Einrückungsgebübr:Die8gesv.Kolonelzeileod. deren Raum L— Mk^ die 4gefp. Zeile i. Reklameteil 3.— Mk.. 25°I<>Teuerungszuschl. Offertgebühr 22 Pfg. Bezugspreis: Vierteljährlich 12.90 Mk., monatl. 4.30 Mk^ für Postbezug vierteljährl. 12.90 Mark, monatl. 4.30 Mk. Die Nummer 20Jßfg. Poltscheck-Konto Nr. 26659. Frankfurt a. M.
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General-Anzeiger
Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Sana«
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Erschein! käglich mit Ausnahme dschonn- und Feiertags
Ar. 172 Samstag den 24. Juli 1920
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Das Neueste.
Polen hat drroch einen Funkspruch die Regierung von Moskau um Abschluß eines Waffen- Mtandes ersucht.
Die Alliierten haben an Rußland ein Ultimatum zur Einstellung der Feindseligkeiten gerichtet. -
Die Sowjettegierung versichert, keinen Zoll Deutschen Bodens zu betreten.
In Polen wurde ein nationales Koalitions- Lrbinett gebildet,
Durch Sachsen sollen Ententesoldaten für Polen gegen Rußland transportiert worden |eiiL
Das Reichskabinett stimmte dem Entwurf #8 ReichSlohntarifs der Eisenbahner zu.
Der Multimillionär VanderbUt ist in Paris Morden.
Der Krieg in Polen.
Bis in die letzten Tage hat man sich in Warschau gegen die Erkenntnis gesträubt, daß Polen vor einer Katastrophe steht. Die nationalistische Linke des Sejm — des polnischen Reichstags — verwarf das englische Waffenstillstandsangebot, das doch in höchster Not von der polnischen Regierung erbeten worden war. Aber am Tage, an dem der Warschauer Reichstag über den englischen Jnterventionsversuch beriet, war dieser von der Sowjetregierung bereits abge- *» L^tMMMMrun^mrtenichtZ tun, als den Polen raten, die russische Forderung pT erfüllen und selbst in Moskau um Waffenstillstand zu bitten. Das müsse geschehen, erklärte Lloyd George, um die Aufrichtigkeit der Bolschewisten auf die Probe zu stellen. Wenn sie aber die Probe nicht bestehen? Würde die Hilfe, die England und Frankreich den Polen verheißen, recht kommen, um die Besetzung von Warschau zu verhindern? Der Sowjetregierung ist es allerdings schwerlich darum zu tun, Warschau zu besetzen. Aber noch weiß man nicht, tote die von ihr gestellte Bedingung, daß sich die Polen auf ihre natürlichen — das heißt, natio- aalen — Grenzen zukückziehen sollen, auszulegen ist. Nach russischer Auffassung liegt Ostgalizien außerhalb der Grenzen Polens. Es ist also recht wohl möglich, daß die Sowjetregierung den Vormarsch gegen Warschau einzustellen verweigern wird, solange sich Polen nicht bereit erklärt, Lem- »erg zu räumen. Daß man sich im Warschau auf ähnliche Bedingungen gefaßt macht, ist aus dem Zustandekommen eines Ministeriums aller Parteien zu ersehen. Wenn die unten folgende Havas-Meldung stimmt, daß der galizische So- zialdemokrat Dasczhnski in diesem Ministerium den Mzepräsidentenposten übernommen hat, so müßte man daraus schließen, daß Polen seinen Anspruch auf Ostgalizien nicht aufgeben will. Dasczhnski ist noch vom alten österreichischen Reichsrat her als schärfster Gegner der Teilung Galiziens bekannt, der den Grafen Czernin aufs heftigste angriff, weil er in einem Geheimartikel des mit den Ukrainern in Brest-Litowsk geschlossenen Friedens Autonomie für Ostgalizien versprochen hatte. Doch bleibt die Möglichkeit offen, daß die Rowjetregierung eine spätere Volksabstimmung in Ostgalizien zugesteht und daß man sich darauf einigt, vor einer solchen die Räumung des Landes durchzuführen. Von einer Besetzung eigentlich polnischen Gebiets würden die Russen dann wohl absehen.
Oder wollen die Lenin und Trotzki den Bogen wirklich bis zum Aeußersten spannen? Die kaum erwartete Kraft, die das rote Rußland heute entfaltet, beweist nichts für die Stärke des Bolschewismus, und das müssen seine Führer am besten wissen. Sie haben jetzt die Erfahrung machen können, vor der sie früher die Augen geschlossen hatten: daß der nationale Gedanke eine Triebkraft und unvergleichlicher Stärke besitzt. Als die Polen in die Ukraine einzogen, erhob sich in Rußland der nationale Gedanke gegen sie, und ihm sind die Siege der roten Armee zu verdanken. in denen heute die Gegner der Bolsche- toifw wahrscheinlich die verläßlichsten Kämpfer sind. In dem Maße jedoch, in welchem Polen in die Abwehr gedrängt wurde, müßte ein Krieg, den nationalistischer Größenwahn entfesselt hat, auch für Polen ein wahrhaft nationaler Krieg werden. Die Beilegung des wüsten Parteikamp- fes und Einigung zur Bildung einer gemein- santen Regierung in Warschau beweist den Russen, daß ganz Polen zusammensteht, wenn sein nationales Gebiet bedroht ist. Es wäre eine
erstaunliche Verleugnung des Grundsatzes vom Selbstbestimmungsrecht der Völker, den die Sowjetregierung so oft betont hat, wenn sie einem einigen Polen den Waffenstillstand verweigern würde. Man hat es den Bolschewisten übel gedeutet, daß sie Wilna nicht nach der Verdrängung der Polen ohne weiteres den Litauern eingeräumt haben; aber solange militärische Unternehmungen noch im Gange sind, konnten sie schwerlich auf freie Verfügung über das Gebiet verzichten, das sie den Polen entrissen haben. Jetzt wird es gelten, ihre redlichen Absichten zu erweisen und angesichts der polnischen Bitte um Waffenstillstand sowohl gegen Polen wie gegen die Litauer gerecht zu werden.
Alle ihre Interessen, die möglichst baldigen Friedensschluß mit dem Westen und die Wiederherstellung geregelter Wirtschaftsbeziehungen zum Ausland erfordern, mahnen die Führer Rußlands dazu, ohne Uebermut gegen Polen zu verfahren; und weil Polen nicht auf fremde Hilfe warten kann, wird es sich zur Einkehr entschließen und billige Bedingungen annehmen müssen. Wir dürfen also hoffen, daß ehestens ein Waffenstillstand im Osten uns von der Sorge entlasten wird, nötigenfalls unsere Neutralität zu verteidigen. Daß diese Neutralität nicht aus Wohlwollen gegenüber dem Bolschewismus stammt, braucht nicht erst bewiesen zu werden. Gewiß kann uns die Züchtigung, die dem polnischen Imperialismus widerfahren ist, nicht unangenehm sein, und wenn ein geschlagenes Polen an Anziehungskraft für seine Konnationalen in Oberschlesien verliert, können wir nur zufrieden sein. Aber bolschewistische Siege — als welche die Erfolge der russischen Truppen doch erscheinen — sind uns keineswegs erwünscht, weil sie in „unserem eigenen Lande leicht Hoffnungen wachen könnten, die nicht ungesechrtich gerat?e m dem Augenblick sind, in dem wir vor einer neuerlichen Entwaffnungsaktion stehen. Gerade die gegenwärtige Lage beweist, daß die Entwaffnung der Zivilbevölkerung — von der doch fast nur die radikalsten Elemente im Besitz von Waffen sind — der wichtigste Teil der Entwaffnungsaktion ist und unbedingt ihr Beginn fein muß. Man soll sich hüten, einen anderen Schluß aus den Ereignissen in Polen zu ziehen und etwa an einen Aufschub der Entwaffnung zu denken. Vielleicht würden ihn, wenn sich der Waffenstillstand im Osten verzögere, die Ententemächte gern zugestehen, aber ist es nicht weit wichtiger für uns, durch diplomatische Schritte bei der Sowjet- regierung Bürgschaft für die Achtung unserer Neutralität zu erhalten, als ihre Verteidigungsmittel zu verstärken? In Paris rechnet man ja mit der entfernten Möglichkeit, und der „Temps" macht sich, so peinlich er ihn findet, mit dem Gedanken her traut, daß man sich des „alten deutschen Militarismus" zum Schutz gegen Sowjetrußland bedienen müßte. Aber der alte deutsche Mlitarismus drängt sich ebensowenig wie das neue Deutschland dazu, der Entente und den Polen Kriegsdienste zu leisten. Unsere Neutralität ist der Ausdruck unserer Gefühle ebenso sehr wie unserer Interessen, und richtig ausge- nützt, wird sie uns allen östlichen Staaten gegenüber die günstigste Position schaffen.
Das polnische Kabinett.
WB. Paris, 23. Juli. Nach einer Havas- Meldung aus Warschau ist dort ein nationales Koalitionskabinett gebildet worden. Den Vorsitz hat Witos (Volkspartei). Vizepräsident ist der Sozialist Drsczynski. Prinz Sapieha behält das Ministerium bes Auswärtigen.
Pole» erbittet Waffensttllstan-.
WB. Paris, 23. Juli. Nach einer Mitteilung des „Temps" hat gestern mittag 2 Ubr die polnische Regierung durch einen Funkspruch die Regierung von Moskau um den Abschluß eines Waffenstillstandes ersucht-
Ein Ultimatum der Alliierten.
— Mailand, 23. Juli. Wie der „Secolo" meldet, haben die Alliierten an die Sowjettegie- rung ein auf fünf Tage befristetes Ultimatum zur Einstellung der Feindseligkeiten auf polnischem Gebiet gerichtet.
Jpu. London, 23. Juli. Das englische Kabinett hat die neuen Bedingungen der Sowjetregierung für einen Waffenstillstand mit Polen abgelehnt und Moskau ersucht, das weitere Vordringen in Polen einzustellen und zu erklären, welche Absichten mit der Besetzung polnischen Gebietes verbunden sind, nachdem Polen sich für den Frieden bereit erklärt habe. Gleichzeitig ist der Oberste Rat auf die von Sowjetrußland kommenden ernsten Gefahren hingewiesen worden, um über militärische Maßregeln zu beschließen, falls Moskau die Sache zu verschleppen sucht.
Lloyd George hat dem Kabinett erklärt, daß eher keine neuen Verhandlungen mit Rußland begonnen werden, bis sich die Sowjettegierung über das Zustandekommen des Waffenstillstandes zufriedenstellend geäußert habe. Mit dieser Note Englands an Rußland hängt auch die Verzögerung der Abreise Krassins und seiner Handelsmission zusammen-
WB. Paris, 23. Juli. Im französischen Senat sagte Milleraad hinsichtlich Polens, die Alliierten hätten beschlossen, Polen zu Hilfe zu kommen, wenn die Sowjettegierung den vorgeschlagenen Waffenstillstand nicht annehmen würde. Die Alliierten seien entschlossen, das Mögliche und das Unmögliche zu tun, um ihren Verbündeten 3U Hilfe zu kommen.
Beachtung der deutschen Neutralttät.
= Berlin, 23- Juli. (Priv.-Tel-) Aus Moskau ist heute in Berlin eine Depesche der Sowjettegierung eingetroffen, worin diese versichert, daß sie nicht daran denke, auch nur einen Zoll deutschen Bodens zu betreten, sondern daß sie nichts sehnlicher wünsche, als mit Deutschland in Frieden zu leben.
WB. Paris, 23. Juli. Wie der „Temps" mit- teilt, ist die am 21, Juli vom Vorsitzenden der deutschen Friedensdelegation überreichte Note über Vorsichtsmaßnahmen an der deutschen Ost- grenze dem Botschafterrat überwiesen worden. Die Note bildet augenblicklich den Gegenstand einer Prüfung durch die alliierten Regierungen.
Lruppenschmuggel durch Sachsen?
WB. Dresden, 23. Juli. In der heutigen Sitzung der Volkskammer teilte bei der Etats- beratung der ALg. Lipinski mit, daß am Donnerstag nachmittag ein Eisenbahnzug mit Ge- sei. Diese angeblichen Gefangnen seien in neue englische Jn- fanterieuniformen 'gekleidet und bewaffnet gewesen. Auch Munittonswagen habe der Zug geführt. Ein zweiter Zug sei von Hamburg ein- gelaufen, der ebenfalls mit uniformierten bewaffneten englischen Soldaten besetzt gewesen sei. Die Züge seien als Lebensmittelzüge deklariert. Es handle sich offenbar um einen Bruch der deutschen Neutralität. Die Soldaten hätten unverweilt entwaffnet und interniert werden müssen. Der Ministerpräsident Buck erwiderte, er habe Donnerstag ein Telegramm aus Berlin erhalten, worin um den Durchtransport tschechischer Gefangener aus Rußland, die zu Schiff nach Hamburg gelangt seien, gebeten wurde, im ganzen seien drei Züge durch Dresden gekommen. Nach Ansicht der Regierung dürften Tscbechen in den Zügen gewesen sein, da mit ihnen in ihrer Muttersprache gesprochen wurde. Ob noch andere Ausländer in den Zügen waren, sei nicht bekannt. Auffallend sei, daß die Truppen neu eingekleidet und bewaffnet waren. Sollte es sich um englische Soldaten handeln, die nach Polen gelangen wollten, so wäre dies eine Gewaltanwendung gegen Deutschland und die Eisenbahner würden in diesem Falle den Transport unmöglich zu machen wissen.
Die Danziger Hafenarbeiter weigern sich polnische Munition zu verladen.
— Danzig, 23. Juli- Wie die „Danziger Zeitung" meldet, ist gestern morgen im Hafen von Neufahrwasser ein polnischer Dampfer mit Kriegsmaterial für. Polen eingelaufen, den die Hafenarbeiter mittags entladen sollten. Da die Arbeiter sich weigerten, diese Arbeit auszu- führen, bemühte sich der polnische Vertteter um die Bermittlung des Christlichen und des Deutschen Transportarbeiterverbandes und begab sich mit den Führern der Organisationen nach Neufahrwasser; eine Einigung kam jedoch nicht zustande, da die Arbeiter drohten, die gesamte Hafenarbeit zum Sttllstand zu bringen, wenn einige Arbeitswillige die Arbeit aufnehmen würden. Die Organisationsvertteter haben darauf-
•t ihre Vermittlungstätigkeit eingestellt.
Ostpreutzische Abwehrmatzuahmeu.
WB. Königsberg, 23. Juli. Vom Oberpräsi- brum wird uns zur äußeren Lage in der Provinz mitgeteilt: Der Stoß der bolschewistischen Truppen ist nach allen hier vorliegenden Nachrichten auf Warschau gefallen. Es ist unwahrscheinlich, daß Truppenabzweigungen zum Zwecke des Angriffes auf Ostpreußen stattfinden. Diese Möglichkeit wird aber dauernd im Auge behalten und scharf beobachtet. Auch für den Fall des Eintreffens von Flüchtlingen ist gesorgt. Erschwert werden die ostpreußischen Abwehrmaßnahmen dadurch, daß über das Abstimmungsgebiet die interalliierte Kommission das Recht der Staatshoheit ausübt. Die Genehmigung zum Einmarsch deutscher Truppen in das Abstim
mungsgebiet, die beantragt ist, ist noch nicht erteilt. Inzwischen übernimmt dort die Sicherheitspolizei, die im Abstimmungsgebiet verhält- nismäßig stark ist und im Augenblick noch verstärkt wird, den Grenzschutz. Die Reichswehr ist bereits so verlegt worden, daß sie in der Nähe der Gefahrenstellen konzentriert bleibt, um bei Grenzverletzungen sofort vorgeworfen werden z» können.
Der Temps steht Gespenster.
Paris, 23. Juli. Die bedenkliche Lage Polens ist auch für die heutigen Pariser Abendblätter das große Tagesproblem. Der „Temps" begrüßt es in einem Leitartikel, daß Frankreich und England sich über die gleichzeitige Entsendung von Sondermissionen nach Warschau verständig haben. Der „Temps" führt weiter aus, die End sendung dieser Misstonen genüge natürlich nicht, die Lage Polens sofort zu bessern. Er hofft, daß kein Aktionsmittel gegen die Bolschewisten vernachlässigt werden wird, und empfiehlt besam ders die Beschlanahme des russischen Goldes, das die bolschewistische Propaganda bei Frankreichs Verbündeten nähre. Der „Temps" zieht zwei Möglichkeiten für die weitere Entwicklung der Dinge in Erwägung: Entweder ist das wahre Ziel der russischen Generale die Wiederherstellung der Monarchie — dann besteht die Gefahr einer Verständigung zwischen ihnen uni den „Junkern in Ostpreußen", oder die Russen kämpfen wirklich für die Welttevolutton — dann werden sie in Warschau eine Sowjet-Regierung einsetzen, und die Verbündeten werden dann unter Umständen auf den alten deutschen Militarismus zur Abwehr des neuen bolschewistischen Mlitarismus rechnen müssen. „Das sind," so fährt der „Temps" wörtlich fort, „wenig befried digende Aussichten. Sie werden nicht besser burch den Beschluß der deutschen Regierung, ihr« Neutralität zwischen Sowjettußland und Polen zu proklamieren. Damit erkennt Deutschland die Sowjet-Regierung taffächlich als kriegführende Macht an und gibt zu verstehen, daß es sich als im Frieden mit den Sowjets lebend betrachtet und gegen eine Benutzung der deutschen Eisenbahnen durch die Verbündeten für Hilfssendungen nach Polen Einspruch erheben würde."
Um Litauen.
WB. Kowno, 23. Juli. Litauische gelegt.« Agentur. Zwischen der gestern nach Kowno zu, rückgekehrten litauischen Delegation und der Leitung der russischen Truppen in Wilna wurde für die Zeit, in der die russischen Truppen aus strategischen Gründen auf litauischem Boden stehen müssen, eine vorläufige Demarkationslinie zwischen litauischen und russischen Truppen festgesetzt. Die Linie verläuft von Swieneione— Tragezeken über Neu-Troky nach Orany—Grod» no. In Wilna arbeitet eine litauische Kommandantur.
Um die Lage der vorläufig von russischen Truppen besetzten litauischen Gebiete zu klären, beschloß das Ministerkabinett, eine Abordnung nach Riga, eventuell nach Moskau zu entsenden, die mit den Sowjetbehörden verhandeln soll.
WB. Kopenhagen, 23. Juli. Wie der „Ber» lingske Lidende" aus Kowno telegraphiert wird, antworteten die Bolschewik! gegenüber der litau« ischen Forderung auf Uebernahme der Zivik- verwaltung in Wilna vollkommen ablehnend. Sie hätten sich verpflichtet, in den von ihnen besetzten litauischen Gebieten jede politische Agitation zu unterlassen. Gleichwohl treiben sie jetzt eine energische und ganz offensichtliche Propaganda für den Zusammenschluß des bolschewistischer Litauens und des bolschewistischen Weißrußlands. Die Bevölkerung verhält sich gegenüber den Bolschewik! ablehnend.
SSergerung öerälohlenföröerung»
Lebensmittellieferungen für die Bergleute.
Berlin, 23. Juli. Zu Beratungen über bü Steigerung der Koblenfördernug trat Heu:: auf Einladung der Regierung um 10'/, Uhr vormittags i» Reichsernährungsministerium eine Konferenz zusammen, die von den am Kohlenbergbau beteiligten Organisationen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer beschickt war. um über die Durchfübrung des Spaer Abkommens in der Kohlenfrage zu beraten. Stach Eröffnung bei Sitzung durch den Reichsernäbrnugsminister Hermes wurden die Verbandlungen vom ReichSarbeitSminister Dr. Brauns geleitet. Die Vcitzamniinng war vor ungefähr 100 Personen besucht. Stach eingehender vier- ständiger sachlicher Aussprache kam die Konferenz einmütig zu folgenden Ergebnissen:
1. Ist rund 1 Million Tonnen Mehrförderunt gegenüber der Maiförderung erforderlich, wenn trotz der bevorrechteten Belieferung an die Entente bie deutsche Wirtschaft auch nur in den heutigen Bestände« aufrechterbalten bleiben soll.
2. Braunkohle kann und soll später herangezog«. werde». Dazu ist erforderlich, daß die Transportve»