Sanauer
Anzeiger
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General-Anzeiger
AmMchss Organ für Slaöl- vnd Landkreis Sana«
Erschein! täglich mit Ausnahme der -Sonn» und Feiertage
Nr. 182 Dienstag den 13. Juli 18A
Das Neueste.
Die Spa« Konferenz wird noch einige Tage peitertagen.
Nach Dlättermeldungen wird der Reichstag <m 28. Juli wieder zusammentreten.
Ms nächste Arbeit des Obersten Rates bezeichnet man die Märung des Verhältnisses Deutschlands zwischen Rußland.
Die Alliierten haben der Sowjetregierung Den Abschluß eines Waffenstillstandes mit Polen dorgeschlagen.
Die Konferenz der Moskauer Internationale wurde mit einer Begrüßungsrede Lenins eröffnet.
Der Sieg im Osten.
Das ist wieder ein Zeugnis für überwältigende Kraft des deutschen Gedankens, was je immer zu erwarten war, Ostpreußen bleibt deutsch, bleibt dem Reiche erhalten trotz der Tücken, die Polen im Vertrauen auf die Unterstützung des Verbandes in den letzten Wochen mit wachsender Heftigkeit versuchte, Ostpreußen hat ein Bekenntnis zum Deutschtum abgelegt, so stark und groß, daß es wie ein Aufatmen über das ganze Reich geht. Wir freuen uns, wie wir bereits gestern betonten, des Sieges, der, trotzdem er mit den Stimmzetteln ertönest wurde, nicht leicht war. Gewiß, wir haben keinen anderen Ausgang erwartet, denn es hadelte sich ja um eine kerndeutsche Bevölkerung, über die der ^fe1*^^ M aas, hängte. Polen wollte freien Zugang zum Meere, tvpllte den Freistaat Danzig einketten, Ostpreußen einschnüren, um so die beherrschende Macht des Ostens zu werden. Die Hoffnungen der Polen sind zusammengebrochen. Für Danzig bedeutet « nun eine mächtige Stütze, daß es fast überall vom reichsdeutschen Gebiet umgeben ist. Wer die Abstimmungsergebnisse im Einzelnen durchgeht, wundert sich höchstens noch darüber, wie die Polen sich erdreisten konnten darüber, die ginget nach diesem kerndeutschen Lande auszu- strecken. Wieder hat der sarmatische Hochmut bei Tannenberg eine Niederlage erlitten, deren politische Auswirkungen nicht ausbleiben können. Zu den Ergebnissen hat die deutsche Werbearbeit viel beigetragen. Aber sie hätte nicht vorwärts kommen können, wäre der Boden nicht so empfänglich gewesen. So hart das Leid ist, das über Deutschland hängt, so ungewiß sein Schicksal, über das in Spa die Würfel geworfen werden, unantastbar und fest blieb und bleibt trotz- dem in den gefährdeten Grenzlanden das Bekenntnis zum Reich. Es ist kein Lippenbekennr- nis, es ist eine stolze und freie Wahl, die sicher auch in Warschau verstanden werden wird. Was in Ost- und Westpleußen erreicht wurde, daß muß sich in Oberschlesien wiederholen. Ostpreußen ist von deutschen Rattern und Bauern urbar ge- ; macht und durch Jahrhunderte behauptet worden. Niemals hate Polen ein geschichtlich und bevölkerungspolitisch begründetes Recht an den Gebieten, die sich der Abstimmung unterziehen mußten und noch unterziehen müssen. Auch Oberschlesien nicht, das seit über achthundert fahren immer ein Teil der kerndeutschen Pro- nnz Schlesien gewesen ist. Wir müssen unablässig darauf bringen, daß das Unrecht an Westpreußen und Posen wieder gut gemacht wird. Sie sind durch Gewalt und Rechtsbeugung zwar zur Zeit an Polen übereignet, aber Deutschland kann und darf diesen Zustand niemals als dauernden an- erkennen. Die Zeit, daß hier eine Nachprüfung begangenen Unrechts erfolgen muß, ist vielleicht nicht mehr so fern. Erwarten wir nicht zu viel ton den Erfolgen der Sowjettruppen. Aber erwarten wir alles von dem unvermeidlichen Zerfall des polnischen Staates. Er ist eine viel zu künstliche Schöpfung, um sich auf der Volkerscheide des Ostens einwachsen und sichern zu können. Daran wird auch das Eingreifen des Verbandes nicht viel ändern, daß Polen vor der Ueber- flutung durch die roten Heere Moskaus schützen soll. Bis die Verbündeten in Warschau sind, verletzen Wochen und Monate, die die Bolschewisten richt ungenutzt lassen werden. Einstweilen mag Mi§ Ergebnis in Ost- und Westpreußen für den | Größenwahn Warschaus als Dämpfer dienen. Rut eine verschwindend geringe Zahl hat sich für Polen erklärt. In einem Gebiete, das die Stolen schon sicher in der Tasche zu haben glaub- ten. In der deutschen Welle, die über die Ostmark Hinwegb raufte, sind die Polen nahezu er= trunken. Ein so klares Ergebnis muß auch vom Lerbande unbedingt anerkannt werden. Es muü
dazu beitragen, Deutschland von den lächerlichen Quälereien der Abstimmung zu befreien. Fürwahr, wären Graudenz und Thorn ebenfalls befragt worden, sie hätten sich mit ebenso großer Mehrheit für Deutschland bekannt. Aber der Vertrag von Versailles hat dies von Deutschen vor Jahrhunderten urbar gemachte Land ohne weiteres den Polen überlassen, weil dieser Staat seine Flanke nicht tief genug in Deutschland hineintreiben kann.
WB. Berlin, 12. Juli. Nach dem amtlichen Ergebnis wurden in Westpreußen für Deutschland 96 882 Stimmen, für Polen 7977 Stimmen abgegeben, zusammen 104 866. Für Deutschland stimmten 92.4 Prozent, für Polen 7,6 Prozent.
WB. Königsberg, 13. Juli. Die aus dem ostpreußischen Abstimmungsgebiet einlaufenden Berichte bekunden, daß der glänzende Sieg des Ostens überall große Begeisterung hervorgerusen hat. Die einzelnen Ergebnisse, die überwältigendes Uebergewicht über die vollständig verschwindende polnische Minderheit aufwiesen, wurden bei ihrer Bekanntgabe jeweils begrüßt. Mehrfach wurde berichtet, daß noch in der Nacht Umzüge mit Fackeln stattfanden. Oberpräsident Stöhr- Königsberg richtete an die Ostpreußen, die auf dem westpreußischen Abstimmungsgebiet neu zu den Ostpreußen hinzugetreten waren, einen Aufruf, indem er namens der Regierung an den Taten deutscher Männer und Frauen, die für die Erreichung des schönen Zieles ihre beste Kraft eingesetzt haben, seinen heißen Dank aus- sprach. Die öffentlichen Gebäude tragen Flaggen- schmuck.
Der Dank Des ReichsprSsidenten
Der Reichspräsident hat an den Deutschen Schutzbund in Berlin und sie deutschen Ab- stimmungskommissare in Westpreußen und Ostpreußen nachstehende Telegramme gerichtet:
An den Schutzbund, Berlin. „Ihr vorzüglich organisiertes Wirken ermöglichte es, viele Tausender Abstimmungsberechtigter nach Ost- und Westpreußen zur Ausübung des Wahlrechtes zu befördern. Ich wiederhole Ihnen meinen bereits mündlich ausgedrückten Dank für alle Mühen, denen Sie" sich im Interesse des Deutschen Reiches unterzogen haben. Ich weiß, daß das deutsche Volk auch bei der noch bevorstehenden Abstimmung in Oberschlesien auf die tätige Mithilfe des Deutschen Schutzbundes rechnen kann, damit es auch dort allen Deutschen ermöglicht werde, ihre alte Heimat dem Deutschen Reiche zu erhalten".
Den Herrn deutschen Bevollmächtigten Grafen Vaudissin, Marienwerder (Westpr.). „Das einmütige Zusammenarbeiten aller Deutschen ohne Rücksicht auf die Parteirichtung hat den gewaltigen Erfolg ermöglicht. Marienburg, das Wahrzeichen der deutschen Kultur im Osten und die zur Abstimmung aufgerufenen westpreußischen Kreise müssen nach dem einstimmig bekundeten Willen der Bevölkerung deutsch bleiben. Ich bitte alle Bewohner des Abstimmungsgebietes Westpreußens des aufrichtigen Dankes des deutschen Volkes für das treue Bekenntnis zum deutschen Reich versichert zu sein",
An den Reichs- und Staatskommissar Freiherrn von Gayl, Allenstein, Ostpr. „Das ganze Volk blickt voll Stolz auf das Masuren und Ermländer Land, in dem ein so gewaltiges Bekenntnis zum Festhalten am Deutschen Reiche am 11. Juli abgelegt worden ist. Ich bitte Sie, allen Bewohnern des Abstimmungsgebietes Ostpreußens den Dank des Deutschen Reiches zu übermitteln.
Die Konferenz von Spa.
Noch feiste Einiann«, in der Kohlenfrage. — Gutachten der Alliierten. — Fortdauer der
Konferenz.
Die für gestern vormittag angesetzte Vollsitzung bei Konferenz wurde auf Nachmittag vertagt, da die Alliierten mit der Prüfung der deutschen Vorschlags die am Sonntag überreicht wurden, noch nicht zum Abschluß gekommen wären.
Besprechung der BegrerungshSupker.
Am Nachmittag V.4 Uhr traten die Häupter der auf der Konferenz vertretenen Regierungen zu einer Besprechung zuwmmen, an der deutscherseits Reichskanzler Febrenbach und ReichSminister Dr Simons tcilnahmen. Zunächst wurde in der Sitzung die K o h l e n f r a g e erneuert. Die alliierten Regierungen teilten mit. daß sie nach eingehender Prüfung zu dem Beschluß gekommen seien, daß eS grundsätzlich bei der im FriedenSver - t ra§ vorgesehenen Festsetzung der deutschen Ko h len li cfernn g e n bleiben müsse, daß aber die von der Wiedergutmachung kommission aus monatlich 2^ Millionen Tonnen festgesetzten Noblem lieferungen angesichts der deutscherseits dagegen er- bobene» Bedenken für hie nächsten sechs Monate
Mehrbedarf einget-eten ist, nur mit rund 58 Prozent des Verbrauchs von 1913 beliefert, wie bit beifolgende Tabelle ausweist. Bei der Berechnung dieses Prozentsatzes ist der Mehrverbrauch infolge starker Qualitätsverschlechterung nicht berücksichtigt worden. Wir beabsichtigen 50 00t Bergleute jährlich neu ein au stelleN und für sie die erforderlichen Wohnungen zu ev bauen. Wir erwarten hiervon eine Mehrförderung von 0,7 Tonnen pro Mann und Tag. D« der Mehrförderung, die über den arbettstäglichsr Durchschnitt im Monat Mai 1920 (rund 44 00t Tonnen bei 23 Arbeitstagen) errreicht wird, erhalten die alliierten Mächte für das erste Iah, von heute an gerechnet, 40 Prozent, für das nächste Jahr 25 Prozent, während die restlich« Prozente zur Verfügung Deutschlands bleib« müssen.
Die Anregungen für die
Durchführung des Wiederaufbaues
der zerstörten Gebiete lauten:
a) Die Wiederherstellung der im Kriege 368 störten Gebiete bildet ein gemeinschaftliches Interesse der Völker, da die Gefahr besteht, daß bü Gefühle des Hasses und der Schrei nach Rache nicht verschwinden, solange sie nicht durchgeführt ist Die deutsche Regierung hat deshalb, obwohl nach dem Friedensvertrag eine Verpflichtung zur unmittelbaren Beteiligung Deutschlands am Wiederaufbau nicht besteht, alsbald nach Unterzeichnung des Friedensvertrags ihre Bereit» schüft erklärt, sich an den A u fb au a cbei» ten zu beteiligen. Sie empfiehlt im gemeinsamen Interesse dringend, der Frage erneut näherzutreten. Dabei berücksichtigt sie auch bw bei den bisherigen deutschen Lieferungen für die Zwecke des Wiederaufbaues gemachten Erfahrungen. daß die Materiallieferungen nichj ausschließlich dazu Verwendung finden, um den früheren Zustand der zerstörten Gebiete wieder- herzustellen, sondern von den Geschädigten teilweise auch zum Aufbau einer neuen Existenz in anderen Orten benutzt werden.
b) Die deutsche Regierung gibt daher dir Ancegmlg, den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete durch «ingroßesinternationalez Siedlungsunternehmen vornehmen zu lassen. Der Plan ist folgendermaßen gedacht: 1- Es wird ein internationales Syndikat von Unternehmern gebildet, in dem allen Staaten die Beteiligung offengehalten wird. 2. D^ Syndikat erhält die Aufgabe, im einzelnen mit den unmittelbar beteiligen Regierung« die Auftäumung der zerstörten Gebiete durchzu« führen, die industriellen, landwirtschaftlich« und Verlebrsanlaaen wiederherzustellen und neue Heimstätten für die bisherigen Bewohner diese, Gebiete oder andere Siedler, die aus sonstigen Gebieten der beteiligten Länder sich dorthin wenden, zu schaffen. 3. Das Syndikat zieht Unternehmer und Arbeiter aus den alliierten und neu, tralen Ländern sowie aus Deutschland zu dieser Arbeiten heran. 4. Das Siedlungsunternebme, ist nach geschästlichen, nicht nad)_ bürokratischer Grundsätzen zu leiten und so zu führen, daß aus ihm kein übermäßiger Gewinn erzielt werde» 5. Alle Organisationen sind aufzubauen auf bd Grundlage paritätischer Arbeitsgemeinschaft v« Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Bei gründ» sätzlichem Einverständnis mit diesem Plan würde alsbald eine Besprechung über die praktische Durchführung oder Zu'.iehung von Vertrete« der Regierungen der Staaten, die sich nicht an dem Syndikat beteiligen wollen, ferner von Vertretern der Bevölkerung der zerstörten Gebiet sowie von Arbeitgebern und Arbeitnehmern z« veranlassen sein.
Die Einmarschklausel.
Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" schreibt Hay- ^'^D?e Schlußformel des Entwaffnunssprotokolls lanw! wörtlich: ,
,,Les represontants atlemands declarent, que k eotivernement allemand a pris connaissance de I» dScision qui presede et fengage en ce qui le eon- cerne. a en observer loyalement des dispositionS."
Hierzu ist zu bemerken: DieBehauptnna, daß Deut üb- land' durch die Unterzeichnung der militärischen Abmachungen vom 9. Juli der Entente einen Tretbrief ;ür eine weitere Besetzung deutscher Gebiete im Fall« bei Nichterfüllung der von Deutschland übernommen« EntwaffnungSverpflichtungen gab, ist durchaus unrichtig. Aus der Fassung des Protokolls gebt klar hervor, daß Deutschland lediglich dir ihm durch die Entente auf- erlegten Verpflichtungen zu erfüllen verspricht. Dageger 'ann auS der Unterschrift nicht das Mißverfläudml mit eventuellen weiteren Besatzungen angcnommei werden. Die am Schluß deS Protokolls abgegeben' Erklärung von deutscher Seite besagt lediglich, daß bü rutsche Regierung von den Erklärungen der Entenv Kenntniß nimmt und daß sie die Bestimnnlnge» soweit Deutschland in Frage komme, ehrlich erfüllen werd«.
Versuchsweise auf zwei Millionen Tonnen herabgesetzt werden sollen. Reichs- miuister Dr. Simons erklärte darauf nach Rücksprache mit den deutschen Sachverständigen, br'; bei deutschen Regierung auch ein Versprechen monatlich 2 Millionen Tonnen zu liefern, unmöglich sei. Zur Zeit könnten nur 1—1,1 Millionen Tonnen monatlich geliefert werden. Es sei aber eher zu befürchten, daß die Erzeugung zurückgehen würde, da die Belegschaften wegen mangelhafter Ernährung immer unwilliger würben, Ueberfdndjten zu verfahren. Wenn man die Lebensmittelversorgung bessere, in werde sich die Erzeugung innerhalb weniger Wochen so steigern lassen, daß de« Alliierten etwa 300 000 Tonnen im Monat mehr zngesagt werden könnten. Eine weitere Hebung um 300— 400 000 Tonnen werde durch die Ansiedlung neuer Bergarbeiter möglich sein, aber erst im Laufe einer größeren Zahl von Monaten bis zu einem • Jabr, sodaß dann die Lieferungen aus 1,7 bis 1,8 Millionen Tonnen erhöht werden würde. Sofern ein Abkommen auf dieser Grundlage nicht möglich fein sollte,' ziehe die deutsche Regierung vor, die Festsetzung der zu liefernden Menge der Wiedergntmachungskommission zu überlassen, die alsdann die Verantwortung für die Folgen und die Sorge für die Durchführung ihrer Beschlüsse tragen müsse. , Die alliierten RegierungS- Vertreter erklärten in der Besprechung nochmals, daß es bei dem gemeldeten Beschluß fein Bewenden haben müsse, sofern nicht die deutschen Vertreter nochmals ihren Beschluß in Erwägung ziehen sollten, was besonders Lloyd George dringend empfahl. ReichS- minifter Dr. Simon versprach nach einer nochmaligen Bewagung der deutschen Sachverständigen morgen die endgültige Antwort zu geben.
Alsdann wurde in die Besprechung der allgemeinen Wiedergutmachungsfrage
eingetreten. Die alliierten Regierungen machten den Vorschlag. zur Prüfung des gesamten Komplexes der von Deutschland gemachten Vorschläge eine gemischte Kommission einzusetzen, die aus den zuständigen Ministern der alliierten Staaten, ferner aus den Bot- iwaftern Frankreichs und Großbritanniens in Berlin und den Mitgliedern der Wiebergutmachungskommisston als Einzelpersonen Erstehen sollte. Die deutschen Delegierten stimmten diesem Vorschläge zu und überreichten im Anschlüsse daran ein Exposse des ReichSernährungsministerS, in dem vorgeschlagen wird, auch für die Ernabrungssrage einen besonderen Ausschuß einzusetzen. Die Sitzung wurde gegen 6 Uhr geschlossen itnb eine neue Sitzung der Regierungsliäupter auf Dienstag nachmittag halb 5 Uhr aggesetzt. Die gemischte Kommission tritt Dienstag vormittag 11 Uhr zum ersten Male zusammen.
. Fortdauer der Konferenz.
WB. PariS, 12. Juli. Wie der Korrespondent des ,Temp§" aus Spa berichtet, soll bei der heutigen Beratung der Alliierten der Vertreter Lloyd Georges lebhaft darauf bestanden haben, daß man die Ausgabe bis zu Ende durchführe. Unter diesen Umständen werde die Konferenz vielleicht noch eine ganze Woch e dauern. Einige Blätter sprechen von einer zweitägigen Unterbrechung der 'Vollsitzung-m, um die deutschen Vorschläge in dem WiedcrgutmachungSaus- schuß prüfen zu lassen.
„Eine große Enttäuschttttg".
Spa, 12. Juli. Wir zu erwarten war/ wurde bp' deutsche WiedergutmachungSplan von den aegne- rischeu Unterhändlern als eine große Enttäuschung dargestellt. Der belgische Minister der Auswärtigen, H y m a n S, erklärte, daß es sich ja gar nicht nm WiedergiltmachungSpläne selbst handle, sondern lediglich um einen ProgrammnnTriß (an lineament de prog-i amme) mit lauter ganz allgemeinen Daten. Mille- rand behauptete Journalisten gegenüber, der Plan enthalte überhaupt nichts. Die Deutschen versuchten eben mit allen Mitteln, die Wiedergutmachung mit der Kohlemrage zn berguitfen. In der vorliegenden belgischen Presse wird behauptet, die deutsche Abordnung habe einen Appell an die sozialistische Internationale versucht. Angesichts der Schwierigkeiten, die sich besonders in der Kotzlenfrage ergeben haben, verlautet, daß die Konserenz sich wohl länger hinziehen werde.
Die deulschen VorfchLage.
Bereits in unserer gestrigen Nummer brachten wir den von Deuts^land in Spa am Sonntag borgelegten Plan für die sachlichen Leistungen gemäß Arttkel 236 und Anlage 4 zu Teil 8 des Friedensvertcages zur Veröffentlichung. Außer diesem Plan legten die deutschen Vertreter den Alliierten noch einen K o h l e rv- wirtschaftSplan, sowie Anregungen für die Durchführung des Wiederaufbaues der zerstörten Gebiete vor.
Der Kohlenwirtschastspla» lautet:
Unter der Voraussetzung, daß bte Maisörde» rung im Durchschnitt pro Arbeitstag erhalten wird und wie im Monat Mai zur Verfügung des Reichskommissars für die Kohlenversorgung bleibt, bieten wir den alliierten Mächten eine Menge von 44 000 Tonnen im Durchschnitt pro Arbeitstag zu bevorrechtigter Lieferung an Deutschlands Jndusttie, Landwirtschaft und Hausbrand werden bei dieser Produktion und dieser Lieferung an die Entente unter der Annahme, daß gegenüber 1913 kein wesentlicher