Einzelbild herunterladen
 
  

Nr. 151

Mittwoch den 38. Juni

Seite 8

* Der Abgabepreis für Magarine seitens I »es Reichsausschusses für pflanzliche und tierische I Dete und Fette ist nom Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft vom 1. Juli | [920 ab von Mk. 21. auf Mk. 16. pro I Kilogramm herabgesetzt worden.

Hk. Vertretungen ausländischer Staate« in I Frankfurt. Ein Verzeichnis dieser Vertretungen (Konsulate usw.) liegt auf der Handelskammer | zur Einsichtnahme auf.

I Hk. Wertangabe bei Auslaudspostsendnngen. I Um den Absendern von Wertsendungen im Aus- I .landsverkehr die Möglichkeit zu geben, den In­halt der Sendungen wesentlich höher als jetzt I und zwar bis zur Höchstgrenze der im Beftim- k mungSlande zugelassenen Wertangabe zu ver­sichern, soll vom 1. JM an bei Briefen, Paketen I und Kästchen mit Wertangabe nach dem Ausland der Wertbetrag vom Absender nicht mehr in der I Mrk-, sondern in der Frankenwährung ange­geben werden. Bei Wertsendungen nach dem s Freistaat Danzig, dem Memelgebiet, der 1. Zone I des Abstimmungsgebietes Schleswig, Oesterreich 1 und Ungarn sowie bei Wertpaketen nach Luxem­burg und der Tschechoflowakei ist vorläufig I der Wert noch in der Markwährung anzugeben.

Bei Schadenersatzleistungen im Auslandsveckechr ' rechnen die Postanstalten vom 1- Juli an den 1 Franken nach dem für die Gebührenerhebung geltenden deutschen Gegenwert in die Reichs­mark um.

* Der Hammer Kreisobstbauverein hält am Sonntag den 4. Juli, nachmittags 2 Uhr, eine Wanderversammlung in Windecken im ILöwen" ab. Auf der Tagesordnung stehen I zwei Vorträge:Die Organisation des neuzeit­lichen Obstbaues", Referent Herr H. Jost, Ostheim, undDer Spalier- und Vuschobstbau mit feinen I Vorteilen", Referent Herr O. Weißenberger, Langenfelbold. An die Versammlung schließt sich ein Rundgang durch den Obstmustergarten des Vereins, wobei Herr Kreisabstbautechniker Trautner Erläuterungen geben wird. Die Tagung verspricht für Obst- und Gartenbau- ireunbe sehr interessant zu werden.

* Rentenzahlung bei der Post. Die Aus- Yhlung der Invaliden-, Alters-, Kranken-, Unfall- lsw. Renten finden Donnerstag den 1. und Zrettag den 2. Juli, jedesmal von 812 Uhr vormittags und von 25 Uhr nachmittags statt. Born 1. Juli 1920 an erhalten die Empfänger nner Invalidenrente (I), Altersrente (A) oder Krankenrente (K) statt der bisherigen Zulage von 20 Mk. eine Zulage von 30 Mk. monatlich, die Empfänger einer Witwenrente (Wttwerrente) (W) und einer Witwenkrankenrente (Wk) statt der bisherigen Zulage von 10 Mk. eine Zulage aon 15 Mk. monatlich im Voraus neben ihren sonstigen Renten. Die Empfänger einer Waisenrente (O) erhalten die neu eingeführte Zulage von monatlich 10 Mk. erst nach Eingang i besonderer ZslflMgsanweffungcu der PM sicheningsanstalren. Der Rentenbetrag und die Zulage find auf der Quittung in einer Summe mzugeben. Denjenigen Empfängern, welche, vegen ihrer Milttärrente auf die bisherigen Zulagen von 20 Mk. und von 10 Mk. monatlich (bis zum 31. Dezember 1920) und vom 1. Januar 1921 an auf keine Zulagen mehr Anspruch haben, werden die erhöhten Zulagen ab 1. Juli 1920 gezahlt unter dem Vorbehalt späterer Wiedereinziehung der überbezahlten b Beträge durch Einbehaltungvonden laufenden Zahlungen. Die Abhebung der Beträge an den festgesetzten Zahltagen ist dringend notwendig.

* Gesangsabteilung Turugemeinde. Da wir m der am Sonntag ftattfinbenbeu 60jährigen Jubiläumsfeier des Steuogvapheuv ere ins v@abel§b arger" gesanglich beteiligt sind, bitten »ir unsere Sänger, zu der heute abend statiffu- denden Hauptprobe recht zahlreich zu erscheinen.

* Direktor Spanyuth-Bodenstedt und das Hessische Landestheater. Bei der Aufstellung der Kandidaten für den Jntendanturp ten des heM- schen Landestheaters in Darmstad, wurde neben Generakn-tendant Berg-Ehlert auch Di­rektor S p a n n u t h - B o d e n si e dt zuc enge­ren Wahl gestellt. Diese Tatsache beweist, wel­cher Wertschätzung sich unserer früherer Direktor auch außerhalb Hanaus erfreut, denn die Zahl der Bewerber war groß, darunter sehr mmfyafte Büf reuleit^.

* Die 6. ordentliche Gesamtsynodr verhan­delte während ihrer Tagung in Cassel zunächst weiter über den Gesetzentwurf bett, der Kirchen­steuern. Da die Staatseinkommensbeuec als ihre Berechnungsgrundlage wegfällt, beschloß die Synode, wie das auch die altvreußische getan hat, die Uebernahme der kirchlichen Steuerver­anlagung und Erhebung auf LandesfiNanz- ämter zu beantragen. Für 1920 sollen vorbehalt­lich späterer Abrechnung die Sätze des Vorjahres gelten. Das Kircheursgiment, das nach Neu- geftaltung der kirchlichen Verfassung auf die Synoden übergeht, wie bereits in Baden, Würt­temberg, Sachsen und Oldenburg, soll einem Ge- samtkirchenausschuß als der obersten Instanz in allen innerkirchlichen Angelegenheiten übertragen werden. Die Vereinigung der in einem Kir- chenamt stehenden Lehrer hatte eine anderweitige Regelung der LettorengotieSbteufte beantragt. Die Synode empfahl, diese.Gottesdienste möglichst wieder zu beleben, und gab den Gemeinden an­heim, da wo die Befreiung des Lehrers von dem Leseg ottes dienst gewünscht wird, denselb en and ern Gemeindegliedern zu übertragen. Die Synode entschloß sich zu der in der ganzen evangel. Welt zu begehenden Feier des 400jährigen Gedächt- nistages des 18- April 1521, an dem Martin Luther sich unumwunden auf den Boden der nur innerlich gebundenen Gewissensfreiheit ge­stellt hat. Im Interesse des jetzt so hochnot­wendigen konfessionellen Friedens verwahrte sich die Synode dagegen, daß durch die 1918 erfolgte Zurücknahme der erst 1906 eingetretenen Milde­rung in der Handhabung der kanonischen Be- stinnnungen über die Mischehen diese im Falle ihrer evangelischen Einsegnung unvechüllt einer Herabwürdigung zuwilden Ehen" ausgesetzt sind. Bezüglich des durch die Not der Zeit dringend gebotenen Zusammenschlusses der Evan- glischen spricht die Synode die Zuversicht aus, daß nach Feststellung der neuen Kirchenver- sassungen der deutsch-evangelische Kirchenbund in Kürze zusammen treten wird. Sodann gedachte man der Not der äußeren und inneren Mssion durch Kriegsvergewaltigung und Teuerung und forderte die Gemeinden auf, besonders ba§ letz­tere Liebes werk der Diakoniffenh äuser, Waisen- anstalten und Jugendpflege als ein einigendes Band in unserer geistigen Zerrissenheit durch

zu bewahren.

* Kurort Milhelmsbad. Heute nachmittag von 4 Uhr ab großes Parkkonzert; ab 7 Uhr Reumon in den Kurhaussälen.

* DieFreiheit", das hier erscheinende Or­gan der kommunistischen Partei Deutschlands, wird nach einem am Sonntag auf der Bezirks- konferenz gefaßten Beschluß für die Folge nicht mehr wie bisher täglich, sondern nur noch zwei­mal wöchentlich erscheinen. Die getroffene Maßnahme wird mit dem fortwährenden Stei­gen der Papierpreise, den erhöhten Herstellungs­kosten für die Zeitung und das dadurch von Monat zu Monat größer werdende Defizit be­gründet, das durch Abonnementspreiserhöhung und freiwillige Beiträge nicht mehr gedeckt wer­den kann.

* Wartburgverein. Heute abend V» 8 Uhr Turnen in der Bezirksschule II.

Herbert dachte soeben daran, daß er ja nun igentlich m aller Form bei Frau Steinbrech t litt Britta anhalten mußte. Er erinnerte sich Es Gesprächs mit der alten Dame, als er ihr ' Äne Liebe zu Britta gebeichtet hatte.

Lassen Sie mir Britta noch ein Weilchen, w ist mir teuer geworden," hatte sie damals ge­legt. Aber seine Liebe hatte sie gebilligt. Wie gut, daß er damals schon gesprochen, sonst wäre er ihr wohl morgen als Mitgiftjäger erschienen.

Unruhig wartete er darauf, daß Theo sich ntfernen sollte. In seiner Gegenwart wollte er 2nkÄ und Tante von seinem Glück nicht Mit- Mung machen.

Zum Glück hatte Theo für den Abend eine Einladung und entfernte sich bald.

Sobald Herbert mit den alten Leuten allein war, berichtete er zunächst von seinem Avance­ment und dann von seiner Verlobung mit Britta.

Das gab eine Uebecraschung.

Frau Dr. Frensen weinte vor Freude, daß Herbert ein solches Glück errungen und zu- sieich vor Herzeleid, daß Theo nicht ebenfalls so glücklich sein konnte.

Sie sprach das auch aus.

Ihr Gatte lachte und schüttelte Herbert vor Freude an den Schultern.

Alle beide können das Prachtmädel doch licht haben! Aber da sich der Teufelsjunge hier tun mal mit ihr verlobt hat, wollen wir froh ün, daß wenigstens einer sie bekommt. Sieh ihn wch nur an, Alte er strahlt ja vor Glück! Nuß ja auch arg tief sitzen, die Liebe, wenn lnser besonnener Herbert so leichtsinnig ist, sich mit einem armen Mädel zu verloben! Gelt, Herbert nun bist du aber doch froh, daß es f» gekommen ist?"

Herbert machte ein ernstes Gesicht, dann regte er:

Nein, es freut mich gar nicht, daß Britta «au. Steirrbrechts ^Exbfn wird! .Aus meint®

Hand sollte Britta alles empfangen, das hielt ich für ein hohes Glück."

Den alten Herrschaften wurden die Augen feucht.

Hast recht, Herbert, der Jugend die Ideale. Zur Realisttk kommt man noch ftüh genug. Und schön ist.es doch, daß ihr euch gefunden habt, ehe das Gold eine Rolle spielte. Daß es aber vorhanden sein wird, das laß dir nicht leid tun, mein Junge."

Es soll jedenfalls keinen Schatten auf unser Glück werfen. Ich liebe Britta allein alles andere ist Nebensache."

Wie schade, daß du uns das nicht vorhin schon gesagt hast, Herbert. Nun hat es Theo

nicht erfahren," sagte Fvau Dr. Frensen leisem Vorwurf.

Herbert küßte sie zärtlich-

Nur ihr beiiden sollt es heute wissen!'

mit

Aber Theo gehört doch zur Familie."

Gewiß, Tantchen. Aber für Theo soll noch ein Geheimnis bleiben bis ich mit Frau

es

Steinbrecht gesprochen habe."

Nun, wie du willst. Ach, du Herzensjunge ich bim gmiz närrisch glücklich, daß das liebe Mädchen nun zu uns gehört. Lieb habe ich ste, seit sie mich zum erstenmale mit ihren schönen goldnen Augen ansah."

Herbert mußte zum Abendessen bleiben. Die beiden alten Leute wollten noch allerlei von ihm hören.

Britta war am nächsten Morgen früher als sonst ausgestanden. Die glückliche Unruhe trieb sie schon vor der verabredeten Zeit hinaus in den Park. Mit einem raschen Blick spähte sie die Klausstraße hinauf. Sie ioar fast menschen­leer. Aber jetzt bog oben am die Ecke eine große, schlanke Männergesta'. Sie fühlte, daß es Herbert war. Schnell .> hte sie an das Pförtchen und schloß es a//

(Forts etzuna olaH

* Abschieds-Konzert der Solisten-Kapellc Erich Dörr. Die Solisten-Kapelle Erich Dörr ver­abschiedete sich gestern abend im Caiö Corso von Hanau. Welch großer Beliebtheit sich die Kapelle hier erfreute, bewies der sehr starke Besuch des Konzerts und die ihr übermittelten zahlreichen Blumenspenden. Die zum Vortrag gebrachten Musikstücke wurden mit reichem Beifall belohnt. Herr Konzertiäuger Ernst Schierniann von Frankfurt verschönte den Abend durch einige Lieder.

* Turn- und FcchMnb. (Jubiläumsfeier.) Heute abend 6 bis 7 Itbr Probe für das Barrentur­nen der Mädchenobieilung 1. 7 bis 8 Uhr Sing­stunde. 8 bis 9 Uhr Pferdturnen und Keulenschwin­gen, Kürturnen. ÄereinSkapekle. Donnerstag von 3 bis 4 Uhr Mädchenabteilung 3, von 4 bis 5 Uhr Mädchenabteilung 2, von 3/«6 bis 7 Uhr Mädchenab- teilung 1 Schwebekauten und Freiübungen, von ','-7 bis' 8 Uhr Turnerinnenabt. Freiübungen und Keulen- schivingen. Zu diesen Proben ist die Anwesenheit aller Mitglieder unbedingt erforderlich.

* Badereisen für Minderbemittelte. Einige deutsche Badeanstalten haben sich entschlossen, Minderbemittelten einen erheblichen Abschlag, zum großen Teil bis zu 50 Prozent, auf Kurtaxe und Kurmittelpreise zu gewähren. Die Höchsteiu- kommengrenze ist für diesen Zweck recht hoch auf­gesetzt. So hat die Bayerische Staatsregierung für Bad Kissingen sie auf 15 000 Mark normiert, in Bad Nanheim, Oeynhausen, Neuenahr und Wildungen sind 10 000 Mark, in Bad Pyrmont 12 000 Mark als H ö chsteinkommengrenze be­stimmt. Wer von diesem Entgegenkommen Ge­brauch zu machen wünscht, tut gut, vor Antritt seiner Badereise eine amtliche Bescheinigung über sein.letztes Jahreseinkommen und die darauf ruhenden Lasten, wie Anzahl der erziehungs- pflichiigen Kinder oder unterstützungsbedürftiger Eltern usw. beizubringen.

* Verwertung der Feldpostkarten. Es steht nichts entgegen, die aus dem Feldpostverkehr übrig gebliebenen Feld Postkarten und Feldpost- tartenbriefe im gewöhnlichen inneren deutschen Postverkehr zu verwenden, jedoch müssen der AufdruckFeldpost" und die sonstigen nicht mehr zutreffenden, borgebructten Angaben für die Feldanschrift vor der Einlieferung gestrichen werden. Die bei den Postanstalten vorhandenen Restbestände an einfachen und doppelten Feld­postkarten werden nur noch kurze Zeit zum Ver­kauf bereitgehalten. Diese Vordrucke sind wesent­lich billiger als die sonstigen amtlichen Postkar- tenformulare und außer zu Mitteilungen auch zu Büro- und ähnlichen Zwecken geeignet. Nähere Einzelheiten sind bei den Postanstalten zu erfragen.

* Kath. kaufm. Verein. Sonntag, 4. Juli, be­teiligt sich der K. K- V. an der Wallfahrt nach Maria Sternberg i. Oberhessen. Abfahrt ftüh 5.55 Uhr Hanau-Nord. Nachmittags Besichtt- gung von Jlbenstadt, dann gemütliches Beisam­mensein fürt Erbstadt und Heimfahrt.

S Landkreis Kam«.;

-8. Mittelbuchen, 29. Juni. (Streit um Teilnahme an den Gemeinde- nutzungen.) Zwischen ca. 80 hiesigen Bür­gern und dem Gemeindevorsteher war ein Pro­zeß entstanden, mit welchem sich das Oberver- waltungsgericht in Berlin jetzt zu beschäftigen hatte. Die betreffenden Bürger, welche bean­tragt hatten, sie an den Gemeindenutzungen teil- nehmen zu lassen, hatten, nachdem sie gegen den Gemeindevorsteher Klage erhoben, vor dem Be­zirksausschuß in Cassel ein obsiegendes Urteil erstritten. Gegen dieses Urteil legte der Ge­meindevorsteher Revision beim Oberverwal­tungsgericht ein und suchte nachzuweisen, daß der Anspruch der fraglichen Gemeindemitglie­der auf Teilnahme an den Gemeindenutzungen ungerechtfertigt sei. Das Oberverwaltungsge­richt entschied auch zuungunsten der klagen den Bürger und machte geltend, vorliegend sei keine dahingehende Feststellung getroffen, in welchem Umfange die Teilnahme an den Ge- meindenutzungen erfolgen solle, da es an irgend einem Maßstab dafür mangele; es könne mithin dahingestellt bleiben, ob die erwähnten Bürger einen Anspruch auf Teilnahme an den Ge- meindenutzungen haben.

8. Windecken, 28. Juni. (Liede r t a g.) Der Niddertalsängerbund hatte für Sonntag in den Lokalitäten zur Hochmühle seinen dicsjühri- gen Liedertag einberufen. Von auswärtigen Vereinen waren erschienenEdelweiß"-Osthnm, Eintracht" - Roßdorf,Frohsinn" - Marköbel, Germania"-Gronau,Concordia"-Eichen und

b Dörnigheim, 28. Juni. (Jubiläumr. feiet). Am 26., 27. und 28. d. MtS. feierte der Ä Mitglieder zählende GesangvereinTeutonia" dar Fes seines fünfundzwanzigjährigen Bestehens, verbünde, mit Fahnenweihe. Das malerisch am Main gelegew Dorf prangte im Festesschmuck und auf dem schönen am Main gelegenen Festplatze herrschte fröhliche, Treiben. Ani Samstag abend 8 Uhr sind im Ga'd Haus zur Mainlust eine von der Emwohnerschaf starkbeiuchte akademische Feier statt, die einen würdiges Verlauf nahm. Eröffnet wurde diese Feier durch den MarschFrei weg", auSgeführt von dem Mustwerein Vorwärts in Fechenheim und den mit Orchester be< gleiteten ChorDie Himmel nihmen", vorgetragen von dem festgebenden Verein. Darruf hielt Herr Schubmachermeister Peter Bartmann eine längere, mit großem Beifall aufgenommene Ansprache über den geschichtlichen Werdegang des Vereins. Der Rednn hob unter anderem hervor:Der Verein wurde am 9. September 1895 durch 16 Männer gegründet. Vor den Gründern gehören noch 4 Mtglieder dem Bereu, an, nämlich der Weichensteller Friedrich Seng, bei Lederarbeiter Fritz Störkel und der Maurer -Heinrich Gruber. Von den im Felde gestandenen Mitgliedern haben Johann Engelhardt, Konrad Lang, Heinrich Daubert, Wilhelm Heck, Friedrich Ebert und Peter Heck den Heldentod erlitten. Der Verein beteiligte sich cn neun Gesangswcttsrreiten und wurde für gut» Leistungen achtmal preisgekrönt. Sofort nach Bo endigung des Krieges nahm der Verein feine Tätigket wieder auf und ist in erster Linie dem rührigen Vorstände mit dem unermüdlichen Dirigenten Herr, Mnsikdirektor Brodt aus Hanau das Zuftandekomm-, dieses Festes zu verdanken". Die darauf folgenden trefflich ausgeführten gesanglichen, musikalischen turnerischen Darbietungen: 1. Frühlings Einkehr, Der Nachtigall Zauberlied und Mutter, ich will en Dm« haben von Kern, vorgetragen vom Gesangverein Ein­tracht, 2. Hoch empor von Knrti, das Blümlein von Lindler, Tanzlied von Nigler, vorgetragen vom Ge­sangverein Gernicmia, 3. Auf hohe See von Heyne, Ein Wörtlein von Reuenleben, Ich lieg am Waldes­saum von Wengart, vorgetragen von der Gesangsrieg, der Freien Turnerschaft 4. Ämazonen-Ouvertüre von Kiesler, Ueber den Wellen von Kopatz, Der Rosen Hochzeitszug von Pessel, Motive aus der OperDer Freischütz" von Nagler, vorgetrngen von dem Muffk- verein Vorwärts in Fechenheim, 5. Wiener^Marsch und Potpourri von Rauke, vorgetragen vom Spessart- verein, 6. Freiübungen, Pyramidcir, Freie Turner- schaft, 7. Barrenturnen und Dekorationsreigen Turngesellschast, 8. Stabübungen und Reigen Turn­verein fanden reichen Beifall. Zum Schluß sei noch erwähnt, daß den 4 dem Verein noch angebörigen Gründern je ein Diplom und dem festgebenden Vereu« von dem Gesangverein Germania, Turnverein, Turng» sellschast, Spessartverein Gratulationen und' paffend» Geschenke überreicht wurden. Sonntag vormittags l Uhr hielt der Verein zu Ehren der gefallenen und oev storbenen Mitglieder auf dem Friedhofe eine ent­sprechende Feier ab. Nach dem GesängeWie sie so sanft ruhn" legte der Vorsitzende des Vereins, He« Joseph Krebs an sechs Gräbern je einen Kranz nieder. Um 2»/; Uhr bewegte sich ein imposanter Festzug, an dem verschiedene auswärtige Gesangvereine und sämt­liche Ortsvereine teilnahmen, durch die Hauptstraße« des Ortes. Hieran schloß sich der eigentliche Festakt auf dem Festplatze an. Herr Bürgermeister Leis hielt eine packende Festrede, die in einem dreifachen Hoch auflein freies einiges Deutschland auskloug. Alsdann brächte ein gemischter Chor/ bestehen'' aus 42 Mädck?« und 28 Männern, unter der Leitung des Musikd'.rekwrr Brodt das Fahnenlied aus Sängertag von Karl Gärtner, vertont Hon Friedrich Abt, meisterhaft ;« Gehör. Daran anschließend überreichte Fräulein Marie Dmibert mit passenden Worten dem Verein die neue wundervolle Fahne, die auf der feinen Seite die Inschrift trägt:Rein wie Gold, stark wie Erz, fei des Sängers Herz" und Fräulein Lina Groß eine herrliche von den Frauenunb Jungfrauen der Ver> emsmitgliedcr gestiftete FabuHschleife. Das Mitglied Herr Heinrich Nix dankte nun mit markigen Worten für die erwiesenen Ehrungen. Das darauf folgende Volksfest nahm ebenfalls einen herrlichen Verlauf. Möge das in jeder Beziehung gut gelungene Jubelfest sämtliche hiesige Gesangvereine anspornen, auch ferner mit Lust und Liebe den deutschen Männergesang zu heben und zu pflegen.

Germanta"-Kilianstädien. Die hessischen Ver­eine hatten wegen der Seuchensperre ihr Erschei­nen abgesagt. Der GesangvereinConcordia"- Windecken begrüßte durch seinen Alterspräsiden­ten, Herrn Wagner, die erschienenen Sänger und eröffnete die Feier dann mit dem Begrü- ßungschorDie Ausfahrt" von Hummel. Danach sprach der Bundespräsident, Herr Dr. Dalquem- Heldenbergen, über die Ziele des Bundes. Da­nach eröffneteEdelweiß"-Ostheim mit 62 Sän­gern den Reigen der Chorgesänge. Die Ver­eine sangen in der ausgelosten Reihenfolge je einen Chor nach freier Wahl. Die Leistungen >er einzelnen Bundesvereine waren gut und ioten in der Mannigfaltigkeit der Darbietungen är alle Besucher einen Kunstgenuß. Der Herbst- Delegierten tag findet in Ostheim beim Bruder­vereinEdelweiß" statt, wo weitere Beschlüsse über den nächsten Liedertag gefaßt werden ollen. Das Jahr 1920 beschließt 40 Jahre Niddevtal-Sängerbund. Durch alle Fährnisse und welterschütternde Ereignisse ist der Bund rindurch gekommen. Tief sind seine Wurzeln in )ie Eigenart des Niddertales verankert und er wird auch weitere Stürme überleben, das hat der Liedertag bewiesen. Nicht unerwähnt soll bleiben, daß ein Dirigent und 70 Sänger des Bundes dem Weltkriea rum Opfer gefallen und.

Wettges (Kr. Gelnhausen), 29. Juni. Ein Ham­sterer suchte das benachbarte Lichenroth nur, um Eier und Butter zu hamstern und machte sich dabei die Häuser aus, deren Bewohner auf dem Felde waren. Dann drang er in das Haus des Landwirtes Wagner durch das Küchenfenster in die Wohnung ein, erbrach einen in der oberen Stube siebenden Schränk und stahl daraus die Summe von 670 Mark. Dann be­suchte er Wettges, hier kam er durch die Stalltüre üv das Hans des Bürgermeisters, erbrach die Stube und einen schränk und entnahm daraus den Betrag von 5000 Mark. Eine Uhr und ein Portemonnaie mit etwas Inhalt ließ er liegen.

* Würzburg, 29. Juni. Am Samstag wurdtz die 17jährige russische Kausmannstohier Nina Meschry, die bei ihrer Tante, BierbranereibentzerS-Wwe. Marie Bauer, Friedrichstraße 51, wohnte, in ihrem Zimmer ermordet ausgefunden. Frau Bauer, eine geborene Russin, hatte einem angeblich russischen Kriegsge­fangenen nahmens Eg. Golow in gastfreundlicher Weise als Landsmann ihr Haus geöffnet. Am Sams- tag kam sie von einem Ausgang nach Hause und fand den Russen in ihrer Küche lesend. Auf die Frage nach ihrer Nichte erwiderte er, sie sei mit zwei Dame« in die Stadt gegangen. Später entfernte er sich mil dem Bemerken, er könne nicht mehr warten. Als die junge Dame lange auSblieb und ihr Zimmer vcv schlössen war, wurde es geöffnet, und man fand du junge Russin ermordet. Sie war durch Hiebe, ver- mutlich mit einem Hammer auf den Hinterküpf, getötet Der Anschlag geschah auf jeden Fall, während das Mädchen am Klavier saß und spielte. Der Russe Golow ist der Tat verdächtig und flüchtig: er ist 24 bis 25 Jahre alt, angeblich aus Moskau gebürtig. Geraubt sind Goldschmuck, Armreif, 2 Ringe, eine Damenuhr.

Briefkasten.

17 AbonnentenVor dem Kanaltor-.

Warum geben Sie Ihren Namen nicht an? Für solche Mitteilungen sind wir stets dankbar, Abhilfe wird geschaffen. Sie scheinen über die Zeitungsverhältnisse in Hanau nicht genügend unterrichtet zu sein; auf Ihre mwnyme Zu, schrist hin ist es uns jedoch nicht möglich, Ihn« die nötiae Aufklärung zukommen zu lassen.

M