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Einrückungsgebu 6 r: D:e8geio.Kolonel,eileod. deren Raum L 3Jtf die 4gelp. Zeile i. Reklame- teil 3. Mk., 25°<oTeuerungszuichl. Offertgebühr 30 Pfg. Bezugs preis: Vierteljährlich 12.90 Mk., monatl. 4.30 Mk.. für Postbezug vierteliährl. 12.80 Mark, monatl. 4.30 Mk. Die Nummer 20Hfg. PostiLeck-Konto Nr. 26659. Frankfurt a. M.

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Rotationsdruckd.Waisenhausbuchdruckerei öanav Fernivrechanichlüsse Nr. 1237 und 1238

Genmü-Anzeiger

AmMches Organ für Slsbl- Md Landkreis Kam»

Erschein! täglich mit Ausnahme bet Sonn- und Feiertage

Nr. 145 Mittwoch den 23. Juni 1920

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Das Neueste.

Die Katinettabildimg ist wegen der Personenfrage vtf neue Schwierigkeiten gestoßen.

Die Konferenz ht Boulogne hat hinsichtlich der ßnischadignngssumme den Grundsatz angenommen, M Deutschland 41 Jahreszahlungen zu verlangen.

Zu Peking hat seitens der Studenten eine heftige gmpagne gegen Japan eingesetzt.

Utier Korea ist der KriegSzustand erklärt worden.

Neue Schwierigkeiten.

Hanau, 23. Juni 1920.

Unser Berliner Mitarbeiter drahtet uns über die neuen Schwierigkeiten in der Kabtnetts- Wung folgendes:

Reichskanzler Fehrenbach hat sofort «ch seiner Ernennung die Geschäfte von Her­mann Müller übernommen. Er erschien Montag nachmittag um 4 Uhr beim Reichspräsidenten, «ni die Vorschläge für die Besetzung der einzel- M Mnisterposten zu machen. Me dieVoss. Zeitung" meldet, fichlt sich die Deutsche Zolkspartei in der Frage der Verteilung der einzelnen Mnisterposten zurückgesetzt, da ihr Bisher nur zwei Ätze im Kabinett angeboten Mden sind. Entsprechend ihrer Stärke fordert sie vier Sitze und möchte das Wirtschafts-, das Reichsjustiz-, das Reichseisenbahn- und das Schatzministerium besetzen. Geheimrat Wied- seld trifft heute in Berlin ein und wird mit toi Reichskanzler wegen Uebernahme des

Ms^fenbahmninisterium ist ebenfalls ein rvorragender Vertreter der Industrie in Dor- slag gebracht worden.

, Webber verlautet, daß das Reich sverkehrs- Msberium wahrscheinlich dem General Grö- "r angeboten werden wird. Das Wiederauf- dnmiinisterium bleibt als solches nicht bestehen, sondern soll mit einem anderen Ministerium ver­enden werden. Ein besonderes Ministerium ohne Portefeuille, wie es bisher im Reich skabi- »ett üblich war und zuletzt von Dr. David ver­treten wurde, wird künftig nicht mehr fortgeführt werden. Das Arbeitsministerium soll mit einem christlichen Gewerkschaftler besetzt werden.

Was weiter die ReichStagspräsi- dentenfrage betrifft, so besteht, wie die .Germania" schreibt, beim Zentrum wenig Nei- Mg, auch noch den Präsidenten des Reichstages st stellen. Das Zentrum wird sich, schreibt das

unseres Wissens mit einer Dizeprästden- tenstelle begnügen und gern den anderen Par­tien den Posten des Präsidenten überlassen.

Wie die Abendblätter melden, konnte die ^oZültige Feststellung der Ministerliste noch *W. erfolgen. Der preußische Wohlfahrts- ^imster Stegerwald hat die Uebernahme des Reich Zarb eits Ministeriums abgelehnt. Dagegen m General Gröner den ihm angetragenen Ersten eines Verkehrsministers angenommen, ^eheimrat Simons hat die Leitung des Auswär- "gen Amtes übernommen.

Eine andere Meldung besagt: Me Verhand- iustgen über die Bildung des Kabinetts Fehren- M sind bis Dienstag mittag über den gestrigen -mnd nicht weit hinaus gekommen. Wenn man einem Fortschritt reden will, so ist dieser Kur Negativer Natur, insofern gleich dem Ge- ^imrat Wiedfeld auch Geheimrat Mel­chior eine Berufung ins Reichswirtschafts- ^misterium abgelehnt hat. Auch der Eintritt Abgeordneten Becker- Hessen in das Mi- Nerium begegnet noch gewissen Schwierig- Men, eine Entscheidung ist aber noch nicht ge- Men.

Das Programm.

. In der gestrigen Ausgabe veröffentlichten wir bereits die wesentlichsten Punkte des zwi- Mn den Parteiführern und dem Reichskanzler Myrenbach vereinbarten Programms. Nach­folgend lassen wir die ganze Erklärung noch­mals folgen:

«Die dringendste Sorge ist der Wiederauf­bau des zusammengebrochenen Vaterlandes; ihn M dem Boden der bestehenden republikanischen ^atsform tatkräftig zu fördern, ist der ein- «mliche und feste Wille der Regierung.

Alle Parteien fordern wir auf, in einer Zeit, m der es auf Leben und Sterben des Volkes in der auswärtige, wirtschaftliche und stnanzielle Fragen unsere gesamte Kraft in An- g?l$_ nehmen müssen, verfassungsrechtliche RWfe rurücktreten au lassen.

Die Regierung wiLd mit Entschiedenheit alle Versuche einer gewaltsamen Umwälzung, woher sie auch kommen, bekämpfen.

Wir stehen auf dem Boden der politischen Gleichberechtigung aller Deutschen und lehnen daher jeden Versuch der Aufrichtung einer Klassenherrschaft oder die Bewilligung von Vor­rechten an eine Klasse ab. Unser Ziel ist eine Politik der Versöhnung und des Ausgleichs auf politischem, ' fern und kulturellem Gebiet. Deshalb bekämpfen wir jeden Klassen- und Rassenhaß, jede soziale und religiöse Vergewal­tigung. Der entscheidende Gesichtspunkt bei Besetzung der nicht rein politischen Aemter wird für uns die persönliche Tüchtigkeit, nicht die Parteizugehörigkeit sein. Von den Beamten und von allen Angehörigen der Reichswehr verlan­gen wir, daß sie, auf dem Boden der Verfassung stehend, gewillt sind, in ihrer dienstlichen Tätig­keit die Regierung rückhaltlos zu unterstützen."

Die Stellungnahme der Parteien.

Die Deutsche Volkspartei erhob gegen die Ministerliste Einspruch und ließ den Reichskanzler Fehrenbach wissen, daß sie mit der von ihm beabsichtigten Berufung des Abg. Wirth zum Finanzminister, des Abg. Gies - b e r t s zum Reichspostmmister und des Gene­rals G r ö n e r zum Reichsverkehcsminister nicht einverstanden sei, sondern für diese Posten Fach­minister verfange. Me Partei ließ bereits am gestrigen Dienstag abend durch denLokalan­zeiger" mitteilen, daß die Demokraten im Kabi­nett zu gut berücksichtigt seien und die Deutsche Volkspartei eine stärkere Vertretung verlangen müsse.

Die Demokratische Fraktion sprach bekanntlich bei den Verhandlungen mit dem «RiW , 'Olte^

Wunsch aus, daß der vom Relchspräsidonten zu ernennende Reichskanzler in der Auswahl seiner Mitarbeiter nicht von Fraktionswünschen und Fraktionsintrigen abhängig sein sollte, sondern daß er seine Mitarbeiter nach Tüchtigkeit und nach Eignung wählen möchte. Narb Kenntnis­nahme der neuen Situation trat die Reichstags- ftaktion unter ihrem Vorsitzenden Senator Dr. Petersen zu einer Sonderberatung zusammen und faßte lautFranks. Zig." den Beschluß, daß unter diesen Umständen eine Regierung, die vom Vertrauen der Mehrheit des Parlaments ge­tragen in Spa verhandeln könne, auf der beab­sichtigten Grundlage nicht gebildet werden könne und man vor einer ganz neuen Situation stehe. Der Parteiausschuß nahm von diesem Beschluß der Fraktion Kenntnis und erneuerte darauf einstimmig angesichts der neuen Situation das der Fraktion für ihr Verhalten ausgesprochene Vertrauen.

Nach demVorwärts" ist die Stellungnahme der sozialdemokratischen Partei folgende: Gegen fünf Stimmen beschloß die so­zialdemokratische Reichstagsfraktion am Diens­tag, bei der Vertrauensabstimmung, die der Ab­gabe der Regierungserklärung im neuen Reichs­tag folgen werde, Stimmenthaltung zu üben. Die Fraktion glaubt nach Erwägung aller Gegengründe nicht weiter gehen zu können, da sich die Abgabe eines Vertrauensvotums für eine Regierung, der Mtglieder der Deutschen Volkspartei angehören, mit ihrer Auffassung nicht vertrage. Die Fraktion beabsichtigt, ihre Stimmenthaltung so zu motivieren, daß der neuen Regierung in ihrer Stellung der Entente gegenüber in Spa keine Schwierigkeiten er- -rachsen,

Presse-Stimme»«

Der heutige Dienstag, heißt es weiter im Vorv ärtS", muß entscheiden, ob das Schiff Fehrenbachs, das kurz vor dem Hafen auf Minen ausgelaufen ist, scheitert oder ob die Schäden reparierbar sind. Es ist zur Stunde noch^ntcht festzustellen, ob die Demokraten in der Frage des Mittelblocks wirklich schon das letzte Wort gesprochen haben.

Verschiedenen Blätter:: zufolge todt es bis Dienstag Mitternacht noch ungewiß, ob die Deutsche demokratische Partei sich mit der neuen Hinauszögerung des verlangten Vertrauens- votums zufrieden geben oder von den Koaliftons- Verhandlungen zurücktreten wird.

DieSIW Ztg." fragt, ob es keinen Ausweg gebe. Sie schreibt: Die demokratische Fraktion und der demokratische Parteiausschuß haben f.-stgestellt, daß eine ganz neue Situation ge­schaffen ist. Es muß sogar mit der Möglichkeit gerechnet werden, daß Fehrenbach doch noch den Auftrag der Kabinettsbildung zurückgibt. Je­denfalls wird es neuer und sehr schwieriger Verhandlungen bedürfen, um aus der durch den

Parteiegoismus der Sozialdemokratie geschaffe­nen Sackgasse irgendeinen Ausweg zu finden.

Das Neichstagspräsidium.

Berlin, 22. Juni. (Eigene Meldung.) Die Fraktion der unabhängigen sozialdemokratischen Partei im Reichstage wird für den ihr zustehen­den Posten eines Vizepräsidenten den Abgeord­neten Lippmann präsentieren.

Die Abrüstung Deutschlands.

WB. Berlin, 22. Juni. Von zuständiger Stelle wird über die Heeresverminderung und die Erfüllung des Friedensvertrages folgendes mitgeteilt: Einschließlich der Truppen in der neutralen Zone betrug die Heeresstärke am 5- Mai 213 065 Mann und am 21. Mai 200 000 Mann. Da die Konferenz in Spa über den An­trag der deutschen Regierung, dauernd ein 200 000 Mann-Heer halten zu dürfen, entschei­den soll, die Herabminderung des Heeres auf 100 000 Mann aber nach dem Friedensvertrag bereits am 10. Juli durch geführt sein sollte, während die Konferenz auf den 5. Juli oder noch weiter verschoben wird, so hat die Reichs- regiecung am 3. Juni eine Verlängerung der Frist beantragt.

WB. Berlin, 22. Juni. In Erfüllung des Friedensvertrages sind die Bestände an Ge­schützen, Gewehren und Munition weiter ver­mindert worden. Die Reichstreuhandgesellschaft hat von den ihr übergebenen 1742 000 Geweh­ren bisher 1380 000 verschrottet, von den 40 800 Maschinengewehren 24 500 und von 33 000 Geschützen 19 400. Außerdem sind große Mengen Gewehr- und Maschinengewehrmuni­tion, Handgranaten, Sprengstoffe, Artillerie- geschosse vernichtet worden. Auch die Schleifung ) amthct? er ^eiun^ <iuycL ^twau, MÜWDV munde, Königsberg, Ulm, Küstrin, ' welche Deutschland nach dem Friedens vertrag noch halten darf, ist in Arbeit Und dürste termin- mäßig beendet werden.

Die KsnfersKz vsn Vottlsgne. Das offizielle Connnuirique.

WB. Paris, 22. Juni. Havas gibt über die Konferenz von. Boulogne. die heute mittag 1 Uhr zu Ende ging, folgendes offizielles Communique aus: Die drifte Vereinigung der Konferenz von BouloWe dauerte von 101 Uhr. Die Frage der von Deutschland zu zahlenden Ent­schädigungssumme und deren Vertei­lung unter die Alliierten ist aufs neue geprüft worden. Es ist entschieden worden, daß die französischen, englischen, italienischen, belgifchen und serbischen Sachverständigen sich in Paris vereinigen, um unter Zugrundelegung des Ver­einbarten geineinsame Vorschläge zu machen, die den Alliierten, die sich am 2. Juli in Brüssel wieder vereinigen, um endgültig ihr Einver­ständnis vor der Konferenz von Spa festzulegen, unterbreitet werden sollen. Die zweite Frage, betreffend die Entwaffnung, ist dahin ent­schieden worden, daß die von den militärischen Sachverständigen vor geschlagenen Texte ange­nommen wurde::. Sie beziehen sich auf den Be­sitz des zerstörten Kriegsmaterials und auf den Zeitpunkt, zu dem die Fabrikafton von Luftschiff- fahrtsmaterial wieder ausgenommen werden kann. Auch die Nichtausführung der Klauseln betreffend die Kohlenfrage ist von den französischen Delegierten erneut zur Sprache ge­bracht worden. Endlich ist bestimmt worden, daß die Verhandlungen wirtschaftlicher Art, die in London mit dem russischen wirt­schaftlichen Delegierten geführt werden, fortge­setzt werden sollen, da es sich nicht um die Frage der politischen Anerkennung der Sowjeftegie- rung handele. ,

Der Sonderberichterstatter der Agentur Ha­vas gibt über die Verhandlungen von Dou- logne folgende Erläuterungen: Die Note, die an die deutsche Regierung noch heute gerichtet wird, kündigt Zwangsmaßnahmen im Falle der Nichtausführung der nnlitärischen Klauseln an, ohne allerdings über die Modali­täten zu sprechen. Man könne aber glauben, daß es sich um neue militärische Besetzungen handeln werde, wie die Konferenz von San Remo ent­schieden habe. An den Bestimmungen über die Fabrikation von Luftschiffahrtsmate- r i al seien Abänderungen getroffen wor­den. Deutschland dürfe dessen Fabrikation erst drei Monate nach der völligen Auslieferung des militärischen Luftschifssn'.aterials wieder auf­nehmen. Ueber die Frage der Festsetzung der deutschen Schuld fei heute nicht wieder gespro­chen worden. Ueber He ungenügenden Kohlen- lieferungem von Deutschland sei ebenfalls eine

Vereinbarung erzielt worden. Der französische Minister der öffentlichem Arbeiten habe sich da­rüber des längeren mit dem italienischen Außen­minister Grafen Sforza und dem belgischen Der- treter bei der Wiedergutmachungskommissio« Theumisse ausgesprochen. Ein Entschluß werde >auf der Konferenz in Brüssel getroffen.

WB. Paris, 22. Juli. Lloyd George mit Lord Curzon, ChamberlaiN und samftichen Mt- arbeitern hat um 3 Uhr Boulogne verlassen. Die ftanzösische Delegation ist um 4 Uhr nach Paris zurückgereist. Mnisterpräsident Millercmd er* Härte den Vertretern der Pariser Presse, man habe einstimmig beschlossen, daß der Effektivbe­stand des deutschen Heeres auf 100 000 Mann zurückgeführt werden soll. Man werde jedoch die Abrüstung nicht bis zum 10. Juli verlangen, aber in kürzestens möglicher Frist.

Die EntschS-rgungssumme.

WB. Paris, 22. Juni. Wie der Sonderbeftcht« erstatter derTemps" mitteilt, bat man in Bezug auf die Feststellung der deutschen Schuld, da eine ent- gültige Regelung nicht erzielt worden ist, sich bis jetzt babirt entschieden, von Deutschland 41 Jahres- Zahlungen zu verlangen und ,nicht 37. Im übrigen sei es Aufgabe der Deutschen, in Spa Vorschläge zu machen. Die Alliierten wollten ihre These nicht ab­schwächen dadurch, daß sie heute schon bekanntgabe», die italienischen Vertreter hätten erklärt, sie könnten die französisch - englischen Vorschläge nicht annehmen, nachdem die Frage der Verteilung unter die Alliiefte» geregelt sei.

Frankreich und Spanien.

Ipn. Madrid, 22. Jupi. Frankreich muß im Juli eine Anleihe von 455 Millionen Pesetas, die es im Jahre 1918 von Spanien erhielt, zurück zahlen. Die französischen Finanzen lassen dies aber nicht zu, weshalb Frankreich um eine Ver­längerung der Anleihe ersuchte. Dagegen opponterenMaylrerche spanische Blätter und drängen die Regierung, Frankreich mit gleichen Mitteln heimzuzahlen, wie sich Frankreich,gegen­über Spanien benommen habe. Frankreich hat nämlich die spanische Weinausfuhr nach Frank­reich ganz unmöglich gemacht. Ferner besteht in Spanien noch die Ansicht, daß die Tanger- Angelegenheit endlich einmal geregelt werden müsse und Spanien diese Stadt erhielte. Diese beiden Konzessionen sollen als Gegenleistung gesordert werden, wenn die Regierung die An­leihe verlängern will.

Thineftsche Ketze gegen Japan.

Jpu. Peking, 23. Juni. Seitens der Stu­denten mirb eine heftige nationalistische Kam­pagne gegen Japan geführt Japanische Kaufleute wurden vielfach belästigt und vertrie­ben, sodaß die meisten Japaner aus Peking flüchten mußten und sich nach den Häfen be- geben haben. Man befürchtet eine Ausdeh- n u n g des Aufstandes über ganz China, zumal sich in der Mandschurei auch bolsche­wistische Unruhen ereigneten, die in Verbin­dung mit der koreanischen Bewegung steifem Die Nord-Armee hat am gelben Fluß die südlichen Truppen in die Flucht geschlagen. In Peking erwartet mun einen Rücktritt der Regie­rung. Die japanische Gesandtschaft _ mußte von chinesischen Truppen gegen die aufgeregte Menge geschützt werden. Ein japanisches Ge­schwader traf im Golf von Chi-Li ein.

^riCgsZuftanö über §iorea.

Jpu.gering, 23. Juni. In Korea sind neue Unruhen ausgebrochen, als die Zahl der japani- schen Garnisonen vermehrt wurde. In heftigen Kämpfen zwischen Japans Truppen mit koreani­schen Ausständigen erlitten die Japaner große Verluste. Bei der Verfolgung flüchteten die Koreaner auf chinesisches Gebiet, wurden aber von japanischen Truppen weiter verfolgt, bis die chinesischen Grenzftuppen sich den Japanern zur Wehr setzten. Der japanische Kommandant vertrat die Ansicht, daß er zum Ueber spreiten der chinesischen Grenze berechtigt sei. Der Vorfall hat gr.o ß e Erregung verursacht und wird besonders von den nationalistischen Studenten ausgenützt. Die Protest-Umzüge gegen Japan dauern fort; die chinesische Regie­rung hat in Tokio protestiert. In Korea gilt die Lage als sehr ernst. Japanische Kriegsschiffe traren von Wladiwostok an der Korea-KMe ein. Nach dem Attentat auf den japanischen Minister­präsidenten wurde in Tokio ein Komplott ent­deckt, das auch an der revolutionären Strömung in Korea beteiligt ist. Es konnten nur 4 Per­sonen verhaftet werden, da die anderen nach China geflüchtet sind. Ueber ganz Korea ist der Kriegszustand erklärt worden. Japanische Truppen aus der Amurzone sind na<9 Korea zurückberusen-