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General-Anzeiger

MMches Organ für SlaSl- und Lanökesis Kanan

Erscheint täglich mit Ausnahme der <5onn=> und Feiertags

1926

Nr. 175 Mittwoch den 23. Juli

Das Neueste.

Das Vertrauensvotum des Reichstags für Die Regierung darf als gesichert angesehen werden.

Die auf Grund des Kohlenabkommens von Dpa an Deutschland zu leistenden Vorschüsse sollen auf dem Wege einer Anleihe flüssig gemacht werden.

Wie aus Warschau gemeldet wird, setzt die Rote Armee ihren Vormarsch in verstärktem Maße fort

Die Entente gibt der Türkei unter Drohung auf, die Ordnung in Kleinasien wieder herzu­stellen.

Emir Fessal soll die Würde eines Königs von Syrien angetragen werden.

leidlich zu stellen suchten? Die Mitarbeiter der Gazette des Ardennes", die durchaus nicht franzosenfeindEH geschrieben und geleitet war, wurden zum Tode verurteilt. , Der Fall Dorten liegt aber weit schlimmer. Wenn der Mann aus ehrlicher Ueberzeugung heraus handelte, dann würde er, der übrigens kein Rheinländer ist, mit der Gründung der Rheinischen Republik warten, bis die Franzosen abgezogen sind. Es darf auch nicht der Verdacht aufiommen, als arbeite er für Franfteich, als ließe er sich vom Auslande be­zahlen. Inzwischen ist der Haftbefehl gegen Dorten zurückgezogen worden. Wir haben uns wehrlos gemacht, und zwischen Frankreich und uns scheint es überhaupt keine Rechtsfragen mehr zu geben, sondern nur Macht, d. h. für uns Ohnmachtsfragen. Dennoch müssen wir uns Vorbehalten, einzugreifen, und das wird Sache des Reichsanwalts sein, wenn Dorten seine hoch­verräterische Tätigkeit fortsetzt.

die zweifellos auch zugestanden werden. Außer der Mobilmachung und Besetzung seiner Grenzen wird jedoch nichts weiter von Rumänien gefordert. Dagegen hilft die Entente zur Zeit dem General Wrangel in der Krim mit Kriegsmaterial, be'ondcrs Fliegerabteilungen und Artillerie, damit dieser in den Stand gesetzt wird, '"einen begonnenen Vormarsch wenigstens soweit fortzu- setzen, daß er eine Bedrohung der Rußen im Süden barfteUe.

Stellungnahme der Präger Arbeiter.

WB. Prag, 27. Juli. Gestern fand hier eine große Kundgebung der sozialistischen Ar­beiterschaft gegen die kriegerischen Absichten Englands und für den Frieden mit Sowjet- rußland statt. In einer von der Versammlung an genommenen Entschließung wird die Regierung katogorisch aufgefordert, ohne Rücksicht auf die Entente mit der russischen proletarischen Republik in ein freundschaftliches Verhältnis zu treten. Zugleich wird erklätt, daß sich das Proletariat der schärfsten Mittel bedienen werde, um jede Unterstützung eines kriegerischen Einfalles zu verhindern."

*

WB. Paris, 28. Juli. Bonar Law hat im Unter­haus erklätt, daß die englische Regierung keine Be­ziehungen zu General Wrangel habe. Dieser müsse mit der Sowjetregierung direkt verhandeln.

Der Vorschutz an Deulschlanb.

Paris, 27. Juli. Der französischen Kammer ging gestern ein Entwurf zu, der einen monatlichen Kredit von 200 Millionen Francs auf sechs Monate fordert, um die auf der Konferenz von Spa vorge­sehenen Vorschüsse an Deutschland für die Kohlen- lieferungen zu zahlen. Die Unterkommission für Finanzeu nahm diesen Entwurf sofort .in Beratung. Er wird nächste Woche in der Kammer erörtert werden. Die Mehrheit der Kammermitglieder scheint mit den DeutjchtM» zu gemayrrirdeu KsrsMsieu .mäk tuiüer- standen zu sein. Gestern nachmittag'begaben sich "die Kommissionen für Auswärtiges und Finanzen zu Millerand, her jedoch sein Bedauern ausdrückte, keine Aufklärungen geben zu können, da er den Alliierten gegenüber in der Kreditgewährung an Deutschland gebunden sei. Die Mitglieder der beiden Kommsssionen versammelten sich noch einmal und beschlossen, daß das Protokoll bo i Sva der Kammer vorgelegt und noch vor Schluß der Session beraten werden soll.

Eine Anleihe für die Vorschüsse.

WB. Paris, 27. Juli. Wie die TempS mitteilt, sollen Frankreich und Belgien übereingekommen sein, die auf Grund des Kohlenabkommens von Sva Deutsch­land zu leistenden Vorschüsse auf dem Wege einer Anleihe, die vom Wiedcrgurmachuugsausfchuß aufge­legt werden soll, flüssig zu machen. ES sei möglich, daß in Boulogne der Versuch gemacht werde, die englische Regierung zum Beitritt zu diesem Abkommen zu gewinnen.

Der Eisenbahrrerverband und Spa.

WB. Berlin, 27. Juli. Der versammelte er­weiterte Vorstand des Deutschen Eisenbahnerverbandes hat folgende Entsckließung einstimmig angenommen:

Der Deutsche Eisenbahnerverband bekundet feinen ehrlichen Willen, am Wiederaufbau bei europäischen Wirtschaftsleben« nach Kräften mitzuwirken.' Er hält aber das Ergebnis der Verhandlungen von Spa für wenig geeignet, die Wiederaufbaubefttebuiigen zu fördern. Der Deutsche Eiseiibahiierverbaiid wird in voller Solidarität mit ben Bergarbeitern und Trans­portarbeitern bestrebt sein, die in Spa unter äußerstem Druck von den deutschen Unterhändlern cinaegangev.cn Verpflichtungen nach Kläglichkeit zu erfüllen. Die Erfüllung der Verpflichtungen kann nur ermöglicht werden durch ein verständnisvolles Entgegenkommen der Eutenteregierungen, mährenD jede Gcwallmaßuahme das Gegenteil bewirken wird. Richt im Interesse des Wiederaufbaus des europäischen Wirtschaftslebens liegen auch die LoslösungSbestrebungen, die in ge» gewissen kapitalistischen Kreisen propagiert werden. Deshalb würde der Deutsche Eisenbahnerverband im gegebenen Falle feine ganze organisatorische Macht solchen Bestrebungen entgegenfe^en.

Die Slürke des neuen Leeres.

Das neue Reichsheer wird nach der Herab­setzung auf 100 000 Mann folgende Stärke auf­weisen: 1 Chef der Heeresleitung, 4 Generale, 14 Generalleutnants, 36 Generalmajore, 123 Obersten, 205 Oberstleutnants, 412 Majore, 1058 Hauptleute, 596 Oberleutnants. 1192 Leutnants, 217 Aerzte, 142 Veterinäre, 109 Musikmeister, 100 Zahlmeister, 100 Oberfeuer- werker, 97 Feuerwerker, 142 Zeugfeldmebel, 198 Schirrmeister, 48 Brieftaubenmeister, 93 Unter­waffenmeister, 317 Fahnenschmiede, 722 Ober­feldwebel, 2097 Feldwebel, 13 594 Unteroffiziere, 78373 Mannschaften.

Erzbischof Dr. Nörber i*

Freibttra i. Br., 27. Juli. Erzbischof Dr. Nörber ist heute, zwei Tage nach der Feier fernes goldenen Priesterjubiläums, gestorben.

Emir Fessal, König von Syrien?

WB. Paris, 28. Juli. Im englischen Unterhaus wurde erklärt, daß man ©mir Feffal Die Würde eines Könias von Svrien antraaen werde.

Der russisch-Pslnische, Krieg.

Verstärkter Vormarsch üer Roten . Armee.

WB. Paris, 28. Jnli. Aus Warschau wird ge­meldet: ES liegen Nachrichten vor, wonach die rote Armee ihren Vormarsch in verstärktem Maße fortsetzt. Die roten Truppen haben in den letzten Tagen in Ostgalizien bedeutende Fortschritte gemacht.

Polnischer Heeresbericht.

WB. Warschau, 27. Juli. Feindliche Ab­teilungen, die längs der Chaussee Erodno- Bialistock angegriffen haben, haben Sokolka ge­nommen. Unsere Abteilungen wehrten in schweren Kämpfen Angriffe auf der Linie Sokolka ao. An der teqtHoayniuiifc

Terenoha (?) hat der Feind die Station Swislotsch genommen. An der Jaffolda hat die 14. Posener Infanteriedivision alle energischen feindlichen Angriffe in der Gegend von Kartus- Koja-Beresa abgewehrt. Im Süden haben unsere Abteilungen unter dem Drucke des Feindes Brody aufgegeben. Nördlich davon kämpft unsere Kavallerie und Infanterie bei Berestetschko mit feindlicher Kavallerie. Oestlich von Tarnopol, in der Gegend von Zbaraz und Borki-Wielkie leisten unsere Abteilungen gegen die nach Westen vordringenden starken feindlichen Infanterie- und Kavallerieabteilungen erbitterten Widerstand. Am Dnjester haben die Bolsche- wisten bei Jwanie-Buste, im Abschnitt der ukrainischen Truppen den Uebergang über den Zbrucz erzwungen. Die Bolschewisten haben Libianke, Tscharna und Kartschma genommen; die Kämpfe dauern noch an.

Die Katlung Polens.

Warschau, 27. Juli. Die Auffassung über die Lage ist infolge der Einleitung der Verhandlungen mit den Russen folgende: Man ist fest entschlossen, schon bei den Verhandlungen über die Waffenruhe den Russen klarzumachen, daß auf die Annahme demütigender Be­dingungen nicht zu rechnen sei. Polen sei nicht be­siegt. Das schnelle Vordringen der Russen bis Erobno habe.sie nur an die Linie des eigentlichen Widerstands hcrangefühtt. Polens militärische Stärke sei durch die Bildung einer freiwilligen Armee int täglichen Wachsen. Das Urteil des französischen Generals Henry, daß Die Krise überwunden sei, ist Allgemeingut geworden. Die Aussichten auf französische Hilfe wirken bestärkend am den Willen, weiterzukämpfen, wenn es notwendig fein tollte. Die Rüstungen gehen genau wie bisher weiter. Gestern wurden alle Straßen, Wirtshäuser und Woh- nungen Warschaus durch starke Offizierspatronillen, die von jedermann Ausweise verlangten, nach Militär- Pflichtigen abgesucht. Als richtig wird von den Männern der neuen Regierung die Auffassung der Bolschewiken bezeichnet, daß die Anrufung der Ver- bandSvermiltlung ein Fehler gewesen sei. Zwei eben­bürtige Gegner brauchten keinen Dritten. Der heute bekanutgegebcne Verlust des Teschener Kohlenreviers wird ebenfalls diesem engen Anschluß an den Verband zur Last gelegt. Für Padereivskls Rolle in ben lebten zwei Jahren werden sehr scharfe Worte laut; es fei höchste Zeit, daß diese Posse, die für den Staat zu einer Tragikomödie geworden sei, unverzüglich beendet werde. Der Münücr des Auswärtigen Sapieha wird daran erinnert, daß er an sich schon starken Gegen­sätzen gegenüberstehe; er solle sich nicht noch weiter durch das Halten Paderewskis und feiner Clique be- laftcn. Ueber Einzelheiten der WaffenstillstaudSlinle verlautet in der Presse nichts: man ist sich aber darüber klar, daß sehr gro'e Schwierigkeiten zu über- unnieii sein werden, ehe man zum Ziel kommt. Die uaiioualdemokratische Presse bleibt bei dem von der Republik" angeschlagenen Ton: es sei wahrscheinlicher, daß die Verhandlungen mit einem neuen Kriege als mit einem Abkommen endigen würden.

Rumäniens Mobilmachung.

Ipu, Bukarest, 27. Juli. Aus einwandfreier Quelle wird festgesieilt, daß Rumäniens Mobilmachung auf den Einfluß und Wunsch der Entente doi genommen wurde. Die rumänische Regierung hofft dadurch gewisse Vergünstigungen in der EntschädigungSsrage in ei halten.

Dorten.

Der ehemalige preußische Staatsanwalt Dorten fängt nachgerade an, eine geschichtliche Persönlichkeit zu werden. Seine Verhaftung läßt sich nicht auftecht erhalten, der Verband soll, wie wir bereits gestern meldeten, sogar darüber hinaus entschlossen sein, die Auslieferung der Persönlichkeiten zu verlangen, die den Dorten auf der Bierstadter Höhe bei Wiesbaden fost- nahmen. Dorten erfreut sich also eines Schutzes, der mächtiger ist als die geordnete deutsche Straf- rechtspflege. Rechtlich liegen die Dinge so, daß Dorten auf Grund eines Haftbefehls beim Dorten vorgeworfen wird, -ist keine Kleinigkeit. Er madit selbst kein Hehl daraus, daß er eine rheinische Republik gründen will. Vor Jahr und Tag hatte er sich selbst schon zum Präsi­denten ernannt, sich mit einem Ministerium um­geben, das durchaus aus jungen unreifen Leuten bestand. Einzelne dieserMinister" waren in Münz und Wiesbaden berufsmäßige Wirtshaus­besucher, was nahelegt, daß die rheinische Re­publik bei der Eignung ihrer Gründer und Minister im Halbdunkel verschwiegener Kneipen geboren wurde. Für Deutschland ist es indessen nicht gleichgültig, wenn sich hier und da über­spannte Köpfe zusammenfinden, die Teile vom Reich abzusplittern suchen. Daß sie sich ausge­rechnet dafür nur Gebiete aussuchen, die von Verbandstruppen besetzt sind, zeigt überdies, wo die wirkliche Triebkraft der Absplitterungspläne zu suchen ist Dorten ist von Haus nicht reich, eine Tatsache, die festgestellt werden muß. Trotz­dem lebt er heute in Wiesbaden wie ein großer Herr. Wer gibt ihm dazu die Mittel? Die Freunde der rheinischen Republik dürften in Rheinland und in Nassau recht dünn gesät sein. Was Dorten als Anhänger um sich geschart hat, wie die Falstaffgarde seiner Minister, war eben­falls nicht mit Glücksgütern gesegnet. Das Ge­schäft muß also doch etwas bringen, was einiger­maßen erklärt, warum sich Dorten den Ange­legenheiten einer rheinischen Republik noch im­mer zu widmen vermag. Dr. Dorten besaß vor Jahresfrist die Dreistigkeit, die Gründung seiner Rheinischen Republik der Reichsregierung mit zuteilen. Diese antwortete mit der Ueberweisung der Sache an die Reichsanwaltschaft. Es erging Haftbefehl, der auch inzwischen nicht erloschen ist. Strittig ist also nur, daß der Befehl im be­ichten Gebiet vollstreckt wurde. Ein anderer Weg war und ist nicht möglich, da Dorten sich hütet, das besetzte Gebiet zu verlassen. Der Verband, b. h. die Rheinlandsvertretung, hat zwar durch den Friedensvertrag gewährleistete Aufsichts- cechte, aber diese gehen nicht so weit, um offen­kundige Hochverräter zu unterstützen- Es ist nicht wahr, daß nennenswerte Teile der Bevöl­kerung Rheinlands und Nassaus den Wunsch hegen, sich staatlich selbständig und unabhängig tu machen. Wenn dieser Wunsch einmal vorhan­den war, so Ivar das unmittelbar nach der ttm- wälzung der Fall, als die Regierung der Volks­beauftragten und die Soldatenräte begannen, Deutschland in Grund und Boden zu wirtschaf­ten. Aber die Triebkraft dreier Lösungsabsichten "om Reich war nicht deutschfeindlich, war nicht darauf gerichtet, Frankreich wertvolle Teile des Reichsgebietes zuzuschanzen. Das ist die Ab- hcht Dortens, toofür das Wohlwollen zeugt, das kr bei den Franzosen genießt, Gewiß, wir sollen und müssen mit Frankreich friedlich und schiedlich nebeneinander leben. Allein wir wol­len keine Einmischung Frankreichs in inner­deutsche Verhältnisse. Wie ist Frankreich mit den Männern umgesprungen, die sich im von den deutschen Truvven besetzten Gebiet mit diesen.

Eine Enlenledrohung an die Türkei.

WB. London, 27. Juli. DieDaily Mail" meldet aus Konstantinopel, daß die Alliierten der Türkei nach der Unterzeichnung des FriedeuSvertrageS zwei Monate Zeit lassen werden, um die Ordnung in Stleinafien wieder herzu stellen. Gelingt eS den Türken nicht, Mnstafa Kemal in dieser Zeit znr Vernunft zu bringen, dann werden die Griechen diese türkische Auf­gabe übern * tun. Sie werden bann als Belohnung Konstantinopel und andere Vergünstigungeu erhalten.

Ein Aufsehen erregender Plan der

Kommunisten und IL S. P.

WB. Magdeburg, 27. Juli. DieMagdeb.

Zeitung" meldet: In der Nacht vom 22. zum 23. Juli brächte ein Kutter ein Exemplar einer Uebereinkunft, die in Memeb am 17. Juli zwi­schen dem Abgesandten der Sowjettegierung, Joffe, dem Vorsitzenden der Unabhängigen sozial, demokratischen Pattei Deuffchlands, Hilferding, und Dr. Levi abgeschlossen war, nach Magde­burg. In dem Bettcht heißt es u. a: Nach Ueberschreitung der Grenze durch die Sowjet- ttuppen wird sofort die bolschewistische Republik ausgerufen, vorerst in Königsberg, Tilsit, Dan- zig, Breslau, Stettin, Frankfurt a. O-, Rati« bpr, Gleiwitz, Köslin und Stralsund. Diese Städte und das dazwischen liegende Gebiet die. neu als Operationsbasis und Aufmarschgelände der sich sammelnden deutschen Roten Armee, die unter russisches Kommando gestellt wird. Ober­kommandierender ist General Janschow. In die« sen Gebieten treten sofort folgende Maßnahme« in Mttsamkeit:

1. Verwaltung und Polizei. Es werden alle Regierungspräsidenten, Oberpräsidenten, Poli­zeipräsidenten und Landräte, die nicht Mehrheits- sozialisten sind, ihres Amtes entsetzt. Mehrheits, sozratiftiMe.Äeamre Dorftepent «MkvMttstAg- tegorien erhalten je einen Kommunisten und Un­abhängigen als Beirat. Für die abgesetzten Be­amten werden vorläufig Stellvettreter ernannt, die von dem Großen Rat. der im Ständehaus Zusammentritt, bestätigt werden müssen. Mittler« oder höhere Beamte, sofern sie aktive oder Re­serveoffiziere sind, sind zu entlassen.

2. .Justiz. Die Revolutionsttibunale treten als Dolksgettchte sofort in Wirksamkeit. Abge. urteilt werben zuerst politische Verbrechen. Die Richter sind sofort auf die Sowjetrepublik zu ver­eidigen.

Z. Kommunalbehörben. In den Städten sind sofort Bücgerversammlungen einzusetzen.^ Die Magistrate werden sofort durch Kommissionen der in den Orten befindlichen koimnunistischen und unabhängigen Truppen überwacht.

4. Wirtschaftliches. Sämtliche, Industrie­betriebe gehen sofort ohne Gewalt in den Besitz des Staates über. Kriegswirtschaftlich wichtige Betriebe unterstehen den militärischen Gruppen- kommandos, die sich paritätisch aus Russen und Deutschen zusammensetzen. Die Zwangswirt­schaft wird aufgehoben. Bäckereien, Fleische­reien und Konsumvereine werden Staatsbe- tttehe. Die Lebensmittel jeder Act gelten als beschlagnahmt für Zivilisten und Militär. Lebensmittelzuschüsse werden aus der polnischen Ernte entnommen die zu zwei Drittel nach Deutschland geschafft wird.

5. Öffentliche Sicherheit. Den Sicherheits­dienst übernehmen neben der Polizei kommu­nistische OrdnnngZttuppen. die aus Leuten bet deutschen Bataillone der Roten Armee bestehen, , die bereits in Rußland bei der Roten Armee gesümpft haben. Das bestehende Nachrichten- Ostern wird aufgehoben. Es ist neu zu organi­sieren 'und untersteht Regierunas^ommissaren, die für ihre Tätigkeit dem Großen Rat persönlich verantwortlich ssnd. Die russische Armee f<W das Proletariat vor Ausbeutuna durch das Un­ternehmertum und sammelt um sich alle freiheit­lich gesinnten Arbeiter, die zwangsweise zu Arbeiterbataillonen zu^ammengestellt werden. Sie sorgt für Ruhe und Ordnung und schützt ba« Eigentum des Proletariats Sie schützt die B», schlußkommisstonen des Staates und der Ge, meinten. Mit Waffengewalt rostet sie alles aus, was sich dem Proletariat entgegenstellt.

DieMagdeburgische Zeitung" fügt hinzu: Diese Nachrichten sind uns von unbedingt zuver. lässiger Seite ^gegangen und wir erklären von vornherein, daß keine Ableugnung der beteilig« ten Stellen die Richtigkeit dieser Mitteilung«» erschüttern wird.

(Die Verantwortung dieser Meldung müssen wir derMagdeburgischen Zeitung" überlassen. Im übrigen ist anzunehmen, daß die zuständige« Stellen bald eine Ettlärung abgeben werden. D. R-d.)

^Weitere Dolittsche Nachttchtea auf Seite 5^