Einruckunssgebühr: Dce8gesp.Kolonelzeileod. deren Raum 1.—Mk.. die 4gew. Zeile i. Reklameteil 3.— Mk., 25°ioTeuerungszukchl. Offertgebühr 30 Pfg.Vezugsvreis: Vierteljährlich 12.90 Mk.. monatl. 4.30 Mk., für Postbezug vierteljährl. 12.90 Mark, monatl. 4.30 Mk. Die Nummer 20 Pfg.
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General-Anzeiger
Amtliches Organ für Sladl- mS LauSkreis Sana«
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Rotationsdruckd.Waisenhausbuchdruckerei Hanau Fernivrechanschlüffe Nr. 1237 und 1238
Nr. 184 Samslag den 7. August 1920
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Das Neueste.
Die Landwirte des Landkreises Hanau haben sich «einer gestern mit Vertretern des Handels, des Handwerks und der Arbeiterschaft hattgefundenen Sitzung bereit erklärt, den Preis für Herb st- iartoffeln auf 20.— Mk. den Zentner festzusetzen. Der Viehpreis wurde um durchschnittlich 40.— Mk. ,n den einzelnen Klassen herabgesetzt
- Fach schlägt vor, die Wiedereroberung Polens von ber deutschen Grenze aus zu unternehmen. — Die Russen sammeln an der ostpreußischen Grenze Artillerie- viassen für einen eventuellen Angriff.
Morgen Sonntag soll in Boulogne ober Folkestone eine Konferenz zwischen Vertretern Frankreichs und tllanbi stattfinden, in der die endgültige Entschei- g wegen Polen-Rußland getroffen werden soll.
Die zweite Internationale lehnt mit aller Ent- । schiedenheit den Bolschewismus und seine Rätediktatur ab.
Polen—Rutzland.
Moskaus Animorl.
Keine Einstellung der Operationen.
WB. Paris, 6. August. Nach einer Havas- Meldung aus London ist, wie schon berichtet, die Antwortnote der Sowjetregierung eingetroffen. In der Antwortnote wird gesagt, die Bolschc- Wisten könnten im Augenblick ihre Operativ- nengegenPolennichtaufgeben. Sie sei der Ansicht, daß sowohl nach militärischen, als auch nach rechtlichen Gründen der Vormarsch gerechtfertigt sei. Sie erklären sich bereit, die Verhandlungen über einen Waffenstillstand und den Friedensvertrag aufzunehmen, sobald polnische Delegierte in Minsk eingetroffen sind und sobald ’ Me den tUemei^bm^U^
die erforderlichen Vollmachten besitzt, um über den Frieden zu verhandeln. Die Sowjetregierung er- tlärte sich außerdem bereit, die volle Unabhängigkeit Polens zu garatieren und Polen günstige Stengen zu gewähren, aber die Sowjetregierung wolle mit Polen über einen Separatfrieden verhandeln. Die Sowjetregierung erklärte ferner, daß Krassin und Kamenew Vollmachten hätten, um den Frieden abzuschließen. Die Sowjetregierung weigert sich jedoch, den Vertretern der Randstaaten Zutritt zu den Friedensverhandlungen zu gestatten. — In der Note wird weiter versichert, daß die Verschiebung der russisch-polnischen Äer- Handlungen allein durch Polens Perschulden verursacht worden sei.
„Daily Chronicle" gibt als Hauptpunkte der Antwort TschitscherinS an:
1. Die Sowjetregierung ist zu einem Sonder- stieden mit Polen bereit.
2. Die Sowjets sind bereit, die Unabhängigkeit Polens anzuerkennen und den Polen günstigere Grenzen zu geben, als die Verbündeten vorgeschlagen haben.
3. Die militärischen Operationen müssen fortgesetzt werden, bis die polnische Delegation an die russische Linie zurückgekehrt ist.
4. Die Sowjets haben nicht die Absicht, aus den augenblicklichen Erfolgen Nutzen zu ziehen, um bessere Friedensbedingungen zu stellen.
5. Die Sowjets nehmen den Vorschlag an, Vertreter zu einer Konferenz nach London zu entsenden, um über einen allgemeinen Frieden zu verhandeln.
WB. Amsterdam, 6. August. Der „Times" zufolge wird in russischen Kreisen Londons behauptet, daß das Telegramm, welches Kamenew von Moskau erhalten habe und von dem Lloyd George im Unterhause gesprochen hat, besagt, daß, selbst wenn man den Befehl geben würde, den Vormarsch in Polen einzustellen, das Rote Heer nicht gehorchen würde. Lenin erklärte in dem Telegramm, er konnte keinen Auftrag geben, die Feindseligkeiten ein= justellen, da sonst der Ausbruch einer Gegenrevolution in dem russischen Heere zu befürchten sei, das nicht zufrieden wäre, bevor Warschau ckcht genommen sei.
Die Entscheidung der Alliierten.
D. Paris, 6. August. Havas übermittelt folgende Reutenneldung: Heute abend haben Krassin und Kamenew nach einer Konferenz mit der englischen Regierung, welche 5% Stunden dauerte, sich verpflichtet, an die Moskauer Regierung eine Note zu senden mit dem Ersuchen, die Ant- ®ütt so einzurichten, daß diese noch rechtzeitig zu eiieee Konferenz, welche am Sonntag in Boulogne °ü:r Foltestone zwischen Vertretern Englands und Frankreichs stattfinden wird, eintrifft. In dieser Konferenz werden die Alliierten ihre end- öültite Entscheidung treffen. - Nach einer Radio- uieldung wird Marsch all Foch den Mnisterpräsi- ***•*»» WW*»» ^ic werden am Samstaa in
Boulogne eintreffen und am nächsten Morgen mit einem Torpedoboot nach England Weiterreisen um eine Unterredung mit Lloyd George zu haben.
Warschau stralegisch bereits auf- gegeben.
Wie dem „B- T-" aus Königsberg gemeldet wird, sind an der Nordfront die Polen weiter zurückgegangen und halten die ausgebaute Linie Chorzele—Makow—Putilsk. Die bei Modelin vorbereiteten polnischen Stellungen nordwestlich von Warschau liegen, steht im übrigen fest, daß die Polen Warschau strategisch bereits aufgegeben haben.
(Der russische Angriff richtete sich mit voller Wucht nicht gegen die Festung Warschau mit ihrem doppelten Fortgürtel, sondern gegen die auf dem rechten Weichselufer gelegene und durch ein paar einfache Forts nur schwach geschützte Vorstadt Praga. Ist aber Praga in feindlicher Hand, so kann Warschau nicht verteidigt werden. Man erinnert sich wohl daran, daß Warschau einst Mittelpunkt des großen russischen Festungsgürtels der Weichsel war. Die F^tungSpläne von 1908, nach denen der Schutz ausgebaut wurde, sahen nur immer einen Angriff von Westen her vor und -taten nach Osten hin alles, um den aus Rußland kommenden Truppen den Anmarsch zu erleichtern. Auf drei zweigleisigen Bahnstrecken wurden ja auch die russischen Heeresmassett herangeführt, sobald ein deutscher Vormarsch die Festung Warschau in Gefahr brächte. Heute rächt sich diese einseitige Schutzanlage und den Polen wäre woh- ler, wenn die gewaltigen Festungswerke des West- ringes rechts von der Weichsel auf der Ostseite lägen. D. Red.)
WB. Warschau, 6. Aug. Generalstabsbericht vom 5. Aug.: Nördlich Ostrolenka sind Kämpfe im Bereiche MM^^umLou^iLLa^Zwffchtt^O^olenkäund
Czernin und Ostrom heftige An griff? des Feindes auf. Nördlich Drohicyn und Brest-Litowsk führten unsere gestern begonnenen Gegenangriffe zur Zurückwerfung des Feindes auf das nördliche Bugufer. Die Kämpfe waren außerordentlich erbittert. Die Abteilungen der 14. großpolnischen Division taten sich dabei besonders berühr. Heftige Angriffe deS Feindes im Raume von Brest-Litowsk und weiter nördlich zwangen unsere Abteilungen zum Verlassen von Morawice und Tereipol. Die Kämpfe um den Besitz dieser Ortschaften dauern noch an. Die Kämpfe westlich Brody dauern fort. Brody wurde von den BoÜckewisten völlig ausgeraubt. Am Sereth wurden bolschewistische Angriffe abgewüsen. Die weiteren Gegenangriffe der ukrainischen Abteilungen entwickeln sich günstig.
Brody von den Polen zurückerobert.
Wß. Kopenhagen, 6. August. Nach einem hier eingetroffenen Telegramm meldet der polnische Generalstabsbericht vom 5. August: Die Offensive der Bolschewisten ant mittleren Laus des Sereth wurde zum Stehen gebracht. Die polnische Gegenoffensive entwickelt sich günstig. Bolschewistische Truppen in Galizien, die den Sereth überschritten hatten, wurden wieder auf das andere Ufer znrückgeworfep. Brody wurde von den Polen zurückerobert.
(Russen und Polm, sie siegen wieder einmal beide: immerhin scheint eine wahrnehmbare Hemmung in den Fluß des russischen Vormarsches gekommen zu sein. D. Red.)
General WrangelS Erfolg«.
WB. Pari-, 6. Aug. Havas meldet auS Konstantinopel : Der zweite Versuch der Roten Armee, die Erfolge General WrangelS zu verhindern, ist gescheitert. Die rote Armee ist vollständig geschlagen und wird von den Truppen WrangelS verfolgt, die große Beute gemacht haben, darunter mehr als 1000 Gefangene, Panzerzüge und PanzerautoS, 150Maschinengewehre usw.
Artillerie an ber vslpreutzlschen Grenze
----- Königsberg, 6. August. Zwischen Lyck und Erajewo sammeln die Russen Artilleriemasten. Man sieht jenseits der Grenze das Auffahren schwerer Geschütze. Es kann nicht mehr geleugnet werden, daß die Rüsten gegen Ostpreußen Truppen in Bereitschaft halten für den Fall, daß die Entente den militärischen Transport über deutsche Bahnen erzwingen sollte. Auch südlich von Neidenburg steht rustische Artillerie. Bisher waren hier nur Kavalleriemasten wahrgenommen worden.
Foch will Deutschland zur Etappe machen.
— Genf,. 6. August. Der „Temps" meldet, daß Marschall Foch dem Alliiertenrat einen Be- rnyt erstattet habe, wonach die militärische Lage in Polen erst an der deutschen Grenze zu wenden sein werde. Marschall Foch hält die schnelle Truppenkonzentrierung der Alliierten an der deutschen Grenze als dringlich, um den Siegesmarsch der Bolschewisten zu hemmen. Die Wiederer berung Polens sei nur von Deutschland aus aufzunehmen, nachdem das militärische Eingreifen nach dem Fall von Minsk versäumt worden sei.
Ungarns Lilfe.
Nach einer Meldung des „B. T." aus Wien ist in Gödöllö zwischen dem ungarischen Reichsverweier Hor- thy und der französischen Militärmission der Entwurf einer Militärkonvention vereinbart worden, nach der sich Ungarn verpflichtet, eine Armee von 140 000 Mann aufzustellen, um den Krieg gegen Sowjetrußland zu eröffnen. Frankreich verpfüchiet sich dagegen, bet der Botscbasterkonferenz dahin zu wirken, daß Ungarn ein Teil Westungarns sowie Gebietsteil« bei Kaschau und Preßdurg zugesprochen werden. Die Konvention sei in Paris von der französischen Regierung bereits ze- nehmigt- worden.
WB. London, 6. Aug. Die „Morning Post" berichtet aus Warschau, daß die ungarische Regierung der polmschen Regierung anbot, je zwei Divisionen Infanterie und Kavallerie zu stellen. Die schwier je Frage fei jedoch, wie man diese Divisionen an die polnische Front befördern könne.
Anwerbung Deulscher für Polen.
Wie der „Berliner Lokal-Anzeiger" mitteilt, wirbt das Berliner polnische Generalkonsulat Leute an, angeblich zur Arbeitsaufnahme in Polen. Wie -zwei Angeworbene, denen es geglückt ist, wieder nach Deutschland zurück- zugelangen, dem Blatte mitteilen, wurden sie in Posen, nachdem sie untersucht und tauglich für Infanterie befunden worden waren, in die polnische Armee gesteckt. Als sie sich weigerten, polnische Soldaten zu werden, wurden sie in die Zitadelle der Festung eingesperrt. Als sie bei ihrer Weigerung verblieben, wurden sie schließlich nach Deutschland ausgewiesen.
Polen zum Frieden bereit?
(Letzte Meldung)
WB. London, 7. August. Die polnische Regierung ließ gestern nachmittag 4.45 Uhr folgenden Funkspruch abgehen: Die polnische Regierung hat Kenntnis von den neuen Vorschlägen der glaubt verlangen zu können, 8aß zum mtnbesten ein Waffenstillstand abgeschlossen werden kann, der während seiner Dauer die Unterlaffung jeder Aktion der beiden Gegner garantiert.
Die französische« Sbziclisten protestieren.
WB. Paris, 7. August. Die französische sozialistische Partei hat gemeinsam mit dem allgemeinen Arbeiterverband nach der „Humanit6" gestern den Beschluß gefaßt, gegen alle Unternehmungen zu protestieren, die seitens der französischen Regierung gegen Sowjetrußland unternommen werden sollen.
Der Streift im Saargebiel.
WB. Mainz, 6. Aug. Ueber den Streik im Saarrevier liegen weitere Meldungen nicht vor. Da aber seit heute mittag alle Berbmdnngen mit demselben unterbrochen sind, ist anzunchiiicn, daß die Post beamten sich der Bewegung angeschloffen haben.
Dr. Simons und der Völkerbund.
WB. Berlin, 6. August. Reichsministec Dr. Simons gewährte vor der Abreise in seinen Urlaub einem Vertreter der Deutschen Liga für den Völkerbund folgende Unterredung:
Frage: Wie amtlich bekanntgegeben wird, hoffen Sie Mittel und Wege zu finden, um die aus der Flaggenangelegenheit zwischen der deutsches und französischen Regierung entstandene Spannung im Sinne der Völkerbundakte zu Erledigen. Was für Mittel und Wege meinen Sie damit?
Antwort: Die Anregung der Deutschen Liga für den Völkerbund, diese Angelegenheit unter Berücksichtigung der Völterbundsatzung zu behandeln, entsprach ganz meinen Wünschen. <>$ habe der französischen Regierung-in der letzten, ihr in dieser Sache übermittelten Note vorgeschlagen, die Erledigung des Falles dem Völkerbund zu übertragen. Eine solche Erledigung ist ja in Actckel 17 der Döllerbundsatzung auch für den Fall vorgesehen, daß einer der an der Streitfrage beteiligten Staaten nicht Mtglied des Völkerbundes ist. Ich habe der ftanzösischen Regierung auch namens der deutschen Regierung erklärt, daß Deutschland bereit ist, die Bestimmungen der Artikel 12—16 der Völterbundsatzung anzuerkennen. Ich will nicht untersuchen, ob die französische Regierung nicht als Mitglied des Völkerbundes sogar die Pflicht hat, den Streitfall im gegenwärtigen Stadium dem Völkerbund zu unterbreiten. Jedenfalls bietet ihr Art. 11 Absatz 2 auch die formelle Möglichkeit, auf unseren Vorschlag einzugchen- Ich möchte aber betonen, daß die Völkerbundsatzung ein Teil des Friedensvertrages ist. Sie wissen, daß ich dessen Jnnchal- tung als die Aufgabe meiner Politik betrachte. Der Friedensvertrag ist wesentlich gekennzeichnet dadurch, daß er Deutschland eine Fülle schwerer Verpflichtungen einseitig auferlegt. Umsomehr muß die deutsche Politik daraus bedacht sein, daß
er auch in den leider sehr wenig zahlreichen Punkten peinlich beobachtet wird, wo er Deutschland Rechte läßt. Wir haben die Völkerbund, satzung unterzeichnen müssen, ohne Mitglied werden zu können, und wir haben die Wirksamkeit des Völkerbundes praktisch anerkennen müssen in all den Fällen, wo er gemäß dem Friedensvertrag Aufgaben uns gegenüber übernommen hat. Als Treuhänder des Saargebiets und als Schützer der Freien Stadt Danzig hat er schon eine für uns schmerzliche Bedeutung gewonnen. In anderen Fällen ist seine Wirksamkeit ' -sher hinter den Aufgaben zurückgebliebe», t - lhm durch den Friedensvertrag gesetzt worden sind. Ich erinnere nur an die Frage der deutschen Kolonien. Ei« umso größeres Interesse haben nicht nur wir, sondern alle Signatarmächte daran, daß die guten Grundlagen, auf denen der Gedanke des Völker, bundes ruht, sich bewähren können. Die festeste Grundlage muß fein das Prinzip der Schiedz, gerichtsbarkeit. Es zur Anwendung zu bringen, , bietet sich hier dem Bunde Gelegenheit- Mit dem Prinzip kann er zugleich sich selbst durchsetzen und sein moralisches Ansehen wieder stärken, das di« Ereignisse im Osten bedenklich erschüttert haben. Darum war mir die Anregung Ihrer Liga sehr willkommen. Den Friedensvertrag in allen seine« Teilen haben die Verfasser bitter ernst gemeint, und wir haben allen Grund, ihn ebenso bittet ernst zu nehmen. Besonders für die alliierten Mächte bedeutet er den Versuch, das Ergebnis des Krieges als ihren Erfolg zu realisieren, und das geht nur auf unsere Kosten. Sein erster Teil aber, die Völkerbundsatzung, bedeutet den Versuch, die ftrrchtbaren Erfahrungen des Weltkrieges zu Gunsten eines friedlichen Verkehrs aller Völker zu verwerten. Die Gedanken, die diesem Versuch zugrunde liegen, haben sich in den letzten Jahren in der ganzen Welt verbreitet, und sie sind zu teuer erkauft, als daß die Menschheit sie jemals <m4i^.Ader ernst gemeinte
nationaler Spannungen zu betrauen bringt die Gesamtheit einen Schritt näher an das hohe Ziel
Die zweite Internationale.
Senf, 6. Aug. Der Kongreß der Zweiten Sozialistischen Internationale hat in seiner Schlußsitzung heute nackt zu e ner harten Absage an den Bolschewismus geführt. Die drei Gruppen der englischen Arbeiterschaft kämen ;u Wort. Die Unabhängigen versuchten die Vorschläge der Kommission abmänderm Der Antrag wurde jedoch nicht zur Diskussion zuge- lassen. Die Vertreter der Trade Union uns der Arbeiterpartei erklärten sich entschieden gegen das System der Sowjetregierung. Besonderen Einsruck machte du Schärfe der Sprache, die der Kongreßvorsitzende Tom Shaw führte, da er selbst zu der englischen Unter, suchungSkommission gehörte, die nach Rußland gegangen M war. Shaw erklärte, daß die Sowjetregierung ein« V Schicht von Intellektuellen barfteUe, die fiJi^ rucht auf das Proletariat stütze, sondern auf die rusmckcn Bauern, die ihnen Soldaten zur Verfügung stellen. Mit ihrer Hilfe fei das ganze Land terrorisiert. Sbaw erklärte, daß mehrere russische Arbeiter, die mit dc« Engländern in Berührung treten wollten, um ihnen die Wahrheit zu sagen, von der Sowjetpolizei in» Gefängnis gesteckt worden seien. Nach diesen Erklä- rungen wurde die bereits vorliegende Erklärung tibee allgemeine Politik des Sozialismus mit allen Stimmen gegen diejenigen der englischen Unabhängigen angenommen.
Der Kongreß beschloß, sich im Jahre 1922 in Brüssel zu bereinigen.
Landers- u. Wirkschaftslelegramm.
Jpu. New York, 4. Aug. Schon oft haben es die englischen Fabrikanten bedauert, daß sie eil nicht so gut verstanden haben, mit billigem Mate, rial und Arbeitskräften zu arbeiten wie die Ame» rikaner, die in letzter Zeit große Fabriken in Kanada errichtet haben. Erst seit kurzem sind bis Engländer diesem Beispiel gefolgt unb zwar im vergangenen Jahre, wo mehrere englische Konzerne begonnen haben, Geschäfte anzubahnen, z. B- die Stahl- und Kohlen-SchiffahrtSgcsellschaft, die englisch-amerikanische Nickel-Korporation, welche letztere der Internationalen Nickel-Gesellschaft scharfe Konkurrenz macht. Die Internationale Nickel-Gesellschaft ist eine während des Krieges gegründete Gesellschaft, die mit ihrer Nickel, industrie einen ganz neuen Industriezweig in Ka, nada einführte, sich jedoch infolge des Striegel nicht entwickeln konnte, zumal in der Hauptsache Export nach Deutschland geplant war. Die „Quebec Graphit-Gesellschaft", kürzlich in der Nähe von Bückingham errichtet, wird ebenfalls von englischem Kapital beftritten. Außer den genannten Firmen sind in Kanada noch viele andere englische entstanden und auch viele in bet Entwickelung begriffen. Diese Bewegungen werden von den Engländern beglückwünscht, um* somehr, da es eine zeitlang schien, als ob das amerikanische Kapital in Kanada die Oberhayh bekommen sollte,