Waffen

D. Warschau^ 8. August. Die russische Sowjet- regierung hat am Samstag abend von Moskau einen von Tschitscherin unterzeichneten Funkspruch an die polnische Regierung gesandt, in dem feie russische Regierung die polnische Regierung auffordert am 8. August abends acht Uhr nach der Chaussee Miedzyrzecs- Brest-Litowsk Delegierte zu entsenden. Die Sowjet- Regierung erklärt sich in dem Funkspruch bereit auf der Basis der absoluten Unabhängigkeit am 11. August in Verhandlungen entlüfteten, in denen gleichzeitig die Friegensbedingungen feftgesteftellt werden sollen.

(Ueber ein Zusammentreffen der beiden Delegationen liegt bis zur Stunde noch keine Nachricht vor. D. Red.)

Der Zusammenbruch Polens.

Unter der UeberschriftDer Zusammenbruch Polens" läßt sich dieKölnische Zeitung" von ihrem Warschauer Berichterstatter folgendes be­richten:

Die Lage Polens entwickelte sich zu einer, mili­tärischen Katastrophe und zum völligen innerpoli­tischen Zusammenbruch. Selbst die militärischen Ratgeber Polens, die Franzosen, 'gaben am Donnerstag mittag ihren Schützling preis und bestellten bei dem deutschen Generalkonsulat für sämtliche Missionsmitglieder schleunigst Pässe zur Abreise. Wegen Personalmangels bei den deut­schen Behörden übernahmen drei französische Majore die Schreibarbeit im deutschen General­konsulat. Die einzige militärische Hoffnung Po­lens, die von General Haller ausgestellte Frei­willigenarmee, leistete in den ersten schweren Kämpfen, die sie Anfang dieser Woche mit dem Feind an der Nordfront hatte, zwar teilweise unter ungeheuren Verlusten Heldenmütiges, ver­sagte teilweise aber auch vollkommen. Zersetzend wirkte besonders die eigenartige Stellung der französischen Generalstabsoffiziere, des Generals Weyzand, die als Berater den höheren Stäben beigegeben waren. Das militärische Ehrgefühl der Polen'sträubt sich daoegen. sich von den Franzosen- bevormunden zu lassen. Häufig wurden von den polnischen Führern des einen Abschnittes Be­fehle aus geführt, im Dach barabschnitt aber außer Acht gelassen, sodaß das Endergebnis dieser soge­nannten ftanzösischen Hilfe eine heillose Ver­wirrung der Kömmandoverhältnisse an der Front war. Am Dienstag und Mittwoch wurde das letzte Hindernis für den Vormarsch gegen Warschau, der Flußlauf des B''z, in vierzig Kilomeier brei­ter Front 'Wischern Janow und Drohytschin über­schritten. Hierbei wurde eine, Brigade der Frei- Willioenarmee derart at^einantergetrieben. daß!

Kriegsgerichtsverfahren eingeleitet. m'gleichen Tage wurden 25 Mann wegen Fahnenflucht in der Zitadelle erschossen. Ein Flugblatt revolutio­närer Soldaten,Soldatenrat Warschau" unter­zeichnet, fordert das Proleariat auf, den russi­schen Brüdern im gemeinsamen Kampf gegen die Bürger die Hand zu reichen.

Vor einem Angriff aus Warschau.

^. 8. Warschau, 8. August (Havas). Es werden starke bolschewistische^ruppenkonzen- trationen vor Warschau aus dem Norden der Stadt gemeldet. Man erwartet einen weit ausholenden Angriff der roten Truppen.

An Warschaus Bewohner.

Warschau, 7. Aug. Die polnische Regiening hat an die Bewohner Warschaus folgenden Auf­ruf erlassen:

Bürger der Haupfftadt! Der Feind befindet sich nur einige Werst von Warschau. Die Haupt­stadt des polnischen Reiches steht vor einer drohen­den Gefahr. Wollt Ihr tatenlos warten? Wollt Ihr Euch wie Sklaven benehmen? Niemals! Das heldenmütige Lemberg hat für die Verteidigung des Staates taufende von Freiwilligen gestellt, und im Augenblick der Gefahr stand ganz Lem- berg unter Waffen! Warschau, das ebenfalls Ruhmesblätter in seiner Geschichte zu verzeichnen hat, muß dem Beispiel Lembergs folgen. Zur Verteidigung der Hauptstadt müssen alle Bürger in Reih und Glied treten. Der Tag ist gekommen. Es gibt keine Wahl. Entweder Kampf bis zum Acußersten und damit Sieg und Freiheit oder Sklaverei. Die Hauptstadt wird sich nicht ergeben. Bürger, zu den Waffen! gez. Witos.

Verteidigung Warschaus.

Ipu. Warsämu. 9. Auq. Bis jetzt/ haben 28 000 Zivilpersonen Warschau verlassen, darunter fast alle ausländischen Familien. Nun sollen auch polnische Familien, die kein Eiqe"tum besitzen, aus der Stadt entfernt werden, da wahrscheinlich stark um den Besitz der Stadt gesumpft werde. General Haller ist fest entschlossen, Waffen nicht ohne Kampf zu übergeben. Die Vcrteidiqunqswerke, die sich jetzt unter Feuer be­finden, sind gut instand gesetzt. Es befinbet sich viel Artillerie-material in den FenunaSwerten, das jedoch für die Russen, falls sie die Stadt erobern sollten, von außerordentlichem Werke ist. weSbalb die Ententekom» mi'sion auf Ränmnnp der Stddt bestett, nm den Kampf zu verhindern und das Kriegsmaterial wegzuichaffcn. General Haller half dies nicht mehr für möglich.

die Trümmer in aufgelösten Trupps bis War-' ÄKL §!?!kg UVkh kikUgt u!lh! blendet» schau zurückslnteten und abgerissen, ern-attet'. Per« Ipu. Warschau, 9. Aug. Zu den von den-Ruffen tourbet ober aeunh »«» ober ohuc Waffen, in i besetzten »ohn»ehe« G bieten haben diese zahlreiche Rudeln von ^ö bis w die Straßen dürrst | wohtyabenoe Bürger ^wug-n genommen. Dlele- G-- - ' saMnen werden gut behandelt rnid durch Propaoaichq

breinfiM.'«!» in russischen Fabizken binter der Front vt arbeiten. So sind der its einige tan-end Gefangene

arm. Die linmittflbare Bevrohung der Käupt

pabt durch den Tc'h wu de durch d'e Bi^'"w

einer "e>wc färggubc; wr?

Sprengung vorbereitet. Aller Schiffsverkehr auf der Weichsel wurde bei Todesstrafe verboten. Nach dem Urteil polnischer Militärs galt Warschau schon seit Donnerstag schwer gefährdet, doch galt es als Ehrensache, es bis zum letzten Blutstropfen zu verteidigen. Infolge der trüben Lage an der Front bemächtigte sich im Laufe des Donnerstags der Warschauer Bevölkerung eine Panikstimmung. Die Banken wurden um 1 Uhr mittags geschlossen, die Börse um 11^ Uhr vorzeitig abgebrochen. Die Lebensmittelgeschäfte wurden gestürmt, die jü­dischen Läden im Ghettoviertel wegen der Po- gromstimm^ng mit Eisenstangen und Rolläden verschanzt.' Die Regierung begann, die Stadt zu verlassen,- zuerst das Finanzministerium. Als Fluchtort galt Czenstochau, möglicherweise Krakau ober Kalisch, keinesfalls Posen. Von einer ein« hntlichen polnischen Regierung kann somit nicht mehr die Rede sein. Ministerpräsident Mtos be­findet sich mit seinem Stäbe höherer Beamten in Semberg, die übrigen Ministerien vermutlich in Czenstochau. Der Stabschef, der gleichzeitig als Oberkommandierender gilt, und die militärischen Zentralbehörden bleiben in Warschau. Pilsudski sagt man in Offizierskreisen nach, er wolle lieber den Tod auf dem Schlachtfelde suchen, als Po­lens Elend überleben. Noch zerbrochener ist die innenpolitische Lage. Man rechnete in den letz­ten Tagen mehr und mehr mit der Wahrschein­lichkeit, daß die Räterepublik in Warschau aus- gerufen würde. Die bolschewikische Propaganda hat sich seit Wochen in den Vorstädten Warschaus eingenistet, ohne daß man ihrer habhaft werden konnte. Zu einer fortschreitend wachsenden Ge­fahr wurden die bewaffneten Deserteure als Kern der militärischen Demoralisation. Alle Züge waren bis auf die Dächer mit bewaffneten Fah­nenflüchtigen angefüllt. Auch von desertierten ierm winunelt es in Warschau. ,Am Mittwoch

ut Tau b W u- . Bov. nlaan

handhabt würde als in der Zarenarmee. Für die ge» ringsten Vergehen würden hohe Strafen festgesetzt. Soweit aus den sehr schweigsamen Offizieren heraus- zubringen ist, wollen die Russen nicht eher den Krieg gegen Polen beenden, als bis Polen besetzt ist und Rußland wieder mit Deutschland eine gemeinsame Grenze habe. Sobald dies erreicht fei, werde man große Dinge erleben, sagten die Offizier«. Der Krieg sei noch lange nicht beendet.

Heeresberichte.

WB. Zürich, 8. Aug. (HavaS.) Ein Frmkkpruch aus Moskau meldet über die militärischen Operationen: Im Westen von Lomza haben wir My'chinez ein. genommen. In der Richtung auf Siedle; fanden hef­tige Kämvse statt. Bei Brest-Litowsk wurde Terespol besetzt. Nordöstlich von Brody schlug unsere Kavallerie den Feind. Wir rücken gegen Lucknow vor. Unsere Trnvven überschritten die Stryva und besetzten mehrest Ortschaften westlich dieses Flusses.

WB. London, 8. Aug. Moskau verbreitet radiotelearapbiich folgenden Bericht über die Lager Bei der Station Sajadowo bei Ostrolomka fände« Kämpfe statt, wobei wir viel Kriegsmaterial, zahlreiche Lokomotiven mit Eisenbahnwagen und zwei Tan8 erbeuteten. Nördlich von Brody hat unsere Kavallerie den Feind geschlagen. Auf der Krim haben wir die Offensive ergriffen und Alexandrowsk genommen.

WB. Kopenhagen, 7. Aug. Nach einem Terr« gramm aus Warschau meldet der polnische Heeres­bericht vom 6.: An der Seretb-Linie keine Verände­rung. In der Gegend von Brody verläuft unsere Gegenaktion günstig. An der mittleren Front griff der Feind auf der Linie KobringKowelLuyk _ er» fo'glos an. BeiWiznaw zersprengten wir zwei bolsche­wistische Regimenter, machten 500 Gefangene und er­beuteten mehrere Geschütze. Die gegen die Stabil Lomscha gerichteten Angriffe wurden zurückgewiesen.

Wie die Polen hausen.

D. Berlin, 9. Aug. DieVoff. Ztg." meldet tt«i Marienwerder: In Soldau wird ein deutscher Zur von den Polen fcstgebalten. Lokomotiv- und Zug- einemiam sortgesührt und mußten Das Penonal

wurde von den Polen völlig entkleidet. Die deutscher Beamten weigern sich nun, den Zugverkehr zwischev der Grenzstation und Soldan aufrechtzuerhalten, wen» nicht eine angemessene ehandlnng der deutschen Bahn- beamten durch die Polen künftig sichergestellt wird.

--- Breskan, 7. Aug. Nach einem Befehl da Wojewodschaft Posen sind die polnischen Landräte er« mächtigt worden, jeden Deutschen, der gegen Pole» Propaganda treibt, erschießen zu lassen.

Gegen die Velerligung am Kriege.

= London, 7- Aug. Ein von acht Mitgliedern der Arbeiterpartei des Unterhauses und hervor- ragenden Gewerkschaftsführern unterzeichnetes Manifest warnt das englische Publikum vor der Möglichkeit, daß das Land in einen neuen Krieg hineingleitet. Polen wird beschuldigt, daß es,sich von Ländergier habe leiten lassen. Das Manifest erklärt feierlichst, daß die englische Arbeiterschafl es ablehnt, bei einem Krieg als Bundesgenosse Polen Hilfe zu leisten.

Der Streik im Saargebiet.

WB. Mainz, 8. Aug. Ueber den Streit bf Saargebiet liegen auch heute keine weiteren Meldungen vor, da noch immer jeglicher Verkehr mit dem Saar« gebiet unterbrochen ist. Am Freitag ist allerdings ein französischer Zug noch über Saarbrücken hierher ge­langt, der aber, wie dasEcho du Rhin" mitteilt, unter Leitung von französischen Offizieren und Unter­offizieren nur nach schwierigster Fahrt sein Ziel Mainz erreichte. Unterwegs waren im Saargebiet die Weiche» fast überall ausgerissen und mußten erst in Ordnung gebracht werden. Auch die Signalzeichen waren viel« lach beseitigt. In Saarbrücken machten deutsche Eisenbahner Miene, die Weiterfahrt des Zuges zu verhindern. Auch sonst wollten die Bahnhofs« Vorsteher im Saargebiet wegen der Gefährlichkeit des Transportes sich der Weiterfahrt des Zuges wider, setzen. Es mürbe ihnen jedoch bedeutet, daß die Eisenbahner unter den Befehl der französischen Be. . satzungsbebörde gestellt seien. Das Blatt erwähnt noch, daß die Eisenbahner auf Befragen neben be« anderen bereits bekannten Gründen für den AuSstant angaben, sie wollten in Franken bezahlt werden, wn die Bergarbeiter, um sich besser ernähren zu könne«

WB. Straßburg i. Elf., 8. Aug. Einer Haoa». note zufolge will man Beweise dafür gefunden haben, daß die «letzten Streiks der Angestellten des öffentlichen Diensts im Saargebiet durch den Heimatdienst, bete deutschen offiziellen Propagaudadienst, auf Betreiben der deutschen Regierung Hervoigcrufen wurden. Bei dem ehemaligen ReichStagsabgeordneten C sintert, bei von Berlin znriickkehrte, habe man ein wichtiges Akten« bändet gefunden, das einen ganzen Aktions- mit Agitationsplan für das Saargebiet enthielt. Die Note führt we ter aus, daß die deutsche Regierung für^baS Aahr 1920 eine Umterstützung von 5 Millionen Mark bewilligt habe, um durch die alldeutsche Propaganda im Saargebiet den Völkerbund mit allen Mitteln dpraa zu bindern, in diesem Stnegc die ihm durch den Vor» sailler Vertrag übertragenen Aufgaben zu erfüllen. Die Regierungsloman>sion des Saargebiets habe be» ich offen, eine gerichtliche Untersuchung gegen diniert und feine Helfer eüizuleiten.

(Weitere Politische Nachrichten auf Seite 5,1