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Mark^ monatl. 4.30 Mk. Die Nummer 20 Pfg.

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General-Anzeiger '

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanau

Erschein! täglich mit Ausnahme det'Sonn- und Feiertags

Verlagsleitung: Ad. Jndermüble.

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Rotationsdruckd.Waisenbausbuchdruckerei Hanau Fernivrechanschlusse Nr. 1237 und 1238

Nr. 157

Mittwoch den 7. Juli

1926

Das Neueste.

ReichSjustizminister Dr. Heinze ist gestern abend von Berlin abgerefft behufs Teilnahme an der Konferenz in Spa. In seiner Begleitung befindet sich Reichs- mwalt Richter.

Wie aus London gemeldet wird, wurde Lord Virkenhead nach Spa entboten, ebenso Jules Cambon. Bethe sollen laut Nieuwe Courant den Vorsitz im Aus­schuß für Kriegsbeschädigte übernehmen.

Din. Sieele meldet, daß in Spa von der belgischen Polizei drei verdächtige Deutsche verhaftet wurden, die Bohne irgend eine Ermächtigung und ohne Papiere nach vpa gekommen waren.

Tr. v. Holtum ist aus polnischer Gefangenschaft prückgekehrt.

Lei der Sitzung des englischen Institut? für inter- I naüonale Angelegenheiten sagte gestern Lloyd Erep, die englische Regierung muffe der Welt deutlich zu erkennen geben, daß sie in Friedenszeit keine Geheim- Verträge mehr haben wolle. Wenn wir den Frieden »er Welt in der Zukuft aufrecht erhalten wollen, müssen vir nicht nur national, sondern auch international senken.

Die Türkei ist zur Unterzeichnung aller FriedenS- bedingungen aufgefordert worden, andernfalls sie sich tls im Kriegszustand mit der Entente befindlich zu »«trachten habe.

Der Empfang in Spa.

Die Spakonferenz hat am 5. Juli ihren ersten GitzlMgStag gehabt. Als sie auf der Konferenz von San Remo anberaumt wurde, hat man diesen Beschluß als einen wichtigen Fortschritt gefeiert. Wxp .was ist mit einer Verhandlung, an der

DeuifchtWiDs r^etuepmen, gewonnen, wenn ein V erhändlunAcrg e^nis an unerfüll­baren Forderungen scheitert? Es ist Uebec- schätzung einer Aeußerlichkeit, wenn man auf die bloße Zulassung unserer Mnister an den Verhandlungstisch irgendwelche Hoffnungen auf eine Verständigung gründet, die die Last des Diktatfriedens von Versailles mildern könnte. Schon der Empfang läßt an dem guten Willen zweifeln, die Deutschen auch nur ordentlich an- zuhöreru

Wir wollen von der unfeierlichen Eröffnung nicht weiter reden, von der Platz ordnung, bei »er unsere Minister in die Aschenbrödelecke gesetzt wurden. Aber arg war es, wie gleich eine Ge­legenheit ergriffen wurde, sie aufs neue zu de­mütigen, ja es scheint, daß man nur jene absicht­lich herbeigeführt hatte. Denn in jener Note, die die deutschen Forderungen einer Abänderung der Hunderttausend-Grenze für die Reichswehr oder wenigstens einer Terminverschiebung ablehnte, war zugleich ausdrücklich jedes Zurückkommen auf die Angelegenheit in Spa untersagt worden. Und nun fand man sie als ersten Punkt auf der Tagesordnung stehen! Natürlich hatte man, um die empfindlichen Herren nicht zu reizen, sich aus unserer Seite auf die Absetzung des Themas eingerichtet und lieber gleich den Wehrministcr zu Hause gelassen. Nun regnete es Rügen, daß er nicht mitgebracht sei! War alles ein abgekar­tetes Spiel, um den Deutschen zu zeigen, daß sie sich schulmeisternde Behandlung gefallen lassen müssen? Oder ist kein Vorsatz im Spiele gewesen, sondern dasMißverständnis" dieserjov^rbeg vupes" um ein berühmtes Stichwort aus der französischen Geschichte anzuwenden einzig aus RegKmängeln hervorgegangen?

. Auch in dem Falle würde ein unerfreuliches Streiflicht auf den Ernst geworfen, mit dem die Konferenz vorbereitet ist. Es wird schon so sein, wie der Observer bemerkt, das englische Sonn- tagsblatt, daß aus dieser Konferenz nicht viel Heil erblühen könne. Es müsse vielmehr gründ­liche Arbeit gemacht werden, bemerkt er. Dazu sei ein neuer Kongreß erforderlich, auf dem nne Revision des gesamten Friedensvertrages in Anwesenheit Deutschlands, Rußlands und der Vereinigten Staaten vorgenommen werde. Dieser Meinung können wir uns voll anschlie- kn. Jetzt, fürchten wir, werden die Verhand­lungen aneinander vorbeireden. Die Deutschen stellen mit vollem Rechte den Wiederaufbau des »«wüsteten Nordfrankreichs als Aufgabe voran: nn Beweis deutscher Uneigennützigkeit, da uns M der Hauptteil der Arbeitslast zufällt! Aber ?en Franzosen selbst ist gar nicht so besonders, cheint es, um die Herstellung zu tun- Sie müch- len diese offene Wunde am Leibe Europas, wie Minister Simons sich ausgedrückt hat, am liebsten fffen halten, um den durch ihren Anblick entzün­deten Haß gegen die Deutschen zu verewigen. 3hr Singen und Trachten ist, wie französische Blätter offenherzig heraussagen, Vorwände zur Besetzung des Ruhrgebietes zu erlangen l

Viel ehrlicher gehen die Engländer zu Werke. Der schon genannteObserver" schlägt vor, die Schuldsumme Deutschlands möglichst seiner Lei­stungsfähigkeit entsprechend zu bemessen und lieber unter Kürzung der Zahlungstermine niedrig anzusetzen, als Rechnungen aufzustellen und Verpflichtungen aufzuerlegen, die niemals erfüllt werden können. Mit dem Gedanken kann man sich einverstanden erklären, wenn auch eine Abtragung binnen zehn Jahren unausführbar sein dürfte.

Der Verlauf der nächsten Tage wird ja die Aussichten der Konferenz klarer obschätzen lassen. Einstweilen kann man nur dringendst vor über- schwänglichen Erwartungen warnen.

Die zweile Sitzung der Konferenz an welcher von deutscher Seite Reichskanzler Fehrenbach, Minister des Aeußern Dr. Simons, Reichswehrminister Dr. Geßler und General Seeckt teilnahmen, wurde kurz nach %5 Uhr durch den Ministerpräsidenten Delacroix mit der Frage eröffnet,

welches Mitglied der deutschen Delegation den Aufwag habe, die Note der Entente in der Frage der Entwaffnung zu beantworten.

Der Reichskanzler entgegnete, daß Reichswehr­minister Dr. Geßler dazu Bereit sei. Reichswehr­minister Dr. Geßler ging sofort in längeren Ausführungen auf die ganze Entwaff - nungsfrageein und schilderte den gegenwär­tigen Zustand. Unser Heer sei noch 200 000 Mann stark. Das Material sei ziemlich vollstän­dig .abgegeben, wenn auch über einzelne Punkte der Abgabe noch Differenzen mit den militäri­schen Ueberwachungskommissionen bestünden. Die 200 000 Mann seien für die deutsche Regierung eine unumgängliche Notwendigkeit. Sie stellten oas Mummm UeMU Dut, wo» .v- brauchten angesichts der politischen Unruhen, die immer wieder zum Ausbruch kämen. Die wirt­schaftliche Depression, das Heer der Arbeitslosen, das durch neue Entlassungen weiter vergrößert werde, die Kriegsbeschädigten, die Flüchtlinge aus den abgetretenen und besetzten Gebieten, die Schwierigkeiten, die wir mit der Eintreibung der neuen Steuern hatten, das alles mache eine starke Macht in der Hand der Regierung not­wendig. Auch sei die Regierung durch das Schicksal der 20 000 Offiziere, die von der Entlassung betroffen würden und deren Lage und deren Absichten niemand kenne, in starker Sorge. Unter den obwaltenden Umständen halte er die deutsche Regierung für außer Stande, die Wehrmacht weiter zurückzu- sch rauben.

Lloyd George ergriff darauf das Wort und zählte die Punkte auf, in denen die Alliier­ten Deutschlands Nichterfüllung des Friedens- vertrages in militärischen Dingen zum Vorwurf machen, insbesondere daß die Reichswehr statt 100 000, 200 000 Mann umfasse und daß Deutsch­land statt der ihm zugestandenen 2000 Maschinen­gewehre 50 000 habe, statt der ihm zugestandenen 280 Geschütze 12 000; an Gewehren habe es zwar 1,5 Millionen abgeliefert und die Hälfte davon bereits zerstört, es unterliege jedoch keinen: Zweifel, daß noch außerordentlich große Be­stände in den Händen der Bevölkerung feiest. Was gedenke die deutsche Regierung zu tun und was habe sie bereits getan, um diese Gewehre den Alliierten auszuliefern. Der Besitz der Ge­wehre sei ein politisches Gesahrmoment von außerordentlicher Schwere. Ihm gegenüber sei es verhältnismäßig gleichgültig, ob die Heeres­stärke 100 000, 200 000 oder 300 000 Mann be­trage. Dieser Gefahr wollten die Alliierten nicht mehr länger laufen und auch für die deutsche Regierung sei dieser Zustand höchst bedenklich.

Was gedenke die deutsche Regierung dagegen zu tun?

Es fehle ihr entweder am guten Willen oder an Macht. Die Alliierten erwarten von der deutschen Regierung

bis morgen vormittag bestimmte Pläne

wie sie die Auslieferung dieser Waffen und die Herabsetzung des Heeres auf 100 000 Mann be­werkstelligen wolle.

Reichskanzler Fehrenbach betonte hier­auf in sehr ausführlichen und lebhaften Dar­legungen die S ch w i e r i g k e i t der Aufstellung eines weiteren Planes. Wenn die Alliierten Deutschland Vertrauen schenkten und ihm die Machtmittel belassen würden, dann würden sie die Auslieferung der Waffen und die Herab­setzung des Heeres leichter bewerkstelligen können. Er mache auch darauf aufmerksam, daß die Wiedergutmachungsforderungen der Alliier­ten von dem Bestehen einer genügend großen Wehrmacht in Deutschland abhängig sei.

In scharfer Weise erwiderte darauf Lloyd George, daß die Alliierten klare Da­ten und Ziffern wollten. Die Konfe­renz von Spa, die er eingeleitet habe, habe es für zweckmäßig gehalten, sich geschäftlich zu, un­terhalten. Das Sichnotenschicken hätte keinen Zweck mehr.

Minister Dr. Simons erwiderte sofort, daß wir nach Lage der Dinge nie hätten an- nehmen können, daß die militärische Frage an erster Stelle in Spa besprochen werden würde. Es sei z w ei f e l h a f t, ob wir bis morgen vor­mittag in der Lage sein würden, b e st i m m t e Pläne vorzulegen.

Lloyd George erwiderte, man werde uns genügend Zeit lassen und Minifterpräsi- bent Delacroix setzte darauf die nächste Sitzung auf Mittwoch 154 Uhr nachmittags fest.

Der Eindruck

den die 4^stündige Sitzung von gestern nach­mittag in Spa hinterließ, war, wie derBerl. Lokalanz." berichtet, der, daß die Konferenz ein ernstes Stadium erreicht habe. Am Be­ginn der Sitzung habe es so ausgesehen, als ob die Verhandlungen überhaupt abgebrochen würden, da Lloyd George die Rede des deutschen Reichswehrministers so verstand, als ob Deutsch­land den Vertrag von Versailles nicht erfüllen wolle. Der Außenminister Simons habe dann die Situation gerettet, indem er die Er­klärung abgab, daß Deutschland ja den Vertrag erfüllen wolle, daß man nur

einen gemeinsamen Wege finden muffe.

Eine zweite scharfe Zuspitzung er­folgte, als Lloyd George die Ausführungen des Reichskanzlers damit beantwortete, daß er scharf die Alliierten wollten endlich klare S-dten und Ziffern sehen. Er wünsche Tatsachen und zwar bis zu einem Bestimmten Termin. Mi­nister Simons erwiderte, daß er nicht bestimmt sagen könne, ob wir zu dem festgesetzten Termin, nämlich heute vormittag, diese Ziffern liefern könnten.

DemBerl. Tagebl." wird aus Spa berich­tet, es würden sehr umfangreiche An­strengungen gemacht, um eine Attnosphäre des Mißtcauens und der Verdächti­gung gegen Deutschland zu schaffen. In keinem Moment seit dem Waffenstillstand fei der Druck der Deutschland feindlichen Elemente in England und Frankreich so stark gewesen, wie jetzt.

Wie derVorwärts* von gutunterrichteter Seite hört, endete die zweite Sitzung von Spa oh n e Einvernehmen. Das Programm des Reichswehcministers scheine keinen Beisall ge­funden zu haben.

Der gestrige Havas-Bericht über die Sitzung der Konferenz in Spa bemerkt zum Schluß: Die deutsche Delegation legte bei dieser Diskussion große Würde und Wohlan- ständigkeit an den Tag, hatte aber nichts­destoweniger die Absicht, die Vertagung der Diskussion der Entwaffnungsfiage Herbei- zuführen und zwar vor aflenu mn Zeit zu ge­winnen. Die deutsche Delegation sucht die Ent­waffnungsfiage zu umgehen unter dem Vor- wande der Abwesenheit seiner militärischen Sachverständigen, während doch die deutschen Sachverständigen gestern mit den: Rest der Dele­gation angekommen sind.

Die belgischen Morgenblätter bringen alle Berichte über die gestrige Sitzung, größtenteils unter Anlehnung an das amtliche belgische Kommunique mit unwesentlichen Ab­weichungen. Die Vertagung der Kon feren: wird bisher nicht kommentiert. Immerhin deuten Ueberschristen wie z. B.Ein Theatercoup", Der erste Zwischenfall" darauf hin, wie man die Sache auf alliierter Seite aufgefaßt wissen will.Le Soir" bringt in Sperrdruck eine an­scheinend offizielle Notiz, worin es heißt:In alliierten Kreisen betrachtet man die Be­sprechung als ausgezeichnet in ihren möglichen Ergebnissen. Sie bewies in erster Linie, daß die deutsche Taktik, die darin besteht, die vorherigen Bösprechungen über die Entwaffnung zu ver- meiben (die Deutschen hatten die Ankunft des Reichswehrministers und des Generals v. Seeckt verschoben) scheiterte. Die Sitzung beweist auch die Einmütigkeit der Alliierten in diesem Punkte. Man beachtete besonders die Energie, womit Lloyd George der deutschen Delegation den un­beugsamen Willen der Alliierten bezüglich des Programms der Konferenz mitteilte.

Die Berichterstatter der Pariser Presse sind gestern abend von Fehrenbach empfangen worden, der ihnen erklärte, daß die deutsche De- legation von dem Wunsche geleitet sei, zu einem

Ergebnis zu gelangen. Die Pariser Presse glaubt jedoch dies in Frage stellen zu müssen, Die Blätter sagen sich, es werde den Deutsch« jetzt in Spa Gelegenheit gegeben, ihren guten Willen zu beweisen. Sie behaupten, die Deut­schen hätten sich der Diskussion entziehen wollen. Die deutschen Vertreter hätten versucht, die Einigkeit der Verbündeten auf die Probe zu stellen. Einige Blätter, so namentlich derPettt Parisien" und das.Pettt Journal* gebrauch« sogar das WortObstruktion", offenbar aber nur, um umso schmetternder von dem Siege ba Verbündeten zu reden, den diese gestern über du Deutschen erzielt hätten, weil die Vertreter d« Verbündeten den Deutschen bewiesen hätten daß sie Herr der Lage bleiben wollen. DasPetü Parisien" meint, man habe die größte Mühe aa den guten Willen der Deutschen zu glauben. Die deutsche Delegation habe eine große Ungeschick­lichkeit begangen, aber sie hätte durch ihr Ver­halten die Einheitsfront der Alliierten wieder- hergestellt. Pertinax meint imEcho de Pacis* Deutschland versuche auf dem Wege über Konr- missionsberatungen die ständige Aufnahme iw Obersten Rat zu erwirken. Wenn allerdings her Bolschewismus Warschau bedrohe fragt das Blatt ob dann nicht die Ententemächte die Zusammenarbeit mit ihren ehemaligen Feinden nötig hätte.

Reichskanzler Fehrenbach

empfing gestern nachmittag die anwesenden Der» tretet der deutschen Presse und etwa 60 aus­ländische Journalisten. Er erklärte ihnen:

Die Hoffnungen und Ziele der deutsch« Delegation faßte ich bereits in Berlin in meiner beiden letzten Reichstagsreden zusammen. Wir sehen die Konferenz in Spa nicht unter natto- nalem, sondern internationalem Ge- sichrspunkt. Der unglückselige Krieg hat überall Verwüstungen an gerichtet, nicht nur da, wo die Kriegsfurie tobte, sondern überall, auch in Deutschland. Wir sind bereit, ehrlich am Wie­deraufbau der Welt zu arbeiten und zu unserem Teile, soweit dies im Bereiche der Möglichkeit liegt, den Vertrag von Versailles zu erfüllen. Was uns zu erfüllen unmöglich erscheint, werde ich niemals versprechen. Ich hebe das ausdrücklich hervor, weil wir

mit gutein, ehrlichen Willen hierhergekomme« sind, den Friedensvertrag zu erfüllen.

Das hängt von unserer Leistungsfähigkeit ab. Unsere Leistungsfähigkeit hängt von einer Reihe von Faktoren ob, auf die ich kurz eingeben will. Die Leistungsfähigkeit hängt von der Ruhe im Innern ab. Unser Volk ist durch den Krieg zermürbt, hungert und ist vielfach arbeitslos. Das erklärt die Unruhen unter denen wie zu leiden chaben. Unser Hauptaugenmett mußte, da alle einheimische Produktion nicht ausreicht, darauf gerichtet sein, Lebensmittel aus den: Aus land zu beschaffen, um unsei Volk zu ernähren, und Rohstoffe, um unsere Industrie zu beschäftigen. Wenn diese Beding ungen erfüllt sind, erhoffen wir in Deutsch­land ein Wiederaufblühen der Industrie, das uns ermöglicht, zu den u n g e h e u r e n Steuern auch noch bie der W i e d e r g u t ina ch u n g s - l aste n in gewissem Umfange auf uns zu nehmen."

Am Schlüsse der Darlegungen betonte der Reichskanzler, die Presse habe in Spa eine große Aufgabe zu erfüllen, und die Menschheit könne ihr dankbar sein, wenn sie zu ihrem Teil am Friedenswerk mitarbeite. Ec schloß:Wir be­grüßen mit Genugtuung, daß wir hier in Spo Gelegenheit haben, in kontradiktorischen Ver­handlungen mit den Alliierten unsere wirtschaft, liche Lage und die sich aus ihr ergebende Lei­stungsfähigkeit Deutschlands zu besprechen."

Die Danziger Frage abgesetzt»

WB. Spa, 6- Juli. Von zuständiger Seit« wird mitgeteitt, daß bei der gestrigen erster Sitzung der Konferenz als letzter Programm- punkt die Danziger Frage aufgestellt war. Du deutsche Delegation hatte keinen Einspruch da­gegen erhoben, da angenommen werden konnte daß in Verbindung damit sämtliche schwebenden Osrfragen erörtert werden sollten Da es sich um ein Mißverständnis handelte, ist die Danziger Frage wieder zurückgestellt word^en. Die bereits nach Spa gebetenen deutschen Sach­verständigen in dieser Angelegenheit werden dre Reise deshalb nach Spa vorläufig nicht antreten.

Sünnes bei Millerand.

WB. Paris, 6. Juli. (Havas.) Der Sonder­berichterstatter desPlatin" in Spa telegraphiert einem Blatte: Gestern hatte Hugo Stinnes, der von Köln aetonunen war. eine lange Zusammen«