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General-Mzeiger

AmMchrs Organ für Eladk- und Landkreis Kanau

Erscheint täglich mit Ausnahme der-Sonn- und Feiertags »WWIIIII!! >1111111111II IIIWlUfllIHMIIII JliMKiaMMgWgB^^raaRligSMCaUAJW^MMTO^^

Verlagsleitung: Ab. Indermüble. Verantwortlich: für politischen und allgemeinen TeilRich. vultsch' für lokalen und provinziellen . Teil sowie Sport W. Moritz; für Anzeigen und Reklamen A. Brodt. alle in Hanau a. M. Rotationsdruckd.Waisenhausbuchdruckerei Hanau , Fernsprechanschlüsse Nr. 1237 und 1238

Mittwoch den 4. August 1920

Das Neueste.

Aus dem internationalen Bergarbeiterkongreß wurde eine Resolution angenommen, in der gefordert wird, daß alle Länder endgültig für die Nationali­sierung oder Sozialisierung einzutreten haben.

Der Kongreß der sozialistischen Internationale in Genf beschäftigte sich gestern mit dem Völkerbund.

Die polnisch-russischen Waffenstillstaudsverhand- Iitngen in Baranowitschi sind ausgesetzt worden, die Feindseligkeiten werden fortgesetzt.

In allen Balkanländern verbreiten die Kommunisten Ausrufe für die Teilnahme an einer Sowjet-Konferenz der Balkanstaaten.

In Zittan ist die Lage unverändert, die Eisen- tahnarbeiter legten gestern die Arbeit nieder.

In Vorvommern ist ein Streik der Elektrizitäts- eabeiter ausgebrochen.

PolenRutzlaud.

Die Verhandlungen ausgesetzt.

D. Paris, 4. August. Die Waffenstill- ckandsverhandlunge», welche am 1. August in Baranowitschi zwischen den Bevoll­mächtigten der Polen und Sowjet-Ruß­land eingeleitet wurden, sind sofort wieder abgebrochen worden. Die bolschewistischen Delegierten verlangten, daß die Abmachungen sich auf den Waffenstillstand und zugleich auf den Frieden beziehen sollten. Da die pol« n»r<ben Delegierten nur bevollmächtigt waren Wsiber ine Waüe««uLU»i^»b^.auna--u. ^ verhandeln, reisten sie am 2. August nach Warschau zurück um sich dort Informationen zu holen. Das ist die Sachlage, wie sie ein russisches Radiotelegramm wiedergibt.

WB. Berlin, 3. Aug. Die Abendblätter melden: . Nach einer Meldung derVossischen Zeitung" funkte die polnische Waffenstillstandskommission am 2. August dem polnischen Außenminister aus Moskau, daß die Vertreter des Sowjetkommandos in Baranowitschi ihr mitgeteilt habe, daß die Sowjetregierung nicht nur über den Waffenstillstand, sondern auch über den Frieden verhandeln wolle. Diese erweiterten Ver­handlungen sollten am 3. August in Minsk beginnen. Da die polnische Waffenstillstandtabordnung keine ausreichenden Vollmachten für die Friedensverhand- luugen besaß, erbaten die Sowjetvertreter entweder die Erweiterung der polnischen Vollmachten oder das Ein­treffen von neuen, mit neuem Vollmachten versehenen Delegierten.

1). Paris, 4. Aug. DerTemps" schreibt: Die Verhandlungen in Baranowitschi sind abgebrochen worden. Wir sind sicher, daß die Bolschewisten Polen zerstören wollen und daß sie dann einen Frieden machen. Polen ist in Todesgefahr infolge von inneren und äußeren Feinden. Wem: Polen erliegt, wird die ganze Struktur Mitteleuropas in den Grundfesten er- ichüttert.

WB. Paris, 4. Aug. DasEcho de Paris" spricht angesichts der polnischen Niederlage die Er­wartung aus, daß die Alliierten in aller Eile Schritte unternehmen, um Polen zu Hilfe zu kommen. Das Matt spricht von der dringenden Notwendigkeit einer baldigen Zusammenkunft zwischen Lloyd George und Millerand um in einer historischen Stunde gemeinsame Richtlinien aufzustellen, durch die man die bolschewist­ische Gefahr für Polen beseitigen könne.

Fortsetzung der Fein-feligkeilen.

D. Paris, 4. Aug Die Feindseligkeiten werden fortge­setzt. Die 1. polnische Nordarmee und die 4. polnische Süd­armee weichen vor dem Anmarsch der roten Armee zurück, welche in Brest-Litowsk eingezogen zu sein scheint. Die Gegenoffensive der polnischen Südarmee m der Gegend von Brody hat die erhofften Erfolge "geben.

Polnischer Keeresberichl.

WB. Warschau, 3. Aug. Polnischer General- siabsbericht vom 2. August: An der deutschen Grenze Erblich von Ostrolenka ist die Lage unverändert. Im Bereiche von Nowgorod und Lomsha haben die An- Sriffe beä Feindes nachgelassen. Unsere regulären frei- to^flut Truppen greifen hier feindliche Infanterie Kavallerie an. (Zwischen Narew und Bug ver­wüst unsere Frontlinie östlich Kossati-Mazowice-Ky- zonki-Kozcielne-Giechanowice.) Am Bug finden im Be­uche von Mielnik Kämpfe statt. Bei Brest-Litowsk der Feind bedeutende Kräfte aller Waffengattungen sammelt und greift die Festung und die Stadt an Kämpfe bei Brody, die beiderseits große Kräfte w Anspruch nehmen, entwickeln sich weiterhin für uns Lustig. 2lm ocretl) finden heftige Kämpfe statt, die wen heftigen Charakter annehmen. Hier wird die Zukunft neuer feindlicher Abteilungen festgestkllr.

Warschau russisches Operalionsziel.

, Paris, 3. August. Während die französi- Ichcn Berichte von der polnisch-russischen Front iwmlich optimistisch lauten, bezeichnet derNew- Herold" die Lage nach Warschauer Meldun- 8Crt als außerordentlich kritisch. Nördlich von

Warschau stoßen die Rüsten mit aller Kraft vor. Auch vom Osten rücken sie heran- Warschau kann von den Polen nicht gehalten werden, wenn dort nicht ein neues Marnewunder geschieht. Daß die Lage der Polen verzweifelt ist, beweist der Alarmruf der alliierten Missionen in War­schau, die die Angehörigen ihrer Staaten zum so­fortigen Verlassen der Stadt aufforderten. Die Abreise eines Teils der alliierten Missionen hat auf die Bevölkerung einen niederschmetternden Eindruck gemacht. Nur die Franzosen sind noch geblieben.

Ein Revolulionskomilee in Polen.

WB. London, 4. August. (Havas.) Ein Moskauer Funkspruch meldet die Bildung eines Revolutionskomitees in Polen mit Julien Marklewsk als Präsident. Dieses Komitee soll an die Arbeiter Polens, die zur Erhebung gegen die Regierung Pilsudskis aufgefordert werden, ein Manifest gerichtet haben.

(Da diese Nachricht von polnischer Seite nicht bestätigt wird, muß sie mit aller Vorsicht ausgenommen werden. D. Red.)

DieDeutsche Allgem. Zig." gibt eine Mel­dung der KopenhagenerBerlrngske Tidende" wieder, wonach General Pilsudski den Ober­befehl des polnischen Heeres an die Franzosen abgegeben habe.

Rumänien mobilisiert.

WB. Paris, 3. August-Chicago Tribune" wird aus Warschau gemeldet, die roten Truppen hätten die Grenze von Bestarabien überschritten. Rumänien habe deshalb mit der Mobilisierung begonnen, wie es Sowjetcußland jüngst ange-

Frredensverhandlnngen mit den Ranöflaalen.

WB. Amsterdam, 3. August. DerTimes" zufolge ist in London eine Meldung eingetroffen, wonach die litauische Regierung den Vorschlag Moskaus angenommen hat, daß in Wilna eine gemischte Kommission zur Ausführung des Frie- densverttages vom 20. Juli zusammentreten soll.

WB. Amsterdam, 3- August. Nach einer Londoner Meldung aus Moskau sind die finnisch­russischen Friedensverhandlungen am 27. Juli in Dorpat wieder ausgenommen worden, mußten aber wegen entstandener Schwierigkeiten aufs neue wieder ausgesetzt werden. Der S»wjet- delegierte erklärte, daß, wenn Finnland seinen Anspruch aus Petschora und Ostkarelien aufrecht­erhalten werde, die Russen genötigt sein würden, als Entschädigung die Landenge von Karelien und die Aalandsinseln zu beanspruchen. Es wurde beschlossen, die Frage einem Ausschuß für Gebietsfragen zu überweisen. Die wirtschaft­lichen Fragen sollen einem Wirtschaftsausschuß übertragen werden.

Der Bolschewismus aus dem Balkan.

Jpu. Bukarest, 4. August. In den Balkan­ländern verbreiten die Kommunisten Aufrufe für die Teilnahme an einer Sowjetkonferenz der Balkanstaaten, die in der Nähe der rumänischen Grenze, in Galizien, stattfinden soll. Der Ort ist einstweilen noch geheim gehalten, scheint aber Lemberg zu sein, das nach der Eroberung, welche die Russen beabsichtigen, das bolsche­wistische Zentrum für den Balkan sein wird. In Rumänien, Serbien und Bulgarien haben die Kommunisten bereits Delegationen beauftragt. In dem Aufruf heißt es, daß die Kommunisten auf dem Balkan wachen müßten, damit die E^ente die Balkanvölker nicht zum Kriege gegen Sowjetcußland verleite. Kriegs- transportc müßten mit Gewalt verhindert wer­den. Auch richtet sich die Agita^on gegen Ver­sendung von Lebensmitteln nach Polen und den Ententeländern, weil dadurch die Teuerung nach dem Balkan gebracht würde.

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Intern. Bergarbetter -- Kongreß.

Nalionalisierung Sozialisierung.

. Genf, 3. August. Zm Verhandlung c- langt der Antrag der Engländer über die Ratio- nalisierung der Bergwerke. General­sekretär H o d g c begründet den Antrag und erklärt, daß die englische Forderung aus Nationalisierung der Bergwerke identisch fei mit den Wünschen der Deutsche:- auf Sozialisierung der Bergwerke. Beide bezweckten die Beseitigung der Macht des Kapitalismus und die Beseitigung der Bürokratie im Bergbau und den Nebergang derselben in die Verwaltung einer Körper­schaft, in der Vertreter der Slrbeiter, der Konsumenten und des Staates vorhanden sind. Die Natwnalffie- ntng allein könne uns aus der Weltkohlennot heraus führen. In den lebten, fedjS Jahren fei die Produk­tion um 400 Millionen Tonnen zurückgeganaen.

Einzig Amerika weise eine bescheidene gesteigerte Pro­duktion auf. Die Lage in Europa sei geradezu tröst- los und man könne nur mit ernster Sorge in die Zukunft blicken. Darum muffe der Kohlenbergbau in den Allgemein beug übergesährt werden.

Jm buch (Deutschland), vom christlichen Bcraarbeiterverbano, Mitglied der Zentrumsfraktion im Reichstag, der, wie gestern Hu«, von der englischen Delegation lebhaft begrüßt wurde, erklärte, daß der Vorschlag der Engländer auf Nationa'isierung der Bergwerke bei den deutschen Delegierten großen Beifall gefunden habe. Deutschland wünsche dringend, daß die Frage einer Lösmig entgegengefübrt werde. Redner giM einen Ueberblict über die Verhältnisse im deutschen L bau und sagt, daß in Deutschland auch Staatsbetriebe vorhanden sind, so im Saar­gebiet und in Oberschlesien, daß diese Betriebe aber nicht sehr produktiv sind, weil sie zu bürokratisch ver­waltet werd-n. Notwendig sei die Herbeiführung einer möglichst hohen Produktion mit möglichst ge= ringen Kräften. Privatintereffen der einzelnen dürfen im Bergbau nicht ausschlaggebend sein.

Bei der Sozialisierung der Bergwerke muß die Einseitigkeit der Bourgeoisie und der Fiskalisierung auSgeschaltet werden durch Beteiligung der Arbeiter an der Leitung und Verwaltung, wobei allein die Lust der Arbeiter und Angestellten an der Arbeit und da­mit die Produktion gesteigert werden könne. Die Deutschen Bergarbeiter haben die Aussicht, dieses Ziel bald zu erreichen. Sie wünschen, daß die Bergarbeiter der anderen Länder ihnen auf diesem Gebiet energisch folgen werden. (Starker Beifalls

C o h l (T'checho-Slowakei) erklärt, daß die Tschecho- Slowakei der Frage große Bedeutung beimeffe,da auch in derTschecho-Slowakei die Kohlenproduktion um 30Proz. zurückgegangen ist. DieTsch ech o-S lowakei lehnt aber die Verstaatlichung a b, da damit unab­weisbar die B ü r o k r a t i s i e r u n g verbunden ist. Dagegen wünschen sie aber die Soziaüsierung der Berg­werke, d. h. eine Verwaltung der Bergwerke durch die Vertreter der Arbeiter, der Konsumenten und des Staates. Diese Sozialisierung der Gruben steht .übriaerrs Lereus auch im Ncaiernngsprogramm. Aber wir^sind uns bewußt,daß diet-s Programm nrchr durch- gesuhrt werden kann, wenn nicht die übrigen araaren unserem Beispiel folgen. Aus diesem Grunde stellen die tschecho-ilowakischen Delegierten von neuem den Antrag, daß die Bergarbeiterorganisationen fi6_ verpflichten, überall die Nationalisierung oder die Sozialisierung der Bergwerke anzustreben. Die zu bildende Körper- schaft- bestehend aus Vertretern des Staates, der Arbeiter und der Konsumenten, muß verpflichtet wer­den, jede Ausbeutung der Konsumenten auszuschalten, die Produktion zu steigern, die Preisfestsetzung und die Verteilung der Kohle vorzunehmen.

B a r t u i l (Frankreich) erklärt, daß die Franzosen mit den von Hodge ausgesprochenen Grundsätzen über die Nationalisierung der Bergwerke einverstanden sind. Die Bergwerke müssen in Gemeineigentum übergeführt werdeii.

Zwanziger (Oesterreich) erklärt, daß die öster­reichischen Bergarbeiter ebenfalls die Sozialisierung beantragen. Sie machen aber darauf aufmerksam, daß die Oesterreicher eine gesonderte Aktion unter keinen Umständen vornehmen können, da die Regierung unter dem Druck der Alliierten sich gegen die Soziali­sierung ausgesprochen hat.

Der amerikanische Delegierte Avage schil­derte eingehend die Verhältniffe der Bergarbeiter in Amerika und erklärte, für die amerikanischen Bergarbeiter bedeute die Nationalisierung eine vollständige Kontrolle der Kohlenproduktion dmch den Staat. Die amerikanische De­legation kann nicht zustimmen, daß die Bergwerke dem Staat gehören und von ihm ausgebeutet werden sollen, wie es von dem Kon­greß vorgeschlagen wird. Die Erfahrungen, die wir in Amerika während des Krieges geinacht haben, sind durchaus nicht günstig und ermutigen nicht dazu, die Nationalisierung durchzuführen. Avage befürwortet, grundsätzliche Vorschläge zu machen, daß von der Regierung im Verein mit den Bergarbeiterorganisationen Konttollmaß- nahmen ergriffen werden sollen. um die Ver­schwendung der Arbeitskräfte und der Kohlen zu vermindern und betonte schließlich, daß auch die Amerikaner mit den übrigen Nationen einig zu gehen wünschen. Mer man müsse sehr vor­sichtig sein, damit die vorgeschlagene Reform nicht statt einer Verbesserung eine Verschlechte­rung der Lage der Bergarbeiterschaft und der Kohlenproduktion bringe. Lombard ^(Bel­gien) betont, daß mit der Forderung auf Lozia- lisierung Hand in Hand erklärt werden muß, daß die Bergwerke nur gegen eine Entschädigung an die bisherigen Besitzer in den Besitz der All­gemeinheit übergehen könnte.

Damit ist die Reihe her Redner erschöpft. Präsident Sachse schlägt vor, eine grundsätz­liche Abstimmung vorzunehmen darüber, daß der Kongreß die Nationalisierung oder Soziali­sierung verlangt. Es liegen zwei verschiedene Resolutionen vor, die eine von der englischen, die andere von der tschecho-flowakischen Dele­gation. Hodge (England) empfiehlt unter Uebereinstimmung mit bem Präsidenten, ebenfalls, eine bloße grundsätzliche Abstimmung vorzu­nehmen, in der Meinung, daß über die Ducch- Mhruna der Mtion noch das intMiationale.

Komitee näher Beschluß zu fassen hätte. Bar­tu i l (Frankreich) vertrat demgegenüber den- Standpunkt, daß das nicht genüge und schlug vor, daß der Kongreß sich auf ein bestimmter Aktionsprogramm einige. Man dürfe nicht einen Beschluß fassen, der dann niemals ausgeftchrt wird. Es müsse ein bestimmter Zeitpunkt fest, gesetzt werden, innerhalb besten die Nationali» fierung ober Sozialisierung durchgeführt wer» den müsse. Wenn nach diesem Zeitpunkt da» Ziel nicht erreicht sei, so müsse es Sache der internationalen Komitees sein, eine einheitliche Aktion anzuordnen. Der englische Delegierte S m i l l i e warnte davor, jetzt schon ein be­stimmtes Aktionsprogramm zu beschließen, da dir englischen Delegierten ihre Zustimmung dazu nicht geben könnten, bevor nicht die Frage her Nationalisierung geregelt sei. Auch der deutsch« Delegierte H u 4 vertrat einen ähnlichen Standpuntt. Schließlich gelangte die von der englischen Delegation vorgeschlagene Reso« lution einstimmig zur Annahme. Sie lautet folgendermaßen:

Der Kongreß beschueßt, daß alle ^Länder endgültig für die Nationalisierung oder Soziali­sierung der Bergwerke eintreten, ebenso für die Beseitigung der kapitalistischen Besitzerrechte und die Durchführung der Kontrolle und Verwaisung der Bergbauindustrie durch Vertreter der Staa­ten, der beteiligten Arbeiter und der Konsumen­ten. Der Sekretär jeder angeschloffenen Organi- fation wird dem internationalen Büro in jedem Vierteljahr über die Fortschritte, die in jedem Lande zur Erreichung dieses Zieles gemäss wurden, Bericht erstatten.

GbtzsMilahrtsgrMpe Ostsee

WB. Stettin, 3. Aug: In Stettin würd-

wurde in

einer Versammlung von ScknffabrtSintcrcffenten die SeeschiffahrtSgruppe Ostsee der Reichsarbeit-gcmeinscbafr für Seeschiffahrt, Seehafenbetriebe und Hochseefischerer begründet. Sie umfaßt sämtliche Arbeitnehmer- and Arbeitgebcrorganisatwnen der Seeschiffahrr in sämt­lichen Ostseehäfen von FlenSburg bis Königsberg. Sie gehört zur Reichrarüeitsgemeinsckaft der See­schiffahrt in Hamburg, die ihrerseits wieder eine Unter­gruppe der Zentralarbeitsgemeinschaft des deutschen Transpott- und Verkehrsgewerbes ist.

Schulstreik in Düsseldorf.

Wie derDeutschen Mgemeinen Zeitung'" aus Düsteldorf gemeldet wird, hat der bereits angekündigte Schulstteik der zu einem Verband zusammengeschlostenen freigeistigen Vereine gestern begonnen. Die Kinder sollen solange aus den konfessionellen Schulen zurückgehalten werden, bis die für die Dissidentenkinder vom Kultusminister versprochenen Uebergangsschuler- in Angttff genommen worden sind.

Verlegung der Königsberger Messe.

WB. Königsberg, 3. Aug. Der unberminpert andauernde Transpottarbeiterstreik hat das Meßamt der Stadt Königsberg dazu veranlaßt, die für den 15. August angefünbiate Ostweste zu verlegen und nun- mehr vom 26. Sept. bis 1. Okt. abzubalten. SKini- liche Vorbereitungen waren bis m? Kleinste getroffen. Lediglich die Unmöglichkeit, die AuSstcllnngsbcsucher reibungslos und pünktlich nach dem Meßgebmdc zu Überfuhren, war bestimmend für die HinanSschiebung des Meßtermins.

Dsr Generalstreik in Zittau.

WB. Zittan, 3. Aug. Die Eisenbahner legten heute morgen die Arbeit nieder. Der gesamte Zug­verkehr ruht, die Züge von DreSden verkehren nur bis Niederroderwip. .

WB. Zittau, 3. Aug. Sul von 68000 Per­sonen besuchte Versammlung beschloß heute vormittag, morgen eine Urabstimmung in den Betrieben über die Fortführung des Streifes stattfinden zu lassen. Von den früheren Forderungen der Radikalen war nicht mehr die Rede. Man verlangte nur die Aufhebung deS Ausnahmezustandes. Ausschreitungen und nicht oorgefornnteiL Der Bahnverkehr wurde wieder aufge- nommen.

Zur Lage in Zittau

melden die Berliuer Abendblätter u. a.: Der Ober­bürgermeister von Zittau, der nach Dresden fuhr, wird mit den Vottruppcn der Reichswehr heute in Zittau zurückerwartet, um die normale Lage wiederherzusteUcn. Der Fünfzehnerausschuß, der sich die Polizeigewalt anmaßte, 'herrscht immer noch. Er besteht aus drei Spartakisten, Uvci Kommunisten, zwei AtehrheuS» sozialisiert als Vertretern des Gewerkschastskartclls, drdi Unabhängigen und fünf von bett Betrieben Gewählten, die den Linksradikalen angehören. Da die gromu elektrischen Ueberlandzentralen weiter stilliegen, find angeblich mehrere hundert Fabriken und 2ßert!tanen zum feiern gezwungen. Die Stimmung der Arbeiter- schast ist unbedingt gegen den Terror und streit

(Wettere nnlitildie Nachrichten Seite 5 unb G.X