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Verlagsleitung: Ad. Indermüble. Verantwortlich: für volitifchen und allgemeinen Teil i.V.:W.Moritz: für lokalenu.vrovinziellen Teil iowie Sport W. Moritz: für Ameisen und Reklamen A. Brodt. affe in Hanau a. M.

Rotationsdruckd.Waisenhausbuchdruckerei Sonett Fernivrechmrichlüsie Nr. 1237 und 1238 v____ 7

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Teil i. V.: W. M o r i ; für lokalen u. vrovinziellen _ Teil sowie Sport Moritz: für Anzeigen und

AmMchss Organ str Skaöl- uns Landkreis Lanau Rotationsdruckd.Watsenhäusbuchdruckerei^Hmum I " Fermvrechcmichlüfie Nr. 1237 und 1238

Erschein! täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertags

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M. 151 Mittwoch den 3S. Juni 1926

Das Neueste.

FE eStykische» Unterhaus form gssteon wied er ÄeWxrge der Auslieferung des Kaisers zur Spräche. Lkoyd George erklärte kategorisch, daß die AMerten nicht dar«» denken, ©entölt <m- zuwenden, um die AuSlieferung des Kaisers von Holland zu erzwingen und d<ch er niemals so etwas versprochen habe.

Die «üNerte KommiWon Sesfteach die Schritte, tie nnternsmmen werden müßten, um den Pro­zeß gegen die ton den Alliierten augeschuldigten sogenannten KriegSverdrecher vor dem Reichs- gercht in Leipzig nicht umrütig himrusschieben

Set AarchchchekteHE in Pommern gewinnt an Ausdehnung Md Hak sich zunächst bis an die Oder «streckt. tv-

Die ftrternoSsmcke ElbedommMon, Ae aus DertcetsM Frankreichs, Englands, Italiens, Amerikas, Deutschlands und BelgienA besteht, hat in Prag ihre Sitzungen aufgenommen,

NchÄge der prLtSMn Mederlagen veran- Men die Poken auch unter den Deutschen in Polen starke Aushebungen, die übrigens eine Berletzuwg dW FrbedenSvertvageS darstellen.

Die Btchevkfche KbnigSpmM hat sich gegen eine Kandidatur des bayerischen Kronprinzen bei der Wahl des bayerifchvr StaatSprafidenten aus gesprochen, j

AMin BerN» kam es in feit '^entralmarkt- yaüE«nMEtag iWlu Lrruhsa wegen zu tz0M,,Sbststr«tje°

Dre Lebensunttelunruhen in Hamburg haben noch amtlichen Feststellungen fünf Todesopfer -eforderd

Der französische Botschafter Sattrent M gestern abend nach Bsclin abgereist. .

ihm

Die Probe auf Fehrenbachs Exempel.

Der erste kühne Wurf des neuen Reichskanz­lers Fehrendach scheint gelungen zu sein. Die Aufnahme seines Ministeriums und seines Re- giMMgsprogramms im Reichstag und in der Zeitungswelt war so günstig, wie es unter den außerordentlich schwierigen Derhältniffen eben noch erwartet werden konnte. Einzelne der neuen Männer sind zwar scharf von der Kritik mitge­nommen worden, aber das Ministerium im gan* Pn hat doch keinerlei Angriffe erfahren- Auch das vorgetragene Regierungspcogramm mit fei« Mm starken demokratischen Einschlag und das Jhische Pathos des Reichskanzlers haben selbst in den Oppositionsparteien gut gewirkt.

Wer noch steht die erste Probe . auf das Tempel FehrmbachS aus. Die politische Aus­sprache, die sich an das Regierungsprogramm an- kwpft und voraussichtlich bis zum Donnerstag oder Freitag abend dieser Woche dauert, muß «ach parlamentarischem Brauch mit einem Ver-» bauensvotum für die neue Regierung aus­klingen. Hätten die Parteien, welche in der Re- Sierung vertreten sind, die Mehrheit, so wäre oie Formulierung und Durchsetzung des Ber- lrauensvotuins eine sehr einfache Sache. Man dürde sich dann sehr leicht auf eine Resolution einigen, die glatt und unverblümt das Vertrauen dieser Parteien zur Regierung und ihrem Pro­gramm ausspricht. Aber das Kabinett Fehren- bach stützt sich auf die Mittelparteierr, die zu­sammen im Reichstag nur eine Minderheit hin­ter sich haben. Soll also die Zustimmung einer unzweifelhaften Mehrheit im Reichstag erzielt werden,, so müssen auch die Oppositionsparteien dafür gewonnen werden. Um sie aber zu ge­winnen, muß die Ausarbeitung des Vertrauens- botums so geschickt und vorsichtig ducchgeführt werden daß die Oppositionsparteien mitmachen sönnen ohne gleichzeitig die volle Verantwortung wit' ^" Vernehmen.

Diese Arbeit ist gegenwärtig hinter den Kulissen in vollem Gange. Besprechungen zwi- !chen den Führern aller Parteien mit Ausnahme der Unabhängigen haben bereits stattgefunden und werden noch weiter fortgesetzt werden Müssen. Bis seht sieht n ^ teft, daß auf allen Zeiten guter Wille herrscht, die neue Regierung Much eine KanLaeb-una am Schluß d« Pro-

gvammdebatte so zu stützen und zu stär­ken, daß sie wirklich als ' Beauftragte einer erheblichen Parlamentsmehrheil nach Spa gehen kann. Natürlich genügt dafür nicht etwa eine Zustimmung zuni Programm der auswärtigen Politik allein. Denn damit wäre unausgesprochen ein Mißtrauen für den übrig bleibenden Teil des Regierungsprogramms kund- getan. Auf der andern Seite ist aber auch nicht notwendig, daß die Zustimmungserklärung ge­raden Wegs ein rückhaltloses Vertrauen zum ganzen Regierungspcogramm bekundet. Man wird sich mit einem wesentlichen Einverständnis be­gnügen können zu den ausgesprochenen Absichten und Zielen des Reichskanzlers. Die Formel dafür muß sorgsam gewählt und möglichst von allen Parteien mit Ausnahme der Unabhängigen gut geheißen werden.

Wenn das gelingt, so hat die neue Regierung ihre erste Feuerprobe glücklich bestanden. Dann darf sie sich auch als Mindecheitsregierung mit voller Rückendeckung auf den Weg nach Spa be­gehen. Dort fteilich wird sie eine zweite Probe zu bestehen haben, deren Bedeutung für das deutsche Volk noch wichtiger ist, als die der ersten. Darüber fteilich, daß sie mit großen Er­folgen in Spa auftreten und von Spa zurück­kehren könnte, darf man sich keiften falschen Illusionen hingeben.

DaS Vertrauensvotum für die neue Regierung.

In der zwischen den Führern aller Parteien mit Ausnahme der Unabhängigen stattgefun- denen Besprechung über die Formulierung des Vertrauensvotums hat sich ergeben, daß die äußerste Rechte und die Sozialdemokraten auf der Linken grundsätzlich nicht abgeneigt sind, eine Zustimmungserklärung gutzuheißen, die der neuen Regierung eine Rückenoeaung für spa gibt. Ueber den Wortlaut der Erklärung wird noch weiter zwischen den- Parteien verhandelt.

Fehrenbach vor Sem Reichsrat.

WB. Berlin, 29. Juni. In der heutigen öffentlichen Sitzung des Reichsrates stellte sich der Reichskanzler Fehreabach vor. Er sagte dabei, er lege großen Wert auf ein Vertrauens- Verhältnis und gemeinsames Arbeiten zwischen Reichsrat und Reichsregierung. Die Interessen von Reich und Ländern seien ja doch in den wesentlichen Punkten dieselben; in der großen schweren Not unserer Zeit seien wir aufeinander angewiesen. Wie er sich im einzelnen das Ver­hältnis zwischen Reich und Ländern denke, habe er bereits gestern in seiner Programmrede zum Ausdruck gebracht. Er würde sehr erfreut sein, wenn er wen eigenen Anschauungen des Reichs­rats in diesen Punkten damit näher gekommen sei und wenn die Anschauungen darüber über- emstimmen würden.

Der Reichsrat

nahm gestern den Gesetzentwurf über die Ent­schädigung der Mitglieder des Reichstages an. Die monatliche Entschädigung wurde auf 1500 Mark bemessen.

WB. Berlin, 29. Juni. Das Kabinett befaßte sich in der heutigen Sitzung hauptsächlich mit der weiteren vorläufigen Regelung des Reichshaus­halts für 1920. Es konnte sich den Gründen, die das frühere Kabinett zu seiner Zustimmung ver­anlaßte, nicht verschließen und stimmte daher dem Entwürfe zu. Im übrigen wurde beschlossen, die Frage der Vereinfachung der R e i ch s b e h ö r d e n und der Neuabgrenzung der Zuständigkeit unverzüglich in Angriff zu nehmen.

Der neue Reichsarbettsminister.

WB. Berlin, 29. Juni. Der Rechspcäsidsnt hat auf den Vorschlag des Reichskanzlers das Mitglied des Reichstages Dr, Bauns zum Reichsarbeitsminister ernannt.

Der Reichswirlschaflsral.

Dem heutigen Zusammentritt des Reichs- Wirtschaftsrates widmen die BlMtt verschie­dene Wünsche und Hoffnungen. DieVospsche Zeitung" erinnert daran, daß dar Rätesnstem durchaus keine bolschewistische Gcrurgsnschaft sei. Der gesunde Gedanke, die Träger der Produk­tion an der Ausübung der S' -utsgewalt Mit­arbeiten zu lasten, spielte b 18 1905 eine Rolle. Der Reichswirtschaftt wwde schon in seiner heutigen Verfassung ' Dccsuch machen müssen, sich Rechte über das . H inaus zu er­kämpfen, das ihm der Geist ^.»zstchtigeh Politiker verwGrt habe. M bieg »Deutschem Allgemeinen

Zeitung" wird gesagt: Noch ist das Fundament der improvisierten Spitzenorganisation relativ schwach. Durch Leistungen muß es die Fundie- rung verstärken, von der andererseits ihre Lei­stungsfähigkeit selber abhängt. Klassen erscheinen nach außen die Träger egoisti'chec Sonderin- teressen von Gruppen, die an sich nicht produktiv sind. Stände sind int Innern aber solidarisch, und diese Solidarität komme dem Ganzen zu­nutze, weil sie produktiv ist. Daß der Stände­egoismus nach außen nicht ebenso verheerend wirkt als der Klassenkampf, das zu verhüten, ist die vornehmste Aufgabe des Reichswirtschafis- rates.

Aufhebung der Arichsschulkommission

WB. Berlin, 29. Juni. Der ReichSschulkommision, dem fachmännischen Organ zur Begutachtung aller die wissenschaftliche Vorbildung zum einiährig-sreiwilligen Militärdienst betr. Fragen, ist ihre Aufgabe durch die Umgestaltung des Heeres entzogen. Demzufolge be­schloß der Reichsrat am 12. Mai 1920, diese Behörde mit dem 30. Juni 1920 aufzuheben. Bei dieser Ge­legenheit sprach der Reichsminister des Innern der Kommission, welche 51 Jahre lang bestanden und namentlich auf dem Gebiete des Privatschulwesens und des Auslandsfchulwesens eine rege Tätigkeit auSgeübt hatte, den Dank der Reichsregierung aus. Zuletzt ge- Hötteir der Reichs-Schulkommission als Vorsitzender Präsident Dr. Kelch-Berlin an, als Mitglieder Ministerialdirektor Dr. Jahnke-Berlin, der augen­blickliche derzeitige Rektor der technischen Hochschule in München Geh. Rat Prof. Dr. Ritter von Dyck, der Geheime Schulrat und vortragende Rat Dr. Giesing- Dresden, Oberstudienrat Entreß-Stuttgart, Schulrat und vortragender Rat Dr. Maybaum-Schwerin und Oberschulrat und Geh. Regierungsrat Dr. Rittwcger- Meiningen.

Am den Slbbau der Lebensmittelpreise

DD. Berlin, 29. Junr. Dce -Hu

der U. S. P. D- hat ei ne Interpellation ei »ge­bracht, was der Reichskanzler zu tun gedenke, um eine weitere Steigerung der Lebensmittel- preife zu verhindern und wie er den Beschluß der Jndexkommission beim Reichsernährungs­ministerium vom 18. Juni ds. Js., durch den der Getreidepreis eine neue Erhöhung erfahren würde, rechtfertige. Wie und wann, heißt es weiter, gedenkt der Reichskanzler den durch die in Aussicht stehende überaus gute Ernte mög­lichen Abbau für Getreide, Kartoffeln, Fleisch und die sonstigen landwirtschaftliche» Erzeug­nisse, die jetzt das Mehrfache der vorjährigen Ernte Betragen, in die Wege zu leiten? Was gedenkt der Reichskanzler gegen diejenigen Land­wirte zu unternehmen, die in offener Verhöh­nung behördlicher Anordnungen sich der Ablie­ferung ihrer landwirtschaftlichsn Erzeugnisse entziehen und banSt die Ernährung der nicht- landwirtschaftlichen Bevölkerung aufs schwerste gefährden? Welche Maßnahmen plant er gegen oen zunehmenden Lebensmittelwucher?

Die Stadt Mainz hat anläßlich der Le- bensmittelkrawalle an die Reichsregierung das dringende Ersuchen gerichtet, dafür zu sorgen, daß der weiteren Verteuerung der öffentlich bewirtschafteten Lebensmittel und Gebrauchs- gegenstärde Einhalt getan wird. Ferner wird ein Abbau der Kartoffelpresse und der ungerecht­fertigten Zuschläge auf die Gestellungskosten mancher Lebensmittel und Verbrauchsartikel verlangt.

In Würzburg kam es gestern abend zu Lebensmrttelunruhen. Eine nach Tausenden zählende Menschenmenge versammelte sich vor dem Rathaus. Die Reichswehr hatte dasselbe besetzt und forderte die Menge auf, auseinander- zugehen. Als diese der Aufforderung nicht nach- kamen, schoß die Reichswehr auf die Menge, wobei es zwei Tote und 4 Verwundete gab. Auch heute fanden an mehreren Stellen der Stadt größere Ansammlungen statt. Es wurde der Ausnahmezustand verhängt.

Auch in Berlin ist es morgens in der Zentralmarkthalle stellemveise zu recht stürmischen Auseinandersetzungen gekommen. Die Großhänd­ler forderten für Kirschen den Preis von 2-60 Mark. Die Kleinhändler erklärten stch nicht ge­willt, diesen Preis anzulegen und lieber bereit zu sein, auf den Einkauf völlig zu verzichten. Da stellenweise Miene gemacht wurde, die Obst- ivagen zu stürmen, wurde die Sicherheiiswehr alarmiert. Mitten in der Menge der Kleinhändler schwang sich ein Hamburger Agitator auf einen Wagen und erklärte den Kleinhändlern, daß sie es so machen müßten wie in Hamburg. Er wurde in Gewahrsam abgesübrt. Nach seiner Verhaf­tung wurde ein Großhändler von den Klein­händlern gezwungen, seine Preise von 2.60 Mark auf 1.60 Mark pro Pfund herabzusetzen.

Zwangsdienst in Pole«.

Königsberg, 28. Juni. Wie aus Thor» gemeldet wird, hat der polnische Kriegs­minister die sofortige* (Einberufung der Jahr­gänge 1890 bis 1895, einschließlich der Mann­schaften der Jahrgänge 1895 bis 1902, die noch nicht gedient haben, ohne Rücksicht auf die Nationalität angeordnet. Die durch den Friedens­vertrag für die Bewohner der ehemals preußischen Teilgebiete zugelassene Option für Deutschland oder Polen wird auf Grund dieser Mobilisations- order bereits vielfach für Deutschland ausgeübt und ist, da noch keine Optionsämter bestehen, den zuständigen Magistratsstellen in Form eines schriftlichen Verzichtes auf die polnische Staats­bürgerschaft als vorläufige Erklärung überreicht worden.

Spa unS Brüssel.

WB. Paris, 29. Juni. Im »Echo de Pans^ gibt ein Diplomat, der gut unterrichtet fein soll, Einzelheiten über die Konferenzen von Spa und Brüssel. In Spa würden Reichskanzler Fehren­bach und der Minister des Aeußern von Simons ihren Beweis erbringen für die Notwendigkeit der Aufrechterhaltung von 200 000 Mann Heeres stärke der Reichswehr. Was die finan­ziellen Angelegenheiten anlangten, so würden die Deutschen wahrscheinlich um Frist bitten, da die Regierung erst seit einigen Tagen im Amte sei, und man sich Bebenden müsse. Nach einer Ver­tagung von etwa 14 Tagen würden sie dann Gegenvorschläge unterbreiten, die anzunehmen eine Unmöglichkeit bedeuten. Dann sei Spa eine reine Formsache. Andererseits glaubt der Diplo- ^^^ ^Ä^ in ^Tuff^I ^^ ^o^t^**^-^**? i^iiiifTTT^ abkonimen Zustandekommen werde. Man wird versuchen, zu einem Ausgleich zu gelangen. Eine besondere Kommiigon arbeitet daran cerei» im Hotel Astoria unter dem Vorsitze Cbuffons. Eng­land ist in dieser Kommission durch Sir Jobu Bradbury vertreten. Dec Bericht der KMMnrssM wird in Brüssel zur Diskussion gestellt.

WB. Brüssel, 29. Juli. Das'endgültige Pro­gramm der Finanz-Konferenz wird erst bei Be­ginn der Konferenz festgesetzt werden. Die Hauptfrage wird die Verteilung der von den Deutschen geschuldeten Entschädigungssumme bilden. Die Finanz-Sachverständigen haben ihren Bericht ausgearbeitet, der der Konserenz übergeben wird, die nach Aussprache darüber beschließt. Es ist'wahrscheinlich, daß der Vor­schlag einer belgischen Vertretung angeboten wird. Die Arbeiten der Konferenz werden 2 Tage in Anspruch nehmen. Nach Schach der Konserenz werden alle Delegierten im Sonder- zug nach Spa abreisen.

WB. Paris, 29. Juni. (Havas).. Der Völker- bnndrat hat den Zusammentritt der internationalen ^inanzkonferenz in Brüssel auf den 23. Juli 'enge« setzt. In einem Schreiben an den Mwisterprcndeickrv zeigt Bourgeois diesem im Namen des Mlle-bvndet das Datum der Konferenz an und weilt auf die Not­wendigkeit hin, sofern die Konferenz von Brüssel Re­sultate b-,ü,lich der Ausgabe einer internationalen Anleihe, der Verminderung des Papierqeldnmlauss und der Sanierung der Wechselkurse zeitige, die Er­gebnisse der Konkeren, mitzuteilen. Bourgeois erklärt, die Einladung Deutschlands zu dieser Konferenz sei nötig; die Form der Einladung könnte aber erst nach der Konferenz von Spa festgesetzt werden.

WB. PariS, 29. Juni. Der Staatspräsident Bourgeois, der Vorsitzende im Rat des Völlerbundes, erklärte in seinem bereits erwähnten Briefe mit Bezug auf die Einberufung der internationalen Finanz- Konferenz in Brüssel: Der Rat des Völkerbundes fei davon überzeugt, daß die Verhandlungeu -uo Zwecke der wirtschaftlichen und finanziellen Wieöcr' herstellnng in der Welt nur zum Ziele führen könnten, wenn die Verpflichtung Deutschlands und seiner V-r- bündeten und die finanzielle Lage der Mittelmächte klar bestimmt würden, andernfalls würden sowohl den Ländern, denen Entschädigungen zu leisten seien, m? auch Deutschland und den übrigen Ländern tuen sichere Grundlage für ihre Kredit-Operationen seinen. Wenn man die finanzielle Weltlage prüfe, müsse Deutschland aufgefordert werden, sich dabei vertrete» zu lassen. .. .

DD. Paris, 29. Zum. Bemerkenswert tu eine Auslassung des Temps zur Konferenz von Spa. " $ beißt darin: Es ist keine leichte Aufgabe, die die Rezu- rungen in Spa vor fich haben. In Wirklichkeit ist der FrüdenSvertrag so gemacht, daß man immer ir-fber, w das gleiche Dilemma kommt. Entweder wird Deuttch- land sich wieder organisieren, und dann laust es Wahr, wieder unter die Leitung der alten Männer zu verfallen, die von Zahlungen nichts hören wollen, sondern nur von Revanche, oder aber Deutschland wird von >en Linksparteien regiert, und in diesem Falle, entblößt von den stehenden Heeren, die nötig sind, um ei;4 Republik von 60 Millionen Einwohnern zu regieren» wird es desorganisiert bleiben und-damil unfähig z» bezahlen. Entgegen dem, was die Geographen lehren scheint Spa zwischen Scylla und Eharybdis gelegen w sein. Es gehören gute Fachmänner dazu, um in bw Laien einrulaufen.