Einruckungsg ebüh r:Die8gesv.Kolonelzeileod. deren Raum 1.— Mk„ die 4gefp. Zeile i. Reklameteil 3.— Mk.. 25 °|o Teuerungszuschl. Offertgebühr 30 Pfg. B erugs preis: Vierteljährlich 12.90 fölL monail. 4.30 Mk„ für Postbezug Vierteljahr!. 12.96 Mark, monatl. 4.30 Mk. Dre Nummer 20Hfg. Postscheck-Konto Nr. 26659. Frankfurt a. M.
Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Simim
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Ar. 176
Donnerstag den 29. Juli
1920
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Das Neueste.
Zu der gestrigen Sitzung des Reichstags wurde die Spa-Debatte abgeschloffen — die Nründe der Regierung für ihr Verhalten in Spa wurden gebilligt.
Die Regierungsbildung in Thüringen ist gescheitert.
In der Danziger verfaffunggebenden Versammlung wurde die Bezeichnung „Freie und Hansastadt Danzig" angenommen.
Am 1. August findet in Karlsbad die erste jüdische Welttonferenz statt.
Dr. Dorten ist nach Wiesbaden zurückgekehrt.
Nach Blättermeldungen ist es in verschiedenen Orten der Provinz Posen zu Unruhen gekommen — eine große Anzahl Deutsche wurde von polnischem Militär verhaftet.
Die türkischen Delegierten find in Paris zur Unterzeichnung des Friedensvertrages erng-e- troffen.
Die Franzosen sind in Damaskus eingerückt.
Pole« — Rußland.
Die Berhan-lungsvvrberettungen.
WH Warschau, 28. Juli. Der Presseausschuß des Ministeriums des Aeußern teilt mit: Am W^IM kam bei der Obersten Polnischen Heeres- »HMmig folgende vom Za. JuA barreru: LeueickiL aus Moskau an:
An die Oberste Polnische Heeresleitung. Auf dje Direktive, die das Oberkommando der Roten Armee erteilt hat und die in feinen Punkten vom 23. Juli zum Ausdruck kommt, teilte ich mit, daß wegen der dauernden Verschiebungen der Armee an der Front, welche die Verbindungen mit ihr erschweren, sowie wegen der sehr feindlichen Stimmung der weißrussischen Bevölkerung gegen die Vertreter der polnischen Regierung, die durch die Verfehlungen der polnischen Truppen während der Okkupation und während des Rückzuges veranlaßt ist und die uns zwingt, besondere Vorsichtsmaßregeln zu ergreifen. um mögliche Zufälle bei der Ueberschreitung der Front durch die polnischen Vertreter sowie bei ihrer Weiterreise zu verhindern, ich es für unmöglich halte, ein früheres Datum als den 30. Juli für die Ueberschreitung der Front durch Ihre Vertreter — dasselbe Datum, das im Funkspruch des Generalstabschefs der polnischen Truppen vom 22. Juli angegeben ist — festzu- nehmen. Die dauernden Frontveränderungen »rächen es gleichfalls unmöglich, den genauen Ort für die Uebernahme Ihrer Vertreter zu bezeichnen und wir können nur den Weg angeben, auf dem Ihre Vertreter die Front überschreiten sollen. Die Bahn, die in Ihrem bereits erwähnten Telegramm angegeben ist, d. h. die Bahn Baranowitschi-Brest, ist gewählt worden. Die Ueberschreitung der Aont durch Äre Vertreter wird an drei Punkten dieser Bahn, an der sich unsere Vorhuten am 30. Juli um die 20. Stunde (8 Uhr abends) befinden werden, zu erfolgen haben. Ihre Vertreter werden sich unseren Vorhuten unter dem Schutze der weißen Parlamentärflagge nähern. Nach der Uebernahme durch die Fronttruppen werden Ihre Vertreter nach Bacanowitschi geleitet werden, too sie mit den Vertretern der Roten Armee zu- sammentreffen werden. Der Generalstabschef der Frontarmee, gez. Dokaczewsky.
. D- London, 28. Juli. „Daily Mail" verbreitet nnen Moskauer Funkspruch, wonach der Waffenstill- Nand nach Beschluß der Sowjetregierung auf die Dauer von zwei Wochen berechnet ist. Truppen- üynrporte der Alliierten nach Polen dürfen während ^esc8 Zeitraumes nicht vorgenommen werden.
Die russischen Frieüensbe-ingungen.
D. Paris, 28. Juli. Das „Echo de Paris" veröffentlicht die Friedensbedingungen, die die Cowjetregierung nach der in Kiew erscheinenden Zeitung „Der Kommunist" angeblich Polen auferlegen will. 1) Polen verzichtet auf Wilna, Minsk, Krodno, und Cholm; 2) es liefert sein ganzes Kriegsmaterial aus und außerdem leistet es Entschädigungen in Vieh, Salz, Maschinell und 70 Prozent seines rollenden Eisenbahnmate- fialS; (3) es kann innerhalb eines Jahres die form einer Regierung bestimmen, zunächst wird eine Sowjetregierung eingesetzt; (4) die mili,- ,Mische Besetzung Polens dauert fünf Jahre; Ju) die Kohlen- und Salzbergwerke Polens
gehen als Pfand an Sowjetcußland über. — (Man sieht, der Versailler Vertrag macht Schule.)
Polnischer Generalslabsderichl.
WB. Warschau, 28. Juli. Der polnische Generalstabsbericht vom 27. Juli lautet: Die 4- feindliche Armee greift weiter heftig beiderseits der Eisenbahnlinie Balfftok an. Nach der Einnahme von Sokolka wurden unsere Abteilungen gezwungen, die Linie an dem Sokolka- Fluffe aufzugeben. Gegenwärtig wird längs und nördlich der Eisenbahnstation Ozarmawies gekämpft. Gleichzeitig greift der Feind am Rarem in der Gegend von Senienowka und dem Städtchen Narew an. Westlich von Prushany ist der Feind im Rücken unserer Abteilungen durchgebrochen und hat unsere Reserven bei der Ortschaft Biöly-las an der Chaussee Prushany— Bialsk angegriffen. Die Truppen des Obersten Anders drängten bei Prushany nach einem heftigen Kampfe den Feind aus Dolgo. Während des ganzen Tages griff der Feind gestern unsere Stellungen am Brückenköpfe Borola-Kartuska und nördlich des Brückenkopfes in der Gegend von Sielce an. Die Posener Infanterie wehrte die mit beträchtlicher Ueberlegenheit des Gegners ausgeführten Angriffe, trotz der Ermattung durch die mehrtägigen Kämpfe in dieser Gegend, nicht nur überall ab, sondern brächte dem Feinde in örtlichen Gegenangriffen noch beträchtliche Verluste bei. Die Angriffe des Feindes wurden durch ein orkanartiges Feuer beträchtlicher Artilleriestreitkräfte unterstützt. Die Ortschaften Boresa und Kartuska sind vollkommen niedergebrannt. Im Zusammenhang mit dieser Lage im Norden, gaben Abteilungen unserer polesischen Truppen Pinsk auf, das in vollkommener Ordnung geräumt worden ist. Die Angriffe Hes Feindes bei der Ortschaft Motel wurden ab gewehrt. Südlich des Pripjet fanden bedeutende Kampfhandlungen statt. In der Gegend von Brody sucht eine berittene bolschewistische Armee, welche durch Infanterie-Divisionen verstärkt ist, ihr Tätigkeitsfeld nach Norden und Süden auszudehnen. Südlich von Brody wurden die Bolschewisten durch Gegenangriffe der Truppen des Generals Krajowski aus dem Dorfe Majdan, welches sie vorübergehend genommen hatten, hinausgedrängt. Am oberen Seret und am Unterlaufe des Zbcutsch wird erbittert gekämpft.
Völkerbund und polnische Offensive.
WB. London, 28. Juli. Der „Times" zufolge wurde in den Vereinigten Staaten ein Brief Lord Greys an Lord Robert Cecil vom 25. Juli veröffentlicht, worin es u. a. beißt: Jeder der Interesse am Völkerbund nimmt, sollte gegen die kürzlich im Parlament abgegebene Erklärung protestieren, daß wir verpflichtet sind Polen zu unterstützen, weil wir Mitglieder des Völkerbundes sind. Der Völkerbund bat nichts mit dem ruffisch-polnischen Krieg zu tun. Es ist ein Verbrechen gegen den Bund und seine Mitglieder, ihm eine Verantwortlichkeit zuzuschieben, wo diese tatsächlich bei den einzelnen Regierungen liegt. Die russisch-polnische Krisis entstand deshalb, weil der Völkerbund unbeachtet blieb. Der Bund hätte schon vor Monaten dazu gebraucht werden können und dazu gebraucht werden müssen, um die polnische Offensive zu verhindern und den Frieden herzustellen. Der einzige Zweck meines Briefes ist, gegen die Behauptung zu protestieren, daß der Völkerbund uns in dem vorliegenden Falle die Verpflichtung auferlegt, in den Krieg zu gehen.
Die englisch-rusf. Verhandlungen.
Das englische Interesse.
Ipu. London, 29. Juli. Bei den russisch- englischen Verhandlungen spielen die russischen Wald- und Bergwerks Kvnzesstonen eine große Rolle, die größtenteils an England abgetreten werden sollen. England erhält dadurch den Haupteinftutz auf die Aus- fuhr von Hol-, Sohle, Metalle und Mineralien, die Sowjetregierung behält da« Recht über einen Teil der Produktion, der zur Befriedigung des Jnlandsverbrauches dienen soll. Diese Garantien sollen in Rußland durch den Staat rationiert werden.
Damit würden alle Pläne anderer Staaten, die auch an der Ausbeutung der russischen Erdschätze Anteil nehmen wollen, zerstört. Das vorwiegend englische Interesse an den Verhandlungen mit Rußland wird dadurch erklärlich.
Die Entscheidung von Boulogne.
WB. Boulogne, 28. Juli. Havas. Ueber die Zusamenkunft Lloyd Georges mit Millerand in Boulogne telegraphiert der Sonderberichterstatter der Agence Havas:
Was die von der Sowjetregierung verlangte internationale Konferenz anlangt, so wird die britische Regierung im Einverständnis mit der französischen Tschitscherin antworten, daß die Konferenz nur dann zusamentreien kann, wenn die Bolschewisten tm Gegensatz zu ihrer bisherigen Haltung damit einverstanden sind, daß Po-I
lens Schicksal dabei diskutiert wird. Wenn die Moskauer Regierung diese« Vorschlag on-nimmt, wird Millerand über die weitere Behandlung der Angelegenheit befragt werden und die Bedingungen stellen, die er für notwendig erachtet, um die Sowjetregierung anzuerkennen. Alle qualifizierten Vertreter Rußlands und der Randstaaten sollen,an der Konferenz teilnehmen Lloyd George hat sich der französischen Ansicht angeschlossen und alle Verhandlungen mit den Bolschewisten suspendiert. Polen kann daher hoffen, nicht in direkten Verhandlungen mit Rußland erdrückt zu werden.
Eine weitere wichtige Entscheidung wurde in der Frage des Inkrafttretens des finanziellen Teiles des Uebereintommens von Spa über die Kohlenlieferungen als auch was die von den in Betracht kommenden von den Alliierten zu gewährenden Vorschüffe anlangt. Deutschland soll am 1. Oktober 1920 der Wiedergutmachungskommission Schatz scheine im Werte von 60 Millionen Goldmark mit dem 1. Mai 1921 als Verfalltag und - einem jährlichen Zinsfuß von 6 Prozent übergeben. Die Vorschüffe werden natürlich den Lieferungen anqepaßt werden. Die Wiederaut- machungskommission kann sich die diesen Schatzwechseln entsprechenden Beträge durch Verkauf oder Flüssigmachung mit oder ohne Jndoffement an die interessierten alliierten Mächte verschaffen. Um den Betrag der zu gewährenden Vorschüffe rascher festzustellen, kann die Kommission provisorisch die Quote der monatlich au Deutschland zu gewährenden Vorschüffe unter Vorbehalt späterer Verregnung auf 40 Goldmark pro Tonne fest- fetzem Auf diese Act würde sich der französische Schatz von den Deutschland auf Grund des Uebereinkommens zu gewährenden Vorschüffe« durch eine einfache Bankoperation auf die Ware frei machen.. M fr^äjiy^^ dieser Losung sehr befriedigt, da sie den von dem französischen Vertreter vorgebrachten 'Wünschen entspreche.
WB. Boulogne, 28. Juli. Havas. Millerand und Lloyd George haben auf Emnd des Gutachtens des Marschalls Fach die gestern von der Botschasterkonferenz getroffene Entscheidung, die Zurückziehung der britischen und italienischen Truppen auf den Gebieten von Allenstein und Marienwerder einzustellen, genehmigt. Millerand, Marschall Fach und der französische Finanzminister Marsal sind gestern abend ebenfalls von Boulogne abgereist.
Die Besprechung „nützlich unb erfolgreich".
WB. London, 28. Juli. Lloyd George sagte bei seiner Rückkehr nach London, die Besprechung in Boulogne sei nützlich und erfolgreich gewesen. Es feine eine vollkommene Uebereinstimmung zwischen Frankreich und England erzielt worden. In diplomatischen Kreisen wird ebenfalls große Genugtuung über das Ergebnis der Konferenz kundgegeben. Die italienische Regierung bat telegraphische Mitteilung erhalten, doch ist bis jetzt ihre Antwort noch nicht eingetroffen.
WB. London, 28. Juli. Die „Daily Cronicle" schreibt über die Konferenz in Boulogne: DerStandpunkt Frankreichs ist folgender: Für den Fall, daß der Frieden zwischen Polen und Rußland erfolgt ist, ist Frankreich bereit, mit Rußland die Frage der Anerkennung der Sowjetregiemng zu besprechen, wenn damit die Frage der Anerkennung der russischen Schulden an die Alliierten verbunden wird. Frankreich ist indeffen einverstanden, diese oder andere Bedingungen nicht zur Sprache zu bringen, bis die russisch-polnische Streitfrage geklärt ist.
Die Vorschüffe für Deuffchland.
Der franzöfische Finanzausschuß lehnt ab.
WB. Paris, 29. Juli. Der Finanzausschuß der Kammer hat gestern nachmittag einen Gesetzentwurf über die Bewilligung der durch das Kohlcnabkommen mit Deutschlanv notwendig gewordenen Vorschüsse durchberaten. Nachdem der Finanzminister eine ganze Reihe von Fragen einzelner Mitglieder, des Finanzausschusses beantwortet hatte, weigerte sich der Ausschuß in die Beratung der einzelnen Artikel einzu- treten. Mit 12 gegen 8 Stimmen bei Entbaltung von 9 Stimmen wurde der Antrag in die Diskussion einzutreten, abgelebnt. — Man nimmt an, daß au' Antrag des Ministerpräsidenten der Finanzausschuß sich heute nachmittag in seiner Aniveienbeit nochmals mit dem Krediworschlag beschäftigen wird.
Die Franzosen in Damaskus.
WB. Beirut, 28. Juli. (Havas.) Die Franzosen sind in Damaskus eingerückt und haben den Baynbof und die öffentlichen Gebäude besetzt. Die Truppen fanden auf dem Ma sch zahlreiches, vom Feinde auf seiner r-gellosen Flucht zu ück- gelasseneS Material vor. Am 26. Juli hat sich eine neue Regierung gebildet. General Genbeth ließ dem General GourauS erklären, daß Emir Fessal, der das Land fast bis zum Ranve des Abgrundes gebracht j habe, aufgebört habe in regieren. ES werde eLe ‘
Kriegskontribution von 12 Millionen alS Wiedergutmachung für die durch den Feldzug entstandene» Schad n gezahlt, die Entwaffnung werde in den westlichen Gebieten sofort beginnen, die Ar ree werde in eine Polizeitruppe umgewandelt und stark reduziert, da? Kriegsmaterial soll an die Franzosen anSgeücfert werden, sowie die Hauptschuldigen den militärischen Gerichten überantwortet werden.
Frankreichs „Kulturwerk^^.
WB. PariS, 29. Juli. Im Senat rechtfertigte gestern Ministerpräsident Millerand die Politik der statt« zösiscben Regierung in Swien. Die verlangten Kredite für Syrien wurden daraus mit 305 gegen 84 Stimmen angenommen. — Millerand kündigte an, daß Emir Fessal abgesetzt werden solle und die franzöffschen Trupven in Damaskus einrücken würden. Er rühmte das kulturelle Werk, das Frankreich damit in Syrien vollbracht habe und ernärte weiter, daß Frankreich in Syrien nach dem Beispiel Englands vorgehen werde.
Anterzeichnung des lürk. Friedens.
Ipu. Paris, 29. Juli. Zur Unterzeichnung des türkischen FriedenSvertrageS trafen hier aus Konsta'i» tinovel ein: General Haindi Pascha. Senator Tewffk Pascha und Reschad Haliz, eben türkischer Gesandter in Bern, ein. Die Unterzeichnung erfolgt am heutigen Donnerstag.
Eine jüdische Weltkonserenz.
WB. Berlin, 28. Juli. Der „Panischen Zeitung" zufolge findet in K a r l s b a d am 1. August bie erste jüdische Weltkonserenz statt. An der Versammlung, die von der jüdischen Delegation bei der Friedenskonferenz einberttfen worden ist, nehmen die Vertreter der jüdische« Organisationen fast sämtlicher Staaten Europas, der Vereinigten Staaten, Kanadas, Argentiniens und Palästina» teil. Auf der Konferenz sollen Mittel gefunden werden, den durch Krieg und Pro- grome betroffenen Juden sofort werktätig zu helfen. Ferner werden die Fragen des Wiederaufbaus in dem vom Kriege besonders hart in Mitleidenschaft gezogene« Ländern behandelt.
^»Freie und ^ansastadt Danzig".
WB. Berlin, 28. Juli. Die „Deutsche Allgem. Zeitung" meldet aus Danzig: Gestern begann in der verfaffungsgebenden Versammlung die zweite Lesung deS Verfaffungsentwurfes. In der Generaldevatte drückten die Vertreter der bürgerlichen Parteien ihre Zustimmung zu dem vorliegenden Entwürfe aus, die Mehrheitssozialisten, Unabhängigen und Polen lehnten den Entwurf glatt ab. Bei der dann begonnenen Beratung wurde die Bezeichnung „Freie und Hania- stadt Danzig" mit allen bürgerlichen gegen die Stimmen der Polen und Sozialdemokraten zugestimmt, mit dem gleichen Stimmenverhältnis wurde auch die Krone im Danziger Wappen belasten.
Die ihürmgische Regierungsbildung gescheitert.
WB. Weimar, 29. Juli. Die „Tageszeitung" meldet: Die Regierungsbildung i« Thüringen ist gescheitert. Nachdem die Mehrheitssozialisten erklärt haben, sich nicht an einer Regierung beteiligen zu wollen, in welcher der Landbund, die Deutschuatioualen und die Deutsche Volkspartei vertreten seien, bestand nur noch die Möglichkeit, aus diesen drei Gruppen eine Regierung zu bilden, die allerdings mit nur einer Stimme Mehrheit rechnen, aber doch wenigstens vorläufig die Geschäfte hätte führen können. Sie Demokraten konnten sich nicht entschließen eine Regierung zu bilden, tn der nur Politiker und Beamte tetluehmen sollten, die der Deutschen Volkspartei und dem Landbund an gehören.
Ministerwahl in Mecklenburg.
Schwerin (Mecklenburg), 28. Juli. Die „Mecklenburgische Zeitung" meldet: Bei der heutigen Wahl des Ministeriums in Mecklenburg-Schwerin wurde zum Ministerpräsisenten Professor Dr. Reincke-Bloch (deutsch-national) mit 28 Stimmen gewählt. 32 weiße Stimmzettel wurden abgegeben. Im Anschluß daran erfolgte auf deutsch-nationalen Antrag die Wahl der Minister. Gewählt wurden Amtsgcnchtsrat Eryrhropcl zum Minister des Innern, Fabrikbesitzer Dettmairn- Güstrow zum Finauzminist r, Ober[anbe8gcr;d)t-3rat Walther Schmidt-Rostock zumJustizmlNlstcr,Oekonomic- rat Steinmann Hof Lalchow bei Plaue zum Laudwirt- schaftsminister, Professor Dr. Reincke zum Unterrichtr- minister.
Preußischer Slaatskommifsar für Dolksernährung.
WB. Berlin, 29. Juli. Reichsminisrer für Ernährung und Landwirtschaft Dr. Hermes ist zu» preußischen Staatskommissar für Volksernährung und Landrat a. D. Geheimrat Regierungsrat Dr. Hage, d o r n zu seinem ständigen Steüvecrretcc in diesem Amte unter Beilegung der Amtsbezeichnung eure» Staatssekretärs ernannt worden.
Die Freilassung Dortens.
WB. Wiesbaden, 28. Juli. Dr. Dorten ist laut „Wiesbadener Zeitung" heule vormittag unter sicheres» Gel ite nach WieS. adcu zurückgekehrl. Der Vertreter des beurlaubten Wiesbadener Polizeipräsidenten, Polizeirat Dr. Streiberlein, wurde seines Amtes eut» Hodeu. Wie die „Volksstinune" meldet, soll auch der Regierungspräsident in Wiesbaden, Dr. Mann, f inet Amtes enthoben worden 'ein. Für die letztere Viel* dung war jedoch eine Bestätigung noch nicht zu er* langen.
(Weitere politische Nachrichten Seite 6-).