Linr2ckungssebübr:Die8gesp.Kotonelzeileod. deren Raum 1.— Mk„ die 4gesp. Zeile i. Reklameteil 3." Alk.. 2S°Ic>Teuerirngszusckl. Offertgebühr 30 Pfg. Bezrigsvreis: BierteljährliÄ 12.90 Mk.. monatl. 4.M Mk., für Postbemg vierteljährl. 12.90 Mark, monatl. 4.30 Mk. Die Nummer 20'Big.
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Geueral-Mzeiger
AmMches Organ für Stark- und Landkreis Saturn
Erschein! täglich mit Ausnahme der ^onn« und Feiertags
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Verlagsleitung: Ad. Jndermuble.
Verantwortlich: für volitischen und allgemeinen Teil Rich. Hultich; für lokalen und vrovinziellen Teil sowie Sport i.V.: R. dultiä; für Anzeigen und Reklamen A. Brodt. alle in Hanau a. M. Rotationsdruckd.Waisenhausbuchdruckerei Sanau Fernivrechanschlüffe Nr. 1237 und 1238
Nr. 168
Diensjag den 20. Juli
1920
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Das Neueste.
In her gestrigen Stadtverordnetensttzung wurde die Beamte irbefoldungsö arlag e angenommen.
Die Brüsseler internationale Finanzkonferenz je® am 25. September stattfinden,
Me Marburger Studentenschaft wurde gestern beim Kultusminister vorstellig mrd forderte die Prüfung der bekannten Ereignisse in Thal.
Berliner Blätter berichten von geheimen linkSvadikalen Kampforganisationen.
Die sächsische Volkskammer beschloß den Er- -aß eines Verbotes jeglichen LotteriespielenS in Sachsen.
Rußland lehnt die englische Vermittlung in dem Streit mit Polen ab.
Nachklönge.
Wird man nach den Mitteilungen, die der Minister des Aeußern im Hauptausschuß des Reichstages und der ReichSwirtschaMminister im Reichswirtschastsrat machen werden, klar zu erkennen vermögen, wie wir eigentlich nach der Konferenz in Spa daran sind? Die Reichsregierung hat es unterlassen, eine authentische Zu- sammenfaffung der Abmachungen von Spa zu veröffentlichen, wie ja das neue System in Deutschland überhaupt die Scheu vor der Oeffentlichkeit, die man dem alten System so oft hat, nicht nur beibehalten, sondern noch übertrieben hat. Aber eine zujamme«- hassende Veröffentlichung mit einer kurzen Erläuterung hätte den ausführlichen Darlegungen der Minister von den zuständigen Körperschaften vorangehen sollen. Denn eine öffentliche Meinung, die fi<b einmal auf Grund ungenauer Jn- formation gebildet hat, ist nachträglich nur schwer zu berichtigen. Es sind eine ganze Anzahl wichtiger Fragen, über die man uns bisher ungenügend aufgeklärt hat. Wir haben uns lediglich auf gelegentliche Aeußerungen der in Spa vertretenen Regierungsmitglieder verlassen müssen, — doch eingehenderes über die Auflösung der Sicherheitswehr, die Verrechnung der deutschen Kohlenlieserungen auf das Wieder- gutmachungskoni», ferner über die Lieferung von Lebensmitteln für die Bergarbeiter haben wir nicht erfahren. Hoffentlich folgt diese zusammenfassende Erläuterung der Spaer Beschlüsse noch.
Heute liegen wieder folgende Aeußerungen var:z
Fehrenbach.
Einem Mitarbeiter der „Basier Nachrichten" «erklärte der Reichskanzler Fehrenbach in Frei- burg, er sei bezüglich des Ergebnisses der Konferenz in Spa besorgt, aber nicht absolut pessimistisch. Als wesentlichen Erfolg bezeichnete er, daß es den deutschen Regierungsvertretern gelungen sei, die Gegenseite von ihrer Ausrich- ügkeit zu überzeugen. Es werde furchtbar schwer sein, die auferlegten Bedingungen mit Bezug ruf die Entwaffnung und die Kohlenlieserung zu erfüllen. Am schwierigsten würde es sein, mit der kleinen Zahl der übrigbleibenden Truppen die verlangten paar Millionen Gewehre der Zivilbevölkerung abzunehmen. Aber der Der- such werde mit aller Ehrlichkeit und allein Nachdruck gemacht werden. Für künftige Unterhandlungen sei nun wenigstens die persönliche Be- 'ührung hergestellt. Obwohl die Verhandlungen zwischen den Regierungshäuptern durch Dolmetscher erfolgen mußten, sei die persönliche Be- sührung von großem Wert. Minister Simons sei übrigens in der Lage, auch gewandt franzö- und englisch zu verhandeln. Ihm verdanke die deutsche Abordnung vieles. Anfangs habe er wegen seiner Vergangenheit im Dienst des ^eichsverbands der deutschen Industrie das Mißtrauen Lloyd Georges gegen sich gehabt, der ln ihm ein Organ von Stinnes vermutet habe.
englische Ministerpräsident habe nicht gemußt, wft sehr Stinnes und Simons sich hinter den Kulissen von Spa bekämpften. An der genfer Konferenz, die in etwa 14 Tagen 'tattfinden solle, werde der Reichskanzler sich ncht persönlich beteiligen, da sie mehr technischen Charakter habe.
Dr. Simons.
Dem Herausgeber des „Acütuhr-Abendblaltcr" sagte "eichsminister Dr. Simons über Spa aus Befragen; J$ hätte bie Bedingungen nicht angenommen, wenn ch nicht in der Haltung der Sachverstäiüuaen gewisse
Schwankungen bemerkt hätte, die meine ursprüngliche Stellungnahme, insbesondere in der K o h l e n f r a g e, erschütterten. Dre Entwaffnung ist natürlich eher innerhalb 6 Monaten dnrchzusüwen als in 3 Tagen. Bezüglich der Kohlenlieserung fragt es sich vor allein, tvic weit neue Möglichkeiten vorhanden sind und ausgenutzt werden können. Es samt vielleicht noch manches geschehen, mit zu einer härteren Kobleuförderung zu gelangen. Auch die Erkläruig Lloyd Georges m bezug auf die Verteilung der oberschlesischen Kohle hat mitgewirkt, mich — schweren Herzens — zur Unter« schri t zu veranlassen. Die E n t w a f f n u n g S s r a g e scheint mir übrigens noch schwieriger und noch heikler als die Kohlenfrage zu sein. Wir dürfen nicht übersehen, daß ganz ungeheure Mengen von Waffen in unberufenen und ganz gemiß nnbt ungefährlichen Händen sind. Ich begrüße es int übrigen, daß die Konferenz in Genf besser vorbereitet werden kann, als es bezüglich der Konferenz in Spa möglich war. tu die man höchst ungenügend vorbereitet gegangen ist. Wir haben eben Fehler begangen. Den FriedenSvertrag zu unterschreiben in der irrigen Annahme, er würde von seinen Urhebern selber nicht ernst genommen werden, das war ein Irrtum. Der Friedensvertrag wird t u r ch t b a r ernst genommen, und damit werden wir immer zu rechnen haben. Ich möchte nicht gern die Grenzen meines Ressorts überschreiten, aber ich barf doch sagen, daß ich auf die Dauer ein Fernbleiben der Mehrh eitSs ozial istcn von der Regierung als eine Fälsch ungder öffentlichen Zustände in D e n t s chl and betrachten würde. — Auf die Frage: „Kann an eine wirkliche Völker Versöhnung in absehbarer Zeit geglaubt werden,und halten Sie dieAufnahme Deutschlands in den Völkerbund nach Ihren in Spa gewonnenen Eindrücken für wahrscheinlich ?', meinte Simons: „Der Haß brennt noch so tief, und die Wunden sind noch zu frisch, als daß ich eine solche Völkerversöhnung für absehbare Zeit als wahrscheinlich ansehen ^ann. Ich halte es aber für die Pflicht eines jeden Staatsmannes, auf dieses Ziel hinzuarbeiten. Der Weg bis zur Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund scheint mir jedenfalls
Gardluer.
Zu den englischen Liberalen, die darauf ge« faungen haben, daß die Konferenz in Spa in einem neuen Geiste, einem Geiste europäischer Gemeinwirtschast, und daher der Anerkennung Deutschlands als. gleichberechtigtes Glied der europäischen Völkervereinigung geführt werden möge, gehört vor allem der frühere Leiter der „Daily News", G a r d i n e c. Kein Wunder, daß er von dem Verlauf der Verhandlungen aufs tiefste enttäuscht worden ist. Wir geben aus feinen klagende» und an klagende» Ausführungen nachstehendes wieder:
Spa hat keinen neuen Geist in die europäische Politik eingeführt; es hat nur den bösen Geist verschärft und vertieft, der die Welt seit dem Waffenstillstand vergiftet hat. Der Krieg geht fort. Marschall Foch sitzt immer noch im Sattel, und die Politik der Rache und des militärischen Diktats bleibt unverändert. Dabei hat sie bisher auf allen Gebieten nur Mißerfolge gehabt. Das Schwert entscheidet eben letzten Endes nichts; es kann nur Neuordnungen vor- bereiten. Aber Europa ist bankrott an Staatsweisheit. Wir haben in Spa nicht ein einziges Wort gehört, das von hoher Warte aus den Völkern Europas den Weg aus dem Elend bezeichnete. Statt dessen haben die Fanatiker der Gewalt obgesiegt, und der Bau der europäischen Kultur ist aufs neue schwer schüttert worden. Gewiß sind die deutschen Vertreter in Spa erschienen, aber sie hätten schließlich auch in Berlin bleiben können, denn ihnen wurden nach altem Rezept unmögliche Bedingungen diktiert, und sie wurden behandelt, als wenn sie immer noch Verbrecher wären. Der unparteiische Beobachter muß zu der Ueberzeugung tommen, daß Frankreich _ gar keine Regelung der Dinge wünscht, daß es vielmehr einem Ziel nachstrebt, das es von Anfang an verfolgt hat. Das Ziel ist die Besetzung des Ruhrbezifts. Kohle ist die Grundlage der Existenz jeder industriellen Nation. Deutschlands lebt wie wir auf dieser Grundlage, und Frankreich ist entschlossen, sie ihm zu nehmen. Aus drei Gebieten bezog Deutschland seine Kohle: von der Ruhr, von der Saar und aus Obrrschlesien, und das Ruhrge- biet ist das wichtigste. Der erste Angriff galt der Saar. Das. Gebiet ist durchaus deutsch nach Geschichte, Bevölkerung und Ueberlieferung. Der Friedensvettrag entriß es ihm und überwies es in leicht versteckter Form an Frankreich. Der Versuch, Oberschlesien ohne weiteres den Polen zu geben. mißglückte, und eine Volksabstimmung mußte angefeht werben. Eine gewaltige Werbearbeit ist im Gange, das Gebiet zugunsten der Polen zu bearbeiten, und das Ergebnis wird man bald gewahr werden. Blieb noch die Ruhr übrig. Hier gab es nicht den Schatten eines Rechts einer Einmischung, daher konnte von bie« "em Erbiet in Paris noch keine Rede fein Aber der Kapp-Putsch brächte die lanaersehnte Ge
nähme des Hamburger HafenS mit den Lebensmitte- Vorräten gerichtet, wofür der Zuzug auswärtiger G» nossen gesichert ist. Die Stammorganisation der Hamburger Kommunistischen Arbeiterpartei wurde von bei Unabhängigen übernommen. In Versammlungen uni Plakaten wird aufgesordert, keine Waffen abzuliefern, auch nicht die während der Kapptage an die Unabhängigen ausgegebenen. Das „Berliner Tageblatt" bemerkt, daß die Unabhängigen den von ihnen empfah« lenen militärischen Abmachungen von Spa entgegenhandeln und der Entente Anlaß znm Einschreiten gegen Deutschland geben.
Prolefk der Marburger Slubeute«.
WB. Marburg, 19. Juki. Auf dem Markt« Platze fand heute vormittag 11 Uhr eint ftuben» tische Protestversammlung gegen den Kultusminister Hänisch wegen der Thüringer Prozesse statt. Es wurde folgende Entschließung ange» nommen: „Der allgemeine Studentenausschuß der Marburger Universität erhebt, ohne Rücksicht auf Parteizugehörigkeit, Einspruch gegen bi« Handlungsweise des Ministers für Wissenschaft und Volksbildung. Um diesem Einspruch größeren Nachdruck zu verleihen, hat sich die gesamte Marburger Studentenschaft auf dem Marktplatz« versammelt und protesttert auf das schärfste da, gegen, daß der Minister entgegen seiner Pflicht, die Hochschule und ihre Mitglieder zu schützen, selbst deutsche Studenten mit schweren Beleidigungen angreist. In dem von so hoher Stellt ausgesprochenen'Urteil erblicken wir gleichzeitig ein gesetzwidriges Eingreifen in ein schwebender Verfahren, wogegen wir uns auf das schärfste verwahren. Auf dem allgemeinen Studenteiftag, der in drei Tagen stattfindet, werden wir weitere Schritte unternehmen. Wir rufen die deutsche Studentenschaft auf. Helft uns in unserer guten Sache, die auch die Euere ist!"
WB. Berlin, 19. Juli. Von zuständiger Seite wird mitgeteilt: Der Rektor und eine Deputation der Marburger Philipps-Universität wurden beim Minister für Wissenschaft» Kunfi und Volksbildung wegen seiner Aeußerung über die Marburger Studenten vorstellig, bie in einem Berliner Abendblatt vom 7. Juli stand. Nachdem auch von Seiten der Studentenschaft mehrfach die Berechtigung der Anschauung des Minister- über die Schuld der beteiligten Marburger Studenten. angsfochten ist, ersuchte der Minister um die Beschleunigung der schon seit längerer Zeit angeordneten Einsendung der Gerichtsakten. Die Rolle, die die Marburger Stubenten bei den bekannten Ereignissen in Thal spielten, wird auf Grund der Eingabe der Marburger UniversitätS- behörds einer erneuten Prüfung im Ministerium unterliegen. Falls eine nochmalige Prüfung ei« verändertes Bild ergeben sollte, wird der Minister selbstverständlich bereit sein, diesem Umstände Rechnung zu tragen.
DeMchs DskumeAle in Delgiett.
Jpu. Brüssel, 20. Juli. Bei dem Rückzug, aus Belgien hat die deutsche Heeresleitung große Mengen Akten und Archive zurückgelassen, die bet belgischen Regierung teilweise willkon» menes Beweismaterial bieten. Jetzt hat der belgische Kriegsminister eine Verordnung erlassen, bah alle Militär- und Zivilpersonen, di« noch im Besitze deutscher Akten und Dokument« sind, di-ft sofort im Ministerium ausliefcr« müssen, da die Stücke für viele Fragen gebraucht werden.
Felix Marquart *h
Nach kurzem Krankenlager ist am Samsküst in Leipzig das Direltionsmitglied im Verband deutsch« ^Handlungsgehilfen, der ehemalig« ReiGstagsadgeordnete Felix Marquard ve» schieden. Mit ihm ist eine Persönlichkeit dahin, gegangen, bie im öffentlichen Leben lange Iahq eins geachtete Stellung einnahm. Die Lebensarbeit des Verstorbenen war zu einem große« Teile der sozialen Hebung des Standes bat kaufmännischen Angestellten gewrdmet; beN Verband Deutscher Handlungsgehilfen hat Felix Nkarquart durch rastlose Arbeit, nimmer» müden Fleiß zu großer Blüte gebracht. Hie« setzte er seine ganze nie erlahmende Arbectskraft ein und hier kam sein stark sozial gerichtet« Geist in schönster Weise zur Geltung. Darüber hinaus war es dem Verstorbenen ein Bedürfnis, auch der Gesamtheit des Volkes zu diene» Er war ein Mann von echtem Schrot u« Kom; in ihm war kein Falsch, und seine gare* Liebe galt dem Vaterlande, dem er seÜA Arbeitskraft auch als Reichstagsabgeordnet« gewidmet hat. Marquart wurde 1912^ in fag Reichstag gewählt, wo er den Wahlkr^l« Eisenach-Dermdach (Sachsen-Weimar) vertrAt.
(Weitere Polittsche Nachrichten auf Seite 54
legenheit. Es gab Unruhen im Ruhrgebiet, welche von deutschen Soldaten unterdrückt werden mußten, und FSrnkreich behauptete, diese Soldaten bedeuteten eine militärische Drohung. Es überschritt den Rhein und besetzte gewisse deutsche Städte, wobei es zugleich ankündiot^. daß es auch ins Ruhrgebiet einmarschieren werde, wenn die deutsche Drohung forfgefeht werde. Es mußte diesen Schachzug zurückneh- men, aber wir haben soeben in Spa gesehen, wie es ihn in geschickterer MD^. aufs neue gemacht hat. Was man über die Entwaffnung und über die Kohlenfrage bestimmt hat, beweist, daß man keine Regelung will, sondern einen Vor- wand, um zu wiederbolen, was im März noch zu früh war. Deutschland ist mit dem Bajonett auf der Brust gezwungen worden, Bedingungen anzunehmen, die es nicht hoffen kann, zu erfüllen, und deren Nichterfüllung in jedem Falle die Bedingung ab gibt für jenen Vormarsch, welcher der Leitstern der französischen Politik ist. Hat Frankreich aber das Rubrgebiet, bann kann es ein weiteres Ziel, die Auflösung Deutschlands, ins Auge fassen. Bayern bedarf der Ruhrkohlen, und das Rubrgebitt liegt in Preußen. Kommt Frankreich in die Lage, dem.deutschen Norden die Richrkohle vorzuenthalten, unb den Süden mit ibr zu gewinnen, dann hofft es, Deutschland avseinanderzubrechen und einen süddw'tlchcn Staat unter feiner Vormundschaft zu gründen. So hat die Konferenz in Spa den Ruin Europas nicht aufgehalten, sondern ihn nur noch gefördert.
KaMettsberakrmg.,
WB. Der!«», 19. Juli. (AmtliKI.. Das Reichs- fabinett nahm nachmittag in Gegenwart des Reicksvräüdenten die Berichte des Ministers des Auswärtigen, des Reichswirtschaftsministers und SSÄ"Ä^
ksrenz von Sca entgegen. An diese Berichte schloß sich eine mebtitündige eingebende Aussprache an.
Die MiSrnaUsnale Fmanzkonserenz.
WB. $aii$, 19. Inli. Das Gencralsekreiariat bei Völkerbundes hat gestern ben zur internationalen Finanzkonftrenz nach Brüssel eingelodenen Staaten die Mitte tung gemacht, daß die Taguno, die am 23. Juli stattfinden sollt«, nicht einhermen werben töntte, da tue Voraussetzungen, die SenatSpräffdeut SourqemS in seinem Briefe vom 23. Juni angegeben hat, nicht erfüllt seien. Die Kouterenz von Spa sei zu keiner Entscheidung über be von Deutschland zu zahlende Ent'chädiqmiaSsumme gekommen, besitze also nicht die notwendigen. Unterlagen, um zu den in Aussicht genommenen Ergebnissen führen zu können. Die .Kouterenz müsse deshalb bis nach beut 25. September verschoben werden. Der am 30. Iub in San Sebastian zusammentretende VolkcrdnnLSrot werde ben Tag des Beginns der Betatungsn endgWig seit« setzen.
AusUefermrg Seukscher Luslschiffe.
Nach der kürzlich erfolgte» Abgabe von „L 71" an England und von „L 72* (Privateigentum des Zeppelinbaues in Friedrichs Hafen) an Frankreich sind noch folgende Markneluftschisse auszuliefern: „L 37", ,L 61', „L 64", .L Z 113" und „L Z 120". Die Bestimmungsorts, an denen die Luftschiffe abgegeben werden müssen, sind noch nicht bekannt gegeben worden. Die Ueberführung geschieht durch eine deutsche Zivilbesatzung. Die Führung während der Abgabefahrt liegt ebenfalls in deutschen Händen. Einige fremdländische Offiziere machen die Fahrt lediglich zur eigenen Information mit.
Linksra-ikale KampforgrinifalisneK.
Der „Berliner.Lokalanzeiger" vcröffent!:cht Eiuz«l- Heiten über die Bildung einer linkSradikalsu Kampf- Organisation in Berlin. Unter der MaSte e u> s Arbeitersportllub» hielten allabendlich militärische Sir« beiterkompagnien Schwarmbewegungen und Hai:d- granatenübungen ab. Vor kurzem habe eine große Geländeübung in der Spandauer Gegend stattgefuudeu, an der sich 1750 Personen beteiligten. Das Blatt berichtet weiter über Beziehungen der Linksradikalen zu dem republikanischen Fübrcrbund. ES seien alle Vorbereitungen für den Kampf getroffen. Zur militärischen Leitung habe man einen Ausländer mit Namen Limack, der schon auf Seiten der Bolschelvisren gesümpft haben soll. Am Sonntag habe eine Sitzung der Kampw-ganisation in Berlin fiattgefiinben, dw sich mit einer intensiven Werbearbeit in der Reichswehr beschäftigte.
Ueber dieHainburgcr Gemeindeorgani- sation der linksradikalen Parteien für einen bewaffneten Anfsto.nd gibt da» „Berliner Tageblatt' Einzelheiten aus dem „Lübecker Generalanzeigsr" wieder. Danach führt Genosse Otto Kämpfer aus dem Ruhrgebiet seit einigen Wochen die Leitung der Kaiiipforganisation, welche in jedem Distrikt eine Kompagnie von 90 verläßlichen Parteimitgliedern besitzt, wozu .150 Mann, auch Draufgänger nullt ganz einwandfreier Arl, komuien sollen. Ein besonderes Augenmerk wird auf die sofortige Besig-■