Einzelbild herunterladen
 

' '

Einrückungsg ebü 5r: Die8gesp.Kolonelzeileod.

' deren Raum 1 Mk.. die 4gesp. Zeile i. Neklame- ! teil 3. Mk.. WJyTeuerungszusLl. Offertgebühr ZOPfg. Bezugspreis: Vierteljährlich 12.90 Mk., monatl. 4.30 Mk.. für Postbezug vierteljährl. 12.90 Mark, monatl. 4.30 Mk. Die Nummer 20 Pfg.

Postscheck-Konto Nr. 26659, Frankfurt a. M.

General-Anzeiger

AmMches Organ für SkM- und Landkreis Kanon

Erscheint täglich mit Ausnahme bekrönn- und Feiertage

Verlagsleitung: Ad. Jndermuble.

Verantwortlich: für politischen und allgemeinen Teil i.V.:W.Morite: für lokalenu.vrovimiÄen Teil sowie Sport W. Moritz: für Anzeigen und Reklamen A. Brodt. alle in Hanau a.M. Rotationsdruckd.Waisenhausbuchdruckerei Hanan Fernsprechanschlüsse Nr. 1237 und 1238

Nr. 156

E&SS2%£3föS&3Si£3S33QS55ES£Z£^

Dienstag den 6. Juli

mmMnwraawHHwamramiWMMiiMiM

1926

Das Neueste.

; ,Die Ankunft der deutschen Delegation in Spa ist ehne Zwischenfall verlaufen.

Die Frage der Präsidentenwahl soll nach einer Meldung der Germania noch keineswegs spruchreif ein. Der Wunsch der ReichSregierung sowohl, wie »er deS Reichstages gingen dahin, daß Reichspräsident ßbert diS auf weiteres sein Amt behalten möge. Es Bei anzimehmeu, daß er diesem Wunsche willfahren Werde.

Das Reuter-Büro meldet den Beginn einer großen Offensive der russischen roten Armee. Längs der wlnischen Grenze sind 72 bolschewistische Divisionen versammelt. DieTimes" melden, daß die roten Truppen MinSk, Lemberg und Nowno genommen hätten.

Mehr Arbett!

An 'aufrichtiges Wort tut not im Augenblick, in dem die schicksalsvollen Verhandlungen in Spa ihren Anfang genommen- haben, aufrichtig gegenüber unseren Gegnern und uns selbst. Wenn wir auf dem Verhandlungstisch alle die Nachweise niederlegen wollen, aus denen sich unsere Notlage und die Unmöglichkeit ergibt, zu erfüllen, was der Vertrag von Versailles von uns verlangt, so müssen wir zugleich auch den Beweis erbringen, daß wir die Erfüllung gerech­ter Forderungen nicht sabotieren wollen. Was aber haben wir zu tun, um solchen Forderungen auch unsererseits gerecht zu werden? Daß der Vertrag von Versailles in wesentlichen Teilen unhaltbar ist, gestehen sich im Stillen heute, ein .halbes Jahr nach seiner Inkraftsetzung, auch in sdLiz.seherischen Ländern alle Einsichtigen be- rreMeM^-und -WWtenteTeatei ESNvWML s sich von solcher Einsicht schwerlich ousfchließen. Aber nehmen wir den günstigen Fall an: daß sie offen zugestehen wollten, es sei so, sie wären bereit, auf unmögliche Forderungen zu verzich­ten; so würde doch auch eine sehr weitgehende Milderung deS Versailler Vertrages uns auch schwere Lasten omferlegen. Wir haben selbst in Versailles angeboten, hundert Milliarden Gold- Mark zu zahlen, ohne Zinsen. Davon würde ab­gehen, was wir bereits geleistet haben, schätz­ungsweise etwa 40 Milliarden Mark Gold. Nun waoe auseinanderzusetzen, warum das Angebot, wettere 60 Milliarden zu entrichten, nicht auf- vecht erhalten werden kann: weil dabei weder mich der Entziehung unserer Handelsflotte noch mit der Einziehung alles deutschen De- sitzes im Ausland gerechnet wurde, son­dern gerade damit, daß dieser Besitz und .unsere große Handelsflotte uns Erträgnisse abwerfen würden, die gegenüber einer schon im Frieden zuletzt passiven deutschen Handelsbilanz He Zahlungsbilanz Deutschlands stark aktiv mache und aus diesem Aktivum uns Leistungen von anfänglich einer Milliarde Mark im Jahr und später mehr ermöglichen würde. Aber es genügt natürlich nicht, solche- Erklärungen beizu- iringen. Auch wenn man ihnen glaubt, wird man uns fragen: Wieviel wollt ihr also bezahlen und womit? Schulden kann ein Staat und ein Einzelner nur durch Arbeit, nur durch Mehr­arbeit über den eigenen Verbrauch hinaus be­zahlen. Die Frage, auf die wir in Spa Antwort zu geben haben, ist also keine, andere als diese: Auf welche Art will Deutschland, dessen Arbeits­leistung heute noch nicht einmal seinen eigenen Verbrauch deckt, seine Arbeit steigern, und mit welchen MehrerträWissen dieser Arbeit können seine Gläubiger zuversichtlich rechnen? Davon hängt alles ab; nicht bloß die Möglichkeit für unsere Gegner, auf die deutschen Zahlungsver­sprechungen hin Anleihen auszunehmen, aus denen in erster Linie die'unaufschiebbaren Ent­schädigungen zu bestreiten wären, sondern auch die Möglichkeit für uns, Kredite für Lebensmittel und Rohstoffe zu erlangen.

Die Antwort in Spa hat die deutsche Re- sierung zu geben, aber die Frage von Spa, wie Deutschland zu höherer Arbeitsleistung gelangen will, richtet sich vor allem an die deutsche Arbei­terschaft, und deshalb ist es zu bedauern, daß der Regierung, die Deutschland in Spa vertritt, sucht auch Vertreter des größten Teils der deut­schen Arbeiterschaft angehören. Aber das ver­engert die Verantwortlichkeit dieser Arbeiter­schaft für Spa keineswegs. Da es sich jetzt um die praktische Durchführung des Friedensvertrages handelt, kann man nicht darüber hinwegkommen, daß zuerst die Unabhängigen die Unterzeichnung dieses Vertrages verlangt haben und daß dann die Mehrheitssozialisten sie vollzogen haben. Es war «ine traurige Verirrung, daß der.Partei- dorstand der Sozialdemokratie in einem geheimen Rundschreiben vom 9. Juni der Hoffnung Aus­

druck gab, es werde eine Rechtsregierung zu­stande kommen, die dann durch die Notwendigkeit, in Spa schwerster Belastung Deutschlands zuzü- stimmen, diskreditiert werden würde. Denn in Spa handelt es sich wahrhaftig um Größeres als um die Aussichten dieser oder jener deutschen Partei:" Die Zukunft Deutschlands steht auf dem Spiel, und bas ist auch die Zukunft der deutschen Arbeiterschaft. Die sozialdemokratische Reichs- tagsstaktion hat sich von der Verirrung jenes Rundschreibens losgesagt, indem sie der Regie­rung für Spa ihre moralische Unterstützung ge­liehen hat. Aber damit ist noch wenig getan. Die deutsche Arbeiterschaft wird die Regierung auch praktisch unterstützen müssen, wenn irgendwelche Verpflichtungen, die wir in Spa auf uns nehmen müssen, erfüllt werden sollen. Indem sich die Sozialdemokratie von der Regierung zurückzog, hat sie erklärt, sozusagen auf Wache stehen Hu wollen, damit die Errungenschaften der Zeit, in der sie selbst am Steuer stand, nicht gefährdet würden. Wenn aber diese Errungenschaften, die eine starke Verminderung der deut­schen Arbeitsleistung bedeutet haben, unan­tastbar bleiben sollen, wie denkt man sich die Er­höhung der deutschen Arbeitsleistung? Man wird einwenden, daß eine solche Erhöhung zunächst von der verbesserten Ernährung der Arbeiter­schaft zu erwarten sei. Aber der Ernährungs­minister hat soeben mitgeteilt, daß die Produk­tionskosten der deutschen Landwirtschaft seit Be­ginn des Jahres 1920 um etwa 70 Prozent ge­stiegen sind, hauptsächlich infolge erhöhter Löhne der ländlichen Arbeiterschaft und, wie hinzu- zufügen ist, infolge ihrer verringerten Arbeits­leistung. Wie steht es, wenn dieser Entwicklung nicht Einhalt getan wird, mit den Aussichten auf bessere Ernährung der Industriearbeiter? Man mag unsere Verhältnisse von welcher Seite auch tm-ktier.b^«lLLLLNi. Las..legte.Wort wird allemal lauten:'Mehr Arbeit! und wer das nicht hören will, der wird fühlen müssen, was die Weigerung bedeutet.

Die Tage von Spa.

Die Reise der deutschen Delegation nach Spa ist ohne Zwischenfall verlaufen. Bei der Ankunft auf dem Spaer Bahnhof, der zu Ehren der später eintreffenden interalliierten Delegierten reich beflagg t und militärisch ab gesperrt war, h atte sich eine zahlreiche Menschenmenge eingefunden, die jedoch mehr aus Neugierigen bestand, die etwas sehen wollten. Nur aus einem Lokalzuge, der unmittelbar hinter dein Zuge der deutschen Dele­gation hielt, wurden Rufe laut: Aha! Les Boches! Trotzdem klangen sie mehr neugierig als gehässig. Auf dem Bahnhof standen Staatsauto­mobile mit je einem belgischen Gendarm neben dem Chauffeur, die die Mitglieder der Delega- tidn in rasender Fahrt in ihre Quartiere brach­ten. Der Regen hatte ziemlich nachgelassen. In den Straßen war ^ine zahlreiche Menschenmenge, welche die Mitglieder der Delegation neugierig anstaerte. Der Reichskanzler mit Dr. Simons und Staatssekretär Albert begab sich sofort nach der Villa des Chorbiers, die noch vor kurzen: der Prinz Louis Napoleon bewohnte. Die Villa liegt auf ber Höhe hinter Spa, einsam hinter Bäumen und Wiesen. Der Hauptteil der Dele­gation begab sich in das gleichfalls auf der An­höhe hinter Spa gelegene Hotel Anette et Lubin, dem eigentlichen Hauptquartier der Deutschen, während kleinere Teile in den Villen des Mon- tagnes, de la Derasso und Margquerite unter­gebracht wurden. Im Hotel Anette st Lubin wartete bereits eine Anzahl Journalisten auf den Pressechef Dr. Führ, der unermüdlich tätig war und allen Auskunft erteilte. Am späten Nach­mittag gewährte der Minister des Aeußern Dr. Simons einer großen Anzahl von Pressevertre- tern ein Interview.

Dte erste Besprechung der Konferenz fand gestern vormittag 11 Uhr im Schloß de la Freineuse unter dem Vorsitz des belgischen Mi­nisterpräsidenten Delacroix statt. An der Kon­ferenz nahmen Teil von belgischer Seite M- nisterpräsident Delacroix, der Minister des Aeu­ßern Hymans und bei Minister des Innern Jaspar, von englischer Seite Premierminister Lloyd George, Staatssekretär des Aeußern Lord Curzon und Sir L. Worthington Evans, von französischer Seite Ministerpräsident Millerand, Finanzminister Marsal und der Minister der öffentlichen Arbeiten l'Trocquer, von italienscher Seite der Mnister d^s Aeußern Graf Sforza und Bertolini, von japanischer Seite der Botschafter in London Graf Chinda, von deutscher Seite Reichskanzler Fehrenbach, Minister des Aeußern Dr. Simons, Finanzminister Dr. Wirth und Er- nährungsmin-ister Hermes. Sofort nach Ein­

treffen der deutschen Delegierten, denen an der linken Seite des hufeisenförmig aufgestellten Tflches Plätze neben den Japanern reserviert waren, wurde ohne formelle Begrüßung in die Verhandlungen eingetreten und zunächst die Tagesordnung festgesetzt, welche die folgenden Puntte umfassen soll:

Durchführung der militärischen Bedingungen des Friedensverttages, die Frage der Wieder­gutmachungen, die Kohlenfrage, die Frage der Durchführung der Bestrafung der sogenannten Kriegsverbrechen, die Danziger Frage.

Fehrenbach erklärte hierauf, nachdem er seiner Genugtuung über das Zustandekommen kontradiktorischer Verhandlungen Ausdruck ge­geben hatte, daß es der feste Wille der deutschen Delegation und des ganzen deutschen Volkes sei, die Friedensbedingungen loyal durch zuführen. Zur Behandlung der militärischen Frage würde allerdings die Anwesenheit des Reichswehrmi­nisters und des Generals v. Seeckt notwendig sein, die, als man gestern von der bevorstehenden Erörterung der militärischen Frage erfahren habe, sofort dringend herbeigebeten worden seien, aber nicht vor morgen nachmittag eintreffen könnten^ Die Konferenz beschloß, die Ankunft der Herren abzuwarten. Auf die Frage des Reichskanzlers, ob vielleicht zu der Besprechung der Bestrafung die Anwesenheit des deutschen Justizministers erforderlich sei, wurde mitgeteilt, daß sie dringend erwünscht sei. Es würden übri­gens auch der englische Lordkanzler und der fran­zösische Justizminister erscheinen. Nachdem Reichskanzler Fehrenbach darauf aufmerksam ge­macht hatte, daß der deutsche Justizminister gleichzeitig Vizekanzler sei und da der Reichstag jetzt tage, eine gleichzeitige längere Abwesenheit des Reichskanzlers und Vizekanzlers zu Unzu- iräglüMeiten führen würde, beschloß die Kon­ferenz,' die. Bestrafung bereits.aW_Zon«ersttlS zu besprechen. Die Konferenz vertagte sich hierauf. Melchior und Professor Bonn sind zur Teil­nahme an den Besprechungen der Konferenz hier eingetroffen

Der erste Meinungsaustausch.

Die erste Sitzung der Konferenz stand im Zeichen einer Sensation. Bei Beginn der Sitzung unterrichtete der Vorsitzende Dela­croix die deutsche Delegation darüber, daß die Alliierten gemäß der beschlossenen Tagesord­nung zuerstdiemilitärischenFragen zu diskutieren wünschten. Reichskanzler Fehren­bach antwortete darauf, daß die Vertreter Deutschlands die Behandlung der wirtschaft­lichen F r a g e n a n e r st e r Stelle erwar­teten. Reichswehcminister Geßler und der mili­tärische Sachverständige General Seekt seien noch nicht in Spa eingetroffen. Ohne ihre Anwesen­heit würde es unmöglich sein, an die militäri­schen Fragen heranzutreten. Nachdem Delacroix mit den alliierten Kollegen über eine eventuelle Aenderung der Tagesordnung gesprochen hatte, teilte er der deutschen Delegation mit, daß die Konferenz zur Besprechung der Abrüstung in Deutschland die kompetenten Vertreter abwarten wolle. Der Reichskanzler erklärte, die Diskussion über diesen Gegenstand könne am Dienstag nach­mittag ausgenommen werden, da die Herren Geßler und Seeckt gegen 2 Uhr nachmittags an- lommen würden. Der erste Meinungsaustausch vollzog sich in durchaus höflicher Form. Die Deutschen zeigten eine würdige und reservierte Haltung. Um 11.50 Uhr vormittags wurde die Sitzung auf Dienstag nachmittag 3 Uhr vertagt. fBis dahin werden die Alliierten unter sich Be­sprechungen abhatten über die noch schwebenden Fragen.

Der Sonderberichterstatter desTemps" sagt: Nach Beendigung der ersten Sitzung der Kon­ferenz

sei der Eindruck nicht schlecht, obzwar es klar sei, daß die Deutschen Zeit zu gewinnen suchten. Man habe jetzt das Gefühl, daß die Deutschen zu begreifen schienen, daß sie nur etwas Ernstliches für ihre Wiederaufrichtung unternehmen könnten mit Unterstützung der Alliierten. Die Alliierten hätten jedoch kein Ver- trauen mehr in die Deutschen hinsichtlich der Ausführung des Friedensverttages. Jede wirt­schaftliche und finanzielle Zusammenarbeit mit ihnen könne nur praktisch werden, wenn die deutsche Tätigkeit auf allen Gebieten streng über­wacht werden könnte. Das schienen die Disposi­tionen zu sein, unter denen bie große Debatte beginne. *

WB. Paris, 5. Juli. Pectinox, der Sonderbe­richterstatter desEcho de Paris", berichtet aus Spa: Ich habe gestern den Eindruck gehabt, daß

der französische Antrag angenommen werden wird, internationale Kontrollkommissionen an bie jenigen deutschen Städte zu entsenden, durch beten Bahnhöfe die deutschen Kohlenttansport« geben werden. Die französischen und bie eng­lischen Sachverständigen sollen sich gestern vor« mittag über diesen Gegenstand geäußert haben. Lloyd George jedoch habe den Antrag mit Schärfe zurückgewiesen.

Außenminister Simons warnt.

WB. PariS, 5. Juli. Sauerwein, der Sonder» berichterstatter desMatin" in Brüssel, hat den deutscher Minister des Aeußeren Simons gestern in Spa ge­sprochen. Simons erklärte:Natürlich werden wir Vorschläge machen. Kein vernünftiger Mensch kann von uns verlangen, daß wir eine runde Summe oder feststehende JahreSzahlungen in Vorschlag bringen. Ueberlegen Sie doch: Wenn wir den augenblicklichen Stand Deutschlands und seine gegenwärtige Zahlung». Möglichkeit in Betracht zögen, würden unsere Ziffern bei unserem Partner nur den Svott herausfordern und man würde alsdann über unseren schlechten Willen schreien. Wenn wir aber eine Ziffer nennen würden, die sich mehr oder weniger derjenigen näbert, die wir als die Forderung der Alliierten ansehen, dann würd« man mit Recht sagen: Wir bluffen oder wir sprechen nicht ernst. Wir werden Jahreszahlungen vorschlagen, bie im Verhältnis stehen zur Wiederherstellung unsere« Landes. Laßt uns wissen, welche Existenz man uns bereiten will, damit Wir ernstlich sagen können, wie­viel wir zu zahlen in der Lage sind. Werden wir Oberschlesien besitzen oder nicht? Diese Frage soll durch eine Volksabstimmung entschieden werden, aber es ist sehr einleuchtend, daß von dem Ergebnis dieser Volksabstimmung eine Steigerung oder wesentliche Verminderung unserer Zahlungsfähigkeit abhäugen wird. Werden Wir Kredite bekommen und die Mög­lichkeit haben, Rohmaterial zu bekommen? Wir können von Ziffern sprechen, wenn wir über unsere Existenz- mögff bteit in der Zukunft im klaren sind. Eine andere Sprache können wir nicht führen."

Einem Korrespondenten derChicago Tribune" - erklärte Simons:Vergessen Sie nicht, daß die beiden »i&Siist ffl-rrt-'eu in .Deutschland Arbeiterparteien sind. Sknmnen die Arbeiter oen Ävwüchuögrr. nicht zu, dann werden sie ein beschriebenes Blatt Papier bleiben ohne jede Ausführungs» m ö g l i ch k e i t."

110 Milliarden Gold-Mark ?

WB. Paris, 5. Juli Der Sonderberichirr« skatter besMottn" will wissen, daß man von Deutschland in Spa 110 Milliarden Gold-Matt verlangen werde. Diese Summe sei auf bet Kon­ferenz in Brüssel festgesetzt worden. Frankreich werde demnach 61,5 Milliarden Gold-Matt er­halten.

Der unzufriedene Poinear«.

Paris, 6. Juli. Der ehemalige Präfideitt der französischen Republik Poincars veröffenlicht heute seinen fälligen Arttkel imMattn", aus dem hervorgeht, daß er sich immer noch nicht mit der Konferenz in Spa abgefunden hat. Der Gedanke einer nochmaligen Zusammenkunft in Spa sei von Frankreich nicht ausgegangen Die Kur, die in Spa genommen werden solle, sei unpolitisch. Poincars meint, Deutschland sei be­gehrlich geworden durch die Konzessionen, du es bereits erhalten habe, und es schicke sich an, neue zu verlangen. Es mache das Recht auf die Kohlenfelder von Oberschlesien geltend, auf eine Armee von 200 000 Mann und darauf, daß man ihm vor allen Dingen die Ernährung des Volkes und die Belieferung mit Rohmaterial sicherstelle, die Besatzungsfrist abkürze und die Truppenzahl am Rhein vermindere. Kurz und gut; ein Jahr und acht Tage, nachdem man die feierliche Verpflichtung übernommen habe, die Versailler Bedingungen zu erfüllen, kündige man diese Verpflichtungen, um sich davon zu befreien. Die Worte, die Präsident Ebert an den neu. ernannten französischen Botschafter in Berlin gerichtet habe, berechtigen noch Poincars zu den größten Hoffnungen auf eine glückliche Zukunft, aber die Gegenwart lasse alles vermissen. Deutschland müsse damit beginnen die Waffen niederzulegen und zu bezahlen. Um seine Ab­sichten kennen zu lernen, habe man nicht nötig, die ganze Session in Spa zu bleiben.

Volkslag für Oberfchleften.

WB. Görlitz, 5. Juli. Wie in zahlreichen an» deren schlesischen Städten fand auch hier gestern anläßlich des Volkstages zur Erhaltung Ober­schlesiens bei Deutschland und als Protest gegen bie polnischen Umtriebe ein vom Verein Heimats- treuer Oberschlesier verunstalteter Demonstra- tionszug statt, woran Vereine, Schulen usw., im ganzen etwa 3000 Personen teilnahmen. Gleich- zeitig nahm gestern unter zahlreichem Zuspruch von außerhalb die Görlitzer Sportwoche ihres Anfang.